Posts mit dem Label Pfalz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Pfalz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 21. November 2024

Impressionen aus Pirmasens

Im Jahre 1786 erbaute an der gerodeten Stelle an der Finsterbacherstraße Friedrich Adolf Beck, ein Leutnant der Landgrafengarde Ludwig IX. des Stadtgründers von Pirmasens, das heute noch bestehende Hofgebäude eben an jener Stelle. Fortan sprach der Volksmund wegen des eindrucksvollen Baus nur noch vom „Beckenhof”.


Anfang der dreißiger Jahre kehrte mit dem Einzug der Försterfamilie Groß auch die Gastlichkeit auf dem Beckenhof ein. Zu einem echten Ausflugsziel entwickelte sich das Forsthaus dann mit der Familie des Oberforstrats Martin Franzreb. Dessen tüchtige Frau backte selbst Kuchen, kreierte Hausmacher-Wurstplatten und kredenzte den immer zahlreicher werdenden Gästen auch ihren leckeren „Weißen Käse” (angemachter Speise­quark). Diese Tradition pflegte auch die letzte auf dem Beckenhof wohnende Försterfamilie. Forstamtsrat Adolf Mertel, der das Forsthaus immer noch bewohnte, ging 1976 in den Ruhestand. Der Beckenhof selbst wurde ab diesem Zeitpunkt nicht mehr als Forst­dienststelle genutzt und drohte zu verfallen. Um den Pirmasensern aber ihr traditionelles Forsthaus als Ausflugsziel zu erhalten, kaufte die Stadt Pirmasens 1978 das Gebäude. Auch heute ist der Beckenhof Gaststätte.

Ein Gedenkstein am Beckenhof (Pirmasens in der Südwestpfalz) erinnert an Generaloberst Ludwig Beck, den führenden Kopf des Widerstandes deutscher Offiziere gegen das Nazi-Regime. Der Beckenhof wurde von seinen Vorfahren gegründet.

Das Mordloch in Pirmasens: Nicht weit von Pirmasens in der Pfalz befindet sich ein zwar kurzer, aber steiniger und steiler Weg, der von größeren Felsbrocken gesäumt ist. Von den Einheimischen wird diese Stelle "Mordloch" genannt.

Der Neufferpark in Pirmasens - Aufnahmen von 2018


Der Neufferpark ist der älteste, öffentlich zugängliche Park der Stadt. Der Schuhfabrikant Emil Paqué verwandelte einen Steinbruch in einen Landschaftspark mit exotischen Bäumen und einer ausgeklügelten Wegführung. Die Krönung bescherte Emil Neuffer dem Park mit der Gartenvilla (entworfen von Werner Horstmann).

Pirmasens - Alter Friedhof - Der Alte Friedhof ist ein 1925 aufgelassener Friedhof in Pirmasens, der zu einer Parkanlage umgestaltet wurde. Als Denkmalzone Alter Friedhof sind zahlreiche Grabdenkmäler des 19. Jahrhunderts, drei Kriegerdenkmale und eine teilweise erhaltene jüdische Abteilung Teil der Denkmalliste der Stadt. Die ehemalige Einsegnungshalle ist heute eine Veranstaltungsstätte unter dem Namen Carolinensaal.


Der Friedhof wurde bereits um das Jahr 1763 herum außerhalb der Stadtmauern angelegt. Das genaue Jahr ist nicht bekannt, der Friedhof taucht erstmals in einer Zeichnung aus dem Jahr 1762 auf, allerdings noch an anderem Standort. Dort war er unmittelbar vor dem Buchsweilertor an der heutigen Ecke Haupt- und Bergstraße vorgesehen, angelegt wurde er schließlich an höherer Stelle in der Fortführung der Alleestraße. Spätestens im Jahr 1765 bestand der Friedhof bereits.

Die ältesten erhaltenen Relikte auf dem Friedhof sind die Grabdenkmäler für zwei in der Schlacht bei Pirmasens im Jahr 1793 gefallene preußische Offiziere, Albrecht Otto Johann von Möllendorff und Hans Friedrich Georg von Borstell.

Die beiden gefallenen Offiziere gehörten dem 7. Preußischen Kürassierregiment an. Ihr Tod ist in der Geschichte des Königlich Preußischen Sechsten Kürassier-Regiments, genannt Kaiser von Rußland, von Freiherr E. A. Wilhelm Dijon von Monteton, Brandenburg, 1842 (Seiten 88, 89 und 92), beschrieben.

Der Carolinensaal in Pirmasens - Von der Leichenhalle zum Kulturzentrum

Die einstige Leichenhalle ist heute das Kulturzentrum Carolinensaal, der Friedhof selbst eine Parkanlage im Herzen der Schuhstadt. Der Carolinensaal ist benannt nach der Landgräfin Caroline von Hessen-Darmstadt, Gemahlin des Stadtgründers von Pirmasens, Landgraf Ludwig IX., und eine gute Freundin des Preußenkönigs Friedrich II. (Friedrich der Große, "Der Alte Fritz").

Karoline Henriette Christine Philippine Luise von Pfalz-Zweibrücken (* 9. März 1721 in Straßburg; † 30. März 1774 in Darmstadt) war durch Heirat Landgräfin von Hessen-Darmstadt, auch als die Große Landgräfin Caroline von Hessen-Darmstadt bezeichnet.

Die Landgräfin stand in Kontakt mit Friedrich II. von Preußen und war eine der wenigen Frauen, die er respektierte. Er nannte sie einmal „Zierde und Bewunderung unseres Jahrhunderts“ und anlässlich ihres Todes schickte er eine marmorne Urne mit der lateinischen Aufschrift „femina sexu, ingenio vir“ (dt.: „von Geschlecht eine Frau, vom Geist ein Mann“) nach Darmstadt, die noch heute im Herrngarten zu besichtigen ist. Durch ihre Töchter wurde sie Stammmutter des preußischen Königshauses beziehungsweise des späteren deutschen Kaiserhauses sowie des niederländischen Königshauses.

Exerzierplatz und Josef-Krekeler-Platz in Pirmasens

Ein interessanter Platz, den es so in der Art in keiner anderen deutschen Stadt gibt, ist der Exerzierplatz in Pirmasens. In dessen Mitte thront unübersehbar die von den Einheimischen so getaufte „Spitze des Wahnsinns“. Sie ist über den Aufzug der Tiefgarage gebaut.


Unter dem Platz befindet sich ein Parkhaus. Die blaue Pyramide, die bereits erwähnte "Spitze des Wahnsinns", ist über den Aufzug der Tiefgarage gebaut.

Hier findet auch der Wochenmarkt (Di, Do, und Sa) statt.

Den Exerzierplatz in seiner heutigen Form gibt es erst seit 1995. Davor war er ein mit Granitsteinen gepflastertes Quadrat, das primär als Parkplatz und - wie auch heute noch - drei mal wöchentlich (dienstags, donnerstags und an Sonnabenden) als Standort des Wochenmarktes genutzt wurde. Heute ist der "Exe" mit einer Tiefgarage versehen, die es in Ihrer runden Form zum Zeitpunkt der Entstehung in Deutschland nur noch einmal gab, nämlich in Baden-Baden am Festspielhaus. Da die Planung und Umsetzung (Kosten ca. 14 Mio. DM) zum überwiegenden Teil in die Amtszeit des langjährigen Pirmasenser Oberbürgermeisters Dr. Karl Rheinwald (verstorben 1993) fiel, ist einigen Pirmasensern der Platz vielleicht auch unter dem Spitznamen "Forum Rheinwaldeum" noch bekannt.

Forum Alte Post und Josef-Krekeler-Platz

Die Alte Post in Pirmasens ist ein 1893 als Königlich Bayerisches Postamt errichtetes denkmalgeschütztes Gebäude im Stil der Neorenaissance. Es zählt mit seiner prachtvollen Fassade zu den repräsentativsten Gebäuden der Stadt sowie zu den bedeutendsten noch erhaltenen gründerzeitlichen Verwaltungsgebäuden in der früheren bayerischen Pfalz. Heute dient es als Kultur- und Veranstaltungszentrum sowie als Museum unter dem Namen Forum Alte Post. Seit dem Herbst 2013 wird das Gebäude als Kulturstätte der Stadt Pirmasens genutzt. Es beherbergt zwei Dauerausstellungen für die beiden bedeutendsten Künstler, die in der Stadt geboren wurden, den Dadaisten Hugo Ball und den Landschafts- und Genremaler des Biedermeier Heinrich Bürkel. Weiterhin gibt es regelmäßige Wechselausstellungen. Im zu Ehren der Stifterin als Elisabeth-Hoffmann-Saal benannten Kuppelsaal finden Kulturveranstaltungen und Seminare statt, er kann des Weiteren auch für private Feiern gemietet werden.

Die Skulptur auf dem Platz ist den Frauen gewidmet, die dereinst in großen Weidenkörben die Pirmasenser Schuhe bis in den Schwarzwald hinein trugen und verkauften.

Joseph Krekeler (* 3. April 1935 in Herxheim bei Landau/Pfalz; † 16. August 2007 in Pirmasens) war ein deutscher Politiker (CDU). Er war von 1999 bis 2003 Oberbürgermeister der Stadt Pirmasens und von 1999 bis zu seinem Tod Fraktionsvorsitzender der CDU im Bezirkstag Pfalz. Krekeler hatte zu Beginn seiner Amtszeit 1999 den Umbau des ehemaligen Hauptpostamtes (Alte Post) zu einem Kulturzentrum begonnen.

Neben den beiden Dauerausstellungen zu Heinrich Bürkel und Hugo Ball gab es in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 51 Wechselausstellungen zu sehen. Das zentral gelegene Forum Alte Post hat sich nicht nur als Ort für Kunst und Kultur etabliert, sondern auch als Veranstaltungsort. Unter anderem für Trauungen und Hochzeiten. Im vergangenen Jahrzehnt haben sich bereits knapp 400 Paare das Jawort gegeben.

Die Lutherkirche in Pirmasens ehem Garnisonskirche

Die Lutherkirche in Pirmasens - Die ehemalige Hof- und Garnisonskirche aus der Zeit des Landgrafen Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt - An ihr vierstimmiges Geläut reicht manche große Kathedrale nicht heran.


An dieser Stelle soll schon im Jahr 820 eine Kapelle gestanden haben. In diesem Jahr wird Pirmasens als Pirminisensna erstmals erwähnt. Die Kapelle soll eine Gründung des Klosters Hornbach gewesen sein.

Die erste urkundliche Erwähnung Pirmasens datiert auf das Jahr 1202 und da wird auch eine der heiligen Juliana geweihte Pfarrkirche erwähnt. Diese Kirche wurde mehrfach zerstört und wiederaufgebaut, bis sie 1756 endgültig abgetragen wird und im Zuge des Ausbaus des Dorfes Pirmasens zur Stadt durch Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt und Hanau-Lichtenberg am 5. April 1757 der Grundstein zu einer neuen Hof- und Garnisonskirche gelegt wird.

Am 4. Oktober 1761 wird die Kirche geweiht und heißt im Volksmund bald "Untere Kirche". 1793 werden die Glocken an die französische Revolutionsarmee abgeliefert und erst 1861 erhält die Lutherkirche ein neues Geläut.

Am 9. August 1944 wird die Lutherkirche bei alliierten Luftangriffen zerstört. Der Wiederaufbau erfolgt von 1947 bis 1949.

Am 5. November 1949 werden die Gebeine Landgraf Ludwigs IX. in der Gruft zwischen Altar und Taufstein wieder beigesetzt.

1960.: Die Lutherkirche bekommt nach dem jahrelang vorhandenen Notdach einen neuen Turmhelm. Das nach dem historischen Vorbild neu gefertigte Turmkreuz wird als Zeichen der Versöhnung mit Hilfe eines amerikanischen Militärhubschrauber aufgesetzt.







Freitag, 10. Februar 2023

Nothweiler im Pfälzerwald

Im "Landgasthof zur Wegelnburg" in Nothweiler

   

Nothweiler:

  


Nothweiler - Pfälzerwald - Südwestpfalz - Nothweiler liegt im Wasgau, wie der Südteil des Pfälzerwaldes und der sich anschließende Nordteil der Vogesen auch genannt wird, im sogenannten Dahner Felsenland unmittelbar an der Grenze zum französischen Elsass.

Über Nothweiler liegt auf dem Sindelsberg die Ruine der Wegelnburg direkt an der deutsch-französischen Grenze. Die Burganlage liegt 570,9 m hoch und ist damit die höchstgelegene der Pfalz.

Östlich des Siedlungsgebiets liegt das Besucherbergwerk der alten Grube Sankt-Anna-Stollen Nothweiler; in dieser wurde Eisenerz mit hohem Mangangehalt abgebaut.


Freitag, 11. Oktober 2019

Mennoniten in der Pfalz

Schulpferde auf dem Heckenaschbacherhof

Der Heckenaschbacherhof

Im Jahr 1509 wurde der Heckenaschbacherhof erstmalig urkundlich erwähnt – damals auch unter der Bezeichnung Roggenhof oder Hermann-Aschbacherhof.

Der Hof wurde anfangs lediglich als Viehweide genutzt. Der Hornbacher Klosterschaffner Johann Koch, in dessen Familienbesitz sich der Hof von 1690 bis 1785 befand, erbaute 1711 das Hofhaus. Koch ließ beim Bau des Hauses sein bis heute erhaltenes Wappen am Hofhaus anbringen.


Im Laufe der 500 Jahre seines Bestehens wechselte der Hof häufig die Besitzer.

So wurde er unter anderem 1785 von Herzog Karl August gekauft und dann von den Franzosen als Nationalgut beansprucht. Maria-Amalie, die Witwe von Herzog Karl August ließ sich dies jedoch nicht gefallen und so sprach Napoleon I. das Gut 1805 wieder der Herzogin zu.

Nach weiteren Besitzerwechseln in den darauffolgenden 200 Jahren ist der Heckenaschbacherhof nun seit dem Jahr 2005 im Besitz der Familien Schütz und Wendel.

Die neuen Eigentümer bauten den Hof vom Schweinezucht- und Mastbetrieb zu einem modernen Reitbetrieb um – darüber hinaus wurden die Räumlichkeiten zu besonderen Locations für Veranstaltungen aller Art stilgerecht umgebaut.

Der Kirschbacherhof - Der Hof ist schon 1295 urkundlich nachgewiesen. Er befand sich seit Ende des 16. Jahrhunderts im Besitz der Zweibrücker Herzöge und diente ihnen als bevorzugter Aufenthaltsort bei der Jagd. Die verwitwete Pfalzgräfin Caroline verpachtete den Hof 1724 an die Amischen Jakob Jacki, Andreas Leyenberger und Heinrich Stalter (1737-1800).

2018 kamen auf dem Kirschbacherhof 70 Jungstörche zur Welt. Und im Mai 2019 fand dort ein ökumenischer "Storchengottesdienst" für werdende Eltern statt.


Monbijou bei Dietrichingen


Das heutige Hofgut Monbijou befindet sich an der Stelle des früheren Weilers Leichelbingen, der als Leichelvinga 1258 erstmals erwähnt wurde und zu Pfalz-Zweibrücken gehörte. Es liegt auf der Gemarkung von Dietrichingen am Zweibrücker Flugplatz.

1782 schenkte Herzog Karl II. August seinem Kammerherrn von Kreuzer Leichelbingen und die umliegenden Besitzungen. Von Kreuzer setzte die Güter in Stand und ließ ein Jagdschloss mit Gärten und Weinbergen errichten.

Bei einer Jagd 1785 war der Herzog von dem Anwesen so begeistert, dass er die Güter zurückhaben wollte. Er entschädigte von Kreuzer jedoch mit dem Mölschbacher Hof bei Wattweiler und 16.000 fl für die Inneneinrichtung. Durch Erlass bereits im selben Jahr wurde Leichelbingen in Monbijou umbenannt. In den folgenden Jahren hielt sich der Herzog sehr oft hier auf.

Die umfangreichen Gartenanlagen wurden maßgeblich durch den Gartenarchitekten von Sckell gestaltet, der auch bei Schloss Karlsberg tätig war. Beim Einmarsch der französischen Revolutionstruppen ins Herzogtum im Jahr 1793 richteten diese auf Monbijou das Generalsquartier ein. Die Anlagen wurden erheblich in Mitleidenschaft gezogen, Monbijou war fortan wieder ein Hofgut.

1805 veräußerte die Witwe des Herzogs die Güter mit einer Fläche von ca. 2,12 km² an einen Kammerdirektor Böhmer aus Frankfurt am Main.

Von dem Jagdschloss war bis 1972 vor allem die Orangerie noch gut erhalten. Durch ein Feuer ist sie seitdem Ruine und dem Zerfall preisgegeben.

In der Nachbarschaft von Monbijou liegt ein wertvolles Orchideenschutzgebiet, das von der Pollichia betreut wird.

Das Naturschutzgebiet Monbijou bei Dietrichingen ist Standort von 21 teils seltenen Orchideenarten und Rückzugsgebiet für schützenswerte Tiergesellschaften. Seine Besonderheit: Die auf einem Halbtrocken- und Trockenrasen wachsenden Pflanzen lassen sich von einem Pfad aus betrachten, ohne dass die Besucher dem Orchideen-Ensemble Schaden zufügen.

Die Besonderheiten, die die Orchideenfülle erst möglich machen, liegen einerseits in der besonnten Hanglage. Dazu kommen große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die im Sommer 50 Grad betragen können, und schließlich die Bodenzusammensetzung. Kalkhaltig und mager lauten die Stichworte für den Halbtrockenrasen. Der Kalk beschleunigt den bereits vom Geländeprofil begünstigten Regenwasser-Abfluss noch weiter. Entsprechend trocken bleibt der Boden, und warm dazu.

Der zu Eppenbrunn gehörende Ransbrunnerhof war ursprünglich ein Klosterhof von Stürzelbronn. Seit dem 17. Jahrhundert wurde er von Schweizer Mennoniten bewirtschaftet, die im Herzogtum Pfalz-Zweibrücken Aufnahme vor Verfolgung gefunden hatten.


Der Bärenbrunnerhof

Der Name entstand aus dem hier im Tal gelegenen Dorf "St. Bernhardsbrunn", das im 30-jährigen Krieg untergegangen war. Die Wiederbesiedlung gelang erst nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg.


1712 übernahm Nikolaus Lorch von Bergzabern den Hof und talabwärts die Mühle. Im Rahmen der Nationalgüterversteigerung wurde das Gut Ende des 18. Jahrhunderts an den amischen Mennoniten Friedrich Hage veräußert. Er zog aber schon 1803 nach Bayern.

Danach kaufte Jakob Rebholz aus Merzalben Hof und Mühle. Um 1830 kam Johannes Guth, ein Amischer vom Ransbrunnerhof als Pächter. 1913 erwarben seine Enkel Peter, Johannes und Heinrich Guth, Hof und Mühle. In der fünften inzwischen evangelisch gewordenen – Generation, stellte Peter Guth den Hof auf Biolandwirtschaft um.

Samstag, 5. Oktober 2019

Herbstzeit - Kürbiszeit


       
Kürbishof in Bottenbach

Kürbisse sind Farbtupfer im Herbst, beliebt auch bei Hobby-Gärtnern zur Dekoration im naturnahen Bauerngarten. Eine vielfältige Auswahl nicht nur an Zierkürbissen, sondern auch an Speisekürbissen (sowie an Marmeladen, Weinen und Schnäpsen) bietet der besuchenswerte Kürbishof im pfälzischen Birkenhördt.




Pfälzer Kürbissuppe


Das Rezept:

100g durchwachsener Speck
1 EL Öl
1 Stange Lauch
500 g Kürbis ohne Schale und Kerne
¾ l Fleischbrühe
¼ l trockener Weißwein (Riesling)
2 EL Creme fraiche
Salz, Pfeffer aus der Mühle
1 Messerspitze Cayennepfeffer
1 TL Dornfelder Weinessig

Den Speck in kleine Würfel schneiden und im Öl knusprig anbraten, heraus nehmen und beiseite stellen. Den Lauch in feine Ringe schneiden, in dem verbliebenen Fett andünsten. Kürbis in grobe Würfel schneiden, hinzufügen, andünsten und mit dem Weißwein ablöschen. Die Fleischbrühe zugießen und etwa 20 min kochen lassen. Mit dem Mixstab pürieren und Cremel fraiche unterrühren. Die Suppe mit Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer und Essig abschmecken, in Teller füllen und mit den Speckwürfeln bestreuen.

Rezept von Elfriede Wissing



Freitag, 23. August 2019

Bayern und Pfalz, Gott erhalt's !!!

Die weißblauen Rauten kommen aus Niederbayern, vom Bogenberg bei Straubing. Der Bogenberg ist eine der bedeutendsten Marienwallfahrten Bayerns und hier waren die Grafen von Bogen beheimatet, deren Rautenwappen 1247 die Wittelsbacher als deren Erben als ihr Stammwappen übernommen haben.
Seit 1835 wird es als Herzschild im Wappen der bayerischen Könige geführt und gilt seitdem als Symbol für ganz Bayern.


Im Foto links: Maikammer - Das Pfälzer Wappen - Die Rauten der Wittelsbacher und der Pfälzer Löwe - Die Oberpfalz in Bayern hat das gleiche Wappen. Was Wunder, gehörten doch die beiden Regionen über Jahrhunderte zusammen. Der Kurfürst residierte in Heidelberg und der Kurprinz als Statthalter in Amberg.

Der Pfälzer Löwe und die bayerischen Rauten

Die Bayern (und auch die meisten "Preiß'n") sprechen immer vom bayerischen Löwen. Sie wissen nicht, dass sie da irren, weil es nämlich garkeinen bayerischen Löwen gibt. Denn das, was da auch heute im Landeswappen des Freistaates prangt, das ist ein Pfälzer.

Der Pfälzer Löwe ist erstmals in der Pfalzgrafschaft bei Rhein unter dem wittelsbachischen Pfalzgrafen Otto dem Erlauchten in dessen Reitersiegel von 1229 nachgewiesen.

Nach der Belehnung des bayerischen Herzogs Ludwig im Jahre 1214 mit der Pfalzgrafschaft bei Rhein erbte Herzog Otto II. von Baiern Mitte des 13. Jahrhunderts die Grafschaft Bogen (Bild oben: Bogenberg bei Straubing an der Donau) und damit deren weiß-blaues Rautenwappen.

Jahrhundertelang dienten fortan der goldene Löwe im schwarzen Feld und die weiß-blauen Rauten als Familienwappen der altbayerischen UND pfälzischen Wittelsbacher. Aber im 16. Jahrhundert setzte sich dann die Unterscheidung des Löwen für die Pfalz und der Rauten für Bayern durch.

Die Wittelsbacher und die Pfalz:

Bringen wir doch nun mal etwas Klarheit und Struktur in die Geschichte anhand der historischen Ereignisse:

Friedrich I. (Barbarossa) hatte die sog. Pfalzgrafschaft bei Rheyn an einen Halbbruder vergeben. Später war sie kurzzeitig in der Hand der Welfen. Nach den Kämpfen des Welfen Otto IV. mit dem Staufer Friedrich II. um die Königskrone, wurde die Pfalzgrafschaft 1214 durch den Staufer an Ludwig I. von Wittelsbach (1214-1228) übertragen. Und in der Hand der Wittelsbacher blieb sie mit kurzer Unterbrechung im Dreißigjährigen Krieg. Spätestens ab 1214 war Heidelberg die Hauptresidenz der Pfalzgrafen bei Rhein.

Im Laufe der Jahrhundert, vor allem während des 15. Jahrhunderts entstanden zahlreiche Wittelsbacher Nebenlinien, die Kurpfalz (zwischen Kaub und Heidelberg/Mannheim, die Kurfürstentümer Bayern/Oberpfalz (Eger/Neumarkt/Amberg) und Bayern (Lech/Donau), das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken (südlich der Nahe, um Zweibrücken und Rapoltstein), Pfalz-Neuburg (Düsseldorf/Jülich) und Pfalz Sulzbach (bayerische Pfalz).

Im Zuge der Reformation wandten sich die kurpfälzischen Linien nach und nach dem Protestantismus zu, während die bayerischen Linien am katholischen Glauben festhielten. Als 1685 die katholische Neuburger Linie die Pfalzgrafschaft übernahm, wurde in zahlreichen Orten wieder der Katholizismus eingeführt.

Im Pfälzischen Erbfolgekrieg (Orleans'scher Krieg, 1688-1697) wurden große Teile der Kurpfalz von französischen Truppen verwüstet (so auch das Heidelberger Schloß zerstört).


Als die altbayerische Linie der Wittelsbacher im Jahr 1777 ausstarb, trat Kurfürst Karl Theodor aus der Linie Pfalz-Sulzbach die Erbschaft als "Kurfürst von Pfalz-Bayern" an.

1799 verstarb Karl Theodor ohne legitimen Erben. Zum Zug kam daher das Haus Pfalz-Zweibrücken mit Kurfürst Maximilian IV. Joseph, damit waren zugleich alle wittelsbachischen Fürstentümer wieder vereinigt, wenngleich das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken selbst französisch besetzt war.

Maximilian I. Maria Michael Johann Baptist Franz de Paula Joseph Kaspar Ignatius Nepomuk (* 27. Mai 1756 in Schwetzingen bei Mannheim; † 13. Oktober 1825 in München), kurz auch Max Joseph genannt, war bei Regierungsantritt im Jahre 1799 als Maximilian IV. zunächst Herzog von Bayern, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog von Jülich und Berg sowie Kurfürst (von Pfalz-Baiern) im Heiligen Römischen Reich. Er begründete die Herrschaft des Wittelsbacher Hauses Pfalz-Zweibrücken über Bayern. Durch ein Bündnis mit dem napoleonischen Frankreich stieg er am 1. Januar 1806 zum ersten König des Königreichs Bayern auf. Bei seinen Untertanen wurde er mit der populären Kurzform seines Namens "König Max" genannt.

Als Rheinkreis wurde von 1816 bis 1837 das linksrheinische Territorium des Königreichs Bayern bezeichnet. Vor den französischen Revolutionskriegen (1792) hatte das Gebiet größtenteils zur Kurpfalz gehört. Mit dem Tod von Maximilian III. Joseph am 30. Dezember 1777 starb die bayerische Linie der Wittelsbacher aus, so dass unter dem Pfälzer Churfürsten Carl Theodor Bayern und die Pfalz nach fast 450 Jahren der Trennung zum Churfürstentum Pfalz-Bayern wiedervereinigt wurden. Auf dem Wiener Kongress 1815 war es zunächst dem Kaisertum Österreich zugesprochen worden, nachdem es bereits seit 1814 unter einer provisorischen gemeinsamen österreichisch-bayerischen Verwaltung gestanden hatte. Österreich trat es 1816 mit dem Vertrag von München an Bayern ab.

1837 wurde der Rheinkreis in Pfalz umbenannt. Gebräuchlich war auch die Bezeichnung Rheinpfalz. Vielfach wurde von Rheinbayern, Bayerischer Pfalz oder Bayern jenseits des Rheins (aus Münchner Perspektive) gesprochen. Das Gebiet blieb, mit Ausnahme des 1920 abgetrennten Teils, der ungefähr dem heutigen Saarpfalz-Kreis entspricht, bis zur Gründung des Landes Rheinland-Pfalz am 30. August 1946 bayerisch.

Der Rheinkreis deckte sich weitgehend mit der heutigen Region Pfalz, die westlich des Rheins im Süden von Rheinland-Pfalz liegt, enthielt jedoch zusätzlich noch die saarländischen Landkreise Homburg und St. Ingbert. Diese wurden 1920 nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in das Saargebiet eingegliedert und 1974 zum Saarpfalz-Kreis zusammengelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgten kleinere Gebietsabtretungen an das Saarland, vor allem im Raum St. Wendel. Im Rahmen der Gebietsreform 1969 wurde innerhalb von Rheinland-Pfalz das als Pfalz bezeichnete Gebiet an seiner Nordgrenze etwas verändert. Das Bistum Speyer und die Evangelische Kirche der Pfalz existieren auch heute noch im Wesentlichen in den historischen Grenzen des Rheinkreises.

An die bayerische Zeit der Pfalz erinnern z.B. in Pirmasens das "Forum Alte post" das ehemalige Königliglich Bayerische Postamt.


Als in Pirmasens deutsche Geschichte geschrieben wurde:

Im Laufe des Jahres 1923 wurde Pirmasens eine der Hochburgen des von der französischen Besatzungsmacht unterstützten pfälzischen Separatismus. Die Separatisten hatte am 29. November 1923 die Stadt mit 300 Mann unter Führung des ehemaligen Syndikus des Pfälzer Schuhfabrikantenvereins, Albert Schwaab, besetzt. Sie machten das Bezirksamtsgebäude zu ihrem Sitz und versuchten, von hier aus die Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen. Die amtierende Stadtregierung unter dem 3. Bürgermeister Adolf Ludwig (der Oberbürgermeister Otto Strobel und sein Stellvertreter waren von den Franzosen verhaftet worden) leistete ihnen jedoch Widerstand und die Bevölkerung lehnte ihre Machtübernahme mehrheitlich ab. Als die Separatisten auch Ludwig verhaften ließen, brachten sie Bevölkerung und Behörden zusätzlich gegen sich auf.

Als diese am 12. Februar 1924 versuchten, das Wiedererscheinen der Pirmasenser Zeitung, deren Herausgabe zwischenzeitlich verboten wurde, zu unterbinden, entwickelte sich der Widerstand der Bevölkerung zu einem großen Protest. Vor dem Bezirksamt versammelte sich eine immer größer werdende Menschenmenge und verlangte den Abzug der Separatisten. Diese weigerten sich wiederholt und gaben schließlich Schüsse auf die Menge ab, wodurch es einzelne Tote und Verletzte gab. Um den Separatisten kein genaues Ziel zu bieten, stellte man in der Folge das Licht in der Straße ab. Die Feuerwehr rückte auf Seiten der Angreifer an und versuchte, Wasser in das Gebäude zu spritzen, wodurch jedoch nicht mal die Fenster eingedrückt wurden. Der französische Delegierte befahl den Abzug der Feuerwehr, unternahm jedoch nichts zum Schutz der Separatisten. In der Zwischenzeit hatten sich die Angreifer selbst Waffen besorgt und eröffneten ihrerseits das Feuer. Das Gebäude wurde zuerst in Brand gesteckt und dann erstürmt. Dabei wurden die meisten der dort verschanzten Separatisten gelyncht. Auf ihrer Seite starben 16 Menschen, auf Seiten der Angreifer sieben. Durch die Explosion dort von den Separatisten gelagerter Munition brannte das Bezirksamt vollständig aus.


Mit dem Sturm auf das Bayerische Bezirksamt in der Bahnhofstraße endete 1924 die Separatistenbewegung der Autonomen Pfalz. Pirmasens blieb noch bis zum Jahr 1930 im Rahmen der Rheinlandbesetzung französisch besetzt.

Samstag, 10. August 2019

Unterwegs im Weinland der Pfalz (Teil 2)


Streetview Gleisweiler


Burrweiler

Im September 2000 wurde das Deutsche Ofenmuseum durch den damaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck eingeweiht. Gezeigt wurden, an über 100 Exponaten, die Ofen-Geschichte von der offenen Feuerstelle des 16. Jahrhunderts zum Ofen des 20. Jahrhunderts in Abfolge der Stilepochen zeitgetreu inszeniert. 2009 wurde es geschlossen. Das Museum befindet sich nunmehr in den Räumen der Viessmann-Werke in Allendorf (Eder). In Burrweiler befindet sich jedoch noch eine Antik-Ofen-Galerie in den Ausstellungsräumen der Firma Stritzinger.

Über dem Ort der Annaberg mit der Annakapelle (Wallfahrt mit Kreuzweg).


Von Hainfeld bis Hambach (Neustadt a.d.W.)



Bei Edesheim


Unterwegs im Weinland der Pfalz


 

Unterwegs im Weinland der Pfalz - Teil 1


Teil 1 geht von Pirmasens über die fürchterliche B10 bis Rinnthal, dann durch Sarnstall und Annweiler.

Man kann aber auch anders von der Westpfalz in das Weinland kommen, nicht über die B10, sondern auf "Schleichwegen" durch den Pfälzerwald: Über Vorderweidenthal, Darstein, Schwanheim und Lug nach Sarnstall.


Unterwegs im Weinland der Pfalz - Teil 2 - Queichhambach und der Fronhof


Unterwegs im Weinland der Pfalz - Teil 3 - Albersweiler


Unterwegs im Weinland der Pfalz - Teil 4 - Frankweiler




Montag, 15. Juli 2019

Bayern und Pfalz, Gott erhalt's !!!

Im Foto links: Maikammer - Das Pfälzer Wappen - Die Rauten der Wittelsbacher und der Pfälzer Löwe - Die Oberpfalz in Bayern hat das gleiche Wappen. Was Wunder, gehörten doch die beiden Regionen über Jahrhunderte zusammen. Der Kurfürst residierte in Heidelberg und der Kurprinz als Statthalter in Amberg.

Der Pfälzer Löwe

Die Bayern sprechen immer vom bayerischen Löwen. Sie wissen nicht, dass sie da irren, weil es nämlich garkeinen bayerischen Löwen gibt. Denn das, was da auch heute im Landeswappen des Freistaates prangt, das ist ein Pfälzer.

Der Pfälzer Löwe ist erstmals in der Pfalzgrafschaft bei Rhein unter dem wittelsbachischen Pfalzgrafen Otto dem Erlauchten in dessen Reitersiegel von 1229 nachgewiesen.

Nach der Belehnung des bayerischen Herzogs Ludwig im Jahre 1214 mit der Pfalzgrafschaft bei Rhein erbte Herzog Otto II. von Baiern Mitte des 13. Jahrhunderts die Grafschaft Bogen und damit deren weiß-blaues Rautenwappen.

Jahrhundertelang dienten fortan der goldene Löwe im schwarzen Feld und die weiß-blauen Rauten als Familienwappen der altbayerischen UND pfälzischen Wittelsbacher. Aber im 16. Jahrhundert setzte sich dann die Unterscheidung des Löwen für die Pfalz und der Rauten für Bayern durch.

Die weißblauen Rauten kommen aus Niederbayern, vom Bogenberg bei Straubing. Der Bogenberg ist eine der bedeutendsten Marienwallfahrten Bayerns und hier waren die Grafen von Bogen beheimatet, deren Rautenwappen 1247 die Wittelsbacher als deren Erben als ihr Stammwappen übernommen haben. Seit 1835 wird es als Herzschild im Wappen der bayerischen Könige geführt und gilt seitdem als Symbol für ganz Bayern.

Apropos Strauubing: Es gab mal das Herzogtum Straubing-Holland.


Dieses Herzogtum bestand von 1353-1425. Es bestand aus zwei Komplexen: dem Kerngebiet an der Donau um Straubing und den unter Kaiser Ludwig dem Bayern (reg. als Herzog von Bayern 1294-1347, König ab 1314) an die Wittelsbacher gekommenen, niederländischen Lehen. Bereits Herzog Albrecht I. (reg. 1347-1404) verlegte Residenz und Verwaltung nach Den Haag. Durch eine geschickte Politik brachte er die straubingisch-holländische Linie der Wittelsbacher zu Ansehen und Einfluss. Mit Unterstützung niederbayerischer Gefolgsleute reformierte er Verwaltung und Wirtschaft in den niederländischen Territorien. Den niederbayerischen Landesteil verwalteten vor allem Viztume, die aber in enger Verbindung zu den Herzögen standen. Auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet fand ein reger Austausch statt. 1425 starben die straubingisch-holländischen Wittelsbacher in männlicher Linie aus. Das Kernland um Straubing erbten die Teilherzöge von München, Landshut und Ingolstadt, die nördlichen Territorien gingen an die Herzöge von Burgund über.

Pfälzer Residenzen

Residenzen der Pfälzer Wittelsbacher - Compilation - Die Pfalz war dereinst viel größer als der heutige Landesteil von Rheinland-Pfalz. die Oberpfalz gehörte z.B. dazu, "der Pfalz Land in Bayern", natürlich die heute in Baden-Württemberg liegende Kurpfalz und der heute zum Saarland gehörige Saarpfalzkreis.


Siehe zu dem Thema auch diesen Artikel.

Pfalz-Zweibrücken, Geschichte einer Dynastie

Aus der Linie Pfalz-Zweibrücken ist, nach dem Aussterben der bayerischen Linie, der letzte Kurfürst und erste König Bayerns (von Napoleons Gnaden) hervorgegangen. Und alle folgenden Herrscher Bayerns. Durchaus Grund genug, dieser Dynastie ein paar Schlaglichter zu widmen.

Die Wittelsbacher im Norden - Bergisches Land

Schloß Burg (auch Schloß Burg an der Wupper) ist eine ab dem späten 19. Jahrhundert rekonstruierte Höhenburg im Solinger Stadtteil Burg an der Wupper. Die Anlage war seit dem 12. Jahrhundert die Stammburg der Grafen und späteren Herzöge von Berg und ist heute das Wahrzeichen des Bergischen Landes. Zugleich ist sie eine der größten Burgen Westdeutschlands und die größte rekonstruierte Burganlage in Nordrhein-Westfalen.

   

Seit 1609 gehörte das Herzogtum Berg zum wittelsbachischen Haus Pfalz-Neuburg. Von 1742 bis 1799 war Berg Besitz der Linie Pfalz-Sulzbach unter Karl Theodor (1742–1799), auch Kurfürst von der Pfalz und Herzog von Pfalz-Neuburg, seit 1777 auch Kurfürst von Bayern. Der regierende Herzog von Berg war Maximilian Josef (1799–1806), auch Kurfürst von Bayern aus der Linie Pfalz-Birkenfeld-Bischweiler (Pfalz-Zweibrücken).

Maximilian I. Maria Michael Johann Baptist Franz de Paula Joseph Kaspar Ignatius Nepomuk (* 27. Mai 1756 in Schwetzingen bei Mannheim; † 13. Oktober 1825 in München) war bei Regierungsantritt im Jahre 1799 als Maximilian IV. zunächst Herzog von Bayern, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog von Jülich und Berg sowie Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches. Er begründete die Herrschaft des Wittelsbacher Hauses Pfalz-Zweibrücken über Bayern. Durch ein Bündnis mit dem napoleonischen Frankreich stieg er am 1. Januar 1806 zum ersten König des Königreichs Bayern auf. Bei seinen Untertanen wurde er mit der populären Kurzform seines Namens "König Max" genannt.

Montag, 8. April 2019

Pirmasens und sein Landgraf

Landgrafentage 2019 - Artisten auf dem Schloßplatz

Großes Spektakel auf dem (Unteren) Schloßplatz. Zwischen Altem Rathaus und Schloßtreppen war einiges geboten, u.a. ein Spielmannszug und herrliche Artistik. Glück muss man haben, dann kriegt man am Oberen Schloßplatz vor der VR-Bank einen Parkplatz. Und da verkaufsoffener Sonntag war, haben wir gleich noch einen Abstecher zu Thalia gemacht.


Der Exerzierplatz in Pirmasens


Der zentrale Platz der Schuhstadt - In seiner Mitte thront unübersehbar die von den Einheimischen so getaufte "Spitze des Wahnsinns". Heute misst er "nur" noch etwa 1.000 qm. Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt ließ hier einst seine rund 750 Grenadiere exerzieren. Der Platz ist nicht mehr komplett original erhalten. Unter dem Landgrafen entstand der Exerzierplatz, der sich ursprünglich von der südlichen bis zur nördlichen Ringstraße erstreckte. Später wurde der Platz teilweise bebaut und auf seine heutige Größe reduziert. Unter dem Platz befindet sich ein Parkhaus. Die blaue Pyramide, die bereits erwähnte "Spitze des Wahnsinns", ist über den Aufzug der Tiefgarage gebaut. Hier findet auch der Wochenmarkt (Di, Do, und Sa) statt.

Lutherkirche - Garnisonskirche

Unter Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt wird am 5. April 1757 der Grundstein für die neue Hof- und Garnisonskirche gelegt. Am 4. Oktober 1761 wird die Kirche geweiht und heißt im Volksmund bald "Untere Kirche". 1793 werden die Glocken an die französische Revolutionsarmee abgeliefert und erst 1861 erhält die Lutherkirche ein neues Geläut.


Am 9. August 1944 wird die Lutherkirche bei alliierten Luftangriffen zerstört. Der Wiederaufbau erfolgt von 1947 bis 1949. Am 5. November 1949 werden die Gebeine Landgraf Ludwigs IX. in der Gruft zwischen Altar und Taufstein wieder beigesetzt.

Bouxwiller im Pays de Hanau - Elsaß - Buchsweiler im Hanauerland

Bouxwiller (Buchsweiler), Residenz von Hanau-Lichtenberg. Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt verlegte die Residenz von hier ins pfälzische Pirmasens.



Donnerstag, 4. April 2019

Im Pfälzer Weinland


Ein Ausflug an die Weinstraße - Teil 1 geht über die fürchterliche B10 bis Rinnthal, dann durch Sarnstall und Annweiler.



Die Evangelische Dorfkirche in Rinnthal ist der bekannteste und bedeutsamste klassizistische Kirchenbau in der Pfalz. 1827 stellte die Gemeinde Rinnthal einen Antrag auf Neubau ihrer Dorfkirche, da die mittelalterliche Kirche aus Holz baufällig und zu klein geworden war. Die ersten Pläne von Bauschaffner Flörchinger der Bauinspektion Landau/Pfalz wurden von der Kreisbaubehörde abgelehnt. Besonders der Wunsch nach einem schönen Bauwerk im Stil des Klassizismus seitens der Gemeinde erregte Aufmerksamkeit. Errichtet wurde die Kirche dann nach Plänen des Architekten Joseph Daniel Ohlmüller (1791–1839) unter starkem Einfluss des Bayerischen Hofbaumeisters Leo von Klenze. Den Innenausbau führte August von Voit (1801–1870) durch. 1831 bis 1834 währte die Bauzeit. Die Kirche sollte ein Musterbau für eine mittelgroße Landkirche in der Pfalz werden, fand aber dort keine Nachahmer und blieb die einzige ihrer Art.

Annweiler in der Südpfalz - Die Trifelsstadt


Von Annweiler geht es weiter nach Queichhambach.


Unser nächstes Ziel ist Albersweiler.


Albersweiler war dereinst ein von zwei Herren regiertes Dorf: Der Nordteil mit St. Johann gehörte den Herren von Löwenstein-Scharfeneck und wurde von der Burg Neuscharfeneck, nach deren Zerstörung im Jahre 1634 von St. Johann aus verwaltet. Der Südteil gehörte dem Herzogtum Pfalz-Zweibrücken und zum Amt Neukastel, später zum Oberamt Bergzabern. Die Hauptstraße des Dorfes bildete somit eine Staatsgrenze.

Von Hainfeld nach Neustadt an der Weinstraße


Wir fahren entlang der Deutschen Weinstraße. Start ist in Hainfeld, es geht über Rhodt unter Rietburg und Maikammer nach Neustadt an der Weinstraße. Dort machen wir einen Bummel durch die Altstadt. Wir sehen die Stiftskirche und das Rathaus.



Samstag, 21. April 2018

Vom Wald in den Wein


Ein Ausflug in der Pfalz - Es geht vorbei an der Burg Berwartstein (wiederaufgebaut und auch heute bewohnt) nach Bad Bergzabern, dem Thermalbad am Übergang vom Pfälzerwald in die Rheinebene. Die pittoreske Altstadt mit bemerkenswertem Renaissance-Haus ist sehenswert. Auch das ehemalige kurfürstliche Schloß. Dann geht es ein Stück entlang der Deutschen Weinstraße bis zur Burg Landeck bei Klingenmünster.



Ein "Roadmovie" von Klingenmünster


Ehemaliges Kloster Klingenmünster in der Südpfalz - zwar ist aus seiner Ursprungszeit nichts mehr vorhanden, aber es zählt zu den ältesten Klöstern Deutschlands.


Von Klingenmünster geht es weiter nach Leinsweiler, ein idyllischer und pittoresker Weinort, über dem der Slevogthof thront, das Domizil des Malers Max Slevogt.


Auf der Fahrt nach Leinsweiler passieren wir Eschbach am Fuß der Madenburg.


Blick auf Leinsweiler und den Slevogthof:



Es geht weiter über Ranschbach und Birkweiler nach Albersweiler. In Birkweiler machen wir eine Rast beim "Stern'l".