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Mittwoch, 2. Februar 2022

Unüberwindliche Stadtmauern: Saint-Malo und Nürnberg

Saint-Malo und die Rance-Mündung

Wie ein steinernes Schiff reckt Saint-Malo in der Rance-Mündung stolz seine Festungsmauern ins Meer. Die aus den Befestigungen emporragenden Fassaden und Türme verleihen der Stadt ihre einzigartige Silhouette.
Saint-Malo entstand im 1. Jahrhundert v. Chr. aus Alet. Im 12. Jahrhundert erwächst aus dem alten römischen Hafen eine Stadt, die zunächst auf einer kleinen grünen Insel gegründet wird. Im 16. Jahrhundert mache sich Jacques Cartier von hier auf, Kanada zu entdecken und ganze Fischfang-Armaden gehen vor Neufundland auf Kabeljaufang. Die alle Seestraßen abklappernden Reeder sichern der Stadt ihren Wohlstand, die im Schutz der von den Schülern Vaubans errichteten Befestigungsmauern prosperiert.

Und diese Festungsmauern und die Ville Close erinnern uns an unsere eigene Stadt Nürnberg. Okay, Nürnberg liegt nicht am Meer, aber es gibt Gemeinsamkeiten: Im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört und wiederaufgebaut, eine vollständig erhaltene Stadtmauer und eine Altstadt mit Flair.
Das Neutor ist ein altes Tor im Nordwesten der Nürnberger Stadtmauer, südwestlich der Nürnberger Burg gelegen.
Der Neutorturm ist einer der vier markanten, runden Haupttürme der Nürnberger Stadtbefestigung.
Les Remparts de Saint Malo - Die Festungswälle von Saint-Malo

Ein Muss in Saint-Malo: Einmal komplett über die Remparts, die Stadtmauer, laufen. Das sind ungefähr zwei Kilometer und man braucht eine gute Stunde.


Die Stadtmauer von Saint-Malo wurden im 12. Jahrhundert errichtet, lange vor dem goldenen Zeitalter der königlichen Korsaren. Nach der großen Feuersbrunst im Jahr 1661 wurden die Granitmauern neu aufgebaut; im 18. Jahrhundert wurden sie von dem Ingenieur und Architekten Garangeau, einem Schüler Vaubans, erweitert.

Die Nürnberger Stadtmauer ist ein Kulturgut von europäischem Rang

Der Nürnberg Stadtmauerring ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Er ist im 15. und 16. Jahrhundert entstanden. Er ist insgesamt rund fünf Kilometer lang und gilt als eine der am besten erhaltenen Anlagen dieser Art in Europa.


In seiner langen Geschichte wurde Nürnberg nur einmal mit militärischen Mitteln eingenommen: im April 1945 bei der Schlacht um Nürnberg von der 7. US-Armee. Dass dies vorher nie geschehen war, ist nicht zuletzt auf die im Mittelalter als unüberwindlich geltende Stadtbefestigung zurückzuführen. Und als unüberwindlich galten auch die Mauern von Saint-Malo.

Montag, 20. April 2015

Hinter der Nürnberger Stadtmauer


Am 2. Januar 1945 versank die weltberühmte Nürnberger Altstadt in Schutt und Asche. Wie auch in anderen Städten war der ‪Bombenkrieg‬, den Deutschland mit der systematischen Zerstörung von ‪‎Warschau‬, ‪‎Rotterdam‬, ‪‎Coventry‬ oder den Terrorangriffen auf ‪‎London‬ in die Welt getragen hatte als "moral bombing" der Alliierten zurückgekehrt. Verlorene Stadtbilder, auch wenn vieles wieder aufgebaut worden ist.

Gut überstanden hat den Bombenkrieg die ‪Stadtmauer‬, die ja schon im späten ‪Mittelalter‬ gegen ‪Artilleriebeschuß‬ befestigt worden war.


Vor der Stadtmauer, dort wo früher der Graben war, ist heute der Altstadtring, eine der großen Verkehrsadern Nürnbergs.

Schmale Gassen führen hinter der mittelalterlichen Nürnberger Stadtmauer entlang, entgegen der Gepflogenheit an anderen Stellen der Altstadt sind das keine Fußgängerzonen. Denn hier wohnen Menschen. Und die haben auch Autos. Und die wollen sie auch vor ihrer Haustür parken. Und deshalb ist eine Fahrt über das holprige Kopfsteinpflaster schon fast so etwas wie ein kleines Abenteuer. Und in den Wehrtürmen herrscht Leben. Nicht nur studentische Burschenschaften haben sich dort häuslich eingerichtet, in einigen wird wirklich gewohnt.


Hinter der Nürnberger Stadtmauer - Ein Roadmovie by Franz Roth