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Mittwoch, 6. Oktober 2021

Historische Festungen


Festung Wülzburg bei Weißenburg in Bayern (Hohenzollernfestung Wülzburg)

Die Wülzburg wurde erbaut von den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und war eine ständige Bedrohung der Reichsstädte Weißenburg und Nürnberg.

Sie hat eine quasi Beziehung zu Frankreich und zum Ersten Weltkrieg: denn auf ihr war der junge Leutnant Charles de Gaulle als Kriegsgefangener inhaftiert. Er unternahm von der Wülzburg mehrere erfolglose aber durchaus spektakuläre Fluchtversuche. So unter anderem in einem Wäschekorb.

Bemerkenswert an der Festungsanlage ist u.a. der sogenannte Siebenröhrenbrunnen, der aus 133 Metern Tiefe die Festungsanlage mit Wasser versorgte.
Oberhalb von Weißenburg, auf der mit 630 Metern höchsten Bergkuppe der südlichen Frankenalb, liegt die alte ansbachische Hohenzollernfestung Wülzburg. Ein eindrucksvolles und einzigartiges Denkmal des Renaissancefestungsbaus in Deutschland.

Neben der Zitadelle Jülich (1549ff), der Festung Dömitz (1559 bis 1565) und der Zitadelle Spandau (1560ff) ist die Wülzburg eine der vier engverwandten Renaissance-Festungen, die im deutschsprachigen Raum erhalten sind. Sie verdeutlichen in einmaliger Folge den zeittypischen Wehrbau der Renaissance.

Seit dem 11. Jahrhundert befand sich an dieser Stelle ein Benediktinerkloster, das im Zuge der Reformation zuerst in eine Probstei und 1537 in ein weltliches Verwalteramt umgewandelt wurde.

Im Jahre 1588 ließ Markgraf Georg Friedrich d.Ä. von Brandenburg-Ansbach hier an der südlichen Grenze seines Territoriums in direkter Nachbarschaft der Reichsstadt Weißenburg, des Deutschen Ordens in Ellingen, der Grafschaft Pappenheim und des Fürstbistums Eichstätt eine pentagonale Festungsanlage mit den Bastionen Jungfrau, Krebs, Rossmühle, Kaltes Eck und Hauptwache im neuitalienischen Bastionärssystem errichten. Die Bastionen Jungfrau und Krebs erhielten ihre Namen durch gleichnamige Kanonen.
Den Grundriss der Wülzburg bildet ein fast regelmäßiges Fünfeck, ein Pentagon. Dieses hatte gegenüber den älteren quadratischen oder rechteckigen Anlagen ballistische und konstruktive Vorteile, weshalb man sich im ausgehenden 16. Jahrhundert für dieses Planschema entschied.

Der Außenrundgang und der Innenhof der Festung sind jederzeit zugänglich.

Der "Siebenröhrenbrunnen" - Als Wasserversorgung diente ursprünglich der Tiefe Brunnen im Westflügel. Mit 143,2 Metern (nach erfolgter Freilegung) ist er einer der tiefsten Festungsbrunnen Deutschlands. Er wurde um das Jahr 1600 angelegt und hat einen Durchmesser von 2,5 Metern. Zwischen 1823 und 1831 wurden vom Königreich Bayern sechs Regenwasserzisternen (nach Plänen des bayerischen Ingenieurhauptmanns Franz von Hörmann) errichtet; fünf davon in den Wallmauern, die größte Zisterne zentral im Innenhof. Diese, genannt Ludwigszisterne (nach König Ludwig I. von Bayern), war die größte ihrer Art im gesamten Königreich und ist bis heute ein Spitzenprodukt der Ingenieursbaukunst. Die Ludwigszisterne fasst 1,3 Millionen Liter, das von jeweils vier Pumpen- und Ziehbrunnen entnommen werden kann.

Auf der Festung Wülzburg finden sich mehrere Gedenkstätten. Am 15. Februar 1997 wurde das Mahnmal an die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg als zentrale Gedenkstätte im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen eingeweiht. In mehrere Platten sind die Namen zahlreicher schlesischer, preußischer und sudetendeutscher Orte eingraviert. An den Kriegsgefangenen und späteren Präsidenten Charles de Gaulle erinnert eine Gedenktafel. An die sonstigen Kriegsgefangenen des Ersten Weltkriegs mahnt ein Obelisk.

Festung Rothenberg bei Schnaittach

Rothenberg ist Europas größte Barockfeste mit über 22 Meter hohen Wällen und Bastionen oberhalb von Schnaittach gelegen.


Im 18. Jahrhundert wurde die Anlage vom Kurfürsten von Bayern nach französischem Vorbild als bedeutende Rokoko-Festung errichtet (Bauzeit von ca. 1729 bis 1750). Zeitweise waren 400 Soldaten untergebracht. Erbaut ist sie auf einer geschleiften älteren und kleineren Befestigungsanlage, die auf den Resten einer noch älteren Burgruine errichtet worden war, auf der zeitweise auch Conz Schott von Schottenstein als Burggraf beheimatet war.

Die Willibaldsburg in Eichstätt im Altmühltal


Die Willibaldsburg wurde um 1353 errichtet. Sie war bis ins 18. Jahrhundert repräsentative Burg und Sitz der Eichstätter Fürstbischöfe.

Unter Bischof Johann Konrad von Gemmingen (1595–1612) erhielt die Burg unter anderem einen botanischen Garten, den Hortus Eystettensis.

Auf der Grundlage des 1613 erschienen Kupferstichwerkes "Hortus Eystettensis", herausgegeben von Basilius Besler (1561-1629), wurde der "Bastionsgarten" auf der Willibaldsburg von der Bayerischen Schlösserverwaltung angelegt und 1998 eröffnet.

Dieser Informationsgarten über die Pflanzenwelt des historisch bedeutenden Kupferstichwerkes "Hortus Eystettensis" ist in Deutschland wohl einmalig. Die Bepflanzung folgt wie im Pflanzenbuch der jahreszeitlich bedingten Blütezeit. Die Anlage erinnert auch an den einst berühmten botanischen Garten des Fürstbischofs Johann Conrad von Gemmingen, den Besler ab 1592 angelegt hatte.

Die Zitadelle von Bitche


Die Zitadelle von Bitsch im Bitscherland (Pays de Bitche) in Lothringen (Lorraine, 57, Department Moselle). Die Festung wurde von Vauban erbaut und erlangte im deutsch-französischen Krieg 1870 - 1871 Berühmtheit.

Die Zitadelle von Bitsch (Bitche) ist das stadtbildprägende Festungswerk der Stadt Bitsch im Département Moselle der historischen Region Lothringen. Als Meisterwerk der militärischen Technik wurde die Zitadelle 1979 als Monument historique des Pays de Bitche (Bitscher Land) eingestuft.

In den Felsen getriebene Souterrains boten in der Zeit bis zum 20. Jahrhundert bombensicheren Schutz für die Besatzung der Festung in Form von separaten Räumen für Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften sowie für erforderliche Infrastruktureinrichtungen. In die Souterrains kommt man durch ein Gebäude unmittelbar nach den Eingangsbauwerken.

Die Burg von Saint-Malo

Das Château De Saint-Malo ist eine Burg aus dem 15. bis 18. Jahrhundert und liegt Intra Muros, also in der von einer Mauer umgebenen Altstadt von Saint-Malo in der Bretagne (Frankreich).


Erbaut wurde sie von den Herzögen der Bretagne um die Herrschaft über die Stadt zu sichern. Seit Juli 1886 ist sie als Monument Historique klassifiziert.

Bretagne - Port Louis - Zitadelle


Die Spanier errichten die ersten Teile der Zitadelle im Jahr 1590. Nach dem Abzug der Männer von Juan del Aguila vollendet Louis XIII die Festung im Jahr 1637 und gibt der Stadt den Namen Port Louis. Als Standort der Compagnie des Indes, der französischen Indien-Kompagnie, erlebt Port Louis eine von würzigen Wohlgerüchen umwehte Zeit des Wohlstands. Nach dem Umzug der Kompagnie nach Lorient wendet sich die Stadt der Fischerei zu.

Le Fort de Porh Puns auf Gavres

Das Fort wurde 1695 erbaut und seine Aufgabe war der Schutz der Zitadelle von Port-Louis. Im Zweiten Weltkrieg wurde es in den Atlantikwall integriert und für eine Küstenbatterie armiert und ausgebaut, die die Rade von Lorient und den deutschen U-Boot-Stützpunkt sicherte.

Das Fort ist im Besitz der französischen Marine und für die Öffentlichkeit nur wochenends (Sa. + So.) zugänglich.

Dienstag, 21. September 2021

Interessantes aus dem Morbihan: Das Centre Franco-Allemande in Guidel

Centre Franco-Allemande in Guidel

Das Centre Franco Allemand (CFA) ist die Jugendbildungsstätte des Rhein-Erft-Kreis in Guidel, einem kleinen Ort in der südlichen Bretagne im Departement Morbihan, nahe der Hafenstadt Lorient und seit über 40. Jahren Gastgeber zahlreicher deutsch-französischer Begegnungen. Das CFA befindet sich auf einem über 14.000 m² parkähnlichen Grundstück. Insgesamt stehen im Haus 72 Betten in 16 Vierbettzimmern und 4 Doppelzimmern zur Verfügung. Highlight des CFA ist das inkludierte Wassersportprogramm mit Segeln und Kanufahren.

Das Centre-Franco-Allemand (CFA) im bretonischen Guidel hat ab 2021 einen Pächter: Die Gesellschaft zur Förderung übernationaler Begegnungen DEFRABE wird es mit neuem Konzept verwalten und weiterentwickeln.

Der Landrat des CFA-Eigentümers Rhein-Erft-Kreis, Michael Kreuzberg, sowie die beiden DEFRABE-Geschäftsführer Dr. Franz Schoser und Gérard Foussier unterzeichneten den Pachtvertrag offiziell im Rathaus der Stadt Brühl und sicherten damit die Zukunft der Jugendbegegnungsstätte für weitere 20 Jahre.
Das 16.000 Quadratmeter große parkähnliche Grundstück, unweit der Mündung des Flusses Laïta in den Atlantik, wurde von 1972 an zunächst für Zeltlager genutzt. Schülerinnen und Schülern des heutigen Rhein-Erft-Kreises sollten so Land und Leute kennenlernen. Später entstand ein Haus, das inzwischen in rund 20 Zimmern Platz für 80 Gäste bietet. Fast 5000 Übernachtungen im Rahmen von Klassenfahrten, von Jugendämter organisierten Touren oder Ferienfreizeiten zählte man zuletzt jährlich.

„Das ist ein großer Tag für die deutsch-französische Freundschaft“, sagte Kreuzberg bei der Unterzeichnung des Pachtvertrags im Kapitelsaal des Brühler Rathauses. Über viele Jahre sei Guidel ein beliebtes Ziel für Schülerinnen und Schüler und andere Reisegruppen aus dem Kreis gewesen. Diese hätten dort stets schöne Tage verbracht. Dem Ziel, mit Zusammenkunft und Austausch Vorurteilen entgegenzuwirken und Brücken zwischen Deutschen und Franzosen zu schlagen, sei man aber nicht ausreichend gerecht geworden. Dafür habe es im Haus zu selten Zusammenkünfte gegeben.

Vor rund zwei Jahren habe man begonnen, das Konzept zu hinterfragen. „Wir haben tabulos diskutiert“, sagte der Landrat. Sogar über einen Verkauf der Einrichtung sei nachgedacht worden. Diese Option ist nun vom Tisch. Der neue Pächter soll für frischen Wind sorgen. Kontakte, Konzepte und und Erfahrungen der Gesellschaft sollen sicherstellen, dass sich künftig Deutsche und Franzosen stets gleichzeitig in der Einrichtung aufhalten. Ein beträchtlicher Teil der Gäste dürfte weiterhin aus dem Rhein-Erft-Kreis stammen. Dafür sorgt ein festgeschriebenes Belegungsrecht. Dennoch werden auch Jugendliche aus anderen Teilen der Republik nach Guidel kommen. Man werde die Kundschaft erweitern, sagte Schoser, und damit für eine intensivere Nutzung der Unterkunft sorgen.

Kreuzberg kündigte eine Erweiterung der Einrichtung an. Eine Generalüberholung sei ohnehin fällig. Dafür stehe der Kreis als Eigentümer gerade. Im Gegenzug dürften sich jährliche Zuschüsse, die sich zuletzt auf rund 300.000 Euro beliefen, deutlich verringern, prognostiziert der Landrat. „Ums Geld ist es uns aber nicht gegangen“, betonte er. Im Fokus stehe die Idee, die Jugend beider Länder zusammenzubringen. Foussier sagte, das Ziel der unmittelbaren Nachkriegszeit müsse das Ziel von heute sein. Es gehe immer noch darum, ein richtiges Bild vom anderen zu erhalten.

Quelle: Kölner Stadtanzeiger (KSTA) vom 3.10.2020

  • Die Geschichte des CFA



  • Wassersportfreunde kommen in der Region voll auf ihre Kosten.


    Ausflugsziele: U-Boot-Bunker in Lorient

    Die U-Boot-Bunker in Lorient wurden während des Zweiten Weltkriegs im Auftrag der Wehrmacht unter Leitung der Organisation Todt (OT) gebaut. Im U-Boot-Krieg war der Hafen der französischen Stadt Lorient am Fluss Blavet, ca. 5 km von dessen Mündung in den Golf von Biskaya entfernt, von Juni 1940 bis August 1944 größter Stützpunkt für die U-Boote der Kriegsmarine.
    Die von den Deutschen während des zweiten Weltkrieges gebaute U-Bootbasis Keroman in Lorient kann heute teilweise besichtigt werden. Von 1940 bis 1944 wurden drei gigantische Bunkeranlagen im Hafen von Lorient gebaut. Mit einem vierten wurde begonnen, er wurde aber nie fertiggestellt.

    Am Bau der Bunkeranlagen arbeitete der französische Marineoffizier Jacques Stosskopf (Jacques Camille Louis Stosskopf - * 27. November 1898 in Paris; † 1. September 1944 im KZ Natzweiler-Struthof)) mit, der aufgrund seiner elsässischen Abstammung fließend Deutsch sprach und sich als Kollaborateur anbot. Stosskopf arbeitete jedoch heimlich mit der Résistance zusammen und wurde dafür 1944 von den deutschen Besatzern hingerichtet. Nach Kriegsende erhielt der französische U-Bootstützpunkt in Lorient seinen Namen.

    Nach 50 Jahren der Nutzung durch die französische Marine, in denen die Anlagen und deren Ausstattungen (z. B. der Tauchtopf) die Arbeitsplätze von 2000 Menschen – auch Zivilisten – sicherten, sind alle Bunkeranlagen zivilen Zwecken zugeführt oder liegen brach.

    Vis-à-vis von Lorient: Die Zitadelle von Port Louis

    Im mittelalterlichen Hafen des Blavet wird mit Wein, Salz und Getreide gehandelt. Die Spanier errichten die ersten Teile der Zitadelle im Jahr 1590. Nach dem Abzug der Männer von Juan del Aguila vollendet Louis XIII die Festung im Jahr 1637 und gibt der Stadt den Namen Port Louis. Als Standort der Compagnie des Indes, der französischen Indien-Kompagnie, erlebt Port Louis eine von würzigen Wohlgerüchen umwehte Zeit des Wohlstands. Nach dem Umzug der Kompagnie nach Lorient wendet sich die Stadt der Fischerei zu.

    Sonntag, 25. Juli 2021

    Von Port Louis nach Le Faouët


    Bretagne - Port Louis - Zitadelle

    Im mittelalterlichen Hafen des Blavet wird mit Wein, Salz und Getreide gehandelt. Die Spanier errichten die ersten Teile der Zitadelle im Jahr 1590. Nach dem Abzug der Männer von Juan del Aguila vollendet Louis XIII die Festung im Jahr 1637 und gibt der Stadt den Namen Port Louis. Als Standort der Compagnie des Indes, der französischen Indien-Kompagnie, erlebt Port Louis eine von würzigen Wohlgerüchen umwehte Zeit des Wohlstands. Nach dem Umzug der Kompagnie nach Lorient wendet sich die Stadt der Fischerei zu.

    Von Port Louis nach Hennebont


    Bretagne - Morbihan: Von Port Louis nach Hennebont (via Riantec und Merlevenez)

    Riantec liegt im Südwesten des Départements Morbihan etwa sechs Kilometer südöstlich von Lorient an der Lagune des Kap von Lorient (dem sog. La Petite Mer de Gavre). Neun Kilometer der Küste des kleinen Binnenmeeres (Petite Mer) säumen den Ort. Die Landschaft und das Meer mit ihrer reichen Tier- und Pflanzenwelt stehen unter Naturschutz. Das hier natürlich vorkommende Zooplankton ist der Grund, warum es hier so viele Schalentiere gibt.

    Merlevenez liegt im Südwesten des Départements Morbihan ca. 5 Kilometer östlich der Agglomeration von Lorient zwischen dem Blavet und der Ria d’Étel. Die römisch-katholische Pfarrkirche Notre-Dame-de-Joie wurde unter Einbeziehung älterer Teile im späten 12. Jahrhundert im Stil der Romanik errichtet. Die Kirche hat einen bedeutenden Skulpturenschmuck aus der Bauzeit bewahrt.

    Hennebont (bret. Henbont) - Stadttor Bro-Erec'h - Das bei den Bombenabwürfen im August 1944 beschädigte Tor wurde mit viel Liebe und Geduld restauriert und begeistert heute wieder mit seinen zwei massiven Türmen mit ihren Kegeldächern.

    Le Faouët

    Le Faouët liegt im äußersten Nordwesten des Departements Morbihan. Im Ortszentrum von Le Faouët steht die imposante, aus Holz erbaute Markthalle (eine der größten und ältesten erhaltenen Markthallen Frankreichs aus dem Mittelalter) mit einer sehenswerten Dachkonstruktion. Ende des 15. / Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut, ist die Markthalle heute immer noch in Nutzung.

    Marion de Faouët, ein weiblicher Robin Hood aus der Bretagne und noch heute, mehr als zweihundert Jahre später, eine Volksheldin - Unter dem Schieferdach der großen Markthalle aus dem 16. Jahrhundert an der Grande Place lebt ein Phantom: Marion de Faouet (Marie Louise Tromel; 6. Mai 1717 - 2. August 1755). Die Straßenräuberin, die die Reichen beraubte und die Armen beschenkte, wurde in Quimper gehängt. Seitdem ist ihre Seele zum Spuken verdammt.


    Im Ortsteil Saint-Fiacre befindet sich die gleichnamige, 1480 erbaute Kapelle Saint-Fiacre. 1 km vom Stadtzentrum entfernt zeugt die Kapelle Saint-Fiacre auf prachtvolle Weise von der Flamboyant-Gotik. Ihr herrlicher Lettner aus bemaltem Holz, der älteste der Bretagne, begründet ihren Ruhm. Dieses wunderbar geschnitzte Bilderbuch präsentiert auf einer Seite die Macht des Bösen, auf der anderen verweist es auf das durch die Kirche zuteilwerdende Heil. Der Erschaffer des Lettners, Olivier Le Loergan, wurde für dieses Werk in den Adelsstand erhoben.

    Auf französisch heißt der Lettner, der Chor und Kirchenraum trennt "Jubé", was aus dem Lateinischen kommt: Jube domine (lobe den Herrn); der Lettner von Saint-Fiacre ist der älteste der Bretagne und mit Millionenaufwand restauriert worden, so daß er wieder in seiner ganzen Farbenpracht erstrahlt.

    Der älteste Lettner der Bretagne erstrahlt nach aufwendiger Sanierung seit 2002 wieder in seiner ganzen Farbenpracht. Wir hatten damals das Glück, kurz nachdem Saint-Fiacre für die Öffentlichkeit wieder zugänglich war, dieses mittelalterliche Meisterwerk bewundern zu dürfen.