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Sonntag, 18. Februar 2024

Städtetouren: Jever, Wittmund, Esens und Leer

In der Altstadt von Jever


In der Altstadt von Jever - Schloß und Schloßpark, Denkmal Fräulein Maria, Sagenbrunnen, Fußgängerzone, Kiebitzbrunnen,
Haus der Getreuen, Altstadtcafe, Schlachtmühle, Alter Hafen, Blaudruckerei u.a.

Die Stadt Jever im nordwestlichen Winkel des Landes Niedersachsen ist eine Stadt mit circa 14.300 Einwohnern. Als Mittelzentrum und Sitz der Verwaltung des Landkreises Friesland hat sie für die gesamte umliegende Region eine besondere Bedeutung. An den zahlreichen historisch wertvollen Baudenkmälern, Kunstwerken und Sehenswürdigkeiten wird sichtbar, dass Jever auf eine fast 1000-jährige Geschichte zurückblicken kann, in der die Herrscher häufig wechselten.

Die Zeit der friesischen Freiheit mit gewählten Richtern wurde Ende des 14. Jahrhunderts durch die Häuptlingsherrschaft abgelöst. Unter der Herrschaft der letzten Häuptlingstochter, Fräulein Maria, wurden Jever im Jahre 1536 die Stadtrechte verliehen. Nach dem Aussterben dieser Dynastie fiel Jever an die Grafschaft Oldenburg und Mitte des 17. Jahrhunderts an Anhalt-Zerbst. Während des Wechsels vom 18. in das 19. Jahrhundert stand Jever unter der Oberhoheit der Kaiserin bzw. des Kaisers von Russland. Anschließend folgten die Zeiten unter holländischer, französischer und erneut russischer Herrschaft bis Jever 1818 schließlich wieder an das Großherzogtum Oldenburg zurückfiel.

Wittmund, die Fußgängerzone mit den "Hands of Fame"


Nach dem Vorbild von Hollywoods „Walk of Fame“ (Seit Frühjahr 2005 gibt es dieses Projekt in Wittmund, Ostfriesland; nur werden hier statt Sterne Handabdrücke der Prominenten sowie deren Autogramm in Ton gebrannt und im Pflaster der Fußgängerzone eingelassen) haben hier bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Musik, Sport und Show ihren persönlichen Handabdruck mit ihrer Unterschrift auf einer Tonplatte hinterlassen! Diese wurden im Wittmunder Klinkerwerk gebrannt und in die Fußgängerzone eingemauert. Hier hat neben Jörg Pilawa, Johannes Rau und Heidi Kabel auch Otto Waalkes als prominenter Ostfriese das Bild der Stadt mit „geprägt“.

Am 6. Juni 2010 wurde in Wittmund der deutschlandweit wohl einzige "Bundespräsidentenplatz" eingeweiht. 2005 wurden die Handabdrücke von Johannes Rau abgenommen, diesem Beispiel folgten Walter Scheel, Prof. Dr. Roman Herzog, Horst Köhler, Dr. Richard von Weizsäcker und der amtierende Bundespräsident Frank Walter Steinmeier.

Der Platz befindet sich in der Fußgängerzone als Start- und Endpunkt der Meile "Hands of Fame" in der Kirchstraße / Ecke Drostenstraße.

Bummel durch Esens

Esens ist eine Kleinstadt im ostfriesischen Landkreis Wittmund sowie Mitgliedsgemeinde und Verwaltungssitz der Samtgemeinde Esens. Historisch gehört die Stadt – als wichtigster zentraler Ort – zum Harlingerland.


Der Gezeitenbrunnen (Tidebrunnen) in Esens - Ostfriesland - Bei der Metallplastik, die immer wieder Menschen anzieht, handelt es sich um einen Tidebrunnen des renommierten Metall-Künstlers Albert Sous aus Würselen bei Aachen. Und nach Aussagen des Erbauers handelt es sich hier um ein auseinander gebrochenes Wrack, das dem Spiel der Gezeiten ausgeliefert ist. Eine Elektronik sorgt dafür, dass der Wasserstand stets identisch ist mit dem aufgelaufenen Wasser am Strand von Bensersiel.

Der Buddy-Bär: In Esens-Bensersiel gibt es 48 Buddy-Bären. Die Buddy Bären sind weit über die Grenzen Deutschlands bekannt. Da Esens den Bären als Wappentier hat, bekamen die Esener anlässlich des 475-jährigen Stadtjubiläums 2002 in diesem Jahr 44 Buddy Bären. Esens` Ehrenbürger Wilhelm Ebrecht, Bürgermeister von 1994 bis 2004, brachte die Idee der Buddy Bären für Esens aus Berlin mit und holte auch selbst das Okay der Bundeshauptstadt ein. Verschiedene Künstler der Region gestalteten die Kunststoffrohlinge – mit viel Farbe und oft nach den Vorgaben der Eigentümer und der Sponsoren. Die künstlerisch gestalteten Bären sind heute aus dem Stadtbild nicht mehr weg zu denken.

Leer, das Tor Ostfrieslands


Durch ihren Seehafen ist die an Ems und Leda gelegene Stadt seit Jahrhunderten vom Handel und der Seefahrt geprägt. Sie ist einer der größten deutschen Reederei-Standorte.

In der Altstadt, Rathausstraße und Mühlenstraße. Das Rathaus ist an der Straßenkreuzung Königstraße/Rathausstraße in der Leeraner Altstadt gegenüber der Alten Waage westlich des Hafens errichtet. Im Stil repräsentativer flandrinischer Rathäuser mit hohem Belfried wurde roter Backstein mit Gliederungselementen aus hellem Werkstein verwendet. Der winkelförmige Bau wird durch den Eckturm auf quadratischem Grundriss geprägt.

Die Alte Waage am Handelshafen von Leer entstand 1714 als letzter Bau im Stil des niederländischen klassizistischen Barock in Ostfriesland. Das Haus Samson ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in der ostfriesischen Stadt Leer (Landkreis Leer, Niedersachsen). Das im Gesims genannte Baujahr 1643 bezieht sich auf die Fassade, die in jenem Jahr an das Haus angebaut wurde. Der Kern des Gebäudes wurde im Jahre 1570 gebaut. Benannt ist es nach Samson, der für ihre unbezwingbare Stärke bekannten Gestalt aus der Richterzeit des Alten Testaments. Warum es deren Namen trägt, ist unbekannt.

Die Mühlenstraße in Leer ist die langgestreckte Fußgängerzone und die Einkaufsstraße der Stadt. 19. ‎Juni ‎2019 - Fußgängerzone Mühlenstraße - plötzlich fegt ein Hagelsturm los. Inmitten eines malerischen Englischen Landschaftsgartens liegt das Schloss Evenburg in Leer. Das Kulturdenkmal besteht aus dem Dreiklang Schloss, Vorburg und Park. In der Gesamtheit stellt die Anlage ein einmaliges Kunstwerk im Nordwesten Deutschlands dar. Schlossherr ist der Landkreis Leer – aber erst seit 1975.

Die Evenburg hatte über Jahrhunderte der Familie der Grafen von Wedel gehört. Sie sieht heute anders aus als bei ihrer Entstehung. Erst seit 1861 zeigt die Evenburg von innen und außen ein neugotisches Gesicht und umgab sich mit einem englischen Landschaftsgarten – so wie es damals Mode war.

Der Landkreis sichert ab 1975 zunächst die Bausubstanz, ehe er ab 1998 das Bau-Juwel samt englischem Landschaftsgarten eindrucksvoll sanieren lässt. Heute zeigt sich der Park mit seinem alten Baumbestand wieder in einem sehr gepflegten Zustand. Bemerkenswerte Lindenalleen verbinden den Park mit der umgebenden Landschaft und Clumps strukturieren die angrenzende Feldflur.

Der Plytenberg ist ein künstlich aufgeworfener ovaler Erdhügel am Ortsrand von Leer in Ostfriesland nahe der Ems (etwa 9 m hoch mit ellipsenförmiger Grundfläche von 62 m × 56 m). Er diente vermutlich im 15. Jahrhundert als Aussichtshügel für die Festung Leerort. Frühere Vermutungen, beim Plytenberg handele es sich um das Grab eines Wikingerhäuptlings oder um ein Seezeichen, haben sich aufgrund von archäologischen Untersuchungen Anfang der 1990er Jahre als falsch erwiesen. Er beherbergte nach einem modernen, von Albrecht Janssen verfassten Volksmärchen die so genannten Erdmantjes. Die Erdmantjes (auch Eerdmantjes) sind Figuren der friesischen Mythologie. Danach lebten die Erdmantjes im Plytenberg in Leer und bewachten dort das Gold und das Grab des letzten Friesenkönigs Radbod.

Die älteste noch in Betrieb befindliche handgezogene Fähre Mitteleuropas ist die Pünte in Wiltshausen, welche die Jümme an der Mündung in die Leda überquert. Die Pünte wird bereits 1562 zum ersten mal urkundlich erwähnt. Sie wurde zuletzt bis 1975 vom Landkreis betrieben und dann aus Kostengünden eingestellt. Bei der Bekanntgabe der Schließung 1974 formierte sich sofort eine Bewegung unter den Bürgern zum "Verein zur Förderung und Erhaltung der historischen Pünte als Denkmal auf dem Wasser e.V." (Pünten-Verein), der den Fährbetrieb 1988 wieder aufnahm. 2002 wurde die Pünte unter Denkmalschutz gestellt.

Wenn es Flut ist, das Wasser in der Jümme hineindrückt, hängen die Fährmänner das schwere stählerne Fährseil auf zwei Rollen auf der Fähre – an jener Seite, von wo die Flut kommt. Wenn es Ebbe ist, das Wasser aus der Jümme zur See gezogen wird, bringen sie das Seil auf die Rollen auf der anderen Seite der Fähre. Immer dahin, woher das Wasser kommt. Ebbe und Flut wechseln wie an der Nordsee grob alle 6 Stunden. Als es noch keine Motoren gab, nutzten die Schiffer diese Tiden. Das starke stählerne Fährseil ist von Ufer zu Ufer gezogen, so lose, dass es auf den Flussboden sinken kann, wenn die Fähre nicht in Betrieb ist. Hängt die Fähre bei der Überfahrt an, ziehen die Fährleute an diesem Seil die Fähre mit ihrer Fracht über den Strom.

Dienstag, 14. November 2023

Unsere Lieblingsstädte: Leer, Jever und Wilhelmshaven

Impressionen aus Jever - in der Altstadt unterwegs - Schloß und Schloßpark, Glockenspiel am Hof von Oldenburg, Stadtkirche, Denkmal Fräulein Maria, Wüppgalgen, Altstadtcadé, Friesisches Brauhaus, Blaudruckerei, Alter Hafen, Haus der Getreuen und Kiebitzbrunnen etc.


Städteportrait Leer in Ostfriesland - Altstadt - Mühlenstraße (mit Hagelschauer) - Museumshafen - Evenburg - Plytenberg - Jann-Berghaus-Brücke - Bingum - Pünte (handgezogene Fähre) über die Jümme


Maritimes Wilhelmshaven - Geliebtes Wilhelmshaven - Das Acapulco des Nordens - auch Schlicktown genannt -

Wilhelmshaven - Südstrand - Promenade am Meer

Lokalpatrioten nennen Wilhelmshaven schon mal "das Acapulco des Nordens". Und immerhin hat die Stadt den einzigen Südstrand an der gesamten deutschen Nordseeküste. Der Südstrand mit südländisch anmutender Promenade hat ein ganz besonderes Flair. Mit seinen gemütlichen Hotels und Restaurants, Attraktionen und Aktionen ist er beliebtes Ausflugsziel zu allen Jahreszeiten. In der Badesaison von Mai bis September prägen bunte Strandkörbe das Bild des Südstrandes mit dem vorgelagerten Badestrand. Der Südstrand ist einzigartig an der deutschen Nordseeküste. Seit 1929 ist er einer der Anziehungspunkte Wilhelmshavens.
Wilhelmshaven, ein Städteportrait


Wilhelmshaven liegt an der Nordwestküste des Jadebusens, einer etwa 190 km² großen Meeresbucht an der Nordsee.

Die Stadtgeschichte ist seit der Einweihung als „erster deutscher Kriegshafen an der Jade“ am 17. Juni 1869 eng mit der Geschichte der Deutschen Marine verbunden. Die Stadt ist heute der größte Standort der Deutschen Marine, seit Umsetzung des Stationierungskonzepts 2011 der Bundeswehr auch der größte Standort der Bundeswehr und einer der größten Marinestützpunkte in Westeuropa.

Unter dem Motto „Menschen – Zeiten – Schiffe“ gibt das Deutsche Marinemuseum Einblick in die wechselvolle Geschichte der deutschen Marinen von 1848 bis heute. Das Deutsche Marinemuseum wurde 1998 eröffnet. Seine Gründung geht auf eine Initiative der Stadt Wilhelmshaven aus dem Jahr 1986 zurück. 1988 wurde der Förderverein Deutsches Marinemuseum e.V. gegründet. Das Deutsche Marinemuseum sammelt und bewahrt Exponate zur Geschichte aller deutschen Marinen und erforscht deren historischen Kontext, um diesen einer breiten Öffentlichkeit anschaulich und zeitgemäß zu vermitteln. Ein deutlicher Schwerpunkt der Sammlung liegt auf der Geschichte der Bundesmarine / Deutschen Marine.

Wilhelmshaven hat den Tiefwasserhafen mit der größten Wassertiefe in Deutschland und ist der größte Erdölumschlaghafen des Landes. 72 Prozent des Rohölumschlags aller deutschen Seehäfen und fast 27 Prozent des deutschen Rohölimports werden über Wilhelmshaven abgewickelt. Von hier führen Pipelines zu Erdölraffinerien im Rhein-Ruhr-Gebiet und nach Hamburg. Das tiefe Fahrwasser der Jade prägt die Wirtschaft und ist die Basis für Ansiedlungen von Großbetrieben der Petrochemie, der chemischen Industrie, der stromerzeugenden Industrie, der Logistik-Industrie und weiterer maritimer Wirtschaftszweige (Reparaturwerften, Schiffsausrüstungen etc.). Mit dem im September 2012 eröffneten JadeWeserPort erhielt Wilhelmshaven ein von der Tide unabhängiges Containerterminal, das auch die größten Containerschiffe voll beladen abfertigen kann.

Wilhelmshaven profitiert vom Tourismus an der Nordseeküste. Die Stadt zieht mit ihren Einkaufsmöglichkeiten und ihren touristischen Einrichtungen Feriengäste der umliegenden Badeorte an.

Von Einheimischen und eingeweihten Auswärtigen wird Wilhelmshaven oft auch Schlicktau oder Schlicktown genannt.

Der Name Schlicktau entstammt der kaiserlichen Marine, die eine Anspielung auf den Schlick des Wilhelmshavener Watts als auch das Wortende der Hauptstadt Tsingtau des ehemaligen Pachtgebietes von Kiautschou in China in einem Wort vereinigten. In Tsingtau waren zur Kolonialzeit vor allem Wilhelmshavener Marinesoldaten stationiert.

Der heute recht häufig gebrauchte Begriff Schlicktown ist erst in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden, als durch die NATO-Zugehörigkeit der Bundeswehr Englisch auch in der Marine die vorherrschende Sprache unter den Bündnisländern wurde.

Im Großen Hafen sind moderne und sehr hochwertig ausgestattete Wohngebäude entlang der Wasserlinie entstanden, sowohl am Bontekai als auch am Fliegerdeich. Die Wohnungen sind besonders als hochwertiger Alters-Ruhesitz beliebt, so liegt der Anteil der Haushalte mit Kindern auch unter dem städtischen Durchschnitt.
Der Grodendamm, der 1949 aus Trümmern im Krieg zerstörter Gebäude aufgeschüttet wurde, trennt den Großen Hafen vom heutigen Banter See, der ursprünglich ein Teil des Hafens gewesen ist. Hier befanden sich bis zum Zweiten Weltkrieg unter anderem ein U-Boot-Stützpunkt und Schwimmdocks. Dort, wo früher nur eine Fährverbindung zwischen südlichem und nördlichen Ufer bestand, verläuft heute eine Straße, die den Südstrand mit dem Rest der Stadt verbindet. Mit Errichtung des Damms wurde das ehemalige Hafenbecken vom salzigen Nordseewasser abgeschnitten. Je mehr Regen- und Grabenwasser in den Banter See flossen, umso süßer wurde das Wasser. Diese Mischung aus Süß- und Salzwasser nennt man „Brackwasser“. Der immer noch leicht erhöhte Salzgehalt führt dazu, dass der Banter See später zufriert als andere Seen in der Umgebung. Dann sammeln sich hier viele Wasservögel.

Bant ist ein sozialer Brennpunkt: Hier ist die Armut besonders groß. Von den ca.10.000 Menschen, die hier wohnen, sind 35% arbeitslos, und 32% der Bewohner beziehen Sozialhilfe. Bant ist mit 47,0 Einwohnern pro Hektar einer der am dichtesten besiedelten Stadtteile von Wilhelmshaven. Zu Bant gehört auch der Handelshafen mit dem angrenzenden Gewerbegebiet.
Wenn man vom Südstrand Richtung Westen am Deich entlang schlendert, kann man bei klarem Wetter schon von weitem ein paar nah am Wasser aufgereihte Hütten entdecken. Das Banter Fischerdorf ist eine Ansammlung von mobilen Fischerhütten am Banter Seedeich in Wilhelmshaven. Das Fischerdorf entstand 1908 nach dem Bau des neuen Banter Seedeiches zur Süderweiterung des Kriegshafens. Einfache Großfamilien aus der Banter Arbeitersiedlung betrieben hier die Fischerei größtenteils als Hobby, um sich ein Zubrot zu verdienen oder um den Nahrungsbedarf der oft großen Familien (5−10 Kinder) zu decken. Die am Anfang einfachen Holzhütten mit Kohleöfen dienten als Ausgangspunkt für den Fischfang mit kleinen Ruderbooten auf dem Jadebusen. Nun gibt es seit der Deicherhöhung im Jahr 1982 eine gepflasterte Fläche direkt am unteren Weg, auf der von April bis Oktober Freizeitfischer in ihren mit Holz verkleideten, mobilen Hütten das Leben am Wasser genießen. Von November bis März sind die Hütten im Winterlager. Alle Hütten sind in privatem Besitz und können nicht besichtigt werden.

Fisch kaufen in Wilhelmshaven?

Bei Fisch Kalter in Wilhelmshaven haben wir schon 2003 anlässlich unserer Hochzeit in Schortens das Fischbuffet besorgt.


Ortsportrait Hooksiel

Der Küstenbadeort Hooksiel ist ein Ortsteil der Gemeinde Wangerland im Landkreis Friesland, dem historisch zu Oldenburg gehörenden Teil der ostfriesischen Halbinsel. Der Ortsname basiert auf der Bezeichnung „Hook“ für Nase oder Vorsprung und dem Begriff Siel als Kennzeichnung eines Sielortes. Der Ort liegt etwa 14 Kilometer nordnordwestlich von Wilhelmshaven und 10 Kilometer nordöstlich der Kreisstadt Jever auf einer Höhe von 1,5 Metern über NN an der Innenjade. Durch den Ort verläuft das Hooksieler Tief, ein Wasserlauf, der das Hinterland entwässert und in das Hooksmeer führt. Dieses Meer ist ein künstlich geschaffener See, der wenige Kilometer östlich des Ortes am „Neuen Hafen“ in die Nordsee fließt. Parallel zum Binnentief verläuft der rund 3,5 Kilometer lange Strand Hooksiel.


Der Alte Hafen in Hooksiel - Hooksiel steht als Beispiel für die Sielhäfen der friesischen Nordseeküste. Diese stellen eine Besonderheit dar. Bedingt durch das Wattenmeer und das flache Hinterland gibt es nur wenige Möglichkeiten mit dem Schiff oder Boot in die Nordsee zu gelangen. Deshalb werden dafür schon seit alten Zeiten die Entwässerungsrinnen der Marsch genutzt, die als Priele durch das Watt ins offene Meer führen. Dort wo diese Rinnen die Deiche passieren, werden sie Siele genannt. Um eine optimale Entwässerung des Festlandes zu gewährleisten, werden die Siele seit dem späten Mittelalter mit einem Sieltor gesichert, das bei Ebbe geöffnet und bei Flut geschlossen wird. Viele Sieltore sind als Schleusen ausgebaut, somit für Schiffe passierbar und besitzen deshalb einen Sielhafen. Durch die Landgewinnung der letzten Jahrhunderte verschoben sich regelmäßig die Siele, sodass heute oft mehrere Sieltore hintereinander liegen und einige Sielhäfen mitten im Hinterland liegen und manchmal nur noch der Name an einen Hafen erinnert. Alte Packhäuser zeugen noch von der einstigen Bedeutung des Hafens. In Nachbarschaft befinden sich historische Klinkerbauten mit einer kleinen Kirche und dem ehemaligen Schulgebäude. Heute steht der "Alte Hafen Hooksiel" unter Denkmalschutz und birgt mit seinen angrenzenden Packhäusern den Charakter eines Museumshafen.

Der Ortskern von Hooksiel weist zahlreiche historische Gebäude auf, von denen das auffälligste das ehemalige Rathaus und heutige Muschelmuseum ist. Auf dem Dach befindet sich ein jahrhundertealter Zwiebelturm, der eine vergoldete Wetterfahne mit einem Luther-Schwan aus dem Jahre 1760 trägt. Der Turm ist ein Geschenk eines britischen Kapitäns, der sich auf diese Weise für die Reparatur seines Schiffes in einer Hooksieler Werft bedankte. Im Jahr 2008 wurde der alte Zwiebelturm für 49.000 Euro durch einen originalgetreuen Nachbau ersetzt. Das Geld wurde durch private Spenden aufgebracht.
Mitten im historischen Ortskern des kleinen Hafenortes liegt das Künstlerhaus Hooksiel. Seit 1986 spielt es eine wichtige Rolle im Bereich der Kunst- und Kulturvermittlung: Ausstellungen zeitgenössischer Künstler, mehrmonatige Stipendien mit Wohnung und Werkstatt, Kulturangebote für Kinder und Erwachsene sowie Kulturfahrten. Der besondere Reiz dieser Einrichtung der Gemeinde Wangerland ergibt sich einerseits durch das „Fern-ab-sein“ von Metropolen, andererseits durch die Präsentation von Kunst auf hohem Niveau im ländlichen Bereich. Seit Mai 2016 steht direkt vor dem Künstlerhaus die von Norbert Marten geschaffene Bronzeskulptur "Fischers Sohn will Meer". Die Skulptur zeigt einen großen Fisch, der von einem Menschen mit Tauchermaske, Schwimmflossen und Schwimmring verfolgt wird. Das Paar wurde vom Förderverein Kunst- und Erlebnispfad Hooksiel e.V. initiiert und durch Sponsoren gefördert.
Auf dem Deich in der Viethstraße steht der Hohe Stuhl. Allerdings ist das nicht mehr der originale Ausguck der früheren Hafenmeister. Der war früher viel höher und aus Massivholz. Da hatte man freie Sicht auf die Nordsee. Nach dem Krieg 1945 wurde der Metallturm aufgebaut, der da heute noch steht. Die Hafenmeister waren früher auch die Hafenlotsen. Wenn sich ein Schiff angekündigt hatte, hielt der Hafenmeister von da oben Ausschau, wann es tatsächlich kam. Er hatte einen Flutkalender und konnte sich das so ungefähr ausrechnen. Dann ist er immer mal wieder gucken gegangen. Den Weg vom Alten Hafen zum Hohen Stuhl, zwischen den Fischerhäusern und dem Deich, nennt man deshalb hier auch den „Hafenmeisterpad“. Wenn ein Schiff in Sichtweite war, ist der Hafenmeister mit dem Ruderboot rausgefahren und an Bord gegangen.

Neben dem Hohen Stuhl in der Viethstraße steht eine Kanone. Die stammt aus dem Jahr 1849. Damals waren hier dänische Kriegsschiffe in der Nordsee unterwegs auf Raubzug. Zur Gegenwehr wurden zwei Kanonen und ein größeres Truppenaufgebot in Hooksiel stationiert. Man erzählt sich, dass vor allem die Hooksieler Bürgerwehr mächtig stolz auf ihre Kanonen war. Deshalb haben die Männer die Haubitzen auch immer mal wieder geladen. Sie wollten auswärtigen Gästen mit Salutschüssen imponieren.
Paul Friedrich August Hegemann (* 26. August 1836 in Hooksiel; † 14. Juni 1913 in Goslar) war ein deutscher Kapitän, Walfänger und Polarforscher. Auf der Zweiten Deutschen Nordpolar-Expedition 1869/70 war er der Kapitän der Schonerbrigg Hansa.

Als das „Comité für die deutsche Nordpolarfahrt“ die Fulton als Begleitschiff für die von Carl Koldewey geführte Germania kaufte, bot es Friedrich Hegemann im April 1869 das Kommando über das nun in Hansa umbenannte Schiff an. Hegemann, der während seiner Zeit als Walfänger umfangreiche Erfahrungen in arktischen Gewässern gesammelt hatte, nahm an. Nachdem die beiden Expeditionsschiffe Bremerhaven am 15. Juni 1869 verlassen hatten, kam es am 20. Juli an der Kante des vor der grönländischen Küste driftenden Packeises zu einem folgenschweren Missverständnis. Hegemann interpretierte ein von der Germania gegebenes Signal fälschlich als Aufforderung, weiter in den Packeisgürtel vorzudringen, wodurch die Schiffe dauerhaft getrennt wurden. Am 14. September blieb die Hansa im Eis stecken. Vorsorglich ließ Hegemann die Besatzung ein Haus aus Steinkohlebriketts auf einer großen Eisscholle bauen und dort Proviant für zunächst zwei Monate deponieren. Als die Lage des Schiffs Mitte Oktober durch die fortwährenden Eispressungen hoffnungslos wurde, schaffte die Besatzung alles von Bord, was für sie noch von Wert war. In der Nacht zum 23. Oktober sank die Hansa bei 70° 52′ Nord und 21° West vor der Küste Liverpool Lands. Innerhalb von 200 Tagen drifteten die vierzehn Männer auf ihrer Scholle rund 1500 km weit an der Küste Ostgrönlands entlang. Schließlich setzten sie die Reise in ihren drei Beibooten fort. Nach weiteren 36 entbehrungsreichen Tagen erreichten sie die Herrnhuter Missionsstation Friedrichstal an der Südspitze Grönlands. Von Frederikshåb aus konnten sie auf dem dänischen Segelschiff Constance nach Europa zurückkehren und waren im September 1870 wieder in Deutschland. Durch sein besonnenes Handeln hatte Hegemann den Verlust von Menschenleben vermieden.
Die Kirche zum Heiligen Kreuz in Pakens

Anders als in den meisten Orten befindet sich die Hooksieler Kirche nicht im alten Ortskern von Hooksiel, sondern in der rund zwei Kilometer entfernten und wesentlich älteren Ortschaft Pakens. Die ev. luth. Kirche zum Heiligen Kreuz entstand bereits in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die Kirche aus Granitquadersteinen liegt auf einer hohen Warf am Ende der „Pakenser Straße“, die direkt im Ortskern von Hooksiel beginnt. Sehenswert sind das dreijochige Domikalgewölbe, das Altarretabel aus Sandstein von 1691 sowie das von drei wohlgenährten Putten getragene Taufbecken mit Verzierungen. Die Orgel aus dem Jahr 1664 stammt vom bekannten Orgelbauer Joachim Richborn und wurde 1679 im Auftrag des Hooksieler Arztes Hans Otto von Marpe farbenprächtig bemalt.


Die Kirche zum Heiligen Kreuz im wangerländischen Dorf Pakens ist das Gotteshaus der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Pakens-Hooksiel. Die Kirche, die zu Beginn des Spätmittelalters im romanischen Baustil errichtet wurde, steht auf dem erhöhten Westende eines ehemaligen Seedeiches. Sie ist eine von dreizehn Stationen des Wangerländischen Pilgerweges.
In den protestantisch geprägten Nord- und Ostseeländern überwiegt, im Gegensatz zum Votivschiff in katholischen Regionen, die Bedeutung als berufsständische Repräsentation.

Dieses hier finden wir in der Kirche zum Heiligen Kreuz in Pakens (Hooksiel).

Schiffsmodelle in Kirchen sind Schenkungen von Gilden oder Privatpersonen. Viele europäische Kirchen in Küstennähe besitzen solche Modelle. Sie wurden in katholischen Ländern als Votiv- und Dankesgaben für Rettung aus Seenot gestiftet und werden darum auch Votivschiffe genannt.


Freitag, 10. November 2023

Unsere Lieblingsstädte im Norden: Jever, Leer und Wilhelmshaven

Impressionen aus Jever - in der Altstadt unterwegs - Schloß und Schloßpark, Glockenspiel am Hof von Oldenburg, Stadtkirche, Denkmal Fräulein Maria, Wüppgalgen, Altstadtcadé, Friesisches Brauhaus, Blaudruckerei, Alter Hafen, Haus der Getreuen und Kiebitzbrunnen etc.


Städteportrait Leer in Ostfriesland - Altstadt - Mühlenstraße (mit Hagelschauer) - Museumshafen - Evenburg - Plytenberg - Jann-Berghaus-Brücke - Bingum - Pünte (handgezogene Fähre) über die Jümme


Maritimes Wilhelmshaven - Geliebtes Wilhelmshaven - Das Acapulco des Nordens - auch Schlicktown genannt - Lokalpatrioten nennen Wilhelmshaven schon mal "das Acapulco des Nordens". Und immerhin hat die Stadt den einzigen Südstrand an der gesamten deutschen Nordseeküste.




Donnerstag, 14. April 2022

In und um Leer

Leer, das Tor Ostfrieslands - Leer liegt im äußersten Nordwesten der Bundesrepublik in unmittelbarer Nähe zur niederländischen Grenze und nahe der Emsmündung in die Nordsee. Durch ihren Seehafen ist die an Ems und Leda gelegene Stadt seit Jahrhunderten vom Handel und der Seefahrt geprägt. Sie ist einer der größten deutschen Reederei-Standorte. Sie bezeichnet sich als Tor Ostfrieslands und liegt an Kreuzungspunkten der Verkehrsträger Straße, Schiene und Fluss. Die Altstadt gilt wegen des guten Erhaltungszustands ihrer historischen Häuser als die „wertvollste“ der Region. Leer ist Sitz des Landeskirchenamtes der Evangelisch-reformierten Kirche, des Kommandos Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst der Bundeswehr und Unternehmenssitz der Bünting-Gruppe. In Leer befindet sich der 'Fachbereich Seefahrt' der Hochschule Emden/Leer. Im späten 14. und frühen 15. Jahrhundert war Leer durch den Häuptling Focko Ukena ein politisches Zentrum Ostfrieslands. Zur Stadt erhoben wurde Leer aber erst 1823. Zuvor galt der Ort als Marktflecken, hatte aber schon lange vor der Verleihung des Stadtrechts städtische Züge angenommen. Wahrscheinlich lässt sich der Name der Stadt Leer von dem urgermanischen Wort „hlér“ („Weideplatz“) ableiten.


Schloß & Park Evenburg

Inmitten eines malerischen Englischen Landschaftsgartens liegt das Schloß Evenburg in Leer. Das malerischste Wasserschloss in Niedersachsen wurde von einem niederländischen Kommandanten in den 1630er Jahren erbaut.

1861/62 wurde das Renaissance-Schloss allerdings weitgehend abgerissen und durch einen pittoresken neugotischen Neubau ersetzt.


Das Kulturdenkmal besteht aus Schloß, Vorburg und Park. In der Gesamtheit stellt die Anlage ein einmaliges Kunstwerk im Nordwesten Deutschlands dar.

Schloßherr ist der Landkreis Leer – aber erst seit 1975.

Die Evenburg hatte über Jahrhunderte der Familie der Grafen von Wedel gehört. Sie sieht heute anders aus als bei ihrer Entstehung. Erst seit 1861 zeigt die Evenburg von innen und außen ein neugotisches Gesicht und umgab sich mit einem englischen Landschaftsgarten – so wie es damals Mode war.

Der Landkreis sicherte ab 1975 zunächst die Bausubstanz, ehe er ab 1998 das Baujuwel samt englischem Landschaftsgarten eindrucksvoll sanieren lässt. Heute zeigt sich der Park mit seinem alten Baumbestand wieder in einem sehr gepflegten Zustand.

Bis zu ihrem Umzug nach Nürnberg 1994 hat meine Frau (damals noch meine Freundin) in der Evenburgallee gewohnt.

Da sie keine "eingeborene" Leeranerin ist und die Evenburgallee von der Bundesstraße nach Papenburg zerschnitten wird kannte sie die Evenburg garnicht. 2017 haben wir beide dann das erste Mal gemeinsam die Evenburg besucht.

Von der Evenburg ist es nicht weit zu einer weiteren Leeraner Attraktion: Europas ältester handgezogener Wagenfähre.

Mit der Punte uber die Jumme bei Leer in Ostfriesland

Seit 450 Jahren überquert eine handgezogene Wagenfähre den Fluß Jümme bei Leer in Ostfriesland.


Die Pünte mit dem Auto zu benutzen ist ein echtes Abenteuer, denn Auf- und Abfahrt sind steil und eng. Besonders beim Verlassen der Fähre muss man aufpassen, nicht aufzusetzen. Speziell an Tagen (bzw. zu Tageszeiten), wenn die gezeitenabhängige Jümme weniger Wasser führt.

Die Pünte ist die letzte per Hand gezogene Wagenfähre Europas!

Seit über 450 Jahren überquert die handgezogene Fähre (Treidelpünte) am Zweistrom von Leda und Jümme in Wiltshausen die Jümme. Schon im Jahre 1562 wurde die Pünte schriftlich erwähnt, und ihre Bauform ist die gleiche geblieben wie damals. Nur die heutigen Besucher unterscheiden sich von der handbetriebenen Fähre sehr von denen, die vor 450 Jahren in diese Gegend kamen. Damals war die "Pünte" ein wichtiges Verbindungsglied zwischen dem Land diesseits und jenseits der Jümme und Leda, denn es führten keine Brücken über diese Flüsse. Also verlief der Haupthandels- und Reiseweg von Westfalen nach Ostfriesland eben über die Treidelpünte bei Amdorf-Wiltshausen, am sogenannten Lüdeweg, der über Backemoor zu dieser Stelle an den Zweistrom (Leda-Jümme) führte. Wie viele Reise- und Postkutschen einst diesen Weg über die Pünte nahmen kann man kaum erahnen. Heute, nach über 450 Jahren, ist die Pünte mindestens noch so bekannt wie damals, wenn auch nicht mehr von einer dermaßen verkehrsstrategischen Bedeutung. Sie dient nunmehr als Attraktion für Urlauber und Einheimische gleicher Maßen.

Eine Pünte ist ein Schiff ohne Motorantrieb und damit ein spezieller Prahm. Es wird von Menschenhand mit einer Kurbel oder von Pferden vom Ufer aus durch das Wasser gezogen. Heute werden Pünten fast ausschließlich als Fähren eingesetzt.

Die älteste noch in Betrieb befindliche handgezogene Fähre Mitteleuropas ist die Pünte in Wiltshausen, welche die Jümme an der Mündung in die Leda überquert.

Die Pünte wird bereits 1562 zum ersten mal urkundlich erwähnt. Sie wurde zuletzt bis 1975 vom Landkreis betrieben und dann aus Kostengünden eingestellt. Bei der Bekanntgabe der Schließung 1974 formierte sich sofort eine Bewegung unter den Bürgern zum "Verein zur Förderung und Erhaltung der historischen Pünte als Denkmal auf dem Wasser e.V." (Pünten-Verein), der den Fährbetrieb 1988 wieder aufnahm. 2002 wurde die Pünte unter Denkmalschutz gestellt.

Wenn es Flut ist, das Wasser in der Jümme hineindrückt, hängen die Fährmänner das schwere stählerne Fährseil auf zwei Rollen auf der Fähre – an jener Seite, von wo die Flut kommt. Wenn es Ebbe ist, das Wasser aus der Jümme zur See gezogen wird, bringen sie das Seil auf die Rollen auf der anderen Seite der Fähre. Immer dahin, woher das Wasser kommt. Ebbe und Flut wechseln wie an der Nordsee grob alle 6 Stunden. Als es noch keine Motoren gab, nutzten die Schiffer diese Tiden. Das starke stählerne Fährseil ist von Ufer zu Ufer gezogen, so lose, dass es auf den Flussboden sinken kann, wenn die Fähre nicht in Betrieb ist. Hängt die Fähre bei der Überfahrt an, ziehen die Fährleute an diesem Seil die Fähre mit ihrer Fracht über den Strom. Die Fracht? Früher waren es Pferdefuhrwerke, Kühe, Menschen mit Fahrrädern oder Handkarren.

Donnerstag, 7. Oktober 2021

Historische Schiffe

Schiffstyp: Dundee Thonier (Thunfischfänger), Gaffelketsch

1954 als Thunfischkutter auf der Werft Auguste Tertu in Camaret gebaut, Einsatz im Golf von Biskaya und zur Schleppnetzfischerei in irischen Gewässern, Anfang der 1980er Jahre außer Dienst gestellt und verkauft. 1990 durch Bob Escoffier ersteigert, 13 monatige Restauration und Umbenennung in "Etoile Molène". Einsatz bei Tagesfahrten und längeren Törns mit Segelgästen.

Historische Fähren in Ostfriesland

Historische Fähren in Ostfriesland. die Emsfähre in Ditzum im Rheiderland und die Treidelpünte über die Jümme bei Leer.


Die Emsfähre „Ditzum“ verbindet seit vielen Jahrzehnten das gleichnamige Fischerdorf Ditzum im Rheiderland auf der linken Seite der Ems mit der zur Stadt Emden gehörenden Ortschaft Petkum auf der rechten Emsseite. Sie schließt damit eine Lücke zwischen der K43 (Molkereistraße) und der L2 (Leeraner Landstraße) und ist besonders bei Fahrradfahrern und Fußgängern sehr beliebt. Denn ohne diese Fährverbindung wäre eine Querung der Ems erst wieder über die etwa 20 Kilometer südlich gelegene Jann-Berghaus-Brücke in Leer möglich.

Diese kleine nostalgische Wagenmotorfähre, die bereits 1926, also vor nunmehr 90 Jahren, auf der weit über die niedersächsischen Landesgrenzen hinaus bekannten Meyer-Werft in Papenburg fertig gestellt wurde, transportiert mehrmals täglich auf ihrer etwa 20 minütigen Emsquerung nicht nur Fußgänger und Fahrradfahrer, sondern neben motorisierten Zweirädern auch bis zu drei Personenkraftwagen gleichzeitig. Möglich wurde dies nach einer umfangreichen Restaurierungsaktion vor einigen Jahren, welche aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mitfinanziert wurde.

Die Pünte in Wiltshausen (Landkreis Leer (Ostfriesland) im äußersten Nordwesten Niedersachsens) ist eine kleine handbetriebene Binnenfähre über die Jümme, dicht bei der Mündung in die Leda, die ihrerseits nach etwa 10 km hinter Leer in die Ems mündet. Sie verbindet die Orte Amdorf und Wiltshausen und ist die älteste handgezogene Fähre Nordeuropas.

Die Pünte wird bereits 1562 zum ersten mal urkundlich erwähnt. Sie wurde zuletzt bis 1975 vom Landkreis betrieben und dann aus Kostengünden eingestellt. Bei der Bekanntgabe der Schließung 1974 formierte sich sofort eine Bewegung unter den Bürgern zum "Verein zur Förderung und Erhaltung der historischen Pünte als Denkmal auf dem Wasser e.V." (Pünten-Verein), der den Fährbetrieb 1988 wieder aufnahm. 2002 wurde die Pünte unter Denkmalschutz gestellt.

Historische Schiffe in der Bretagne und an der Nordsee


Historische Schiffe (Segelschiffe) in der Bretagne und an der Nordsee / Saint-Malo, Auray, Papenburg, Weener, Carolinensiel

Historische Schiffe - die La Recouvrance in Saint-Malo, die Brigg Friederike in Papenburg, am Hafen von Weener im Rheiderland, der Sielhafen von Carolinensiel und die Kuff Margaretha in Papenburg.

Der Schoner "Saint Sauveur" in Auray (Saint-Goustan) ist Geschichte: Er wurde bei Bauarbeiten im Hafenbecken im Mai 2009 verlegt und dabei irreparabel beschädigt.

Häfen und Strände

Horumersiel im Wangerland

Nordseeheilbad Horumersiel im Wangerland (Compilation) - seit vielen Jahren immer unser erster Anlaufpunkt bei unseren Aufenthalten an der Nordsee.


Streetview und Hafen; Imbiß bei "Käptn's Fischhuus"

Im Nordseebad Neuharlingersiel


Carolinensiel - Am alten Sielhafen - Deutsches Sielhafenmuseum


Am alten Sielhafen und beim Deutschen Sielhafenmuseum in Carolinensiel beim Nationalpark niedersächsisches Wattenmeer. Interessant die alten Wattsegler, die hier in großer Zahl vor Anker liegen.

Am Alten Hafen von Greetsiel in der Krummhörn


Historische Schiffe in Weener im Rheiderland - Weener ist die einzige Stadt der historischen Region Rheiderland und erstreckt sich linksseits der Ems. In vergangenen Jahrhunderten hatte Weener einen Hafen an der Ems und lag an der linksemsischen Handelsroute ins südlich gelegene Münsterland. Weener war vor allem durch seine Vieh- und Pferdemärkte bekannt und exportierte landwirtschaftliche Handelsgüter. Mittlerweile spielen der Hafen als Warenumschlagsort und der Viehhandel keine Rolle mehr.


Der Hafen von Leer in Ostfriesland


Unsere Strände


Unsere Lieblingsstrände in der Bretagne, Plage de Kerbourgnec auf Quiberon und Kerhillio bei Erdeven, am Cap Fréhèl und bei Granville und Omaha Beach (Vierville-sur-mer) in der Normandie.

Mittwoch, 15. September 2021

Von "Pfeffersäcken" und Piraten


Die Hamburger Speicherstadt ist der weltgrößte historische Lagerhauskomplex, gelegen im Hamburger Hafen. Sie umfasst das Gebiet zwischen Baumwall und Oberhafen. Seit 1991 steht sie unter Denkmalschutz und ist seit dem 5. Juli 2015 mit dem benachbarten Kontorhausviertel unter dem Namen Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus auf der Liste des UNESCO-Welterbes eingetragen.


Der Zollkanal in Hamburg verläuft am nördlichen Rand der Speicherstadt und bildete bis 2003 die Zollgrenze zwischen der Altstadt und dem damaligen Freihafengebiet. Er wurde Ende des 19. Jahrhunderts aus bestehenden Gewässern (Binnenhafen, Dovenfleet, Mührenfleet, Oberhafen) zum Schifffahrtskanal ausgebaut, um das 1888 neu geschaffene Freihafengebiet zu umfahren. Der Zollkanal verband somit das Zollinland, während das Freihafengebiet Zollausland war.

Der Zollkanal selbst begrenzt die Speicherstadt mit ihren dort gelagerten Waren wie ein Burggraben nach Norden hin. Bis zur Verlegung der Zollgrenze 2003 war das Südufer des Kanals durch einen hohen Zaun und die Brückenübergänge durch Kontrollpunkte gesichert. Bei der Kornhausbrücke erinnert heute das Deutsche Zollmuseum an diese Zeit.

Die Speicherstadt wurde zwischen 1883 und 1927 südlich der Altstadt auf den ehemaligen Elbinseln und Wohnquartieren Kehrwieder und Wandrahm als Teilstück des Hamburger Freihafens in drei Abschnitten erbaut, der erste Abschnitt war 1888 fertiggestellt.

Mit der Reichsgründung 1871 wurde Hamburg zum Bundesstaat des Deutschen Reiches. Hamburgs Staatsgebiet war zu der Zeit Zollausschlussgebiet. Im Zollanschlussabkommen von 1881 wurde zwischen Hamburg und dem Deutschen Reich der Bau eines Freihafens vereinbart, um die Aufnahme der Stadt in den Deutschen Zollverein zu ermöglichen. Um den Handel im Hafen nicht durch Zölle zu belasten, wurde die Schaffung eines Areals nötig, das als Freihafen nicht dem deutschen Zollgebiet angehörte. In dieser Enklave sollte weiterhin das angestammte Privileg der Hamburger Kaufleute gelten, Importgüter zollfrei lagern, veredeln und verarbeiten zu dürfen. Als Hamburg 1888 dem Deutschen Zollverein beitrat, wurde termingerecht der erste Abschnitt der Speicherstadt als Freihafengebiet eröffnet.

Die Handelskammer Hamburg ist die Industrie- und Handelskammer für die Freie und Hansestadt Hamburg und wurde im Jahr 1665 (damals noch als Commerz-Deputation) gegründet. Die Handelskammer Hamburg hat ihren Sitz direkt hinter dem Hamburger Rathaus im selben Gebäude wie die „Hamburger Börse“, deren Trägerin sie ist.

Die Handelskammer Hamburg ist die älteste deutsche Handelskammer. Sie wurde 1665 als Commerz-Deputation von den Seehandel treibenden Hamburger Kaufleuten gegründet. Diese hatten bereits 1517 das Recht erhalten einen Vorstand zu wählen, wodurch der Zusammenschluss des gemeenen Kopmann entstand (die heutige Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg), auf dessen Initiative bereits die erste deutsche Börse 1558 in Hamburg entstand. 1710 erhielt die Commerzdeputation Sitz und Stimmrecht in der Bürgerschaft. 1735 bezog die Commerzdeputation Räume über der 1669 erbauten Stadtwaage, die zwischen Kran und Hamburger Börse am Nikolaifleet, nahe dem Rathaus an der Trostbrücke lag. Noch im gleichen Jahr entstand darin die Commerzbibliothek, die weltweit erste Wirtschaftsbibliothek. Das Commercium genannte Gebäude wurde 1767 noch erweitert. Während der Hamburger Franzosenzeit erfolgt vorübergehend eine Umbildung in eine Handelskammer nach französischem Vorbild.

Klaus Störtebeker ist eine der bekanntesten Personen der hamburgischen Geschichte. Um ihn ranken sich viele Legenden und Mythen, die bis heute überdauert haben. Störtebeker war einer der Piraten, die die norddeutschen Städte im ausgehenden Mittelalter in Angst und Schrecken versetzten. Zusammen mit seiner siebzig Mann starken Besatzung überfiel er die Koggen, die Handelsschiffe der Hanse. Diese beförderten wertvolle Güter wie Wachs, Salz und Pottasche. Dabei hatten es die Piraten besonders auf die Schiffe der wohlhabenden Hamburger Kaufleute abgesehen. Doch es ging ihnen in erster Linie nicht um den Kampf, sondern darum Beute zu machen. Diejenigen, die sich nicht wehrten, wurden deshalb meist über Bord geschmissen.

Um die Piraten zu bekämpfen, schlossen sich norddeutsche Städte bereits ab dem 13. Jahrhundert zusammen. Hamburg trat diesem Bündnis im 14. Jahrhundert bei. Störtebeker konnte seinen Verfolgern oft entkommen, doch im Jahr 1401 wird er letztlich doch noch von Hamburger Ratsherrn vor Helgoland gestellt. Der Legende nach soll einer seiner Männer mit den Hamburgern verbündet gewesen sein und das Schiff manövrierunfähig gemacht haben. Die gesamte Mannschaft wurde dann auf der "Bunten Kuh" nach Hamburg gebracht. Kapitän samt Mannschaft wurden vor den Senat gebracht und zum Tode verurteilt.

Die öffentliche Hinrichtung der Piraten fand am 20. Oktober 1401 in Hamburg auf dem Grasbrook, der heutigen HafenCity, statt. Sie ließ den schon zu Lebzeiten berühmten Klaus Störtebeker vollends zur Legende werden. Denn Störtebeker äußerte einen letzten Wunsch an den Hamburger Bürgermeister: Er wolle sich als erster dem Schwert des Scharfrichters stellen. Doch die Männer seiner Mannschaft, an denen er geköpft noch vorbeilaufen könne, sollten die Freiheit geschenkt bekommen. Der Bürgermeister gab Störtebeker sein Versprechen. An elf Männern soll Klaus Störtebeker enthauptet vorbeigelaufen sein, bevor der Scharfrichter ihm, so will es die Geschichte, ein Bein stellte. Kurz darauf brach der Bürgermeister sein Versprechen und ließ Störtebekers gesamte Mannschaft hinrichten.

Auf den Spuren von Klaus Störtebeker - Marienhafe und die Störtebekerstraße

Die Geschichte erzählt, dass der Pirat Klaus Störtebeker Ende des 14. Jahrhunderts im Hafen von Marienhafe Zuflucht suchte. Damals, auf der Flucht vor der Hanse, Dänemark und dem deutschen Ritterorden, flüchteten die Piraten Klaus Störtebeker und Gödeke Michel an die Nordsee. Hier lebten die Friesen, die mit der Hanse auf Kriegsfuß standen, sich aber auch untereinander bekämpften. Daher wurden die Piraten mit offenen Armen empfangen. Jeder Friesenstamm hatte so seine eigenen Mitstreiter bei den Stammesfehden.


In der damaligen Hafenstadt Marienhafe ließ sich ein Großteil der Piraten nieder. Nach einer schweren Sturmflut hat Marienhafe direkt an der Nordsee gelegen. Zur Zeit des Häuptlings Widzel tom Brook war Marienhafe im Brookmerland (Bruchland, Feuchtland) einer der wichtigsten Orte der Friesen.

Der sogenannte Störtebekerturm gehört zu der im 13. Jahrhundert erbauten St. Marienkirche. Im ersten Stockwerk des Turmes finden Sie die Störtebekerkammer. Klaus Störtebeker soll um 1400 darin gewohnt haben.

Durch ihren Seehafen ist die an Ems und Leda gelegene Stadt Leer seit Jahrhunderten vom Handel und der Seefahrt geprägt. Sie ist einer der größten deutschen Reederei-Standorte. Die Altstadt gilt wegen des guten Erhaltungszustands ihrer historischen Häuser als die „wertvollste“ der Region.


Leer, das Tor Ostfrieslands - Leer liegt im äußersten Nordwesten der Bundesrepublik in unmittelbarer Nähe zur niederländischen Grenze und nahe der Emsmündung in die Nordsee.

Im 16. Jahrhundert erfuhr Leer eine immense wirtschaftliche Aufwärts- entwicklung durch die Übertragung der Marktgerechtigkeit. Der „Wohlgebaerne und Edele Grave Edsard tho Oostfreesland“ gewährte Leer im Jahr 1508 das Marktrecht, um ein Gegengewicht gegen den Handelsmittelpunkt Groningen zu schaffen. Stattfinden sollte der neue Markt jährlich am Sankt-Gallus-Tag, dem 16. Oktober. 1528 gewährte Edzard einen weiteren Markttag zum Fest der Kreuzerhebung am 14. September, den „Kreuzmarkt“, sowie jeden Donnerstag einen Wochenmarkttag. Es folgten später darüber hinaus der Fastmarkt, Pferde- und Viehmärkte.

Wunderschöne Tuche wurden in Leer gewoben, aber nicht in erster Linie von den Einheimischen, sondern von zugewanderten niederländischen Webern. Religiöse Verfolgungen durch die spanischen Habsburger hatten sie nach Ostfriesland verschlagen, das schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts evangelisch geworden war. Mit den Glaubensflüchtlingen, in Leer waren es vorwiegend Reformierte und Mennoniten, kam auch mehr Kapital in die Stadt. Besonders die holländischen Leinenreeder machten Leer aufgrund ihrer Handelsbeziehungen in die Niederlande zur Metropole des Leinengewerbes. Der Flecken begann sich durch den Handel merklich zu vergrößern. Um 1600 zählte Leer zwischen 3000 und 3500 Einwohner und hatte etwa 500 bis 550 Häuser.

Zum Marktflecken gehörte eine Waage. Die erste Leeraner Waage stand im Glockenturm der alten Probstei - Kirche. Sie gehörte der Kirche. Gräfin Anna, Witwe des Grafen Edzard, bestätigte der reformierten Kirche in einer Urkunde von 1542 (oder 1552) ausdrücklich das Waagerecht. Mitte des 16. Jahrhunderts gelangte die Waage in ein Holzgebäude an das Leda-Ufer, an deren Stelle 1714 die geräumige neue Waage gebaut wurde. Diese Ortsverlagerung der Waage ans Ufer der Leda begründete die Entwicklung des neuen Ortszentrums.

Sonntag, 8. August 2021

Leer, das Tor Ostfrieslands

Leer in Ostfriesland - Rathausstraße mit Haus Samson (in der Bildmitte)

Die Stadt Leer mit ihrer beschaulichen Altstadt und dem Museumshafen ist aufgrund ihrer Lage im ostfriesischen Süden auch als „Tor Ostfrieslands“ bekannt. Die romantische Altstadt hat die Einkaufsstadt über die Region hinaus bekannt gemacht: Dicht beieinander finden sich in den historischen Bürgerhäusern originelle kleine Geschäfte sowie ein großes Angebot an Restaurants und Cafés, dessen schöne Aussichten zum Pausieren einladen. Direkt am Museumshafen liegen mit dem Rathaus und der Waage die beiden Wahrzeichen der Stadt. Im Haus Samson befindet sich eine umfangreiche Privatsammlung ostfriesischer Wohnkultur. Im nahegelegenen Teemuseum erfährt man alles Interessante zum Teetrinken in Ostfriesland.

In der Innenstadt von Leer


Sorgfältig renovierte Häuser, kleine Läden und gemütliche Cafés: In Leer lohnt sich ein Bummel durch die Altstadt. Herzstück des Städtchen im Südwesten Ostfrieslands ist das alte Rathaus aus der Zeit um 1890. Sein quadratischer Turm überragt die umstehenden Häuser und sorgt schon von Weitem für Orientierung. Die Stadtverwaltung residiert zwar längst in einen Neubau. Doch als Standesamt und für festliche Anlässe nutzt die Stadt das prächtige Gebäude im deutsch-niederländischen Renaissancestil noch immer. Schräg gegenüber steht die Waage, ein Gebäude von 1714, in dem bis 1946 Waren jeder Art gewogen wurden. Heute dient der Barockbau als Restaurant. Was auf die Waage kam, erreichte Leer meist per Schiff, denn das Gebäude steht am Ufer der Leda. Davor dümpeln im Museumshafen Traditionsschiffe wie der kleinste funktionsfähige Schlepper Europas, die nur sechs Meter lange "Keerlke".

Die Jann-Berghaus-Brücke bei Leer in Ostfriesland

Die Jann-Berghaus-Brücke hat eine Länge von 469 m. Im Zuge der Bundesstraße 436 überspannt sie die Ems bei Leer (Ostfriesland) zwischen den Ortsteilen Leerort und Bingum. Neben dem Emstunnel (A 31) ist sie die einzige feste Querungsmöglichkeit im Unterlauf der Ems und stellt somit eine wichtige Straßenverbindung zwischen Ostfriesland und den Niederlanden dar.


In ihrer heutigen Ausbaustufe existiert die Jann-Berghaus-Brücke seit Anfang 2010. Die erste Emsbrücke wurde als Drehbrücke 1937 errichtet, 1945 zerstört und danach wieder aufgebaut. 1991 wurde die Drehbrücke durch eine Klappbrücke mit einer einzelnen Klappe ersetzt. 2008 begann der Umbau zu einer zweiklappigen Brücke, um die Passage auch großer Schiffe zu erleichtern; dir maximale Durchfahrtbreite für den Schiffsverkehr wurde damit von 40 auf jetzt 56 m vergrößert.

Benannt wurde die Brücke nach Jann Janssen Berghaus (1870-1951), Regierungspräsident in Aurich und späterer Präsident der Ostfriesischen Landschaft.

Im Osten von Leer lohnt ein Abstecher zu Schloß Evenburg, ursprünglich eine Wasserburg aus der Zeit um 1650 mit großem Park. Um 1860 wurde das Gebäude weitgehend abgetragen und im neugotischen Stil wieder aufgebaut. Im Schloß können Besucher die prächtigen Gemächer der einstigen Besitzer, der Grafenfamilie von Wedel, besichtigen.


Der Plytenberg ist ein künstlich aufgeworfener ovaler Erdhügel am Ortsrand von Leer in Ostfriesland nahe der Ems (etwa 9 m hoch mit ellipsenförmiger Grundfläche von 62 m × 56 m).

Er diente vermutlich im 15. Jahrhundert als Aussichtshügel für die Festung Leerort. Frühere Vermutungen, beim Plytenberg handele es sich um das Grab eines Wikingerhäuptlings oder um ein Seezeichen, haben sich aufgrund von archäologischen Untersuchungen Anfang der 1990er Jahre als falsch erwiesen.


Eine Sage sagt Folgendes:

Zwei Riesenfräulein vergnügten sich einst auf den Inseln Baltrum und Juist. Sie freuten sich an dem glitzernden Dünensand und packten davon, soviel sie halten konnten, in ihre Schürzen. Dann liefen sie über das Watt bis nach Emden und gingen an der Ems entlang, jede an einem Ufer, sodass der Fluss zwischen ihnen war. Der schwere Sand aber zerriss ihre Schürzen und sickerte durch die Löcher, und so streute jede einen ganzen Streifen an der Ems entlang. Auf diese Weise sind die Deiche geworden.

Als sie dann Leer liegen sahen, bog das Wasser nach rechts ab, um die Leda aufzunehmen. Da sprang die eine Riesin mit einem Satz zu der andern hinüber. Knacks – riss ihr Schürzenband und all der Sand fiel auf einen Haufen. Und so entstand der Plytenberg.

Er beherbergte nach einem modernen, von Albrecht Janssen verfassten Volksmärchen die so genannten Erdmantjes. Die Erdmantjes (auch Eerdmantjes) sind Figuren der friesischen Mythologie. Danach lebten die Erdmantjes im Plytenberg in Leer und bewachten dort das Gold und das Grab des letzten Friesenkönigs Radbod.

Nachts halfen sie den Menschen und erledigten unerkannt Arbeiten, bis eines Tages ein Bauer den Schatz rauben wollte und ein Loch in den Hügel grub. Den Erdmantjes gelang es zwar, den Menschen zu vertreiben, aber trotzdem beschlossen sie, mit dem Schatz über die Ems zu fliehen. Bei der Flucht kenterte der Kahn und die Erdmantjes ertranken mitsamt dem Schatz von König Radbod im Fluß.

Die Jümme-Fähre bei Leer

Seit 450 Jahren überquert eine handgezogene Wagenfähre den Fluß Jümme bei Leer in Ostfriesland. Die Pünte mit dem Auto zu benutzen ist ein echtes Abenteuer, denn Auf- und Abfahrt sind steil und eng. Besonders beim Verlassen der Fähre muss man aufpassen, nicht aufzusetzen. Speziell an Tagen (bzw. zu Tageszeiten), wenn die gezeitenabhängige Jümme weniger Wasser führt.





Mittwoch, 7. Juli 2021

Von Papenburg nach Großefehn

Die Brigg "Friederike", Papenburgs Wahrzeichen

Papenburg ist die nördlichste Stadt des Emslandes. An der Grenze zu Ostfriesland gelegen, werden dort bereits seit Jahrhunderten Schiffe gebaut. Während es heute die Kreuzfahrtriesen aus der Meyer Werft sind, die in Papenburg entstehen, waren es früher kleine Schiffe wie Tjalk, Schoner und Brigg, die zum Warenverkehr mit anderen Orten genutzt wurden.

Ihren zahlreichen Kanälen und Brücken verdankt die Stadt den Beinamen "Venedig des Nordens".

Die Geschichte Papenburgs ist eng mit dem Torfabbau verknüpft. Nachdem Dietrich von Velen das "Gut Papenburg" im Dezember 1630 von Friedrich von Schwarzenberg erworben hatte, ließ er zur Entwässerung Kanäle, sogenannte Wieken, ziehen. Damit legte er den Grundstein für die Erschließung der bis dahin unzugänglichen emsländischen Moore. Die Kanäle nutzte er gleichzeitig, um den Torf mit schmalen Schiffen zu den ostfriesischen Ziegeleien zu liefern. So wurde Papenburg zur ersten Moorkolonie Deutschlands.


Eindrucksvolles Zeugnis der Seefahrergeschichte Papenburgs sind sechs Schiffsnachbauten in Originalgröße, die über die Stadt verteilt am Hauptkanal liegen und so ein ganz besonderes Freilicht-Schifffahrts-Museum bilden. Beliebtes Fotomotiv und Wahrzeichen ist die Brigg "Friederike von Papenburg", die vor dem 1913 errichteten Rathaus ankert und eine Nebenstelle der Touristinformation ist.

St. Antonius ist die katholische Stadtpfarrkirche von Papenburg im Landkreis Emsland. Die große neugotische Backstein-Hallenkirche wurde von 1875 bis 1877 nach Plänen des gebürtigen Papenburgers und Osnabrücker Diözesanbaumeisters Alexander Behnes erbaut. Sie ist vor allem durch die großteils erhaltene Originalausstattung bedeutend.

Papenburg, im 17. Jahrhundert als Fehnkolonie an der Nordgrenze des Hochstifts Münster entstanden, hatte seit 1674/80 eine katholische Pfarrkirche. Der selige Niels Stensen, damals Weihbischof in Münster, weihte sie am 20. August 1682 auf das Patrozinium des heiligen Antonius von Padua.

Neubaupläne und einen Kirchbaufonds gab es bereits seit den 1840er Jahren. Die endgültigen Baupläne schuf Alexander Behnes 1871. Durch die Wirren des Deutsch-Französischen Kriegs und der Reichsgründung verzögerte sich die Grundsteinlegung bis zum 15. Juli 1875. Am 11. Dezember 1877 weihte der Osnabrücker Bischof Johannes Beckmann die neue Antoniuskirche. Die Anschaffung der Innenausstattung, des Geläuts und der ersten Orgel (auf der Empore im Nordquerschiff) dauerte bis 1885. Die reichen Wandmalereien von Gerhard Lamers und die Buntglasfenster entstanden 1911/12.

Unweit Papenburg, auf der linken Seite der Ems, im ostfriesischen Rheiderland, liegt Weener. Weener ist die einzige Stadt der historischen Region Rheiderland und erstreckt sich linksseits der Ems.


Von Weener nach Leer - Am Alten Hafen in Weener, Fahrt durch die Stadt, über die Jann-Berghaus-Brücke nach Leer, in der Altstadt und der Evenburg

Der staatl. anerkannte Erholungsort mit seiner über 1000-jährigen Geschichte ist das Zentrum des Rheiderlandes. Neben dem historischen „Alten Hafen“ wird das Stadtbild geprägt von Häusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert. In vergangenen Jahrhunderten hatte Weener einen Hafen an der Ems und lag an der linksemsischen Handelsroute ins südlich gelegene Münsterland. Die Stadt war vor allem durch ihre Vieh- und Pferdemärkte bekannt und exportierte landwirtschaftliche Handelsgüter. Mittlerweile spielen der Hafen als Warenumschlagsort und der Viehhandel keine Rolle mehr.

Durch ihren Seehafen ist die an Ems und Leda gelegene Stadt Leer seit Jahrhunderten vom Handel und der Seefahrt geprägt. Sie ist einer der größten deutschen Reederei-Standorte. Die Altstadt gilt wegen des guten Erhaltungszustands ihrer historischen Häuser als die „wertvollste“ der Region.

Mit der Pünte über die Jümme bei Wilthausen


Die Pünte in Wiltshausen (Landkreis Leer (Ostfriesland) im äußersten Nordwesten Niedersachsens) ist eine kleine handbetriebene Binnenfähre über die Jümme, dicht bei der Mündung in die Leda, die ihrerseits nach etwa 10 km hinter Leer in die Ems mündet. Sie verbindet die Orte Amdorf und Wiltshausen und ist die älteste handgezogene Fähre Nordeuropas.

Die Pünte wird bereits 1562 zum ersten mal urkundlich erwähnt. Sie wurde zuletzt bis 1975 vom Landkreis betrieben und dann aus Kostengünden eingestellt. Bei der Bekanntgabe der Schließung 1974 formierte sich sofort eine Bewegung unter den Bürgern zum "Verein zur Förderung und Erhaltung der historischen Pünte als Denkmal auf dem Wasser e.V." (Pünten-Verein), der den Fährbetrieb 1988 wieder aufnahm. 2002 wurde die Pünte unter Denkmalschutz gestellt.

Via Detern und Wiesmoor erreichen wir den Großefehnkanal.

Entlang des Großefehnkanals in Ostfriesland - 1633 von Emden gebauter, an das Fehntjer Tief bei Westgroßefehn anschließender Moorkanal von ca. 10km Länge und vier Schleusen, von denen die Eingangsschleuse von 1786 in den 1990er Jahren restauriert wurde; 1921-34 über den Großefehnanschlusskanal mit dem Nordgeorgsfehnkanal (und dem Ems-Jade-Kanal) zum Ringkanal verbunden.


Fehntjer-Land heißt die Landschaft in und um Großefehn, und das zu Recht. Denn hier in Westgroßefehn entstand 1633 das erste Fehngebiet aus unwirtlichem Moor. Vier Emder Bürger waren es, die den ersten Fehnkanal graben ließen, um das Land zu entwässern und um Torf auf „Törfmuttjes“ nach Emden transportieren zu können. Dort, wo der Großefehnkanal in die Flumm mündet und die Westgroßefehner Mühle steht, begann alles. Heute noch ist Großefehn – die älteste Fehnanlage Ostfrieslands – kreuz und quer von Kanälen, Wieken und Inwieken durchzogen, und überall sieht man die markanten weißen Klappbrücken, die darüberführen.



Dienstag, 6. Juli 2021

Leeraner Impressionen


Die Mühlenstraße in Leer ist die langgestreckte Fußgängerzone und die Einkaufsstraße der Stadt.


Von der Mühlenstraße gelangt man in die pittoreske Altstadt. In Ostfrieslands erster Krimibuchhandlung unter dem Namen "Tatort Taraxacum" gibt es Krimis und Spannungsliteratur aus ganz Deutschland und aller Welt als Buch und Hörbuch. Mit im Sortiment sind auch ausgewählte Fantasyromane und Sciencefiction, spannende Kinderbücher sowie Spiele rund um den Krimi. Außerdem schaurig-schöne Geschenke. Und gut essen und trinken kann man dort auch.

Vom Taraxacum zur Alten Waage am Hafen in Leer


Der Museumshafen von Leer („An’t Över bi de Waag“)

Die Entwicklung der Stadt Leer zu einem bedeutenden Handelsplatz ist untrennbar mit der Schiffahrt verbunden. Am Ufer vor der Waage legten einst die Segelschiffe aus den Fehngebieten an. An diesem historischen Ort gegenüber dem Heimatmuseum befindet sich heute der Museumshafen. Die noch fahrenden Traditionsschiffe, die hier festgemacht haben, werden vom Verein "Schipper-Klottje", der mit dem Heimatverein kooperiert, fachmännisch betreut und instand gehalten.


Das Haus Samson, eines der schönsten Gebäude in der Leeraner Altstadt


Das Haus „Samson“ wurde 1570 im niederländischen Barock vom niederländischen Architekten Vingboom erbaut. 1643 wurde das Gebäude mit seiner heutigen Fassade versehen. Nach holländischer Tradition hatten die Häuser Namen, also „Samson“, wahrscheinlich als Symbol der Stärke. Das außenhängende Schild zeigt Samson einen Löwen bezwingend. Die Giebelfront besteht aus mit Muschelkalk gefugten Ziegelsteinen und einer Krönung aus kunstvoll gehauenem Sandstein, eine Steinmetzarbeit von Mönchen vom Kloster Thedinga bei Leer. Nachdem ein Tabakwarenhändler und ein Kuchenbäcker ihr Geschäft im Haus „Samson“ hatten, gründete 1800 Johannes Gross die heutige Weinhandlung und Spirituosenfabrik. Heute befindet sich in dem Haus die Verwaltung der Firma I.W.Wolff GmbH & Co KG, ein Weinfachgeschäft und ein Privatmuseum. Seit Anfang 2007 befindet sich das Haus Samson sowie die gesamte Sammlung im Besitz der "Hilke und Fritz Wolff Stiftung".

Der Plytenberg in Leer - Der Plytenberg ist ein künstlich aufgeworfener ovaler Erdhügel am Ortsrand von Leer in Ostfriesland nahe der Ems (etwa 12 m hoch mit ellipsenförmiger Grundfläche von 62 m × 56 m). Er diente vermutlich im 15. Jahrhundert als Aussichtshügel für die Festung Leerort. Frühere Vermutungen, beim Plytenberg handele es sich um das Grab eines Wikingerhäuptlings oder um ein Seezeichen, haben sich aufgrund von archäologischen Untersuchungen Anfang der 1990er Jahre als falsch erwiesen.


Einer alten Volkssage nach soll einst ein Riese einen Sack voll Erde an der Stelle verloren haben, die jetzt der Plytenberg ist. Er beherbergte nach einem modernen, von Albrecht Janssen verfassten Volksmärchen die so genannten Erdmantjes. Die Erdmantjes (auch Eerdmantjes) sind Figuren der friesischen Mythologie. Der ostfriesischen Schriftsteller Albrecht Janssen verfasste nach der Sage das gleichnamige Kunstmärchen im Jahr 1926. Danach lebten die Erdmantjes im Plytenberg in Leer und bewachten dort das Gold und das Grab des letzten Friesenkönigs Radbod. Nachts halfen sie den Menschen und erledigten unerkannt Arbeiten, bis eines Tages ein Bauer den Schatz rauben wollte und ein Loch in den Hügel grub. Den Erdmantjes gelang es zwar, den Menschen zu vertreiben, aber trotzdem beschlossen sie, mit dem Schatz über die Ems zu fliehen. Bei der Flucht kenterte der Kahn und die Erdmantjes ertranken mitsamt dem Schatz von König Radbod im Fluss.

Sonntag, 4. Juli 2021

Die Störtebekerstraße in Ostfriesland


Bei schönem Wetter im offenen Cabrio ist sie natürlich am schönsten, die Störtebekerstraße entlang der ostfriesischen Nordseeküste, aber das klappt halt nicht immer, es gibt an der See natürlich auch Regentage. So auch zu sehen im folgenden Video.


Unterwegs auf der Störtebekerstraße in Ostfriesland - Von Neuharlingersiel via Dornumersiel und Neßmersiel nach Norden.

Auf der Route sollte man auch Marienhafe nicht verpassen.


Auf den Spuren von Klaus Störtebeker - Marienhafe und sein Störtebekerturm

Marienhafe im Leyhbuchtpolder lag einst am Meer, an der Leyhbucht und war Zufluchtsort des Piraten Klaus Störtebeker. Im Turm der Marienkirche soll er angeblich seine Schätze gehortet haben. Ein kleiner Rundgang um den Turm.


Die Plastik des berühmten Piraten stammt von dem (verstorbenen) bekannten ostfriesischen Bildhauer KaLu (Karl Ludwig) Böke aus Leer in Ostfriesland (Die Bronzeskulptur wurde vom Leeraner Bildhauer Karl-Ludwig Böke nach der Störtebeker-Radierung von Daniel Hopfer entworfen und am 27. Juni 1992 eingeweiht).

Wir sehen auch, dass man das Piraten-Image ganz gut fürs Business verwenden kann. Vieles in Marienhafe ist mit dem Namen Störtebeker verbunden. Auch eine Teestube nennt sich nach dem Vitalienbruder.

Noch immer beeindruckend: Der Störtebekerturm von Sankt Marien in Marienhafe

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Kirche derart baufällig, dass sie dringend renoviert werden musste. Die Kosten dafür konnten nicht vollständig aufgebracht werden, so dass man sich im Jahre 1829 entschloss, die Kirche wieder zu verkleinern. Übrig blieb nur das mittlere der ursprünglichen drei Schiffe im Langhaus, ebenso wurde das Querschiff entfernt, und kurz darauf hat man auch den Turm um zwei Stockwerke gekürzt. Ursprünglich war der Turm knapp 72 m hoch und besaß sechs Stockwerke.

Die St.-Marienkirche war ursprünglich eine dreischiffige Basilika mit Querschiff und sechsgeschossigem Turm (war bis zu ihrem Teilabbruch im Jahre 1829 der größte und bedeutendste Sakralbau Ostfrieslands und erreichte damals die Ausmaße des Osnabrücker Doms und galt als größte Kirche zwischen Groningen und Bremen).

1829 wurde der Bau bis auf das Mittelschiff abgerissen, wobei auch ein 250 Meter langer und aus 124 Einzelbildern bestehender Sandsteinfries, der sich unmittelbar unter dem Dach befand, zerstört wurde. Der nunmehr auf vier Stockwerke reduzierte Turm war einst ein bedeutendes Seezeichen.

Die Leybucht, die ihren Namen der alten Bezeichnung des heutigen Norder Tiefs verdankt, reichte bis unmittelbar an das Gebäude heran. Später war die Kirche über das Störtebeker-Tief mit der Nordsee verbunden.

Die Geschichte erzählt, dass der Pirat Klaus Störtebeker Ende des 14. Jahrhunderts im Hafen von Marienhafe Zuflucht suchte. Damals, auf der Flucht vor der Hanse, Dänemark und dem deutschen Ritterorden, flüchteten die Piraten Klaus Störtebeker und Gödeke Michel an die Nordsee. Hier lebten die Friesen, die mit der Hanse auf Kriegsfuß standen, sich aber auch untereinander bekämpften. Daher wurden die Piraten mit offenen Armen empfangen. Jeder Friesenstamm hatte so seine eigenen Mitstreiter bei den Stammesfehden.

In der damaligen Hafenstadt Marienhafe ließ sich ein Großteil der Piraten nieder. Nach einer schweren Sturmflut hat Marienhafe damals nämlich direkt an der Nordsee gelegen. An der Leybucht (heute im Leyhbuchtpolder, der der Nordsee wieder abgerungen wurde). Zur Zeit des Häuptlings Widzel tom Brook war Marienhafe im Brookmerland (Bruchland, Feuchtland) einer der wichtigsten Orte der Friesen.

En passant: Am 15. August 1400 beurkundete Herzog Albrecht I. von Bayern und Graf von Holland und Hennegau einen mit den Vitalienbrüdern geschlossenen Vertrag. Diesem zufolge nahm er 114 Vitalienbrüder auf und stellte sie unter seinen Schutz. Diplomatischer Druck seitens der Hansestädte führte aber zum Verlust dieser Operationsbasis.

Starpunkt (oder je nach Sichtweise auch Endpunkt) der Störtebekerstraße ist die Hafenstadt Leer.

Leer, das "Tor Ostfrieslands"

Wir unternehmen einen Bummel durch die Altstadt, besuchen Schloß Evenburg und den Plytenberg, fahren über die Jann-Berghaus-Brücke über die Ems und queren die Jümme mit der Treidel-Pünte.