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Dienstag, 3. Oktober 2023

Das Hundeverbot an Niedersachsens Deichen, verheerende Sturmfluten und die Aufgabe der Deichgrafen


Warum gilt in Niedersachsen ein Hundeverbot auf allen Deichen?

Bei aller touristischen Attraktivität der Deiche sind sie Schutzbauwerke. Diesem Zweck (siehe Niedersächsisches Deichgesetz) haben sich alle anderen Aktivitäten unterzuordnen.

Das Mitführen von Hunden ist grundsätzlich auf Deichen in Niedersachsen verboten.

Die Anwesenheit der Tiere auf den Deichen ist aus mehreren Gründen kritisch: Schafe geraten als Fluchttiere schnell in Panik, wenn sie die Vierbeiner erblicken. Vor allem trächtige Muttertiere sind gefährdet, weil es zu Frühgeburten oder einem Verlammen kommen kann. Gefährlich sind auch Krankheitserreger im Hundekot für Schafe. Deshalb dürfen Hunde auch dann nicht unangeleint auf das Deichgelände (Deiche, Deichverteidigungsweg, Treibselräumweg und Vorland), wenn keine Schafe in Sicht sind.

Gefahren drohen für die Deichsicherheit auch, wenn Hunde Löcher in die Grasnarbe wühlen. Jedes Loch in der Deichoberfläche ist ein möglicher Angriffspunkt, weil die heranbrechenden Wellen derartige Löcher ausspülen und im schlimmsten Fall einen Deichbruch zur Folge haben können.

Auch Blindenführhunde und Assistenzhunde dürfen niemals unangeleint auf das gesamte Deichgelände.

Die Deichschafe: Als Hüter der Deiche erfüllen sie eine wichtige Funktion: Tagaus und Tagein verdichten sie das Erdreich mit ihren Hufen und sorgen für einen stabilen Damm. So sind sie quasi die Angestellten des Hochwasserschutzes und bei Wind und Wetter auf ihren Deichen. Mit ihren Hufen verfestigen sie den Deich und tragen so zu seiner Stabilität bei.

Schafe halten die Grasnarbe dicht: Schafe haben einen tiefen Biss und halten das Gas sehr kurz. Deshalb werden die Halme dicker, es kommt zu einer besseren Bestockung. Schafe sorgen auch dadurch für die Stabilisierung der Deiche: Durch die bessere Bestockung werden auch die Graswurzeln kompakter und stabilisieren die Erde.


Informationstafel in Neuharlingersiel

Warum das Einhalten dieser Regeln so wichtig ist, das sehen wir u.a. auch an den Hochwassermarken am Sieltor von Neuharlingersiel: Mt dem "Blanken Hans" ist nicht zu spaßen!
Die oberste Marke kennzeichnet der Wasserstand der Februarflut von 1825. Die Februarflut von 1825, in Deutschland auch Große Halligflut genannt, war eine Flutkatastrophe vom 3. bis 5. Februar 1825 an der gesamten deutschen, dänischen und niederländischen Nordseeküste sowie im unteren Weser- und Elbegebiet und deren Nebenflüssen, bei der etwa 800 Menschen ertranken und sehr schwere Schäden entstanden. An nahezu allen Orten wurden die bis dahin beobachteten Rekordwasserstände deutlich überstiegen; sie dürfte eine der schwersten Fluten der letzten Jahrhunderte gewesen sein.

Und es gab bis dahin ja schon eine ganze Reihe verheerenter Sturmfluten: Eine der größten Naturkatastrophen an der Nordseeküste war die Weihnachtsflut von 1717. Tausende Menschen und Vieh kamen in den Fluten an der friesischen und ostfriesischen Küste ums Leben. Als Weihnachtsflut wird die Sturmflut an der kontinentaleuropäischen Nordseeküste vom 24. Dezember auf den 25. Dezember 1717 bezeichnet. Sie wurde von einem plötzlich einsetzenden Nordweststurm verursacht. Zwischen den Niederlanden und Dänemark kam es zu zahlreichen Deichbrüchen und verheerenden Überschwemmungen. Von Tondern im nördlichen Herzogtum Schleswig bis zum ostfriesischen Emden ertranken etwa 9.000 Menschen; auch in den Niederlanden starben 2.500 Personen. Eine erneute Sturmflut erfolgte in der Nacht vom 25. auf den 26. Februar 1718.

Die Weihnachtsflut von 1717 war die verheerendste Sturmflut der Neuzeit und markiert den Wendepunkt im Deichbau. Mit ihr begann der moderne und organisierte Küstenschutz an der Nordsee.

Und vergessen wir nicht die beiden Marcellusfluten: Marcellusflut ist der Name zweier Flutkatastrophen an der Nordsee, die jeweils am 16. Januar (Gedenktag des heiligen Marcellus) stattfanden. Erste Marcellusflut (1219) - Grote Mandränke (‚großes Ertrinken‘) und Zweite Marcellusflut (1362), auch: Mandrankels, Grote Madetuen oder Grote Mandrenke.

Auch Sankt Willehad in Accum wurde durch die Weihnachtsflut schwer beschädigt.


1719 wurde die heutige Kirche gebaut, nachdem die Vorgängerkirche von mehreren Sturmfluten, so auch von der Weihnachtsflut 1717, schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde und so baufällig war, dass sie nur noch unter Lebensgefahr betreten werden konnte.

Eine Besonderheit ist das im Inneren der Kirche befindliche Grabmal für den Häuptling Tido von Inn- und Kniphausen († 18. Februar 1565) und seine Frau Eva von Renneberg († 1579). Es befindet sich vorne in der Kirche neben dem hölzernen Abendmahltisch. Der Doppelgrabstein aus schwarzem Marmor ist ein Beispiel bester flämischer Renaissance-Porträtplastik.

Im unmittelbar an der Nordseeküste liegenden Dornumersiel ertranken in der Weihnachtsflut fast alle Einwohner.


In Dornumersiel zeigt die Figurengruppe „He is buten bleven“ (er ist draußen geblieben) die Lebenswirklichkeit der Menschen an der Nordsee. Die traurig melancholische Skulptur zeigt eine Seemannsfrau mit ihrem Kind, deren Mann „auf See geblieben“ ist. Christian Eisbein (* 5. Juli 1917 in Halle (Saale); † 1. Juli 2009 in Westerholt, Ostfriesland) schuf die Skulptur.

Noch Wochen und Monate nach der Flutkatastrophe von Weihnachten 1717 wurden Leichen angeschwemmt. Der junge ostfriesische Pastor Johann Christian Hekelius lebte damals in Resterhafe/Schwittersum. Die kleine Kirche liegt auf einer hohen Warft und ragte während der Sturmflut wie eine Insel aus den Fluten hervor. Hekelius schildert in seiner Chronik sehr eindrücklich das ganze Ausmaß der Katastrophe.


In Neuharlingersiel gibt es ja die Ferienresidenzen Deichgraf. Aber ein Deichgraf ist keinesfalls eine nostalische Reminiszez an alte Zeiten. Es gibt immer noch Deichgrafen! Touristen reiben sich oft verwundert die Augen, wenn sie von diesem scheinbar veralteten Posten hören. Wenn Besucher den Begriff Deichgraf hören, denken sie vielleicht an Hauke Haien, die Figur, die Theodor Storm in seiner Novelle „Der Schimmelreiter“ beschrieb. Dabei sind seine Aufgaben aktueller denn je. Deichgraf (auch Deichvogt, Deichgeschworener, Deichrichter, Deichhauptmann) ist die Bezeichnung des Vorstehers eines genossenschaftlich organisierten Deichverbandes, der Deichacht, der für die Unterhaltung und Anlage der Deiche zuständig ist. Wichtigste Aufgabe dabei ist die Deichschau.

Die Anlieger der Deiche sind verpflichtend Mitglied der Deichacht.

So war z.B. auch meine Frau, als sie noch in Ostfriesland lebte, Mitglied der Deichacht ihres Dorfes und hatte bei Hochwasserlagen die Deichkrone im Auge zu behalten und im Falle, das Wasser stieg gefährlich an, sofort ihren Deichgrafen zu unterrichten.

Montag, 5. Juli 2021

Von Dangast nach Fedderwardersiel

Ein einzigartiges Kleinod befindet sich in der Gemeinde Jade in Sehestedt: Das Schwimmende Moor. Dieses außendeichs gelegene Hochmoor ist der Rest eines ehemals riesigen Hochmoorgebietes, das in den vergangenen Jahrhunderten weite Teile der Wesermarsch bedeckte. Heute ist das Sehestedter Außendeichsmoor einzigartig auf der Welt und steht unter Naturschutz. Durch Sturmfluten wird es aber zunehmend zerstört. Von der Größe von 135 ha im Jahr 1720 bestehen heute noch ca. 10 ha.

Am Jadebusen: Dangast und Eckwarderhörne


Seebad Dangast - Der Kurort Nordseebad Dangast liegt am südwestlichen Jadebusen im Landkreis Friesland und ist Teil der Stadt Varel.

Um 1795 beschloss Graf Gustav Friedrich Wilhelm Bentinck, ein Seebad nach englischem Vorbild anzulegen. Schon 1797 wurde berichtet, dass Dangast gern von Badegästen aufgesucht werde. Im Juni 1825 nahm Carl Friedrich Gauß, der sich im Rahmen der Landesvermessung in Varel aufhielt, warme Bäder (warm sea baths) in Dangast.

Die provisorischen Anlagen wurden in den Jahren 1804 bis 1865 durch die endgültigen, überwiegend bis heute erhaltenen Baulichkeiten ersetzt.

Der Ort Eckwarderhörne, früher Eckwarderhörn (hörn = Ecke) genannt, liegt an der Südwestspitze der Halbinsel Butjadingen im Landkreis Wesermarsch in Niedersachsen, Deutschland. Bei Eckwarderhörne befindet sich der Übergang vom Jadebusen zur Nordsee. Der Ort liegt 1,5 Kilometer südwestlich von Eckwarden. Direkt gegenüber auf der anderen Seite des Jadebusens liegt die Stadt Wilhelmshaven.

Das Oberfeuer Preußeneck gehört zur ehemaligen Richtfeuerlinie Eckwarden in der Innenjade. Es wurde 2012 außer Betrieb genommen und bleibt als Baudenkmal erhalten. Der 44,7 Meter hohe Leuchtturm Oberfeuer Preußeneck ist der höchste Punkt in Butjadingen. Von hier aus hat man einen einmaligen Blick über die Nordsee-Halbinsel, den Jadebusen und den Jade-Weser-Port. Der Leuchtturm wurde nach dem Bau des Tiefwasserhafens außer Betrieb gestellt. Seitdem kümmert sich ein Förderverein um den Erhalt des Oberfeuers Preußeneck. Besichtigt werden kann der Leuchtturm daher nur auf Anfrage.

Zwischen Varel und Eckwarderhörne befindet sich bei Sehestedt das Schwimmende Moor.


Das Schwimmende Moor oder Sehestedter Außendeichsmoor ist ein am Jadebusen in der Gemeinde Jade (Landkreis Wesermarsch) beim Ortsteil Sehestedt gelegenes einzigartiges Naturdenkmal. Das Moor ist das einzige Außendeichsmoor der Welt und wird heute zu den Überflutungsmooren gerechnet. Seit 1986 ist es Teil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer.

Ursprünglich lag dieses Moor im Binnenland, vom Meer durch Marschland getrennt. Es entwickelte sich vom Niedermoor zum Hochmoor. Die Unterseite der Torfmooses lag tiefer als die Oberfläche der vorgelagerten Küstenmarsch, seine Oberfläche höher. Vor der Errichtung der Seedeiche im 12. Jahrhundert konnten Sturmfluten aber bis zum Moor vordringen. Mit dem Vordringen des Jadebusens erreichte das Meeresufer das Moor. Bei Sturmfluten wurde das Moor samt darauf errichteten Häusern vom Wasser angehoben. Manchmal wurden erhebliche Moorflächen abgerissen und fortgetrieben, bei Anlaufen des Hochwassers in beträchtlicher Entfernung wieder abgesetzt. Auf der Fläche des heutigen Jadebusens und des im 14. und 15. Jahrhundert bestehenden Lockfleths gingen große Moorflächen verloren. Die ehemaligen Moorflächen wurden auch als Hoben bezeichnet, ursprünglich das friesische Wort für aufschwimmendes Moor. Durch Abbruch der Moorkanten schrumpfte das Schwimmende Moor auf 10 ha. Nur ein kleiner Teil des Deichvorlands, ein Streifen unmittelbar westlich des Seedeichs, besteht aus dem Schwimmenden Moor; den größeren Teil des Deichvorlands bei Sehestedt bilden heute Salzwiesen.

Deichschafe bei Sehestedt

Die Deichschafe: Als Hüter der Deiche erfüllen sie eine wichtige Funktion: Tagaus und Tagein verdichten sie das Erdreich mit ihren Hufen und sorgen für einen stabilen Damm. So sind sie quasi die Angestellten des Hochwasserschutzes und bei Wind und Wetter auf ihren Deichen.


Schafe halten die Grasnarbe dicht: Schafe haben einen tiefen Biss und halten das Gas sehr kurz. Deshalb werden die Halme dicker, es kommt zu einer besseren Bestockung. Schafe sorgen auch dadurch für die Stabilisierung der Deiche: Durch die bessere Bestockung werden auch die Graswurzeln kompakter und stabilisieren die Erde.

Das Nordseebad Fedderwardersiel ist eine Ortschaft in der Gemeinde Butjadingen in der Wesermarsch im Nordwesten Niedersachsens. Sie liegt an der Außenweser. Der idyllische Krabbenkutterhafen in Fedderwardersiel lädt zum Verweilen ein. Der kleine Fischerort Fedderwardersiel liegt in unmittelbarer Nachbarschaft von Burhave. Auch heute noch, im Zeitalter der industriellen Fischerei, fahren von hier traditionelle Kutter zum Krabbenfang raus auf die Nordsee. Wenn sie nach erfolgreichem Fang wieder in den Sielhafen einlaufen, kann das Granat (so nennt man hier die Krabben) frisch vom Kutter gekauft werden.





Samstag, 3. Juli 2021

In der Wesermarsch

Bauernhof in der Wesermarsch (Butjadingen); bei Ovelgönne - Die Gemeinde ist stark von der Landwirtschaft geprägt und bezeichnet sich selbst als das „Grüne Herz der Wesermarsch“.


Der Landkreis Wesermarsch liegt im Nordwesten Niedersachsens und umfasst das Gebiet westlich der Weser zwischen Bremen und der Wesermündung. Seine Kreisstadt ist Brake, die größte Stadt hingegen Nordenham.

Das Schwimmende Moor bei Sehestedt

Ein weltweit einzigartiges Kleinod befindet sich in der Gemeinde Jade in Sehestedt: Das Schwimmende Moor. Dieses außendeichs gelegene Hochmoor ist der Rest eines ehemals riesigen Hochmoorgebietes, das in den vergangenen Jahrhunderten weite Teile der Wesermarsch bedeckte. Durch den Bau des Deiches um 1725 wurde dieser Moorbereich vom restlichen Moor abgetrennt und ist seitdem den Naturgewalten von Sturm und Meer ausgesetzt. Bei hochauflaufenden Sturmfluten hebt sich das Moor in seiner Gesamtheit an: Es "schwimmt".


Ein Naturschutzgebiet besonderer Art ist das Sehestedter Außendeichsmoor. Es ist das einzige Außendeichsmoor der Erde. Dieser Rest des abbrechenden Hochmoores schwimmt auf, wenn Sturmfluten 3,25 m über NN erreichen. Es wird dann unter dem schwimmenden Moor Schlick abgelagert. Gebildet hat sich das Moor im Rahmen der großflächigen Vermoorungen des nordwestlichen Küstenraums. Die günstigen Bildungsbedingungen im Bereich der Watten und Marschen ("schwimmende" Torfe) bestanden hierfür offenbar zwischen 3600 und 2800 v.Chr. sowie zwischen 1700 und 300 v.Chr.. Während dieser Zeitabschnitte vermoorte die gesamte Küstenniederung zwischen Ems und Weser großflächig. Das Sehestedter Außendeichsmoor (schwimmendes Moor) ist ein bekanntes Beispiel für ein vermoortes Gebiet, das später nicht mehr im Rahmen von Transgressionen vom Meer überflutet wurde. Es wurde erst nach dem Einbruch des Jadebusens von der See erreicht. Durch das Aufschwimmen der leichten oberen Torfschicht wird das Überfluten heute verhindert. Angehoben wird das Moor bei Sturmfluten über 2,5 m über das mittlere Hochwasser. Dieses Klapp-Phänomen gab es früher an vielen Stellen der Nordseeküste. Heute ist das Sehestedter Außendeichsmoor einzigartig auf der Welt und steht unter Naturschutz. Durch Sturmfluten wird es aber zunehmend zerstört. Von der Größe von 135 ha im Jahr 1720 bestehen heute noch ca. 10 ha.

Deichschafe in Butjadingen

Die Deichschafe: Als Hüter der Deiche erfüllen sie eine wichtige Funktion: Tagaus und Tagein verdichten sie das Erdreich mit ihren Hufen und sorgen für einen stabilen Damm. So sind sie quasi die Angestellten des Hochwasserschutzes und bei Wind und Wetter auf ihren Deichen.


Schafe halten die Grasnarbe dicht: Schafe haben einen tiefen Biss und halten das Gas sehr kurz. Deshalb werden die Halme dicker, es kommt zu einer besseren Bestockung. Schafe sorgen auch dadurch für die Stabilisierung der Deiche: Durch die bessere Bestockung werden auch die Graswurzeln kompakter und stabilisieren die Erde.

Fedderwardersiel

Das Nordseebad Fedderwardersiel ist eine Ortschaft in der Gemeinde Butjadingen in der Wesermarsch im Nordwesten Niedersachsens. Sie liegt an der Außenweser. Der idyllische Krabbenkutterhafen in Fedderwardersiel lädt zum Verweilen ein. Der kleine Fischerort Fedderwardersiel liegt in unmittelbarer Nachbarschaft von Burhave. Auch heute noch, im Zeitalter der industriellen Fischerei, fahren von hier traditionelle Kutter zum Krabbenfang raus auf die Nordsee. Wenn sie nach erfolgreichem Fang wieder in den Sielhafen einlaufen, kann das Granat (so nennt man hier die Krabben) frisch vom Kutter gekauft werden.


Das denkmalgeschützte Weserschlößchen in Blexen gehört zu den eindrucksvollsten Gebäuden auf dem Gebiet der Stadt Nordenham. Das Weserschlößchen ist das ehemalige Bahnhofsgebäude am Fähranleger nach Bremerhaven und wurde 1907 erbaut.

Donnerstag, 8. August 2019

In der Wesermarsch auf der Halbinsel Butjadingen


Wesermarsch ist ein geografischer und ein politischer Begriff. Geografisch bezeichnet er das Marschland zu beiden Seiten der Weser, politisch ist es der gleichnamige niedersächsische Landkreis auf der Halbinsel Butjadingen. Die historische Landschaft Butjadingen grenzt im Südwesten an den Jadebusen, im Westen und Nordwesten an die Innenjade sowie im Osten und im Nordosten an die Weser und deren Mündung. Der Name leitet sich von niederdeutsch "buten" (= außen, außerhalb, jenseits) und "Jade" ab. Das Wort "Butjadingen" bezeichnet also das "Land jenseits der Jade" (aus der Sicht der Landschaften westlich der Jade, in denen die Mehrheit der Friesen lebte).


Ein weltweit einzigartiges Kleinod befindet sich in der Gemeinde Jade in Sehestedt: Das Schwimmende Moor. Dieses außendeichs gelegene Hochmoor ist der Rest eines ehemals riesigen Hochmoorgebietes, das in den vergangenen Jahrhunderten weite Teile der Wesermarsch bedeckte. Durch den Bau des Deiches um 1725 wurde dieser Moorbereich vom restlichen Moor abgetrennt und ist seitdem den Naturgewalten von Sturm und Meer ausgesetzt. Bei hochauflaufenden Sturmfluten hebt sich das Moor in seiner Gesamtheit an: Es "schwimmt".


Deichschafe im Anmarsch


Die Deichschafe in Butjadingen sind sozusagen Mitarbeiter im Küstenschutz: Mit ihren Hufen verfestigen sie den Deich und tragen so zu seiner Stabilität bei.


Eckwarderhörne


Eckwarderhörne an einem stürmischen Tag

Das mit einem Kostenaufwand von über 300 .000 Euro sanierte Oberfeuer "Preußeneck" in Eckwarderhörne entwickelt sich zu einem Touristenmagneten. Der Turm sollte nach der Außerdienststellung abgerissen werde und erst das Aufbegehren einer Bürgerinitiative hat dies verhindert.

Eckwarderhörne an einem Tag mit Badewetter:


Fedderwardersiel, idyllischer Krabbenfischerhafen


Interessant, wenn bei Ebbe sowohl die Krabbenkutter im Hafen als auch die Sportsegler trockenfallen.


Seebad Dangast

Der Kurort Nordseebad Dangast liegt am südwestlichen Jadebusen im Landkreis Friesland und ist Teil der Stadt Varel. Dangast ist das südlichste Nordseebad. Es hat einen etwa zwei Kilometer langen Sandstrand.


Um 1795 beschloss Graf Gustav Friedrich Wilhelm Bentinck, ein Seebad nach englischem Vorbild anzulegen. Schon 1797 wurde berichtet, dass Dangast gern von Badegästen aufgesucht werde. Im Juni 1825 nahm Carl Friedrich Gauß, der sich im Rahmen der Landesvermessung in Varel aufhielt, warme Bäder (warm sea baths) in Dangast. Die provisorischen Anlagen wurden in den Jahren 1804 bis 1865 durch die endgültigen, überwiegend bis heute erhaltenen Baulichkeiten ersetzt.



Samstag, 29. Juni 2019

In der Wesermarsch (Butjadingen)


Ein weltweit einzigartiges Kleinod befindet sich in der Gemeinde Jade in Sehestedt: Das Schwimmende Moor. Dieses aussendeichs gelegene Hochmoor ist der Rest eines ehemals riesigen Hochmoorgebietes, das in den vergangenen Jahrhunderten weite Teile der Wesermarsch bedeckte. Durch den Bau des Deiches um 1725 wurde dieser Moorbereich vom restlichen Moor abgetrennt und ist seitdem den Naturgewalten von Sturm und Meer ausgesetzt. Bei hochauflaufenden Sturmfluten hebt sich das Moor in seiner Gesamtheit an: Es "schwimmt".


Deichschafe im Anmarsch


Die Deichschafe in Butjadingen sind sozusagen Mitarbeiter im Küstenschutz: Mit ihren Hufen verfestigen sie den Deich und tragen so zu seiner Stabilität bei.


Eckwarderhörne


Eckwarderhörne an einem stürmischen Tag

Das mit einem Kostenaufwand von über 300 .000 Euro sanierte Oberfeuer "Preußeneck" in Eckwarderhörne entwickelt sich zu einem Touristenmagneten. Der Turm sollte nach der Außerdienststellung abgerissen werde und erst das Aufbegehren einer Bürgerinitiative hat dies verhindert.

Eckwarderhörne an einem Tag mit Badewetter:


Fedderwardersiel, idyllischer Krabbenfischerhafen


Seebad Dangast

Der Kurort Nordseebad Dangast liegt am südwestlichen Jadebusen im Landkreis Friesland und ist Teil der Stadt Varel. Dangast ist das südlichste Nordseebad. Es hat einen etwa zwei Kilometer langen Sandstrand.


Um 1795 beschloss Graf Gustav Friedrich Wilhelm Bentinck, ein Seebad nach englischem Vorbild anzulegen. Schon 1797 wurde berichtet, dass Dangast gern von Badegästen aufgesucht werde. Im Juni 1825 nahm Carl Friedrich Gauß, der sich im Rahmen der Landesvermessung in Varel aufhielt, warme Bäder (warm sea baths) in Dangast. Die provisorischen Anlagen wurden in den Jahren 1804 bis 1865 durch die endgültigen, überwiegend bis heute erhaltenen Baulichkeiten ersetzt.



Sonntag, 29. April 2018

Von Dangast nach Blexen


Der Kurort Nordseebad Dangast liegt am südwestlichen Jadebusen im Landkreis Friesland und ist Teil der Stadt Varel. Dangast ist das südlichste Nordseebad. Es hat einen etwa zwei Kilometer langen Sandstrand.


Von Dangast aus geht es in die Wesermarsch (Butjadiingen) nach Sehestedt zum Schwimmender Moor.


Ein Naturschutzgebiet besonderer Art ist das Sehestedter Außendeichsmoor. Es ist das einzige Außendeichsmoor der Erde. Dieser Rest des abbrechenden Hochmoores schwimmt auf, wenn Sturmfluten 3,25 m über NN erreichen. Es wird dann unter dem schwimmenden Moor Schlick abgelagert. Gebildet hat sich das Moor im Rahmen der großflächigen Vermoorungen des nordwestlichen Küstenraums. Die günstigen Bildungsbedingungen im Bereich der Watten und Marschen ("schwimmende" Torfe) bestanden hierfür offenbar zwischen 3600 und 2800 v.Chr. sowie zwischen 1700 und 300 v.Chr.. Während dieser Zeitabschnitte vermoorte die gesamte Küstenniederung zwischen Ems und Weser großflächig. Das Sehestedter Außendeichsmoor (schwimmendes Moor) ist ein bekanntes Beispiel für ein vermoortes Gebiet, das später nicht mehr im Rahmen von Transgressionen vom Meer überflutet wurde. Es wurde erst nach dem Einbruch des Jadebusens von der See erreicht. Durch das Aufschwimmen der leichten oberen Torfschicht wird das Überfluten heute verhindert. Angehoben wird das Moor bei Sturmfluten über 2,5 m über das mittlere Hochwasser. Dieses Klapp-Phänomen gab es früher an vielen Stellen der Nordseeküste. Heute ist das Sehestedter Außendeichsmoor einzigartig auf der Welt und steht unter Naturschutz. Durch Sturmfluten wird es aber zunehmend zerstört. Von der Größe von 135 ha im Jahr 1720 bestehen heue noch ca. 10 ha.

Hier sehen wir auch Deichschafe. Die Deichschafe in Butjadingen sind sozusagen Mitarbeiter im Küstenschutz: Mit ihren Hufen verfestigen sie den Deich und tragen so zu seiner Stabilität bei.


Unser nächstes ziel ist Eckwarderhörne.


Weiter geht es über Fedderwardersiel.


Interessant, wenn bei Ebbe sowohl die Krabbenkutter im Hafen als auch die Sportsegler trockenfallen.


Der Küstenstraße folgend erreichen wir schließlich Blexen gegenüber Bremerhaven an der Weser. Das denkmalgeschützte Weserschlößchen in Blexen gehört zu den eindrucksvollsten Gebäuden auf dem Gebiet der Stadt Nordenham.



Dienstag, 4. Juli 2017

In Butjadingen - Von Dangast nach Fedderwardersiel


Bild oben: Ebbe bei Fedderwardersiel

Wir starten unsere kleine Rundtour durch Butjadingen im Seebad Dangast am Jadebusen.


Der Kurort Nordseebad Dangast liegt am südwestlichen Jadebusen im Landkreis Friesland und ist Teil der Stadt Varel.

Um 1795 beschloss Graf Gustav Friedrich Wilhelm Bentinck, ein Seebad nach englischem Vorbild anzulegen. Schon 1797 wurde berichtet, dass Dangast gern von Badegästen aufgesucht werde. Im Juni 1825 nahm Carl Friedrich Gauß, der sich im Rahmen der Landesvermessung in Varel aufhielt, warme Bäder (warm sea baths) in Dangast.

Die provisorischen Anlagen wurden in den Jahren 1804 bis 1865 durch die endgültigen, überwiegend bis heute erhaltenen Baulichkeiten ersetzt.

Bei Sehestedt sehen wir das "Schwimmende Moor" und die sog. Deichschafe bei ihrer wichtigen "Arbeit" im Küstenschutz: Fressen und Deich festtreten.


Mit dem Schwimmenden Moor hat es folgende Bewandnis: Ein Naturschutzgebiet besonderer Art ist das Sehestedter Außendeichsmoor. Es ist das einzige Außendeichsmoor der Erde. Dieser Rest des abbrechenden Hochmoores schwimmt auf, wenn Sturmfluten 3,25 m über NN erreichen. Es wird dann unter dem schwimmenden Moor Schlick abgelagert Gebildet hat sich das Moor im Rahmen der großflächigen Vermoorungen des nordwestlichen Küstenraums. Die günstigen Bildungsbedingungen im Bereich der Watten und Marschen ("schwimmende" Torfe) bestanden hierfür offenbar zwischen 3600 und 2800 v.Chr. sowie zwischen 1700 und 300 v.Chr.. Während dieser Zeitabschnitte vermoorte die gesamte Küstenniederung zwischen Ems und Weser großflächig. Das Sehestedter Außendeichsmoor (schwimmendes Moor) ist ein bekanntes Beispiel für ein vermoortes Gebiet, das später nicht mehr im Rahmen von Transgressionen vom Meer überflutet wurde. Es wurde erst nach dem Einbruch des Jadebusens von der See erreicht. Durch das Aufschwimmen der leichten oberen Torfschicht wird das Überfluten heute verhindert. Angehoben wird das Moor bei Sturmfluten über 2,5 m über das mittlere Hochwasser. Dieses Klapp-Phänomen gab es früher an vielen Stellen der Nordseeküste. Heute ist das Sehestedter Außendeichsmoor einzigartig auf der Welt und steht unter Naturschutz. Durch Sturmfluten wird es aber zunehmend zerstört. Von der Größe von 135 ha im Jahr 1720 bestehn heue noch ca. 10 ha.


Unser nächstes Ziel ist Eckwarderhörne, eine Landspitze gegenüber Wilhelmshaven.



Eckwarderhörne an einem stürmischen Tag:


Wir kommen nach Fedderwardersiel, einen idyllischen Krabbenfischerhafen.


Und noch ein kleiner Abstecher nach Blexen. Gegenüber, jenseits der Weser, liegt Bremerhaven. Eine Fähre fährt dorthin.


Im Binnenland der Wesermarsch:

  

Karte:


Montag, 27. April 2015

Unterwegs in Butjadingen

Deutsches Schwarzköpfiges Fleischschaf - an einem Deich bei Sehestedt in Butjadingen

Sie haben eine wichtige Aufgabe, die sog. Deichschafe, denn sie sind sozusagen Mitarbeiter im Küstenschutz. Mit ihren Hufen verfestigen sie den Deich und tragen so zu seiner Stabilität bei. Und ganz nebenbei haben sie durch das Grasen auf den Salzwiesen ein ganz besonders würziges Fleisch.


Deichschafe in Butjadingen von franz-roth-tv


Das "Schwimmmende Moor" bei Sehestedt

Das Schwimmende Meer bei Sehestedt in der Wesermarsch (Butjadingen) ist ein Natuwunder der besonderen Art: das Moor schwimmt auf dem Meer, dem Jadebusen. Sturmfluten zerstören es immer weiter.


Das Schwimmende Moor auf dem Jadebusen bei... von franz-roth-tv


Ein stürmischer Tag in Eckwarderhörne

Eckwarderhörne in Butjadingen (Landkreis Wesermarsch). Blick auf das gegenüberliegende Wilhelmshaven mit dem Ölhafen und dem Jade-Weser-Port. Oberleuchtfeuer Preußeneck, dem (obwohl maritimes Denkmal) wegen des Jade-Weser-Ports der Abriß droht.


Eckwarderhörne - Butjadingen - Ein stürmischer Tag von franz-roth-tv


Bei Ebbe liegen die Krabbenkutter in Fedderwardersiel (Butjadingen, Wesermarsch) im Hafenbecken auf dem Trockenen.


Alte Fischerhäuser nahe Fedderwardersiel (Butjadingen, Wesermarsch), heute Ferienhäuser.

Sonntag, 29. Juni 2014

Impressionen aus Butjadingen in der Wesermarsch



Die Deichschafe (hier bei Sehestedt) sind echte Profis im Küstenschutz und eine Delikatesse. Es handelt sich um das Deutsche schwarzköpfige Fleischschaf.


Deichschafe in Butjadingen by Franz Roth


Ebenfalls bei Sehestedt finden wir ein Naturwunder der besonderen Art: das sogenannte Schwimmende Moor. Denn dieses Moor mit Bäumen und allem Drum und Dran schwimmt auf dem Meer, auf dem Jadebusen.


Das Schwimmende Moor auf dem Jadebusen bei Sehestedt in Butjadingen by Franz Roth


Last but not least besuchen wir Eckwarderhörne, das genau gegenüber Wilhelmshaven am Jadebusen liegt. Wir sehen so den Ölhafen und den Jade-Weser-Port.

Wegen diesem ist das maritime Denkmal Oberfeuer Preußeneck gefährdet.


Eckwarderhörne - Butjadingen - Ein stürmischer Tag by Franz Roth


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