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Dienstag, 21. Januar 2020

Im Tal des Hornbachs diesseits und jenseits der Grenze


Der Hornbach (fr: La Horn) ist ein Zufluss des Schwarzbachs. Der Hornbach entspringt in Frankreich, in der Nähe der Stadt Bitche und fließt nach Rheinland-Pfalz (Deutschland). Der Hornbach entspringt auf einer Höhe von 315 m etwa 400 m südlich des Entenbaechel Teichs und südlich von Bitche. Er durchfließt zunächst den Étang d’Hasselfurth (deutsch Hasselfurther Weiher) und fließt nach Norden über Hanviller und Bousseviller nach Waldhouse. Hier mündet die fast gleich starke Trualbe von rechts ein. Auf den nächsten etwa 12 km führt das Gewässer nun beide Namen nebeneinander. Zwischen dem lothringischen Rolbing und dem pfälzischen Riedelberg bildet der Hornbach die Staatsgrenze.

Danach tritt er in den Landkreis Südwestpfalz ein und wendet sich bei der Kirschbacher Mühle, wo die Felsalb von rechts einmündet, nach Westen. Auf der weiteren Strecke über Dietrichingen und Mauschbach zur Stadt Hornbach tritt das Gewässer im Frühjahr oft weitflächig über die Ufer.


Tipp: Frische Eier, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, möglich macht das der "Regiomat" beim Bauern Fess in Althornbach in der Südwestpfalz.

Acht Wasserbüffel - sechs Kühe und zwei Bullen - waren es 2010 gewesen beim offiziellen Startschuss der Beweidung der Talaue zwischen Hornbach und Mauschbach. Mittlerweile sind es einige mehr. Der Landkreis Südwestpfalz hatte das mit 96.000 Euro vom Land geförderte Projekt gestartet, um drei Ziele zu erreichen. Zum einen als Biotopschutz, zum zweiten, um eine Verbuschung der Kulturlandschaft zu verhindern und zu erhalten. Und zum Dritten hat das Projekt auch einen touristischen Aspekt. Den jetzt elf Tieren stehen rund 17 Hektar zwischen der Landstraße 478 und dem St. Johanner Weg auf beiden Seiten der Trualb (die mündet zwar bei Waldhouse von rechts in den Hornbach, der Hornbach führt aber bis zu der gleichnamigen Stadt den Namen „Trualbe“ als Zweitname nebenher) zur Verfügung. Sie sind eine Attraktion im Hornbachtal.

Kloster Hornbach

Kloster Hornbach in der Südwestpfalz, eine Gründung des Heiligen Pirminius, Namensgeber der nahen Stadt Pirmasens.


Bitche - Bitsch


Impressionen der Stadt in Lothringen (Bitscherland), Département Moselle (57). Die Kleinstadt und Garnisonsstadt im Grenzland zur Südwestpfalz ist unser erklärter Lieblingsort in Frankreich und das hat seine Gründe: Keine Banlieue, keine "Zone sensible", kein "Quartier chaud". Man kann sein Auto parken, ohne befürchten zu müssen, es abgefackelt zu bekommen. Die Klientel, die das macht, gibt es in Bitsch nicht. Ob die Militärpräsenz mit dafür sorgt, dass Bitche eine so friedliche Stadt ist? Mag sein.

Apropos Militär: Im Ersten Weltkrieg absolvierte mein Großvater mütterlicherseits aus dem Hunsrück in Bitsch (damals Reichslande Elsaß-Lothringen) seine Ausbildung zum Unteroffizier. Er hat auch im hohen Alter Bitsch immer wieder besucht.

La Moulin d'Eschviller

Die Mühle von Eschweiler ist eine noch voll funktionsfähige Wassermühle im Tal der Schwalb, eines Nebenflusses des Hornbachs. Sie beherbergt neben einem Museum eine ausgezeichnete Gastronomie.


Der Bach ohne Grenzen zwischen Eppenbrunn und Walschbronn, ein weiterer Zufluß des Hornbachs


Am Stüdenbachweiher beginnt der "Bach ohne Grenzen". Entlang des Eppenbrunner Bachs und der Trualb geht es 12 Kilometer von Eppenbrunn über die Grenze nach Walschbronn ins Nachbarland Frankreich. Natur erleb- und begreifbar zu machen, ermöglichen 35 Einzelstationen des Gewässerlehrpfads. Lehrtafeln oder Aktionen zum Mitmachen vermitteln Wissenswertes über vorhandene Biotope, eine Fischtreppe oder die verschiedenen Lebewesen in Weiher, Bach und Tümpel. Damit sensibilisiert der "Bach ohne Grenzen" nicht nur für die Belange von Natur- und Umweltschutz, sondern wirbt mit seiner Zweisprachigkeit auch für Völkerverständigung und gemeinsames Lernen. Die Informationstafeln sind sowohl in deutscher als auch französischer Sprache. Der Einstieg ist im Freizeitpark Eppenbrunn oder am Parkplatz Spießweiher, an der L478, möglich.

Walschbronn ist eine französische Gemeinde mit 498 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Moselle in der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Sarreguemines und zum Kanton Bitche und ist Teil des grenzübergreifenden Biosphärenreservates Pfälzerwald-Nordvogesen. Sie war im Mittelalter ein bedeutender Badeort. Die Einwohner nennen sich Walschbronnois. Das Dorf liegt in den Nordvogesen als Grenzort zur Pfalz an der Trualbe, die auf diesem Abschnitt auch "Schwartzbach" genannt wird, einem Nebengewässer des Hornbachs, und an der Straße D 962 von Volmunster nach Pirmasens.

Gallo-römische Funde sind ab dem 2. Jahrhundert vorhanden. So ist eine Römerstraße nachgewiesen. Als Stanislaus I. Leszczyński 1755 die Instandsetzung der schadhaften Badeanlagen veranlasste, kamen ein römischer Votivstein und viele Münzen zum Vorschein. Es wird angenommen, dass die Heilquellen von Walschbronn den Römern bereits bekannt waren.

Eine erste konkrete Erwähnung des Dorfes erfolgte im Jahr 1080 noch unter dem Namen Galesburas (Gales = Gallert, Buras = "Brunnen"), was als Hinweis auf die petroleumhaltigen Quellen gilt. Bereits 1170 wurde allerdings schon Walsburn geschrieben. Es soll dies Waldbrunnen heißen, nach anderer Ansicht ist es vom germanischen Vornamen Walo abzuleiten. Wie der ganze heutige Kanton Volmunster gehörte Walschbronn im Mittelalter zu Zweibrücken-Bitsch. Graf Friedrich vermachte den Grundbesitz und die Kirchenrechte jedoch im Jahr 1196 an die neugegründete Abtei Sturzelbronn.

Um 1490 errichtete Graf Simon IV. Wecker von Zweibrücken-Bitsch in Walschbronn ein Jagdschloss, heute "Weckerburg" genannt. Die Burg war später in Besitz von Georg von Zweibrücken-Bitsch und Ochsenstein († 1559) sowie Jakob von Zweibrücken-Bitsch. Nach dessen Tod im Jahre 1570 wurde das Gebäude aufgegeben und verfiel zur Ruine.

Im 15. und 16. Jahrhundert muss die Heilquelle bereits einen weiten Ruf genossen haben, denn die deutschen Kaiser Friedrich III. und Karl V. waren Förderer des Bades. Der Badebetrieb war eine bedeutende Einnahmequelle für das Haus Zweibrücken-Bitsch, bevor die Quelle in den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges versiegte. Im Dorf Walschbronn, für das drei Jahrzehnte zuvor ein Chronist noch die stattliche Zahl von 400 Häusern genannt hatte, lebten 1648 gerade noch elf Einwohner.

Mit der Grenzlage, in die Walschbronn im 18. Jahrhundert zunehmend geriet, verlor der einst ansehnliche Ort mehr und mehr an Bedeutung. Von fast 1.000 Einwohnern an der Wende zum 19. Jahrhundert ist die Bevölkerungszahl bis heute auf noch gut die Hälfte zurückgegangen. Durch einen steigenden Anteil Deutscher, die wegen der niedrigeren Immobilienpreise ihren Wohnsitz hierher verlegt haben, ist in den letzten Jahren der Abwärtstrend aber gestoppt worden.



Sonntag, 25. August 2019

Im Pirminiusland

Kloster Hornbach heute

Wer das Pirminiusland kennen lernen möchte, muss sich natürlich das Kloster Hornbach anschauen. Von unserem Pfälzer Domizil aus ist das eine gute halbe Stunde Fahrtzeit.


Kloster Hornbach ist über 1250 Jahre alt. Nach vielen Jahren des Verfalls wurde es in den Neunziger Jahren grundlegend renoviert und beherbergt heute ein Hotel. Hornbach in der Südwestpfalz war die letzte Gründung des Heiligen Pirminius. Als er im Jahr 742 das Kloster gründete war Pirminius bereits ein Greis. Graf Werner aus dem Geschlecht der Widonen, den späteren Herzögen von Lothringen, hatte ihn in die Westpfalz berufen und ihm eine Waldmark zur Klostergründung geschenkt. Pirmin ist in Hornbach am 3. November 753 gestorben und war hier auch bis 1558 auch beigesetzt, doch die Gebeine befinden sich heute nicht mehr in der dortigen Grabkapelle, sondern sind in Innsbruck beigesetzt.

800 Jahre lang ruhten die Gebeine des Heiligen in Hornbach. Als das Klosters Hornbach im Verlauf der Reformation aufgehoben wurde überführte der letzte Hornbacher Abt, Graf Anton von Salm, St. Pirmins Gebeine 1558 nach Speyer. Von dort verbrachte sie 1575 der ehemalige Präsident des Reichskammergerichtes und Statthalter von Tirol, Graf Schweikhard von Helfenstein, in seine Residenz nach Innsbruck. Hier befinden sie sich heute in einem modernen Schrein der Innsbrucker Jesuitenkirche. Die Überführung nach Innsbruck hatte ganz handfeste Gründe: Sie diente der Gegenreformation in Tirol. Um die Protestanten von ihrem "Irrglauben" zu befreien kam Pirmin gut zupass. Hatte er doch schon mit der Gründung des Klosters Reichenau die Insel im Bodensee vom "giftigen Gewürm des Teufels" befreit. Dabei war Pirmin gar kein Missionar mehr gewesen, der Heiden bekehrt hätte, sondern eher eine Art von "Politmissionar", der das politisch zum fränkischen Reich gehörende Allemanien auch kirchlich zu integrieren hatte.

Nach der Wiederentdeckung des Hornbacher Grabes (folgendes Bild, Pfeil) im Jahr 1953 wurde ein Teil der Reliquien zurückgegeben. Sie werden heute in Hornbach, Speyer und Pirmasens (in der Pirminiuskirche) aufbewahrt.



Auch wenn das Pirminiusgrab heute leer ist, so finden wir in Hornbach gleichwohl eine Schädelreliquie des Heiligen: In der katholischen Pfarrkirche Sankt Pirminius.


Bei unserem Ausflug in den Bliesgau haben wir in Brenschelbach einen sog. "Hornbacher Turm" gesehen und auch Medelsheim besucht. In der dortigen Kirche Sankt Martin befindet sich gleichfalls eine Reliquie des Heiligen.


Mittwoch, 3. April 2019

Der Westrich


Der (historisch auch das) Westrich ist eine geographische Region in Südwestdeutschland und im nordöstlichen Frankreich. Der heutige Westrich besitzt keine fest definierten Grenzen. Grob umfasst er die westliche Pfalz, das östliche und südliche Saarland, das östliche Lothringen und das sogenannte „Krumme Elsass“, nämlich denjenigen Teil des Unterelsass, der westlich der Vogesen liegt. In seinem deutschen Teil liegen zumindest teilweise die rheinland-pfälzischen Landkreise Südwestpfalz, Kaiserslautern und Kusel sowie der saarländische Saarpfalz-Kreis. Auf französischer Seite gehören zum Westrich die östlichen Teile des Départements Moselle und das Gebiet im Nordwesten der Vogesen (Arrondissements Saargemünd, Saarburg und Zabern).

Storch bei Bottenbach

Der Storch ist zurück auf dem Westrich - Die Störche vom Kirschbacherhof


Eine ganze Population hat sich hier eingenistet. Mindestens fünf Nester finden sich dort.


Der Westrich - Eine Kulturlandschaft

Die bedeutendste historische Sehenswürdigkeit ist zweifelsohne das Kloster Hornbach, eine Gründung des Heiligen Pirminius, dem auch die Stadt Pirmasens ihren Namen verdankt.


Der Westrich ist von der Landwirtschaft geprägt. Und in Althornbach gibt es eine interessante Besonderheit:

Seit gut fünf Jahren bedienen sich deutsche und auch französische Eierkäufer auf der Hofstelle von Ilse und Jürgen Fess sowie Tochter Tanja Schröder in der Hauptstraße in Althornbach an einem Automaten. "Regiomat" nennt sich die Verkaufsstelle im 24-Stunden-Betrieb, an der auch frische Eiernudeln, hausgemachte Wurst oder weißer Rapshonig von regionalen Imkern zu haben sind.

   

Montag, 11. Dezember 2017

Der Heilige Pirminius und sein Wirken - Auch heute aktuell


Baustelle Christentum (Symbolbild)
Kloster Hornbach während der Renovierung im Jahr 1991

Die geistige Situation der Christen im 21. Jahrhundert weist verblüffende Ähnlichkeiten mit der zur Zeit Pirmins auf. "Deutschland ist Missionsland geworden", hieß es 1948 auf dem Katholikentag in Mainz. Damals war der Bezug die barbarische und unchristliche Zeit des Dritten Reiches gewesen. Polens neuer Ministerpräsident Mateusz Morawiecki beklagt heute eine zu geringe Rolle des christlichen Glaubens in Europa. "Wir wollen Europa umwandeln, mein Traum ist es, es wieder zu rechristianisieren", sagte er in einem Interview mit dem katholischen TV-Sender Trwam. Vielerorts würden Kirchen nur noch als Museen genutzt. "Das ist sehr traurig", fügte der nationalkonservative Politiker hinzu.

Wir erinnern uns: Pirminius war ein Flüchtling und seine Flucht steht auch stellvertretend für die bewaffneten Konflikte von Christentum und Islam im 8. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Pirminius kam den Überlieferungen zufolge aus dem Westgotenreich, aus Spanien oder aus Aquitanien. Genau: Aus dem ehemaligen Westgotenreich. Im Jahr 711 stand es in Flammen: Araber hatten sich von Nordafrika zum Sturm auf die Pyrenäenhalbinsel aufgemacht und bei Xeres de la Frontera die Westgoten in sechstägiger Schlacht besiegt. Bis zur Reconquista sollte die spanisch-portugiesische Halbinsel für die nächsten 800 Jahre fest in maurischer Hand sein. Und es war keine friedliche Herrschaft. Klöster wurden zerstört und Mönche ermordet. So flohen viele, darunter auch Pirmin. Und die Araber marschierten weiter vor: Für Jahrzehnte war auch der Süden Frankreichs in ihren Händen. Erst Karl Martell stoppte diesen Vormarsch in der acht Tage wütenden Schlacht bei Tours und Poitiers im Herbst 732 und warf die Araber auf die Pyrenäenhalbinsel zurück. Vor diesem Hintergrund ist auch Leben und Wirken des Heiligen Pirminius zu sehen.

Und heute? Am Wochenende des 9. und 10. Dezember 2017 eskalieren in Berlin gleich mehrere Demonstrationen gegen Israel, es kommt zu antisemitischen Ausfällen. Am Sonntagabend wurde bei einer propalästinensischen Demonstration eine israelische Fahne angezündet. Der Streit um Jerusalem bringt erneut die islamische Gewalt in unser Land. Und nach Europa. Auch nach Frankreich, wo diese Gewalt auch längst zum Alltag gehört. Wo zum Beispiel in der Normandie ein Priester in seiner Kirche grausam ermordet wurde. Im Juli vergangenen Jahres. Man sollte es nicht zu schnell abhaken und zur Tagesordnung übergehen.

Wir finden die Märtyrer für den christlichen Glauben in den alten katholischen Kirchen allenthalben in den Reliquienschreinen. Und zu den Märtyrern zählt zweifelsohne auch der in Saint-Étienne-du-Rouvray ermordete 86-jährige Priester Jacques Hamel. "Die intensiven Gefühle nach dieser schändlichen Tat werden nicht versiegen, weder hier noch anderswo", sagte der Bürgermeister von Saint-Étienne-du-Rouvray, Hubert Wulfranc, bei einer Gedenkfeier für den Ermordeten. Hamel wurde ermordet weil er Christ war. Er wurde ermordet weil er Priester war. Er wurde ermordet weil er in den Augen seiner Mörder ein "Ungläubiger" war. Welch ein Hohn!

Und da sind wir schon wieder zurück bei Pirminius. Er war ja weniger Missionar denn Organisator zum Aufbau und zur Stärkung des Christentums im Reich der Merowinger, der Vorgänger der karolingischen Franken.

"Wir wollen Europa umwandeln, mein Traum ist es, es wieder zu rechristianisieren." Der polnische Ministerpräsident nennt mit dem Wort "Rechristianisierung" das gleiche Ziel, das Pirminius zu seiner Zeit in der Form der Christianisierung zeit seines langen Lebens verfolgt hatte.




Freitag, 8. Dezember 2017

Der Heilige Pirminius


Er ist der Namensgeber der Stadt Pirmasens in der Südwestpfalz.
Und deswegen finden wir auch sein Standbild vor der nach ihm benannten katholischen Kirche.


Pirminius war ein Flüchtling und seine Flucht steht auch stellvertretend für die bewaffneten Konflikte von Christentum und Islam im 8. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Pirminius kam den Überlieferungen zufolge aus dem Westgotenreich, aus Spanien oder aus Aquitanien. Genau: Aus dem ehemaligen Westgotenreich. Im Jahr 711 stand es in Flammen: Araber hatten sich von Nordafrika zum Sturm auf die Pyrenäenhalbinsel aufgemacht und bei Xeres de la Frontera die Westgoten in sechstägiger Schlacht besiegt. Bis zur Reconquista sollte die spanisch-portugiesische Halbinsel für die nächsten 800 Jahre fest in maurischer Hand sein. Und es war keine friedliche Herrschaft. Klöster wurden zerstört und Mönche ermordet. So flohen viele, darunter auch Pirmin. Und die Araber marschierten weiter vor: Für Jahrzehnte war auch der Süden Frankreichs in ihren Händen. Erst Karl Martell stoppte diesen Vormarsch in der acht Tage wütenden Schlacht bei Tours und Poitiers im Herbst 732 und warf die Araber auf die Pyrenäenhalbinsel zurück. Vor diesem Hintergrund ist auch Leben und Wirken des Heiligen Pirminius zu sehen.

Kloster Hornbach

Seine bekannteste Gründung in der Südwestpfalz ist das Kloster Hornbach, wo der Heilige auch am 3. November 753 verstarb und bis 1558 auch beigesetzt war. Als man das Kloster Hornbach im Verlauf der Reformation aufhob rettete der letzte Hornbacher Abt, Graf Anton von Salm, St. Pirmins Gebeine 1558 nach Speyer. Von dort verbrachte sie 1575 der ehemalige Präsident des Reichskammergerichtes und Statthalter von Tirol, Graf Schweikhard von Helfenstein, in seine Residenz nach Innsbruck. Hier befinden sie sich heute in einem modernen Schrein der Innsbrucker Jesuitenkirche.

Kloster Hornbach und die Kirche Sankt Pirminius - 2016-10-08 from Franz Roth on Vimeo.

Nach der Wiederentdeckung des Hornbacher Grabes (folgendes Bild) im Jahr 1953 wurde ein Teil der Reliquien zurückgegeben. Sie werden heute in Hornbach, Speyer und Pirmasens aufbewahrt.


Auch im nahen Medelsheim wird eine Reliquie von Pirminius aufbewahrt.


Byzanz in Niederbayern: Das Kloster Niederaltaich


Auch Niederaltaich ist eine Gründung von Pirminius.

In Niederaltaich leben Mönche im römischen und Mönche im byzantischen Ritus zusammen in einem Kloster. Niederalteich ist das einzige Kloster dieser Art in Deutschland. Kloster Niederaltaich ist ein der Überlieferung nach im Jahr 741 von Herzog Odilo von Bayern gegründetes, in der Gemeinde Niederalteich an der Donau liegendes Benediktinerkloster, das dem Heiligen St. Mauritius geweiht ist. Die Abtei gehört der Bayerischen Benediktinerkongregation an. Niederaltaich ist aus der ökumenischen Zielsetzung des Klosters heraus ein Kloster mit zwei kirchlichen Traditionen („Riten“). Ein Teil der Mönche betet und lebt nach dem römischen, ein Teil nach dem byzantinischen Ritus. Durch Papst Pius XI. wurde den Benediktinern 1924 die Aufgabe gestellt, Theologie und Frömmigkeit des christlichen Ostens im Abendland bekannt zu machen. Die „Göttliche Liturgie“ (Eucharistie) und das Stundengebet werden von den Mönchen in deutscher Sprache gefeiert. Dazu wurden die liturgischen Texte aus dem Kirchenslawischen bzw. dem Griechischen übersetzt. 1986 wurde für die Feier des byzantinischen Ritus im Trakt der ehemaligen Klosterbrauerei eine Kirche und eine Kapelle eingerichtet, die beide dem heiligen Bischof Nikolaus von Myra geweiht sind. Der Altarraum ist vom Kirchenschiff jeweils durch einen Ikonostase getrennt. Auch die weitere Ausgestaltung der Kirche und der Kapelle mit Ikonen erinnert an die Kirchen Russlands und Griechenlands.


Reliquie, Klosterkirche Niederalteich, Niederbayern, Landkreis Deggendorf, Heilige Jungfrau Julia, Julia von Karthago, Julia von Korsika, Märtyrerin

Der Hl. Pirmin, der 12 Mönche von der Inselabtei Reichenau zur Besiedelung des neu gegründeten Altaich aussandte, verstand die Klöster als herausragende Orte irdischer Pilgerschaft, als gesellschaftliche und kirchliche Freiräume. Sie sollen es ermöglichen, gemäß der Mönchsregel des hl. Benedikt, Gott zu suchen und Kirche als einen Ort zu erfahren, der von einer „Weite des Herzens“ und gegenseitiger Ehrfurcht um Christi willen geprägt ist. Das Tagungshaus St. Pirmin trägt diesem Anliegen des großen Missionars Rechnung.

Donnerstag, 4. Mai 2017

Auf dem Westrich und im Bitscherland


Kloster Hornbach

Muttertag steht ja bald wieder vor der Tür. Hier unser Ausflugstipp für die Südwestpfalz und das angrenzende Bitscherland.


Cabrioausflug Muttertag 10-05-2015 von franz-roth-tv

Unser erstes Ziel ist Hornbach, dessen Kloster eine Gründung des Heiligen Pirminius ist.

Auch in Hornbach sollte man die Kirche Sankt Pirminius besuchen.


Wir passieren die französische Grenze und machen einen Abstecher zur Mühle von Eschviller.


La Moulin d'Eschviller - Pays de Bitche... von franz-roth-tv

In Bitche besuchen wir die von Vauban erbaute Zitadelle.


Die Gegend um Goetzenbruck und Meisenthal ist seit altersher ein Zentrum der Glasbläserei in Lothringen. In Meisenthal befindet sich deshalb ein Internationales Zentrum für Glaskunst. Ein lohnendes Ziel im Bitscherland.


Meisenthal - Internationales Glaskunstzentrum... von franz-roth-tv

Der Zwölfapostelstein bei Goetzenbruck , ein christianisierter Menhir, markiert seit altersher die Grenze zwischen dem Elsaß und Lothringen. Viele Sagen und Legenden ranken sich um die alte Grenzmarke.


Dienstag, 18. Oktober 2016

Sakrale Kostbarkeiten in Medelsheim im Saar-Pfalz-Kreis


Medelsheim ist ein kleiner Ort im Saar-Pfalz-Kreis, mit seiner Pfarrkirche Sankt Martin und der Kreuzkapelle auf dem Husarenberg verfügt er gleichwohl über bedeutende sakrale Kostbarkeiten.


Sakrale Kostbarkeiten in Medelsheim im Saar... von franz-roth-tv




Montag, 18. Juli 2016

Pfälzer Jakobswege


Auf zwei Routen führen die Pfälzer Jakobswege von Speyer am Rhein zum Kloster Hornbach in der Südwestpfalz.


Wir präsentieren hier einige ausgewählte Highlights der beiden Strecken.

Ein Highlight auf der Südroute ist gewiß die Christuskirche in Rumbach aus dem 12. Jahrhundert mit ihren wundervollen mittelalterlichen Fresken.


Und noch ein Highlight liegt an der 74 Kilometer langen Verbindungsstrecke, die Wallfahrt Maria Rosenberg bei Waldfischbach-Burgalben, eine der bedeutendsten Marienwallfahrten der Pfalz.


Auf dem Weg zum Etappenziel in Hornbach.


Cabrioausflug Muttertag 10-05-2015 von franz-roth-tv

800 Jahre lang ruhten die Gebeine des Heiligen Pirminius in Hornbach.

Als das Klosters Hornbach im Verlauf der Reformation aufgehoben wurde überführte der letzte Hornbacher Abt, Graf Anton von Salm, St. Pirmins Gebeine 1558 nach Speyer. Von dort verbrachte sie 1575 der ehemalige Präsident des Reichskammergerichtes und Statthalter von Tirol, Graf Schweikhard von Helfenstein, in seine Residenz nach Innsbruck. Hier befinden sie sich heute in einem modernen Schrein der Innsbrucker Jesuitenkirche.

Die Überführung nach Innsbruck hatte ganz handfeste Gründe: Sie diente der Gegenreformation in Tirol. Um die Protestanten von ihrem "Irrglauben" zu befreien kam Pirmin gut zupass. Hatte er doch schon mit der Gründung des Klosters Reichenau die Insel im Bodensee vom "giftigen Gewürm des Teufels" befreit.

Dabei war Pirmin gar kein Missionar mehr gewesen, der Heiden bekehrt hätte, sondern eher eine Art von "Politmissionar", der das politisch zum fränkischen Reich gehörende Allemanien auch kirchlich zu integrieren hatte.

Eine Reliquie des Heiligen finden wir in Hornbach außerhalb des Klosters in der Pirminiuskirche.


Mittwoch, 20. April 2016

Der Heilige Pirminius - Spuren im Südwesten


Kloster Hornbach im Landkreis Südwestpfalz ist eine Gründung des Heiligen Pirminius (Namensgeber der Stadt Pirmasens), eines Missionars, der hier im 9. Jahrhundert wirkte. Pirmin ist in Hornbach gestorben, doch die Gebeine befinden sich heute nicht mehr in der dortigen Grabkapelle, sondern sind in Innsbruck beigesetzt.


Kloster Hornbach ist über 1250 Jahre alt. Nach vielen Jahren des Verrfalls wurde es in den Neunziger Jahren grundlegend renoviert und beherbergt heute ein Hotel.

Im folgenden Clip ein Ausflug nach Hornbach über den Westrich.


Cabrioausflug Muttertag 10-05-2015 von franz-roth-tv

800 Jahre lang ruhten die Gebeine des Heiligen in Hornbach.

Als das Klosters Hornbach im Verlauf der Reformation aufgehoben wurde überführte der letzte Hornbacher Abt, Graf Anton von Salm, St. Pirmins Gebeine 1558 nach Speyer. Von dort verbrachte sie 1575 der ehemalige Präsident des Reichskammergerichtes und Statthalter von Tirol, Graf Schweikhard von Helfenstein, in seine Residenz nach Innsbruck. Hier befinden sie sich heute in einem modernen Schrein der Innsbrucker Jesuitenkirche.

Die Überführung nach Innsbruck hatte ganz handfeste Gründe: Sie diente der Gegenreformation in Tirol. Um die Protestanten von ihrem "Irrglauben" zu befreien kam Pirmin gut zupass. Hatte er doch schon mit der Gründung des Klosters Reichenau die Insel im Bodensee vom "giftigen Gewürm des Teufels" befreit.

Dabei war Pirmin gar kein Missionar mehr gewesen, der Heiden bekehrt hätte, sondern eher eine Art von "Politmissionar", der das politisch zum fränkischen Reich gehörende Allemanien auch kirchlich zu integrieren hatte.

Auch wenn das Pirminiusgrab heute leer ist, so finden wir in Hornbach gleichwohl eine Schädelreliquie des Heiligen: In der katholischen Pfarrkirche Sankt Pirminius.


Und eine weitere Reliquie beherbergt im nahen Medelsheim im Saar-Pfalz-Kreis die Kirche Sankt Martin.


Mittelalterliche Fresken aus dem 14. Jahrhundert, ein steinerner bemalter Altartabernakel von 1436 und eine Reliquie des Heiligen Pirminius, all das findet sich in dieser Kirche am Jakobsweg.


Sakrale Kostbarkeiten in Medelsheim im Saar... von franz-roth-tv

Samstag, 16. April 2016

Kloster Hornbach

Kloster Hornbach (Landkreis Zweibrücken), 1956/57 Erbauung der Gedächtnisstätte über dem Grab Pirmins / 1992 Beginn der Restaurierung des nördlichen Kreuzganges und der Fabianskirche / 1992 1250-Jahr-Feier Kloster Hornbach / Hornbach ist eine Kleinstadt im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz im Landkreis Südwestpfalz, die zur Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land gehört. Hornbach liegt nur etwas nördlich der deutsch-französischen Grenze bzw. östlich der Grenze zum Saarland im äußersten Südwesten des Südteils von Rheinland-Pfalz. Dort befindet sich die Stadt im Westrich am Südwestrand des Pfälzerwaldes südlich von Zweibrücken. Sie wird vom Hornbach durchflossen, der in Frankreich entspringt und nach Zweibrücken fließt. Hornbach wurde um 740 vom 753 hier gestorbenen heiligen Pirminius unter dem Namen Gamundias (= Zusammenfluss) als Benediktinerkloster St. Petrus im damaligen Bliesgau (Bistum Metz) gegründet. Pirmin war ursprünglich auch hier begraben, sein Leichnam wurde aber im 16. Jahrhundert nach Innsbruck transferiert. Sichtbar ist heute aber die Grabkapelle des Heiligen. Das Benediktinerkloster existiert in Resten baulich noch heute und wurde in den letzten Jahren aufwändig restauriert. Zum "Hotel Kloster Hornbach" umgebaut mit Historama (Museum mit multimedialer Führung).




Cabrioausflug Muttertag 10-05-2015 von franz-roth-tv

Dienstag, 3. November 2015

Kloster Hornbach und der Heilige Pirminius


Kloster Hornbach im Landkreis Südwestpfalz ist eine Gründung des Heiligen Pirminius (Namensgeber der Stadt Pirmasens), eines Missionars, der hier im 9. Jahrhundert wirkte. Pirmin ist in Hornbach gestorben, doch die Gebeine befinden sich heute nicht mehr in der dortigen Grabkapelle, sondern sind in Innsbruck beigesetzt.


Eine Reliquie des Heiligen Pirmin finden wir übrigens auch in der Pfarrkirche Sankt Martin im nahen Medelsheim im Saar-Pfalz-Kreis.


Montag, 11. Mai 2015

Über den Westrich zum Kloster Hornbach


Der erste Teil des Videos ist ein Roadmovie. Es geht mit dem Cabrio über den Westrich nach Hornbach zum ehemaligen Benediktinerkloster, einer Gründung des Heiligen Pirminius, Namensgeber der nahen Stadt Pirmasens.


Cabrioausflug Muttertag 10-05-2015 von franz-roth-tv


Kloster Hornbach ist über 1250 Jahre alt. Nach vielen Jahren des Verrfalls wurde es in den Neunziger Jahren grundlegend renoviert und beherbergt heute ein Hotel.


Kloster Hornbach in der Südwestpfalz von franz-roth-tv

Und hier die Langfassung des vorstehenden Films:



Der folgende Clip zeigt Kloster Hornbach im Zustand vor der Restaurierung im Jahr 1991.


Dienstag, 7. April 2015

Sankt Martin in Medelsheim (Saar-Pfalz-Kreis)


Im Bild oben sieht man das Equipment, das ich vorzugsweise für meine Reise-Videos nutze. Links im Bild die Nikon D3200 und rechts die Canon XM1. Mit beiden Geräten habe ich bei verschiedenen Besuchen in Sankt Martin in Medelsheim gefilmt.

Bei unserem letztenn Besuch am Ostersonntag 2015 hatte ich die Nikon D-SLR dabei, bestückt mit einem Nikkor 18-55 mm. Und gefilmt habe ich ausschließlich in der Weitwinkelstellung des Objektivs.



Mittelalterliche Fresken aus dem 14. Jahrhundert, ein steinerner bemalter Altartabernakel von 1436 und eine Reliquie des Heiligen Pirminius, all das findet sich in dieser Kirche am Jakobsweg.

Bei einem früheren Besuch hatte ich die Videokamera von Canon im Einsatz:


Sakrale Kostbarkeiten in Medelsheim im Saar... von franz-roth-tv

Montag, 1. Dezember 2014

Kloster Hornbach in der Südwestpfalz

Kloster Hornbach im Jahr 1990

Über 1250 Jahre alt ist Kloster Hornbach im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Es ist eine Gründung des Heiligen Pirminius, Namenspatron der nahen Stadt Pirmasens, der Deutschen Schuhmetropole. Heute beherbergt die Klosteranlage ein Hotel.


Kloster Hornbach in der Südwestpfalz by Franz Roth


Hornbach im Jahr 1990 - der Pfeil zeigt die Grabkapelle des Heiligen Pirminius


Eine Reliquie des Heiligen Pirminius befindet sich in der unweit Hornbach gelegenen Pfarrkirche von Medelsheim im Saar-Pfalz-Kreis.


Sakrale Kostbarkeiten in Medelsheim im Saar-Pfalz-Kreis by Franz Roth