Posts mit dem Label Frankreich werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Frankreich werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 6. September 2022

Beginnt in der Südwestpfalz jetzt der Tank-Tourismus nach Frankreich?

Am Mittwoch, den 31. August 2022 ist in Deutschland der Tankrabatt ausgelaufen. In Deutschland sind die Preise für Benzin und Diesel wie erwartet mit dem Ende des Tankrabatts kräftig gestiegen.

Für Autofahrer aus der Südwestpfalz könnte sich jetzt eine Fahrt nach Frankreich lohnen. Denn Frankreich hat in der Nacht zum 1. September den Nachlass an der Zapfsäule erhöht. Statt bisher 18 Cent wird im September und Oktober auf dem Festland ein Rabatt von 30 Cent pro Liter Benzin oder Diesel gewährt.

Wir sind 5 Kilometer von der Grenze zu Moselle (57) entfernt. Die nächsten Tankstellen sind in Bitche (Bitsch) in rd. 20 Kilometern Entfernung. Beim Supermarché MATCH (von dem wir auch eine Kundenkarte haben) gibt es eine Selbstbedienungs-Tankstelle, die auch die deutsche EC-Karte akzeptiert.

MATCH wirbt auch mit seinen günstigen Spritpreisen.

Der aktuelle Preis ist 50 Cent günstiger als in Deutschland.

Und wenn schon, denn schon, kann man auch gleich noch was einkaufen.



Sonntag, 17. Oktober 2021

Trip-Tipp Normandie: Von Granville nach Bayeux

Nürnberger sind überall - Episode in Granville in der Normandie im Jahr 1998:

Wir fahren durch den Kreisverkehr in die Rue du Cap Lihou und hören plötzlich: "Wo geht's denn hier zum Plärrer?" Da hatte ein Nürnberger zu Fuß das "N" in unserem Kennzeichen gesehen. Geistesgegenwärtig zeigte ich nach Osten und antwortete: "Da lang!"

in der Oberstadt

Granville


Château de Rozel
Château de Flamanville
Dunes de Biville
Cap de La Hague
Omonville-la-Rogue
Barfleur
Sainte-Marie-du-Mont
Sainte-Mère-Église
Vierville-sur-mer


Port-en-Bessin-Huppain liegt an der Küste zum Ärmelkanal in der Seinebucht, neun Kilometer nordwestlich von Bayeux.


Port-en-Bessin, unser Quartier 1998 in der Normandie

Last but not least besuchen wir noch Bayeux.
Die Kathedrale Notre-Dame de Bayeux ist der Sitz des Bischofs von Bayeux-Lisieux und eines der bedeutendsten sakralen Baudenkmäler der Normandie. Das Kulturdenkmal wurde im Jahr 1862 als Monument historique klassifiziert. Ursprünglich im normannisch-frühromanischen Stil erbaut, präsentiert die Kathedrale sich heute weitgehend gotisch.


Dienstag, 20. Juli 2021

Roscoff und Pays de Leon

Roscoff (bretonisch Rosko) liegt im Pays de Leon im Département Finistère in der Bretagne. Früher war Roscoff ein wichtiger Umschlagplatz für Zwiebeln, die nach England verschifft wurden. Die fliegenden Händler, die mit ihren Fahrrädern nach England übersetzten, wurden "Onion Johnnies" genannt.



Freitag, 18. Juni 2021

Unterwegs in der Provençe

Auf dem Col du Val d'Enfer, dem Höllentalpaß, in den Alpilles
Dante soll diesen Ort als Vorbild für die Hölle in seinem Hauptwerk, "Die Göttlichen Komödie", verwendet haben.

Die Provence ist die wärmste und mit rund 2.600 bis 3.000 Sonnenstunden pro Jahr auch die sonnenreichste Gegend Frankreichs. Beeinflusst wird das Klima (Mittelmeerklima) im Südosten Frankreichs vor allem durch Winde, wie den Mistral, der vor allem im Winter teils heftig zu spüren ist. Die Zeit zwischen Oktober und April ist auch die, in der die meisten Niederschläge fallen. An sonnigen Tagen sind aber auch im Winter ohne Weiteres Temperaturen bis 20 Grad möglich. Als beste Reisezeit gelten Frühjahr und Herbst. Zu dieser Zeit können Sie mit angenehmen Temperaturen rechnen und es besuchen nicht allzu viele Touristen Südfrankreich.

Über die geografischen Grenzen der Provençe herrscht oft Verwirrung. Die Reiseliteratur nennt die Landschaft häufig in einem Atemzug mit der Côte d’Azur. In der französischen Verwaltung bilden beide gemeinsam die Region Provençe-Alpes-Côtes d’Azur (PACA) mit den Départements Alpes-Maritimes, Var, Bouches-du-Rhône, Vaucluse sowie Alpes-de-Haute-Provençe und Hautes-Alpes. Teile der benachbarten Départements Gard und Drôme im Nordwesten zählen aber touristisch ebenfalls zur Provençe.

Ein Meisterwerk der Antike - Pont du Gard

Der Pont du Gard ist ein römisches Monument, das Mitte des 1. Jahrhunderts errichtet wurde. Er ist das Hauptwerk des 50 km langen Aquäduktes, das die Stadt Nîmes, ehemaliges Nemausus, mit Wasser versorgte. Die Aquäduktbrücke ist mit drei Ebenen insgesamt 50 m hoch und führte die Wasserleitung über den Gardon.


Die Brücke wurde im Wesentlichen aus Blöcken gelben Kalksteins erbaut, die aus einem nahen, an den Fluss grenzenden Steinbruch stammen. Nur die oberste Ebene ist vermörtelt und trägt die durch Kalkablagerungen belasteten Deckenplatten. An ihrem längsten Punkt misst die dreistöckige Brücke 360 m. Mit der Umsetzung des Entwurfs schufen die römischen Architekten und Hydraulikingenieure ein technisches Meisterwerk, das als Kunstwerk bis heute Bestand hat. Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass ein imposantes Ausmaß an Steinen für die Konstruktion benötigt wurde. Der Bau verschlang über 21.000 m³ Stein, die es auf ein Gesamtgewicht von 50.400 Tonnen bringen.

Auf Spurensuche in der Provençe: Vincent van Gogh und Frédéric Mistral (Saint-Paul-de-Mausole und Maillane)


Vincent van Gogh wurde in der bis heute eine Psychiatrie beherbergenden Klinik des Klosters Saint-Paul-de-Mausole bei Saint-Remy in der Provençe behandelt. In Erinnerung an den - heute - berühmten Patienten finden sich diverse Stationen, die in Schautafeln sein dortiges Schaffen zeigen. An den Stellen, an denen der Maler damals seine Staffelei aufgestellt hatte. Und eine Plastik im Eingangsbereich des Klosters und der Klinik. Der Name dieses ehemaligen Klosters, das man später in ein "Gesundheitszentrum" umgewandelt hatte, wurde von den antiken Mausoleen abgeleitet. Erhalten haben sich seine Kirche und ein hübscher kleiner, romanischer Kreuzgang mit vier Gewölbegalerien und eleganten, paarig angeordneten Säulen. Das Gebäude stammt aus dem 10. Jh., wurde im 12. Jh. von Mönchen umgebaut, bis es ab 1810, nachdem es ein Arzt aufgekauft hatte, als Krankenhaus diente, in dem die Ordensmitgliedern als medizinisches Personal arbeiteten. Die kleine Kirche besteht aus Schiff, Querschiff und Apsis. Die Kapellen im Norden und Süden sind modern, die südlichen Kapellen stammen aus dem 16. Jh. Hier wohnte Vincent van Gogh von Mai 1889 bis Mai 1890. Auf einem ausgeschilderten Pfad kann man den Wegen des Malers folgen.

Frédéric Mistral ( 8. September 1830 in Maillane; † 25. März 1914 ebenda) war ein französischer Dichter und Linguist, der seine Werke auf Provenzalisch schrieb. 1904 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Die zweisprachige Provence

Zweisprachiges Ortsschild (französisch und provencalisch) von Vallabregues (Valabrego)

Provenzalisch (französisch provençal, Eigenbezeichnung prouvençau) ist die Bezeichnung einer im Süden Frankreichs gesprochenen romanischen Sprache oder Gruppe von Sprachen. "Provenzalisch" in der weiteren Bedeutung ist gleichbedeutend mit "Okzitanisch" und bezeichnet als Oberbegriff die Gesamtheit der Sprachen Südfrankreichs.

Avignon - Palais des Papes - Papstpalast

Der Papstpalast zu Avignon (frz. Palais des papes = Palast der Päpste) war zwischen 1335 und 1430 die Residenz verschiedener Päpste und Gegenpäpste. Der Palast gehört mit der Altstadt von Avignon zum Weltkulturerbe. Die monumentale Residenz der Päpste aus dem 14. Jh. ist das größte gotische Bauwerk der Welt (15.000 m² Fläche, das entspricht 4 gotischen Kathedralen).

Man schrieb das Jahr 1304, als Papst Benedikt XI. starb. Zu seinem Nachfolger wurde der Erzbischof von Bordeaux gewählt. Er machte sich nicht einmal die Mühe, zu seiner Weihe nach Rom zu reisen, sondern ließ sich – sehr zum Wohlgefallen des französischen Königs Philipp der Schöne – in Lyon zum Papst krönen. Zunächst wurden gesundheitliche Gründe genannt, später offenbarte sich, dass wohl auch politische Erwägungen eine Rolle gespielt hatte.


Der neue Papst begab sich jedenfalls nie nach Rom und suchte sich stattdessen Avignon als Residenz aus. Da es dort allerdings keinen Palast gab, der eines Papstes würdig gewesen wäre, begann man mit entsprechenden Bauarbeiten. Es sollte allerdings noch eine Weile dauern, bis der Grundstein für den Papstpalast von Avignon, wie er sich heute noch in Teilen präsentiert, gelegt war. Das geschah erst im Jahr 1335, als man den „Alten Palast“ (Vieux Palais) zu bauen begann.

Avignon, die zwei Seiten der Medaille

Da Avignon von 1309 bis 1376 – und während des nachfolgenden Abendländischen Schismas – Papstsitz war, trägt die Stadt den Beinamen „Stadt der Päpste“. Die Altstadt von Avignon mit ihren prächtigen, mittelalterlichen Häusern ist von einer intakten und imposanten Befestigungsmauer umgeben. Die Altstadt mit dem gotischen Papstpalast (Palais des Papes) aus dem 14. Jahrhundert, der Bischofsanlage, dem Rocher des Doms und der berühmten Brücke, der Pont Saint-Bénézet, zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

ABER: Die Stadt, deren Haupteinnahmequelle der Tourismus ist, zählt zu den ärmeren und strukturschwächeren unter den französischen Städten; die Arbeitslosigkeit liegt bei fast 22%. Entsprechend hoch ist daher auch die Kriminalität: 2002 stand Avignon mit 173,35 Straftaten pro 1000 Einwohner an der Spitze der Kriminalitätsstatistik bei französischen Städten mit mehr als 25.000 Einwohnern. Bettler und Obdachlose, dreckige und verwahrloste Straßen, hohe Kriminalität und zones urbaines sensibles sind die Schattenseiten der einstigen Hauptstadt des christlichen Abendlandes. Besonders auch auf der Place du Palais vor dem Papstpalast kann man sich der Bettler kaum erwehren und muss oft genug lautstark und energisch reagieren, wenn z.B. eine Gitane mit ihren fünf Kindern partout nicht von einem ablassen will. Und vor Taschendieben sollte man sich hier auch in acht nehmen.

Dienstag, 5. Mai 2020

Der Zwölfapostelstein (Breitenstein) bei Goetzenbruck in Lothringen in den Jahren 2009 und 2019


Der Zwölfapostelstein (frz. Pierre des douze Apôtres; auch Breitenstein, lat. Petra lata) ist ein vorgeschichtlicher Menhir an der Verbindungsstraße zwischen Meisenthal, Mouterhouse (beide im Département Moselle) und Wingen-sur-Moder (Département Bas-Rhin) im Naturpark Nordvogesen (Parc Naturel Régional des Vosges du Nord). Seit dem Mittelalter bildet er eine Grenzmarke zwischen dem Elsass und Lothringen. Der aus einem einzigen Block Buntsandstein gehauene Monolith hat eine Höhe von etwa vier Metern.

Seine Vorgeschichte liegt im Dunkeln. Man vermutet, dass es sich um einen Kultstein aus keltischer („druidischer“) Zeit handelt. Einer üblichen Praxis entsprechend wurde dieser heidnische Kultstein in christlicher Zeit „getauft“, d. h. mit christlichen Merkmalen versehen. Der obere Teil wurde zu einer Kreuzigungsgruppe (der gekreuzigte Christus mit zwei Marien) gestaltet. Darunter wurde ein schlichtes Relief mit den zwölf Aposteln herausgearbeitet.

Einer Legende nach hat der Reformator Philipp Melanchthon hier gepredigt.

Auch soll hier ein keltischer Heerführer beerdigt sein, der mit seiner wilden Schar nächtens umgeht.

Mein erster und unser jüngster Film über den mystischen Ort.

P.S.: Das Titelbild des Clips ist 20 Jahre alt, von 1999.


Dienstag, 3. Dezember 2019

Mystische Steine: Der Gollenstein und der Breitenstein


Der größte Menhir Mitteleuropas:
Der Gollenstein bei Blieskastel

Der Gollenstein bei Blieskastel im Saarland (Saarpfalz-Kreis) ist ein etwa 4.000 Jahre alter Monolith. Er zählt zu den ältesten Kulturdenkmälern Deutschlands und gilt als der größte Menhir Mitteleuropas. Seine Höhe beträgt 6,58 Meter. Er steht auf dem Blieskasteler Berg nordwestlich des Stadtzentrums und gilt als Wahrzeichen der Barockstadt Blieskastel.

Der Stein besteht aus einem hellen Sandstein und wurde wahrscheinlich am Ende der Jungsteinzeit (ca. 2000 v. Chr.) errichtet. Er wird mit einem prähistorischen Ahnenkult in Verbindung gebracht.

Fast 4000 Jahre blieb der Gollenstein unversehrt, doch nach Beginn des Zweiten Weltkrieges befürchteten Offiziere der Wehrmacht, er könnte aufgrund seiner exponierten Stellung in der Landschaft als „Richtpunkt für die französische Artillerie“ dienen. Daraufhin legten Pioniere den Gollenstein im Jahre 1939 nieder. Die Soldaten richteten dafür eine mit Stroh gefüllte Grube her, die jedoch zu kurz berechnet war. Beim Umlegen riss das Seil, so dass der Stein stürzte, dabei auf der Kante der zu kurzen Grube aufschlug und in vier große und einige kleine Teile zerbrach. Auf Betreiben des Bürgermeisters Alfons Dawo wurden im November 1951 die Teile mit Beton – wegen der breiten Fugen nicht ganz fachmännisch – wieder zusammengesetzt und der Gollenstein erneut aufgerichtet.

Experten schätzen, dass die Nische mit dem Kreuz wahrscheinlich erst 1809 eingemeißelt wurde und christliche Kultgegenstände (Kreuze, kleine Heiligenfiguren, Kerzen) hierin Platz fanden. Der heidnische Stein bekam so eine christliche Bedeutung. Unter der Nische sind Fragmente einer menschlichen Figur reliefartig eingehauen. Zwei Beine mit Füßen, Teile des Rumpfes, der Kopf und ein Arm mit Hand sollen eine vorgeschichtliche Götterfigur darstellen, die an den keltischen Wettergott Taranis erinnert.


Der Zwölfapostelstein bei Goetzenbruck / Meisenthal im Bitscherland - Pays de Bitsche


Video: © by Irmgard & Franz Roth

Der Zwölfapostelstein (frz. Pierre des douze Apôtres; auch Breitenstein, lat. Petra lata) ist ein vorgeschichtlicher Menhir an der Verbindungsstraße zwischen Meisenthal, Mouterhouse (beide im Département Moselle) und Wingen-sur-Moder (Département Bas-Rhin) im Naturpark Nordvogesen (Parc Naturel Régional des Vosges du Nord). Seit dem Mittelalter bildet er eine Grenzmarke zwischen dem Elsass und Lothringen. Der aus einem einzigen Block Buntsandstein gehauene Monolith hat eine Höhe von etwa vier Metern.

Seine Vorgeschichte liegt im Dunkeln. Man vermutet, dass es sich um einen Kultstein aus keltischer („druidischer“) Zeit handelt. Einer üblichen Praxis entsprechend wurde dieser heidnische Kultstein in christlicher Zeit „getauft“, d. h. mit christlichen Merkmalen versehen. Der obere Teil wurde zu einer Kreuzigungsgruppe (der gekreuzigte Christus mit zwei Marien) gestaltet. Darunter wurde ein schlichtes Relief mit den zwölf Aposteln herausgearbeitet.

Einer Legende nach hat der Reformator Philipp Melanchthon hier gepredigt.



Montag, 2. September 2019

Auf den Spuren der früheren Holztrift: An Saarbach und Sauer (Forts.)


Wir setzen unsere Tour entlang Saarbach und Sauer fort. Wir tauchen dabei auch ein in die Sagenwelt des Wasigenwaldes (Wasgau, Vogesen), die Geschichte der Region und andere regionale Besonderheiten. Hinter Fischbach nimmt der Saarbach den von links kommenden Rumbach auf und knickt nach rechts ab. Es geht weiter nach Schönau, kurz vor der Grenze.


Schönau

Schönau ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz mit ca. 600 Einwohnern. Die "schöne Aue" liegt im Naturpark Pfälzerwald, mitten im romantischen Wasgau, am Oberlauf des Sauerbachs, direkt an der Grenze zum französischen Elsaß.

Schönau wurde erstmals 1129 urkundlich erwähnt. Zu Ende des Mittelalters legten hier die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken eine Eisenerzschmelze an, wodurch Schönau zu einer frühen Industriegemeinde wurde. 1835 erwarb der Großindustrielle Ludwig von Gienanth den Betrieb. Bei der Vertreibung der Hugenotten aus Frankreich, kam diese Industriellenfamilie in die Pfalz und wurde Besitzer vieler "Wappenschmieden". Nach der Stilllegung des Eisenwerkes 1883 wurde das Industriedorf ein beliebter Erholungsort. Zu Schönau gehört der Ortsteil Gebüg (dessen Anwesen sich in einem Hochtal unterhalb des größten keltischen Ringwalls der Pfalz, dem Maimont, einbetten) mit seinem Ortsbezirk Biehlerhof und die katholische Bildungs- und Freizeitkolonie Heilsbach (nördlich Schönaus in einer Einbuchtung des Sauertales am Nestelsberg gelegen). Schon Friedrich Schiller erwähnte in seiner Ballade "Der Gang nach dem Eisenhammer" die "Schöne Au".

Oberhalb von Schönau liegt die Burgruine Blumenstein, eine typische Wasgauburg, malerisch auf einem freistehenden Felsen gelegen, aus dem 13. Jahrhundert. Vermutlich zerstört im Bauernkrieg (1525). Eine der höchstgelegenen Burgruinen der Pfalz.


Die bereits auf französischem Gebiet liegende Burgruine Wasigenstein ist der Sage nach Schauplatz des Walthariliedes, der Mär um Walther und Hildegunde.



Die bizarre Burganlage aus dem 13. Jahrhundert ist eigentlich eine Doppelburg, bestehend aus Groß-Wasigenstein und Klein-Wasigenstein und wurde - typisch für die Felsenburgen des Wasgau - auf zwei freistehenden hohen Felsenriffen erbaut. Der größere Burgteil kann mit Hilfe luftiger Treppen bestiegen werden; auf den früher als Wohnturm genutzten kleineren Teil führt eine Wendeltreppe.



Die Sage von "Walther und Hildegunde" spielt am Wasigenstein im Wasgenwald (=Vogesen) nahe der französisch-deutschen Grenze und handelt vom Kampf des Walther von Aquitanien mit den zwölf Recken des Königs Gunther von Franken (Gunther der Burgunderkönig des Nibelungenliedes).

Innerhalb der literarischen Überlieferung, die uns das deutsche Mittelalter hinterlassen hat, nimmt das Heldenepos von Walther und Hildegunde eine besondere Stellung ein. Durch das ganze Mittelalter wurde der siegreiche Kampf der Westgoten gegen die Rheinfranken zur Zeit der Völkerwanderung besungen. Das Waltharilied führt uns in den Geist altgermanischen Heldentums zurück. Das Epos von Walther von Aquitanien ist in seiner vollständigsten und ältesten Form in der lateinischen Dichtung "Waltharii poesis" überliefert und umfaßt beinahe 1.500 Versfüße des Hexameters. Die Handschriften aus dem 11.-16. Jahrhundert entstammen den verschiedensten Gegenden und sind alle in Klöstern angefertigt. Die schönste Walthari-Handschrift, die in der Mitte des 12. Jahrhunderts geschrieben wurde und aus dem Kloster Reichenau in die Markgräflich Baden-Badensche Bibliothek gekommen ist, befindet sich in einem Sammelband der Landesbibliothek Karlsruhe.

Schon die Altvorderen waren an den Triftbächen unterwegs (Aufnahme von ca. 1922)

Bei Hirschthal passieren wir und der Saarbach die französische Grenze. Ab nun heißt er wieder Sauer, so wie einst auch in Deutschland. Lembach ist der erste Ort, den wir im Elsaß erreichen.


Hinter Lembach erreichen wir Woerth, den Schauplatz der zweiten Schlacht am 6. August 1870 im Deutsch-Französischen Krieg.

Denkmal zur Erinnerung an die bayerischen Gefallenen der Schlacht bei Woerth und Froeschwiller am 6. August 1870 im Deutsch-Französischen Krieg

Die Schlacht bei Woerth (französisch als Bataille de Frœschwiller-Wœrth und auch als Bataille de Reichshoffen bezeichnet) fand am 6. August 1870 im Deutsch-Französischen Krieg in der Nähe des Ortes Woerth im Unterelsaß statt.

Museum der Schlacht vom 6. August 1870 in Woerth

Dieses Museum widmet sich aussschliesslich der Schlacht vom 6. August 1870. Bei der unter dem Namen "Schlacht von Reichshoffen" in die Geschichte eingegangenen Schlacht handelt es sich eigentlich um die Schlacht bei Froeschwiller für die französische Armee und um die Schlacht bei Woerth für die deutsche Armee. Die meisten der auf dem Schlachtfeld gefundenen Ausstellungsstücke zeugen von dieser für Frankreich schmerzhaften Vergangenheit.


"La rivière de la Sauer" passiert im weiteren Verlauf auch das Töpferdorf Betschdorf.


Betschdorf hat sich durch die einheimische Töpferei einen Namen gemacht. Die Herstellung von Töpferware aus salzglasiertem Steingut ist eine uralte Tradition in der Region. Im 18. Jahrhundert ließen sich in Betschdorf Töpfer aus dem Westerwald nieder und brachten ihre eigene Töpfereitechnik - Salzglasierung in Kobaltblau - mit. Seitdem ist Betschdorf die Hauptstadt der Töpferei in "Grau und Blau".


Noch ein Artikel dazu hier.

Sonntag, 25. August 2019

Im Bitscherland (Pays de Bitche)


Nach unserem Trip in den grenznahen Bliesgau zieht es uns nun wieder auf die andere Seite der deutsch-französischen Grenze, ins Pays de Bitche, das Bitscherland.

Unser erstes Ziel, noch in der Südwestpfalz, ist Kröppen. Kröppen liegt am Rand des Zweibrücker Hügellandes direkt an der Grenze zu Frankreich. Es gehört zu den Dörfern der Hackmesserseite.



Der Begriff "Hackmesserseite" stammt aus der Zeit der franz. Revolution 1789.

Die Wogen der Revolution ergriffen 1792 auch die Dörfer um Trulben mit Eppenbrunn, Hilst, Schweix und Ludwigswinkel.

Zusammen mit zwölf Nationalgardisten erreichten mehrere Bürger unter der Führung des Oberförsters Weiß aus dem französischen Roppeviller am 8. November 1792 Eppenbrunn und pflanzten einen Freiheitsbaum. Die Freiheitskämpfer zogen am gleichen Tag auch noch nach Trulben und pflanzten dort einen weiteren Baum als "Zeugen der Freiheit". Die Dörfer Kröppen, Hilst und Schweix folgten dem Beispiel am nächsten Tag. Die in "freie Franken" umgewandelten Bürger erklärten dem Oberamt Pirmasens, keine Salzsteuer mehr zu bezahlen und der Darmstädter Regierung "... keinen Pfennig mehr zu entrichten". 1.000 Klafter Holz, das der Landgraf bereits an Zweibrücker Holzhändler verkauft hatte, teilten die Aufständischen unter sich auf. Schultheißen wurden abgesetzt und die herrschaftlichen Jäger und Waldhüter vertrieben. Die widerspenstigen Dörfer schufen eine neue Gemeindeverwaltung nach französischem Vorbild und stellten an die Pariser Nationalversammlung den Antrag auf Vereinigung mit der französischen Republik. Bereits schon am 14. Februar 1793 entsprach die Pariser Nationalversammlung dem Bittgesuch und erklärte die freiheitsliebenden Dörfer zu französischem Staatsgebiet. Bitscher Freiheitsleute brachten ihren pfälzischen Brüdern ein Geschenk mit: die Guillotine, im Volksmund "Hackmesser" genannt. Dieses Mordinstrument soll eifrig in Tätigkeit gewesen sein. In Erinnerung an die blutigen Opfer entstand daraufhin der Name "Hackmesserseite".




Nordöstlich von Kröppen befindet sich Vinningen, südöstlich Trulben und westlich (auf französischer Seite) liegt Walschbronn. Zu Kröppen gehören auch die Wohnplätze Einöderwiesenhof und Stausteinerhof. Die älteste erhaltene Erwähnung von Kröppen stammt von 1267. Das Dorf Kröppen lag im Amt Lemberg der Grafschaft Zweibrücken-Bitsch und dort in der gleichnamigen Amtsschultheißerei Kröppen. Die katholische Kirche St. Jakobus Major ist ein in den 1930-er Jahren erbautes ehemaliges Hitler-Jugend-Heim, 1950/51 zur Kirche umgebaut und durch einen Turm ergänzt.


In Kröppen an der Wegespinne am Ortsende folgen wir der Ausschilderung nach Bitsch (Bitche) und erreichen nach kurzer Fahrt Walschbronn.

Walschbronn ist eine französische Gemeinde mit 498 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Moselle in der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Sarreguemines und zum Kanton Bitche und ist Teil des grenzübergreifenden Biosphärenreservates Pfälzerwald-Nordvogesen. Sie war im Mittelalter ein bedeutender Badeort. Die Einwohner nennen sich Walschbronnois. Das Dorf liegt in den Nordvogesen als Grenzort zur Pfalz an der Trualbe, die auf diesem Abschnitt auch "Schwartzbach" genannt wird, einem Nebengewässer des Hornbachs, und an der Straße D 962 von Volmunster nach Pirmasens.

Gallo-römische Funde sind ab dem 2. Jahrhundert vorhanden. So ist eine Römerstraße nachgewiesen. Als Stanislaus I. Leszczyński 1755 die Instandsetzung der schadhaften Badeanlagen veranlasste, kamen ein römischer Votivstein und viele Münzen zum Vorschein. Es wird angenommen, dass die Heilquellen von Walschbronn den Römern bereits bekannt waren.


Streetview von Kröppen nach Walschbronn und retour

Eine erste konkrete Erwähnung des Dorfes erfolgte im Jahr 1080 noch unter dem Namen Galesburas (Gales = Gallert, Buras = "Brunnen"), was als Hinweis auf die petroleumhaltigen Quellen gilt. Bereits 1170 wurde allerdings schon Walsburn geschrieben. Es soll dies Waldbrunnen heißen, nach anderer Ansicht ist es vom germanischen Vornamen Walo abzuleiten. Wie der ganze heutige Kanton Volmunster gehörte Walschbronn im Mittelalter zu Zweibrücken-Bitsch. Graf Friedrich vermachte den Grundbesitz und die Kirchenrechte jedoch im Jahr 1196 an die neugegründete Abtei Sturzelbronn.

Walschbronn

Um 1490 errichtete Graf Simon IV. Wecker von Zweibrücken-Bitsch in Walschbronn ein Jagdschloss, heute "Weckerburg" genannt. Die Burg war später in Besitz von Georg von Zweibrücken-Bitsch und Ochsenstein († 1559) sowie Jakob von Zweibrücken-Bitsch. Nach dessen Tod im Jahre 1570 wurde das Gebäude aufgegeben und verfiel zur Ruine.


Im 15. und 16. Jahrhundert muss die Heilquelle bereits einen weiten Ruf genossen haben, denn die deutschen Kaiser Friedrich III. und Karl V. waren Förderer des Bades. Der Badebetrieb war eine bedeutende Einnahmequelle für das Haus Zweibrücken-Bitsch, bevor die Quelle in den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges versiegte. Im Dorf Walschbronn, für das drei Jahrzehnte zuvor ein Chronist noch die stattliche Zahl von 400 Häusern genannt hatte, lebten 1648 gerade noch elf Einwohner.

Kirchlich hatte Walschbronn einst eine große Bedeutung. Zu der Pfarrei gehörten Ortschaften beiderseits der heutigen Staatsgrenze, nämlich Waldhouse, Hanviller, Roppeviller, Liederschiedt, Kröppen, Trulben, Hilst, Schweix, Eppenbrunn, Vinningen, Riedelberg, Großsteinhausen, Kleinsteinhausen und Niedersimten vor den Toren von Pirmasens bzw. heute ein Stadtteil von Pirmasens. Nach der Französischen Revolution änderten sich die Bistumsgrenzen und Walschbronn verlor die Gemeinden jenseits der lothringischen Grenze.

Mit der Grenzlage, in die Walschbronn im 18. Jahrhundert zunehmend geriet, verlor der einst ansehnliche Ort mehr und mehr an Bedeutung. Von fast 1.000 Einwohnern an der Wende zum 19. Jahrhundert ist die Bevölkerungszahl bis heute auf noch gut die Hälfte zurückgegangen. Durch einen steigenden Anteil Deutscher, die wegen der niedrigeren Immobilienpreise ihren Wohnsitz hierher verlegt haben, ist in den letzten Jahren der Abwärtstrend aber gestoppt worden.


Nach Walschbronn fahren wir über Waldhouse Richtung Bitche und biegen dann links ab Richtung Haspelschiedt, Liederschiedt und Roppeviller.

Roppeviller 1993

Roppeviller (deutsch Roppweiler, lothr. Roppwiller) ist eine französische Gemeinde im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Sarreguemines und zum Kanton Bitche und ist Teil des grenzübergreifenden Biosphärenreservates Pfälzerwald-Nordvogesen. Mit 109 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) ist Roppeviller die kleinste Gemeinde des Bitscher Landes. Die Einwohner nennen sich auf Französisch Roppevillerois und auf Deutsch Roppweilerer.

Die "Auberge de la Fôret", wo wir 1993 so schön auf ein Glas Rotwein im Garten gesessen hatten, ist mittlerweile leider geschlossen.


Die Église de l'Assomption de la Très Sainte Vierge mit ihrer beeindruckenden Lourdes-Grotte wurde 1791 erbaut.

Von Roppeviller aus erreicht man rasch die bereits auf deutschem Gebiet liegenden Altschloßfelsen, das größte Buntsandsteinmassiv der Pfalz.





Freitag, 23. August 2019

Ein Abstecher ans Lothringer Ufer der Schwalb (und mehr diesseits und jenseits der Grenze)


Wenn wir bei unserem Trip in den Bliesgau in Brenschelbach-Bahnhof links abbiegen und die deutsch-französische Grenze überschreiten, gelangen wir nach kurzer Fahrt zur Eschweiler Mühle (Moulin d'Eschviller).

Eschviller (deutsch Eschweiler) ist ein Ortsteil der französischen Gemeinde Volmunster im Nordosten des Départements Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Eschviller ist Teil des Bitscher Landes (Pays de Bitche) sowie des Regionalen Naturparks der Nordvogesen.

Bekannt ist Eschviller für die Eschweiler Mühle (lothringisch Eschwiller Muehle, frz. moulin d'Eschviller), die sich etwas abseits des Weilers, am Fluss Schwalb befindet. Sie wurde bereits im Jahr 1731 erbaut. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde sie seit 1976 restauriert und seit den späten 1980er-Jahren zu einer touristischen Attraktion ausgebaut. Neben einem Museum, das sich dem Mühlenalltag widmet, bietet das Gebäude Gästezimmer und eine Gaststätte mit französischer Küche. Auf dem Gelände der Mühle befinden sich außerdem ökologische Lehrpfade und ein Bienenhaus.


Im Herzen des Naturparks Nordvogesen gelegen, vermittelt das Museum Eschviller Mühle anschaulich den Mühlenalltag. Anhand sehr konkreter Vorführungen und der Ausstellung alter Werkzeuge werden sämtliche Schritte der Mehlherstellung gezeigt. Eine funktionsfähige Gattersäge, die von einem gewaltigen Schaufelrad angetrieben wird, ist ebenfalls zu besichtigen. Das Museum liegt inmitten einer reizvollen Landschaft, die weitere Attraktionen bereithält: Rundgang "Kreislauf des Wassers", Natur- und Kulturlehrpfad, Robustrinder, Bienenlehrstand.

Karte:


Über Ormersviller kommen wir auf schmalem Sträßchen zurück in den Bliesgau und nach Medelsheim.

Europäischer Kultur- und Archäologiepark Bliesbruck-Reinheim - eine grenzüberschreitende Ausgrabungsstätte aus gallo-römischer Zeit:


Eingebettet in das idyllische Tal der Blies, im Herzen des UNESCO Biosphärenreservats Bliesgau, liegt der Europäische Kulturpark Bliesbruck-Reinheim unmittelbar auf der deutsch-französischen Grenze. Die umliegende Kulturlandschaft und das naturnahe Parkgelände lassen den Besuch des Archäologieparks zu einem einmaligen Erlebnis werden. Hier kann man in die Regionalgeschichte, aber auch in die Vergangenheit Europas eintauchen.

In dem Archäologiepark werden seit 1987 auf der deutschen Seite die Reste einer römischen Villa und seit 1971 auf der französischen Seite eine gallo-römische Kleinstadtsiedlung inklusive Thermenanlage freigelegt.


Nun ist es nicht mehr weit bis Gräfinthal. Die Gründung des Klosters erfolgte nach dem Chronisten Dom Calmet im Jahre 1243. Es ist eine Stiftung der Gräfin Elisabeth von Blieskastel. Diese wurde der Legende nach durch ein Gebet vor dem Gnadenbild eines Einsiedlers (s. Blieskastel und sein Gnadenbild) geheilt und gründete aus Dankbarkeit das Kloster. 1273 wurde sie dort beerdigt.

Der Wilhelmitenorden, gegründet von Schülern des Hl. Wilhelm von Malevalle (Toskana), gründete von Gräfinthal aus Ende des 13. Jahrhunderts das Priorat Marienthal bei Hagenau im Elsass, das bis heute ein großer Wallfahrtsort ist. Die Klosteranlage wurde im Laufe von 600 Jahren wiederholt zerstört und beschädigt. Eine letzte Blüte und sein Ende erlebte das Kloster dann zu Beginn des 18. Jahrhunderts.


Zwei Clips in einem, vor und nach der Restaurierung der Kapelle. Jeweils im Herbst.

Förderer war der in Zweibrücken residierende ehemalige polnische König, der spätere Herzog von Lothringen, Stanislaus Lescynski (1677-1766). Er ließ 1717 seine verstorbene Tochter Anna (1699-1717) in der Klosterkirche beisetzen. Bei jüngsten archäologischen Grabungen wurde diese Grablege vermutlich gefunden. Auch die 2. Tochter des polnischen Königspaares, Maria Lescynska (1703-1768), durch die Heirat mit Ludwig XV. Königin von Frankreich, hatte eine besondere Zuneigung zu dem Kloster und besuchte es öfter.

Machen wir nochmal einen Abstecher über die Grenze: Meisenthal - Internationales Glaskunstzentrum


Meisenthal gehört zum Arrondissement Sarreguemines und zum Kanton Bitche und ist Teil des grenzübergreifenden Biosphärenreservates Pfälzerwald-Nordvogesen. Der bekannte Jugendstil-Künstler Émile Gallé hat in Meisenthal gearbeitet und hier Objekte aus Glas hergestellt. Heute gibt es in Meisenthal ein Museum sowie ein Internationales Zentrum für Glaskunst (Centre International d'Art Verrier, CIAV), das u. a. mit der Hochschule der Bildenden Künste Saar zusammenarbeitet. Das CIAV ist insbesondere für den dort hergestellten Christbaumschmuck aus Glas berühmt. Angeblich geht diese Erfindung auf die Gegend von Meisenthal zurück, als im 19. Jahrhundert eine Ernte schlecht ausfiel und die bis dahin zum Schmuck des Weihnachtsbaums verwendeten Früchte knapp waren. Das Museum befindet sich im Maison du Verre et du Cristal.

Auf dem Gebiet der Gemeinde Meisenthal befindet sich auch der auch Breitenstein genannte Zwölfapostelstein (Le Pierre des Douze Apôtres).


Ein christianisierter Menhir, markiert seit altersher die Grenze zwischen dem Elsaß und Lothringen.
Viele Sagen und Legenden ranken sich um die alte Grenzmarke.




Montag, 8. April 2019

Pirmasens und sein Landgraf

Landgrafentage 2019 - Artisten auf dem Schloßplatz

Großes Spektakel auf dem (Unteren) Schloßplatz. Zwischen Altem Rathaus und Schloßtreppen war einiges geboten, u.a. ein Spielmannszug und herrliche Artistik. Glück muss man haben, dann kriegt man am Oberen Schloßplatz vor der VR-Bank einen Parkplatz. Und da verkaufsoffener Sonntag war, haben wir gleich noch einen Abstecher zu Thalia gemacht.


Der Exerzierplatz in Pirmasens


Der zentrale Platz der Schuhstadt - In seiner Mitte thront unübersehbar die von den Einheimischen so getaufte "Spitze des Wahnsinns". Heute misst er "nur" noch etwa 1.000 qm. Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt ließ hier einst seine rund 750 Grenadiere exerzieren. Der Platz ist nicht mehr komplett original erhalten. Unter dem Landgrafen entstand der Exerzierplatz, der sich ursprünglich von der südlichen bis zur nördlichen Ringstraße erstreckte. Später wurde der Platz teilweise bebaut und auf seine heutige Größe reduziert. Unter dem Platz befindet sich ein Parkhaus. Die blaue Pyramide, die bereits erwähnte "Spitze des Wahnsinns", ist über den Aufzug der Tiefgarage gebaut. Hier findet auch der Wochenmarkt (Di, Do, und Sa) statt.

Lutherkirche - Garnisonskirche

Unter Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt wird am 5. April 1757 der Grundstein für die neue Hof- und Garnisonskirche gelegt. Am 4. Oktober 1761 wird die Kirche geweiht und heißt im Volksmund bald "Untere Kirche". 1793 werden die Glocken an die französische Revolutionsarmee abgeliefert und erst 1861 erhält die Lutherkirche ein neues Geläut.


Am 9. August 1944 wird die Lutherkirche bei alliierten Luftangriffen zerstört. Der Wiederaufbau erfolgt von 1947 bis 1949. Am 5. November 1949 werden die Gebeine Landgraf Ludwigs IX. in der Gruft zwischen Altar und Taufstein wieder beigesetzt.

Bouxwiller im Pays de Hanau - Elsaß - Buchsweiler im Hanauerland

Bouxwiller (Buchsweiler), Residenz von Hanau-Lichtenberg. Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt verlegte die Residenz von hier ins pfälzische Pirmasens.



Dienstag, 29. Mai 2018

Bretagne: An der Côte du Granit Rose - La Chute

An der Côte du Granit Rose, der Rosa Granitküste, in der Bretagne. Ein Eldorado für Fotografen.

Plougrescant (bretonisch: Plougouskant) ist eine Gemeinde im Département Côtes-d’Armor in der Region Bretagne. Plougrescant ist Teil der Côte du Granit Rose und die nördlichste Gemeinde des Departements Côtes-d’Armor und der Bretagne. Sie liegt auf einer kleineren Halbinsel, die westlich vom Ärmelkanal und östlich durch den Ästuar des Küstenflusses Jaudy begrenzt wird.

Die Chapelle Saint-Gonéry fällt auf durch ihre schiefe Kirchturmspitze aus Blei.

Der Legende nach ist die Turmspitze schief, weil die Bauarbeiter damals ganz stark betrunken gewesen sein sollen. Die Wahrheit ist allerdings, dass in die Turmspitze ein Blitz eingeschlagen hat und deswegen die Turmhaube schief ist.

Saint-Gonéry hat ein herrlich bemaltes Deckengewölbe, das man sich unbedingt ansehen sollte.

Allerdings ist die Kirche außerhalb der Gottesdienste nicht frei zugänglich und kostet eine ziemlich happige Eintrittsgebühr. Das ist ärgerlich.

Und dazu gibt es eine persönliche Episode:

Als wir im Jahr 2000 die Kapelle Saint-Gonery in Plougrescant mit ihrer vom Blitz schief gehauenen Turmspitze besuchen wollten hatte meine Frau mit Ballerinas an den Füßen auf dem unebenen und holprigen Gelände einen schweren Sturz. Ihr linkes Knie hatte eine tiefe Wunde. Und das am Pfingstsonntag. Unmöglich, in der ländlichen Abgeschiedenheit einen Arzt oder eine Apotheke zu finden.


Mit Full Speed ging es erstmal nach Pors Hir.


Dort wuschen wir die Wunde mit Salzwasser aus. Das desinfiziert. Und verbanden sie zunächst mit Material aus dem Verbandskasten des Autos.


Zurück in Saint-Malo machte ich mich auf zu einer Notdienst-Apotheke. Vom Sillon zum Boulevard de Rochebonne. Und da die Stadt am Sonntag geradezu im Verkehr erstickte ließ ich das Auto stehen und machte mich zu Fuß los. Bei Temperaturen um die 30 Grad. Und die Strecke waren rund 8 Kilometer (einfach). Also gute 16 Kilometer in Gluthitze. Das war ein Gewaltmarsch. Na gut, damals war ich 47. Ich ging trotzdem auf dem Zahnfleisch.


Die Lehre daraus: An der Côte du Granit Rose trägt man besser festes Schuhwerk. Ein Jahr später haben wir - auf den Tag genau - Saint-Gonery wieder besucht. Und dieses Mal, mit Trekking-Boots an den Füßen, hatte meine Frau gut lachen.


An der Côte du Granit Rose:


Côte d'Armor - Ein Streifzug durch das Département:




Dienstag, 24. April 2018

Marmoutier - Ehemalige Reichsabtei Maursmünster

Das Kloster "Mauri Monasterium" wurde um das Jahr 590 gegründet. Es zählt zu den merowingischen Klöstern und war Reichsabtei.


Marmoutier selbst ist eine kleine Gemeinde mit 2.685 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015).



Das Kloster Marmoutier (lat. Mauri Monasterium; deutsch Maursmünster) im Elsass wurde um 590, nach anderen Quellen 659 wohl vom hl. Leobard (Liebhard) (+ um 680 in Maursmünster), einem Schüler des hl. Columban gegründet und nach der oberitalienischen Stadt Aquileia genannt. Maursmünster wird zu den merowingischen Klöstern gerechnet und war eine Reichsabtei. 728 reformierte der hl. Pirmin als Abt mehrere elsässische Klöster columbanischer Prägung im Sinne der Benediktregel, darunter auch Maursmünster. Abt wurde Maurus, nach dem das Kloster bald benannt wurde. Am 1. März 1096 weihte Papst Urban II. die neue Klosterkirche ein. Von der staufischen Architektur der Stiftskirche ist heute noch die Westfassade (um 1140/50), die Vorhalle und die Türme aus dem 11. und 12. Jahrhundert vorhanden. Die Fassade wird von drei Giebeln gekrönt und ist von zwei Achtecktürmen flankiert. Dazwischen erhebt sich ein viereckiger, 36 m hoher Hauptturm. Obwohl der Bau nur 20 m breit ist, macht er einen mächtigen Eindruck. Die Front mit ihrem reichen Figurenschmuck, aber auch der Säulen- und Bogenschmuck der Vorhalle zeugen von der romanischen Bildhauerkunst. Daher gilt diese romanische Abteikirche auch als eine der schönsten des Elsass überhaupt. Das hinter dem Westwerk liegende Langhaus der Kirche wurde zwischen 1225 und 1301 in gotischen Formen neu erbaut.


Die Außenfassade ist ausgestattet mit lombardischen Streifen und mit ihren kleinen Fenstern wirkt sie wie eine Festung. Zwei geflügelte Löwen über dem Portal (siehe Pfeile) sind Symbol des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (Marmoutier war Reichsabtei).


Die Orgel von Andreas Silbermann - sie war sein erstes Meisterwerk im Elsaß.



Ein solches "Must-See" findet natürlich auch Eingang in Reiseführer und ich bin stolz, wenn zur Illustration dann ein Foto von mir verwendet wird: