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Dienstag, 25. Mai 2021

Unterwegs in der Krummhörn

Wir haben uns in Greetsiel an Granat mit Spiegelei auf Schwarzbrot gestärkt.

Und so geht es weiter auf unserer Route durch die Krummhörn. Unser nächstes Ziel liegt in unmittelbarer Nachbarschaft, der markante Leuchtturm von Pilsum, das Wahrzeichen der Krummhörn.


Unser nächstes Ziel ist Pewsum, der Verwaltungssitz der Krummhörn. Die von einer breiten Graft umgebene Manningaburg in Pewsum war ursprünglich ein Häuptlingssitz der ostfriesischen Familie Manninga, die auch Herren von Lütetsburg, Jennelt und Westeel waren. 1565 verkaufte Hoyko Manninga die Niederungsburg sowie die Pewsumer Mühle an Graf Edzard II. von Ostfriesland und dessen Gemahlin Katharina von Schweden. Von der ursprünglichen Burganlage ist nur noch die Vorburg erhalten.


Im 17. Jahrhundert weilten oft die ostfriesischen Fürsten mit ihren Gästen hier (unter anderem Aufenthalt des Großen Kurfürsten während seiner Reise in die Niederlande 1634). Im Jahre 1669 wurde die Burg umfassend renoviert. Danach setzte ihr Verfall ein. Der Geldmangel des ostfriesischen Fürstenhauses Cirksena machte dringend erforderliche Reparaturen unmöglich. Vor allem die Bausubstanz der Oberburg litt. Im Jahre 1716 musste sie schließlich abgebrochen werden. Nach dem Tod des letzten einheimischen Fürsten, Carl Edzard gelangte die Burg in den Besitz des preußischen Königs Friedrich II. Dieser wollte sie auf Abbruch verkaufen, rückte aber von diesem Plan ab, weil ihm die Gebote für die Anlage zu niedrig erschienen.

1859 gelangte die Burg in private Hand. Heute ist nur noch die Unterburg, der Kern der Burganlage aus dem Jahre 1458 erhalten. Das Torhaus mit niederländischem Einfluss stammt etwa aus der Zeit um 1550. Die Vorburg (mit Marstallgebäude) und die Oberburg (das Schloss) aus dem 16. Jahrhundert wurden bereits im 18. Jahrhundert abgerissen.

1954 kaufte der „Heimatverein Krummhörn e. V.“ mit Hilfe des Kreises Norden und der Ostfriesischen Landschaft die Burg. Die Anlage stand zu dieser Zeit kurz vor dem Verfall, so dass der Verein die Burg zunächst umfassend sanieren musste. 1980 übernahm die Gemeinde Krummhörn die Burg. Zurzeit befinden sich in der Burg ein Museum und das Standesamt, in dem jährlich etwa 100 Paare getraut werden.

Neben der Burg liegt die Nicolai-Kirche. Sie ist eine der lutherischen Inseln, in der von der Evangelisch-reformierten Kirche dominierten Krummhörn.


Eine ganz typische reformierte Kirche finden wir in Groothusen. Das heutige Bauwerk geht in seiner Grundsubstanz auf das Jahr 1425 zurück, der Turm ist älter und wird auf das Jahr 1225 datiert. Im frühen Mittelalter war sie eine der sechs Propsteikirchen des alten Emsgaues. Von übergeordneter kunsthistorischer Bedeutung ist vor allem die Orgel, die von Johann Friedrich Wenthin erbaut wurde sowie das Taufbecken von Ghert Klinghe, das als die älteste Bronzetaufe Ostfrieslands gilt.


Von der vorreformatorischen Ausstattung der Kirche ist fast nichts erhalten geblieben. Der lang gestreckte Raum wurde völlig umgestaltet. Ursprünglich für die liturgischen Zwecke der römisch-katholischen Lehre gebaut, dient er seit der Reformation als Predigtraum nach protestantischer (reformierter) Auffassung, dessen Schwerpunkt sich vom Chor zur Kanzel verlagerte, weil die Verkündung des Wortes in den Mittelpunkt der Andacht rückte. Alle Bilder und Abbildungen auf Gegenständen wurden entfernt. Im abgetrennten Chorraum befinden sich Grabsteine und Sarkophagdeckel von Bewohnern der Groothuser Burgen und der ehemaligen Pastoren. Sie befanden sich ursprünglich im Mittelgang der Kirche und wurden bei der Renovierung verlegt. Der markanteste Grabstein ist der von Adda van Mecklenborch, der einzigen Herrin von Groothusen. Sie starb 1590 und ist auf ihrem Grabmal aus Blaustein in der Tracht ihrer Zeit auf einem kleinen Podest unter einem Bogen mit gegliederten Pfosten dargestellt. Zwei Engel schweben über ihr und halten über ihrem Kopf ein Allianzwappen: Lilie auf Herz und Pelikan mit Jungen.

Das Taufbecken ist die älteste Bronzetaufe Ostfrieslands. Sie stand bis zur letzten Innenrenovierung der Kirche im Jahre 1968 auf einem schweren Sandsteinsockel unter der Kanzel und war mit einem mächtigen trichterförmigen Holzdeckel bedeckt. Heute befindet er sich gegenüber der Kanzel. Das Bronzebecken wurde im Jahre 1454 von Ghert Klinghe aus Glockenmaterial gegossen. Es ist eine frühe Arbeit des Glockengießers, der als einer der bedeutendsten seiner Zeit in Norddeutschland gilt. Dargestellt ist die Kreuzigung inmitten der Standfiguren von Aposteln, der Madonna und des heiligen Mauritius. Getragen wird das Becken von vier jugendlichen Diakonen, ihre Köpfe stimmen mit den Köpfen am Beckenrand überein.

Dienstag, 6. August 2019

Unsere persönlichen ostfriesischen Highlights


Dem Land der Fehn und der Moorkolonisation in Ostfriesland habe ich ja schon einen eigenen Artikel gewidmet. Der folgende Film zeigt nun die komplette Route von Wilhelmsfehn bis Westgroßefehn. Ich habe dazu unser Rohmaterial von 2017 und 2019 zu einem Film montiert.


Von Wilhelmsfehn nach Westgroßefehn

Leer, das Tor Ostfrieslands


Altstadt, Schloß Evenburg, der Plytenberg - und Hagelschauer 2019

Zu Leer haben wir eine ganz persönliche Bindung: Denn in der Leeraner Evenburgallee hat bis 1994 meine Frau gewohnt.


Ein absolutes Muss, wenn man Leer besucht, ist eine Überfahrt mit der Treidelpünte über die Jümme, Europas letzter handgezogener Wagenfähre.

Und wenn man übergesetzt hat kommt man zu einem kleinen Schätzchen: Die Kirche von Neuburg in Ostfriesland. Die erste Kirche wurde 1628 durch einen Sturm zerstört. 1634 baute man eine neue Kirche, die 145 Jahre später wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste. 1779 entstand die dritte Kirche in dieser Stelle. Die Kanzel von 1650 und der Altar von 1674 stammen aus der alten Kirche.


Die Maningaburg in Pewsum

Die von einer breiten Graft umgebene Manningaburg in Pewsum war ursprünglich ein Häuptlingssitz der ostfriesischen Familie Manninga, die auch Herren von Lütetsburg, Jennelt und Westeel waren. 1565 verkaufte Hoyko Manninga die Niederungsburg sowie die Pewsumer Mühle an Graf Edzard II. von Ostfriesland und dessen Gemahlin Katharina von Schweden. Von der ursprünglichen Burganlage ist nur noch die Vorburg erhalten.


Die Manningaburg in Pewsum - Krummhörn - Ostfriesland

Auch die Pewsumer Burg habe ich schon 1993 kennengelernt:


Zwei weitere Burgen zählen zu unseren Highlights. Da wäre zum einen die Osterburg in Groothusen.


Und die zweite ist Burg Berum bei Hage.


Burg Berum, einer der bedeutendsten Orte ostfriesischer Geschichte

Die Garten- und Parkanlage ist gerade für uns als Hobbygärtner ausgesprochen faszinierend.


Mittwoch, 7. Februar 2018

Burgen und Kirchen in Ostfriesland


Die Manningaburg - Häuptlingsburg in Pewsum in der Krummhörn in Ostfriesland

Pewsum wurde erstmals 945 urkundlich als Burg der Häuptlingsfamilie Manninga erwähnt. Seit 1565 war Pewsum im Besitz der Cirksena. Die Manningaburg wurde 1458 erbaut und gilt als das Wahrzeichen von Pewsum.


Die von einer breiten Graft umgebene Manningaburg in Pewsum war ursprünglich ein Häuptlingssitz der ostfriesischen Familie Manninga, die auch Herren von Lütetsburg, Jennelt und Westeel waren.

Sankt-Nicolai-Kirche in Pewsum in der Krummhörn


Pewsum ist eine der lutherischen Inseln, in der von der Evangelisch-reformierten Kirche dominierten Krummhörn. Ihr Gotteshaus ist die aus dem 14. Jahrhundert stammende St.-Nicolai-Kirche.

Die Osterburg in Groothusen in der Krummhörn


Die 526 Jahre alte Häuptlingsburg zählt zu den ältesten Profangebäuden Ostfrieslands. Die Osterburg ist eine hochmittelalterliche Wasserburg in Groothusen, einem Ortsteil der Gemeinde Krummhörn, im Landkreis Aurich in Niedersachsen. Architektonisch gehört ihr Kernbau zu den ostfriesischen Häuptlingsburgen des Steinhaustypus Saalbau. Die Osterburg ist die einzige noch erhaltene der ehemals drei Burgen des Ortes. Das Bauwerk ist ein Gebäudekomplex aus mehreren Teilen, die zwischen 1490 und 1910 errichtet wurden.

Die Reformierte Kirche in Groothusen

Das heutige Bauwerk geht in seiner Grundsubstanz auf das Jahr 1425 zurück, der Turm ist älter und wird auf das Jahr 1225 datiert. Im frühen Mittelalter war sie eine der sechs Propsteikirchen des alten Emsgaues.


Der Ort Groothusen zählt zu den ältesten Wohnplätzen in der Krummhörn und bestand seit dem 8. Jahrhundert. Das Dorf verfügte über lange Zeit über einen Zugang zum offenen Meer und entwickelte sich zu einem lokal bedeutenden Handelsplatz auf einer Langwarft an der Sielmönker Bucht. Über den Bau eines ersten Kirchengebäudes selbst liegen keine Quellen vor, jedoch wird vermutet, dass der Missionar Liudger bereits um 790 eine Sendkirche gründete, die dem Heiligen Petrus geweiht war. Ziemlich sicher handelte es sich dabei um eine Holzkirche, deren Überreste unter dem heutigen Bau in den frühgeschichtlichen Warfthorizonten vermutet werden. Um 1200 wurde die Holzkirche durch einen Sakralbau aus Tuffstein ersetzt. Dieser war etwas kleiner als der heutige Bau. Sakralbauten aus Tuff waren die Steinkirchen in der Krummhörn, sie sind vornehmlich an den ehemaligen Küstenlinien und an den Flussmündungen zu finden. Das dafür benötigte Baumaterial wurde aus Andernach am Rhein in der Eifel auf dem Wasserweg über Deventer und Utrecht nach Ostfriesland transportiert. Im Osten der Tuffkirche wurde um 1225 der hohe, schlanke Turm im Stil der Romanik errichtet. Im Jahre 1425 wurde das alte Kirchenschiff abgerissen und durch einen gotischen Neubau ersetzt. Dabei kam auch Baumaterial aus dem Abbruch des Vorgängerbaus zu einer neuen Verwendung. Vor allem an der Nordseite blieb der Tuffstein erhalten. Da für den Neubau das Material aus dem Abbruch nicht reichte, wurden zusätzlich Backsteine verwendet. Als Mörtel wurde Muschelkalk benutzt. Auch der Glockenturm wurde mit Backsteinen ummantelt und mit dem Kirchenschiff verbunden, das ursprünglich von einer Apsis abgeschlossen wurde. Zu einem Chorturm wurde er nicht ausgebaut. Nach der Reformation hatte Groothusen nach Angaben des ostfriesischen Chronisten Houtrop von 1597 bis 1600 einen lutherischen Prediger namens Gerhard Sprangius, der dann wegen seiner lutherischen Lehre abgesetzt wurde. Seither ist der Ort reformiert geprägt.