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Samstag, 11. September 2021

Provençe - eine Herbstreise - Impressionen

Maillane ist eine Gemeinde mit 2625 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) in Südfrankreich in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur im Département Bouches-du-Rhône im Arrondissement Arles im Kanton Saint-Rémy-de-Provence. Die Gemeinde ist Teil des Gemeindeverbandes Terre de Provence. Der Ort liegt 15 Kilometer südlich von Avignon, sieben Kilometer nordwestlich von Saint-Rémy-de-Provence und drei Kilometer südöstlich von Graveson nordwestlich der Bergkette der Alpilles. Es ist der Geburtsort des provenzalischen Dichters Frédéric Mistral. Natürlich wurde in seinem Haus ein Museum eingerichtet.

Als 1854 in der Provence die Cholera herrschte, unternahmen am 18. August Bewohner des Ortes eine Bittprozession zur Ehre der Jungfrau Maria. Daraufhin nahm die Epidemie ein Ende. Seitdem findet alljährlich eine Prozession statt, bei der die Statue „Notre Dame de Grâce“ in Erinnerung an das Wunder rund um das Dorf getragen wird.


Der Friedhof von Maillane in der Provençe: Hier ist Frédéric Mistral beigesetzt.


Frédéric (provenzalisch: Frederi) Mistral wurde als Sohn eines wohlhabenden Gutsbesitzers geboren und besuchte in Avignon die höhere Schule. Eine Begegnung mit dem 12 Jahre älteren Dichter Joseph Roumanille führte ihn zur provenzalischen Literatur. In Aix-en-Provence studierte Mistral bis ins Jahr 1851 Jura; anschließend ließ er sich in Maillane nieder und gründete 1854 zusammen mit Roumanille, Félix Gras, Théodore Aubanel die Félibrige-Bewegung, die sich für die Wiederbelebung und den Erhalt der provenzalischen Sprache in der Literatur einsetzte. 1904 erhielt er für sein Werk den Nobelpreis für Literatur. Im Laufe von 20 Jahren erstellte er Lou tresor dóu Félibrige, (der Schatz des Félibrige) ein Wörterbuch der provenzalischen Sprache, das 1879 bis 1886 erschien und auch zahlreiche provenzalische Dialekte berücksichtigt.

Unweit Maillane: Saint-Michel-de-Frigolet ist ein Kloster im Hügelgebiet der Montagnette zwischen Tarascon und Avignon. Saint-Michel wurde im 10. Jahrhundert gegründet. Die Gründer kamen aus dem Kloster Montmajour, das sie wegen seines ungesunden Klimas verlassen hatten.




Der Likör von Frigolet: 30 Pflanzen, zum größten Teil in der Provence gewachsen, darunter Thymian und Rosmarin, finden Eingang in die Erzeugung dieses Likörs. Nach der Ernte, der Trocknung, Sortierung, Portionierung wird diese Mischung in neutralem Alkohol mazerisiert. Danach erfolgt die Destillation und anschließend eine Lagerung in Eichenholzfässern. Zum Schluss werden noch Zucker und Honig zugesetzt. Der Likör, ursprünglich „Norbertine“, wurde erfunden von den „Norbertinern“ (genannt nach dem heiligen Norbert= Prämonstratenser) des Klosters Saint Michel de Frigolet, wohl Anfang des 19. Jahrhunderts. Das Kloster, in der Hügellandschaft der "Montagnettes" unweit Avignons gelegen, hat seinen Namen von dem provenzalischen Wort „ferigoulo“ , zu deutsch Thymian. Inwieweit die Geschichte vom Père Gaucher Phantasie oder Wirklichkeit ist, ist unklar; immerhin wurde der Likör nach der Veröffentlichung von Daudets „Lettres de mon Moulin“ ein derartiger Erfolg, daß die Mönche mit der Produktion nicht mehr nachkamen und ihr Rezept an eine Destillerie in Châteaurenard, im Herzen der Provence gelegen, verkauften. Heute betreibt die Familie Inisan die Destillerie in dritter Generation.


Provençe im September (Teil 2)

Montmajour ist eine ehemalige Abtei im französischen Département Bouches-du-Rhône einige Kilometer nordöstlich von Arles. Montmajour entstand auf einer von Sumpf umgebenen Anhöhe, die von König Konrad III. der Friedfertige von Burgund (937-993) als öffentlicher Friedhof bestimmt worden war. Der Kapitel der Kirche St. Trophime in Arles verkaufte das Gelände 949 an eine Adelige, die hier das Benediktinerkloster Saint-Pierre stiftete. Der Bau der ersten Kirche wurde 1016 begonnen. Aufgrund des 1030 erhaltenen Rechts, den Ablass zu erteilen, den "Pardon de Montmajour", wurde die kleine Abtei Saint-Pierre zu einer vielbesuchten Pilgerstätte, die die Einnahmen aus dem Ablass dazu nutzte, um die umliegenden Sümpfe trocken zu legen. Sie dehnte dank eines dichten Netzes von bis zu 54 Prioreien, dann rasch ihren Einfluss auf Arles und die gesamte Provence aus. Im 11. Jahrhundert wurde sie die Nekropole der Grafen der Provence. Mehrfache Verkäufe der Anlage führten zum Verfall, der erst aufgehalten werden konnte nachdem der Maler Jean-Jacques Réattu (1760-1833) den Wachturm erworben hatte. 1872 wurden die Abbrucharbeiten gestoppt, wenig später die Restaurierung begonnen.


Saint-Michel-de-Frigolet ist ein Kloster im Hügelgebiet der Montagnette zwischen Tarascon und Avignon. Saint-Michel wurde im 10. Jahrhundert gegründet. Die Gründer kamen aus dem Kloster Montmajour, das sie wegen seines ungesunden Klimas verlassen hatten. Montmajour sieht man im zweiten Teil der Fotoshow. Die Ruine ist in ihren gewaltigen Ausmaßen beeindruckend. Vis à vis ein idyllisches kleines Restaurant.

Avignon, Papstpalast

Avignon ist als alte Papststadt bekannt. 1309 siedelte sich der Papst Clemens V. hier an (Avignonesisches Papsttum). Sieben Päpste und mehrere Gegenpäpste haben in Avignon residiert. Der Papstpalast zu Avignon (frz. Palais des Papes) war zwischen 1335 und 1430 die Residenz verschiedener Päpste und Gegenpäpste. Der Palast gehört mit der Altstadt von Avignon zum Weltkulturerbe.


Avignon, die zwei Seiten der Medaille

Da Avignon von 1309 bis 1376 – und während des nachfolgenden Abendländischen Schismas – Papstsitz war, trägt die Stadt den Beinamen „Stadt der Päpste“. Die Altstadt von Avignon mit ihren prächtigen, mittelalterlichen Häusern ist von einer intakten und imposanten Befestigungsmauer umgeben. Die Altstadt mit dem gotischen Papstpalast (Palais des Papes) aus dem 14. Jahrhundert, der Bischofsanlage, dem Rocher des Doms und der berühmten Brücke, der Pont Saint-Bénézet, zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

ABER: Die Stadt, deren Haupteinnahmequelle der Tourismus ist, zählt zu den ärmeren und strukturschwächeren unter den französischen Städten; die Arbeitslosigkeit liegt bei fast 22%. Entsprechend hoch ist daher auch die Kriminalität: 2002 stand Avignon mit 173,35 Straftaten pro 1000 Einwohner an der Spitze der Kriminalitätsstatistik bei französischen Städten mit mehr als 25.000 Einwohnern.

Bettler und Obdachlose, dreckige und verwahrloste Straßen, hohe Kriminalität und zones urbaines sensibles sind die Schattenseiten der einstigen Hauptstadt des christlichen Abendlandes. Besonders auch auf der Place du Palais vor dem Papstpalast kann man sich der Bettler kaum erwehren und muss oft genug lautstark und energisch reagieren, wenn z.B. eine Gitane mit ihren fünf Kindern partout nicht von einem ablassen will. Und vor Taschendieben sollte man sich hier auch in acht nehmen.

Die zweisprachige Provence:
Zweisprachiges Ortsschild (französisch und provencalisch) von Vallabregues (Valabrego)

Provenzalisch (französisch provençal, Eigenbezeichnung prouvençau) ist die Bezeichnung einer im Süden Frankreichs gesprochenen romanischen Sprache oder Gruppe von Sprachen. "Provenzalisch" in der weiteren Bedeutung ist gleichbedeutend mit "Okzitanisch" und bezeichnet als Oberbegriff die Gesamtheit der Sprachen Südfrankreichs, die nach ihrem Bejahungspartikel "oc" (von lateinisch "hoc") als langues d'oc von den langues d'oïl (altfranzösisch "oïl" von lateinisch "hoc ille", heute "oui"), den französischen Sprachen Nordfrankreichs, unterschieden werden.

Frédéric Mistral (8. September 1830 in Maillane; † 25. März 1914 ebenda) schrieb in provençalischer Sprache und erhielt dafür 1904 den Literatur-Nobelpreis.

Auf den Spuren von Vincent van Gogh

Im ehemaligen Kloster Saint-Paul-de-Mausole ist bis heute eine Psychiatrie. Berühmtester Patient war Vincent van Gogh, an dessen Aufenthalt Schautafeln ("Dans l'universe de Vincent van Gogh") und eine Plastik am Eingang zum Kloster erinnern. Saint-Paul-de-Mausole liegt bei Saint-Remy-de-Provence (der Geburtsstadt von Nostradamus) am Rande der Alpilles.


Romanische Kirche St. Baudile aus dem 13. Jahrhundert in Noves in der Provence


Und, wie man auf der Außenaufnahme sieht, regnet es manchmal auch in der Provence in Strömen. Die katholische Pfarrkirche Saint-Baudile in Noves, einer provençalischen Gemeinde im Département Bouches-du-Rhône in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Seit dem Jahr 1999 ist sie als Monument historique anerkannt.

Laura von Noves war die Angebetete, die der Dichter Petrarca so abgöttisch verehrte, dass er ihr alle seine Werke widmete.

Francesco Petrarca (* 20. Juli 1304 in Arezzo; † 19. Juli 1374 in Arquà) war ein italienischer Dichter und Geschichtsschreiber. Er gilt als Mitbegründer des Renaissance-Humanismus und zusammen mit Dante Alighieri und Boccaccio als einer der wichtigsten Vertreter der frühen italienischen Literatur. Sein Name liegt dem Begriff Petrarkismus zugrunde, der eine bis ins 17. Jahrhundert verbreitete Richtung europäischer Liebeslyrik bezeichnet.

Am 6. April 1327, nach seiner Angabe ein Karfreitag, tatsächlich aber ein Ostermontag, sah er eine junge Frau, die er Laura nannte und die möglicherweise identisch war mit der damals etwa 16-jährigen und jungverheirateten Laura de Noves. Ihr Eindruck wirkte derart stark auf ihn, dass er sie als ideale Frauenfigur und dauerhafte Quelle seiner dichterischen Inspiration zeitlebens verehrte, wohl wissend und akzeptierend, dass sie für ihn unerreichbar war. Als Dichter strebte er nach Ruhm und Lorbeer (lateinisch laurus) und fand ein Mittel dazu in Laura.

Freitag, 10. September 2021

Provençe im September

Col de Val d'Enfer (Höllentalpaß) - Honda S2000 Roadster


Provençe - Slideshow - eine Herbstreise im September


Eine Herbstreise in die Provençe - Bilder einer Reise nach Südfrankreich - Hierzulande beginnt es kalt zu werden, da ist eine Reise in den Süden wohltuend. Die Temperaturen liegen teilweise noch über 30 Grad.

Gard procençal (Provençe Gardois)

Die Provençe Gardois liegt am rechten Ufer der Rhône im Département Gard, schließt an an die auf dem linken Ufer liegende "eigentliche" Provençe.


Das Département Gard liegt im Süden des Landes in der Region Okzitanien und wurde nach dem Fluß Gard benannt, einem Nebenfluß der Rhône. Das Arrondissement Nîmes bildet im wesentlichen die Provençe Gardois.

Chaîne des Alpilles

Chaîne des Alpilles, bei Saint-Remy, nahe Les Beaux des Provençe, Department Bouche du Rhone, Südfrankreich; die Alpilles sind eine Kalksteinkette im Herzen der Provençe zwischen Avignon, Cavaillon und Arles.


Provençe - Les Alpilles - Römerstadt Glanum, Saint-Paul-de-Mausole (wo Vincent van Gogh in der Psyhiatrie war)
und der Col de Val d'Enfer (Höllentalpaß)

Les Baux-de-Provence: Der Ort wird von einer Burgruine beherrscht, die der Fläche nach eine der größten Frankreichs ist; er ist als eines der schönsten Dörfer Frankreichs (Les plus beaux villages de France) klassifiziert.
Frédéric Mistral ( 8. September 1830 in Maillane; † 25. März 1914 ebenda) war ein französischer Dichter und Linguist, der seine Werke auf Provenzalisch schrieb. 1904 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Zwischen Saint-Remy.-de-Provençe (6 km) und Avignon (15 km) gelegen ist Eyragues ein typisches Dorf der Provençe. Touristisch keineswegs überlaufen wie andere Orte, still und gemütlich.


Typisches südfranzösisches Flair herrscht in Eyragues in der Provençe nicht nur auf dem von kleinen Bars, Restaurants und Geschäften gesäumten Platz vor dem Rathaus. Im Gegensatz zu vielen anderen bekannteren Orten ist es auch keineswegs touristisch überlaufen. So rentiert es sich, dort einen ruhigen und erholsamen Urlaub zu verbringen.

Sonntag, 5. September 2021

Auf den Spuren der Römer (II)

Neumagen-Drohn, Mosel, Rheinland-Pfalz; das römische Weinschiff

Ältester Weinort Deutschlands / Noviomagus hieß der Ort bei den Römern und bekannt ist er durch Decimus Magnus Ausonius. In seiner "Mosella" schwärmt er nach einer Hunsrückdurchquerung: ". . . Und endlich erblicke ich zuerst im belgischen Lande Noviomagus, des seligen Constantin erlauchte Feste. Reiner liegt hier die Luft auf den Feldern . . . jetzt ist verscheucht der Nebel."

Das Weinschiff ist der bekannteste Neumagener Fund aus der Römerzeit. Das Neumagener Weinschiff ist das Grabmal eines römischen Weinhändlers aus der Zeit um 220 n.Chr. Das Weinschiff wurde in Neumagen-Dhron als Teil des Fundamentes einer Kastellanlage gefunden, was dem Ort, auf Grund des Alters dieses und anderer Funde, die Bezeichnung "ältester Weinort Deutschlands" einbrachte. Das Original steht heute im Rheinischen Landesmuseum in Trier. Ursprünglich bestand dieses Grabmal aus zwei Weinschiffen, welche als eine Darstellung des Berufs des Verstorbenen dienten. Das Weinschiff (Schauseite) zeigt sechs Ruderer, zwei Steuermänner und 22 Ruder. Aufgrund der Art der Fässer sowie der Tatsache, dass dieses Schiff gerudert wird, lässt sich darauf schließen, dass auf diesem Schiff eine einheimische Ware (Moselwein) verschifft und exportiert wurde.

Die Kaiserthermen in Trier

Die Kaiserthermen sind die monumentalen Überreste einer großflächig geplanten spätantiken römischen Badeanlage und späteren Reiterkaserne, die sich im Zentrum der rheinland-pfälzischen Stadt Trier erhalten haben. Der Bau mit seinen teilweise noch 19 Meter hoch erhaltenen Mauern gehört zu den größten römischen Thermen nördlich der Alpen und ist seit 1986 Teil des UNESCO-Welterbes in Trier.

Trier war bereits eine blühende Handelsstadt, als es in der Spätantike zur Kaiserresidenz erhoben wurde. Zum Ende des 3. Jhd. n. Chr. begann daher die Errichtung der Kaiserthermen im Rahmen eines großen Bauprogramms für einen kaiserlichen Palastbezirk. Die mächtigen Ruinen zählen seit 1986 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Heute sind unter anderem die unterirdischen Bedienungsgänge zu besichtigen, ein Aussichtspunkt ermöglicht den Blick über den ursprünglichen kaiserlichen Palastbezirk der Stadt. Im Ausstellungsbereich illustriert eine Filmanimation die Entwicklung der Stadt zur Kaiserresidenz sowie die unstete Geschichte der Kaiserthermen. Mit einem Multimediaguide kann die Anlage ober- und unterirdische erkundet werden. In verschiedenen Stationen werden die Geschichte des Großbau-Projektes und ihre Bedeutung als Teil des kaiserlichen Palastbezirks für die Besucher sichtbar gemacht.
Die Kaiserthermen waren als kaiserliches Geschenk einer Badeanlage an die Trierer Bevölkerung geplant. Nach einem Baustopp im 3. Jhd. wurden im 4. Jhd. n. Chr. die Bauarbeiten an den Kaiserthermen wieder aufgenommen. Geplant war nun die Nutzung als Kaserne, möglicherweise für die berittene kaiserliche Garde. In den späteren Jahrhunderten folgten Umbau und Nutzung der Kaiserthermen als Burg, Stadtmauer und Kloster. Mit dem 19. Jahrhundert setzen Grabungsarbeiten an den Überresten des Monuments ein. Im Jahr 1984 wurde dann die Rekonstruktion einiger Fenster in der Apsis durchgeführt. Bis heute sind die Kaiserthermen Teil des Stadtzentrum Triers. Die Nähe zur Palastaula zeigt noch einmal die riesigen Ausmaße des damaligen Palastbezirks.
Ein Blick auf die monumentale Schönheit der Fensterarkaden der Kaiserthermen genügt, und schon weiß man: Wer hier einst in den Becken des Heißwasserbades lag, der wusste zu leben. Um bloße Körperreinigung ging es beim Badevergnügen der Kaiserzeit schon längst nicht mehr. Es ging um otium, um die Muße. Und die hatte man in den Thermen reichlich.

Stundenlang konnte man in den 40 Grad-heißen Becken des Caldariums liegen, belohnt mit einer Aussicht auf die Erhebungen des Petrisbergs. Man ließ sich von Sklaven einölen und massieren oder im Kaltwasserbad, auf Marmorsesseln thronend, mit kaltem Wasser begießen. Man vergnügte sich beim Ballspiel, traf Freunde und Geschäftspartner, ruhte, lachte und schwitzte. Und natürlich ließ man alle Unannehmlichkeiten außen vor, deren Anblick die ungestörte Erholung getrübt hätte. Und so mussten sich die Bediensteten der Thermen ihre unterirdischen Gänge, durch die sie geräuschlos von A nach B hetzten, um ihre Arbeit zu verrichten, mit dem verschmutzten Wasser der Becken und Toilettenanlagen teilen. Diese Gänge sind noch heute zu besichtigen, ebenso wie die Überreste der Entwässerungsanlage oder Häuser der Reichen, die für den Bau der Kaiserthermen abgerissen werden mussten. Sogar ein Zirkelabdruck eines römischen Baumeisters hat sich erhalten. Oberirdisch kann man den typischen Badegang nachvollziehen, den, das müssen wir leider zugeben, kein römischer Kaiservertrauter jemals angetreten hat. Denn das groß angelegte Bauprojekt wurde in seiner ursprünglichen Größe leider nicht fertig gestellt.

Aktuell finden wieder Untersuchungen in den Kaiserthermen statt. Es soll geprüft werden, ob die dekorativen und technischen Ausstattungen der Thermen tatsächlich unvollendet blieben.

Ein Meisterwerk der Antike - Pont du Gard

Der Pont du Gard ist ein römisches Monument, das Mitte des 1. Jahrhunderts errichtet wurde. Er ist das Hauptwerk des 50 km langen Aquäduktes, das die Stadt Nîmes, ehemaliges Nemausus, mit Wasser versorgte. Die Aquäduktbrücke ist mit drei Ebenen insgesamt 50 m hoch und führte die Wasserleitung über den Gardon.

Die Brücke wurde im Wesentlichen aus Blöcken gelben Kalksteins erbaut, die aus einem nahen, an den Fluss grenzenden Steinbruch stammen. Nur die oberste Ebene ist vermörtelt und trägt die durch Kalkablagerungen belasteten Deckenplatten.


An ihrem längsten Punkt misst die dreistöckige Brücke 360 m. Mit der Umsetzung des Entwurfs schufen die römischen Architekten und Hydraulikingenieure ein technisches Meisterwerk, das als Kunstwerk bis heute Bestand hat.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass ein imposantes Ausmaß an Steinen für die Konstruktion benötigt wurde. Der Bau verschlang über 21000 m³ Stein, die es auf ein Gesamtgewicht von 50400 Tonnen bringen.

Glanum war eine römische Stadt am Rande der Alpilles in der Provençe (bei Saint-Remy-de-Provençe, Geburtsort von Nostradamus).