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Dienstag, 31. August 2021

In der nördlichen Oberpfalz

Hildweinsreuth: Der Mittelpunkt Mitteleuropas

Der Mittelpunkt Mitteleuropas bei Flossenbürg wird gekennzeichnet durch eine große Scheibe aus heimischen Granit, die einen Ausschnitt aus dem Globus zeigt. Ein Metallkegel markiert den Standort. Der Stein, nur wenige Kilometer von der Grenze zur Tschechischen Republik entfernt, weist darauf hin, daß sich hier der geographische Mittelpunkt Mitteleuropas befindet. Eine Hinweistafel an der kleinen Anlage informiert über Details. Bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts geht die Standortbestimmung zurück. Die Hälfte des Weges zwischen Lübeck und Triest galt als Mittelpunkt eines Europas, zu dem damals Rußland noch nicht zählte. Eine neue, auf 3 Zentimeter genaue Berechnung des Instituts für Geographie an der Universität München ergab diese Stelle bei Hildweinsreuth.

Nahe der tschechischen Grenze im Oberpfälzer Wald liegt die Knopfstadt Bärnau. Bärnau ist nicht nur die älteste Stadt (Stadtrechte seit 1343) sondern mit 3.400 Einwohnern auch die kleinste Stadt des Stiftlands und des Landkreises Tirschenreuth.

Vor allem als Knopfstadt machte sich Bärnau in der ganzen Welt einen Namen. Über 100 Jahre prägte die Knopfindustrie den Ort. Neben dem Deutschen Knopfmuseum zeugen noch einzelne Knopfbetriebe von dieser reichen Geschichte.

Bärnau liegt im Landkreis Tirschenreuth, dem nördlichsten Landkreis der Oberpfalz. Hierbei stößt man auf das „Stiftland". Wenn man vom Stiftland spricht, ist darunter der Teil der nördlichen Oberpfalz gemeint, der zur alten Zisterzienserabtei Waldsassen gehörte. Verwaltet wurde das Stiftland durch ein Oberamt in Waldsassen und ein Pflegeamt in Tirschenreuth. Diesen Ämtern waren Richterämter unterstellt, die Anfang des 14. Jahrhunderts errichtet wurden und die für sich wieder eigene Gemeinden bildeten.

Das Kloster Waldsassen wurde 1133 durch den Marktgrafen Diepold III. gegründet. Es konnte im Laufe der Jahre immer mehr Besitz gewinnen, wobei auch Bärnau dazugehörte. Bärnau stand also von 1296 – 1350 unter dem Stift Waldsassen.

Am 3. September 1343 wurde das Dorf Bernaw - ohne Markt gewesen zu sein - durch Kaiser Ludwig den Bayern zur Stadt erhoben und erhielt zugleich das Recht der "Meile Wegs". Urkundlich belegt ist, dass Bärnau schon 1311 Sitz eines Richters war. Später war ein Pflegeamt ansässig. Durch die auf einer Anhöhe von Mauern umgebene und in leicht ovalem Areal angelegten Stadt, in deren Mittelpunkt sich die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus erhebt führte auch die "Goldene Straße" von Nürnberg nach Prag.

In Bärnau herrschte stets reger Handel und Verkehr, doch war der Ort lange landwirtschaftlich geprägt. Mit der aufkommenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert änderte sich dies schlagartig. In dieser Zeit werden auch die Grundlagen für die so dominante Bärnauer Knopfindustrie gelegt. Den Höhepunkt erreichte die Knopfproduktion in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts. Dutzende Knopfbetriebe produzierten über 20 Millionen Knöpfe aus Perlmutter in unterschiedlichen Größen und Formen pro Tag. Im Jahr 1954 wurde sogar eine städtische Knopffachschule. In den Jahren zwischen 1967 und 1974 fand in Bärnau dann die internationale Knopfmesse IKNOFA statt.Alle zwei Jahre hatte Bärnau hier die Welt zu Gast. Heute kann man im Deutschen Knopfmuseum in Bärnau Knöpfe aller Art, die Knopfherstellung u.v.m. kennen lernen.

Burg Leuchtenberg im Oberpfälzer Wald
An der "Verbotenen Straße"

1355 erklärte Kaiser Karl IV. die Straße von Nürnberg über Weiden, Bärnau, Tachov und Pilsen nach Prag zur Reichsstraße und verbot die Benutzung anderer Verbindungen zwischen Böhmen und Franken. Diese Strecke bekam den Namen "Goldene Straße", da zwei große Handelsmetropolen der damaligen Zeit, Nürnberg und Prag, miteinander verbunden wurden.

Die südliche und kürzere Wegvariante (und deshalb von den Händlern natürlich wesentlich lieber benutzt) von Pilsen über Pfraumberg und Waidhaus über das Gebiet der Landgrafen von Leuchtenberg wird im späten Mittelalter auch als "Verbotene Straße" bezeichnet.

Die Fischhofbrücke in Tirschenreuth (Oberpfalz)

Hier, im Jahre 2001, steht sie noch "auf der grünen Wiese", in den Jahren 2011 und 2012 wurde sie anläßlich der Landesgartenschau "Natur in der Stadt " saniert und ist nun wieder vom neuen „alten” Stadtteich umgeben.
Mit ihren zehn Jochen ist sie der weltberühmten Steinernen Brücke in Regensburg nachempfunden. Die Brücke wurde zwischen 1748 und 1750 mit einer Länge von ungefähr 92 Metern vom Baumeister und Baudirektor des Klosters Waldsassen, Philipp Muttone in der Zeit von Abt Alexander Vogel, erbaut.


In der Mitte der Brücke befinden sich die Statuen der römischen Göttin des Ackerbaus, der Ehe und des Todes, Ceres, und die römische Göttin der Gerechtigkeit und des Rechtswesens, Iustitia.

Die Brücke gilt als zweitwichtiges Brückenbauwerk Bayerns.

Die Fischhofbrücke führt zum Fischhof, dem heutigen Tirschenreuther Amtsgericht und Sitz des Gerichtsvollziehers. Früher war der Gebäudekomplex ein Zehenthof des Klosters Waldsassen, der sich, als Tirschenreuth noch von zwei künstlich angelegten großen Teichen umgeben war, auf einer Insel befand. 1808 wurden die Stadtteiche trockengelegt, um Land für die wachsende Stadt zu gewinnen. Seit 2012 umfließt wieder ein 6 ha großer Stadtteich die barocke Fischhofbrücke und einen Teil der Fischhofinsel.
Der alte jüdische Friedhof von Floß in der Oberpfalz. Am Ortsausgang Richtung Flossenbürg findet sich der jüdische Friedhof im oberpfälzischen Floß.

Die jüdische Gemeinde Floß (unweit Flossenbürg) errichtete 1692 ihren eigenen Friedhof, d. h. sieben Jahre nach der Niederlassungserlaubnis für die ersten Juden in Floß.

Der Friedhof wurde auch von den jüdischen Gemeinden in Schönsee, Waidhaus und bis 1901 auch von der jüdischen Gemeinde in Weiden genutzt. Der Friedhof wurde 1729, 1754 und 1780 erweitert und die Friedhofsfläche beträgt 7,50 Ar. 1775 wurde eine Mauer aus Granit um den Friedhof gebaut, die 1778 und 1842 erweitert wurde. Heute sind noch etwa 400 Grabsteine (Mazewot) erhalten und der älteste ist von 1692. Die letzte Beisetzung fand 1946 statt.

Flossenbürg

Flossenbürg (bairisch: Flossabirch) ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung. Der staatlich anerkannte Erholungsort liegt im Oberpfälzer Wald an der Grenze zu Tschechien, wo sich die Nachbargemeinde Lesná (Schönwald) befindet. In Flossenbürg befand sich von 1938 bis 1945 das Konzentrationslager Flossenbürg der Nationalsozialisten.


Am Mittelpunkt Europas: Bad Neualbenreuth in der Oberpfalz

Bad Neualbenreuth (bairisch: Neialwaraad) ist ein Markt im Osten des oberpfälzischen Landkreises Tirschenreuth. Er grenzt an Tschechien und ist ein staatlich anerkanntes Heilbad (Standort des Sybillenbads).

Der Mittelpunkt Europas auf dem Tillenberg ist der in der k.u.k.-Zeit errechnete Mittelpunkt Europas.

Montag, 12. Februar 2018

Vive l'Europe

Der Mittelpunkt Mitteleuropas: Eine Scheibe aus heimischen Granit zeigt in Hildweinsreuth in der Oberpfalz einen Ausschnitt aus dem Globus, mit einem Metallkegel als Standort. Der Stein, nur wenige Kilometer von der Grenze zur Tschechischen Republik entfernt, weist darauf hin, daß sich hier der geographische Mittelpunkt Mitteleuropas befindet.


Schengen ist eine von 116 Gemeinden im Großherzogtum Luxemburg und gehört zum Kanton Remich. Der Ort Schengen ist ein kleineres Winzerdorf an der Mosel im Großherzogtum Luxemburg. Der Ort ist Hauptort der Gemeinde, welche früher Remerschen hieß und zum 3. September 2006 wegen des hier unterzeichneten Schengener Abkommens in "Schengen" umbenannt wurde. Der Ort liegt unmittelbar an dem von Deutschland (Saarland), Frankreich und Luxemburg gebildeten Dreiländereck, gegenüber der deutschen Gemeinde Perl, die auf der anderen Seite der Mosel liegt, sowie dem französischen Apach. Schengen wurde zum Synonym für einen Raum ohne Grenzkontrollen, als am 14. Juni 1985 fünf EU-Mitgliedstaaten auf einem Moselschiff in der Nähe dieses Ortes das Schengener Übereinkommen unterzeichneten, das den Abbau der Kontrollen an den gemeinsamen Grenzen und die Einführung des freien Personen- und Warenverkehrs vorsieht. Am Flussufer des Ortes erinnert ein Denkmal an die Unterzeichnung des Vertrages. Das Schengener Abkommen und weitere Übereinkommen zur Durchführung des Vorhabens bilden den so genannten "Schengen-Besitzstand". Das Schengener Abkommen trat am 26. März 1995 in Kraft.

  

Die Europaflagge besteht aus einem Kranz aus zwölf goldenen, fünfzackigen, sich nicht berührenden Sternen auf azurblauem Hintergrund. Sie wurde 1955 vom Europarat als dessen Flagge eingeführt und erst 1986 von der Europäischen Gemeinschaft übernommen. Im Europäischen Verfassungsvertrag ist die Europaflagge als offizielles Symbol der Union festgelegt. Die Zahl der Sterne, zwölf, ist traditionell das Symbol der Vollkommenheit, Vollständigkeit und Einheit. Nur rein zufällig stimmte sie zwischen der Adoption der Flagge durch die EG 1986 bis zur Erweiterung 1995 mit der Zahl der Mitgliedstaaten der EG überein und blieb daher auch danach unverändert. Um die Entstehung der Flagge ranken sich einige Legenden. So soll abweichend von der offiziellen Begründung, die auf die Zwölf als Symbol der Vollkommenheit und Vollständigkeit (Monate des Jahres; Zifferblatt der Uhr), sowie auf das römische Zwölftafelgesetz und das Blau als Farbe des Himmels verweist, eine christliche Symbolik Pate gestanden haben.


Walschbronn - Moselle: Seit Schengen geht es hier ohne Paß- und Personenkontrollen frei über die Grenze.


Der Deutsch-Französische Kindergarten in Liederschiedt in Lothringen (Département Moselle, 57). 2015 feierte er sein 20-jähriges Bestehen. Hier wachsen Kinder von diesseits und jenseits der Grenze zweisprachig auf. Ein Stück gelebte Völkerverständigung schon im Kindesalter. Auch diese Einrichtung wäre ohne ein Europa ohne Binnengrenzen kaum denkbar.



Der Grundstein der Einheit Europas - Der Sankt Germanshof im Pfälzerwald

Hier wurde schon in den frühen Fünfzigern der Grundstein für ein vereintes Europa gelegt: deutsche und französische Studenten rissen die Schlagbäume nieder und besetzten die Grenzstationen. Heute erinnert ein Denkmal an dieses historische Ereignis.




Auch der Einkauf beim Nachbarn jenseits der Grenze, ohne Zollbestimmungen, frei nach Gusto, wäre ohne Schengen nicht möglich. Vergessen wir das nicht.

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