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Dienstag, 3. Dezember 2019

Mystische Steine: Der Gollenstein und der Breitenstein


Der größte Menhir Mitteleuropas:
Der Gollenstein bei Blieskastel

Der Gollenstein bei Blieskastel im Saarland (Saarpfalz-Kreis) ist ein etwa 4.000 Jahre alter Monolith. Er zählt zu den ältesten Kulturdenkmälern Deutschlands und gilt als der größte Menhir Mitteleuropas. Seine Höhe beträgt 6,58 Meter. Er steht auf dem Blieskasteler Berg nordwestlich des Stadtzentrums und gilt als Wahrzeichen der Barockstadt Blieskastel.

Der Stein besteht aus einem hellen Sandstein und wurde wahrscheinlich am Ende der Jungsteinzeit (ca. 2000 v. Chr.) errichtet. Er wird mit einem prähistorischen Ahnenkult in Verbindung gebracht.

Fast 4000 Jahre blieb der Gollenstein unversehrt, doch nach Beginn des Zweiten Weltkrieges befürchteten Offiziere der Wehrmacht, er könnte aufgrund seiner exponierten Stellung in der Landschaft als „Richtpunkt für die französische Artillerie“ dienen. Daraufhin legten Pioniere den Gollenstein im Jahre 1939 nieder. Die Soldaten richteten dafür eine mit Stroh gefüllte Grube her, die jedoch zu kurz berechnet war. Beim Umlegen riss das Seil, so dass der Stein stürzte, dabei auf der Kante der zu kurzen Grube aufschlug und in vier große und einige kleine Teile zerbrach. Auf Betreiben des Bürgermeisters Alfons Dawo wurden im November 1951 die Teile mit Beton – wegen der breiten Fugen nicht ganz fachmännisch – wieder zusammengesetzt und der Gollenstein erneut aufgerichtet.

Experten schätzen, dass die Nische mit dem Kreuz wahrscheinlich erst 1809 eingemeißelt wurde und christliche Kultgegenstände (Kreuze, kleine Heiligenfiguren, Kerzen) hierin Platz fanden. Der heidnische Stein bekam so eine christliche Bedeutung. Unter der Nische sind Fragmente einer menschlichen Figur reliefartig eingehauen. Zwei Beine mit Füßen, Teile des Rumpfes, der Kopf und ein Arm mit Hand sollen eine vorgeschichtliche Götterfigur darstellen, die an den keltischen Wettergott Taranis erinnert.


Der Zwölfapostelstein bei Goetzenbruck / Meisenthal im Bitscherland - Pays de Bitsche


Video: © by Irmgard & Franz Roth

Der Zwölfapostelstein (frz. Pierre des douze Apôtres; auch Breitenstein, lat. Petra lata) ist ein vorgeschichtlicher Menhir an der Verbindungsstraße zwischen Meisenthal, Mouterhouse (beide im Département Moselle) und Wingen-sur-Moder (Département Bas-Rhin) im Naturpark Nordvogesen (Parc Naturel Régional des Vosges du Nord). Seit dem Mittelalter bildet er eine Grenzmarke zwischen dem Elsass und Lothringen. Der aus einem einzigen Block Buntsandstein gehauene Monolith hat eine Höhe von etwa vier Metern.

Seine Vorgeschichte liegt im Dunkeln. Man vermutet, dass es sich um einen Kultstein aus keltischer („druidischer“) Zeit handelt. Einer üblichen Praxis entsprechend wurde dieser heidnische Kultstein in christlicher Zeit „getauft“, d. h. mit christlichen Merkmalen versehen. Der obere Teil wurde zu einer Kreuzigungsgruppe (der gekreuzigte Christus mit zwei Marien) gestaltet. Darunter wurde ein schlichtes Relief mit den zwölf Aposteln herausgearbeitet.

Einer Legende nach hat der Reformator Philipp Melanchthon hier gepredigt.



Sonntag, 15. September 2019

Auf den Spuren der Geschichte: Reichshoffen, Froeschwiller und Woerth

Woerth, Denkmal für die in der Schlacht am 6. August 1870 gefallenen Bayern

Die Schlacht bei Wörth (französisch als Bataille de Frœschwiller-Wœrth und auch als Bataille de Reichshoffen bezeichnet) fand am 6. August 1870 im Deutsch-Französischen Krieg in der Nähe des Ortes Woerth im Unterelsaß statt.

Dass die Schlacht unterschiedliche Namen hat liegt daran, dass das deutsche Hauptquartier in Woerth gewesen ist, das französische des Marschalls Mac Mahon in Reichshoffen und die Schwerpunkte der Gefechte waren bei Froeschwiller.

Streetview Reichshoffen


Mahnmal für die Schlacht von Froeschwiller bzw. Reichshoffen


Froeschwiller


Woerth


An diese Schlacht, die in Frankreich als Bataille de Frœschwiller-Wœrth bekannt ist und die etwa 20.000 Tote forderte, erinnert im Ort ein Museum.




Montag, 2. September 2019

Auf den Spuren der früheren Holztrift: An Saarbach und Sauer (Forts.)


Wir setzen unsere Tour entlang Saarbach und Sauer fort. Wir tauchen dabei auch ein in die Sagenwelt des Wasigenwaldes (Wasgau, Vogesen), die Geschichte der Region und andere regionale Besonderheiten. Hinter Fischbach nimmt der Saarbach den von links kommenden Rumbach auf und knickt nach rechts ab. Es geht weiter nach Schönau, kurz vor der Grenze.


Schönau

Schönau ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz mit ca. 600 Einwohnern. Die "schöne Aue" liegt im Naturpark Pfälzerwald, mitten im romantischen Wasgau, am Oberlauf des Sauerbachs, direkt an der Grenze zum französischen Elsaß.

Schönau wurde erstmals 1129 urkundlich erwähnt. Zu Ende des Mittelalters legten hier die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken eine Eisenerzschmelze an, wodurch Schönau zu einer frühen Industriegemeinde wurde. 1835 erwarb der Großindustrielle Ludwig von Gienanth den Betrieb. Bei der Vertreibung der Hugenotten aus Frankreich, kam diese Industriellenfamilie in die Pfalz und wurde Besitzer vieler "Wappenschmieden". Nach der Stilllegung des Eisenwerkes 1883 wurde das Industriedorf ein beliebter Erholungsort. Zu Schönau gehört der Ortsteil Gebüg (dessen Anwesen sich in einem Hochtal unterhalb des größten keltischen Ringwalls der Pfalz, dem Maimont, einbetten) mit seinem Ortsbezirk Biehlerhof und die katholische Bildungs- und Freizeitkolonie Heilsbach (nördlich Schönaus in einer Einbuchtung des Sauertales am Nestelsberg gelegen). Schon Friedrich Schiller erwähnte in seiner Ballade "Der Gang nach dem Eisenhammer" die "Schöne Au".

Oberhalb von Schönau liegt die Burgruine Blumenstein, eine typische Wasgauburg, malerisch auf einem freistehenden Felsen gelegen, aus dem 13. Jahrhundert. Vermutlich zerstört im Bauernkrieg (1525). Eine der höchstgelegenen Burgruinen der Pfalz.


Die bereits auf französischem Gebiet liegende Burgruine Wasigenstein ist der Sage nach Schauplatz des Walthariliedes, der Mär um Walther und Hildegunde.



Die bizarre Burganlage aus dem 13. Jahrhundert ist eigentlich eine Doppelburg, bestehend aus Groß-Wasigenstein und Klein-Wasigenstein und wurde - typisch für die Felsenburgen des Wasgau - auf zwei freistehenden hohen Felsenriffen erbaut. Der größere Burgteil kann mit Hilfe luftiger Treppen bestiegen werden; auf den früher als Wohnturm genutzten kleineren Teil führt eine Wendeltreppe.



Die Sage von "Walther und Hildegunde" spielt am Wasigenstein im Wasgenwald (=Vogesen) nahe der französisch-deutschen Grenze und handelt vom Kampf des Walther von Aquitanien mit den zwölf Recken des Königs Gunther von Franken (Gunther der Burgunderkönig des Nibelungenliedes).

Innerhalb der literarischen Überlieferung, die uns das deutsche Mittelalter hinterlassen hat, nimmt das Heldenepos von Walther und Hildegunde eine besondere Stellung ein. Durch das ganze Mittelalter wurde der siegreiche Kampf der Westgoten gegen die Rheinfranken zur Zeit der Völkerwanderung besungen. Das Waltharilied führt uns in den Geist altgermanischen Heldentums zurück. Das Epos von Walther von Aquitanien ist in seiner vollständigsten und ältesten Form in der lateinischen Dichtung "Waltharii poesis" überliefert und umfaßt beinahe 1.500 Versfüße des Hexameters. Die Handschriften aus dem 11.-16. Jahrhundert entstammen den verschiedensten Gegenden und sind alle in Klöstern angefertigt. Die schönste Walthari-Handschrift, die in der Mitte des 12. Jahrhunderts geschrieben wurde und aus dem Kloster Reichenau in die Markgräflich Baden-Badensche Bibliothek gekommen ist, befindet sich in einem Sammelband der Landesbibliothek Karlsruhe.

Schon die Altvorderen waren an den Triftbächen unterwegs (Aufnahme von ca. 1922)

Bei Hirschthal passieren wir und der Saarbach die französische Grenze. Ab nun heißt er wieder Sauer, so wie einst auch in Deutschland. Lembach ist der erste Ort, den wir im Elsaß erreichen.


Hinter Lembach erreichen wir Woerth, den Schauplatz der zweiten Schlacht am 6. August 1870 im Deutsch-Französischen Krieg.

Denkmal zur Erinnerung an die bayerischen Gefallenen der Schlacht bei Woerth und Froeschwiller am 6. August 1870 im Deutsch-Französischen Krieg

Die Schlacht bei Woerth (französisch als Bataille de Frœschwiller-Wœrth und auch als Bataille de Reichshoffen bezeichnet) fand am 6. August 1870 im Deutsch-Französischen Krieg in der Nähe des Ortes Woerth im Unterelsaß statt.

Museum der Schlacht vom 6. August 1870 in Woerth

Dieses Museum widmet sich aussschliesslich der Schlacht vom 6. August 1870. Bei der unter dem Namen "Schlacht von Reichshoffen" in die Geschichte eingegangenen Schlacht handelt es sich eigentlich um die Schlacht bei Froeschwiller für die französische Armee und um die Schlacht bei Woerth für die deutsche Armee. Die meisten der auf dem Schlachtfeld gefundenen Ausstellungsstücke zeugen von dieser für Frankreich schmerzhaften Vergangenheit.


"La rivière de la Sauer" passiert im weiteren Verlauf auch das Töpferdorf Betschdorf.


Betschdorf hat sich durch die einheimische Töpferei einen Namen gemacht. Die Herstellung von Töpferware aus salzglasiertem Steingut ist eine uralte Tradition in der Region. Im 18. Jahrhundert ließen sich in Betschdorf Töpfer aus dem Westerwald nieder und brachten ihre eigene Töpfereitechnik - Salzglasierung in Kobaltblau - mit. Seitdem ist Betschdorf die Hauptstadt der Töpferei in "Grau und Blau".


Noch ein Artikel dazu hier.

Donnerstag, 29. August 2019

Nordelsaß: Wald, Wein, Töpferkunst und ein großer Dichter


Vom Col du Pfaffenschlick in die Weingärten um Wissembourg: Vom Col du Pfaffenschlick an Drachenbronn vorbei über die D77 nach Rott. Jetzt sind wir vom Hochwald in den Weingärten angekommen. Auf dem Rückweg fahren wir durch Cleebourg.


Cleebourg benachbart ist Hunspach, das als eines der schönsten Dörfer des Elsaß gilt. Ebenso wie die Nachbargemeinde Seebach.


Das Töpferdorf Betschdorf


Betschdorf hat sich durch die einheimische Töpferei einen Namen gemacht. Die Herstellung von Töpferware aus salzglasiertem Steingut ist eine uralte Tradition in der Region. Im 18. Jahrhundert ließen sich in Betschdorf Töpfer aus dem Westerwald nieder und brachten ihre eigene Töpfereitechnik - Salzglasierung in Kobaltblau - mit. Seitdem ist Betschdorf die Hauptstadt der Töpferei in "Grau und Blau".

Im benachbarten Soufflenheim geht es bunter zu. Die noch ca. 20 vor Ort tätigen Töpferbetriebe fertigen Dekorations- und Gebrauchsgeschirr. Landestypisch sind insbesondere Gugelhupf-, Baeckeoffe- und andere Auflauf-Formen, ferner sind Vasen, Kannen, Schüsseln, Weinkühler und komplette Service im Angebot.

Die traditionelle Farbe der Soufflenheimer Keramik war Rostbraun, die Farbe des Tons, mit weißem Margaritendekor. Heute wird mit Rücksicht auf den diversifizierten touristischen Geschmack auch Ware in Blau, Grün, Beige und Rot in den unterschiedlichsten Dekoren hergestellt, entweder abstrakt mit geometrischen Mustern oder bildlich mit Weinreben, Pflanzen und Blüten sowie Tieren (insbesondere Storch, Ente, Hühnchen oder Fisch).


Auch wir nennen eine Baeckeoffe-Form aus Soufflenheim unser eigen.




Baeckeoffe, auch Baeckoffe oder Baeckeoffa (dt. ‚Bäckerofen‘), ist ein alemannisch-elsässisches Gericht. Typischerweise werden dafür Rind-, Lamm- und Schweinefleisch sowie gegebenenfalls Schweinefüße in trockenem Weißwein mit verschiedenen Gemüsen mindestens 12 Stunden mariniert und anschließend zwei bis drei Stunden im Ofen zusammen mit Zwiebeln, Kartoffeln, Möhren und Porree (Lauch) gegart. Die Zubereitung erfolgt in Tonterrinen. Das Gericht erhielt seinen Namen vom Backofen des Bäckers. Dorthin brachten früher die Frauen des Dorfes ihre Terrinen, wenn ihnen die Arbeit wenig Zeit ließ und um die Restwärme seines Ofens auszunutzen.



Sessenheim - Memorial Goethe und Goethe-Scheune - In Sessenheim hatte Johann Wolfgang von Goethe in seiner Straßburger Studentenzeit eine Liebschaft mit der Pfarrerstochter Friederike Brion.


Unmut gegenüber Paris

Ihrem Unmut gegen die Pariser Zentralregierung und die Eingliederung der früheren "Region Alsace" in die neue Großregion "Grand-Est" machen die Elsässer Luft, indem sie "im ELSASS" auf die Ortsschilder kleben.


Mittwoch, 28. August 2019

Unterwegs im Nordelsaß


Ausflug ins Elsaß - Vorbei an dem Fort Four à Chaux (Kalkofen) bei Lembach geht es durch Pfaffenbronn und über den Col du Pfaffenschlick vom Wald in den Wein. Wir sehen mit Merkwiller-Pechelbronn den Ort, in dem erstmals in Europa Erdöl gefunden wurde. Und Hunspach dürfte sicher das schönste Dorf des Elsaß sein.


Im Hanauer Land (Pays de Hanau)

Das Hanauer Land (Pays de Hanau) liegt etwa 40 km nordwestlich von Straßburg (Strasbourg) im französischen Département Bas-Rhin. Die Grafschaft Hanau-Lichtenberg war ein Territorium des Heiligen Römischen Reiches. Sie entstand 1456–80 aus einem Teil der Grafschaft Hanau und der halben Herrschaft Lichtenberg. Nach dem Aussterben der Grafen von Hanau-Lichtenberg 1736 fiel sie an Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel. Ihr Zentrum lag im unteren Elsass mit der Hauptstadt Buchsweiler (Bouxwiller).

Burg Lichhtenberg

Die Burg Lichtenberg, franz. Château de Lichtenberg, ist eine Burgruine in der Gemeinde Lichtenberg. Die Burg war erster Mittelpunkt der Herrschaft Lichtenberg. Die Ruine der einstigen Höhenburg liegt auf 480 m oberhalb von Lichtenberg in den Nordvogesen, zwischen La Petite-Pierre (20 Straßenkilometer) und Niederbronn-les-Bains (18 Straßenkilometer), in der Region von Lützelstein (Pays de La Petite Pierre), nahe der deutsch-französischen Grenze. Vom Parkplatz in der Ortsmitte von Lichtenberg führen Fußwege in ca. 10 Minuten zur Burg.

Die "Hauptstadt" Bouxwiller (Buchsweiler) mit etwa 4.000 Einwohnern war einst nach Lichtenberg Residenz des Hanau-Lichtenberger Landes und gilt als einer der malerischsten Fachwerkorte im Elsass. Viele Bauten und Bezeichnungen erinnern noch heute an die alte Grafschaft und ihre Verbindungen zu Hanau am Main. Als Landgraf Johann Reinhard III. von Hanau-Lichtenberg, der "alte Hanauer", 1736 verstarb, wurden die Territorien Hanau-Münzenberg Kurhessen, Hanau-Lichtenberg dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt zugeteilt.


Die blauen Häuser des Hanauerlandes (Pays de Hanau) - Die Forge Bleue und die Ferme Bleue in Uttenhoffen.


Ein Wahrzeichen aus der Not geboren: Das vorherrschende Blau des Ortes liegt darin begründet, dass Hugenotten im 17. Jahrhundert dort Zuflucht fanden. Und da die protestantischen Flüchtlinge zunächst bettelarm waren, konnten sie sich den üblichen Ockerton oder die weiße Putzfarbe nicht leisten. Deshalb nutzten sie als Abfallprodukt kobaltblaue Farben, die damals noch giftige Substanzen enthielten. Die Farbe war bleihaltig und tötete die Fliegen scharenweise. Später, im 18. Jahrhundert, wurde das Dorf nordwestlich von Haguenau eines der reichsten seines Verwaltungsbezirks – dank des Fleißes der Hugenotten. Die Farbe Blau (mittlerweile ohne giftige Substanzen) blieb jedoch weiterhin als Wahrzeichen ihres protestantischen Glaubens erhalten.

Abteikirche Saint Martin in Marmoutier im Elsaß - Das Kloster Marmoutier (lat. Mauri Monasterium; deutsch Maursmünster) ist eine ehemalige Benediktinerabtei im Ort Marmoutier im Département Bas-Rhin in der französischen Region Elsass. Das Kloster wurde um 590, nach anderen Quellen 659 wohl vom Hl. Leobard (Liebhard) († um 680 in Maursmünster), einem Schüler des Hl. Columban gegründet und nach der oberItalienischen Stadt Aquileia benannt. Maursmünster wird zu den merowingischen Klöstern gerechnet und war eine Reichsabtei. 728 reformierte der Heilige Pirmin als Abt mehrere elsässische Klöster columbanischer Prägung im Sinne der Benediktregel, darunter auch Maursmünster. Abt wurde Maurus, nach dem das Kloster bald benannt wurde. Maurus gilt daher auch oftmals als der eigentliche Gründer dieses Klosters. Das Kloster wurde im deutschen Bauernkrieg (1525) von den Protestanten geplündert und in Teilen zerstört, eine Brandschatzung konnte Anton von Lothringen mit seinen Truppen im letzten Moment verhindern. Auch durch den dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster in Mitleidenschaft gezogen, allerdings blieb die Abteikirche ohne größere Schäden.


Von der staufischen Architektur der Stiftskirche ist heute noch die Westfassade (um 1140/50), die Vorhalle und die Türme aus dem 11. und 12. Jahrhundert vorhanden. Die Fassade wird von drei Giebeln gekrönt und ist von zwei Achtecktürmen flankiert. Dazwischen erhebt sich ein viereckiger, 36 m hoher Hauptturm. Obwohl der Bau nur 20 m breit ist, macht er einen mächtigen Eindruck. Die Front mit ihrem reichen Figurenschmuck, aber auch der Säulen- und Bogenschmuck der Vorhalle zeugen von der romanischen Bildhauerkunst. Daher gilt diese romanische Abteikirche auch als eine der schönsten des Elsass überhaupt. Das hinter dem Westwerk liegende Langhaus der Kirche wurde zwischen 1225 und 1301 in gotischen Formen neu erbaut. 1761–1769 wurde der Mönchschor im gotischen Stil wieder errichtet und mit einem bemerkenswerten Chorgestühl ausgestattet. Die 1788 geplante Ersetzung des romanischen Westwerks durch einen barocken Neubau verhinderte der Ausbruch der französischen Revolution und die Aufhebung des Klosters. An Ausstattungsstücken ist vor allem die Orgel aus der Werkstatt des Straßburger Orgelbauers Andreas Silbermann bemerkenswert. Das Instrument wurde in den Jahren 1707–1710 erbaut. Im Laufe der Zeit wurde das Instrument ergänzt und mehrfach repariert. 1955 wurde das Instrument durch die Orgelbauer Alfred Kern und Ernst Mühleisen umfassend restauriert.

Betschdorf und Soufflenheim, die Töpferdörfer im Nordelsaß, mit einem Abstecher nach Sessenheim, auf Goethes Spuren.


Museum zum deutsch-französischen Krieg 1870-71 in Woerth


Beim kleinen elsässischen Städtchen Woerth (Département Bas-Rhin, 67) fand am 6. August 1870 die zweite Schlacht des deutsch-französischen Krieges statt. An dieses historische Ereignis erinnert das Musée 1870 im Schloß der Stadt.

Geisberg bei Wissembourg - Denkmale für die Gefallenen der Schlacht am 4. August 1870 im Deutsch-französischen Krieg.


Saint Ulrich in Altenstadt bei Wissembourg

Die romanische Kirche Saint-Ulrich in Altenstadt markiert den Beginn der Elsässer "Route Romane", der Straße der Romanik.


Im Mittelalter gehörte Altenstadt mit umliegenden Dörfern zur Weißenburger Mundat, den Ländereien des Klosters Weißenburg. 1521 gelangte die Vogtei Altenstadt hälftig zur Kurpfalz. Vor der Französischen Revolution gehörten Altenstadt und Schweighofen zusammen. Altenstadt, Schweighofen, Schleithal, Oberseebach und das Schlettenbacher Tal bildeten zu dieser Zeit das Amt Altenstadt, gemeinschaftlich zur Kurpfalz und der Probstei Weißenburg zugehörig. Im Zuge der Französischen Revolution wurde Altenstadt Teil des Unterelsaß. Durch die Grenzziehung im Zweiten Pariser Frieden 1815 gehörte es zum Königreich Bayern und dort zum Landkommissariat Bergzabern. In der Grenzkonvention zwischen Bayern und Frankreich von 1825 trat Bayern Altenstadt an Frankreich ab. Zum 1. Januar 1975 wurde Altenstadt nach Wissembourg eingemeindet.

Dienstag, 27. August 2019

Beim Nachbarn in den Nordvogesen

Der Zwölfapostelstein

Internationales Glaskunstzentrum in Meisenthal im Bitscherland


Der bekannte Jugendstil-Künstler Émile Gallé hat in Meisenthal gearbeitet und hier Objekte aus Glas hergestellt. Heute gibt es in Meisenthal ein Museum sowie ein Internationales Zentrum für Glaskunst (Centre International d'Art Verrier, CIAV), das u. a. mit der Hochschule der Bildenden Künste Saar zusammenarbeitet. Das CIAV ist insbesondere für den dort hergestellten Christbaumschmuck aus Glas berühmt. Angeblich geht diese Erfindung auf die Gegend von Meisenthal zurück, als im 19. Jahrhundert eine Ernte schlecht ausfiel und die bis dahin zum Schmuck des Weihnachtsbaums verwendeten Früchte knapp waren. Das Museum befindet sich im Maison du Verre et du Cristal, wo man auch Glasbläser bei der Arbeit beobachten kann.

Les Douze Apôtres


Der Zwölfapostelstein (Les Douze Apôtres), auch Breitenstein genannt, ein christianisierter Menhir markiert seit altersher bei Goetzenbruck (Département Moselle, 57) die Grenze zwischen Lothringen und dem Elsaß.

Schiffshebewerk Saint-Louis/Arzviller unweit Luetzelbourg


Das Schiffshebewerk ist 2019 50 Jahre alt. Nach zwei Jahren Reparaturarbeiten ist der Schiffsschrägaufzug seit 2016 wieder in Betrieb. Da hatte sich nämlich ein Schiff "verhakt" gehabt und die Anlage schwer beschädigt.

Eineinhalb Kilometer südöstlich der lothringischen Ortschaft Dabo erreicht man den Dagsburger Felsen (Rocher de Dabo), 664 Meter hoch, mit der St-Leo-Kapelle. Sie war Papst Leo IX. geweiht, im 11. Jahrhundert der erste elsässische Papst.


Nur gibt es das 1954 erbaute altehrwürdige Hotel und Restaurant nicht mehr. Denn das Haus, in dem sich General De Gaulle, François Mitterrand und Helmut Kohl und viele andere Prominente ein Stelldichein gegeben haben, ist am 30. November 2015 einem verheerenden Brand zum Opfer gefallen.


Im Mittelalter gehörte die Gegend um Dabo als Grafschaft Dagsburg zum Elsaß. Bekannt ist die Gemeinde wegen zweier Bauwerke, die auf dem imposanten Rocher du Dabo in mehr als 660 m Höhe stehen: Die Ruine der Dagsburg und die Kapelle, die zur Erinnerung an Papst Leo IX. erbaut wurde. Dieser lebte von 1002 bis 1054 und war ein Vetter 2. Grades des salischen Kaisers Heinrich III. Von der Dagsburg stammte Leos Mutter Heilwig.

Bei den Ölscheichs des Elsaß: Merkwiller-Pechelbronn

Pechelbronn war der erste Ort in Europa, an dem Erdöl gewonnen wurde. Die noch heute aktive Erdpechquelle ist seit 1498 belegt und gab dem Ort den Namen: "Pech-Brunnen". Das aus den Pechelbronner Schichten stammende Erdöl wurde zunächst medizinisch bei Hauterkrankungen benutzt. Händler zogen als "Karichschmiermann" mit Schubkarren, auf denen ein Holzfässchen befestigt war, durch die Dörfer und verkauften den Bauern loses Öl, mit dem sie ihre Fuhrwerke schmieren konnten.


Die kommerzielle Nutzung aber begann 1735 und endete 1970. Generationen von Technikern besuchten das Gebiet, um das Fördern und Raffinieren von Erdöl zu lernen. 1927 nahmen die Gebrüder Marcel und Conrad Schlumberger in Pechelbronn die erste elektrische Bohrlochvermessung vor.


Mittwoch, 21. August 2019

Auf den Spuren kriegerischer Geschichte im deutsch-französischen Grenzgebiet

Denkmal zur Erinnerung an die bayerischen Gefallenen der Schlacht bei Woerth und Froeschwiller am 6. August 1870 im Deutsch-Französischen Krieg

Die Schlacht bei Woerth (französisch als Bataille de Frœschwiller-Wœrth und auch als Bataille de Reichshoffen bezeichnet) fand am 6. August 1870 im Deutsch-Französischen Krieg in der Nähe des Ortes Woerth im Unterelsass statt.

Kronprinz Friedrich von Preußen, der Befehlshaber der deutschen 3. Armee, hatte nach der siegreichen Schlacht bei Weißenburg (Wissembourg) am 4. August den Vormarsch in südwestlicher Richtung fortgesetzt und sein Hauptquartier nach Sulz vorverlegt. Er ordnete für den nächsten Tag nur das Aufschließen und eine Frontänderung seiner Armee an. Am 6. August entwickelten sich bereits bei Tagesanbruch Scharmützel zwischen den beiderseitigen Vorposten. Um 7 Uhr wurde Woerth von der deutschen 20. Infanterie-Brigade (Generalmajor Walther von Montbarry) der 10. Division gestürmt.

Gegen 15:15 Uhr drangen die deutschen Truppen von allen Seiten in das zäh verteidigte Fröschweiler ein. Die 22. Division drang vom Westen her, die 21. Division in Gemeinschaft mit der württembergischen Brigade Starkloff von Süden, das V. Armeekorps vom Osten und die bayerische 3. Division (Generalleutnant von Walther) von Norden in den Ort ein. Es kam zu harten Auseinandersetzungen, bis sich die Spitzen der von Süden her vorrückenden Preußen mit den von Norden kommenden Bayern im Zentrum trafen und den Franzosen somit die Einkreisung drohte. Schließlich musste sich das französische I. Korps in völliger Auflösung unter dem Feuer der Preußen, Sachsen und Bayern nach Westen zurückziehen. Ulanen des XI. Korps erreichten den Wald zwischen Elsasshausen und Reichshoffen im Rücken der Franzosen und erste Infanterieschwärme kamen in Reichweite der Straße nach Reichshoffen und nahmen diese unter Gewehr- und Artilleriefeuer. Auf der Flucht wurde französische Infanterie auch von der eigenen Kavallerie niedergeritten. Algerische Tirailleure hielten ihre Position noch weiter und verhinderten somit die völlige Vernichtung der Franzosen.

Museum der Schlacht vom 6. August 1870 in Woerth

Dieses Museum widmet sich aussschliesslich der Schlacht vom 6. August 1870. Bei der unter dem Namen "Schlacht von Reichshoffen" in die Geschichte eingegangenen Schlacht handelt es sich eigentlich um die Schlacht bei Froeschwiller für die französische Armee und um die Schlacht bei Woerth für die deutsche Armee. Die meisten der auf dem Schlachtfeld gefundenen Ausstellungsstücke zeugen von dieser für Frankreich schmerzhaften Vergangenheit.


Geisberg bei Wissembourg


Denkmale für die Gefallenen der Schlacht am 4. August 1870 im Deutsch-französischen Krieg

Unmittel an der damaligen deutsch-französischen Grenze liegt die kleine ehemalige freie Reichsstadt Weißenburg. Sie sollte zum Schauplatz der ersten blutigen Auseinandersetzung in diesem Krieg werden. Bei dieser Schlacht trat im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 erstmals ein gesamtdeutsches Heer auf. Dort kämpfte die 3. Armee unter der Führung von Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen gegen die sogenannte "Elsaßarmee" unter Marschall Mac Mahon. Ausgangspunkt war der Plan des Kronprinzen, Führer der 3.Armee, aus seinen Aufmarschräumen heraus bis an die Lauter vorzurücken und diese mit Vortruppen zu überschreiten. Die Spitze hatte die 4.bayerische Division (Generalleutnant Graf von Bothmer). Gegen 12 Uhr nahmen die Bayern Wissembourg ein.

Nach der Einnahme Weißenburgs wandten sich die Deutschen den französischen Stellungen auf dem Geisberg zu. Der Geisberg wurde nach heftigen Kämpfen genommen und die französischen Truppen ergriffen die Flucht.

Die Zitadelle von Bitche (Bitsch)

Die Zitadelle von Bitsch ist das stadtbildprägende Festungswerk der Stadt Bitsch im Département Moselle der historischen Region Lothringen. Als Meisterwerk der militärischen Technik wurde die Zitadelle 1979 als Monument historique des Pays de Bitche (Bitscher Land) eingestuft.

Während der Belagerung im preußisch-französischen Krieg in den Jahren 1870–1871 wurde die Zitadelle teilweise zerstört. Die Anlage wurde 230 Tage lang belagert. In dieser Zeit widerstand die Zitadelle unter dem Kommando von Louis-Casimir Teyssier den Angriffen einer bayerischen Armee mit einer Stärke von 7.000 Mann und drei starken Bombardierungen. Die Besatzung der Festung bestand aus einem 800 Mann starken Bataillon des 86e régiment d’infanterie de ligne, 200 Zöllnern (Douaniers), 250 Reserveartilleristen, 250 Nationalgardisten, 30 Gendarmen und 1200 weiteren Soldaten aus 70 verschiedenen Einheiten.

Auch nach der Reichsgründung leistete Teyssier erbitterten Widerstand, da er bis zum 27. März 1871 keinen offiziellen Evakuierungsbefehl erhielt.


Die deutsche Militärverwaltung der Reichslande Elsaß-Lothringen ließ die Festung von 1870 bis 1900 modernisieren und mit einer preußischen Garnison besetzen. Die Zitadelle war die letzte große Festung, die zur Verstärkung der Reichslande ausgebaut wurde. Durch die Weiterentwicklung der Artillerie verlor das Werk gegen Ende des 19. Jahrhunderts seine militärische Bedeutung.

Während des Ersten Weltkriegs hatte sie nicht unter den Kämpfen zu leiden. 1944–1945 wurde die Zitadelle durch amerikanische Artillerie beschädigt. Die Zitadelle befindet sich laut Inventar der historischen Denkmäler (monument historique) seit 1979 unter Denkmalschutz.

Am Westwall und an der Maginotlinie

Kriegerische Zeugnisse aus dem Zweiten Weltkrieg diesseits und jenseits der Grenze. Wir sehen Fort Casso im Pays de Bitche (Bitscherland) bei Rohrbach, Four à Chaux bei Lembach im Elsaß und das Westwallmuseum in Pirmasens-Niedersimten.


Montag, 8. April 2019

Pirmasens und sein Landgraf

Landgrafentage 2019 - Artisten auf dem Schloßplatz

Großes Spektakel auf dem (Unteren) Schloßplatz. Zwischen Altem Rathaus und Schloßtreppen war einiges geboten, u.a. ein Spielmannszug und herrliche Artistik. Glück muss man haben, dann kriegt man am Oberen Schloßplatz vor der VR-Bank einen Parkplatz. Und da verkaufsoffener Sonntag war, haben wir gleich noch einen Abstecher zu Thalia gemacht.


Der Exerzierplatz in Pirmasens


Der zentrale Platz der Schuhstadt - In seiner Mitte thront unübersehbar die von den Einheimischen so getaufte "Spitze des Wahnsinns". Heute misst er "nur" noch etwa 1.000 qm. Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt ließ hier einst seine rund 750 Grenadiere exerzieren. Der Platz ist nicht mehr komplett original erhalten. Unter dem Landgrafen entstand der Exerzierplatz, der sich ursprünglich von der südlichen bis zur nördlichen Ringstraße erstreckte. Später wurde der Platz teilweise bebaut und auf seine heutige Größe reduziert. Unter dem Platz befindet sich ein Parkhaus. Die blaue Pyramide, die bereits erwähnte "Spitze des Wahnsinns", ist über den Aufzug der Tiefgarage gebaut. Hier findet auch der Wochenmarkt (Di, Do, und Sa) statt.

Lutherkirche - Garnisonskirche

Unter Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt wird am 5. April 1757 der Grundstein für die neue Hof- und Garnisonskirche gelegt. Am 4. Oktober 1761 wird die Kirche geweiht und heißt im Volksmund bald "Untere Kirche". 1793 werden die Glocken an die französische Revolutionsarmee abgeliefert und erst 1861 erhält die Lutherkirche ein neues Geläut.


Am 9. August 1944 wird die Lutherkirche bei alliierten Luftangriffen zerstört. Der Wiederaufbau erfolgt von 1947 bis 1949. Am 5. November 1949 werden die Gebeine Landgraf Ludwigs IX. in der Gruft zwischen Altar und Taufstein wieder beigesetzt.

Bouxwiller im Pays de Hanau - Elsaß - Buchsweiler im Hanauerland

Bouxwiller (Buchsweiler), Residenz von Hanau-Lichtenberg. Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt verlegte die Residenz von hier ins pfälzische Pirmasens.



Dienstag, 24. April 2018

Marmoutier - Ehemalige Reichsabtei Maursmünster

Das Kloster "Mauri Monasterium" wurde um das Jahr 590 gegründet. Es zählt zu den merowingischen Klöstern und war Reichsabtei.


Marmoutier selbst ist eine kleine Gemeinde mit 2.685 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015).



Das Kloster Marmoutier (lat. Mauri Monasterium; deutsch Maursmünster) im Elsass wurde um 590, nach anderen Quellen 659 wohl vom hl. Leobard (Liebhard) (+ um 680 in Maursmünster), einem Schüler des hl. Columban gegründet und nach der oberitalienischen Stadt Aquileia genannt. Maursmünster wird zu den merowingischen Klöstern gerechnet und war eine Reichsabtei. 728 reformierte der hl. Pirmin als Abt mehrere elsässische Klöster columbanischer Prägung im Sinne der Benediktregel, darunter auch Maursmünster. Abt wurde Maurus, nach dem das Kloster bald benannt wurde. Am 1. März 1096 weihte Papst Urban II. die neue Klosterkirche ein. Von der staufischen Architektur der Stiftskirche ist heute noch die Westfassade (um 1140/50), die Vorhalle und die Türme aus dem 11. und 12. Jahrhundert vorhanden. Die Fassade wird von drei Giebeln gekrönt und ist von zwei Achtecktürmen flankiert. Dazwischen erhebt sich ein viereckiger, 36 m hoher Hauptturm. Obwohl der Bau nur 20 m breit ist, macht er einen mächtigen Eindruck. Die Front mit ihrem reichen Figurenschmuck, aber auch der Säulen- und Bogenschmuck der Vorhalle zeugen von der romanischen Bildhauerkunst. Daher gilt diese romanische Abteikirche auch als eine der schönsten des Elsass überhaupt. Das hinter dem Westwerk liegende Langhaus der Kirche wurde zwischen 1225 und 1301 in gotischen Formen neu erbaut.


Die Außenfassade ist ausgestattet mit lombardischen Streifen und mit ihren kleinen Fenstern wirkt sie wie eine Festung. Zwei geflügelte Löwen über dem Portal (siehe Pfeile) sind Symbol des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (Marmoutier war Reichsabtei).


Die Orgel von Andreas Silbermann - sie war sein erstes Meisterwerk im Elsaß.



Ein solches "Must-See" findet natürlich auch Eingang in Reiseführer und ich bin stolz, wenn zur Illustration dann ein Foto von mir verwendet wird: