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Samstag, 17. Februar 2024

Urlaubstagebuch Nordsee, Schortens, Wangerland, Wilhelmshaven und Friesland

Urlaubstagebuch Sillenstede - Unsere Anreise, die Ferienwohnung und unser morgendliches "Frühstücksritual" -

800 Kilometer quer durch Deutschland von Pirmasens nach Schortens, immer rd. 8 Stunden Fahrt. Wir fahren immer am Sonntag, da dann auf den Autobahnen wenig LKW-Verkehr ist. Nach der Ankunft gibt es erstmal zur Entspannung einen Kaffee auf dem Balkon unserer Ferienwohnung.

Vorstellung unserer Ferienwohnung, optimal geeignet für zwei Personen. Von 2017 bis 2020 hatten wir uns dort einquartiert. Dass wir unser Urlaubsdomizil nicht in einem der Orte direkt an der Küste suchen hat zum einen preisliche Gründe, zum andern den Grund, dass Verwandte in Schortens wohnen.

Morgens geht es immer nach Schortens zu Fisch & Feinkost Flebbe in der Menkestraße. Zwei Matjesbrötchen sind unser Frühstück. Und hier kaufen wir auch oft fürs Abendessen ein. Fangfrische Ware von bester Qualität.


Sillenstede - Frieslands schönstes Dorf

Am östlichen Rand des Geestkernes der ostfriesischen Halbinsel, liegt der Ort Sillenstede auf einem Geestausläufer zwischen Jever und Wilhelmshaven. Südlich des Geestausläufers befinden sich die Marschbucht und anmoorige Niederungen mit der Maade und nördlich befindet sich die bis nach Jever reichende verlandete Meeresbucht mit ihren Prielsystemen. Der Ort, an den die alten Priele heranführten, hatte nicht zuletzt durch diese Meeresanbindung im Mittelalter für das Wirtschafts- und Handelsgeschehen der Region eine wichtige Bedeutung. Das zeigt sich noch heute an der monumentalen romanischen Granitquaderkirche, die mit ihren großen Ausmaßen weithin das Siedlungsbild bestimmt.

Mit Sankt Florian in Sillenstede verfügt Schortens über die größte Granitquaderkirche Frieslands.

St.-Florian ist die größte und zugleich besterhaltene friesische Granitquaderkirche aus romanischer Zeit. Das Granitquaderwerk ist auf beiden Langseiten und der Apsis vollkommen erhalten. Hoch auf einer Warf stehend, ist sie Zufluchtsort bei Sturmfluten gewesen, daher der Namensheilige St. Florian - ein Märtyrer um 300 n. Chr. aus Oberösterreich, Schutzheiliger in Feuers- und Wassernot.

Die heutige evangelisch-lutherische St.-Florian-Kirche wurde im Jahre 1233 fertiggestellt. Sie ist mit 48 m Länge die größte und bedeutendste Granitquaderkirche Frieslands. Die Kirche wurde St. Florian, dem Schutzpatron in Feuers- und Wassernot, geweiht. Wie in zahlreichen lutherischen Gemeinden Nordwestdeutschlands findet sich auf dem Kirchendach anstelle eines Wetterhahnes ein Schwan, der im christlichen Kontext als Symbol für den Reformator Martin Luther gedeutet wird. In der seit der Reformation protestantischen Kirche befindet sich ein Taufstein aus dem Jahre 1250, einer der ältesten und wertvollsten Taufsteine im Oldenburger Land. Der Passionsaltar von 1515/1520 ist aus Eichenholz geschnitzt und zeigt die Leidensgeschichte Jesu Christi in 13 Bildern. Ein weiteres Prunkstück ist die Johann-Adam-Berner-Orgel aus dem Jahre 1757.


Zum Kirchspiel Sillenstede gehörten im 12. Jahrhundert etwa 50 Bauernhöfe. Diese Familien haben durch eine beispielhafte Opferbereitschaft diese Kirche bauen lassen, um einen Raum zu haben in dem sie zusammenkommen konnten, um ihren christlichen Glauben und die Gemeinschaft stärken zu lassen. Dem Kirchspiel gaben sie damit einen Mittelpunkt, zu dem sie fliehen konnten bei Überschwemmungen und Sturmfluten; es war der Ort, an dem sie sicher waren.

Die Windmühle von Sillenstede (Schortens) - Die in Privatbesitz (bewohnt) befindliche Mühle liegt an der Niedersächsischen Mühlenstraße.


Sie ist gleichwohl im Ort nur schwer zu finden, denn sie liegt versteckt (von außerhalb des Dorfes sieht man sie gut) und ist nicht ausgeschildert.

Die Mühle wurde gründlich renoviert, Mühlenkopf und Windrose erneuert, Segelgatterflügel montiert und das Objekt zu Wohnzwecken umgebaut, ohne dass die äußere Gestaltung beeinträchtigt wurde. Die Arbeiten waren 1999 beendet. So ist die Sillensteder Windmühle als imposantes Bauwerk bis heute erhalten. Ringsherum sind im Lauf der Jahre viele Wohnhäuser entstanden.

Im Wangerland


St. Sixtus und Sinicius // Hohenkirchen // Wangerland - Im Jahr 1694 baute Joachim Kayser aus Jever eine Orgel, die zunächst nur ein Manual mit zehn Registern und ein angehängtes Pedal umfasste. Kayser ergänzte zu einem nicht bekannten Zeitpunkt ein Brustwerk mit fünf und 1699 ein selbstständiges Pedalwerk mit sechs Registern. Johann Martin Schmid baute 1884 die Orgel eingreifend um und ersetzte das Brustwerk durch ein Schwellwerk mit romantischen Klangfarben. Im Jahr 1974 stellte die Firma Alfred Führer aus Wilhelmshaven den Zustand von 1699 wieder her. Das Gehäuse, Hauptwerks- und Pedallade, neun Register und große Teile der Traktur sind von Kayser original erhalten.

Der Taufstein von 1260 ist der älteste Gegenstand in der Kirche. Das Kunstwerk besteht aus Sandstein und steht auf Löwenfüßen. Die Wandungen des Taufbeckens sind mit Reliefdarstellungen der Verkündigung, der Anbetung der drei Könige, der Taufe Christi und der beiden Kirchenpatrone Sixtus und Sinicius verziert. Am oberen Rand befindet sich ein Fries aus Rankengewinden. Der Holzdeckel des Taufsteins entstand vermutlich im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts durch den Holzschneidemeister Hinrich Cröpelin aus Esens. Das Becken ruht auf drei Löwen, von denen einer einen Menschen im Maul hat.

Der Altar der Kirche St. Sixtus und Sinicius gilt als einer der schönsten Schnitzaltäre des Hamburger Bildhauers Ludwig Münstermann und ist das bedeutendste Kunstwerk der Kirche. Er stammt aus dem Jahr 1620. Der Altarsockel zeigt eine als Flachrelief gestaltete Weihnachtsgeschichte. Darüber befindet sich ein vertieftes Mittelteil, das einen Moment aus dem letzten Abendmahl zeigt, als Jesus seinen zwölf Jüngern voraussagt, dass ihn einer von ihnen verraten wird. Münstermann stellt das Entsetzen und die Verzweiflung der Figuren ausdrucksvoll dar. Seitlich neben dem Mittelteil befinden sich Bilder der vier Evangelisten und außen links und rechts sind die Bilder Martin Luthers und Philipp Melanchthons als Seitenflügel angebracht. Bekrönt wird der Altar durch eine Kreuzigungsgruppe.

Das Wangermeer ist ein rund 100 Hektar großer künstlich angelegter Freizeitsee am nördlichen Ortsrand von Hohenkirchen im Wangerland. Das Wangermeer entstand durch Kleiabbau im Zuge von Deicherhöhungsmaßnahmen im Elisabethgroden. Der Elisabethaußengroden ist eine im Vordeichbereich an der wangerländischen Küste liegende Salzwiesenlandschaft. Er liegt in Niedersachsen im Landkreis Friesland zwischen Harlesiel im Westen und Schillighafen im Osten.

Hooksiel - Sightseeing und Gastronomie - ein Bummel durch den Altort und Verköstigung mit Räucherfisch im Restaurant "Brücke" am Außenhafen. - DER Gastrotipp in der Region. Mit Verköstigung an den sog. Räucherabenden und kompetenter Erklärung, was man da gerade verspeist, wo die Fische herkommen und wie sie verarbeitet werden.

Der Ortskern von Hooksiel weist zahlreiche historische Gebäude auf, von denen das auffälligste das ehemalige Rathaus und heutige Muschelmuseum ist. Auf dem Dach befindet sich ein jahrhundertealter Zwiebelturm, der eine vergoldete Wetterfahne mit einem Luther-Schwan aus dem Jahre 1760 trägt. Der Turm ist ein Geschenk eines britischen Kapitäns, der sich auf diese Weise für die Reparatur seines Schiffes in einer Hooksieler Werft bedankte. Im Jahr 2008 wurde der alte Zwiebelturm für 49.000 Euro durch einen originalgetreuen Nachbau ersetzt. Das Geld wurde durch private Spenden aufgebracht.

Mitten im historischen Ortskern des kleinen Hafenortes liegt das Künstlerhaus Hooksiel. Seit 1986 spielt es eine wichtige Rolle im Bereich der Kunst- und Kulturvermittlung: Ausstellungen zeitgenössischer Künstler, mehrmonatige Stipendien mit Wohnung und Werkstatt, Kulturangebote für Kinder und Erwachsene sowie Kulturfahrten. Der besondere Reiz dieser Einrichtung der Gemeinde Wangerland ergibt sich einerseits durch das „Fern-ab-sein“ von Metropolen, andererseits durch die Präsentation von Kunst auf hohem Niveau im ländlichen Bereich. Seit Mai 2016 steht direkt vor dem Künstlerhaus die von Norbert Marten geschaffene Bronzeskulptur "Fischers Sohn will Meer". Die Skulptur zeigt einen großen Fisch, der von einem Menschen mit Tauchermaske, Schwimmflossen und Schwimmring verfolgt wird. Das Paar wurde vom Förderverein Kunst- und Erlebnispfad Hooksiel e.V. initiiert und durch Sponsoren gefördert.

Im Jahr 1849 unternahmen dänische Kriegsschiffe kleinere Raubzüge zur Nordseeküste. Daraufhin wurde die jeverländische Küste alarmiert. Ein größeres Truppenaufgebot wurde mit zwei Geschützen in Hooksiel stationiert (die Kanone in der Viethstraße stammt aus dieser Zeit). Die Kanone wurde im Jahr 2017 durch den damals 83-Jährigen Helmut Janßen restauriert. Die Räder der historischen Kanone, die beim alten Hooksieler Hafen auf dem Deich steht und für Urlauber ein beliebtes Foto-Motiv ist, begannen zu faulen.

Wilhelmshaven, das ist "unsere" Stadt

Wer ein Küstenziel mit einem reichen maritimen Erbe sucht, für den ist Wilhelmshaven die perfekte Wahl. Hafen-Feeling pur, City-Life und maritime Attraktionen – in Wilhelmshaven, der Marinestadt am Jadebusen, verschmelzen Strandurlaub an der Nordsee und das Leben in einer aufstrebenden Hafenstadt zu einem besonderen Urlaubserlebnis.


Lokalpatrioten nennen Wilhelmshaven schon mal "das Acapulco des Nordens". Und immerhin hat die Stadt den einzigen Südstrand an der gesamten deutschen Nordseeküste. Der Südstrand mit südländisch anmutender Promenade hat ein ganz besonderes Flair. Mit seinen gemütlichen Hotels und Restaurants, Attraktionen und Aktionen ist er beliebtes Ausflugsziel zu allen Jahreszeiten. In der Badesaison von Mai bis September prägen bunte Strandkörbe das Bild des Südstrandes mit dem vorgelagerten Badestrand. Der Südstrand ist einzigartig an der deutschen Nordseeküste. Seit 1929 ist er einer der Anziehungspunkte Wilhelmshavens.

Im Großen Hafen sind moderne und sehr hochwertig ausgestattete Wohngebäude entlang der Wasserlinie entstanden, sowohl am Bontekai als auch am Fliegerdeich. Die Wohnungen sind besonders als hochwertiger Alters-Ruhesitz beliebt, so liegt der Anteil der Haushalte mit Kindern auch unter dem städtischen Durchschnitt. Am Fliegerdeich vis-à-vis gibt es schöne moderne Ferienwohnungen bereits ab 65 €. Barrierefrei mit Lift.

Den Südstrand und den Bontekai verbindet die 1907 erbaute und in den Jahren 2011/2012 grundsanierte Kaiser-Wilhelm-Brücke - das Wahrzeichen der Stadt Wilhelmshaven.

Wenn man vom Südstrand Richtung Westen am Deich entlang schlendert, kann man bei klarem Wetter schon von weitem ein paar nah am Wasser aufgereihte Hütten entdecken. Das Banter Fischerdorf ist eine Ansammlung von mobilen Fischerhütten am Banter Seedeich in Wilhelmshaven. Das Fischerdorf entstand 1908 nach dem Bau des neuen Banter Seedeiches zur Süderweiterung des Kriegshafens. Einfache Großfamilien aus der Banter Arbeitersiedlung betrieben hier die Fischerei größtenteils als Hobby, um sich ein Zubrot zu verdienen oder um den Nahrungsbedarf der oft großen Familien (5−10 Kinder) zu decken. Die am Anfang einfachen Holzhütten mit Kohleöfen dienten als Ausgangspunkt für den Fischfang mit kleinen Ruderbooten auf dem Jadebusen. Nun gibt es seit der Deicherhöhung im Jahr 1982 eine gepflasterte Fläche direkt am unteren Weg, auf der von April bis Oktober Freizeitfischer in ihren mit Holz verkleideten, mobilen Hütten das Leben am Wasser genießen. Von November bis März sind die Hütten im Winterlager. Alle Hütten sind in privatem Besitz und können nicht besichtigt werden.

Die Stadt Wilhelmshaven präsentiert mit der Erinnerungsstätte "Seefrieden" einen Ort, Seebestatteten zu gedenken. Diese an der Nordsee einmalige Anlage mit Blick auf das Meer ist eine Stelle der Ruhe, der Begegnung und Erinnerung. In die Namensschilder aus Edelstahl sind der Name des Bestatteten mit den Geburts- und Sterbedaten sowie die Koordinaten der Seebestattung eingraviert. Vor Ort ist eine Seekarte zur Bestimmung der Beisetzungsstätte vorhanden.

Der Ölhafen in Wilhelmshaven

Seit den 1950-er Jahren hat sich die Stadt zum größten Ölhafen der Republik entwickelt. Rund 20 Prozent aller Importe werden hier gelöscht und in Pipelines zu den Raffinerien an den Rhein, nach Hamburg und ins Emsland transportiert. Schon seit 1958 wird das nach Deutschland gelieferte Erdöl vor allem in Wilhelmshaven angelandet.


Tanker mit einer Tragfähigkeit bis 250.000 Tonnen können an einem der drei Löschköpfe der 1.200 Meter langen Brücke anlegen. An Land steht ein Zwischenlager mit 35 Tanks, von denen die neun größten jeweils 100.000 Kubikmeter fassen. In unterirdischen künstlich ausgespülten Kavernen wird zudem ein Großteil der deutschen Erdölvorräte für Krisenzeiten gehortet.

Mittwoch, 29. September 2021

Im Wangerland

Wurtendorf Ziallerns im Wangerland

Das kleine Dorf gilt als eine der am besten erhaltenen Wurtensiedlungen im norddeutschen Küstenbereich.


Eine Wurt ist ein künstlich aufgeschichteter Wohnhügel in der Marsch. Wurtendörfer sind in Friesland deshalb zum Schutz vor Hochwasser und Sturmfluten auf solchen künstlich von Menschenhand aufgeschütteten Erdhügeln errichtete Dörfer.

Verwaltungssitz der Gemeinde Wangerland ist Hohenkirchen.
Hohenkirchen: Wegweiser am Wangermeer

Im Jahr 1694 baute Joachim Kayser aus Jever für Sankt Sixtus und Sinicius eine Orgel, die zunächst nur ein Manual mit zehn Registern und ein angehängtes Pedal umfasste. Kayser ergänzte zu einem nicht bekannten Zeitpunkt ein Brustwerk mit fünf und 1699 ein selbstständiges Pedalwerk mit sechs Registern. Johann Martin Schmid baute 1884 die Orgel eingreifend um und ersetzte das Brustwerk durch ein Schwellwerk mit romantischen Klangfarben. Im Jahr 1974 stellte die Firma Alfred Führer aus Wilhelmshaven den Zustand von 1699 wieder her. Das Gehäuse, Hauptwerks- und Pedallade, neun Register und große Teile der Traktur sind von Kayser original erhalten.
Der Taufstein von 1260 ist der älteste Gegenstand in der Kirche. Das Kunstwerk besteht aus Sandstein und steht auf Löwenfüßen. Die Wandungen des Taufbeckens sind mit Reliefdarstellungen der Verkündigung, der Anbetung der drei Könige, der Taufe Christi und der beiden Kirchenpatrone Sixtus und Sinicius verziert. Am oberen Rand befindet sich ein Fries aus Rankengewinden. Das Becken ruht auf drei Löwen, von denen einer einen Menschen im Maul hat.


Die Alte Pastorei - Hier wurde am 22. September 1948 das ostpreußische Flüchtlingskind Irmgard Lipinski geboren.
Zu Hohenkirchen gehört der Ortsteil Tettens und der hat auch mit einer sehenswerten Kirche aufzuwarten.

Die St. Martins Kirche in Tettens würde im frühen 13. Jahrhundert inmitten einer Siedlung auf einer hohen Warf erbaut. Ein aus Backstein gefertigter Glockenturm mit einem Korbbogenportal stammt aus der Zeit um 1500 und weist einen eindrucksvollen acht-eckigen Turmhelm aus Schiefer (1881) vor. Um den Ostteil der Kirche vor dem Einsturz zu schützen, wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewaltige Stützpfeiler an der Apsis angebracht. Besonders sehenswert ist die Bemalung der Balkendecke im inneren der Kirche. Der langgestreckte Kirchenraum endet in einer eingezogenen Apsis. Der Flügelaltar von 1520 zeigt die Kreuzigung Christi.


In der Nähe des Altars befindet sich das Sakramentshaus, das in vorreformatorischen Zeiten zur Aufbewahrung des Leibes Christi diente. Es ist aus Baumberger Sandstein gemeißelt und wurden in den Jahren 1523 bis 1525 geschaffen. Der Künstler ist unbekannt, jedoch hat das Werk Ähnlichkeit mit Werken des Bildhauermeisters Berndt Bunekemann aus Münster.

Das spätgotische Sakramentshaus ist acht Meter hoch und steht auf einem kreuzförmigen Sockel, der mit drei Löwen und einem Hund verziert ist. Der Schrein hat an zwei Seiten eine Gittertür und an den anderen beiden Seiten eine Steinplatte. Der viergeschossige obere Turmaufbau ist reich mit zierlichem Maßwerk, Fialen und Krabben gestaltet und wird von einer Kreuzblume bekrönt. Die Schreinplatte an der Nordseite trägt folgende lateinische Inschrift:

„Anno Domini MCCCCCXXIII obiit venerabilis dominus alvericus pastor huius ecclesie in pio leto Crispini et Crispiniani cuius anima requiescat in pace. Amen.“ Zu deutsch: „Im Jahre des Herrn 1523 verschied Ehrwürden Herr Alverich, Hirte dieser Gemeinde, am Gedenktag von Chrispin und Chrispian. Seine Seele ruhe in Frieden.“

Eine weitere Inschrift an der Südseite des Schreins trägt den Namen des Stifters mit seinem Wappen (Doppelkopfadler) und nennt die Jahreszahl: „Ome Hoeflinck to Mitdoch MCCCCCXXV“ (1525).

Der Legende nach wurde das Sakramentshaus vom Junker Ome von Mitdoch zur Sühne gestiftet. Er hatte den Tettenser Pastor Alverich angeblich während der Predigt mit einer Armbrust getötet, weil dieser mit dem Gottesdienst begonnen hatte, ohne auf den zu spät kommenden Junker zu warten.

Hohenkirchen benachbart ist Wiarden: Sankt Cosmas und Damia

Die Anfang des 13. Jahrhunderts erbaute Kirche St. Cosmas und Damian ist ein typischer romanischer Granitquaderbau, der auf einer hohen Warf liegt. Bereits 1164 soll an dieser Stelle eine Kirche bestanden haben.


Im Chorraum enthält sie spätgotische Malereien, die die Apostel Petrus, Jacobus und Johannes darstellen sowie die Schutzheiligen dieser Kirche, St. Cosmas und Damian.

Der Altar wurde 1749 unter Verwendung von Teilen eines älteren Altars gebaut und 2004 in dieser Fassung restauriert.

Die in den Altar integrierte Kreuzigungsgruppe sowie die zwölf Apostel sind aus Eichenholz geschnitzt und stammen aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Die Kanzel stammt von 1634 und ist ein Werk des Münstermann-Schülers Ommo Dirks.

Die Orgel wurde 1807/1808 von dem Orgelbauer Gerhard Schmid aus Leer erbaut. Sie hat im Manual zehn Register und fünf im Pedal.


Mittwoch, 26. Mai 2021

Im Wangerland


Wangerland ist eine Gemeinde im Landkreis Friesland in Niedersachsen. Die Gemeinde mit 9182 Einwohnern erstreckt sich auf einer Fläche von 176 Quadratkilometern und ist damit die flächenmäßig größte Gemeinde des Landkreises Friesland. Verwaltungssitz der Gemeinde ist Hohenkirchen.

Das Wappenbild der Gemeinde Wangerland zeigt auf blauem Grund eine Nixe, das Seewiefken (friesische Koseform von Seewief für Seeweib). Ihr Oberkörper ist unbekleidet und das blonde Haar ist zu einem Zopf geflochten. Die rechte Hand hält sie mit drohendem Zeigefinger hoch. Der silberne, schuppenbedeckte Unterkörper endet als Schwanzflosse. Die Wappenfigur beruht auf einer alten Sage, die im 16. Jahrhundert aufgeschrieben wurde. Danach haben Fischer aus Minsen, das demnach früher auf der Insel Minsener Oog gelegen haben soll, eine Nixe mit Fischunterleib eingefangen. Sie konnte wieder in die Nordsee entfliehen und habe aus Rache die Dorfsiedlung durch eine Sturmflut vernichtet.

Das Wangerland gehört zu den größten Urlaubsregionen an der niedersächsischen Nordsee, mit Orten wie Hooksiel, Horumersiel, Schillig und Hohenkirchen, Wiarden und Wüppels.

Hohenkirchen

Wie der Name schon sagt, befindet sich mitten im Ort ein sehenswertes Gotteshaus, das als Mutterkirche des Wangerlands eine hohe Bedeutung hat. Die Kirche, die auch Teil des Pilgerweges ist, wird schon im Jahre 1143 urkundlich erwähnt und ist Anziehungspunkt für Besucher durch die Joachim-Kayser-Orgel und den Münstermann-Altar.

Hohenkirchen mit seinen zirka 1600 Einwohnern ist Sitz der Gemeindeverwaltung und Schulzentrum. Das Wahrzeichen des Erholungsortes ist der Wasserturm des berühmten Architekten Fritz Höger, der durch das „Chilehaus Hamburg“ und „Rathaus Wilhelmshaven“ von 1932 Bekanntheit erlangte.


Sankt Cosmas und Damian in Wiarden


Die Kirche wurde Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut. Im Chorraum enthält sie spätgotische Malereien, die die Apostel Petrus, Jacobus und Johannes darstellen sowie die Schutzheiligen dieser Kirche, St. Cosmas und Damian. Der Altar wurde 1749 unter Verwendung von Teilen eines älteren Altars gebaut und 2004 in dieser Fassung restauriert. Die in den Altar integrierte Kreuzigungsgruppe sowie die zwölf Apostel sind aus Eichenholz geschnitzt und stammen aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Die Kanzel stammt von 1634 und ist ein Werk des Münstermann-Schülers Ommo Dirks. Die Orgel wurde 1807/1808 von dem Orgelbauer Gerhard Schmid aus Leer erbaut. Sie hat im Manual zehn Register und fünf im Pedal.

Die Dorfkirche von Wüppels - Eine der ältesten Kirchen Frieslands


Nordseebad Horumersiel

Horumersiel, Teil des Ortsteils Horumersiel-Schillig, ist ein Nordsee-Heilbad in der Gemeinde Wangerland im niedersächsischen Landkreis Friesland.


Der Ort liegt etwa zwei Kilometer südlich der äußersten Nordost-Spitze der ostfriesischen Halbinsel, an der Innenjade, rund 20 Kilometer nördlich von Wilhelmshaven, zwei Kilometer südlich von Schillig und vier Kilometer östlich von Minsen. Vorgelagert sind die Inseln Mellum und Minsener Oog.

Der Ortsname Horumersiel, früher auch Horumer Syhl genannt, setzt sich aus den Worten Horum und Siel zusammen. Horum steht im Sinnzusammenhang mit Horn, womit die Lage an der Landecke gemeint ist, an der der Ort liegt. Mit Siel ist hier der Deichdurchlass eines Flusses in das Meer gemeint.

Der Ort entstand etwa um 1542. Damals siedelten sich Menschen an diesem Ort an, als das Kastensiel von der Stumpenser Mühle zum Horumer-Siel verlegt wurde. Daraus entstand ein Sielort mit einem Küstenhafen. Mit den von Schiffen angelandeten Waren wurde das Hinterland versorgt. Trotz des Hafens gab es in Horumersiel keine Fischereiflotte. Ursache war das zu geringe Absatzgebiet im Hinterland, außerdem verfügten die Nachbarhäfen Carolinensiel und Hooksiel über Fischereirechte. Die Blütezeit des Sielhafens hielt nur bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts an. Danach ging der Schiffsverkehr zurück, da die Weservertiefung andere Häfen für größere Schiffe attraktiver machte. Konkurrenz beim Warenverkehr entstand auch durch den Straßen- und den Eisenbahnbau.

Durch seine Lage nahe der nordöstlichen Ecke der ostfriesischen Halbinsel war Horumersiel bei Sturmfluten stark gefährdet. Seit dem 15. Jahrhundert gingen dadurch mehrere Deiche und Ländereien verloren, die später wieder zurückgewonnen wurden. Die Weihnachtsflut 1717 riss in den Seedeich zwischen Schillig und Horumersiel einen Kolk von 82 m Breite und 7 m Tiefe, der heute in die Kuranlagen einbezogen ist. Die Orkanflut 1962 vernichtete fast die gesamten Strandanlagen.

Der Badebetrieb begann bereits 1856, nachdem eine Sturmflut den Urlaubsort auf Wangerooge zerstört hatte. Die Inselbewohner wurden teilweise in Horumersiel angesiedelt. Ihre Erholungsgäste brachten sie mit und begründeten so den Fremdenverkehr. Nach ihrer Rückkehr auf die Insel wurde in Horumersiel der Fremdenverkehr von Geschäftsleuten weiter betrieben. Nach der Gründung eines Seebadevereins führte der Ort ab 1900 die Zusatzbezeichnung Nordseebad.



Montag, 19. August 2019

Hohenkirchen im Wangerland

Hohenkirchen ist der Verwaltungssitz der Gemeinde Wangerland

Im kleinsten friesischen Marschengau, dem Wangerland, war Hohenkirchen, ehemals Gokerke, von jeher der Mittelpunkt. Hier steht die größte und älteste Kirche des ganzen Wangerlandes. Zwischen 1667 und 1810 war Hohenkirchen der Sitz der Vogtei der Erbherrschaft Jever.

Wir kommen aus Richtung Jever nach Hohenkirchen.


Wir besuchen Sankt Sixtus und Sinicius.


Die Kirche entstand 1134 auf einer 6 Meter hohen Wurt (ein künstlich aus Erde aufgeschütteter Siedlungshügel, der dem Schutz von Menschen und Tieren bei Sturmfluten dient) und vermutlich kommt von daher auch der Ortsname des Dorfes im Wangerland. Beachtenswert der separat stehende Glockenturm.

Den Vermutungen nach wurde das heute allgemein Gaukirche genannte Gotteshaus in Hohenkirchen um 834 von Bischof Ansgar, dem Apostel des Nordens, gegründet. „Goe“ im Original, also Gau bedeutete, dass sie das Gotteshaus des Wanger- Gaus sein sollte. Der imposante Granitquader-Saalbau auf einer Wurt wurde im Jahre 1143 per Urkunde Bischof Adalbero überreicht.

So feierte die Kirchengemeinde im Jahr 2018 der Kirche 875-jähriges Jubiläum. In der Urkunde ist das Gotteshaus als „Ecclesia matricularis de wenga“ bezeichnet, womit sie als Hauptkirche des Wangerlandes fungierte.

Der Taufstein von 1260 ist der älteste Gegenstand in der Kirche. Das Kunstwerk besteht aus Sandstein und steht auf Löwenfüßen. Die Wandungen des Taufbeckens sind mit Reliefdarstellungen der Verkündigung, der Anbetung der drei Könige, der Taufe Christi und der beiden Kirchenpatrone Sixtus und Sinicius verziert. Am oberen Rand befindet sich ein Fries aus Rankengewinden. Der Holzdeckel des Taufsteins entstand vermutlich im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts durch den Holzschneidemeister Hinrich Cröpelin aus Esens. Das Becken ruht auf drei Löwen, von denen einer einen Menschen im Maul hat.

Der Altar der Kirche St. Sixtus und Sinicius gilt als einer der schönsten Schnitzaltäre des Hamburger Bildhauers Ludwig Münstermann und ist das bedeutendste Kunstwerk der Kirche. Er stammt aus dem Jahr 1620. Der Altarsockel zeigt eine als Flachrelief gestaltete Weihnachtsgeschichte. Darüber befindet sich ein vertieftes Mittelteil, das einen Moment aus dem letzten Abendmahl zeigt, als Jesus seinen zwölf Jüngern voraussagt, dass ihn einer von ihnen verraten wird. Münstermann stellt das Entsetzen und die Verzweiflung der Figuren ausdrucksvoll dar. Seitlich neben dem Mittelteil befinden sich Bilder der vier Evangelisten und außen links und rechts sind die Bilder Martin Luthers und Philipp Melanchthons als Seitenflügel angebracht. Bekrönt wird der Altar durch eine Kreuzigungsgruppe.

Die Kanzel von 1628 stammt ebenfalls aus der Werkstatt von Ludwig Münstermann. Sie ist reichlich mit Ornamenten, Reliefs und Statuen verziert und zeigt im Kanzelkorb die Propheten Jesaia, Jeremia, Ezechiel und Daniel. An den Ecken werden die Tugenden Glaube, Hoffnung, Liebe, Mäßigkeit, Geduld und Wahrheit dargestellt. Im Sockelbereich finden die vier Evangelisten Platz.

Die Kirche ist eine Station des Wangerländer Pilgerweges.

Der Wasserturm Hohenkirchen ist ein 1934 gebauter Wasserturm am südwestlichen Rand von Hohenkirchen in der Gemeinde Wangerland. Der von Fritz Höger entworfene Klinkerbau aus Bockhorner Klinkern ist das Wahrzeichen von Hohenkirchen. Der rund 30 Meter hohe Wasserturm hat eine Grundfläche von neun mal neun Meter und ist äußerlich in sieben Abschnitte gegliedert, die sich nach oben jeweils verjüngen. Die Tiefgründung erfolgte durch 28 Eisenbetonpfähle mit einer Länge von zehn Metern und einem Durchmesser von 35,5 Zentimetern. Im Inneren besitzt der Wasserturm vier Etagen. In der vierten Etage wurde der innen liegende Wassertank mit einem Fassungsvermögen von rund 180 m³ Wasser untergebracht. Zur oberen Aussichtsplattform führen 146 Stufen.



Das Wangermeer

Das Wangermeer ist ein ca. 100 ha großer künstlich angelegter Freizeitsee am nördlichen Ortsrand von Hohenkirchen (Gemeinde Wangerland). Er entstand durch Kleiabbau im Zuge von Deicherhöhungsmaßnahmen im Elisabethgroden durch den III. Oldenburgischen Deichband. Im See liegt eine rund 14 ha große Rundinsel. Zur Anbindung der Rundinsel und des NLG-Baugebietes an den Ort Hohenkirchen wurde eine etwa 325 m lange Holzbrücke für Fußgänger und Radfahrer errichtet. Plattformen und Aufenthaltsgelegenheiten laden zum Verweilen auf der Brücke ein und machen das Bauwerk zu einer Promenadenbrücke, die der touristischen Nutzung gerecht wird.


Die "Alte Pastorei"


Die Alte Pastorei ist heute eine Tagesförderstätte. Als Leitgedanke und Ziel wird versucht, Menschen mit einer Behinderung, die noch nicht in einer Werkstatt arbeiten und betreut werden können, darauf vorzubereiten. Ihnen soll die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft sowie größtmögliche Selbstständigkeit und Selbstbestimmung ermöglicht werden.

Mittwoch, 26. Juni 2019

Hohenkirchen im Wangerland

Der Wasserturm von Hohenkirchen

Der Wasserturm Hohenkirchen ist ein 1934 gebauter Wasserturm am südwestlichen Rand von Hohenkirchen in der Gemeinde Wangerland. Der von Fritz Höger entworfene Klinkerbau aus Bockhorner Klinkern ist das Wahrzeichen von Hohenkirchen. Der rund 30 Meter hohe Wasserturm hat eine Grundfläche von neun mal neun Meter und ist äußerlich in sieben Abschnitte gegliedert, die sich nach oben jeweils verjüngen. Die Tiefgründung erfolgte durch 28 Eisenbetonpfähle mit einer Länge von zehn Metern und einem Durchmesser von 35,5 Zentimetern. Im Inneren besitzt der Wasserturm vier Etagen. In der vierten Etage wurde der innen liegende Wassertank mit einem Fassungsvermögen von rund 180 m³ Wasser untergebracht. Zur oberen Aussichtsplattform führen 146 Stufen.

Die Kirche Sankt Sixtus und Sinicius in Hohenkirchen im Wangerland


Die Kirche entstand 1134 auf einer 6 Meter hohen Wurt (ein künstlich aus Erde aufgeschütteter Siedlungshügel, der dem Schutz von Menschen und Tieren bei Sturmfluten dient) und vermutlich kommt von daher auch der Ortsname des Dorfes im Wangerland. Beachtenswert der separat stehende Glockenturm.

Den Vermutungen nach wurde das heute allgemein Gaukirche genannte Gotteshaus in Hohenkirchen um 834 von Bischof Ansgar, dem Apostel des Nordens, gegründet. „Goe“ im Original, also Gau bedeutete, dass sie das Gotteshaus des Wanger- Gaus sein sollte. Der imposante Granitquader-Saalbau auf einer Wurt wurde im Jahre 1143 per Urkunde Bischof Adalbero überreicht.

So feierte die Kirchengemeinde im Jahr 2018 der Kirche 875-jähriges Jubiläum. In der Urkunde ist das Gotteshaus als „Ecclesia matricularis de wenga“ bezeichnet, womit sie als Hauptkirche des Wangerlandes fungierte.

Der Taufstein von 1260 ist der älteste Gegenstand in der Kirche. Das Kunstwerk besteht aus Sandstein und steht auf Löwenfüßen. Die Wandungen des Taufbeckens sind mit Reliefdarstellungen der Verkündigung, der Anbetung der drei Könige, der Taufe Christi und der beiden Kirchenpatrone Sixtus und Sinicius verziert. Am oberen Rand befindet sich ein Fries aus Rankengewinden. Der Holzdeckel des Taufsteins entstand vermutlich im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts durch den Holzschneidemeister Hinrich Cröpelin aus Esens. Das Becken ruht auf drei Löwen, von denen einer einen Menschen im Maul hat.

Der Altar der Kirche St. Sixtus und Sinicius gilt als einer der schönsten Schnitzaltäre des Hamburger Bildhauers Ludwig Münstermann und ist das bedeutendste Kunstwerk der Kirche. Er stammt aus dem Jahr 1620. Der Altarsockel zeigt eine als Flachrelief gestaltete Weihnachtsgeschichte. Darüber befindet sich ein vertieftes Mittelteil, das einen Moment aus dem letzten Abendmahl zeigt, als Jesus seinen zwölf Jüngern voraussagt, dass ihn einer von ihnen verraten wird. Münstermann stellt das Entsetzen und die Verzweiflung der Figuren ausdrucksvoll dar. Seitlich neben dem Mittelteil befinden sich Bilder der vier Evangelisten und außen links und rechts sind die Bilder Martin Luthers und Philipp Melanchthons als Seitenflügel angebracht. Bekrönt wird der Altar durch eine Kreuzigungsgruppe.

Die Kanzel von 1628 stammt ebenfalls aus der Werkstatt von Ludwig Münstermann. Sie ist reichlich mit Ornamenten, Reliefs und Statuen verziert und zeigt im Kanzelkorb die Propheten Jesaia, Jeremia, Ezechiel und Daniel. An den Ecken werden die Tugenden Glaube, Hoffnung, Liebe, Mäßigkeit, Geduld und Wahrheit dargestellt. Im Sockelbereich finden die vier Evangelisten Platz.

Das Wangermeer bei Hohenkirchen


Das Wangermeer ist ein ca. 100 ha großer künstlich angelegter Freizeitsee am nördlichen Ortsrand von Hohenkirchen (Gemeinde Wangerland). Er entstand durch Kleiabbau im Zuge von Deicherhöhungsmaßnahmen im Elisabethgroden durch den III. Oldenburgischen Deichband. Im See liegt eine rund 14 ha große Rundinsel. Zur Anbindung der Rundinsel und des NLG-Baugebietes an den Ort Hohenkirchen wurde eine etwa 325 m lange Holzbrücke für Fußgänger und Radfahrer errichtet. Plattformen und Aufenthaltsgelegenheiten laden zum Verweilen auf der Brücke ein und machen das Bauwerk zu einer Promenadenbrücke, die der touristischen Nutzung gerecht wird.


Montag, 2. Oktober 2017

Im Wangerland


Wangerländer Nixen - Nein, das links im Bild ist nicht wirklich das lebende Vorbild für das Gemeindelogo des Wangerlandes, aber sie könnte es durchaus sein. Und eine Wangerländerin ist es in der Tat.

Das Wangerland begrüßt den Besucher mit einem der sicher attraktivsten Gemeindelogos, mit der Meerjungfrau, dem Meerwiefke, wie es auf friesisch heißt. Die Meerfrau (auch als Meerjungfrau, See(jung)frau, Seejungfer, Sirene, Melusine, Fischweiblein, Meer-/See-/Fischweib bezeichnet; frz.: sirène; engl.: mermaid) ist in die Heraldik als eine nackte oder angezogene, gekrönte oder ungekrönte Frau mit von den Hüften in einen einfachen oder geteilten Fischschwanz übergehendes Fabelwesen eingegangen. Sie ist dem mystischen Wesen der Melusine nachempfunden. In der heraldischen Literatur wird auch dieser Name verwandt. Die Wappenfigur der Wangerland-Nixe beruht auf einer alten Sage, die im 16. Jahrhundert aufgeschrieben wurde. Danach haben Fischer aus Minsen, das demnach früher auf der Insel Minsener Oog gelegen haben soll, eine Nixe mit Fischunterleib eingefangen. Sie konnte wieder in die Nordsee entfliehen und habe aus Rache die Dorfsiedlung durch eine Sturmflut vernichtet.


Hauptort und Verwaltungssitz der Gemeinde Wangerland ist das rund 2.000 Seelen zählende Hohenkirchen. Etwa 850 soll im Gebiet des heutigen Hohenkirchen durch den Erzbischof von Bremen eine (hölzerne) Kirche errichtet worden sein. Die heutige „St. Sixtus- und Siniciuskirche“ stammt aus dem Jahr 1143. Zu dieser Kirche wurde zweimal im Jahr ein Domdekan des Erzbischofs entsandt, um hier das Sendgericht abzuhalten. Das Gebiet wurde politisch zunächst von vom Volk gewählten Richtern, später von friesischen Häuptlingen regiert. Von 1667 bis 1810 war Hohenkirchen Sitz der Vogtei der Erbherrschaft Jever. 1831 wurden aus den Kirchspielen politische Gemeinden. Am 1. Februar 1971 wurde die damalige Gemeinde Hohenkirchen (Oldenburg) in die neue Gemeinde Wangerland eingegliedert. Die evangelische Kirche St. Sixtus und Sinicius entstand 1134 auf einer etwa sechs Meter hohen Wurt, worauf der Ortsname Hohenkirchen bereits hinweist. Dies bezieht sich möglicherweise auch auf die Funktion der Kirche, die als hölzerner Vorgängerbau von etwa 864 die Mutterkirche des Gaus Wanga (Wangerland) war. Sie ist ein spätromanischer Bau aus Granitquadern mit Rundbogenfenstern und einer halbrunden Apsis. Der aus Backsteinen gemauerte Glockenturm der Kirche steht wie bei fast allen Kirchen auf der ostfriesischen Halbinsel separat und entstand um 1500.

Das Wangermeer ist ein rund 100 Hektar großer künstlich angelegter Freizeitsee in der Gemeinde Wangerland im nordwestlichen Niedersachsen. Das Wangermeer am nördlichen Ortsrand von Hohenkirchen entstand durch Kleiabbau im Zuge von Deicherhöhungsmaßnahmen im Elisabethgroden durch den III. Oldenburgischen Deichband.


Wurtendorf Ziallerns


Weitab von der Durchgangsstraße zwischen Jever und Carolinensiel hat sich das kleine Dorf seine ursprüngliche Form als Rundwurt weitgehend erhalten. Bei einem Rundgang entdeckt man die radiale Anlage und die vier schönen Gulfhöfe an der Ostseite. Das interessanteste Haus hat die Nr. 9. Es ist auf das Jahr 1723 datiert. Das Giebeldreieck ist nicht wie üblich aufgemauert oder abgewalmt, sondern verbrettert und die ersten Ständer des Gulfgerüstes befinden sich sichtbar in der Giebelmauer. Auf der Ostseite der Wurt stehen kleine Häuser, die einst von Landarbeitern bewohnt wurden. Eins davon beherbergt eine Ausstellung über die Geschichte des Dorfes, seine Höfe und ihre Bewohner. Beim Haus ist ein sogenannter Fething zu sehen, in dem Regenwasser gesammelt wurde als Trinkwasser für den Fall, dass, wie es oft nach schweren Sturmfluten geschah, das Land ringsum vom Meerwasser bedeckt war.


Donnerstag, 3. Juli 2014

Das Wangermeer bei Hohenkirchen



Das Wangermeer ist ein rund 100 Hektar großer künstlich angelegter Freizeitsee in der Gemeinde Wangerland im nordwestlichen Niedersachsen. Das Wangermeer am nördlichen Ortsrand von Hohenkirchen entstand durch Kleiabbau im Zuge von Deicherhöhungsmaßnahmen im Elisabethgroden durch den III. Oldenburgischen Deichband.


Das Wangermeer bei Hohenkirchen by Franz Roth

Dienstag, 1. Juli 2014

Das Wangermeer bei Hohenkirchen


Das Wangermeer bei Hohenkirchen by Franz Roth


Das Wangermeer ist ein rund 100 Hektar großer künstlich angelegter Freizeitsee in der Gemeinde Wangerland im nordwestlichen Niedersachsen. Das Wangermeer am nördlichen Ortsrand von Hohenkirchen entstand durch Kleiabbau im Zuge von Deicherhöhungsmaßnahmen im Elisabethgroden durch den III. Oldenburgischen Deichband.