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Mittwoch, 29. September 2021

Stationen des Wangerländer Pilgerweges


Sankt Marien zu Oldorf

Die aus dem 13. Jahrhundert stammende evangelisch-lutherische Kirche St. Marien ist ein einschiffiger Backsteinbau mit Granitquadersockel. Die St. Marienkirche liegt auf der neuen Warf und kann über die Neuwarfer Straße erreicht werden. Ein kleiner Parkplatz ermöglicht den Besuchern den Zugang über eine Treppe oder eine Rampe.


Besucher betreten das Kircheninnere durch das enge Nordportal und überschreiten dabei eine Schwelle, die von einem alten Granitfindling gebildet wird.

Um das Jahr 1500 wurde die Kirche durch einen gleich breiten Chor nach Osten hin verlängert. Die Westwand wurde 1768 erneuert. Der Glockenturm im Südosten wurde 1912 nach dem Vorbild des alten Turmes wieder aufgebaut. Im Turm hängen zwei alte Glocken, eine Glocke von 1450, Ø 0,90 m, gegossen von Ghert Klinghe, und eine Glocke von 1521, Ø 0,70 m, gegossen von Joh. von Cappeln.

Der Flügelaltar ist auch über 500 Jahre alt. Er wurde vermutlich um 1500 von einem unbekannten, aber in der Umgebung von Oldorf beheimateten Künstler geschaffen.

Sankt Severinus und Jacobus in Minsen

Auf hoher Wurt steht die Kirche des Ortes Minsen im Wangerland. Das heutige Kirchengebäude stammt, seiner Bauweise nach zu urteilen, aus dem 13. Jahrhundert.

Der aus Backsteinen errichtete Glockenturm steht 12 m von der Südseite der Kirche entfernt. Vier starke parallele Mauern tragen in ihren Zwischenräumen drei Glocken, deren älteste die Jahreszahl 1747 trägt.


Sehenswert ist der Altar aus dem 17. Jahrhundert. Er schmückt seit Februar 1998 die Kirche und stammt ursprünglich aus Groß-Partwitz, einem Dorf in der Lausitz, das dem Braunkohleabbau weichen musste.

Das Deckenfresko in der Apsis stammt aus dem Mittelalter und zeigt Christus als den Weltenrichter mit Schwert und Lilie.

Die Orgel aus dem Jahr 1841 wurde von dem oldenburgischen Meister Schmid gebaut.

Die Kirche von Wiefels im Wangerland


Die Kirche in Wiefels entstand im 13. Jahrhundert auf einer Warf. Im Nordwesten des Kirchengebäudes befindet sich ein freistehender Glockenturm mit zwei Glocken, die zwischen den drei Backsteinmauern hängen.

Im Inneren der Kirche kann ein neugotischer Schnitzaltar aus dem Jahr 1897 und ein bemaltes Taufbecken aus Holz von 1663 bewundert werden.

Die Dorfkirche von Wüppels


Die ev.-luth. Kirche zu Wüppels befindet sich abseits der Straße zwischen Hooksiel und Horumersiel inmitten eines historischen Dorfes. Die Kirche mit dem einschiffigen, flach gedeckten Langhaus entstammt dem ausgehenden 13. Jahrhundert.

Die Holzbalkendecke wie auch der nebenstehende Glockenturm sind aus dem 17. Jahrhundert. Besondere Beachtung verdienen die Grabplatten der Häuptlinge von der Burg Fischhausen. Die Kanzel mit Mose als Kanzelträger, das Altarbild und der kunstvolle Taufstein (aus Holz!) weisen hin auf große bäuerliche Handwerkskunst.

Die Kirche Wüppels wurde im späten 13. Jahrhundert aus Backsteinen großen Formats (Klosterformat) auf einem Fundament aus unbehauenen Findlingen errichtet. Die breiten Fenster wurden nachträglich eingebrochen. Zusammen mit der Kirche bildeten einst das Pfarrhaus, die Schule und der Dorfkrug die Grundelemente eines gut organisierten Kirchspiels. Heute dienen diese Häuser anderen Zwecken, jedoch ist die besondere Atmosphäre eines über Jahrhunderte gut funktionierenden, bäuerlich geprägten Gemeinwesens erhalten geblieben.

Im Innern der Kirche befinden sich im Fußboden mit Adelswappen geschmückte Grabplatten, die allesamt den Familiennamen Fischhausen tragen. Es handelt sich um Steine dieser angesehenen Familie aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Gleich im Eingang hinter der Schwelle liegt eine Platte aus rotem Sandstein. Es ist der Deckel eines Steinsarges aus dem 13. Jahrhundert.

Wüppels war einmal eine der reichsten Pfarreien des Jeverlandes. So konnte der Pastor ehemals über Einkünfte von etwa 40 Hektar Pfarrland verfügen. Zusätzlich erhielt er nach verbrieftem Recht von den Einwohnern des Kirchspiels jährlich unter anderem 75 Mark "Grundheuer", dazu an Naturalleistungen "um Johanni", also im Monat Juni, 29 große Käse und 22 Tonnen Hafer. Er konnte auch zwei Kühe melken, die von der Kirchengemeinde gestellt wurden und die jeweils beim Eintritt in den Ruhestand "gesund und leistungsfähig" dem Amtsnachfolger zu übergeben waren.

Sankt Jodocus in Sankt Joost - Frieslands kleinste Kirche


Die evangelisch-lutherische Kirche St. Jodocus ist ein kleiner spätgotischer Backsteinbau, der aus dem 15. Jahrhundert stammt und dessen Apsis später angebaut wurde. Die Kirche wurde 1497 als Privatkapelle der Junker zu Hodens und Maisidden erwähnt und 1542 zur Pfarrkirche erhoben. Das Schiff trägt große spitzbogige Fenster, während die Fenster des Chores Segmentbögen tragen.

Die Kirche ist nach dem Heiligen Jodocus, dem Schutzpatron der Reisenden und Seefahrer benannt und gilt als Wahrzeichen friesischer Ziegelbaukunst, da sie hauptsächlich als Backsteinbau errichtet wurde.

Wir finden eine bereits ursprünglich mit flacher Holzbalkendecke versehene Kapelle aus dem Ende des 15. Jahrhunderts vor, mit einem frei stehenden Glockenturm aus Backstein und einem ziegelgedeckten Walmdach aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die Kapelle wird im Jahre 1497 urkundlich erwähnt und wurde mutmaßlich von jenem Bevölkerungsteil, der von Strandraub lebte, als flach gedeckter Saalbau ohne Chor, ohne Apsis und ohne Turm errichtet. Das ehemalige Kirchspiel „Hoonsdeep” (Hohenstief) wird Ende des 18. Jahrhunderts nach der Kirche St. Joost benannt.


Dienstag, 6. August 2019

Der Wangerländer Pilgerweg - Kirchen im Wangerland


Hohenkirchen: Sankt-Sixtus-und-Sinicius

Die Kirche entstand 1134 auf einer 6 Meter hohen Wurt (ein künstlich aus Erde aufgeschütteter Siedlungshügel, der dem Schutz von Menschen und Tieren bei Sturmfluten dient) und vermutlich kommt von daher auch der Ortsname des Dorfes im Wangerland. Beachtenswert der separat stehende Glockenturm. Den Vermutungen nach wurde das heute allgemein Gaukirche genannte Gotteshaus in Hohenkirchen um 834 von Bischof Ansgar, dem Apostel des Nordens, gegründet. „Goe“ im Original, also Gau bedeutete, dass sie das Gotteshaus des Wanger- Gaus sein sollte. Der imposante Granitquader-Saalbau auf einer Wurt wurde im Jahre 1143 per Urkunde Bischof Adalbero überreicht. So feiert die Kirchengemeinde im Jahr 2018 der Kirche 875-jähriges Jubiläum. In der Urkunde ist das Gotteshaus als „Ecclesia matricularis de wenga“ bezeichnet, womit sie als Hauptkirche des Wangerlandes fungierte.


Sankt Cosmas und Damian in Wiarden

Die Kirche wurde Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut. Im Chorraum enthält sie spätgotische Malereien, die die Apostel Petrus, Jacobus und Johannes darstellen sowie die Schutzheiligen dieser Kirche, St. Cosmas und Damian. Der Altar wurde 1749 unter Verwendung von Teilen eines älteren Altars gebaut und 2004 in dieser Fassung restauriert. Die in den Altar integrierte Kreuzigungsgruppe sowie die zwölf Apostel sind aus Eichenholz geschnitzt und stammen aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Die Kanzel stammt von 1634 und ist ein Werk des Münstermann-Schülers Ommo Dirks. Die Orgel wurde 1807/1808 von dem Orgelbauer Gerhard Schmid aus Leer erbaut. Sie hat im Manual zehn Register und fünf im Pedal.


Sankt Johannes in Waddewarden

Nach hölzernen Vorgängerkirchen wurde die Granitkirche 1246 auf hoher Warf gebaut. Der Westgiebel erhielt Ende des 19. Jahrhunderts eine Ziegelsteinverkleidung. Den ursprünglich gewölbten Innenraum schmückt jetzt eine flache, im Stil des 17. Jahrhunderts bemalte Balkendecke. Zu der wertvollen Ausstattung zählen der Taufstein aus blauem Granit, Typ von Namur, aus dem 13. Jahrhundert, ein zweigeschossiger reich verzierter Flügelaltar von 1661 und eine Kanzel von 1649, beide von Jacob Cröpelin. Die spätgotische Wandmalerei in der Apsis zeigt Maria und Johannes unter dem triumphierenden Christus. Im Apsisbogen ist seitlich ein Sakramentshäuschen eingefügt. Die Fenster sind durch üppiges Rankenwerk eingefasst. Die Orgel mit bespielbarem Rückpositiv wurde in der Jeveraner Werkstatt von Joachim Kayser 1697 gebaut. Ein Epitaph von Heddo von Waddewarden von 1603 und Grabplatten von 1570 und 1575, auch draußen am Westhang der Warf, sind Zeugen der wechselvollen Geschichte des Ortes.


Sankt Marien zu Oldorf

Die aus dem 13. Jahrhundert stammende evangelisch-lutherische Kirche St. Marien ist ein einschiffiger Backsteinbau mit Granitquadersockel. Die St. Marienkirche liegt auf der neuen Warf und kann über die Neuwarfer Straße erreicht werden. Ein kleiner Parkplatz ermöglicht den Besuchern den Zugang über eine Treppe oder eine Rampe. Besucher betreten das Kircheninnere durch das enge Nordportal und überschreiten dabei eine Schwelle, die von einem alten Granitfindling gebildet wird. Um das Jahr 1500 wurde die Kirche durch einen gleich breiten Chor nach Osten hin verlängert. Die Westwand wurde 1768 erneuert. Der Glockenturm im Südosten wurde 1912 nach dem Vorbild des alten Turmes wieder aufgebaut. Im Turm hängen zwei alte Glocken, eine Glocke von 1450, Ø 0,90 m, gegossen von Ghert Klinghe, und eine Glocke von 1521, Ø 0,70 m, gegossen von Joh. von Cappeln. Der Flügelaltar ist auch über 500 Jahre alt. Er wurde vermutlich um 1500 von einem unbekannten, aber in der Umgebung von Oldorf beheimateten Künstler geschaffen.


St. Severinus und Jacobus Kirche Minsen

Auf hoher Wurt steht die Kirche des Ortes. Das heutige Kirchengebäude stammt, seiner Bauweise nach zu urteilen, aus dem 13. Jahrhundert. Der aus Backsteinen errichtete Glockenturm steht 12 m von der Südseite der Kirche entfernt. Vier starke parallele Mauern tragen in ihren Zwischenräumen drei Glocken, deren älteste die Jahreszahl 1747 trägt. Sehenswert ist der Altar aus dem 17. Jahrhundert. Er schmückt seit Februar 1998 die Kirche und stammt ursprünglich aus Groß-Partwitz, einem Dorf in der Lausitz, das dem Braunkohleabbau weichen musste. Das Deckenfresko in der Apsis stammt aus dem Mittelalter und zeigt Christus als den Weltenrichter mit Schwert und Lilie. Die Orgel aus dem Jahr 1841 wurde von dem oldenburgischen Meister Schmid gebaut.


Sankt Martin in Tettens


Die Kirche zum Heiligen Kreuz in Pakens


Die Kirche zum Heiligen Kreuz im wangerländischen Dorf Pakens ist das Gotteshaus der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Pakens-Hooksiel. Die Kirche, die zu Beginn des Spätmittelalters im romanischen Baustil errichtet wurde, steht auf dem erhöhten Westende eines ehemaligen Seedeiches. Sie ist eine von dreizehn Stationen des Wangerländischen Pilgerweges.

Die Dorfkirche von Wüppels - Eine der ältesten Kirchen Frieslands.


Sankt Jodocus in Sankt Joost - Frieslands kleinste Kirche




Montag, 18. Juli 2016

Pfälzer Jakobswege


Auf zwei Routen führen die Pfälzer Jakobswege von Speyer am Rhein zum Kloster Hornbach in der Südwestpfalz.


Wir präsentieren hier einige ausgewählte Highlights der beiden Strecken.

Ein Highlight auf der Südroute ist gewiß die Christuskirche in Rumbach aus dem 12. Jahrhundert mit ihren wundervollen mittelalterlichen Fresken.


Und noch ein Highlight liegt an der 74 Kilometer langen Verbindungsstrecke, die Wallfahrt Maria Rosenberg bei Waldfischbach-Burgalben, eine der bedeutendsten Marienwallfahrten der Pfalz.


Auf dem Weg zum Etappenziel in Hornbach.


Cabrioausflug Muttertag 10-05-2015 von franz-roth-tv

800 Jahre lang ruhten die Gebeine des Heiligen Pirminius in Hornbach.

Als das Klosters Hornbach im Verlauf der Reformation aufgehoben wurde überführte der letzte Hornbacher Abt, Graf Anton von Salm, St. Pirmins Gebeine 1558 nach Speyer. Von dort verbrachte sie 1575 der ehemalige Präsident des Reichskammergerichtes und Statthalter von Tirol, Graf Schweikhard von Helfenstein, in seine Residenz nach Innsbruck. Hier befinden sie sich heute in einem modernen Schrein der Innsbrucker Jesuitenkirche.

Die Überführung nach Innsbruck hatte ganz handfeste Gründe: Sie diente der Gegenreformation in Tirol. Um die Protestanten von ihrem "Irrglauben" zu befreien kam Pirmin gut zupass. Hatte er doch schon mit der Gründung des Klosters Reichenau die Insel im Bodensee vom "giftigen Gewürm des Teufels" befreit.

Dabei war Pirmin gar kein Missionar mehr gewesen, der Heiden bekehrt hätte, sondern eher eine Art von "Politmissionar", der das politisch zum fränkischen Reich gehörende Allemanien auch kirchlich zu integrieren hatte.

Eine Reliquie des Heiligen finden wir in Hornbach außerhalb des Klosters in der Pirminiuskirche.