Posts mit dem Label Dom werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Dom werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 2. September 2021

Auf Entdeckungstour im Altmühltal und entlang der Sulz


Durch das Tal der Sulz in der Oberpfalz


Abtei Plankstetten, Berching, Erasbach und Sulzbürg

Maria Hilf in Freystadt (Oberpfalz)


Vor den Toren der oberpfälzer Stadt Freystadt (Landkreis Neumarkt) findet sich mit der barocken Wallfahrtskirche Maria Hilf eine besondere Sehenswürdigkeit. Cosmas Damian und Egid Quirin Asam arbeiteten hier unter der Leitung ihres Vaters erstmals als Freskanten. Erbaut wurde Maria Hilf in den Jahren 1700 bis 1710.

Pyrbaum: Mit Napoleon im Feldlager


Reenactors spielen historische Militär-Szenen aus der Napoleonischen Ära

Unterwegs im Altmühltal


Die Pfarrkirche St. Vitus in Kottingwörth (Naturpark Altmühltal, Landkreis Eichstätt) beherbergt in ihrer Taufkapelle im Chorturm eine kulturhistorische Einmaligkeit: mittelalterliche Fresken aus dem Jahr 1310. Entdeckt wurden diese Ende des 19. Jahrhunderts unter dem Wandputz der ansonsten im frühen 18. Jahrhundert im Barock umgestalteten Kirche.


Der Dom zu Eichstätt

Der Dom in Eichstätt im Altmühltal, Grablege des Heiligen Willibald. Hauptkirche des Bistums Eichstätt.


Das Mortuarium des Eichstätter Doms ist das bedeutendste Bauwerk der deutschen Spätgotik. Die zweischiffige Halle diente bis zur Säkularisation als Grablege der Domkapitulare. Dieser halbsakrale Raum, der den westlichen der vier Flügel des Kreuzgangs bildet, wurde 1498 eingeweiht. Der Raum wirkt ausgewogen und feierlich, die Epitaphien an den Wänden erzählen jahrhundertelange Geschichte: Adelsgeschichte, Kirchengeschichte, Glaubensgeschichte. Eine Pfeilerreihe mit Stützenwechsel gliedert den ideal proportionierten Raum. Besonders prächtig gestaltete Stützen markieren Anfang und Ende des Raums und verweisen auf das Thema Leben und Tod.Das kostbarste Kunstwerk des Mortuariums ist das sog. Holbeinfenster, das bunte Glasfenster an der Längsseite des Saals. Sie entstanden um 1500, stilgeschichtlich an der Wende der Spätgotik zur Renaissance, und wurden von dem Augsburger Künstler Hans Holbein d. Ä. geschaffen. Der Titel des Bildes wurde passend zum Thema des Ortes gewählt: "Das jüngste Gericht" In beeindruckenden Farben und dramatischen Szenen wird gezeigt wie sich die Vertreter aller weltlichen und geistlichen Stände trennen und ins Paradies oder den Höllenschlund eintreten. Eine Kreuzigungsgruppe des Eichstätter Künstlers Loy Hering (1521) an der Südwand zählt zu dem wertvollen Bildschmuck des Mortuariums. Der spätgotische Kreuzgang wurde in mehreren Abschnitten von ca. 1410 - 1504 erbaut. Nach Abschluss der Dombauarbeiten erneuerte man den romanischen Vorgängerbau im spätgotischen Stil, was - mit Unterbrechungen - fast 100 Jahre dauerte. Die gut erhaltene Vier-Flügel-Anlage ist fast quadratisch und zweigeschossig. Die Obergeschosse haben sich, was sehr selten der Fall ist, erhalten und beherbergen das Diözesanmuseum. Der schmale Nordflügel ist mit einem seltenen Dreistrahlrippengewölbe versehen. Reiches Fenstermaßwerk schmückt die viergeteilten Fenster. Es herrscht eine wunderschöne Atmosphäre der Stille und Sammlung.

Die Willibaldsburg in Eichstätt


Hexenagger, ein Ortsteil des Marktes Altmannstein im oberbayerischen Landkreis Eichstätt


Schloss Hexenagger ist ein Barockschloss auf einem Bergsporn über dem bayerischen Ort Hexenagger bei Altmannstein im Schambachtal, einem Seitental der Altmühl. In seiner jetzigen Form wurde das Schloss mit seiner Kapelle von 1625 bis 1629 auf Basis der im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Burg wiedererbaut. Schloss Hexenagger, das von einem Mauerring mit vier Türmen umgeben ist, entstand über dem mittelalterlichen Vorgängerbau. Nur der Stumpf des quadratischen Bergfrieds an der Südwestseite der Burganlage mit seinen starken Buckelquadern gehört noch der mittelalterlichen Zeit an. Charakteristisch für das Schloss ist der durch Blendarchitektur gegliederte Kapellenturm, der sich über einem ehemaligen Wehrturm erhebt, und der Wohntrakt, ein Treppengiebelbau des 16. Jahrhunderts. Sehenswert sind auch die beiden Schlosskapellen aus dem 17. Jahrhundert.

Die Herren von Hexenagger, die von 982 bis 1480 nachgewiesen sind, waren Erbauer der Burg Hexenagger. Durch die Heirat der Witwe von Johann von Hexenagger mit Graf Jörg von Helfenstein kam diese Familie in den Besitz von Hexenagger. Diese veräußerte 1528 Hexenagger an Herzog Wilhelm von Bayern, der den Pfleger zu Dietfurt und Altmannstein, Erhardt von Muggenthal belehnte.

Nach der Zerstörung der Burg im Dreißigjährigen Krieg bauten die Muggenthaler 1625/29 Schlosskapelle und Turm wieder auf. Als 1724 die Linie Hexenagger der Muggenthaler ausstarb, verkauften die Erben Hexenagger an den bayerischen Kurfürsten Karl Albrecht, der das Schloss 1731 seiner Geliebten Maria Josepha Gräfin von Morawitzky schenkte. 1738 kam der Besitz an ihren Gemahl Fürt Portia und nach dessen Tod 1754 an Anton von Kayserstein, der einen neuen Schlossflügel anbauen ließ. Von 1830 bis 1951 waren die Edlen von Weidenbach Herren auf Schloss Hexenagger, jetzt gehört das Schloss der Familie Leichtfuß. In Privatbesitz; keine Besichtigung der Innenräume möglich.

Ottersdorf, unweit Berghausen bei Hexenagger, besteht nur aus zwei Gehöften und einer Kapelle. Ein pittoreskes Idyll. Die Kapelle ist ein Barocker Putzbau mit Steildach und Dachreiter, eine Fensterachse, Fassadengliederung, 18. Jahrhundert. Der Bildstock stammt auch aus dem 17. oder 18. Jahrhundert.





Donnerstag, 19. August 2021

Impressionen aus Bayern (VIII)

Die Orgel ist Musikinstrument des Jahres 2021: 2021 ist offizielles "Jahr der Orgel". Seit Ostersonntag erklingt sie wieder, das Kircheninstrument schlechthin. "Königin der Instrumente", so nannte Mozart sie. Und Bayern ist ein echtes Orgelland. Bayern hat eine ganz besondere Beziehung zu dem Instrument. Es gibt viele Kirchen mit berühmten Orgeln im Freistaat und eine lange Orgelbautradition. Auch die größte Domorgel der Welt steht in Bayern, in Passau.


Der Dom in Passau, der Passauer Dom beherbergt die größte Orgel Europas (und zugleich die größte Kirchenorgel der Welt), sie hat 215 Register und 16.000 Pfeifen. Der Passauer Dom ist eine Schwesterkirche des Wiener Stephansdomes.


Die größte Dom-Orgel der Welt in Passau wird für 6,5 Millionen Euro generalsaniert: Sie ist die größte Dom-Orgel der Welt: Die Orgel im Passauer Stephansdom. Jetzt wird sie fünf Jahre lang nur eingeschränkt zu sehen und zu hören sein, denn sie muss komplett überholt werden.

Mit fast 18.000 Pfeifen und mehr als 200 Registern ist die Dom-Orgel in Passau die größte der Welt. Das Instrument leidet allerdings unter Staub, Schimmelbefall und Materialermüdung, wie das "Passauer Bistumsblatt" berichtet. Deshalb muss es jetzt fünf Jahre lang generalsaniert werden. Die letzte große Instandsetzung liegt fast 40 Jahre zurück.

Bei ihrer Erbauung 1928 war die Passauer Orgel die größte Orgel der Welt. Heute beschränkt sich der Superlativ auf Dom-Orgel. In den USA gibt es inzwischen Konzerthallen mit fast doppelt so großen Instrumenten.

Die Orgel im Passauer St. Stephan Dom besteht aus insgesamt fünf Orgeln. Die Hauptorgel ist in der mittleren Westempore untergebracht, flankiert wird sie von vier, stilistisch unterschiedlichen Orgeln in den Seitenschiffen, im Dachstuhl und im Chorraum.

In der Klosterschenke des Klosters Asbach; das war 1995, da durfte man in bayerischen Wirtshäusern noch rauchen; good old times.

Das Kloster Asbach ist eine ehemalige Benediktinerabtei in Asbach, einem Ortsteil des Marktes Rotthalmünster im Landkreis Passau. Asbach liegt mitten im Bäderdreieck, dem Klosterwinkel und liegt am Pilgerweg Via Nova. Das St. Matthäus geweihte Kloster wurde vor 1091 durch Christina, die Witwe des Grafen Gerold von Frauenstein und Ering gegründet. Ihre Stiftung fiel 1127 Bischof Otto von Bamberg zu, der das Kloster einweihte. Erster Abt war Friedrich von Sigenheim. Das Kloster wurde 1803 im Zuge der Säkularisierung aufgelöst. Die Kirche machte man zur Pfarrkirche der 1806 errichteten Pfarrei Asbach, in der Prälatur wurde eine Schule untergebracht, die übrigen Gebäude gingen in Privatbesitz über. Seit 1976 ließ der Kulturkreis Kloster Asbach die Klostergebäude restaurieren. Heute befindet sich in ihnen ein Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums, der Landkreis Passau betreibt das Museum.

Kloster Niederaltaich an der Donau, Niederbayern

Die Abtei Niederaltaich (bis zum 12. Jh.: Altach; lat. Abbatia Altahae inferiori oder Aldaechium) ist ein Benediktinerkloster in der Gemeinde Niederalteich an der Donau in Niederbayern, Bistum Passau. Der Überlieferung nach wurde das dem Heiligen Mauritius und seinen Gefährten geweihte Kloster im Jahr 741 von Herzog Odilo von Bayern gegründet. Die Abtei gehört der Bayerischen Benediktinerkongregation an.


Seit seiner Gründung 741 (nach barocker Tradition 731) wird das Donaukloster Altach (was gern als "Altwasser" gedeutet und später zu Niederaltaich wird) als monasterium sancti Mauritii, Kloster des heiligen Mauritius bezeichnet. Nach der Gründung 741 erfolgte die Besiedelung des Klosters durch den Heiligen Pirmin mit Mönchen aus der Abtei Reichenau (Bodensee).


In Niederaltaich leben Mönche im römischen und Mönche im byzantischen Ritus zusammen in einem Kloster. Niederalteich ist das einzige Kloster dieser Art in Deutschland. Patron der 1986 geweihten byzantinischen Abteikirche und zweiter Patron der Abtei ist der heilige Bischof Nikolaus von Myra.

Der heilige Bischof Nikolaus von Myra wurde „der Heilige der ungeteilten Christenheit“ (Lothar Heiser) genannt. Er lebte im letzten Viertel des 3. Jh. und in der ersten Hälfte des 4. Jh. in Myra in Lykien (dem heutigen Demre im Südwesten der Türkei). In der Ostkirche wird er als Wundertäter und Helfer in allen Nöten geradezu überschwänglich verehrt. Auch im Westen galt er jahrhundertelang als der Größte unter den Nothelfern. Seine Bedeutung überragt die Trennung zwischen Ost- und Westkirche.

Sonntag, 28. Juli 2019

Im Altmühltal um Eichstätt


Auf der Willibaldsburg in Eichstätt - Besonders sehenswert ist der Bastionsgarten - Der Hortus Eystettensis ("Eichstätter Garten") war ein Botanischer Garten, der in der Zeit der Renaissance unter Fürstbischof Johann Konrad von Gemmingen auf den Bastionen der Willibaldsburg in Eichstätt angelegt wurde. Die Pflanzen des Gartens wurden beschrieben im botanischen Prachtwerk Hortus Eystettensis, das im Auftrag des Fürstbischofs 1613 erstmals erschien. Der 1998 auf der Willibaldsburg wieder angelegten „Eichstätter Bastionsgarten“ wird mitunter als Hortus Eystettensis bezeichnet wird, doch zeigt er lediglich die Pflanzen, die im Werk beschrieben wurden.


Dom zu Eichstätt

Das Mortuarium zählt zu den schönsten und stimmungsvollsten Raumschöpfungen der spätgotischen Architektur Südbayerns. Die zweischiffige Halle diente bis zur Säkularisation als Grablege der Domkapitulare. Dieser halbsakrale Raum, der den westlichen der vier Flügel des Kreuzgangs bildet, wurde 1498 eingeweiht. Der Raum wirkt ausgewogen und feierlich, die Epitaphien an den Wänden erzählen jahrhundertelange Geschichte: Adelsgeschichte, Kirchengeschichte, Glaubensgeschichte. Eine Pfeilerreihe mit Stützenwechsel gliedert den ideal proportionierten Raum. Besonders prächtig gestaltete Stützen markieren Anfang und Ende des Raums und verweisen auf das Thema Leben und Tod.Das kostbarste Kunstwerk des Mortuariums ist das sog. Holbeinfenster, das bunte Glasfenster an der Längsseite des Saals. Sie entstanden um 1500, stilgeschichtlich an der Wende der Spätgotik zur Renaissance, und wurden von dem Augsburger Künstler Hans Holbein d. Ä. geschaffen. Der Titel des Bildes wurde passend zum Thema des Ortes gewählt: "Das jüngste Gericht" In beeindruckenden Farben und dramatischen Szenen wird gezeigt wie sich die Vertreter aller weltlichen und geistlichen Stände trennen und ins Paradies oder den Höllenschlund eintreten. Eine Kreuzigungsgruppe des Eichstätter Künstlers Loy Hering (1521) an der Südwand zählt zu dem wertvollen Bildschmuck des Mortuariums.


Der Eichstätter Dom ist die Grablege des Heiligen Willibald und das Mortuarium ist der bedeutendste Raum der deutschen Spätgotik.

Figurenfeld im Hessental bei Eichstätt

In einer sanften Mulde auf den Hängen zwischen Eichstätt und Landershofen liegt das Hessental: Hier hat Alois Wünsche-Mitterecker, ein Eichstätter Bildhauer, ein fesselndes Mahnmal gegen Krieg und Gewalt geschaffen.


78 überlebensgroße Plastiken kauern, bäumen sich auf und kriechen auf dem Figurenfeld des Künstlers - ein eigentümlicher Gegensatz zu der kargen Juralandschaft des Hessentals. Einzelne Figuren weisen zunächst den Weg in die Mulde, wo sich die Figuren zu einem bizarr erstarrten Schlachtfeld zusammenfügen. Sie symbolisieren die Sinnlosigkeit von Krieg und Gewalt. Über 20 Jahre hat Alois Wünsche-Mitterecker an diesen Figuren aus Portlandzement, Granit- und Basaltkörnern gearbeitet. Die Vollendung des Werkes hat er selbst nicht mehr erlebt; ein Teil der Figuren wurde erst nach seinem Tode (Dezember 1975) in den Jahren 1976 - 1979 nach seinen Plänen aufgestellt.

Sonntag, 28. Januar 2018

Speyer und Worms, zwei der drei SchUM-Städte am Rhein


Als SchUM (auch: SCHUM (hebräisch שו״מ)) wird ein Verbund der drei im Mittelalter europaweit bedeutenden, miteinander kooperierenden jüdischen Gemeinden (Kehillot) in den drei Rheinstädten Speyer, Worms und Mainz bezeichnet.


Das Wort SchUM ist ein Akronym aus den hebräischen Anfangsbuchstaben der mittelalterlichen, auf die lateinische Sprache zurückgehenden Namen der drei Städte: Schin (Sch ש) für Schpira (Speyer), Waw (U ו) für Warmaisa (Worms) und Mem (M מ) für Magenza (Mainz).


Die jüdischen Gemeinden der Städte bildeten ein gemeinsames Gremium (Wa’ad SchUM), das Beschlüsse fasste, die für die jüdische Gemeinschaft bindend waren, und es gegenüber der Herrschaft vertrat.


1146 hat eine Versammlung in Troyes den Rabbinaten der SchUM-Städte die höchste Autorität in religiös-kultischen und rechtlichen Fragen zugesprochen. Die hier erarbeiteten Vorschriften galten als verbindlich und wurden 1220 auf einer Versammlung in Mainz im Takkanot Schum (תקנות שו״ם) schriftlich zusammengefasst. Aufgrund ihrer zentralen Bedeutung für die jüdischen Gemeinden in Zentraleuropa gelten sie als Geburtsstätte der aschkenasischen religiösen Kultur. Zu den herausragenden Gelehrtenpersönlichkeiten gehören etwa Gerschom ben Jehuda oder Raschi.

Nach der Blütezeit gemeinsamer Kultur im Hochmittelalter endete die große Zeit der jüdischen Gemeinden in den SchUM-Städten um 1350, als sie infolge der Großen Pest und den damit verbundenen Pestpogromen ausgelöscht wurden.

Siehe auch: Jüdische Spuren in der Südwestpfalz

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Willibald, Wunibald und Walburga - Missionare Frankens


Kloster Heidenheim war Keimzelle der Christianisierung in Franken. Als spirituelles Zentrum, Wissensraum und Stätte kultureller Innovation spielte es über Jahrhunderte eine Schlüsselrolle bei der zivilisatorischen Entwicklung der Region.


Die Gründung des Klosters Heidenheim geht auf eine kraftvolle Welle des Aufbruchs im angelsächsischen Mönchtum zurück. Peregrinatio pro Christo – Wanderschaft um Christi Willen hieß das Motto, mit dem ganze Gruppen von Mönchen, aber auch Nonnen, im späten 7. und 8. Jahrhundert den sicheren Hafen ihrer heimischen Konvente verließen. Was zunächst als freiwillige Bußübung gedacht war, mündete schließlich in großangelegter Missionstätigkeit im damals noch überwiegend heidnischen Germanien. Unter der Regie des auch politisch geschickten Bonifatius, dem sog. "Apostel der Deutschen", wurden schließlich auch in Franken und Bayern Kirchenstrukturen nach römischem Vorbild eingepflanzt und Bistümer aufgebaut, 741/742 unter anderem in Eichstätt. Ein Netz neubegründeter Klöster sollte die Mission auf lokaler Ebene absichern.

 


Kloster Heidenheim war eines dieser fränkischen Urklöster. Die Anfänge des Hauses gehen auf den englischen Prediger, Mönch und Kirchenverwalter Wunibald zurück, der das Kloster im Jahre 752 mit Hilfe seines älteren Bruders Willibald, dem ersten Bischof von Eichstätt, als Missionszentrum gründete. Über sein Wirken als erster Abt ist wenig bekannt. Überliefert ist, dass er sich nicht nur mit den damals noch überwiegend heidnischen Bewohnern des Hahnenkamms herumgeschlagen hat, sondern offenbar auch heftig am Rheuma litt, weshalb er seinen Lebensabend am liebsten im italienischen Kloster Montecassino verbracht hätte. Er starb jedoch 761 in Heidenheim und wurde in der Klosterkirche begraben.

   

Damit kam seine Schwester Walburga zum Zuge, die aus dem südenglischen Kloster Wimborne stammte. Sie übernahm nicht nur die Leitung des Klosters Heidenheim, sondern wandelte es in ein Doppelhaus um. Diese in England populäre Klosterstruktur stellte auf dem Kontinent eine sensationelle, ja unerhörte Neuerung dar: Mönche und Nonnen lebten gemeinsam unter einem Dach – wenngleich auch räumlich fein säuberlich voneinander getrennt –, und zwar unter dem Kommando einer Frau! Als Vorsteherin dieses bedeutenden Doppelklosters, welches im übrigen das erste und für lange Zeit überhaupt einzige Doppelkloster auf dem Kontinent gewesen ist, hat sich Walburga einen hervorragenden Namen erworben. Fast 30 Jahre lang organisierte sie den Klosterbetrieb und behauptete sich dabei auch gegen Machtansprüche der männlichen Klosterfraktion. Sie kümmerte sich nicht nur um die spirituellen und ganz irdischen Bedürfnisse ihrer gemischten Gemeinschaft, wie Seelsorge, Bildung, Behausung, Kleidung, täglich Brot und Krankenpflege, sondern organisierte darüber hinaus auch den Missionsbetrieb und das religiöse Leben in der Region. Wie ihre "Kolleginnen" in den frühen Doppelklöstern Englands, dürfte auch Walburga aktiv in der Außenwelt ihres Klosters zugange gewesen sein und umfassende Kontakte zu kirchlichen und weltlichen Machtinstanzen unterhalten haben. Diese Möglichkeiten wurden jedoch im Zuge der karolingischen Reform grundlegend beschnitten, als den Nonnen ein hinfort viel strengeres und hinter Klostermauern abgeschirmtes Leben verordnet wurde.

(Quelle: http://www.kloster-heidenheim.eu/)

Eichstätt

Der Eichstätter Dom ist die Grablege des Heiligen Willibald und das Mortuarium ist der bedeutendste Raum der deutschen Spätgotik.


Der Eichstätter Dom ist der "Große Dom" im Altmühltal. Als "Kleiner Dom" wird oft Sankt Vitus in Kottingwörth bezeichnet.

Die Pfarrkirche St. Vitus in Kottingwörth (Naturpark Altmühltal, Landkreis Eichstätt) beherbergt in ihrer Taufkapelle im Chorturm eine kulturhistorische Einmaligkeit: mittelalterliche Fresken aus dem Jahr 1310. Entdeckt wurden diese Ende des 19. Jahrhunderts unter dem Wandputz der ansonsten im frühen 18. Jahrhundert im Barock umgestalteten Kirche.



Ähnliche Artikel:



Montag, 18. Juli 2016

Pfälzer Jakobswege


Auf zwei Routen führen die Pfälzer Jakobswege von Speyer am Rhein zum Kloster Hornbach in der Südwestpfalz.


Wir präsentieren hier einige ausgewählte Highlights der beiden Strecken.

Ein Highlight auf der Südroute ist gewiß die Christuskirche in Rumbach aus dem 12. Jahrhundert mit ihren wundervollen mittelalterlichen Fresken.


Und noch ein Highlight liegt an der 74 Kilometer langen Verbindungsstrecke, die Wallfahrt Maria Rosenberg bei Waldfischbach-Burgalben, eine der bedeutendsten Marienwallfahrten der Pfalz.


Auf dem Weg zum Etappenziel in Hornbach.


Cabrioausflug Muttertag 10-05-2015 von franz-roth-tv

800 Jahre lang ruhten die Gebeine des Heiligen Pirminius in Hornbach.

Als das Klosters Hornbach im Verlauf der Reformation aufgehoben wurde überführte der letzte Hornbacher Abt, Graf Anton von Salm, St. Pirmins Gebeine 1558 nach Speyer. Von dort verbrachte sie 1575 der ehemalige Präsident des Reichskammergerichtes und Statthalter von Tirol, Graf Schweikhard von Helfenstein, in seine Residenz nach Innsbruck. Hier befinden sie sich heute in einem modernen Schrein der Innsbrucker Jesuitenkirche.

Die Überführung nach Innsbruck hatte ganz handfeste Gründe: Sie diente der Gegenreformation in Tirol. Um die Protestanten von ihrem "Irrglauben" zu befreien kam Pirmin gut zupass. Hatte er doch schon mit der Gründung des Klosters Reichenau die Insel im Bodensee vom "giftigen Gewürm des Teufels" befreit.

Dabei war Pirmin gar kein Missionar mehr gewesen, der Heiden bekehrt hätte, sondern eher eine Art von "Politmissionar", der das politisch zum fränkischen Reich gehörende Allemanien auch kirchlich zu integrieren hatte.

Eine Reliquie des Heiligen finden wir in Hornbach außerhalb des Klosters in der Pirminiuskirche.


Sonntag, 29. März 2015

Kultur, Natur und Geschichte im Altmühltal


Auf den Spuren von Römern und Kelten im Naturpark Altmühltal. Wir besuchen den Römerturm bei Erkertshofen (Markt Thalmässing, Mittelfranken, Landkreis Roth), eine Rekonstruktion eines Wachturms des rätischen Limes. Bei Landersdorf ist die Nachbildung eines Keltendorfes zu finden sowie Grabhügel aus der Hallstattzeit. Dann besuchen wir Pfünz mit seiner alten Brücke und die Rekonstruktion des dortigen römischen Kastells. Mauerreste und Wallanlagen sind zum Teil noch original. Die Brücke von Pfünz wird oft Römerbrücke genannt, sie stammt aber aus dem Mittelalter und gehört zu den ältesten Steinbrücken Bayerns. Da sich der Name Pfünz aber vom lateinischen Pons (die Brücke) ableitet ist davon auszugehen, dass sich hier schon in der Römerzeit eine Brücke über die Altmühl befunden hat.


Auf den Spuren der Geschichte im Naturpark Altmühltal by Franz Roth




Der Dom zu Eichstätt

Der Dom zu Eichstätt, Grablege des Heiligen Willibald, eines anglo-irischen Missionars des frühen Mittelalters. Das Mortuarium des Doms gilt als der bedeutendste Bau der deutschen Spätgotik.


Der Dom in Eichstätt - Altmühltal by Franz Roth


Fresken aus dem Jahr 1310

Fresken aus dem Jahr 1310 in der Pfarrkirche St. Vitus in Kottingwörth im Altmühltal.


Fresken aus dem Jahr 1310 in Sankt Vitus in Kottingwörth im Altmühltal by Franz Roth


Der Karlsgraben bei Treuchtlingen


Dieser Brunnen beim Treuchtlinger Ortsteil Graben steht an der südlichsten Stelle der europäischen Hauptwasserscheide. Der linke Ausfluß ergießt sich in den Karlsgraben, den ersten Versuch Karls des Großen vor über tausend Jahren, Rhein und Donau zu verbinden, und somit ins Schwarze Meer. Der rechte, nördliche, Ausfluß leitet sein Wasser in die Rezat und über Rednitz, Regnitz, Main und Rhein nach rund 1000 Kilometern in die Nordsee.

Der Karlsgraben beim Treuchtlinger Ortsteil Graben ist der erste Vorläufer des Rhein-Main-Donau-Kanals. Hier versuchte bereits Karl der Große Altmühl und Rednitz, und damit Rhein und Donau, zu verbinden. Das ambitionierte Projekt des frühen Mittelalters scheiterte an den damaligen Witterungsverhältnissen, denn dauernde schwere Regenfälle verschütteten immer wieder den ausgehobenen Kanal. Beim Karlsgraben ist auch die Europäische Talwasserscheide.

--- Dieses Video beinhaltet 3 verschieden bearbeitete Versionen ---


Der Karlsgraben bei Treuchtlingen (3 Versionen) by Franz Roth

Donnerstag, 14. August 2014

Das Heilsbronner Münster und der Eichstätter Dom


Der Dom in Eichstätt - Altmühltal by Franz Roth

Der Dom zu Eichstätt, Grablege des Heiligen Willibald, eines anglo-irischen Missionars des frühen Mittelalters. Das Mortuarium des Doms gilt als der bedeutendste Bau der deutschen Spätgotik.


Das Münster in Heilsbronn - Mittelfranken by Franz Roth

Das Münster im mittelfränkischen Heilsbronn (Landkreis Ansbach) ist eine Grablege der fränkischen Hohenzollern.

Montag, 21. Juli 2014

Eichstätt im Altmühltal


Eichstätt im Altmühltal ist jüngst zur lebenswertesten Stadt in Deutschland gekürt worden. Grund genug, ihr ein paar Zeilen und Bilder zu widmen.

Der Willibaldsdom


Der Dom (Willibaldsdom) zu Eichstätt ist die Hauptkirche des Bistums Eichstätt und die Grablege des Heiligen Willibald, eines anglo-irischen Missionars. Das Mortuarium (die Grablege der Bischöfe) gilt als bedeutendster Raum der deutschen Spätgotik.


Der Willibaldsdom in Eichstätt im Altmühltal by Franz Roth


Die Willibaldsburg

  


Sehenswert ist auf der Willibaldsburg der Klostergarten (Hortus Eichstaettensis). Und auch der Biergarten lohnt sommers den Besuch.

Das Figurenfels im Hessental - Mahnmale für den Frieden