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Mittwoch, 13. Dezember 2023

Kirchen in Nürnberg - EXTENDED VERSION -

Lorenzkirche, Frauenkirche, Klarakirche, Sebalduskirche, Johaniskirche


St. Lorenz ist ein gotischer Kirchenbau in Nürnberg. Die Lorenzkirche war die Pfarrkirche des südlich der Pegnitz gelegenen mittelalterlichen Siedlungskerns der ehemaligen Reichsstadt Nürnberg und bildet städtebaulich das Pendant zu der älteren Kirche St. Sebald im nördlichen Stadtteil. Baubeginn der dreischiffigen Basilika war um 1250, der spätgotische Hallenchor wurde 1477 vollendet. Patron der Kirche ist der heilige Lorenz. Der im Zweiten Weltkrieg an Dach und Gewölbe stark beschädigte Bau wurde wiederhergestellt. Die sehr bedeutende spätgotische Ausstattung blieb durch Auslagerung weitgehend erhalten.

Seit der Reformation ist die Lorenzkirche neben der Sebalduskirche eine der beiden großen evangelischen Stadtkirchen Nürnbergs, die beide zum Dekanat Nürnberg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern gehören. Die Lorenzkirche ist Sitz des Nürnberger Stadtdekans und in ihr findet traditionell die Einführung des neugewählten Landesbischofs statt.

Die Frauenkirche, heute römisch-katholische Stadtpfarrkirche Unserer Lieben Frau, steht als eine der bedeutenden Kirchen Nürnbergs an der Ostseite des Hauptmarkts. Sie wurde auf Veranlassung von Kaiser Karl in der Parlerzeit von 1352 bis 1362 als Hallenkirche mit drei mal drei Jochen errichtet; an der Westseite, zum Markt hin, ist eine Vorhalle vorgelagert. Die Kirche wurde an dem Ort der beim Pestpogrom im Jahre 1349 zerstörten Synagoge erbaut.

Die mittelalterliche Kirche St. Sebald in Nürnberg, auch Sebalduskirche genannt (nach dem wohl im 8. Jahrhundert in der Gegend von Nürnberg lebenden Einsiedler Sebaldus), ist die älteste Pfarrkirche Nürnbergs und neben der Frauenkirche und der Lorenzkirche einer der herausragenden Kirchenbauten der Stadt. Sie steht auf dem Weg zur Nürnberger Burg nördlich etwas oberhalb des Hauptmarkts und gleich westlich vor dem Rathaus. Erstaunlich reichhaltig hat sich die Ausstattung im Innern erhalten. Seit der Reformation ist die Sebalduskirche neben der Lorenzkirche eine der beiden großen evangelischen Stadtkirchen Nürnbergs.

Das für die vorreformatorische Kirche wichtigste Ausstattungsstück ist das Grabmal des Stadtpatrons Sebaldus. Die Gebeine des Heiligen wurden schon seit dem 14. Jahrhundert in Nürnberg in einem silbernen Schrein aufbewahrt, bis man sich Ende des 15. Jahrhunderts entschied, ein Gehäuse aus Bronze anfertigen zu lassen, um den Schrein zu schützen und künstlerisch hervorzuheben. Die äußere Struktur des Grabmals wurde 1508 bis 1519 von Peter Vischer dem Älteren in Zusammenarbeit mit seinen Söhnen Peter den Jüngeren und Hermann in Bronze gegossen. Auch der Entwurf dazu wird allgemein denselben zugeschrieben.

St. Klara ist eine römisch-katholische Kirche in der Altstadt von Nürnberg. Das Gebäude steht im Stadtteil Altstadt, St. Lorenz an der Königstraße zwischen Lorenzkirche und Frauentor. Der im Jahr 1270 begonnene Bau ist eines der ältesten erhaltenen Sakralgebäude der Stadt und diente zunächst als Gotteshaus des Klarissenklosters. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster aufgelöst und die Kirche ab 1574 als evangelische Predigtkirche genutzt. Nachdem Nürnberg im Jahr 1806 an Bayern gefallen war, profanierte man das Gebäude. Seit 1854 ist es wieder eine katholische Kirche. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche bei einem Bombenangriff schwer beschädigt, in der Nachkriegszeit baute man sie in ihrer vorherigen Gestalt wieder auf. 1979 ging das Kirchenrektorat an die Jesuiten über. Seit 1996 ist St. Klara Offene Kirche mit einem breit gefächerten spirituellen und kulturellen Angebot.

Keimzelle für den späteren Johannisfriedhof war 1234 ein sogenannter Siechkobel (Aussätzigenhaus) für Leprakranke. 1238 genehmigte Papst Gregor IX. hier einen Begräbnisplatz mit einer Kapelle, die um 1250 den Vorgängerbau der Johanniskirche bildete. Der Chor der heutigen Johanniskirche wurde 1377 geweiht, das Langhaus 1395. Die Kapelle hat ihr damaliges Aussehen seither kaum verändert und auch den Zweiten Weltkrieg weitgehend unzerstört überstanden.

Männleinlaufen: Mit diesem Begriff bezeichnet der Volksmund die Kunstuhr mit dem Umlauf von Figuren am Westgiebel der Frauenirche, welche beim Vollschlag Mittags zwölf Uhr durch einen Mechanismus in Tätigkeit gesetzt wird und die sieben Kurfürsten zu einem huldigenden Rundgang dreimal um den Kaiser schickt. Das Männleinlaufen wurde 1356 von Kaiser Karl IV. zur Erinnerung an die Goldene Bulle gestiftet.


Bereits 1361 ist eine Kunstuhr an der fertiggestellten Frauenkirche verbürgt. 150 Jahre später wurde zum Gedenken an diesen Tag im Jahre 1506 der Beschluss gefasst, sie zu erneuern und mit der Arbeit begonnen.

Im Jahr 1509 wurde die Kunstuhr fertiggestellt. Sie ist eine Astronomische Uhr und zählt zu den Monduhren mit Mondkugel.

Mittags um zwölf Uhr heben nach dem vollendeten Stundenschlag (kurze Wartezeit für das Anlaufen des Werkes eingeschlossen) die beiden Fanfarenbläser dreimal ihre Instrumente. Anschließend treten über ihnen der Flötenspieler (der lautlos spielt) und der Trommelschläger in Aktion, danach die Büste des Ausrufers, der lautlos seinen Mund bewegt und mit einer Glocke läutet, sowie eine Büste, die ein Buch hochhält und darauf hinweist. Unter andauernden Doppelglockenschlag (im schmiedeeisernen Türmchen schlagen zwei in türkische Tracht gekleidete Männer mit einem Hammer abwechselnd auf eine Glocke) öffnen sich zwei Türen links und rechts des im goldenen Ornat thronenden Kaisers.

Die sieben Kurfürsten kommen aus der rechten Tür, laufen auf den Kaiser zu und drehen sich in der Mitte zu ihm hin und wieder zurück in Laufrichtung. Die Figur des Kaisers grüßt mit dem Zepter. Nach dreimaligem Umlauf verschwindet der ganze Zug wieder im Innern der Uhr.

Egidienkirche und Sankt Elisabeth

Der Nürnberger Egidienplatz mit dem Reiterstandbild Kaiser Wilhelm I., der Egidienkirche (der einzigen Barockkirche Nürnbergs und der älteste Kirchenort) und dem im Krieg zerstörten Pellerhaus, einst schönster Renaissancebau der Stadt.

Das Kaiser-Wilhelm-I.-Denkmal vor der Egidienkirche am Egidienplatz in Nürnberg wurde am 14. November 1905 enthüllt.


Die Elisabethkirche ist eine römisch-katholische Stadtpfarrkirche in Nürnberg. Sie befindet sich am Jakobsplatz.

Im Jahre 1209 schenkte König Otto IV. dem Deutschen Orden den Reichshof vor Nürnberg. Dort gründete der Orden noch im gleichen Jahr eine Kommende, zu der auch ein Hospital und eine Kapelle gehörten. Diese Hauskapelle wurde später der 1235 heiliggesprochenen Elisabeth von Thüringen geweiht. Nach der Reformation war die Elisabethkirche die einzige katholische Kirche auf dem Gebiet der protestantischen Reichsstadt Nürnberg. 1600 und 1601 gründlich erneuert, wurden ihr 1675 zusätzlich ein Marien- und ein Thomasaltar hinzugefügt. Nachdem man 1675 eine Orgel eingebaut hatte, kam es 1679 zu einer weiteren Altarstiftung.

Da die kleine gotische Kirche bereits im Ausgang des 17. Jahrhunderts nicht mehr für die Zahl der Gottesdienstbesucher ausreichte, bemühte sich der Deutsche Orden um eine Erweiterung derselben, erlebte hierbei jedoch den Widerstand des Stadtmagistrats. Die Verhandlungen zum Neubau einer Kirche gingen von 1718 bis Mai 1780. Schließlich willigte der Stadtmagistrat ein, doch durfte kein Glockenturm errichtet werden. 1784 kam es zum Abbruch der alten Elisabethkirche.

Franz Ignaz Michael Neumann, der Sohn des berühmten Architekten Balthasar Neumann, entwarf nun die Pläne für den Neubau, dessen Grundstein am 19. Mai 1785 gelegt wurde. Nachdem Neumann jedoch bereits am 29. September 1789 verstorben war, wurde der Bau dem Mannheimer Peter Anton von Verschaffelt übertragen, der sogleich mehrere klassizistische Pläne anfertigte. Die enormen Baukosten führten noch 1789 dazu, dass Verschaffelt den Bauauftrag niederlegte. Noch im gleichen Jahre beauftragte man erst den aus Eichstätt stammende Architekten Maurizio Pedetti und dann den Schwarzenberger Architekten Joseph Scholl mit der Ausarbeitung billigerer Baupläne. Da diese jedoch keine Zustimmung fanden, ging der Bauauftrag 1790 an Wilhelm Ferdinand Lipper aus Münster. Dieser ließ die Bauabschnitte seiner Vorgänger teilweise wieder abreißen und lehnte sich erneut an die Vorstellungen Verschaffelts an.

Als Lipper im Jahre 1800 verstarb, übernahm der Mergentheimer Hofkammerrat den Bau und führte ihn weiter. Am Giebel zum Jakobsplatz hin findet sich das Wappen des damaligen Hochmeisters Maximilian Franz von Österreich († 1801). Schließlich konnte 1802 Richtfest gefeiert und 1803 die Kuppel mit dem goldenen Ordenskreuz bekrönt werden. Doch kam man nicht mehr viel weiter, da die Kommende 1806 säkularisiert wurde.

Nachdem das Erzbistum Bamberg den Kirchenbau am 27. Januar 1885 erworben hatte, begann man ab 1899 mit der Fertigstellung nach den ursprünglichen Plänen. 1903 war der Kirchenbau vollendet, 118 Jahre nach der Grundsteinlegung.

Der klassizistische Kirchenbau gliedert sich in drei Räume. Hierbei handelt es sich um ein Quadrat, das in der Mitte auseinandergezogen und durch einen Rundbau durchbrochen ist. Eingangsbereich und Chor werden von einem Tonnengewölbe überspannt. Der Rundbau, 17 Meter im Durchmesser, trägt eine 50 Meter hohe Kuppel. Innerhalb des Kirchenraumes befinden sich 40 Säulen. Ihre Anordnung führt dazu, dass jeder der drei Kirchenbereiche wie ein eigenständiger Raum wirkt.

Die Anzahl der Säulen und ihre rote Färbung erinnern an den Heiligen Geist. Und tatsächlich gab es im 18. Jahrhundert auch die Planung eines Altarbildes mit einem Heiliggeistmotiv.

Sankt Nikolaus und Ulrich in Nürnberg Mögeldorf


Die denkmalgeschützte, evangelische Pfarrkirche St. Nikolaus und Ulrich steht in Mögeldorf, einem Stadtteil der kreisfreien Großstadt Nürnberg (Mittelfranken, Bayern). Das Bauwerk ist unter der Denkmalnummer D-5-64-000-1001 als Baudenkmal in der Bayerischen Denkmalliste eingetragen. Die Kirche gehört zum Prodekanat Ost des Dekanats Nürnberg im Kirchenkreis Nürnberg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Die dem heiligen Nikolaus und dem heiligen Ulrich geweihte Saalkirche wurde in den Jahren 1414–1416 gebaut. Das Langhaus in seiner heutigen Gestalt wurde 1449 erneuert, nachdem es im 1. Markgrafenkrieg in Brand gesteckt worden war. Die Holzbalkendecke wurde 1592 und die hölzernen doppelstöckigen Emporen an den Langseiten wurden 1599 entfernt und stattdessen ein steinernes Gewölbe eingezogen und ebenfalls steinerne Emporen errichtet.

1902 erfolgte westlich des Langhauses ein Anbau, der für die Aufstellung der Orgel bestimmt war. Die westliche Giebelwand wurde durchbrochen und auf halber Höhe eine Empore für die Orgel eingezogen. Die Orgel mit 37 Registern, zwei Manualen und einem Pedal wurde 1998 von Hermann Eule Orgelbau Bautzen gebaut.

Der barocke Altar ist mit zwei Säulen und einem gesprengten Giebel aufgebaut. Das Altarretabel von 1702 zeigt ein Ölgemälde eines unbekannten Malers mit Christus am Kreuz. Ein kleines gotisches Sakramentshaus stammt aus dem späten 15. Jahrhundert. Die bildliche Allegorie über die Konfession von 1602 stammt von Andreas Herneisen.

Sankt Laurentius in Nürnberg Großgründlach

Dominierend steht als Abschluss der Großgründlacher Hauptstraße die St. Laurentius-Kirche. Entwickelt hat sie sich aus der Burgkapelle der Reichsministerialen von Gründlach, die sich gegen Ende des 12. Jahrhunderts an der höchsten Stelle des Ortes eine geräumige Burg errichtet hatten. Der Zeitpunkt der Vergrößerung der Kapelle zur Dorfkirche wird in der Mitte des 13. Jahrhunderts anzusetzen sein.


1343 gelangte Großgründlach nach den Burggrafen von Nürnberg, die den Ort 1326 von den Erben der Reichsministerialen gekauft hatten, an die verwitwete Kunigunde von Orlamünde. Diese, als „weiße Frau der Hohenzollern“ bekannt gewordene Gräfin, stiftete das Kloster Himmelthron, in das sie auch selbst eintrat. Zuerst im Heilig-Geist-Spital in Nürnberg untergebracht, verlegte man 1346, nach Streitigkeiten mit dem Spitalgründer Konrad Groß, das Kloster in die leerstehende Burg. Zu dieser Zeit wird die Kirche nach Westen bis zur Burg verlängert worden sein, um Platz für eine Nonnenempore zu schaffen.

1525 bekannten sich die letzten 4 Nonnen zur Reformation und lösten das Kloster auf. Sie übergaben die Gebäude gegen Gewährung einer Leibrente der Stadt Nürnberg. Allein der Grabstein der ersten Äbtissin Adelheid erinnert noch an die Klosterzeit.

Die Wehrkirche von Kaftshof im Nürnberger Knoblauchsland

Die Evangelisch-Lutherische Kirche St. Georg in Kraftshof liegt mitten im Knoblauchsland im Norden Nürnbergs. Im Jahre 1269 wurde der Rodungsort erstmals urkundlich als „Craphteshof“ erwähnt. Der Ort war ein altes Reichsgut und gehörte bis in das 14. Jahrhundert den Herren von Berg. Ein Bauernhof wurde als Afterlehen an die Patrizierfamilie Kreß von Kressenstein vergeben, welche die Grundherrschaft über die meisten Bauern im Ort sowie das Kirchenpatronat (bis 1969) innehatten. 1796 wurde Kraftshof wie das gesamte Knoblauchsland unter die Verwaltung Preußens gestellt und 1810 dem Königreich Bayern übergeben.

Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde das Ensemble des Wehrkirchhofs in den überlieferten Formen wiederaufgebaut. Die mittelalterliche Kirche St. Georg (ehem. auch St. Maria und Heilig-Kreuz) ist als Wehrkirche vollständig von einer Mauer mit Wehrgang und Ecktürmen umgeben. Eine reiche Ausstattung befindet sich im Innern.

Wohl 1305–1315 ließ Friedrich Kreß die Kirche als Filiale von Poppenreuth erbauen, von der noch heute Teile im Chorturm erhalten sind. Ein gutes Jahrhundert später wurde das Langhaus erweitert (1438). Die 1943 in vielen Teilen zerstörte Anlage wurde mit Mitteln der Brüder Samuel und Rush Kreß bis 1952 rekonstruiert. 2005 bis 2011 wurde das Kirchenensemble saniert.





Nürnberger Kirchen

Lorenzkirche, Frauenkirche, Klarakirche, Sebalduskirche, Johaniskirche


St. Lorenz ist ein gotischer Kirchenbau in Nürnberg. Die Lorenzkirche war die Pfarrkirche des südlich der Pegnitz gelegenen mittelalterlichen Siedlungskerns der ehemaligen Reichsstadt Nürnberg und bildet städtebaulich das Pendant zu der älteren Kirche St. Sebald im nördlichen Stadtteil. Baubeginn der dreischiffigen Basilika war um 1250, der spätgotische Hallenchor wurde 1477 vollendet. Patron der Kirche ist der heilige Lorenz. Der im Zweiten Weltkrieg an Dach und Gewölbe stark beschädigte Bau wurde wiederhergestellt. Die sehr bedeutende spätgotische Ausstattung blieb durch Auslagerung weitgehend erhalten.

Seit der Reformation ist die Lorenzkirche neben der Sebalduskirche eine der beiden großen evangelischen Stadtkirchen Nürnbergs, die beide zum Dekanat Nürnberg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern gehören. Die Lorenzkirche ist Sitz des Nürnberger Stadtdekans und in ihr findet traditionell die Einführung des neugewählten Landesbischofs statt.

Die Frauenkirche, heute römisch-katholische Stadtpfarrkirche Unserer Lieben Frau, steht als eine der bedeutenden Kirchen Nürnbergs an der Ostseite des Hauptmarkts. Sie wurde auf Veranlassung von Kaiser Karl in der Parlerzeit von 1352 bis 1362 als Hallenkirche mit drei mal drei Jochen errichtet; an der Westseite, zum Markt hin, ist eine Vorhalle vorgelagert. Die Kirche wurde an dem Ort der beim Pestpogrom im Jahre 1349 zerstörten Synagoge erbaut.

Die mittelalterliche Kirche St. Sebald in Nürnberg, auch Sebalduskirche genannt (nach dem wohl im 8. Jahrhundert in der Gegend von Nürnberg lebenden Einsiedler Sebaldus), ist die älteste Pfarrkirche Nürnbergs und neben der Frauenkirche und der Lorenzkirche einer der herausragenden Kirchenbauten der Stadt. Sie steht auf dem Weg zur Nürnberger Burg nördlich etwas oberhalb des Hauptmarkts und gleich westlich vor dem Rathaus. Erstaunlich reichhaltig hat sich die Ausstattung im Innern erhalten. Seit der Reformation ist die Sebalduskirche neben der Lorenzkirche eine der beiden großen evangelischen Stadtkirchen Nürnbergs.

Das für die vorreformatorische Kirche wichtigste Ausstattungsstück ist das Grabmal des Stadtpatrons Sebaldus. Die Gebeine des Heiligen wurden schon seit dem 14. Jahrhundert in Nürnberg in einem silbernen Schrein aufbewahrt, bis man sich Ende des 15. Jahrhunderts entschied, ein Gehäuse aus Bronze anfertigen zu lassen, um den Schrein zu schützen und künstlerisch hervorzuheben. Die äußere Struktur des Grabmals wurde 1508 bis 1519 von Peter Vischer dem Älteren in Zusammenarbeit mit seinen Söhnen Peter den Jüngeren und Hermann in Bronze gegossen. Auch der Entwurf dazu wird allgemein denselben zugeschrieben.

St. Klara ist eine römisch-katholische Kirche in der Altstadt von Nürnberg. Das Gebäude steht im Stadtteil Altstadt, St. Lorenz an der Königstraße zwischen Lorenzkirche und Frauentor. Der im Jahr 1270 begonnene Bau ist eines der ältesten erhaltenen Sakralgebäude der Stadt und diente zunächst als Gotteshaus des Klarissenklosters. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster aufgelöst und die Kirche ab 1574 als evangelische Predigtkirche genutzt. Nachdem Nürnberg im Jahr 1806 an Bayern gefallen war, profanierte man das Gebäude. Seit 1854 ist es wieder eine katholische Kirche. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche bei einem Bombenangriff schwer beschädigt, in der Nachkriegszeit baute man sie in ihrer vorherigen Gestalt wieder auf. 1979 ging das Kirchenrektorat an die Jesuiten über. Seit 1996 ist St. Klara Offene Kirche mit einem breit gefächerten spirituellen und kulturellen Angebot.

Keimzelle für den späteren Johannisfriedhof war 1234 ein sogenannter Siechkobel (Aussätzigenhaus) für Leprakranke. 1238 genehmigte Papst Gregor IX. hier einen Begräbnisplatz mit einer Kapelle, die um 1250 den Vorgängerbau der Johanniskirche bildete. Der Chor der heutigen Johanniskirche wurde 1377 geweiht, das Langhaus 1395. Die Kapelle hat ihr damaliges Aussehen seither kaum verändert und auch den Zweiten Weltkrieg weitgehend unzerstört überstanden.

Männleinlaufen: Mit diesem Begriff bezeichnet der Volksmund die Kunstuhr mit dem Umlauf von Figuren am Westgiebel der Frauenirche, welche beim Vollschlag Mittags zwölf Uhr durch einen Mechanismus in Tätigkeit gesetzt wird und die sieben Kurfürsten zu einem huldigenden Rundgang dreimal um den Kaiser schickt. Das Männleinlaufen wurde 1356 von Kaiser Karl IV. zur Erinnerung an die Goldene Bulle gestiftet.


Bereits 1361 ist eine Kunstuhr an der fertiggestellten Frauenkirche verbürgt. 150 Jahre später wurde zum Gedenken an diesen Tag im Jahre 1506 der Beschluss gefasst, sie zu erneuern und mit der Arbeit begonnen.

Im Jahr 1509 wurde die Kunstuhr fertiggestellt. Sie ist eine Astronomische Uhr und zählt zu den Monduhren mit Mondkugel.

Mittags um zwölf Uhr heben nach dem vollendeten Stundenschlag (kurze Wartezeit für das Anlaufen des Werkes eingeschlossen) die beiden Fanfarenbläser dreimal ihre Instrumente. Anschließend treten über ihnen der Flötenspieler (der lautlos spielt) und der Trommelschläger in Aktion, danach die Büste des Ausrufers, der lautlos seinen Mund bewegt und mit einer Glocke läutet, sowie eine Büste, die ein Buch hochhält und darauf hinweist. Unter andauernden Doppelglockenschlag (im schmiedeeisernen Türmchen schlagen zwei in türkische Tracht gekleidete Männer mit einem Hammer abwechselnd auf eine Glocke) öffnen sich zwei Türen links und rechts des im goldenen Ornat thronenden Kaisers.

Die sieben Kurfürsten kommen aus der rechten Tür, laufen auf den Kaiser zu und drehen sich in der Mitte zu ihm hin und wieder zurück in Laufrichtung. Die Figur des Kaisers grüßt mit dem Zepter. Nach dreimaligem Umlauf verschwindet der ganze Zug wieder im Innern der Uhr.

Egidienkirche und Sankt Elisabeth

Der Nürnberger Egidienplatz mit dem Reiterstandbild Kaiser Wilhelm I., der Egidienkirche (der einzigen Barockkirche Nürnbergs und der älteste Kirchenort) und dem im Krieg zerstörten Pellerhaus, einst schönster Renaissancebau der Stadt.

Das Kaiser-Wilhelm-I.-Denkmal vor der Egidienkirche am Egidienplatz in Nürnberg wurde am 14. November 1905 enthüllt.


Die Elisabethkirche ist eine römisch-katholische Stadtpfarrkirche in Nürnberg. Sie befindet sich am Jakobsplatz.

Im Jahre 1209 schenkte König Otto IV. dem Deutschen Orden den Reichshof vor Nürnberg. Dort gründete der Orden noch im gleichen Jahr eine Kommende, zu der auch ein Hospital und eine Kapelle gehörten. Diese Hauskapelle wurde später der 1235 heiliggesprochenen Elisabeth von Thüringen geweiht. Nach der Reformation war die Elisabethkirche die einzige katholische Kirche auf dem Gebiet der protestantischen Reichsstadt Nürnberg. 1600 und 1601 gründlich erneuert, wurden ihr 1675 zusätzlich ein Marien- und ein Thomasaltar hinzugefügt. Nachdem man 1675 eine Orgel eingebaut hatte, kam es 1679 zu einer weiteren Altarstiftung.

Da die kleine gotische Kirche bereits im Ausgang des 17. Jahrhunderts nicht mehr für die Zahl der Gottesdienstbesucher ausreichte, bemühte sich der Deutsche Orden um eine Erweiterung derselben, erlebte hierbei jedoch den Widerstand des Stadtmagistrats. Die Verhandlungen zum Neubau einer Kirche gingen von 1718 bis Mai 1780. Schließlich willigte der Stadtmagistrat ein, doch durfte kein Glockenturm errichtet werden. 1784 kam es zum Abbruch der alten Elisabethkirche.

Franz Ignaz Michael Neumann, der Sohn des berühmten Architekten Balthasar Neumann, entwarf nun die Pläne für den Neubau, dessen Grundstein am 19. Mai 1785 gelegt wurde. Nachdem Neumann jedoch bereits am 29. September 1789 verstorben war, wurde der Bau dem Mannheimer Peter Anton von Verschaffelt übertragen, der sogleich mehrere klassizistische Pläne anfertigte. Die enormen Baukosten führten noch 1789 dazu, dass Verschaffelt den Bauauftrag niederlegte. Noch im gleichen Jahre beauftragte man erst den aus Eichstätt stammende Architekten Maurizio Pedetti und dann den Schwarzenberger Architekten Joseph Scholl mit der Ausarbeitung billigerer Baupläne. Da diese jedoch keine Zustimmung fanden, ging der Bauauftrag 1790 an Wilhelm Ferdinand Lipper aus Münster. Dieser ließ die Bauabschnitte seiner Vorgänger teilweise wieder abreißen und lehnte sich erneut an die Vorstellungen Verschaffelts an.

Als Lipper im Jahre 1800 verstarb, übernahm der Mergentheimer Hofkammerrat den Bau und führte ihn weiter. Am Giebel zum Jakobsplatz hin findet sich das Wappen des damaligen Hochmeisters Maximilian Franz von Österreich († 1801). Schließlich konnte 1802 Richtfest gefeiert und 1803 die Kuppel mit dem goldenen Ordenskreuz bekrönt werden. Doch kam man nicht mehr viel weiter, da die Kommende 1806 säkularisiert wurde.

Nachdem das Erzbistum Bamberg den Kirchenbau am 27. Januar 1885 erworben hatte, begann man ab 1899 mit der Fertigstellung nach den ursprünglichen Plänen. 1903 war der Kirchenbau vollendet, 118 Jahre nach der Grundsteinlegung.

Der klassizistische Kirchenbau gliedert sich in drei Räume. Hierbei handelt es sich um ein Quadrat, das in der Mitte auseinandergezogen und durch einen Rundbau durchbrochen ist. Eingangsbereich und Chor werden von einem Tonnengewölbe überspannt. Der Rundbau, 17 Meter im Durchmesser, trägt eine 50 Meter hohe Kuppel. Innerhalb des Kirchenraumes befinden sich 40 Säulen. Ihre Anordnung führt dazu, dass jeder der drei Kirchenbereiche wie ein eigenständiger Raum wirkt.

Die Anzahl der Säulen und ihre rote Färbung erinnern an den Heiligen Geist. Und tatsächlich gab es im 18. Jahrhundert auch die Planung eines Altarbildes mit einem Heiliggeistmotiv.

Sankt Laurentius in Nürnberg Großgründlach

Dominierend steht als Abschluss der Großgründlacher Hauptstraße die St. Laurentius-Kirche. Entwickelt hat sie sich aus der Burgkapelle der Reichsministerialen von Gründlach, die sich gegen Ende des 12. Jahrhunderts an der höchsten Stelle des Ortes eine geräumige Burg errichtet hatten. Der Zeitpunkt der Vergrößerung der Kapelle zur Dorfkirche wird in der Mitte des 13. Jahrhunderts anzusetzen sein.


1343 gelangte Großgründlach nach den Burggrafen von Nürnberg, die den Ort 1326 von den Erben der Reichsministerialen gekauft hatten, an die verwitwete Kunigunde von Orlamünde. Diese, als „weiße Frau der Hohenzollern“ bekannt gewordene Gräfin, stiftete das Kloster Himmelthron, in das sie auch selbst eintrat. Zuerst im Heilig-Geist-Spital in Nürnberg untergebracht, verlegte man 1346, nach Streitigkeiten mit dem Spitalgründer Konrad Groß, das Kloster in die leerstehende Burg. Zu dieser Zeit wird die Kirche nach Westen bis zur Burg verlängert worden sein, um Platz für eine Nonnenempore zu schaffen.

1525 bekannten sich die letzten 4 Nonnen zur Reformation und lösten das Kloster auf. Sie übergaben die Gebäude gegen Gewährung einer Leibrente der Stadt Nürnberg. Allein der Grabstein der ersten Äbtissin Adelheid erinnert noch an die Klosterzeit.

Die Wehrkirche von Kaftshof im Nürnberger Knoblauchsland

Die Evangelisch-Lutherische Kirche St. Georg in Kraftshof liegt mitten im Knoblauchsland im Norden Nürnbergs. Im Jahre 1269 wurde der Rodungsort erstmals urkundlich als „Craphteshof“ erwähnt. Der Ort war ein altes Reichsgut und gehörte bis in das 14. Jahrhundert den Herren von Berg. Ein Bauernhof wurde als Afterlehen an die Patrizierfamilie Kreß von Kressenstein vergeben, welche die Grundherrschaft über die meisten Bauern im Ort sowie das Kirchenpatronat (bis 1969) innehatten. 1796 wurde Kraftshof wie das gesamte Knoblauchsland unter die Verwaltung Preußens gestellt und 1810 dem Königreich Bayern übergeben.


Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde das Ensemble des Wehrkirchhofs in den überlieferten Formen wiederaufgebaut. Die mittelalterliche Kirche St. Georg (ehem. auch St. Maria und Heilig-Kreuz) ist als Wehrkirche vollständig von einer Mauer mit Wehrgang und Ecktürmen umgeben. Eine reiche Ausstattung befindet sich im Innern.

Wohl 1305–1315 ließ Friedrich Kreß die Kirche als Filiale von Poppenreuth erbauen, von der noch heute Teile im Chorturm erhalten sind. Ein gutes Jahrhundert später wurde das Langhaus erweitert (1438). Die 1943 in vielen Teilen zerstörte Anlage wurde mit Mitteln der Brüder Samuel und Rush Kreß bis 1952 rekonstruiert. 2005 bis 2011 wurde das Kirchenensemble saniert.





Nürnbeger Herrensitze - Teil 2 - Mögeldorf

Im letzten Artikel habe ich einige der Nürnberger Patrizierschlösser vorgestellt. Eine weitere große Anzahl findet sich im Stadtteil Mögeldorf.

Mögeldorf ist seit 1899 ein Stadtteil von Nürnberg in der Östlichen Außenstadt und zählt zu den sehenswerten Stadtteilen Nürnbergs.

Der Kirchenberg des Nürnberger Stadtteils Mögeldorf gehört zu den ältesten Siedlungsteilen der einstmals Freien Reichsstadt. Mögeldorf, früher auch Megelendorf genannt, wurde am 6. Mai 1025 erstmals urkundlich erwähnt und ist damit 25 Jahre älter als Nürnberg selbst (erste urkundliche Erwähnung 1050, Freilassung der Sklavin Sigena).

Konrad II. (Konrad der Ältere), König des Ostfrankenreiches und König von Italien, später Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, nutzte Mögeldorf als "Außenstelle" seines Hofes.

Im Mittelalter und in der Renaissance erbauten am idyllisch über der Pegnitz gelegenen Kirchenberg mehrere Nürnberger Patrizierfamilien Landsitze.


Wir sehen im Video das Schmausenschloß, Baujahr: 1680/82, heute Dependance der Musikschule Nürnberg, sowie das Hallerschloss mit Imhoffbau. Weiter: Cnopf’sches / Link’sches Schloss, Baujahr: 1511 als Herrenhaus, Umbau 1788, Modernisierung 1880, Renovierung 1977. Link’sches Schloss / Holzschuher Jagdschloss in Mögeldorf (Schmausenbuckstraße 14) - Baujahr: vor 1700. Aus einem Bauerngut zu einem Herrensitz umgebaut / Sommerhaus, seit 1864 Gasthaus. Herrensitz Baderschloss - Mögeldorfer Hauptstraße 55 - Bauzeit: 12./13. Jahrhundert ursprünglich zwei Bauernhöfe, dann Herrenhaus, zerstört 1553 im Zweiten Markgrafenkrieg, neu erbaut nach 1552 durch die Rieter von Kornburg, Renovierung und Umbau zur heutigen Form 1795, Renovierung: Ende der 1970er Jahre.

Sehenswert ist die gotische Kirche St. Nikolaus und Ulrich, die evangelische Pfarrkirche von Mögeldorf, mit umgebendem Friedhof.

Auf dem Friedhof der gotischen Kirche finden wir, wenn auch in deutlich geringerer Zahl, die für Nürnberg typischen Grabplatten, die wir von den großen mittelalterlichen Friedhöfen, dem Johannisfriedhof und dem Rochusfriedhof, kennen.


Etwas außerhalb der Altstadt liegt der Johannisfriedhof, einer der berühmtesten Friedhöfe Europas. Die aufwändig gestalteten Bronzetafeln auf den Sandsteingräbern erzählen Geschichten von Menschen, die hier ihre letzte Ruhestätte fanden: einfache Handwerksleute, reiche Patrizier und so berühmte Nürnberger Bürger wie Albrecht Dürer, Adam Kraft oder Veit Stoß.

Liegende Sandsteinquader, geschmückt mit Grabplatten (Epitaphien) und saisonal wechselndem Blumenflor – es ist der historische Teil des St. Johannisfriedhofs, dessen einheitliches Bild ihn für viele zum schönsten seiner Art macht. Auch sein Promifaktor ist beachtlich. Hier fanden die großen Nürnberger aus der Blütezeit der Stadt ihre letzte Ruhestätte: neben dem Maler Albrecht Dürer etwa auch der Bildhauer Veit Stoß und der dichtende Schuhmacher Hans Sachs.

Sankt Johanniskirche auf dem Johannisfriedhof in Nürnberg: Der Chor wurde 1377, das Langhaus 1395 eingeweiht. 1446 Anbau der Sakristei, nach umfangreichen Erweiterungen letzte Renovierung 2005 abgeschlossen. Berühmt ist der Hochaltar, wohl zwischen 1511 und 1516, eine Stiftung des Nürnberger Patriziers Fritz Holzschuher und seiner Ehefrau, geb. Kreß. Im Dreifiguren-Schrein stehende Muttergottes zwischen den beiden Johannes (dem Täufer und dem Evangelisten). Stilkreis des Veit Stoß. Die Malereien 1511/1512 von Wolf Traut. Noch älter ist der Passionsaltar, ein Tryptichon vom Meister des Tucher-Altars um 1440. Auf Goldgrund in der Mitte Kalvarienberg, auf den schmalen Flügelinnenseiten links Verspottung Christi, rechts Geißelung. An der Chornordwand Holzfigur des Johannes des Täufers, um 1470, ein Werk von Veit Stoß.

Die Johanniskirche ist die einzige Kirche, die durch die Kriegereignisse des 2. Weltkrieges nicht beschädigt wurde. Lediglich das Gesprenge des Hochaltars brannte an. Es konnte aber durch die Spende eines Nürnbergers bald wieder restauriert werden.

Der Johannisfriedhof gehört meist zum touristischen Programm der Nürnberg-Besucher. Weniger bekannt hingegen ist meist der zweite mittelalterliche Friedhof der Stadt, der Rochusfriedhof.

Wie auch der Johannisfriedhof ist der Rochusfriedhof im Stadtteil Gostenhof einer der mittelalterlichen Friedhöfe Nürnbergs. Auf diesem Friedhof liegt u.a. Martin Behaim begraben, Nürnbergs großer Seefahrer und Erfinder des Globus, ein Zeitgenosse Christopher Kolumbus, und auch der bekannteste Henker der Reichsstadt, Franz Schmidt († 1634) und der Komponist Johann Pachelbel († 1706).

Die Rochuskapelle ist eine Friedhofskapelle auf dem Rochusfriedhof. Stifter der dem heiligen Rochus geweihten Kapelle auf dem neuen Friedhof war Konrad Imhoff (1463–1519), der eine Grabkapelle für seine Familie schaffen wollte. Die Realisierung des Kapellenbaus erfolgte erst nach dem Tod des Stifters durch den Stadtbaumeister Paulus Beheim, die Weihe durch den Bamberger Bischof im Juli 1521. Die erste Beisetzung eines Imhoff in der Kapelle fand 1528 statt.

Im Oktober 2014 kam es zu erheblichen räuberischen Grabschändungen. Zahlreiche der kunsthistorisch einzigartigen, bis zu 500 Jahre alten Epitaphien wurden von Altmetall-Dieben von den Gräbern gerissen und teilweise zerstört. Der Schrotthändler Hans Kulzer entlarvte einige Tage später die beiden Metalldiebe Daniel P. (23) und Daniel S. (25), nachdem sie versucht hatten das Kupfer einzutauschen. Sie erlösten dabei 67.- Euro, was einem verursachten Schaden von über 350.000,- Euro für die Wiederherstellung gegenübersteht. Von den 41 in Summe gestohlenen Objekten sind bis dato 22 wieder aufgefunden worden.

Die kunsthandwerkliche Tradition zur Herstellung der Epitaphien wurde 2018 in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die einmalige Ausdrucksform der Sepulkralkultur entstand einerseits aus dem Bedürfnis, auf dem witterungsempfindlichen Sandstein der Grabsteine überdauernde Zeichen anzubringen sowie andererseits aus dem überragenden handwerklichen Können der Nürnberger Rotschmiede.





Dienstag, 12. Dezember 2023

Nürnberger Burgen

Die Nürnberger Kaiserburg ist allgemein bekannt. Wobei das bereits zwei Burgen sind, die Kaiserburg und die Burggrafenburg der Reichsstadt Nürnberg, die sich oben auf dem Fels gegenüberliegen. Im folgenden Bild sehen wir die Burggrafenburg.
Wenig bekannt ist die Tatsache, dass Nürnberg über viel mehr Burgen verfügt. Ich stelle einige davon vor.

Die Schlösser der Tucher: Tucherschloß und Schloß Schoppershof in Nürnberg - Das Tucherschloss ist ein Museum in der Hirschelgasse 9/11 im Stadtteil St. Sebald der Nürnberger Altstadt. Das Tucherschloss wurde als Stadtschloss der Nürnberger Patrizierfamilie Tucher errichtet. Das Tucherschloss ist heute ein Museum. Das Gebäude wurde nach dem Wiederaufbau durch die Familie an die Stadt Nürnberg übertragen. Die Sammlungen befinden sich bis heute im Besitz der Familienstiftung oder einzelner Familienzweige. Das Museum wird zu gleichen Teilen vom Freistaat Bayern und der Stadt Nürnberg betreut. Gezeigt werden Exponate zur Geschichte der Familie Tucher. In den Nebengebäuden ist der Verwaltungssitz der Museen der Stadt Nürnberg untergebracht.


Schoppershof: Die Gutsherrschaft gehörte nacheinander den Ebner von Eschenbach, ab 1308 den Schopper von Schoppershof, dann Berthold Deichsler, ab 1468 den Kreß von Kressenstein, ab 1531 den Furtenbach auf Reichenschwand, ab 1561 Jacob Hofmann, ab 1569 Georg Gößwein und ab 1589 dem aus Venedig stammenden Großkaufmann Bartholomäus Viatis, dessen Schwiegersohn Martin Peller 1624 das Schloss (und die Handelsgesellschaft) erbte.

Die Peller von Schoppershof wurden 1818 geadelt; 1870 fiel mit Christoph Peller der letzte männliche Namensträger im Deutsch-Französischen Krieg. Von den Erben erwarben 1875 die Freiherren Tucher von Simmelsdorf den Besitz, der ihnen bis heute gehört.

Der erste Bau war ein Wohnturm von 1370, der 1449 im Ersten Markgrafenkrieg zerstört und danach wieder aufgebaut wurde. 1552 wurde er im Zweiten Markgrafenkrieg erneut zerstört und als Weiherhaus 1575 unter Georg Gößwein neu erbaut. Heute haben die Dr. Lorenz Tucher’sche Stiftung und die Tucher’sche Kulturstiftung ihren Sitz im Herrenhaus, das auch über Gästezimmer für auswärtige Familienmitglieder verfügt.

Die Tucher, seit 1697 Tucher von Simmelsdorf (vereinfacht oft auch von Tucher bzw. seit 1815 Freiherren Tucher von Simmelsdorf genannt), waren eine einflussreiche Patrizierfamilie der Reichsstadt Nürnberg, erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 1309. Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert unterhielt die Tuchersche Handelsgesellschaft Handelsverbindungen in ganz Europa. Die Tucher zählen neben den Fuggern und Welsern zu den bekanntesten Kaufmannsfamilien oberdeutscher Reichsstädte.

Während bereits viele Patrizierfamilien im Lauf des 16. Jahrhunderts nichts mehr von ihrer Herkunft als Kaufleute wissen wollten und sich darauf beschränkten, „adelig zu sein“ und von ihren Grundherrschaften zu leben, betrieben die Tucher und die mit ihnen im Safranhandel konkurrierenden Imhoff noch im 17. Jahrhundert die letzten in größerem Umfang aktiven Handelsgesellschaften des Nürnberger Patriziats.

Die Schlösser Unterbürg, Hummelstein und das Zeltner Schloß

Die erste Erwähnung des Zeltnerschlosses lässt sich bereits 1336 ausmachen: Konrad Groß erwarb das Hammerwerk, die Gleißhammermühle, die vermutlich vom heutigen Zeltnerschloss vor Überfällen oder Angriffen beschützt werden sollte. Das damalige Anwesen diente also eher militärischen Zwecken. Die Stadt Nürnberg erkannte die strategisch günstige Lage des Schlosses vor den Stadtmauern und beanspruchte 1370 das Gebäude. Sie erlangte das Recht, dort Soldaten unterzubringen, falls die Stadt Nürnberg angegriffen werden sollte. Dies kam auch dem frühen Dorf „Gleißhammer“ zu Gute. So konnten im ersten Markgrafenkrieg 1449/1450 das Schloss und das Dorf, aber natürlich auch die Stadt Nürnberg erfolgreich verteidigt werden. Während im ersten Markgrafenkrieg die Kalkulationen der Stadt aufgingen, endete der zweite im Jahr 1552 weniger gut. Das Schloss und die naheliegende Mühle wurden vollständig zerstört. Damit waren die Zeiten des militärischen Nutzens des Schlosses vorbei.


Doch das Schloss erlangte einen neuen Nutzen. Im 16. Jahrhundert blühten die Patrizierfamilien auf und erreichten eine hohe Bedeutung in der Stadt Nürnberg. Die Patrizierfamilie Imhoff erwarb den zerstörten Herrensitz und begann das alte Schloss 1569 wiederaufzubauen. Der Herrensitz beherbergte im Laufe der Zeit weitere hochgestellte Familien der Stadt Nürnberg. Doch das Schloss musste erneut schwere Schäden erleiden: Ein Hochwasser 1845 zerstörte den Schlossweiher und dessen Stauanlagen, wodurch der Herrensitz in erhebliche Mitleidenschaft gezogen wurde. Der damalige Besitzer von Königsthal verkaufte das Areal frustriert an den Ultramarinfabrikanten Johannes Zeltner. Dieser veranlasste den Wiederaufbau und Renovierung des Schlosses sowie die Sicherung des Weihers durch den Neubau von Dämmen.

Ein Luftangriff in der Nacht vom 10. auf den 11. August 1943 beschädigte das Zeltnerschloss im zweiten Weltkrieg erheblich. Die Bombentreffer ließen das Gebäude vollkommen ausbrennen. Im Jahr 1955 hat man das Zeltnerschloss wiederaufgebaut. Allerdings verzichtete man dabei auf die Ecktürmchen, womit es ungefähr dem Erscheinungsbild des Schlosses im 16. Jahrhundert entspricht. Die Stadt Nürnberg erwarb das Anwesen 1981. In den Nebengebäuden befindet sich seit 1982 der „Kulturladen Zeltnerschloss“, während das Hauptgebäude, also das eigentliche Schloss, privat vermietet wird.

Unterbürg: Um 1250 errichteten die Reichsministerialen von Lauffenholtz (Laufamholz) an der Pegnitz einen Wohnturm (heutige Unterbürger Straße 36). Man nimmt an, dass der Herrensitz Unterbürg der Stammsitz der Laufamholzer war. Bereits im frühen 20. Jahrhundert wurde nach einer Besichtigung festgestellt, dass das Gebäude „im Innern seines Denkmalwertes ... vollkommen beraubt worden“ sei. Kern des Ansitzes blieb aber der mittelalterliche Wohnturm, der bereits 1563 mit spitzem Zeltdach und vier Scharwachttürmchen bildlich bezeugt wird. Der Herrensitz überstand den Zweiten Weltkrieg, wenn auch mit schweren Schäden, während die unmittelbar benachbarten Wirtschaftsgebäude und die nahe Oberbürg weitgehend zerstört wurden. Lange Zeit prägte ein Notdach das äußere Erscheinungsbild des Turms, bis die Unterbürg nach einem Besitzerwechsel 1990 restauriert wurde und als Rekonstruktion die alte Dachform und die Scharwachttürmchen wieder zurückerhielt.

Hummelsteiner Schlösschen: Das Schloss ist ein dreigeschossiger, verputzter Backsteinbau mit Satteldach und vier Ecktürmchen mit Pyramidendächern. Es wurde 1487 als Weiherhaus erbaut und zwischen 1520 und 1526 erweitert. Nach seiner Zerstörung 1552 während des Zweiten Markgrafenkriegs wurde es 1559 wieder aufgebaut und erhielt durch einen Umbau 1706 sein heutiges Erscheinungsbild.

Ehemalige Besitzer sind der Erbauer, Niklas Hummel, und ab 1520 Wolf Horneck. Seit 1927 gehört das Schloss der Stadt Nürnberg. Heute hat dort das Umweltpädagogische Zentrum der Stadt seinen Sitz.

Die Schlösser von Neunhof und Almoshof im Nürnberger Knoblauchsland


Das Knoblauchsland ist Nürnbergs Landwirtschaftsregion im Norden der Stadt in Richtung Erlangen. Die heutigen Stadtteile der Frankenmetropole waren dereinst eigenständige Dörfer und man findet dort so einige Schätzchen. Neunhof (umgangssprachlich: „Naihōf“) ist ein nördlicher Gemeindeteil von Nürnberg.

Schon Albrecht Dürer wurde durch die „Weiherhäuser“ rund um Nürnberg inspiriert. Eines davon ist das landschaftlich reizvoll gelegene kleine Landschloss Neunhof. Ursprünglich von einem Wassergraben umgeben, ist es einer der besterhaltenen Herrensitze dieser Region. Die originale Inneneinrichtung, ergänzt aus Beständen des Germanischen Nationalmuseums, dokumentiert das Landleben Nürnberger Patrizier vom 16. bis ins 19. Jh., u. a. mit Kochküche, Prangküche mit kostbaren Fayencen und einem Festsaal. Außerdem wird eine Jagdsammlung gezeigt. Barockgärten laden zum Lustwandeln ein.

Schloss Neunhof ist ein einzigartiges Baudenkmal. Es befindet sich in Neunhof, einem Dorf, das zu der fränkischen Metropole Nürnberg gehört. Es ist der letzte erhaltene von einst mehr als hundert Herrensitzen, die einst zur Verteidigung der Stadt Nürnberg dienten. Teile der Bausubstanz gehen bis in die zweite Hälfte des 15. Jahr­hunderts zurück. Heute sind das Schloss, die zugehörige Gartenanlage und das umliegende Knoblauchsland ein beliebtes Ausflugsziel.

Das kleine Landschloss in Neunhof bei Kraftshof vor den Toren der Stadt vermittelt anschaulich das sommerliche Leben des Nürnberger Patriziats im 16. bis 19. Jahrhundert. Außerdem bietet es einen schönen Park im Stil des 18. Jahrhunderts. Schloss Neunhof ist einer der meist erhaltendsten Herrensitze im Nürnberger Umland.

Almoshof ist seit dem 1. November 1923 ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Nürnberg und befindet sich nördlich des Innenstadtgebietes, baulich von diesem getrennt. Wie auch andere benachbarte Orte im Knoblauchsland hat Almoshof noch dörfliche Strukturen.

Das Schloss, einst Herrensitz der Patrizierfamilie Holzschuher, wird seit 1976 als kulturelle Begegnungsstätte genutzt. Der Kulturladen Schloss Almoshof ist kultureller und sozialer Kristallisationspunkt im äußeren Nürnberger Norden. Jährlich findet ein romantischer Weihnachtsmarkt statt.

Das Petzenschloß in der Nürnberger Südstadt


Das Petzenschloss ist ein Herrensitz in Lichtenhof in der Nürnberger Südstadt – es wurde im 14. Jahrhundert als Weiherhaus erbaut und später als Stadtschloss wiedererrichtet. Das Anwesen gehörte nacheinander den Nürnberger Patrizierfamilien Pfinzing, Waldstromer und den Petz. Es steht in der Wirthstraße 76 gegenüber der Gustav-Adolf-Kirche.

Die Südstadt ist ein großer Stadtteil von Nürnberg und umfasst die an den Hauptbahnhof südlich anschließenden innerstädtischen Gebiete.

1582 erwarb es Pius Petz mit der Heirat seiner Frau Marie Schönborn, seither heißt es Petzenschloss. Die Familie übte die Patrimonialgerichtsbarkeit (1730 wurden die Petz gerichtsfähig und 1813 dem einfachen bayerischen Adel immatrikuliert) aus; seitdem nennt sie sich Petz von Lichtenhof. Der Herrensitz war 1632, während des Dreißigjährigen Krieges, Hauptquartier des Schwedenkönigs Gustav Adolf.

Das Schloß ist auch heute noch im Besitz der Familie Petz.





Donnerstag, 20. April 2023

Die Pegnitz, ein fränkischer Fluß

Die Pegnitz ist ein Fluss in Franken, der sich nach einem fast 113 km langen, insgesamt südwestlichen Lauf in Fürth mit der linken Rednitz zur Regnitz vereint. Auf dem Fließweg mit seinem längeren und auch wasserreicheren Oberlauf Fichtenohe ist er über 128 km lang.

Die Pegnitzquelle ist eine typische Karstquelle der Fränkischen Schweiz in der Stadt Pegnitz. Sie befindet sich auf 425 Meter Höhe nahe dem Schlossberg. Der Ablauf des Quelltopfes gibt dem Fluss Pegnitz seinen Namen. Die Schüttung des Quelltopfes war früher so stark, dass dort die Zaußenmühle betrieben werden konnte. Diese wurde um 1500 erbaut, doch im Dreißigjährigen Krieg zerstört. 1710 wurde die Mühle als Fachwerkhaus neu errichtet. Zu dieser Zeit war die Pegnitzquelle auch für die Versorgung der Stadt mit sauberem Trinkwasser zuständig. Die mittlere Quellschüttung beträgt heute etwa 5 Liter pro Sekunde; sie ist jedoch stark von Niederschlägen abhängig.
Der unterirdische Durchbruch der Pegnitz gilt als karsthydrogeologische Besonderheit. Während die Pegnitz den Wasserberg in weitem Bogen umfließt, verliert der Mühlbach am Nordhang des Berges einen Teil seines Wassers in Klüften des Kalkes und in eine Ponorhöhle, welche ein stark verzweigtes Gangsystem im stark zerklüfteten und brüchigen Werkkalk bildet.

An der Pegnitz - Nürnberg - Lauf - Artelshofen - Lungsdorf


Die Pegnitz in Nürnberg - Die Pegnitz, Nürnbergs Stadtfluss, durchfließt das Stadtgebiet auf einer Länge von ca. 14 km. Ihr Name leitet sich von dem vorkeltischen Wort "paginza" ab, was so viel bedeutet wie schlammiger, sandiger Fluss. Der Wasserlauf entspringt auf der, nordöstlich von Nürnberg gelegenen, Frankenalb. Von seiner Quelle in der Stadt Pegnitz legt der Fluss eine Strecke von 117 km zurück, bevor er sich im Fürther Stadtgebiet mit der Rednitz vereinigt.


Hochwasser der Rednitz in Nürnberg, Stadtteil Katzwang, am 2. Juni 2013 - Am 4.6. erreichte die Rednitz ihren Maximalpegel, kurz vor der Warnstufe 4. 2013 wurden dann auch die Überschwemmungsgebiete ausgeweitet. Das Überschwemmungsgebiet links und rechts der Rednitz auf Nürnberger Stadtgebiet stammte aus dem Jahr 1927.

Gemächlich (meist jedenfalls) fließt die Pegnitz heute durch Nürnberg und teilt die Altstadt in zwei Hälften. Die Gefahr durch Hochwasser wurde durch Baumaßnahen nach dem Zweiten Weltkrieg (Hochwassertunnel) minimiert.

Das Jahrhundert-Hochwasser von 1909: In der Nacht von 4. auf 5. Februar 1909 stieg das Wasser der Pegnitz innerhalb von zwei Stunden über zwei Meter an und erreichte den bislang unerreichten Höchststand von 4,67 Meter an der Museumsbrücke. Auch der Hauptmarkt stand fast drei Tage unter Wasser. Die Nürnberger konnten sich hier und in der Altstadt nur noch mit Booten fortbewegen. Der Sachschaden war immens. Die Häuser auf Höhe der Kleinweidenmühle (die wir auch im Video sehen) hatte es besonders schwer getroffen. Viele sind infolge der Fluten zum Teil eingestürzt.

Lauf an der Pegnitz (amtlich Lauf a.d. Pegnitz, fränkisch: Laff an der Bengadz) ist Sitz des Landratsamtes des mittelfränkischen Landkreises Nürnberger Land. Die Stadt befindet sich rund 17 Kilometer östlich von Nürnberg und ist Teil der Metropolregion Nürnberg. Die Stadt wird im zentralen Stadtgebiet von Ost nach West von der namensgebenden Pegnitz durchflossen. Das Wenzelschloss, eine auf einer Insel im Fluss gelegene Wasserburg, errichtete Karl IV. von 1356 bis 1360 als Zwischenstation der Goldenen Straße zwischen Nürnberg und Prag.

Artelshofen ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Vorra im Landkreis Nürnberger Land (Mittelfranken, Bayern). Das landwirtschaftlich geprägte Artelshofen besteht aus etwa 100 Gebäuden inklusive Anbauten und ist von Feldern, Wiesen und Wäldern umgeben. Schloss Artelshofen ist ein Herrensitz in Vorra-Artelshofen im Nürnberger Land. Die Ursprünge des Anwesens reichen wahrscheinlich bis in das späte 13. Jahrhundert, die erste urkundliche Erwähnung datiert von 1361, im 16. Jahrhundert wurde schließlich im Wesentlichen der gegenwärtige, zurzeit gut erhaltene Zustand erreicht. Schloss Artelshofen befindet sich in Privatbesitz und wird seit 2014 von einer gemeinnützigen Stiftung unterhalten.

Lungsdorf ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Hartenstein im Landkreis Nürnberger Land. Das Dorf Lungsdorf liegt südwestlich von Velden und nordöstlich von Rupprechtstegen an der Staatsstraße 2162 sowie an der Pegnitz. Oberfranken und die Oberpfalz grenzen in unmittelbarer Nähe an. Der Ort ist ein typisches Straßendorf und besteht aus etwa 20 zum Teil denkmalgeschützten Gebäuden.
Kanufahren auf der Pegnitz:

Der abwechslungsreiche Flusslauf der Pegnitz, der durch das wildromantische Pegnitztal, vorbei an urigen Wäldern und imposanten Felsen der Frankenalb führt, macht die Kanutour zum Erlebnis. Die Pegnitz ist ein allerdings wilder Fluss, dessen Markenzeichen enge Kurven und hereinragende Bäume sind. Das bringt zum einen eine große Artenvielfalt mit sich, daher wird dieser Flusslauf nicht verändert, zum anderen erfordert die Pegnitz dadurch schon etwas paddeltechnisches Geschick.

Der Pegnitz-Fluss ist ein ökologisch wertvolles Gewässer, das sich durch Fischartenreichtum und Pflanzenvielfalt auszeichnet. Gleichzeitig ist die Pegnitz ein wichtiger Rückzugsbereich vieler einheimischer Vogelarten. Beim Befahren der Pegnitz ist deshalb unbedingt Rücksicht auf die Belange der Natur, aber auch der übrigen Nutzungsberechtigten, wie Fischer und Grundstücksanlieger, zu nehmen.

Um einen Ausgleich zwischen den verschiedenen Nutzern der Pegnitz zu erreichen und gleichzeitig die Natur im Bereich der Pegnitz zu schützen, hat das Landratsamt Nürnberger Land im Jahr 2012 eine Verordnung erlassen, die allgemeingültig ist. Ergänzend dazu gibt es seit 2017 eine Allgemeinverfügung, die das Befahren der Pegnitz in Abhängigkeit des Wasserstandes regelt.
Im Karst des Frankenjura
Karstkundlicher Wanderweg: Bei Neuhaus an der Pegnitz, Mittelfranken, Landkreis Nürnberger Land, Fränkische Schweiz, kurz vor der Grenze zur Oberpfalz: Der etwa 13 km lange Rundweg führt den Wanderer zu kleineren Höhlen und anderen typischen Karstformen des oberen Pegnitzgebietes, als Höhepunkt auch zur Maximiliansgrotte.

An der Meilkapelle bei Neuhaus an der Pegnitz, auf einer Anhöhe zwischen Neuhaus und Krottensee, eine kleine Feldkapelle aus dem 18. Jahrhundert.
In einem Seitental der Pegnitz: Die Andreaskirche im Ankatal in der Hersbrucker Alb

Die Andreaskirche ist eine Karsthöhle im Gemeindegebiet der mittelfränkischen Stadt Velden im Landkreis Nürnberger Land in Bayern.


Die Andreaskirche liegt bei Rupprechtstegen in der Fränkischen Schweiz. Die Andreaskirche ist eine sogenannte Hallenhöhle. Ihren Namen hat die Höhle der Legende nach davon, dass hier die ersten Christen der Region ihre Gottesdienste abgehalten haben sollen. Die geräumige Felsenhalle besitzt drei Eingänge, ist elf Meter lang, 20 Meter breit und sieben Meter hoch. Die Höhle hat drei Zugänge. Von der Vorgrotte aus führen einige enge Gänge in das zerklüftete Gestein. Die Höhle wird stark besucht und es sind nur noch vereinzelt Sintergruppen, Mondmilch und Deckenkolke zu finden. Erwähnenswerte Tropfsteine befinden sich nicht in der Höhle. Die Höhle ist ganzjährig frei zugänglich, liegt im Ankatal und ist von Rupprechtstegen oder Raitenberg aus über verschiedene Wanderwege erreichbar.

Wahrscheinlich wurde die Höhle bereits in der Bronzezeit und von den Kelten genutzt. In Krisen- und Kriegszeiten des Mittelalters war sie ein Rückzugsort der umliegenden Bevölkerung. In einer ausgeschlagenen Felsnische stand der Überlieferung nach ein Altar.

Im Ankatal kann man eines der typischen Phänomene der Fränkischen Schweiz beobachten: Die Tummler. Das Ankatal ist ein so genanntes Trockental in der fränkischen Karstlandschaft. Im Normalfall versickern die Niederschläge oder verschwinden in Ponoren. Nach starken Regenfällen und bei der Schneeschmelze aber sieht man sie, Wasseraustrittsstellen die meist trocken sind und nur für jeweils kurze Phasen Wasser speien, die aber kurzzeitig mit hohen Schüttungen und geysirartigen Wasserfontänen komplette Täler überschwemmen können. Die sog. Tummler.

Tummler oder auch als Hungerbrunnen werden in Franken allgemein als periodisch schüttende Karstquellen bezeichnet. Man findet sie meist in einem Trockental, also ein Tal was vor langer Zeit von einem Wasserlauf geformt wurde, der aber jetzt geologisch bedingt in der meisten Zeit des Jahres nur noch unterirdisch weiterfließt. In den trockenen Jahreszeiten sucht man Wasser oder Quellen also vergebens. Einzig das ausgetrocknete und steinige Bachbett ist zu erkennen.

Das kann sich aber schnell ändern. Bei starken Regenschauern oder Schneeschmelze, versickert innerhalb kurzer Zeit viel Wasser im Karstgestein, sammelt sich unterirdisch, steigt an und tritt mit enormen Druck, Macht und Getöse aus höher gelegenen Felsöffnungen hervor. Die beste Zeit um Tummler zu entdecken sind also eher die milderen und regenreichen Phasen des Winters, am besten in Kombination mit Schneeschmelze.

Donnerstag, 15. Dezember 2022

Weihnachtszeit in Nürnberg



Ein besonderes Erlebnis sind die Fahrten durch die vorweihnachtlich geschmückte Altstadt. Die Postkutsche des Museums für Kommunikation ist seit 1950 hier auf dem Christkindlesmarkt im Einsatz und bei den Besuchern sehr beliebt. Bei der Rundfahrt durch die festlich geschmückte Altstadt, sorgt der Postillon mit weihnachtlichen Liedern für die entsprechende Stimmung.

Ohne sie wäre eines der Highlights auf dem Christkindlesmarkt gar nicht möglich - die Pferde der Postkutsche. Jeder Besucher hat sie schon einmal gesehen und vielleicht auch ein Foto von ihnen gemacht. Doch viele wissen gar nichts über ihre Zeit auf dem Christkindlesmarkt, deswegen hier ein paar interessante Fakten:

Bei den Pferden handelt es sich um Rheinisch-Deutsches Kaltblut. Diese kräftigen Tiere werden vor allem in der Landwirtschaft als Zug- und Arbeitspferde eingesetzt. Aufgrund ihrer Zugkraft und ihres ruhigen Wesens eignen sie sich auch sehr gut als Kutschpferde. Während ihrer Zeit auf dem Christkindlesmarkt werden sie unter der Woche alle 3 - 4 Stunden gewechselt, Samstags zwei Mal damit die Tiere genügend Zeit zur Erholung haben. Eingespannt werden die Pferde morgens auf dem Bauernhof der Familie Lehneis in Wetzendorf und fahren dann im Gespann zum Christkindlesmarkt, wo die Gäste gespannt warten. Zum Umspannen werden die "neuen" Pferde per Hänger gebracht und die getauschten Pferde abtransportiert.

Seit 1950 ziehen nun schon die beeindruckenden Tiere den 1939 angefertigten Nachbau einer Kutsche mit zwei Coupés aus dem Jahr 1874 sowie einen Postomnibus. Die Kutscher, die neben dem Postillon Platz auf der Kutscherbank nehmen, und auch die Pferde, werden seit 25 Jahren vom Wetzendorfer Familienunternehmen Heinz Lehneis gestellt.

Und wenn kein Christkindlesmarkt ist? Dann sind die stolzen Pferde gern gesehene Gäste bei regionalen Ereignissen wie Festzumzügen, erfreuen bei Postkutschenfahrten durch das Knoblauchsland und verbringen natürlich viel Freizeit auf der Koppel.

In diesem Video: Impressionen aus Nürnberg in der Weihnachtszeit, vom Christkindlesmarkt, dem Weihnachtsmarkt im Handwerkerhof und auch vom Rummel in der Stadt.


Mittwoch, 23. November 2022

Weihnachtsstadt Nürnberg

Der Nürnberger Christkindlesmarkt beginnt jeweils am Freitag vor dem ersten Adventssonntag und endet immer am 24. Dezember. Mit über zwei Millionen Besuchern ist der Nürnberger Christkindlesmarkt einer der größten Weihnachtsmärkte in Deutschland und einer der bekanntesten in der Welt.

Die Ursprünge des Nürnberger Christkindlesmarktes sind – trotz intensiver Nachforschungen durch verschiedene Historiker und Landesforscher – nicht bekannt. Der älteste Nachweis des Marktes ist jedoch eine Schachtel aus Nadelholz, auf deren Boden sich folgende Inschrift befindet: „Regina Susanna Harßdörfferin von der Jungfrau Susanna Eleonora Erbsin [oder Elbsin] zum Kindles-Marck überschickt 1628“. Gegenwärtig befindet sich die Schachtel im Besitz des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg.

Seit 1969 können die Nürnberger alle 2 Jahre selbst eine neue Laiendarstellerin für das Christkind wählen. Die Kandidatinnen müssen aus Nürnberg, zwischen 16 und 19 Jahre alt, mindestens 1,60 Meter groß und schwindelfrei sein. Außerdem müssen die Bewerberinnen den Prolog zur Einweihung des Marktes auswendig können. Dies ist ihr erster offizieller Auftritt und findet auf dem Balkon der Frauenkirche Richtung Hauptmarkt statt. Dabei wird die Darstellerin mit einem Seil gesichert.


Am Rathausplatz findet seit 1998 auch ein Markt der Partnerstädte statt. Dort sind Stände aufgebaut, die verschiedene Spezialitäten und sonstige Produkte aus den jeweiligen Ländern der Partnerstädte und der Städtefreundschaften Nürnbergs verkaufen.


Aus bescheidenen Anfängen mit ein paar Buden, in denen Produkte aus Glasgow, Krakau, San Carlos und Skopje angeboten wurden, entwickelte sich ein gut besuchter, stattlicher Markt, der längst nicht mehr nur als Geheimtipp gehandelt wird und in dieser Dimension sogar jenseits der Landesgrenzen seinesgleichen sucht.

Die historischen Postkutschen auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt

Jedes Jahr ist sie eines der Highlights auf dem Christkindlesmarkt und begeistert Jung und Alt - die Postkutsche! Bei der Postkutsche des Museums für Kommunikation Nürnberg handelt es sich um den 1939 angefertigten Nachbau eines Eilpostwagens mit zwei Fahrgastbereichen aus dem Jahr 1874. Ein solches, etwa 2500 Kilogramm schweres Gefährt wird als Berline mit zwei Coupés bezeichnet. Charakteristisch für diesen Kutschentyp ist die unten abgerundete Form des Wagenkastens. In ihr finden 9 Passagiere Platz.Eilpostwagen verkehrten seit 1826 in Bayern. Abhängig vom Straßenzustand, den Witterungsbedingungen und den geographischen Gegebenheiten (flache Strecke oder Steigung) betrug die Reisegeschwindigkeit einer solchen Kutsche im 19. Jahrhundert etwa 10-12 Kilometer pro Stunde. Die zweite Kutsche ist ein sog. Postomnibus.


Bei den Pferden handelt es sich um Rheinisch-Deutsches Kaltblut. Während ihrer Zeit auf dem Christkindlesmarkt werden sie unter der Woche alle 3 - 4 Stunden gewechselt, Samstags zwei Mal damit die Tiere genügend Zeit zur Erholung haben. Eingespannt werden die Pferde morgens auf dem Bauernhof der Familie Lehneis in Wetzendorf und fahren dann im Gespann zum Christkindlesmarkt. Zum Umspannen werden die "neuen" Pferde per Hänger gebracht und die getauschten Pferde abtransportiert.

Weihnachtsmarkt im Handwerkerhof Nürnberg

Der Handwerkerhof Nürnberg wurde 1971 als Touristenattraktion im so genannten „Waffenhof“ des Frauentors der letzten Nürnberger Stadtbefestigung angelegt. Er liegt am Altstadteingang „Königstor“ und damit am Fußweg vom Nürnberger Hauptbahnhof zu den traditionellen Touristenzielen Nürnbergs.


Der Handwerkerhof wurde am 1. April 1971 anlässlich des Dürerjahrs zum 500. Geburtstages Albrecht Dürers eröffnet, seine Errichtung kostete damals 800.000 DM. Die Messeveranstalterin AFAG sanierte den historischen Waffenhof und errichtete ein Handwerkerstädtchen aus kleinen Häusern mit nachgeahmten Fachwerkfassaden. Die Gestaltung der Gaststätten, Werkstätten und Geschäfte wurden mit der für den Denkmalschutz zuständigen Stelle abgestimmt. Auf Grund des großen Zuspruchs wurden die Gebäude nicht wie vorgesehen 1972 abgerissen, und der Handwerkerhof besteht seither als Touristenattraktion fort.

Im Handwerkerhof werden Spezialitäten wie Nürnberger Rostbratwürste, fränkische Bier- und Weinspezialitäten, Nürnberger Lebkuchen, Holz- und Blechspielzeug sowie anderes Kunsthandwerk angeboten. Neben dem Handel mit kunsthandwerklichen Gütern liegt ein Schwerpunkt auf der Präsentation der Handwerkskunst: die Besucher können Lebküchnern, Töpfern, Zinngießern, Glasschleifern, Ledermachern, Goldschmieden oder Puppenmachern bei der Arbeit über die Schulter schauen.


Sonntag, 27. März 2022

Historische Brücken in Bayern

Die Steinerne Brücke ist neben dem Regensburger Dom das bedeutendste Wahrzeichen von Regensburg. Mit dem Baubeginn 1135 gilt die Steinerne Brücke als ein Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst und als die älteste erhaltene Brücke Deutschlands.

Nach ihrer Erbauung gewann die Steinerne Brücke als einzige Donaubrücke zwischen Ulm und Wien große Bedeutung als günstige Verbindung von Fernhandelswegen aus dem Süden mit Absatzgebieten im Norden. Regensburg als Umschlagsplatz profitierte nicht nur von den Zolleinnahmen des Fernhandels, auch der Handel mit dem nördlichen Umland wurde immens erleichtert. Die Brücke blieb 800 Jahre lang die einzige Brücke, die beide Arme der Donau im Stadtgebiet von Regensburg überquerte. Erst die 1938 gebaute Nibelungenbrücke war die zweite Brücke, die ebenfalls beide Donauarme überquerte.

Eine bekannte Sage über den Bau der Steinernen Brücke lautet: Der Brückenbaumeister schloss mit dem Dombaumeister eine Wette ab, wer zuerst sein Bauwerk fertiggestellt haben werde. Nachdem der Dombau wesentlich schneller vonstattenging, schloss der Brückenbaumeister einen Pakt mit dem Teufel, der ihm zur Seite stehen wollte, wenn er die ersten drei Seelen bekäme, die über die Brücke gehen würden. Von nun an ging der Brückenbau sehr schnell voran, sodass die Brücke zuerst fertiggestellt wurde. Der Teufel forderte nun seinen Lohn, weshalb der Brückenbaumeister bei der Eröffnung erst einen Hahn, eine Henne und einen Hund über die Brücke jagen ließ. Aus Wut darüber versuchte der Teufel vergeblich, die Brücke zu zerstören. Deshalb, so die Sage, hat die Brücke einen Buckel. Tatsächlich war die Brücke jedoch schon lange fertiggestellt, als 1273 mit dem Bau des Domes begonnen wurde.

Die alte Brücke von Pfünz


Die Altmühlbrücke Pfünz (Gemeinde Walting, Landkreis Eichstätt, Oberbayern) gilt als eine der bedeutendsten historischen Steinbrücken Bayerns. Der alte Flussübergang wurde 1979 durch einen Neubau entlastet und ist seitdem nur für Fußgänger und Radfahrer freigegeben.

Der Name des Dorfes Pfünz, der sich vom lateinischen „pons“ ableitet, deutet auf eine Brückenanlage dieser Zeitstellung hin. Der Altmühlübergang war vom Kastell aus gut zu überwachen. Diese erste Brücke war sicherlich eine Holzkonstruktion an der Stelle einer vorrömischen Furt. Die erhaltene vierjochige Bogenbrücke geht wahrscheinlich auf das 15. Jahrhundert zurück. Um 1486 wird ein Brückenzoll zu Pfünz erwähnt, so dass der Baubeginn in die Amtszeit der Eichstätter Fürstbischofs Wilhelm von Reichenau fallen könnte. Das Bistum war bis kurz nach 1700 für den Unterhalt zuständig und nahm den Wegzoll ein. Anschließend wurde der Gemeinde das Zollerhebungsrecht zugesprochen.

Während der Napoleonischen Kriege sprengten österreichische Truppen am 22. Juli 1800 die Brücke. In einer Reparaturrechnung von 1822 ist von einer hölzernen Ersatzkonstruktion die Rede. Später erneuerte man die Bögen jedoch wieder in der ursprünglichen Form. Vielleicht ist dies um 1878 geschehen, als im Schriftverkehr zwischen der Gemeinde und dem Königlichen Bezirksamt Eichstätt eine Erweiterung erwähnt wurde, die durch die Zolleinnahmen finanziert werden sollte.

1976 beschädigte ein amerikanischer Panzer die auf 12 Tonnen beschränkte Brücke schwer. Die Schäden konnten noch im gleichen Jahr beseitigt werden, wobei die Brüstungen größtenteils neu aufgemauert werden mussten.

Die Fischhofbrücke in Tirschenreuth (Oberpfalz)


Hier, im Jahre 2001, steht sie noch "auf der grünen Wiese", in den Jahren 2011 und 2012 wurde sie anläßlich der Landesgartenschau "Natur in der Stadt " saniert und ist nun wieder vom neuen „alten” Stadtteich umgeben.

Mit ihren zehn Jochen ist sie der weltberühmten Steinernen Brücke in Regensburg nachempfunden. Die Brücke wurde zwischen 1748 und 1750 mit einer Länge von ungefähr 92 Metern vom Baumeister und Baudirektor des Klosters Waldsassen, Philipp Muttone in der Zeit von Abt Alexander Vogel, erbaut. In der Mitte der Brücke befinden sich die Statuen der römischen Göttin des Ackerbaus, der Ehe und des Todes, Ceres, und die römische Göttin der Gerechtigkeit und des Rechtswesens, Iustitia.

Die Brücke gilt als zweitwichtiges Brückenbauwerk Bayerns.

Die Fischhofbrücke führt zum Fischhof, dem heutigen Tirschenreuther Amtsgericht und Sitz des Gerichtsvollziehers. Früher war der Gebäudekomplex ein Zehenthof des Klosters Waldsassen, der sich, als Tirschenreuth noch von zwei künstlich angelegten großen Teichen umgeben war, auf einer Insel befand.

1808 wurden die Stadtteiche trockengelegt, um Land für die wachsende Stadt zu gewinnen. Seit 2012 umfließt wieder ein 6 ha großer Stadtteich die barocke Fischhofbrücke und einen Teil der Fischhofinsel.

Die Tauberbrücke Rothenburg ob der Tauber, im Volksmund Doppelbrücke genannt, ist eine historische Straßenbrücke, die südwestlich des Stadtkerns der mittelfränkischen Stadt Rothenburg ob der Tauber im Tal die Tauber überspannt. Über das Bauwerk läuft mit 4,0 m breiter Fahrbahn und 1,0 m breitem Gehweg der Rothenburger Taubertalweg.


Die Doppelbrücke mit zwei aufeinander stehenden Bogenreihen wurde wahrscheinlich um 1330 errichtet. Sie liegt am Fuße des südwestlichen Tauberhanges unterhalb von Rothenburg ob der Tauber und war Teil einer Handelsstraße von Augsburg nach Würzburg. An Bautätigkeiten ist eine Instandsetzung von 1791 bekannt, nachdem ein Jahr zuvor die vier oberen Bögen eingestürzt waren. Im Jahr 1925 folgte eine Erweiterung der östlichen Brückenauffahrt. Am 16. April 1945 wurde das Bauwerk, von den sich zurückziehenden deutschen Truppen gesprengt – einen Tag bevor die Stadt von der US Army kampflos eingenommen wurde. Der Wiederaufbau war am 10. November 1956 nach einem guten Jahr Bauzeit abgeschlossen.

Nürnberg: Rund um den Henkersteg; wir sehen auch die Maxbrücke, den Kettensteg und die Karlsbrücke.


Vom 15. bis zum 19. Jahrhundert wohnten hier am Rande der Stadt der Henker und sein Gehilfe. In der ehemaligen Dienstwohnung, dem „Henkerhaus“, ist eine Ausstellung zur Nürnberger Rechtsgeschichte zu sehen. Das Fachwerkhaus daneben diente im Mittelalter als Lepraspital. Später wurde das heute als „Weinstadel“ bezeichnete Gebäude als Weinlager genutzt.

Der Henkersteg, auch Langer Steg, ist ein Holzsteg über die Pegnitz. 1457 wurde für Fußgänger über dem südlichen Ausfluss der Pegnitz an der vorletzten Stadtmauer ein Holzsteg errichtet. Den Namen Henkersteg erhielt er vom Henkerturm, der früheren Wohnung des reichsstädtischen Henkers auf dem Säumarkt (heute: Trödelmarkt).

Die Maxbrücke ist die älteste massiv aus Stein errichtete Brücke über die Pegnitz. Sie wurde 1457 errichtet und befindet sich in der Nähe Maxplatz und Weinstadtel. Der Baumeister war Jakob Grimm aus Rotheburg. Ursprünglich wurde sie "Steinerne Brücke" genannt, allerdings im Jahre 1810 zu Ehren des ersten bayerischen Königs Maximilian Joseph I. (1806 bis 25) in Maxbrücke umbenannt.

Mitte des 19. Jh. wurde sie nach Plänen von Bernhard Solger erneuert und 1852 wieder dem Verkehr übergeben. Sie ist heute eine imposante dreibogige Steinbrücke.

Karlsbrücke: Zwischen der Lorenzer Altstadtseite und dem Trödelmarkt befand sich ursprünglich ein Holzsteg, der 1451 zerstört wurde. Im darauffolgenden Jahr baute man als Ersatz die Lange Brücke, eine überdachte Holzbrücke, die an steinernen Pfeilern hing. Diese Konstruktion verlieh ihr den Beinamen Hängende Brücke.

In den Jahren 1603 und 1604 wurde anstelle der Hängenden Brücke ein neues Bauwerk gebaut. Nach dem Vorbild einer vom italienischen Architekten Andrea Palladio errichteten Brücke über die Brenta bei Bassano del Grappa (Ponte di Bassano) ließ Ratsbaumeister Wolf Jacob Stromer eine 40 Meter lange und 7,5 Meter breite hölzerne Brücke errichten.

1728 wurde die baufällig gewordene Brücke dann durch die heute noch bestehende Bogenbrücke aus Sandstein ersetzt. Zu Ehren des damaligen Kaisers Karl VI. bzw. seiner Frau Elisabeth nannte man das Bauwerk ursprünglich Kaiserbrücke beziehungsweise Elisabethbrücke.

Der Kettensteg ist eine Fußgängerbrücke in Nürnberg und überbrückt die Pegnitz. Sie gilt als die älteste erhaltene eiserne Kettenbrücke in Kontinentaleuropa.

Der schmale Steg ist rund 68 Meter lang und diente von Anbeginn an ausschließlich dem Fußgängerverkehr. Der Kettensteg gilt als ein technikgeschichtliches Denkmal und ist Teil der Historischen Meile Nürnbergs. Der Kettensteg diente als Ersatz für den hölzernen sogenannten Trockensteg. Nach einer Bauzeit von nur vier Monaten wurde er am 30. Dezember 1824 eingeweiht.

Die Brücke Ornbau an der Altmühl


Mit der alten Steinbrücke über die Altmühl und dem Stadttor bietet Ornbau eine der malerischsten Ortsansichten im oberen Altmühltal.

Die heutige fünfbogige steinerne Brücke wurde wohl um die Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut und in den Jahren 1805/07 auf Staatskosten so erstellt wie sie heute ist. Die aus groben Sandsteinquadern erbaute Brücke ist ein Schmuckstück im oberen Altmühltal.

Der Brückenheilige Sankt Nepomuk - Auf dem Scheitel der „Ornbauer Bruckn“ an dem ersten Ausweichlager steht die barocke Sandsteinskulptur des heiligen Nepomuks. 1752 hat der Stadtmüller Josef Eder zur Ehre Gottes diese herrliche, barocke Sandsteinskulptur gestiftet.

Der Bilderstock an der Altmühlbrücke - 1611 unter Bischof Johann Konrad von Gemmingen errichtet. Der Sandsteinpfeiler ist dreifach, nach oben verjüngend, abgesetzt und von einer quadratischen Ecksäule mit vier gut erhaltenen und ausdrucksvollen Halbreliefs gekrönt: die Geißelung und Dornenkrönung Christi, die Kreuztragung, die Kreuzigung und den drei weinenden Frauen und die Auferstehung. Über dem Bild der Kreuzigung sind die Wappen des Bischofs und der Stadt angebracht, darunter, unter dem Gesims, die Jahreszahl 1611 mit dem Steinmetzzeichen. Den Abschluss der etwa drei Meter hohen Steinsäule bildet ein schmiedeeisernes griechisches Kreuz.



Mittwoch, 2. Februar 2022

Unüberwindliche Stadtmauern: Saint-Malo und Nürnberg

Saint-Malo und die Rance-Mündung

Wie ein steinernes Schiff reckt Saint-Malo in der Rance-Mündung stolz seine Festungsmauern ins Meer. Die aus den Befestigungen emporragenden Fassaden und Türme verleihen der Stadt ihre einzigartige Silhouette.
Saint-Malo entstand im 1. Jahrhundert v. Chr. aus Alet. Im 12. Jahrhundert erwächst aus dem alten römischen Hafen eine Stadt, die zunächst auf einer kleinen grünen Insel gegründet wird. Im 16. Jahrhundert mache sich Jacques Cartier von hier auf, Kanada zu entdecken und ganze Fischfang-Armaden gehen vor Neufundland auf Kabeljaufang. Die alle Seestraßen abklappernden Reeder sichern der Stadt ihren Wohlstand, die im Schutz der von den Schülern Vaubans errichteten Befestigungsmauern prosperiert.

Und diese Festungsmauern und die Ville Close erinnern uns an unsere eigene Stadt Nürnberg. Okay, Nürnberg liegt nicht am Meer, aber es gibt Gemeinsamkeiten: Im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört und wiederaufgebaut, eine vollständig erhaltene Stadtmauer und eine Altstadt mit Flair.
Das Neutor ist ein altes Tor im Nordwesten der Nürnberger Stadtmauer, südwestlich der Nürnberger Burg gelegen.
Der Neutorturm ist einer der vier markanten, runden Haupttürme der Nürnberger Stadtbefestigung.
Les Remparts de Saint Malo - Die Festungswälle von Saint-Malo

Ein Muss in Saint-Malo: Einmal komplett über die Remparts, die Stadtmauer, laufen. Das sind ungefähr zwei Kilometer und man braucht eine gute Stunde.


Die Stadtmauer von Saint-Malo wurden im 12. Jahrhundert errichtet, lange vor dem goldenen Zeitalter der königlichen Korsaren. Nach der großen Feuersbrunst im Jahr 1661 wurden die Granitmauern neu aufgebaut; im 18. Jahrhundert wurden sie von dem Ingenieur und Architekten Garangeau, einem Schüler Vaubans, erweitert.

Die Nürnberger Stadtmauer ist ein Kulturgut von europäischem Rang

Der Nürnberg Stadtmauerring ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Er ist im 15. und 16. Jahrhundert entstanden. Er ist insgesamt rund fünf Kilometer lang und gilt als eine der am besten erhaltenen Anlagen dieser Art in Europa.


In seiner langen Geschichte wurde Nürnberg nur einmal mit militärischen Mitteln eingenommen: im April 1945 bei der Schlacht um Nürnberg von der 7. US-Armee. Dass dies vorher nie geschehen war, ist nicht zuletzt auf die im Mittelalter als unüberwindlich geltende Stadtbefestigung zurückzuführen. Und als unüberwindlich galten auch die Mauern von Saint-Malo.

Freitag, 8. Oktober 2021

Wildgehege, Tierparks und Zoos



Der Wild- und Wanderpark Südliche Weinstraße in Silz
Wölfe im Wildpark Silz


Wölfe im Wildpark Silz in der Südpfalz (Pfälzerwald, Landkreis Südliche Weinstraße) - Fütterung jeden Tag um 11:00 Uhr (bis November) - Ein Spektakel für die Besucher und eine gute Gelegenheit, das Verhalten der Raubtiere zu beobachten.