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Donnerstag, 8. Februar 2018

Von Colmar in die Vogesen

Colmar - Isenheimer Altar von Matthias Grünewald im Musée Unterlinden

Colmar (elsässisch Colmer, deutsch auch Kolmar) ist nach Straßburg und Mülhausen die drittgrößte Stadt im Elsass und Hauptstadt des Départements Haut-Rhin (68) in der Region Grand Est. Colmar liegt an der Elsässer Weinstraße und bezeichnet sich gern als Hauptstadt der elsässischen Weine. Die Stadt ist berühmt für ihr gut erhaltenes architektonisches Erbe aus sechs Jahrhunderten und für ihre Museen, darunter das Unterlinden-Museum mit dem Isenheimer Altar. Colmar ist die Geburtsstadt berühmter Künstler wie Martin Schongauer, Frédéric-Auguste Bartholdi, Ernst Stadler und Jean-Jacques Waltz. Colmar (lateinisch: Columbaria) wurde als Königsgut unter dem Namen Columbarium (Fiscum) („Taubenhaus“, auch Kolumbarium) im Jahr 823 erstmals urkundlich erwähnt. Anfang des 13. Jahrhunderts – wahrscheinlich nach 1214 – wurde der Ort Colmar auf Veranlassung des Landvogts Albinus Wölfel (oder Wölfelin) mit einer Ringmauer umgeben, die 1220 fertiggestellt war. 1226 wurde Colmar durch eine Urkunde des römisch-deutschen Kaisers Friedrich II. zur Stadt erhoben und Freie Reichsstadt.

Rund um Colmar:
Alsace (Elsaß) - Département Haut-Rhin (68) - Colmar, Riquewihr, Kaysersberg, Bergheim, Dambach-la-ville



Unterwegs auf der Route des Crêtes

Die Route des Crêtes (‚Gipfelstraße‘, auch Vogesenkammstraße) ist eine beliebte Ausflugsstraße in den Vogesen (frz. Vosges) und durchquert den Regionalen Naturpark Ballons des Vosges. Die 77 km lange Route des Crêtes verläuft vom Col du Bonhomme in der Nähe des Lac Blanc im Norden bis nach Cernay im Süden. Sie verläuft dabei meist westlich der Gipfel (z.B. Hohneck, Kastelberg, Rainkopf, Großer Belchen) und bewegt sich meist zwischen 950 und 1250 Metern Höhe. Höchster Punkt ist der 1.343 Meter hohe Pass zwischen dem Markstein und dem Hartmannswillerkopf (frz. Vieil Armand) in der Nähe des großen Belchen (frz. Grand Ballon).


Die Route des Crêtes war ursprünglich eine Militärstraße, die von den Franzosen während des Ersten Weltkriegs zur Versorgung der Armee bei der Eroberung des 1871 an das Deutsche Reich gefallenen Elsass gebaut wurde (Hartmannswillerkopf). Sie verläuft fast ununterbrochen auf westlicher Seite etwas unterhalb des Gipfelkamms und damit in Deckung vor deutschem Beschuss. Anders als die meisten anderen Straßen verbindet sie damit keine Orte untereinander. Auf dem Gipfelkamm verlief damals auf weiten Strecken die deutsch-französische Grenze, die Grenzsteine sind zum großen Teil heute noch sichtbar. Heute ist diese Straße eine beliebte Touristenstrecke, vor allem für Motorräder und Radfahrer. Im Winter wird die Straße teilweise nicht vom Schnee geräumt, stattdessen werden auf der Straße Langlaufloipen gespurt und Winterwanderwege gewalzt. Stellenweise führen auch Skipisten darüber (z. B. am Kastelberg oder am Lac Blanc). Die Sperrung wegen Schnees kann bis in den Frühling (April/Mai) andauern. Bei gesperrter Strecke geschieht das Befahren auf eigene Gefahr.

Am Lac Noir

Unbedingt besuchen sollte man den Lac noir, den Schwarzensee, wie er auf deutsch heißt. Der Lac Noir (Schwarzer See) ist ein Karsee in den Vogesen. Der eiszeitliche Gebirgssee liegt unterhalb des Vogesen-Hauptkamms auf 950 m ü. NN oberhalb von Orbey und Kaysersberg. Der Lac Noir liegt zwischen dem Lac Blanc, von dem er durch den Reisberg getrennt wird, und dem Lac des Truites, auch Lac Forlet genannt. Über dem Westufer beginnt die Hochebene der Hautes Chaumes.


Der Lac Noir bildete zusammen mit dem höher gelegenen Lac Blanc ein Pumpspeicherkraftwerk. Hierbei wurde vom Lac Noir mit preisgünstigem Nachtstrom Wasser in den nördlich und höher gelegenen Lac Blanc gepumpt, das bei Spitzenbedarf wieder von diesem zur Stromerzeugung zum Lac Noir abgelassen wurde. Um den Lac Noir für das Pumpspeicherkraftwerk zu nutzen, wurde der See durch eine Staumauer am Ostufer zusätzlich aufgestaut. Das Pumpspeicherkraftwerk wurde 1934 errichtet. Das dazugehörende Elektrizitätswerk befindet sich am nordwestlichen Uferabschnitt. Das Kraftwerk wurde 2014 abgerissen.


Am Ostufer des Sees befinden sich ein Parkplatz und ein uriges Restaurant ("Le Mille Mètres").




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Donnerstag, 27. April 2017

Links und rechts der Route des Crêtes in den Vogesen


Als ich zum ersten Mal auf dem Gipfel des Schnepfenried stand, war ich gerade drei Jahre alt und machte meine ersten Versuche auf zwei Skiern. Das war 1955 gewesen, zu einer Zeit, als im Elsaß niemand mehr deutsch sprechen wollte (oder sollte?). Das hat aber insbesondere meinen Großvater nicht davon abhalten können, zu allen Jahreszeiten mit seinem Enkel aus der Pfalz hier herüber zu kommen, um die grandiose Natur zu genießen. Im Laufe der Jahre habe ich so dort oben Ski fahren gelernt und die französische Sprache. Und heute ist es nun, Gott sei Dank, wieder so, dass sich meine Unterhaltung mit Elsässern jetzt, häufig genug in fließendem Übergang, in vier Sprachen vollzieht: deutsch, französisch, elsässisch und pfälzisch. Denn unsere Dialekte sind miteinander verwandter als unsere offiziellen Muttersprachen.


Der Schnepfenried liegt in den Südvogesen, hoch über dem Münstertal und dem Tal der Fecht, inmitten einer beeindruckenden Gebirgslandschaft, nicht weit von der Route des Crêtes, der im Ersten Weltkrieg von der französischen Armee gebauten Höhenstraße, die den Vogesenkamm auf einer Länge von 80 Kilometern von Thann im Süden über den Col de la Schlucht bis zum Col du Bonhomme im Norden durchzieht.


Die Eiszeit hat hier die Gipfel rund gehobelt, was man auch an den Namen des Grand Ballon oder des Petit Ballon erkennen kann, und Gebirgsseen und tief eingeschnittene Täler hinterlassen.


Früher haben die Viehhändler, wenn Sie den Col de la Schlucht vom Münstertal kommend erreicht hatten, zum Dank für erfolgreiche Gebirgsüberquerung erst ein paar Tropfen Schnaps vergossen, bevor sie sich selbst einen genehmigten.

Nicht weit von dort empfiehlt sich der Besuch eines historischen Monumentes, des Schlachtfeldes aus dem Ersten Weltkrieg am Colet du Linge, dem Lingenkopf, wo im Sommer des Jahres 1915 auf deutscher Seite Soldaten des 74. hannoverschen Reserveinfanterieregiments, die meisten davon aus dem flachen Ostfriesland, den kampferprobten französischen Alpenjägern gegenüberlagen und sich erbitterte Kämpfe um die befestigten Höhen lieferten. Beim Rundgang durch die Gedenkstätte sollte man tunlichst die markierten Wege durch die Schützengräben und Gefechtsstände nicht verlassen, denn die explosiven Überbleibsel der Kämpfe finden sich in Form von Artilleriegranaten noch allenthalben am Lingenkopf. Auch sind die Exhumierungsarbeiten der Gefallenen und Vermissten bis zum heutigen Tage nicht vollständig abgeschlossen.



Nach der Exkursion in die blutigen Kapitel der Geschichte der Vogesen, die sicher bleibende Eindrücke hinterlassen wird, sollte man sich wieder den erfreulicheren Seiten dieser Region zuwenden.


Eine Besonderheit in den Hochvogesen sind die Ferme Auberge, Almen, die auch Gastronomie und Unterkunft offerieren, meist nur geöffnet zwischen Mai und Ende Oktober, wenn die Almbauern ihr Vieh wieder zu Tal bringen. Das Label „ferme auberge“ ist in Frankreich geschützt und garantiert die „ländliche Herkunft“ der Produkte, die bei den angebotenen Mahlzeiten Verwendung finden, typische Vogesenküche, meist eröffnet mit einer schmackhaften Gemüsesuppe und dann gefolgt von Fleischpasteten oder deftigem von Rind und Schwein mit Bratkartoffeln mit Speck. Als Nachtisch wird in der „Stuwa“, dem rustikal eingerichteten Gastraum, gerne der „Siesskas“ gereicht, junger Münsterkäse, mit Zucker bestreut und mit Kirschwasser übergossen.