Dienstag, 1. Oktober 2019

Niedersimten


Pirmasens - Stadtteil Niedersimten

Nachweislich wurde Simten erstmals um das Jahr 1150 erwähnt. Wenn auch die Funde Hinweise auf eine Besiedlung zu diesem Zeitpunkt konkretisieren, so lassen Ortsnamen aus dem 11. Jahrhundert darauf schließen, dass sich schon weitaus früher Menschen im späteren Niedersimten aufhielten. Der Name Sympeton – die keltische Bezeichnung für Schöpfstelle – ist ebenso ermittelt wie der Name Sobebetten.

Im 17. und 18. Jahrhundert gehört Simpten zum Amt Lemberg der Grafschaft Hanau-Lichtenberg, mit den Orten Riedelberg, Stausteinerhof und Eichelsbachermühle zum Schultheißenamt Vinningen. Zu Zeiten des Landgrafen Ludwig IX. zogen dessen Grenadiere und Bedienstete auf ihrem Weg zu den umliegenden Mühlen durch Talsimten, wie der Ort damals noch hieß. Hier ließen sie bei den Simter Spenglern ihr Blechgeschirr in verschiedenen Größen als Maßeinheit fürs Getreide oder das Mehl fertigen oder reparieren. Dem "Spleen" des Landgrafen Ludwig IX. verdankt es Simpten, aus seiner "Vergessenheit" entrissen zu werden. Der Landgraf lässt an der Felsalbe eine Mühle bauen, um seine Grenadiere in Pirmasens mit Mehl versorgen zu können. Ebenso entstehen die Katzenmühle und die Rehmühle.


Wirtschaftlich ist Niedersimten von der Stadt abhängig. Grenadiere heiraten Simter Mädchen und finden so eine Heimat. Ein Soldat des Landgrafen namens Hauter gründet zu dieser Zeit Neu-Simpten (das heutige Obersimten). Simpten heißt nun Alt-Simpten, später Thalsimten und schließlich Niedersimten. Am 8. Juni 1969 wird Niedersimten nach Pirmasens, mit dem es schon seit der Landgrafenzeit so eng verbunden ist, eingemeindet.

An die Zeit rund um den Zweiten Weltkrieg erinnert heute das Westwall-Museum Gerstfeldhöhe am Ortsrand. Die Zivilbevölkerung von Niedersimten hatte es in den Kriegsjahren aufgrund der Grenznähe zu Frankreich besonders hart getroffen. Ein Teil der Westwall-Anlage diente als Unterkunft bei Luftangriffen. Die ehemals überwiegend militärisch genutzte Anlage ist heute mit Schautafeln ausgestattet, welche die Planung, den Bau, die militärische und zivile Nutzung veranschaulichen. Ein zeitgeschichtlicher Rundgang führt durch ein über 1.000 Meter langes unterirdisches Hohlgangsystem.

(Quellenmaterial: Stadt Pirmasens)

Karte:


In der Nordpfalz



Burg Nanstein - Wahrzeichen der Sickingenstadt Landstuhl

Früher ein wehrhafter Schutz für Land und Leute, ist die Burg heute das Wahrzeichen der Stadt Landstuhl.


Nach verschiedenen Inhabern kam Landstuhl Ende des 15. Jahrhunderts an das Geschlecht der von Sickingen als Teil der Herrschaft Landstuhl, die bis Ende des 18. Jahrhunderts existierte. Das bekannteste Mitglied dieser Familie war Franz von Sickingen. Er musste sich nach seiner Niederlage beim Pfälzischen Ritteraufstand auf die Burg Nanstein zurückziehen, wo er bei der Belagerung durch den Erzbischof von Trier, den Pfalzgrafen bei Rhein sowie den Landgrafen von Hessen beim Beschuss der Wehrbauten schwer verwundet wurde und am 7. Mai 1523 seinen Verletzungen erlag.

Auf einem Felssporn des Kahlenbergs über der Stadt Landstuhl im Kreis Kaiserslautern thront die mächtige Burgruine Nanstein. Ähnlich zahlreichen anderen Burgen im Pfälzerwald liegt die Hauptburg auf einem hohen Sandsteinfelsen, der seinerseits mit ausgehöhlten Felskammern versehen ist. In einer davon starb Franz von Sickingen während einer Belagerung durch gleich drei große Reichsfürsten. Um den Sandsteinfelsen herum gruppieren sich die Überreste der Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Unterburg.

Zu ihren Glanzzeiten war die Burg gegen Angreifer gut gerüstet. Die ehemals mehrgeschossige Geschützbastion, die 1983 teilweise neu aufgemauert worden ist, stellte an der Berg- und Angriffsseite ein großes Hindernis dar. Westlich davon sorgten ein kleines Rondell aus dem 16. Jahrhundert. sowie eine nicht mehr vorhandene Bastion und die Toranlage für einen weiteren Schutz der Vorburg. An deren östlicher Schmalseite sind Reste einer gotischen Kapelle und eines Wohnbaus zu sehen. Anstelle der Vorburg befindet sich hier heute eine Gaststätte mit einer Aussichtsterrasse. Die heute sichtbare Hauptburg spiegelt überwiegend die letzte große Ausbauphase aus dem 15. und 16. Jahrhundert wider, als die Anlage unter den Nachfahren Franz von Sickingens schloßähnlich ausgebaut wurde. Auf ihrem Burghof finden alljährlich im Sommer Freilichtspiele statt.

Zisterzienserabtei Otterberg - 1579 siedelte der Pfälzer Kurfürst in der aufgehobenen Zisterzienserabtei Otterberg (bei Kaiserslautern) wallonische Flüchtlinge an, die die damaligen Spanischen Niederlande wegen ihres reformierten Glaubens verlassen mussten.


Die Wasserburg in Reipoltskirchen ist ein echtes Kleinod im Pfälzer Bergland - und jederzeit einen Besuch wert. Reipoltskirchen besitzt die besterhaltene Wasserburg der Pfalz.


Im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts (1168) entstanden, wirkt die Burganlage auf dem von einer Ringmauer umschlossenen künstlichen Hügel nicht wie eine Ruine, sondern durch die Wohngebäude entlang der Ringmauer wie eine bewohnte Burg. Ein siebzehn Meter hoher Bergfried bewacht sie, ein breiter Graben, in dem das Wasser des Odenbachs gestaut wird, beschützt das romantische Idyll. Der Landkreis Kusel hat das altehrwürdige Gemäuer aufpoliert, ein Restaurant und eine Malschule eingerichtet. In mühevoller Kleinarbeit wurde die historische Substanz konserviert, der Bergfried wieder begehbar gemacht. Und damit Leben in die alten Mauern kommt, entstand im Hauptteil der Burg das "Restaurant zur Wasserburg".

Meisenheim weist heute noch viel von seiner mittelalterlichen Bausubstanz auf, da es als einzige der pfälzischen Städte in seiner Geschichte von Kriegen und größeren Katastrophen verschont geblieben ist.