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Freitag, 23. August 2019

Bei uns in der Grenzregion


Der Deutsch-Französische Kindergarten in Liederschiedt im Department Moselle (57, Lothringen, Pays de Bitche) ist eine Einmaligkeit in Europa. Er geht zurück auf eine Initiative von Günther Cölsch (im Bild) und Joseph Schaefer, der eine seinerzeit Bürgermeister der Verbandsgemeine Pirmasens-Land, der andere Bürgermeister von Bitche (Bitsch). In der Ecole Maternelle Franco-Allemande werden Kinder von diesseits und jenseits der Grenze zweisprachig betreut.


Der deutsch-französische Kindergarten (Ecole Maternelle Franco-Allemande) in Liederschiedt im Department Moselle (57, Lothringen, Lorraine) im Grenzgebiet zum Bundesland Rheinland-Pfalz (Landkreis Südwestpfalz bei Pirmasens). Der einzige deutsch-französische Kindergarten bzw. der einzige zweisprachige und grenzüberschreitende Kindergarten Europas. Besteht seit 1995.

Haspelschiedt und Bitche

Haspelschiedt im Bitscherland (Pays de Bitche) in Lothringen, kurz hinter der Grenze. Ein eher unscheinbares Örtchen (im Sommer lockt der Badesee), auch ist Saint-Nicolas keine alte Kirche (sie ist neugotisch, aus dem 19. JH,), aber gleichwohl interessant. Für uns so eine unserer kleinen Stippvisiten von unserem südwestpfälzer Domizil aus. In einer knappen Viertelstunde Fahrt ist man dort.


"Flaveurs coquines" (Frivole Genüsse) nennt sich die Skulpturengruppe am Straßburger Tor - Ein von der Künstlerin Cléone gestalteter Garten - Eine Gruppe seltsamer Gestalten: Frivole Silhouetten aus rostrotem Metall -

Roppeviller (deutsch Roppweiler, lothr. Roppwiller) ist eine französische Gemeinde im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Sarreguemines und zum Kanton Bitche und ist Teil des grenzübergreifenden Biosphärenreservates Pfälzerwald-Nordvogesen.

Mit 109 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) ist Roppeviller die kleinste Gemeinde des Bitscher Landes. Die Einwohner nennen sich auf Französisch Roppevillerois und auf Deutsch Roppweilerer.

Roppeviller liegt im äußersten Nordosten Lothringens an der Grenze zur Pfalz am Grunnelsbach.

Gallo-römische Zeugnisse weisen auf eine Besiedelung im 2. Jahrhundert hin. So führte eine Römerstraße über die Gemarkung. Eine erste konkrete Erwähnung des Dorfes erfolgte im Jahr 1314 unter dem Namen Roppeweyler (angeblich von Rappo = germanischer Vorname). Aufgrund der abgelegenen Lage hat Roppeviller einen erheblichen Bevölkerungsschwund zu verzeichnen. Von 587 Einwohnern im Jahr 1844 ist die Bevölkerungszahl bis heute auf rund ein Viertel zurückgegangen.

Am Wanderweg nach Eppenbrunn findet sich oberhalb der alten Römerstraße im Buntsandstein ein stark verwittertes römisches Felsrelief, bekannt als Dianabild. Neben der Jagdgöttin sind der Kriegsgott Mars und eine weitere Figur mit Tanne erkennbar, bei der es sich wohl um den Gott des Waldes, Silvanus, handelt.

Von Roppeviller aus schwappte die Französische Revolution über die Grenze. Zunächst nach Eppenbrunn: Am 8. November 1792 kamen mehrere Bürger unter der Führung des Oberförsters Weiß aus der nur vier Kilometer entfernten lothringischen Gemeinde Roppweiler (heute: Roppeviller) zusammen mit zwölf französischen Nationalgardisten nach Eppenbrunn und pflanzten einen Freiheitsbaum oder – wie sie es nannten – einen „Zeugen der Freiheit“. Noch am gleichen Tag zogen die Freiheitskämpfer weiter nach Trulben und pflanzten auch dort einen Baum. Diesem Beispiel folgten die Dörfer Kröppen, Hilst und Schweix am nächsten Tag, Ludwigswinkel wenig später. Die aufrührerischen Dörfer schufen unverzüglich eine neue Gemeindeverwaltung nach französischem Vorbild und beantragten bei der Pariser Nationalversammlung die Aufnahme in die Französische Republik. Schon am 14. Februar 1793 entsprach die Nationalversammlung dem Gesuch und erklärte die freiheitsliebenden Dörfer zu französischem Staatsgebiet. Die Zugehörigkeit zu Frankreich endete mit Napoleons endgültiger Niederlage und Abdankung 1815. Freiheitsanhänger aus der nahegelegenen lothringischen Garnisonsstadt Bitsch (heute: Bitche) überbrachten ihren pfälzischen Gesinnungsbrüdern als Geschenk eine Guillotine, die anschließend fleißig als Hinrichtungsinstrument benutzt wurde. In Erinnerung an die blutigen Opfer kam später der Name Hackmesserseite auf.

Heute verläuft zwischen Eppenbrunnn in der Südwestpfalz und Roppeviller der Helmut-Kohl-Wanderweg.

Gleichermaßen von deutscher wie von französischer Seite erreichbar sind die Altschloßfelsen, das größte Buntsandsteinmassiv der Pfalz.


Montag, 12. Februar 2018

Vive l'Europe

Der Mittelpunkt Mitteleuropas: Eine Scheibe aus heimischen Granit zeigt in Hildweinsreuth in der Oberpfalz einen Ausschnitt aus dem Globus, mit einem Metallkegel als Standort. Der Stein, nur wenige Kilometer von der Grenze zur Tschechischen Republik entfernt, weist darauf hin, daß sich hier der geographische Mittelpunkt Mitteleuropas befindet.


Schengen ist eine von 116 Gemeinden im Großherzogtum Luxemburg und gehört zum Kanton Remich. Der Ort Schengen ist ein kleineres Winzerdorf an der Mosel im Großherzogtum Luxemburg. Der Ort ist Hauptort der Gemeinde, welche früher Remerschen hieß und zum 3. September 2006 wegen des hier unterzeichneten Schengener Abkommens in "Schengen" umbenannt wurde. Der Ort liegt unmittelbar an dem von Deutschland (Saarland), Frankreich und Luxemburg gebildeten Dreiländereck, gegenüber der deutschen Gemeinde Perl, die auf der anderen Seite der Mosel liegt, sowie dem französischen Apach. Schengen wurde zum Synonym für einen Raum ohne Grenzkontrollen, als am 14. Juni 1985 fünf EU-Mitgliedstaaten auf einem Moselschiff in der Nähe dieses Ortes das Schengener Übereinkommen unterzeichneten, das den Abbau der Kontrollen an den gemeinsamen Grenzen und die Einführung des freien Personen- und Warenverkehrs vorsieht. Am Flussufer des Ortes erinnert ein Denkmal an die Unterzeichnung des Vertrages. Das Schengener Abkommen und weitere Übereinkommen zur Durchführung des Vorhabens bilden den so genannten "Schengen-Besitzstand". Das Schengener Abkommen trat am 26. März 1995 in Kraft.

  

Die Europaflagge besteht aus einem Kranz aus zwölf goldenen, fünfzackigen, sich nicht berührenden Sternen auf azurblauem Hintergrund. Sie wurde 1955 vom Europarat als dessen Flagge eingeführt und erst 1986 von der Europäischen Gemeinschaft übernommen. Im Europäischen Verfassungsvertrag ist die Europaflagge als offizielles Symbol der Union festgelegt. Die Zahl der Sterne, zwölf, ist traditionell das Symbol der Vollkommenheit, Vollständigkeit und Einheit. Nur rein zufällig stimmte sie zwischen der Adoption der Flagge durch die EG 1986 bis zur Erweiterung 1995 mit der Zahl der Mitgliedstaaten der EG überein und blieb daher auch danach unverändert. Um die Entstehung der Flagge ranken sich einige Legenden. So soll abweichend von der offiziellen Begründung, die auf die Zwölf als Symbol der Vollkommenheit und Vollständigkeit (Monate des Jahres; Zifferblatt der Uhr), sowie auf das römische Zwölftafelgesetz und das Blau als Farbe des Himmels verweist, eine christliche Symbolik Pate gestanden haben.


Walschbronn - Moselle: Seit Schengen geht es hier ohne Paß- und Personenkontrollen frei über die Grenze.


Der Deutsch-Französische Kindergarten in Liederschiedt in Lothringen (Département Moselle, 57). 2015 feierte er sein 20-jähriges Bestehen. Hier wachsen Kinder von diesseits und jenseits der Grenze zweisprachig auf. Ein Stück gelebte Völkerverständigung schon im Kindesalter. Auch diese Einrichtung wäre ohne ein Europa ohne Binnengrenzen kaum denkbar.



Der Grundstein der Einheit Europas - Der Sankt Germanshof im Pfälzerwald

Hier wurde schon in den frühen Fünfzigern der Grundstein für ein vereintes Europa gelegt: deutsche und französische Studenten rissen die Schlagbäume nieder und besetzten die Grenzstationen. Heute erinnert ein Denkmal an dieses historische Ereignis.




Auch der Einkauf beim Nachbarn jenseits der Grenze, ohne Zollbestimmungen, frei nach Gusto, wäre ohne Schengen nicht möglich. Vergessen wir das nicht.

Ähnliche Artikel:


Freitag, 9. Februar 2018

Im Südwesten - Wissenswertes & Interessantes diesseits und jenseits der Grenze


Wir haben ja durchaus so einige Einmaligkeiten hier in der Region, die zweifelsohne auch europaweit ihresgleichen suchen: Der Deutsch-Französische Kindergarten in Liederschiedt in Lothringen (Département Moselle, 57). Der Kindergarten liegt, von Schweix kommend, direkt am Ortseingang von Liederschiedt. 2015 feierte er sein 20-jähriges Bestehen.

Der Deutsch-Französische Kindergarten in Liederschiedt in Lothringen (Département Moselle, 57). 2015 feierte er sein 20-jähriges Bestehen. Hier wachsen Kinder von diesseits und jenseits der Grenze zweisprachig auf.
Ein Stück gelebte Völkerverständigung schon im Kindesalter.

Lothringer Kreuze in der Südwestpfalz auf der Hackmesserseite

 

Dazu siehe diesen Artikel.

Zu den ältesten dieser Kreuze zählt das in Riedelberg, datiert auf 1739, flankiert von zwei kleinen barocken Sandsteinkreuzen.


Die Lourdes-Grotte bei Eppenbrunn

Die Lourdesgrotte in Eppenbrunn verdankt ihre Entstehung dem widerspenstigen Pfarrer Johannes Drauden und dem gewachsenen Sandstein, der das Landschaftsbild im Wasgau prägt.

Als 1933 Adolf Hitler an die Macht gekommen war, stellten die nationalsozialistischen Anhänger in Eppenbrunn ein großes Hakenkreuz auf dem südwestlich vom Ort gelegenen Berg auf, der auch heute noch von der älteren Bevölkerung "Hakenkreuz-Felsen" genannt wird.

Dieses Hakenkreuz war vom Dorf aus sehr gut zu sehen, sehr zum Ärgernis des damaligen Ortspfarrers Johannes Drauden, der unter dem Nationalsozialismus schwer zu leiden hatte und sich mit dem weithin sichtbaren symbolträchtigen Zeichen nicht abfinden wollte.

Während eines Krankenlagers kam ihm der Gedanke, als Gegenstück zum Hakenkreuz ein echtes Kreuz aufzustellen. Als Aufstellungsort wählte er einen Punkt, den er von seinem Krankenlager im Pfarrhaus aus einsehen konnte. Als die mit der Fertigung beauftragten Gebrüder Bender das Kreuz aufstellen wollten, stießen sie beim Wegräumen von Schutt und Geröll auf einen Felsen, der sich nach dem Freilegen als ideal zur Anlage einer Grotte anbot. Trotz der kirchenfeindlichen Politik der Nationalsozialisten fanden sich viele freiwillige Helfer bereit, an der Errichtung einer Grotte nach dem Vorbild von Lourdes (Frankreich) fleißig mitzuarbeiten. Und so entstand in den Jahren 1934/1935 die Grotte in ihrer heutigen Form. Dies war in der damaligen Zeit ein großes Wagnis und mit sehr großen Risiken verbunden. Umso mehr ist es als eine große Tat gelebten Glaubens zu werten.

L'Ossuaire de Schorbach - Das Beinhaus von Schorbach

Das Beinhaus von Schorbach aus dem 11. Jahrhundert. Da man in alter Zeit glaubte, dass nur der die ewige Seligkeit erlange, der in (oder auf) geweihtem Boden ruhe, wurden die Gebeine der Verstorbenen ausgegraben und in solchen Karnern (Schädelstätten) auf dem Friedhof aufbewahrt.


Die Pfarrkirche Saint-Remi ist die Hauptkirche verschiedener Gemeinden im Bitscherland (Pays de Bitche).


Besonders beeindruckend die Pieta im Vorraum der Kirche.



Grenzland: Hackmesserseite und Bitscherland

Walschbronn

Im folgenden Video machen wir eine kleine Rundtour. Wir passieren bei Kröppen die Grenze und fahren von der Südwestpfalz nach Walschbronn in Lothringen. Zurück besuchen wir bei Kröppen eines der sog. Lothringer Kreuze (Feldaltare), die sich diesseits und jenseits der Grenze finden. Es geht dann weiter über Trulben nach Eppenbrunn.


Das Bitscherland ist wenig spektakulär. Die Hauptattraktion ist die von Vauban erbaute Zitadelle von Bitsch.


Aber man muss sich in der Region nur ein bißchen auf die Suche begeben, um durchaus interessante Fleckchen zu entdecken.


"Flaveurs coquines" (Frivole Genüsse) nennt sich die Skulpturengruppe am Straßburger Tor in Bitche - Ein von der Künstlerin Cléone gestalteter Garten - Eine Gruppe seltsamer Gestalten: Frivole Silhouetten aus rostrotem Metall

Bitche - Bitsch - 30.10.2017 from Franz Roth on Vimeo.

Vinningen auf der Hackmesserseite - Vinningen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land an. Vinningen liegt im Zweibrücker Hügelland südwestlich von Pirmasens nahe der Grenze zu Frankreich. Bis ins 5. Jahrhundert lassen sich fränkische Siedlungsspuren zurückverfolgen. Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes stammt von 1212. Das Dorf Vinningen lag im Amt Lemberg der Grafschaft Zweibrücken-Bitsch und dort in der gleichnamigen Amtsschultheißerei Vinningen.


Ecole Maternelle Franco-Allemande - Liederschiedt

Der deutsch-französische Kindergarten in Liederschiedt (Pays de Bitche, Bitscherland, Department Moselle, Lothringen, Lorraine, 57) ist eine Einmaligkeit in ganz Europa. Hier werden Kinder aus Frankreich und dem Landkreis Südwestpfalz (Region Pirmasens) gemeinsam zweisprachig betreut.



Mittwoch, 25. Oktober 2017

Eppenbrunn und wie die Hackmesserseite zu ihrem Namen kam


Eppenbrunn wurde 1235 als Eppenburnen erwähnt, der Weiler Ransbrunnerhof schon 1155 als Ransbronnen. Beide gehörten damals zum Kloster Sturzelbronn (Lothringen). Von dort gelangten sie an die Grafschaft Zweibrücken-Bitsch.

Eppenbrunn im Pfälzerwald 24102016 from Franz Roth on Vimeo.


Die Altschloßfelsen sind eine etwa 1,5 Kilometer lange Felsgruppe aus Buntsandstein, deren Sandsteintürme eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen. Teils haben sich einzelne Sandsteintürme ausgebildet, teils längere Ketten. Sie sind die größte Felsformation der Pfalz. Das sog. "Felsenglühen" zeigt sich witterungs-, vegetations- und sonnenstandsabhängig am besten in der ersten Aprilhälfte um 19.00 Uhr auf der Südostseite des dritten Felsens von Osten (von Eppenbrunn).


Bild links: Einkehr in Roppeviller über der Grenze. Von Roppeviller aus schwappte die Französische Revolution über die Grenze. Zunächst nach Eppenbrunn: Am 8. November 1792 kamen mehrere Bürger unter der Führung des Oberförsters Weiß aus der nur vier Kilometer entfernten lothringischen Gemeinde Roppweiler (heute: Roppeviller) zusammen mit zwölf französischen Nationalgardisten nach Eppenbrunn und pflanzten einen Freiheitsbaum oder – wie sie es nannten – einen „Zeugen der Freiheit“. Noch am gleichen Tag zogen die Freiheitskämpfer weiter nach Trulben und pflanzten auch dort einen Baum. Diesem Beispiel folgten die Dörfer Kröppen, Hilst und Schweix am nächsten Tag, Ludwigswinkel wenig später. Die aufrührerischen Dörfer schufen unverzüglich eine neue Gemeindeverwaltung nach französischem Vorbild und beantragten bei der Pariser Nationalversammlung die Aufnahme in die Französische Republik. Schon am 14. Februar 1793 entsprach die Nationalversammlung dem Gesuch und erklärte die freiheitsliebenden Dörfer zu französischem Staatsgebiet. Die Zugehörigkeit zu Frankreich endete mit Napoleons endgültiger Niederlage und Abdankung 1815. Freiheitsanhänger aus der nahegelegenen lothringischen Garnisonsstadt Bitsch (heute: Bitche) überbrachten ihren pfälzischen Gesinnungsbrüdern als Geschenk eine Guillotine, die anschließend fleißig als Hinrichtungsinstrument benutzt wurde. In Erinnerung an die blutigen Opfer kam später der Name Hackmesserseite auf.

Heute zeigt sich die enge Verbindung mit Frankreich u.a. auch im nahen Liederschiedt. Der deutsch-französische Kindergarten in Liederschiedt (Pays de Bitche, Bitscherland, Department Moselle, Lothringen, Lorraine, 57) ist eine Einmaligkeit in ganz Europa. Hier werden Kinder aus Frankreich und dem Landkreis Südwestpfalz (Region Pirmasens) gemeinsam zweisprachig betreut.


Donnerstag, 19. Oktober 2017

Highlights im Bitscherland



Für uns ist Bitche (Bitsch) auch eine Einkaufsstadt. Am Fuße der Zitadelle von Vauban ist der Supermarché MATCH, der vieles im Angebot hat, was man in dieser Auswahl auf der deutschen Seite der Grenze nicht findet. Sei es die riesige Käseauswahl, frische Meeresfrüchte, von Crevetten bis Austern, seien es die leckeren französischen Torten, die riesige Auswahl an Weinen aus ganz Frankreich oder seien es die Kosmetika. Es landet also immer ein bißchen mehr im Einkaufswagen als man ursprünglich vorhatte. Sei's drum ...

Geschichtliches: Im 12. und 13. Jahrhundert gehörte Bitsch zum Herzogtum Lothringen. 1297 vertauschte Lothringen die Herrschaft an die Grafen von Zweibrücken-Bitsch, und Bitsch wurde somit Hauptort einer eigenständigen Herrschaft, bis die Linie 1570 ausstarb. Bitsch fiel nun im Erbgang an die lutherische Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Jedoch wollte der Herzog von Lothringen als Lehnsherr über Bitsch das Lehen einziehen. Darüber kam es ab 1572 zu einem lange währenden Streit, der erst 1606 mit einem Vergleich beendet wurde. Bitsch fiel an Lothringen zurück und wurde in der Folge rekatholisiert. Im Dreißigjährigen Krieg wurden der Flecken und das Umland völlig verwüstet. 1680 besetzte Frankreich das Land. Der nun folgende Umbau und Neugestaltung der mittelalterlichen Burg zu einer neuzeitlichen Festung durch Vauban und die dauernde Präsenz französischer Truppenteile beeinflussten die Entwicklung des Ortes nachhaltig.

Die ehemalige Abtei Sturzelbronn


Die ehemalige Abtei Sturzelbronn in Lothringen - Sturzelbronn (deutsch Stürzelbronn, lothr. Stirzelbrunn) - Die 1135 von Herzog Simon I. von Lothringen gegründete Zisterzienserabtei ist der eigentliche Ursprung der Ortschaft. Die Abtei Sturzelbronn hatte im Mittelalter weitreichende Besitzungen und Zehntrechte im Bitscher Land, das damals auch viele heute auf deutscher Seite liegende Ortschaften umfasste. 1799 wurde die Abtei aufgehoben.

Le Pierre des Douze Apôtres, der Zwölfapostelstein (auch Breitenstein genannt) bei Goetzenbtuck im Pays de Bitche (Bitscherland, Lothringen, Lorraine, France) im französischen Department Moselle (57) ist ein christianisierter Menhir und matkiert seit altersher die Grenze zwischen Lothringen und dem Elsaß. Viele Sagen und Legenden ranken sich um das mystische Monument.

Les Douze Apotres - Zwölfapostelstein - Breitenstein from Franz Roth on Vimeo.


Die Gegend um Goetzenbruck und Meisenthal ist seit altersher ein Zentrum der Glasbläserei in Lothringen. In Meisenthal befindet sich deshalb ein Internationales Zentrum für Glaskunst. Ein lohnendes Ziel im Bitscherland.


Der Deutsch-Französische Kindergarten (École Maternelle Franco-Allemande) im lothringischen Liederschiedt, gleich hinter der deutschen Grenze bei Schweix in der Südwestpfalz gelegen, ist ein bemerkenswertes Projekt mit europäischem Modellcharakter.


Hier wachsen Kinder von diesseits und jenseits der Grenze zweisprachig auf. Ein Stück gelebte Völkerverständigung schon im Kindesalter. 2015 feierte er sein 20-jähriges Bestehen.


Dienstag, 25. Oktober 2016

Land ohne Grenzen - Pays sans Frontiéres


Der Deutsch-Französische Kindergarten (École Maternelle Franco-Allemande) im lothringischen Liederschiedt, gleich hinter der deutschen Grenze bei Schweix in der Südwestpfalz gelegen, ist ein bemerkenswertes Projekt mit europäischem Modellcharakter.


Hier wachsen Kinder von diesseits und jenseits der Grenze zweisprachig auf. Ein Stück gelebte Völkerverständigung schon im Kindesalter. 2015 feierte er sein 20-jähriges Bestehen.

Apropos Völkerverständigung: Da hat sich bei uns schon immer viel abgespielt.

Der Grundstein der Einheit Europas - Der Sankt Germanshof im Pfälzerwald

Hier wurde schon in den frühen Fünfzigern der Grundstein für ein vereintes Europa gelegt: deutsche und französische Studenten rissen die Schlagbäume nieder und besetzten die Grenzstationen. Heute erinnert ein Denkmal an dieses historische Ereignis.


Eine kleine grenzenlose Rundtour über die Hackmesserseite und durch das angrenzende Pays de Bitche (Bitscherland).


Möglich gemacht hat uns diese Freizügigkeit das Abkommen von Schengen.


Und die Citadelle die Bitche, die Zitadelle von Bitche, einst von Vauban erbaut, ist uns heute historische Kulisse, wenn wir im Supermarché MATCH einkaufen. Waren, die keinen Zollschranken mehr unterliegen.


Interessant gleichwohl, die ZZitadelle zu besuchen und sich auf einer audiobegleiteten Führung in die alten Zeiten versetzen zu lassen.


Zu dieser Festung habe ich durchaus eine ganz persönliche Beziehhung, denn mein Großvater mütterlicherseits, zum Beginn des Ersten Weltkrieges 22 Jahre alt und Unteroffizier, absolvierte dereinst seine Ausbildung dort. Denn Bitche war damals ja in den Reichslanden Elsaß-Lothringen.


Aber ansonsten ist die kriegerische Vergangenheit Geschichte. Sie existiert zur Erinnerung und zum Gedenken in den alten Befestigungen, die speziell auf französischer Seite durch die Bank Museumscharakter haben.


Four à Chaux an der Straße nach Pfaffenbronn


Etwas schwieriger gestaltet sich die Suche nach diesen Zeitzeugen auf der deutschen Seite. Denn von den Bunkern des Westwalls ist hier kaum noch etwas zu finden.


Fast ausschließlich das Westwallmuseum im ehemaligen Festungswerk Gerstfeldhöhe im Pirmasenser Stadtteil Niedersimten befasst sich mit dem Thema.

Donnerstag, 24. Juli 2014

Ecole Maternelle Franco-Allemande - Der Deutsch-Französische Kindergarten in Liederschiedt


Der deutsch-französische Kindergarten in Liederschiedt (Pays de Bitche, Bitscherland, Department Moselle, Lothringen, Lorraine, 57) ist eine Einmaligkeit in ganz Europa. Hier werden Kinder aus Frankreich und dem Landkreis Südwestpfalz (Region Pirmasens) gemeinsam zweisprachig betreut. --- The French-German Kindergarten in Liederschiedt (Lorraine), near the frontier to Germany. French and German children visit this institution and are educated bilingual. The Ecole Maternelle Franco-Allemand is in this way singular in whole Europe.


Ecole Maternelle Franco-Allemande - Liederschiedt - Lothringen by Franz Roth

Mittwoch, 5. März 2014

In der Südwestpfalz und im Pays de Bitche




Unterwegs auf der Barockstraße Saar-Pfalz by Franz Roth


Unterwegs auf der Barockstraße Saar-Pfalz, einer Tourismusroute durch die Südwestpfalz und das angrenzende Saarland. Wir besuchen Kloster Hornbach, Sankt Stephanus in Böckweiler, Medelsheim (mit u.a. einer Reliquie des Heiligen Pirminius), Gräfinthal bei Bliesmengen-Bolchen, das Zweibrücker Schloß und das Landgestüt von Rheinland-Pfalz in der Stadt der Rosen und der Rosse.


Unterwegs im Pays de Bitche - Bitscherland by Franz Roth


Unterwegs im Pays de Bitche, im Bitscherland in Lothringen kurz hinter der deutsch-französischen Grenze. Wir sehen die Moulin d'Eschviller, die Zitadelle von Bitche (Bitsch), den Zwölfapostelstein, das Beinhaus von Schorbach und den deutsch-französischen Kindergarten in Liederschiedt.