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Dienstag, 1. Oktober 2019

In der Nordpfalz



Burg Nanstein - Wahrzeichen der Sickingenstadt Landstuhl

Früher ein wehrhafter Schutz für Land und Leute, ist die Burg heute das Wahrzeichen der Stadt Landstuhl.


Nach verschiedenen Inhabern kam Landstuhl Ende des 15. Jahrhunderts an das Geschlecht der von Sickingen als Teil der Herrschaft Landstuhl, die bis Ende des 18. Jahrhunderts existierte. Das bekannteste Mitglied dieser Familie war Franz von Sickingen. Er musste sich nach seiner Niederlage beim Pfälzischen Ritteraufstand auf die Burg Nanstein zurückziehen, wo er bei der Belagerung durch den Erzbischof von Trier, den Pfalzgrafen bei Rhein sowie den Landgrafen von Hessen beim Beschuss der Wehrbauten schwer verwundet wurde und am 7. Mai 1523 seinen Verletzungen erlag.

Auf einem Felssporn des Kahlenbergs über der Stadt Landstuhl im Kreis Kaiserslautern thront die mächtige Burgruine Nanstein. Ähnlich zahlreichen anderen Burgen im Pfälzerwald liegt die Hauptburg auf einem hohen Sandsteinfelsen, der seinerseits mit ausgehöhlten Felskammern versehen ist. In einer davon starb Franz von Sickingen während einer Belagerung durch gleich drei große Reichsfürsten. Um den Sandsteinfelsen herum gruppieren sich die Überreste der Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Unterburg.

Zu ihren Glanzzeiten war die Burg gegen Angreifer gut gerüstet. Die ehemals mehrgeschossige Geschützbastion, die 1983 teilweise neu aufgemauert worden ist, stellte an der Berg- und Angriffsseite ein großes Hindernis dar. Westlich davon sorgten ein kleines Rondell aus dem 16. Jahrhundert. sowie eine nicht mehr vorhandene Bastion und die Toranlage für einen weiteren Schutz der Vorburg. An deren östlicher Schmalseite sind Reste einer gotischen Kapelle und eines Wohnbaus zu sehen. Anstelle der Vorburg befindet sich hier heute eine Gaststätte mit einer Aussichtsterrasse. Die heute sichtbare Hauptburg spiegelt überwiegend die letzte große Ausbauphase aus dem 15. und 16. Jahrhundert wider, als die Anlage unter den Nachfahren Franz von Sickingens schloßähnlich ausgebaut wurde. Auf ihrem Burghof finden alljährlich im Sommer Freilichtspiele statt.

Zisterzienserabtei Otterberg - 1579 siedelte der Pfälzer Kurfürst in der aufgehobenen Zisterzienserabtei Otterberg (bei Kaiserslautern) wallonische Flüchtlinge an, die die damaligen Spanischen Niederlande wegen ihres reformierten Glaubens verlassen mussten.


Die Wasserburg in Reipoltskirchen ist ein echtes Kleinod im Pfälzer Bergland - und jederzeit einen Besuch wert. Reipoltskirchen besitzt die besterhaltene Wasserburg der Pfalz.


Im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts (1168) entstanden, wirkt die Burganlage auf dem von einer Ringmauer umschlossenen künstlichen Hügel nicht wie eine Ruine, sondern durch die Wohngebäude entlang der Ringmauer wie eine bewohnte Burg. Ein siebzehn Meter hoher Bergfried bewacht sie, ein breiter Graben, in dem das Wasser des Odenbachs gestaut wird, beschützt das romantische Idyll. Der Landkreis Kusel hat das altehrwürdige Gemäuer aufpoliert, ein Restaurant und eine Malschule eingerichtet. In mühevoller Kleinarbeit wurde die historische Substanz konserviert, der Bergfried wieder begehbar gemacht. Und damit Leben in die alten Mauern kommt, entstand im Hauptteil der Burg das "Restaurant zur Wasserburg".

Meisenheim weist heute noch viel von seiner mittelalterlichen Bausubstanz auf, da es als einzige der pfälzischen Städte in seiner Geschichte von Kriegen und größeren Katastrophen verschont geblieben ist.




Montag, 15. Juli 2019

Bayern und Pfalz, Gott erhalt's !!!

Im Foto links: Maikammer - Das Pfälzer Wappen - Die Rauten der Wittelsbacher und der Pfälzer Löwe - Die Oberpfalz in Bayern hat das gleiche Wappen. Was Wunder, gehörten doch die beiden Regionen über Jahrhunderte zusammen. Der Kurfürst residierte in Heidelberg und der Kurprinz als Statthalter in Amberg.

Der Pfälzer Löwe

Die Bayern sprechen immer vom bayerischen Löwen. Sie wissen nicht, dass sie da irren, weil es nämlich garkeinen bayerischen Löwen gibt. Denn das, was da auch heute im Landeswappen des Freistaates prangt, das ist ein Pfälzer.

Der Pfälzer Löwe ist erstmals in der Pfalzgrafschaft bei Rhein unter dem wittelsbachischen Pfalzgrafen Otto dem Erlauchten in dessen Reitersiegel von 1229 nachgewiesen.

Nach der Belehnung des bayerischen Herzogs Ludwig im Jahre 1214 mit der Pfalzgrafschaft bei Rhein erbte Herzog Otto II. von Baiern Mitte des 13. Jahrhunderts die Grafschaft Bogen und damit deren weiß-blaues Rautenwappen.

Jahrhundertelang dienten fortan der goldene Löwe im schwarzen Feld und die weiß-blauen Rauten als Familienwappen der altbayerischen UND pfälzischen Wittelsbacher. Aber im 16. Jahrhundert setzte sich dann die Unterscheidung des Löwen für die Pfalz und der Rauten für Bayern durch.

Die weißblauen Rauten kommen aus Niederbayern, vom Bogenberg bei Straubing. Der Bogenberg ist eine der bedeutendsten Marienwallfahrten Bayerns und hier waren die Grafen von Bogen beheimatet, deren Rautenwappen 1247 die Wittelsbacher als deren Erben als ihr Stammwappen übernommen haben. Seit 1835 wird es als Herzschild im Wappen der bayerischen Könige geführt und gilt seitdem als Symbol für ganz Bayern.

Apropos Strauubing: Es gab mal das Herzogtum Straubing-Holland.


Dieses Herzogtum bestand von 1353-1425. Es bestand aus zwei Komplexen: dem Kerngebiet an der Donau um Straubing und den unter Kaiser Ludwig dem Bayern (reg. als Herzog von Bayern 1294-1347, König ab 1314) an die Wittelsbacher gekommenen, niederländischen Lehen. Bereits Herzog Albrecht I. (reg. 1347-1404) verlegte Residenz und Verwaltung nach Den Haag. Durch eine geschickte Politik brachte er die straubingisch-holländische Linie der Wittelsbacher zu Ansehen und Einfluss. Mit Unterstützung niederbayerischer Gefolgsleute reformierte er Verwaltung und Wirtschaft in den niederländischen Territorien. Den niederbayerischen Landesteil verwalteten vor allem Viztume, die aber in enger Verbindung zu den Herzögen standen. Auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet fand ein reger Austausch statt. 1425 starben die straubingisch-holländischen Wittelsbacher in männlicher Linie aus. Das Kernland um Straubing erbten die Teilherzöge von München, Landshut und Ingolstadt, die nördlichen Territorien gingen an die Herzöge von Burgund über.

Pfälzer Residenzen

Residenzen der Pfälzer Wittelsbacher - Compilation - Die Pfalz war dereinst viel größer als der heutige Landesteil von Rheinland-Pfalz. die Oberpfalz gehörte z.B. dazu, "der Pfalz Land in Bayern", natürlich die heute in Baden-Württemberg liegende Kurpfalz und der heute zum Saarland gehörige Saarpfalzkreis.


Siehe zu dem Thema auch diesen Artikel.

Pfalz-Zweibrücken, Geschichte einer Dynastie

Aus der Linie Pfalz-Zweibrücken ist, nach dem Aussterben der bayerischen Linie, der letzte Kurfürst und erste König Bayerns (von Napoleons Gnaden) hervorgegangen. Und alle folgenden Herrscher Bayerns. Durchaus Grund genug, dieser Dynastie ein paar Schlaglichter zu widmen.

Die Wittelsbacher im Norden - Bergisches Land

Schloß Burg (auch Schloß Burg an der Wupper) ist eine ab dem späten 19. Jahrhundert rekonstruierte Höhenburg im Solinger Stadtteil Burg an der Wupper. Die Anlage war seit dem 12. Jahrhundert die Stammburg der Grafen und späteren Herzöge von Berg und ist heute das Wahrzeichen des Bergischen Landes. Zugleich ist sie eine der größten Burgen Westdeutschlands und die größte rekonstruierte Burganlage in Nordrhein-Westfalen.

   

Seit 1609 gehörte das Herzogtum Berg zum wittelsbachischen Haus Pfalz-Neuburg. Von 1742 bis 1799 war Berg Besitz der Linie Pfalz-Sulzbach unter Karl Theodor (1742–1799), auch Kurfürst von der Pfalz und Herzog von Pfalz-Neuburg, seit 1777 auch Kurfürst von Bayern. Der regierende Herzog von Berg war Maximilian Josef (1799–1806), auch Kurfürst von Bayern aus der Linie Pfalz-Birkenfeld-Bischweiler (Pfalz-Zweibrücken).

Maximilian I. Maria Michael Johann Baptist Franz de Paula Joseph Kaspar Ignatius Nepomuk (* 27. Mai 1756 in Schwetzingen bei Mannheim; † 13. Oktober 1825 in München) war bei Regierungsantritt im Jahre 1799 als Maximilian IV. zunächst Herzog von Bayern, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog von Jülich und Berg sowie Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches. Er begründete die Herrschaft des Wittelsbacher Hauses Pfalz-Zweibrücken über Bayern. Durch ein Bündnis mit dem napoleonischen Frankreich stieg er am 1. Januar 1806 zum ersten König des Königreichs Bayern auf. Bei seinen Untertanen wurde er mit der populären Kurzform seines Namens "König Max" genannt.

Freitag, 20. April 2018

Die Wittelsbacher in der Pfalz


Die Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben, erbaut von König Ludwig I. von Bayern, zählt sicher zu den bekanntesten Bauwerken der Wittelsbacher Dynastie in der Pfalz.


Unterhalb liegt Rhodt unter Rietburg.


Zweibrücken, die Residenz der Linie Pfalz-Zweibrücken.


Die Alexanderskirche in Zweibrücken, Grablege der Wittelsbacher der Linie Pfalz-Zweibrücken. Der bislang letzte hier beigesetzte Angehörige der ältesten Dynastie Europas ist Alexander Prinz von Bayern (1923 - 2001).


Meisenheim war vor Zweibrücken Residenzstadt.


Die Schlosskirche bildet zusammen mit dem Herzog-Wolfgang-Haus den einzigen erhaltenen Rest des ehemaligen Schlosses. Der Grundstein wurde 1497 gelegt, vollendet wurde der Bau 1504. Die dreischiffige Hallenkirche besteht aus fünf Jochen und hat einen prachtvoll ausgebildeten Turm mit Turmhelm. Der quadratische Vorchor wird von einer Grabkapelle und einer zweigeschossigen Sakristei flankiert. Die Netzgewölbe ruhen auf Rundpfeilern. Im Vorchor und Chorpolygon gibt es reiche kuppelige Sterngewölbe. Das kunstvollste Gewölbe befindet sich rechts in der Grabkapelle. Im 18. Jh. wurde durch die Gebrüder Stumm eine großzügig dimensionierte Orgel eingebaut. Sehenswert ist auch die Rokoko-Kanzel aus der Meisenheimer Schmidt-Werkstatt. Die Schlosskirche zählt zu den bedeutendsten linksrheinischen Bauwerken der Spätgotik.



Freitag, 9. März 2018

Grablegen der Wittelsbacher

Die Wittelsbachergruft in der Theatinerkirche in München

In der Chorkapelle des Klosters Scheyern nahe Pfaffenhofen an der Ilm, der ehemaligen Johanneskirche der Burg, befindet sich die erste und älteste Grablege der Wittelsbacher.

>Kloster Scheyern nahe Pfaffenhofen an der Ilm. Das im Jahr 1119 gegründete Benediktinerkloster ist das Stammkloster der Wittelsbacher, der ältesten Dynastie Europas.


Die Schloßkirche in Meisenheim am Glan - Grablege der Wittelsbacher der Linie Pfalz-Zweibrücken -


Die Alexanderskirche in Zweibrücken, Grablege der Wittelsbacher der Linie Pfalz-Zweibrücken. Der bislang letzte hier beigesetzte Angehörige der ältesten Dynastie Europas ist Alexander Prinz von Bayern (1923 - 2001).


In der Herzgruft der Gnadenkapelle in Altötting sind die Herzen der Wittlsbacher beigesetzt.




Freitag, 22. September 2017

Pfalz-Zweibrücken, Geschichte einer Dynastie


Neumarkt in der Oberpfalz - Pfalzgrafenschloß (im Hintergrund) und Residenzkirche "Zu unserer lieben Frau"

Fast, ja fast, wäre auch Pfalz-Neumarkt (in der Oberpfalz in Bayern) einmal zweibrückisch gewesen. Jedenfalls zur Hälfte. Denn diese Hälfte hatte Stephan von Pfalz-Simmern-Zweibrücken-Veldenz (reg. 1410-1453) geerbt. Aber er verkaufte am 6. Juni 1448 den eigenen Anteil am Gesamtherzogtum um 96.000 fl. rh. an seinen Miterben Otto von Pfalz-Mosbach.

Er gilt übrigens als der Begründer der Linie Pfalz-Zweibrücken der Dynastie der Wittelsbacher. Die erste Residenzstadt war Meisenheim am Glan in der Nordpfalz.

Meisenheim


Da Meisenheim in den Kriegen mit Friedrich dem Siegreichen 1461 belagert und künftig als gefährdet angesehen wurde, wurden 1463 die pfalz-zweibrückischen Zentralbehörden und 1477 auch die Hofhaltung nach Zweibrücken (Rheinland-Pfalz) verlegt, wo die Residenz bis 1793 blieb. Durch die Grablege in der 1504 errichteten Schlosskirche (noch 1571 wurde dort Herzog Wolfgang (reg. 1532-1569) beigesetzt), die bis 1625 bestehende Münze und als Sitz der zweibrückischen Bergverwaltung behielt Meisenheim jedoch zentrale Funktionen bei. Wolfgang war überzeugter Protestant. So versuchte er, der Rekatholisierung Deutschlands durch das Augsburger Interim 1548–1552 Widerstand zu leisten. Nach dem Augsburger Religionsfrieden 1555 erließ er 1557 eine der großen und maßgeblichen Kirchenordnungen in Deutschland, die in anderen deutschen Fürstentümern übernommen wurde. Bestandteil dieser Kirchenordnung war auch das erste evangelische Gesangbuch, das im südwestdeutschen Raum von offizieller Seite herausgegeben wurde. 1566 nahm Wolfgang als kaiserlicher Kavallerie-Offizier am Türkenkrieg teil. 1569 führte er ein Söldnerheer von Hochfelden aus dem Elsass durch Burgund und Innerfrankreich in das Limousin, um den französischen Hugenotten unter dem Fürsten von Condé im dritten Hugenottenkrieg beizustehen. Herzog Wolfgang erkrankte während des Feldzuges und starb im Feldlager in Nexon. Die einbalsamierte Leiche Herzog Wolfgangs wurde auf Anordnung von Admiral Gaspard II. de Coligny zunächst in Angoulême eingesargt, dann 1571 nach dem Frieden von Saint-Germain (1570) von Cognac über La Rochelle auf einem lübischen Schiff durch den Ärmelkanal und den Öresund mit Aufenthalt in Kopenhagen nach Lübeck und von dort zur Beisetzung nach Meisenheim gebracht.

Zweibrücken


1489 stiftete Pfalzgraf Alexander bei seiner Rückkehr von einer Pilgerfahrt ins Heilige Land die später nach ihm benannte, 1493-1515 errichtete Alexanderskirche in Zweibrücken. Diese spätgotische Hallenkirche wurde zur neuen Grablege des Fürstengeschlechts. Der bislang letzte hier beigesetzte Angehörige der ältesten Dynastie Europas ist Alexander Prinz von Bayern (1923 - 2001).


Auch das benachbarte Homburg im heutigen Saarpfalz-Kreis gehörte zum Herzogtum.

Homburg


Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken (s. auch oben) erhielt 1557 das Fürstentum Pfalz-Neuburg. Nachdem der bis dahin regierende Ottheinrich 1556 pfälzischer Kurfürst geworden war, trat er sein altes Fürstentum, die sogenannte Junge Pfalz, 1557 im Heidelberger Sukzessionsvertrag an Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken ab. Nach dessen Tod 1569 fiel Neuburg an seinen ältesten Sohn Philipp Ludwig, der damit die jüngere Linie Pfalz-(Zweibrücken-)Neuburg begründete.

Neuburg an der Donau


Und hier noch ein paar Clips über Städte und Dörfer, die dereinst auch zum Territorium von Pfalz-Zweibrücken gehörten.

Bergzabern


Albersweiler


Annweiler


Dienstag, 29. August 2017

Wittelsbacher Hof- und Residenzkirchen


Bild oben: Neuburg an der Donau

Die Hofkirche in Neuburg an der Donau

Die heutige Kirche wurde ab 1607/08 nach Plänen des kaiserlichen Hofmalers Josef Heintz und von Hofbaumeister Sigm als protestantische Hofkirche auf dem Karlsplatz erbaut. Vorbild für die heutige Kirche ist die Jesuitenkirche St. Michael in München. Sie ist ein bedeutendes Werk des Manierismus, welcher ein Stil der Übergangsphase von Spätrenaissance zu Barock darstellt. Bereits 1613 wurde sie von Fürst Wolfgang Wilhelm in eine katholische Jesuitenkirche umgewandelt. Die Ausstattung ist ganz im gegenreformatorischen Sinne gehalten.

Die Hofkirche in Neuburg an der Donau - 2017-04-16 from Franz Roth on Vimeo.


Die Schloßkirche in Meisenheim am Glan

Die Schlosskirche bildet zusammen mit dem Herzog-Wolfgang-Haus den einzigen erhaltenen Rest des ehemaligen Schlosses. Der Grundstein wurde 1497 gelegt, vollendet wurde der Bau 1504. Die dreischiffige Hallenkirche besteht aus fünf Jochen und hat einen prachtvoll ausgebildeten Turm mit Turmhelm. Der quadratische Vorchor wird von einer Grabkapelle und einer zweigeschossigen Sakristei flankiert. Die Netzgewölbe ruhen auf Rundpfeilern. Im Vorchor und Chorpolygon gibt es reiche kuppelige Sterngewölbe. Das kunstvollste Gewölbe befindet sich rechts in der Grabkapelle. Im 18. Jh. wurde durch die Gebrüder Stumm eine großzügig dimensionierte Orgel eingebaut. Sehenswert ist auch die Rokoko-Kanzel aus der Meisenheimer Schmidt-Werkstatt. Die Schlosskirche zählt zu den bedeutendsten linksrheinischen Bauwerken der Spätgotik.


Die Alexanderskirche in Zweibrücken

Die Alexanderskirche in Zweibrücken ist gemeinsam mit Meisenheim Grablege der Wittelsbacher der Linie Pfalz-Zweibrücken. Der bislang letzte hier beigesetzte Angehörige der ältesten Dynastie Europas ist Alexander Prinz von Bayern (1923 - 2001).


Freitag, 25. August 2017

Die Grablegen der Zweibrücker Wittelsbacher


Meisenheim am Glan war die ursprüngliche Residenz der Wittelsbacher der Linie Pfalz-Zweibrücken gewesen, bevor sie die Residenz nach Zweibrücken verlegten. Insofern ist auch die Schloßkirche in Meisenheim eine ihrer Grablegen.




In Zweibrücken ist die Alexanderskirche die Begräbniskirche der Herzöge.

Die Alexanderskirche in Zweibrücken from Franz Roth on Vimeo.


Mittwoch, 23. August 2017

Die Wittelsbacher der Linie Pfalz-Zweibrücken


Die Schloßkirche in Meisenheim am Glan - Grablege der Wittelsbacher der Linie Pfalz-Zweibrücken -

Das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken, auch Fürstentum Pfalz-Zweibrücken und Pfalzgrafschaft Zweibrücken genannt, war ein reichsunmittelbares Fürstentum des Heiligen Römischen Reichs mit dem namengebenden Residenzsitz Zweibrücken. Es wurde 1444 konzipiert und 1453/59 eingerichtet und bestand unter der Herrschaft der Wittelsbacher bis 1801.

War zunächst Meisenheim Residenzstadt, avancierte Zweibrücken 1477 zur Hauptstadt des Herzogtums und blieb es bis 1793.

Meisenheim - Die evangelische Schloßkirche

Zur Grablege erkor sich die Herzogsfamilie die Schlosskirche in Meisenheim und später die (im Zweiten Weltkrieg stark zerstörte) Alexanderskirche in Zweibrücken.

Die Schlosskirche bildet zusammen mit dem Herzog-Wolfgang-Haus den einzigen erhaltenen Rest des ehemaligen Schlosses. Der Grundstein wurde 1497 gelegt, vollendet wurde der Bau 1504.

Die dreischiffige Hallenkirche besteht aus fünf Jochen und hat einen prachtvoll ausgebildeten Turm mit Turmhelm. Der quadratische Vorchor wird von einer Grabkapelle und einer zweigeschossigen Sakristei flankiert. Die Netzgewölbe ruhen auf Rundpfeilern. Im Vorchor und Chorpolygon gibt es reiche kuppelige Sterngewölbe. Das kunstvollste Gewölbe befindet sich rechts in der Grabkapelle. Im 18. Jh. wurde durch die Gebrüder Stumm eine großzügig dimensionierte Orgel eingebaut. Sehenswert ist auch die Rokoko-Kanzel aus der Meisenheimer Schmidt-Werkstatt. Die Schlosskirche zählt zu den bedeutendsten linksrheinischen Bauwerken der Spätgotik.


Der berühmteste hier beigesetzte Wittelsbacher ist zweifelsohne Karl I. von Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld, geboren im Jahr 1560 in Neuburg an der Donau, damals Pfalz-Neuburg.


Pfalz-Neuburg war von den Zweibrückern 1553 erworben worden, ebenso in der heutigen Oberpfalz in Bayern Pfalz-Sulzbach sowie Pfalz-Vohenstrauß-Parkstein und in der Pfalz die Region Pfalz-Birkenfeld.

Im folgenden Video sehen wir das Schloß in Zweibrücken, bis ins 18. Jahrhundert die Residenz der Linie Pfalz-Zweibrücken.


Auch Bad Bergzabern in der Südpfalz war eine Residenz der Zweibrücker Wittelsbacher.


Neumarkt in der Oberpfalz war im 15. und 16. Jahrhundert Residenzstadt gewesen.


Neumarkt in der Oberpfalz - Pfalzgrafenschloß (im Hintergrund) und Residenzkirche "Zu unserer lieben Frau"

Pfalzgraf Johann verlegte seinen Regierungssitz dorthin und begann damit, die Stadt zur Residenz auszubauen, es entstanden unter anderem die Kirche St. Johannes, die Hofkirche und das Pfalzgrafenschloss. Es folgten die Pfalzgrafen Otto I., sein Sohn Otto II. und Friedrich II. von der Pfalz, der später Kurfürst wurde und nach Heidelberg übersiedelte.

Den Pfalzgrafen von Neumarkt verdankt die Region auch das erste Birgittenkloster Süddeutschlands, das Kloster Gnadenberg.


Es wurde 1422 von Pfalzgraf Johann I. von Neumarkt und seiner Gattin Katharina, Tochter des Herzogs Wratislaw VII. von Pommern, an dem ursprünglich als Eichelberg bezeichneten Ort gegründet.

Im Dreißigjährigen Krieg brannten am 23. April 1635 schwedische Truppen die Kirche und Teile des Klosters nieder; seitdem ist Gnadenberg eine Ruine.

Donnerstag, 27. April 2017

Wittelsbacher Hof- und Schloßkirchen: Meisenheim (Nordpfalz) und Neuburg a.d. Donau


Die Schloßkirche in Meisenheim am Glan - Grablege der Wittelsbacher der Linie Pfalz-Zweibrücken -

Meisenheim - Die evangelische Schloßkirche

Die Schlosskirche bildet zusammen mit dem Herzog-Wolfgang-Haus den einzigen erhaltenen Rest des ehemaligen Schlosses. Der Grundstein wurde 1497 gelegt, vollendet wurde der Bau 1504.

Die dreischiffige Hallenkirche besteht aus fünf Jochen und hat einen prachtvoll ausgebildeten Turm mit Turmhelm. Der quadratische Vorchor wird von einer Grabkapelle und einer zweigeschossigen Sakristei flankiert. Die Netzgewölbe ruhen auf Rundpfeilern. Im Vorchor und Chorpolygon gibt es reiche kuppelige Sterngewölbe. Das kunstvollste Gewölbe befindet sich rechts in der Grabkapelle. Im 18. Jh. wurde durch die Gebrüder Stumm eine großzügig dimensionierte Orgel eingebaut. Sehenswert ist auch die Rokoko-Kanzel aus der Meisenheimer Schmidt-Werkstatt. Die Schlosskirche zählt zu den bedeutendsten linksrheinischen Bauwerken der Spätgotik.


Die katholische Hofkirche in Neuburg an der Donau

Ursprünglich war auch die Neuburger Hofkirche protestantisch gewesen.

Die Hofkirche in Neuburg an der Donau - 2017-04-16 from Franz Roth on Vimeo.


Die heutige Kirche wurde ab 1607/08 nach Plänen des kaiserlichen Hofmalers Josef Heintz und von Hofbaumeister Sigm als protestantische Hofkirche auf dem Karlsplatz erbaut. Vorbild für die heutige Kirche ist die Jesuitenkirche St. Michael in München. Sie ist ein bedeutendes Werk des Manierismus, welcher ein Stil der Übergangsphase von Spätrenaissance zu Barock darstellt. Bereits 1613 wurde sie von Fürst Wolfgang Wilhelm in eine katholische Jesuitenkirche umgewandelt. Die Innenausstattung ist ganz im gegenreformatorischen Sinne gehalten.

Mittwoch, 26. April 2017

Südpfalz - Nordpfalz


Auf unserer Südpfalztour besuchen wir Kandel, Jockgrim und Rheinzabern.



Die Nordtour führt uns nach Otterberg und Meisenheim.



Freitag, 21. April 2017

In der Nordpfalz


Unswre erste Etappe führt uns nach Otterberg mit der ehemaligen Abtei der Zibsterzienser, in der im 16. Jahrhundert Glaubensflüchtlinge aus der Wallonie Zuflucht gefunden hatten.


1579 siedelte der Pfälzer Kurfürst in der aufgehobenen Zisterzienserabtei Otterberg (bei Kaiserslautern) wallonische Flüchtlinge an, die die damaligen Spanischen Niederlande wegen ihres reformierten Glaubens verlassen mussten.

In Reipoltskirchen sehen wir die wahrscheinlich um 1198 entstandene besterhaltendste Wasserburg der Pfalz.


Und unserer weiterer Weg führt uns nach Meisenheim am Glan.


Die Stadt weist heute noch viel von seiner mittelalterlichen Bausubstanz auf, da sie als einzige der pfälzischen Städte in ihrer Geschichte von Kriegen und größeren Katastrophen verschont geblieben ist.



Freitag, 28. Oktober 2016

Auf den Spuren der Wittelsbacher - Von Meisenheim in der Nordpfalz bis Altötting in Niederbayern


Meisenheim am Glan war einst eine Residenz der Wittelsbacher Linie Pfalz-Zweibrücken gewesen. So finden wir in der Evangelischen Schloßkirche auch ihre Grablege.


Der berühmteste hier beigesetzte Wittelsbacher ist zweifelsohne Karl I. von Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld, geboren im Jahr 1560 in Neuburg an der Donau, damals Pfalz-Neuburg.


Im folgenden Video sehen wir das Schloß in Zweibrücken, im 18. Jahrhundert die Residenz der Linie Pfalz-Zweibrücken.


Apropos Wittelsbacher und prachtvolle Barock-Schlösser: Max Emanuel, der "Blaue Kurfürst", hat sich, als er deutscher Kaiser werden wollte, in Schleißheim bei München ein Schloß bauen lassen, das dem Versailles des französischen Sonnenkönigs Konkurrenz machen sollte.


Und wenn wir in Meisenheim bei einer Wittelsbacher Grablege gestartet sind, in Scheyern, nahe Pfaffenhofen an der Ilm, finden wir das Stammkloster der Wittelsbacher und ihre älteste Grablege.


Doch damit nicht genug der Wittelsbacher Grablegen, denn in Altötting in Niederbayern, da sind in der sogenannten Herzgruft der Gnadenkapelle (rechts im Bild) die Herzen der Wittelsbacher beigesetzt.


Meisenheim am Glan im Nordpfälzer Bergland



Meisenheim weist heute noch viel von seiner mittelalterlichen Pracht auf.
Es ist eine der Städte, die in ihrer Geschichte von Kriegen und größeren Katastrophen verschont geblieben ist.








Ein besonderes Highlight ist die Evangelische Schloßkirche.