Die Pfalz, das ist Burgenland. Rund 500 Burgen und Burgruinen gibt es in der Pfalz. Dazu gehören Reichsburgen, wie der Trifels bei Annweiler, Raubritternester wie der Berwartstein (die einzige heute noch bewohnte Burg der Pfalz), Festungen des kleinen Adels wie Burg Nanstein bei Landstuhl, auf der Franz von Sickingen, der "letzte Ritter", den Tod fand.
Burg Altdahn bei Dahn ist die größte Felsenburg der Pfalz. Es sind genaugenommen drei Burgen. Altdahn, Grafendahn und Tanstein.
Die Burg Lichtenberg bei Kusel (Foto links) ist über 800 Jahre alt und zählt flächenmäßig zu den größten Burgen Deutschlands (die größte Burg ist die in Burghausen am Inn in Bayern).
Burg Nanstein bei Landsruhl (Pfalz), eine der Burgen des Franz von Sickingen, des "Letzten Ritters". Auf der Nanstein fand Franz von Sickingen während einer Belagerung den Tod.
Burg Berwartstein im Wasgau (Pfälzerwald) - Der Berwartstein bei Erlenbach ist eine wiederaufgebaute und bewohnte mittelalterliche Burganlage. Berühmtester Besitzer war der mit der nahen Reichsstadt Weißenburg (Wissembourg im Elsaß) in ständiger Fehde liegende Ritter Hans Trapp. Der Berwartstein verfügt über eine originelle Burgschänke. Leider ist der Zugang zur Burg nicht behinderten- bzw. seniorengerecht: konnte man früher bis zur Burg hochfahren und auch dort parken, so ist heute der steile Anstieg zu Fuß zu bewältigen.
Die Annakapelle bei Niederschlettenbach im Pfälzerwald. Hier ist der Ritter Hans Trapp (Hans von Trotta) beigesetzt.
Ja, Pirmasens und Zweibrücken haben eine enge historische Verbindung. Nicht nur, weil Pirmasens dereinst zur Grafschaft Zweibrücken-Bitsch gehörte. nein, ganz im Speziellen durch die Landgräfin von Hessen-Darmstadt, der "Großen Landgräfin" Karoline. Denn sie war eine Prinzessin aus der Wittelsbacher Linie Pfalz-Zweibrücken.
Reminiszenz an die Landgräfin
Der Alte Friedhof in Pirmasens - Die einstige Leichenhalle ist heute das Kulturzentrum Carolinensaal, der Friedhof selbst eine Parkanlage im Herzen der Schuhstadt. Der Carolinensaal ist enannt nach der Landgräfin Caroline von Hessen-Darmstadt, Gemahlin des Stadtgründers von Pirmasens, Landgraf Ludwig IX., und eine gute Freundin des Preußenkönigs Friedrich II. (Friedrich der Große, "Der Alte Fritz").
Karoline Henriette Christine Philippine Luise von Pfalz-Zweibrücken (* 9. März 1721 in Straßburg; † 30. März 1774 in Darmstadt) war durch Heirat Landgräfin von Hessen-Darmstadt, auch als die Große Landgräfin Caroline von Hessen-Darmstadt bezeichnet. Karoline Henriette war die älteste Tochter des Pfalzgrafen und Herzogs Christian III. von Zweibrücken (1674–1735) aus dessen Ehe mit Karoline (1704–1774), Tochter des Grafen Ludwig Kraft von Nassau-Saarbrücken. Die Prinzessin wuchs mit ihren Geschwistern Christian, Friedrich Michael und Christiane Henriette im Elsass und in der südlichen Pfalz auf. Sie heiratete am 12. August 1741 in Zweibrücken den nachmaligen Landgrafen Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt (1719–1790). Die Ehe war schon bald wegen der Verschiedenheit der Eheleute durch Auseinandersetzungen gekennzeichnet. Karoline Henriette war musisch und literarisch interessiert, während sich Ludwig vorwiegend für das Militär begeisterte. Ludwig war anfänglich seiner Gemahlin sehr zugetan, doch diese überführte die Beziehung in eine Konvenienzehe. Karoline, die vier Jahre nach der Eheschließung eine eigene Hofhaltung begründete, lebte in den ersten Ehejahren vorwiegend in Buchsweiler, während ihr Ehemann Pirmasens zur Garnisonsstadt ausbaute. Buchsweiler war die Residenz der Grafschaft Hanau-Lichtenberg, in der Ludwig als Vormund fungierte.
Buchsweiler (Bouxwiller) im Hanauer Land
Bouxwiller (Buchsweiler) im Hanauer Land (Pays de Hanau) im Elsaß (Départment Bas-Rhin (67) - Bouxwiller war Residenz der Grafen von Hanau-Lichtenberg. Durch Erbe war Hanau-Lichtenberg Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt zugefallen, der die Residenz von hier ins pfälzische Pirmasens verlegte, um dort als Fürst des Deutschen Reiches eine (bewaffnete) Armee unterhalten zu können, was ihm auf französischem Territorium nicht gestattet gewesen wäre.
Im Jahr 1750 folgte Karoline ihrem Mann nach Prenzlau, wo er als preußischer General ein Regiment befehligte. Nach Ausbruch des Siebenjährigen Krieges und der Regierungsübernahme ihres Mannes war dieser nach Pirmasens zurückgekehrt und Karoline bezog nach einem erneuten Aufenthalt in Buchsweiler schließlich mit den Kindern die Residenz in Darmstadt.
Anekdote am Rande: Im Sommer 1761 schoss sie in Pirmasens mit einer Pistole auf Ernestine Rosine Goll, eine schwangere Mätresse ihres Ehemanns. Sie verfehlte allerdings ihr Ziel. Sie lebte damals schon längerer Zeit nur jeweils für wenige Wochen im Jahr mit ihrem Ehemann zusammen. Ernestine Rosine Flachsland (verheiratete Ernestine Rosine Goll), 1761–66 „Maîtresse-en-titre“ des Landgrafen Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt, stammte übrigens aus Riquewihr im Elsaß.
Der Landgraf selbst blieb bis zu seinem Tod im Jahr 1790 in Pirmasens und ist in der Lutherkirche beigesetzt.
Bild oben: Lichtenberg im Elsaß mit der gleichnamigen Burg --- Die Burg Lichtenberg, franz. Château de Lichtenberg,war Mittelpunkt der Herrschaft Lichtenberg, später Grafschaft Hanau-Lichtenberg.
In späteren Zeiten wurde die Residenz nach Bouxwiller verlegt.
Bouxwiller (Buchsweiler) im Hanauer Land (Pays de Hanau) im Elsaß (Départment Bas-Rhin (67) - Bouxwiller war Residenz der Grafen von Hanau-Lichtenberg. Durch Erbe war Hanau-Lichtenberg Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt zugefallen, der die Residenz von hier ins pfälzische Pirmasens verlegte, um dort als Fürst des Deutschen Reiches eine (bewaffnete) Armee unterhalten zu können, was ihm auf französischem Territorium nicht gestattet gewesen wäre.
In Uttenhoffen finden wir die blauen Häuser des Hanauer Landes (Pays de Hanau). Früher die Farbe der armen Hugenotten aus Abfallprodukten der giftigen Kobaltproduktion. Heute ist die verwendete Farbe natürlich nicht mehr bleihaltig.