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Mittwoch, 7. Juli 2021

Sankt Mauritius in Reepsholt und Sankt Marcus in Marx in der Gemeinde Friedeburg


Besondere Schmuckstücke in Sankt Mauritius sind die Kronleuchter. Der Messingleuchter vorm Altar ist eine verkleinerte Nachbildung des Hezilo-Leuchters von 1061, der im Dom zu Hildesheim hängt. Gestiftet wurde er 1889 von der Witwe Johanne Peeks. Sie stellte damals die Bedingung, dass Mitglieder ihrer Familie und deren Nachfahren stets das Privileg haben sollten, bei allen Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen unter dem großen Leuchter zu sitzen. Dies wurde noch vor einigen Jahren eingehalten.

Wer von Wittmund Richtung Friedeburg unterwegs ist, kommt durch den kleinen ostfriesischen Ort Reepsholt (ein Ortsteil von Friedeburg). Unvermittelt taucht eine für diesen Ort riesige Kirche auf, an deren Westseite eine bizarre Turmruine alle Blicke auf sich zieht. Sie verbirgt mit ihrer wuchtigen Gestalt fast die Kirche. Da die Reepsholter Kirche täglich geöffnet ist, steht einem Besuch des Inneren nichts im Wege.


Die heutige St.Mauritius Kirche wurde um 1200 erbaut und seit ihrem Bau war sie die Gemeindekirche. In unmittelbarer Nähe gab es noch die Stiftskirche. Sie gehörte mit zu dem Kloster, das Chorherren in diese damals noch wilde Gegend gebaut hatten. Das Klosterstift – circa 200 Meter südöstlich von St.-Mauritius gelegen – wurde auf dem Land errichtet, das die Damen Reingart und Wendila 983 dem Erzbistum Bremen geschenkt hatten. Im 14. Jahrhundert wurde an der Westseite besagter Turm angefügt, der jedoch bereits 1474 bei einer Belagerung im Zuge der Fehde zwischen der Gräfin Theda von Ostfriesland aus dem Hause der Cirksena aus Dornum und dem Drosten Cirk zu Friedeburg zerstört wurde. Die Turmruine ist seitdem das Wahrzeichen des Ortes und eines der bekanntesten Bauwerke im Landkreis Wittmund.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche von den Truppen des Grafen von Mansfeld verwüstet und niedergebrannt, so dass fast alle Einrichtungsgegenstände neu angeschafft werden mussten. Bis auf den Taufstein, einen gotischen Leuchter und die normannische Eichentür im Chorraum wurde das gesamte Inventar ein Raub der Flammen. Vermutlich 1647 erfolgte die Abtrennung des Westteils von der übrigen Kirche durch eine eingezogene Wand.

Erst in den Jahren 2002 bis 2003 ermöglichten Stiftungen, finanzielle Zuschüsse, Spenden und ehrenamtliches Engagement die Sanierung des Westteils, der „Oll Kark“ (Alte Kirche).

Interieur von Sankt Mauritius

Sankt Marcus in Marx

Die St.-Marcus-Kirche gilt als die älteste Steinkirche der Gemeinde Friedeburg. Der Ortsname Marx ist vermutlich von St. Marcus abgeleitet. Errichtet wurde die Kirche am Ende des 12. Jahrhunderts. Als Baumaterial nutzten die Dorfbewohner die von den Eiszeiten auf der Geest in Form von großen, abgerundeten Blöcken abgelagerten Findlinge aus Granitstein. Da diese in der Region nur spärlich vorhanden sind, wurde das Baumaterial äußerst sparsam eingesetzt. Zu einer neuen Verwendung kamen dabei auch Steine von Megalithgräbern. In Marx befinden sich diese in der Nordwand.





Montag, 31. Mai 2021

Am Ems-Jade-Kanal

An der Marina von Dykhausen

Wenn wir von Schortens gen Leer fahren, führt uns unser Weg immer bei Friedeburg über den Ems-Jade-Kanal. Und irgendwann war unser Interesse geweckt, dem Kanal, seiner Geschichte, etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Am Ems-Jade-Kanal bei Friedeburg in Ostfriesland


Der Ems-Jade-Kanal verbindet die Ems bei Emden in Ostfriesland mit dem Jadebusen bei Wilhelmshaven. Der Ems-Jade-Kanal wurde in den Jahren 1880 bis 1888 gebaut. Seine Entstehung verdankt er dem Wunsche Preußens, seinen als Exklave im damaligen Großherzogtum Oldenburg gelegenen Kriegshafen Wilhelmshaven über den Wasserweg mit dem preußischen Ostfriesland zu verbinden, wozu Wilhelmshaven seinerzeit politisch gehörte. Die schnell wachsende Stadt am Jadebusen versprach auch ein guter Markt für landwirtschaftliche Produkte, Baumaterial und Torf zu werden. Außerdem konnte der Kanal die Entwässerungsverhältnisse im höhergelegenen, inneren Teil Ostfrieslands verbessern, dessen Wasser er aufnahm und über den Emder Hafen in die Ems und über den Wilhelmshavener Hafen in den Jadebusen leitete.

Unser erster Abstecher führte uns gleich südlich von Schortens nach Dykhausen.


An der Marina von Dykhausen - Direkt am Ems-Jade-Kanal liegt der Dykhausener Sportboothafen. Er entstand aus einer ehemaligen Verladestelle für Kohle und wird vom Wassersportverein WSV Dykhausen betrieben.

Dykhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Sande im Landkreis Friesland. Dykhausen liegt im Westen der Gemeinde Sande in unmittelbarer Nähe vom Ems-Jade-Kanal. Der ländlich geprägte Ort erstreckt sich rund einen Kilometer. Zum Gemeindezentrum von Sande sind es 3,5 Kilometer Luftlinie.

Das Fort Dykhausen beim gleichnamigen Ort war eine Befestigungsanlage zum Schutz des Kriegshafens Wilhelmshaven. Es befindet sich westlich der K 98, südlich befindet sich der Ems-Jade-Kanal. Das Fort hat eine Länge von 180 Metern und eine Breite von 80 Metern. Der Eingang des Forts befindet sich im Osten. Der Wassergraben und die Erdwälle der Anlage sind noch erhalten.

Das Fort Dykhausen wurde zwischen 1914 und 1916 während des Ersten Weltkriegs errichtet. Es hatte einen Gruppenunterstand mit Munitionsbunker. Das Fort wurde als geschlossene Lünette errichtet. Die Anlage war für zwei Züge Infanterie (~80 Mann) ausgelegt.

1954 wurden die Gebäude gesprengt. Heute befindet sich an der Stelle des Infanterieraumes ein Teich.

Am Ems-Jade-Kanal bei Hoheesche

Hoheesche ist ein Ort in der Gemeinde Friedeburg im Landkreis Wittmund in Ostfriesland. Die Brücke über den Ems-Jade-Kanal ist als Baudenkmal ausgewiesen.


Für uns war Hoheesche mit seiner Brücke der interessanteste Abschnitt dess Kanals. Ganz anders als die sonstigen modernen Klappbrücken. Hier führt halt keine Bundes- oder Landesstraße durch und so konnte die alte Holzbrücke erhalten werden.

En passant: Wenn man in der Region ist, sollte man unbedingt Sankt Mauritius in Reepsholt einen Besuch abstatten.


St. Mauritius ist ein evangelisch-lutherisches Kirchengebäude im Zentrum der Ortschaft Reepsholt, Gemeinde Friedeburg in Niedersachsen aus dem 13. Jahrhundert. Sie ist nach dem hl. Mauritius benannt. Die Kirche ist als Baudenkmal ausgewiesen.

Die heutige St.Mauritius Kirche wurde um 1200 erbaut und seit ihrem Bau war sie die Gemeindekirche. In unmittelbarer Nähe gab es noch die Stiftskirche. Im 14. Jahrhundert wurde an der Westseite ein Turm angefügt, der jedoch bereits 1474 bei einer Belagerung zerstört wurde. Die Turmruine ist seitdem das Wahrzeichen des Ortes und eines der bekanntesten Bauwerke im Landkreis Wittmund.


Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche von den Truppen des Grafen von Mansfeld verwüstet, sodass fast alle Einrichtungsgegenstände neu angeschafft werden mussten. Vermutlich 1647 erfolgte die Abtrennung des Westteils von der übrigen Kirche durch eine eingezogene Wand.

Erst in den Jahren 2002 bis 2003 ermöglichten Stiftungen, finanzielle Zuschüsse, Spenden und ehrenamtliches Engagement die Sanierung des Westteils, der „Oll Kark“ (Alte Kirche).


Mittwoch, 7. Februar 2018

Sankt Mauritius in Reepsholt


St. Mauritius ist ein evangelisch-lutherisches Kirchengebäude im Zentrum der Ortschaft Reepsholt. Die Reepsholter St.-Mauritius-Kirche ist ein spätromanich-frühgotischer Bau aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts. Das Kloster Reepsholt verfügte damals über zwei gewaltige Kirchen. Die alte Stiftskirche ist untergegangen, die Pfarrkirche steht noch heute. Sie ist von Anfang an dem Hl. Mauritius geweiht.


Von der um 1200 erbauten Kirche blieben nur der untere Teil sowie ein Portal an der Nordseite erhalten. Bei einer Erneuerung der Kirche im 13. Jahrhundert entstand der Turm, der im Jahre 1474 einer Fehde zerstört wurde. Die flache Decke wurde durch ein Domikalgewölbe und die Apsis durch einen polygonalen Chor ersetzt. Der Kirchenraum hat nun eine Holzdecke und wirkt recht dunkel. Der lichte Chor mit den gotischen Fenstern macht einen anderen Eindruck. Auf dem Altar (1647/48) ist in der Kreuzigungsszene die Silhouette von Reepsholt zu erkennen. Besondere Schmuckstücke sind die Kronleuchter.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche von den Truppen des Grafen von Mansfeld verwüstet, sodass fast alle Einrichtungsgegenstände neu angeschafft werden mussten. Vermutlich 1647 erfolgte die Abtrennung des Westteils von der übrigen Kirche durch eine eingezogene Wand. Erst in den Jahren 2002 bis 2003 ermöglichten Stiftungen, finanzielle Zuschüsse, Spenden und ehrenamtliches Engagement die Sanierung des Westteils, der „Oll Kark“ (Alte Kirche). Für die Neueinrichtung des westlichen Teils, der „Oll Kark“, wurde ein schlichtes rundes Granitbecken zur Verfügung gestellt, das möglicherweise aus der abgegangenen Kapelle von Abickhafe stammt und dort als Weihwasserbecken diente. Im Westteil ist die zugemauerte romanische Herrschaftsloge noch erkennbar. Ein besonderes Prachtstück ist der große Leuchter über der Stufe zum Altarraum (s. Foto oben). Er ist dem Hesilo-Leuchter aus dem Hildesheimer Dom nachempfunden und zeigt das himmlische Jerusalem. 1889 wurde er der Kirche von einer Witwe aus dem Dorf gestiftet.

Mauritius (lateinisch, auch Mauricius; deutsch: Moritz, frz. Maurice; * angeblich bei Theben in Ägypten; † angeblich um 290 in Agaunum im Wallis) war der Legende nach der Anführer der Thebaischen Legion und wird in der katholischen und der orthodoxen Kirche seit dem 4. Jahrhundert als Heiliger verehrt. Der heilige Mauritius war ein Schutzheiliger des Heeres, der Infanterie, der Messer- und Waffenschmiede und wurde angerufen vor Kämpfen, Gefechten und Schlachten. Ferner ist er der Schutzpatron aller Handwerker, die mit dunkler Farbe umgehen, also der Messer- und Waffenschmiede, Färber, Krämer, Hutmacher, Glasmaler, Salzsieder, Tuchweber und Wäscher sowie der der Schutzheilige der Pferde. Er wird angerufen bei Ohrenleiden, Besessenheit, Gicht und kranken Kindern. Das Reichsschwert und die Heilige Lanze, Teile der Reichskleinodien, wurden ab dem Hochmittelalter ebenfalls auf den heiligen Mauritius zurückgeführt.

Seine Statue aus Holz steht in Reepsholt im Kircheneingang. Es ist das Bild eines römischen Soldaten - eines kräftigen, fast ungeschlachten Mannes. Seine Züge sprechen von Wind und Wetter, von den harten Lebensbedingungen, denen er ausgesetzt war.

Der Legende nach schrieb Mauritius diesen Brief an Kaiser Maximilian Herkules von Rom: "Wir sind deine Soldaten, o Kaiser! Doch wir sind auch die Soldaten Christi! Wir erhalten von dir die militärischen Stellen, von Ihm aber die Unschuld der Seele. Du bezahlst uns die Mühen des Kriegsdienstes, doch er gab uns das Geschenk des Lebens. Niemals also, o Kaiser, können wir dir gehorchen, wenn er uns zu gehorchen verbietet."

Mauritius war ein schwarzer Afrikaner. Im Lateinischen bedeutet sein Name "Maure" oder "Mohr". Ihm war eine römische Legion unterstellt, die sich aus Christen aus Ägypten zusammensetzte. Eines Tages wurden sie über die Alpen geschickt, um in Gallien eine Revolte zu unterdrücken. Und wie es üblich war, sollte die Schlacht mit Opfern für die römischen Götter und den römischen Kaiser vorbereitet werden. Die Legion unter Mauritius weigerte sich, an der Unterdrückung der Revolte teilzunehmen. Mauritius soll geschrieben haben: "Unsere Armee sind nicht die Armee von Henkersknechten, sie können nicht Unschuldige und Bürger töten. Um die Bürger zu verteidigen, nicht um sie zu ermorden, haben wir die Waffen ergriffen." Und die weigerten sich, dem römischen Kaiser und den Göttern zu opfern. Mauritius schrieb weiter: "Wir sind bereit zu sterben. Tu, was du willst. Wirf Feuer in unsere Zelte,schicke eine ganze Armee Henkersknechte, lasse uns Mann für Mann töten, wir werden uns nicht einmal regen. Wir sind Christen und werden niemals Bruderblut vergießen oder den heidnischen Göttern opfern." Daraufhin wurde die Legion vom römischen Kaiser zweimal dezimiert. Doch sie blieben bei ihrer Weigerung und wurden alle getötet - 6600 Mann wie die Legende berichtet.