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Sonntag, 26. September 2021

Le Faouët - die Markthalle und der älteste Lettner der Bretagne

Le Faouët (bretonisch: Ar Faoued), Morbihan

In einer von vielen Tälern durchzogenen Gegend liegt das beschauliche Le Faouët. In 40 Kilometer Entfernung von Lorient duckt sich Le Faouët, bretonisch für Buchenwäldchen (diese Bäume sind dort immer noch sehr zahlreich), in eine gebirgige Landschaft. Die Gegend nennt sich "Land des Königs Morvan". Wer war König Morvan? Der bretonische Anführer aus dem 9. Jahrhundert gilt als erster König einer vereinigten Bretagne. Die durch Stechginster golden leuchtende Bocage-Landschaft wird von der Ellé, einem Lachse und Forellen führenden Fluß, durchzogen. Die Boutevilles sind die ersten Grundherren der Stadt. Im 15. Jahrhundert vermachen sie der Region ein reiches ziviles und religiöses Erbe. Um die Markthalle herum schaffen die Familie Goulaine und später die Barone Du Fresnay einen wichtigen Handelsplatz.

Im Ortszentrum von Le Faouët steht die imposante, aus Holz erbaute Markthalle (1.000 qm Fläche) mit einer sehenswerten Dachkonstruktion. Ende des 15. / Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut, ist die Markthalle heute immer noch in Nutzung.
Marion de Faouët, ein weiblicher Robin Hood aus der Bretagne und noch heute, mehr als zweihundert Jahre später, eine Volksheldin

Unter dem Schieferdach der großen Markthalle aus dem 16. Jahrhundert an der Grande Place lebt ein Phantom: Marion de Faouet (Marie Louise Tromel; 6. Mai 1717 - 2. August 1755). Die Straßenräuberin, die die Reichen beraubte und die Armen beschenkte, wurde in Quimper gehängt. Seitdem ist ihre Seele zum Spuken verdammt.
Der älteste Lettner der Bretagne
Saint-Fiacre bei Le Faouët


Auf französisch heißt der Lettner, der Chor und Kirchenraum trennt "Jubé", was aus dem Lateinischen kommt: Jube domine (lobe den Herrn); der Lettner von Saint-Fiacre ist der älteste der Bretagne und mit Millionenaufwand restauriert worden, so daß er wieder in seiner ganzen Farbenpracht erstrahlt.


Die römisch-katholische Kapelle Saint-Fiacre in Le Faouët, einer Gemeinde im Département Morbihan in der französischen Region Bretagne, wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts im Stil der Flamboyantgotik errichtet. Die Kirche liegt etwa zweieinhalb Kilometer vom Ortskern entfernt. Sie ist dem Patrozinium des heiligen Fiacrius unterstellt, einem aus Irland stammenden Einsiedler, der im 7. Jahrhundert nach Frankreich kam und sich in der Brie, in der Nähe von Meaux, niederließ. In der Kirche ist neben einer reichen Ausstattung an Skulpturen und Bleiglasfenstern aus dem 15. und 16. Jahrhundert ein holzgeschnitzter Lettner aus dem späten 15. Jahrhundert erhalten. Im Jahr 1889 wurde die Kapelle als Monument historique in die Liste der Baudenkmäler (Base Mérimée) in Frankreich aufgenommen.

Bedeutendstes Ausstattungsstück der Kapelle ist der holzgeschnitzte Lettner, der in den Jahren 1480 bis 1492 von Olivier le Loergan (oder Loernagan) geschaffen wurde.

Dieses wunderbar geschnitzte Bilderbuch präsentiert auf einer Seite die Macht des Bösen, auf der anderen verweist es auf das durch die Kirche zuteilwerdende Heil. Der Erschaffer des Lettners, Olivier Le Loergan, wurde für dieses Werk in den Adelsstand erhoben.

Der älteste Lettner der Bretagne erstrahlt nach aufwendiger Sanierung seit 2002 wieder in seiner ganzen Farbenpracht. Wir hatten damals das Glück, kurz nachdem Saint-Fiacre für die Öffentlichkeit wieder zugänglich war, dieses mittelalterliche Meisterwerk bewundern zu dürfen.


Sonntag, 25. Juli 2021

Von Port Louis nach Le Faouët


Bretagne - Port Louis - Zitadelle

Im mittelalterlichen Hafen des Blavet wird mit Wein, Salz und Getreide gehandelt. Die Spanier errichten die ersten Teile der Zitadelle im Jahr 1590. Nach dem Abzug der Männer von Juan del Aguila vollendet Louis XIII die Festung im Jahr 1637 und gibt der Stadt den Namen Port Louis. Als Standort der Compagnie des Indes, der französischen Indien-Kompagnie, erlebt Port Louis eine von würzigen Wohlgerüchen umwehte Zeit des Wohlstands. Nach dem Umzug der Kompagnie nach Lorient wendet sich die Stadt der Fischerei zu.

Von Port Louis nach Hennebont


Bretagne - Morbihan: Von Port Louis nach Hennebont (via Riantec und Merlevenez)

Riantec liegt im Südwesten des Départements Morbihan etwa sechs Kilometer südöstlich von Lorient an der Lagune des Kap von Lorient (dem sog. La Petite Mer de Gavre). Neun Kilometer der Küste des kleinen Binnenmeeres (Petite Mer) säumen den Ort. Die Landschaft und das Meer mit ihrer reichen Tier- und Pflanzenwelt stehen unter Naturschutz. Das hier natürlich vorkommende Zooplankton ist der Grund, warum es hier so viele Schalentiere gibt.

Merlevenez liegt im Südwesten des Départements Morbihan ca. 5 Kilometer östlich der Agglomeration von Lorient zwischen dem Blavet und der Ria d’Étel. Die römisch-katholische Pfarrkirche Notre-Dame-de-Joie wurde unter Einbeziehung älterer Teile im späten 12. Jahrhundert im Stil der Romanik errichtet. Die Kirche hat einen bedeutenden Skulpturenschmuck aus der Bauzeit bewahrt.

Hennebont (bret. Henbont) - Stadttor Bro-Erec'h - Das bei den Bombenabwürfen im August 1944 beschädigte Tor wurde mit viel Liebe und Geduld restauriert und begeistert heute wieder mit seinen zwei massiven Türmen mit ihren Kegeldächern.

Le Faouët

Le Faouët liegt im äußersten Nordwesten des Departements Morbihan. Im Ortszentrum von Le Faouët steht die imposante, aus Holz erbaute Markthalle (eine der größten und ältesten erhaltenen Markthallen Frankreichs aus dem Mittelalter) mit einer sehenswerten Dachkonstruktion. Ende des 15. / Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut, ist die Markthalle heute immer noch in Nutzung.

Marion de Faouët, ein weiblicher Robin Hood aus der Bretagne und noch heute, mehr als zweihundert Jahre später, eine Volksheldin - Unter dem Schieferdach der großen Markthalle aus dem 16. Jahrhundert an der Grande Place lebt ein Phantom: Marion de Faouet (Marie Louise Tromel; 6. Mai 1717 - 2. August 1755). Die Straßenräuberin, die die Reichen beraubte und die Armen beschenkte, wurde in Quimper gehängt. Seitdem ist ihre Seele zum Spuken verdammt.


Im Ortsteil Saint-Fiacre befindet sich die gleichnamige, 1480 erbaute Kapelle Saint-Fiacre. 1 km vom Stadtzentrum entfernt zeugt die Kapelle Saint-Fiacre auf prachtvolle Weise von der Flamboyant-Gotik. Ihr herrlicher Lettner aus bemaltem Holz, der älteste der Bretagne, begründet ihren Ruhm. Dieses wunderbar geschnitzte Bilderbuch präsentiert auf einer Seite die Macht des Bösen, auf der anderen verweist es auf das durch die Kirche zuteilwerdende Heil. Der Erschaffer des Lettners, Olivier Le Loergan, wurde für dieses Werk in den Adelsstand erhoben.

Auf französisch heißt der Lettner, der Chor und Kirchenraum trennt "Jubé", was aus dem Lateinischen kommt: Jube domine (lobe den Herrn); der Lettner von Saint-Fiacre ist der älteste der Bretagne und mit Millionenaufwand restauriert worden, so daß er wieder in seiner ganzen Farbenpracht erstrahlt.

Der älteste Lettner der Bretagne erstrahlt nach aufwendiger Sanierung seit 2002 wieder in seiner ganzen Farbenpracht. Wir hatten damals das Glück, kurz nachdem Saint-Fiacre für die Öffentlichkeit wieder zugänglich war, dieses mittelalterliche Meisterwerk bewundern zu dürfen.

Sonntag, 13. Juli 2014

Bretagne, Morbihan: Mittelalterliches in Le Faouet


Le Faouet in der Bretagne (Department Morbihan) verfügt über zwei besondere Sehenswürdigkeiten. Zum einen die mittelalterliche Markthalle, eine der ältesten Frankreichs und die Kapelle Saint-Fiacre mit dem ältesten Lettner (Jubé) der Bretagne in ihrem Inneren. *** Le Faouet in Brittany (France, Department Morbihan) has two very important and interesting touristic and historical landmarks: the medieval market-hall, one of the oldest of France, and the chapel of Saint-Fiacre which contains in it's interior the oldest rood screen of Brittany.


Die mittelalterliche Markthalle von Le Faouet im Department Morbihan in der Bretagne, eine der größten und ältesten erhaltenen Markthallen Frankreichs aus dem Mittelalter.

Marion de Faouët, ein weiblicher Robin Hood aus der Bretagne und noch heute, mehr als zweihundert Jahre später, eine Volksheldin - Unter dem Schieferdach der großen Markthalle aus dem 16. Jahrhundert an der Grande Place lebt ein Phantom: Marion de Faouet (Marie Louise Tromel; 6. Mai 1717 - 2. August 1755). Die Straßenräuberin, die die Reichen beraubte und die Armen beschenkte, wurde in Quimper gehängt. Seitdem ist ihre Seele zum Spuken verdammt.

Der Lettner (Jubé) von Saint-Fiacre


Neben den umfriedeten Pfarrbezirken des Finistere, den parois enclos, die wir in einem eigenen Artikel behandeln werden, stellen die Lettner, hölzerne Balustraden, die den Chorraum vom Rest der Kirche abtrennen eine niederbretonische Besonderheit dar. Der schönste dieser französisch Jubé genannten (vom lateinischen “jube domine”, “preise den Herrn”) Lettner findet sich in der Wallfahrtskirche Saint-Fiacre bei Faouet im Department Morbihan, dessen angegriffene gemalte Farbenpracht erst jüngst mit Millionenaufwand restauriert worden ist und nun wieder sich in seinem ganzen Glanze den Besuchern präsentiert.

Wir hatten das Glück im Jahr 2002 kurz nachdem die Restaurierung abgeschlossen war im Morbihan zu sein. Vor der Einmaligkeit dieses hölzernen Kunstwerkes kann man nur in Ehrfurcht erstummen.


Le Faouet und Saint Fiacre by Franz Roth