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Mittwoch, 29. September 2021

Im Wangerland

Wurtendorf Ziallerns im Wangerland

Das kleine Dorf gilt als eine der am besten erhaltenen Wurtensiedlungen im norddeutschen Küstenbereich.


Eine Wurt ist ein künstlich aufgeschichteter Wohnhügel in der Marsch. Wurtendörfer sind in Friesland deshalb zum Schutz vor Hochwasser und Sturmfluten auf solchen künstlich von Menschenhand aufgeschütteten Erdhügeln errichtete Dörfer.

Verwaltungssitz der Gemeinde Wangerland ist Hohenkirchen.
Hohenkirchen: Wegweiser am Wangermeer

Im Jahr 1694 baute Joachim Kayser aus Jever für Sankt Sixtus und Sinicius eine Orgel, die zunächst nur ein Manual mit zehn Registern und ein angehängtes Pedal umfasste. Kayser ergänzte zu einem nicht bekannten Zeitpunkt ein Brustwerk mit fünf und 1699 ein selbstständiges Pedalwerk mit sechs Registern. Johann Martin Schmid baute 1884 die Orgel eingreifend um und ersetzte das Brustwerk durch ein Schwellwerk mit romantischen Klangfarben. Im Jahr 1974 stellte die Firma Alfred Führer aus Wilhelmshaven den Zustand von 1699 wieder her. Das Gehäuse, Hauptwerks- und Pedallade, neun Register und große Teile der Traktur sind von Kayser original erhalten.
Der Taufstein von 1260 ist der älteste Gegenstand in der Kirche. Das Kunstwerk besteht aus Sandstein und steht auf Löwenfüßen. Die Wandungen des Taufbeckens sind mit Reliefdarstellungen der Verkündigung, der Anbetung der drei Könige, der Taufe Christi und der beiden Kirchenpatrone Sixtus und Sinicius verziert. Am oberen Rand befindet sich ein Fries aus Rankengewinden. Das Becken ruht auf drei Löwen, von denen einer einen Menschen im Maul hat.


Die Alte Pastorei - Hier wurde am 22. September 1948 das ostpreußische Flüchtlingskind Irmgard Lipinski geboren.
Zu Hohenkirchen gehört der Ortsteil Tettens und der hat auch mit einer sehenswerten Kirche aufzuwarten.

Die St. Martins Kirche in Tettens würde im frühen 13. Jahrhundert inmitten einer Siedlung auf einer hohen Warf erbaut. Ein aus Backstein gefertigter Glockenturm mit einem Korbbogenportal stammt aus der Zeit um 1500 und weist einen eindrucksvollen acht-eckigen Turmhelm aus Schiefer (1881) vor. Um den Ostteil der Kirche vor dem Einsturz zu schützen, wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewaltige Stützpfeiler an der Apsis angebracht. Besonders sehenswert ist die Bemalung der Balkendecke im inneren der Kirche. Der langgestreckte Kirchenraum endet in einer eingezogenen Apsis. Der Flügelaltar von 1520 zeigt die Kreuzigung Christi.


In der Nähe des Altars befindet sich das Sakramentshaus, das in vorreformatorischen Zeiten zur Aufbewahrung des Leibes Christi diente. Es ist aus Baumberger Sandstein gemeißelt und wurden in den Jahren 1523 bis 1525 geschaffen. Der Künstler ist unbekannt, jedoch hat das Werk Ähnlichkeit mit Werken des Bildhauermeisters Berndt Bunekemann aus Münster.

Das spätgotische Sakramentshaus ist acht Meter hoch und steht auf einem kreuzförmigen Sockel, der mit drei Löwen und einem Hund verziert ist. Der Schrein hat an zwei Seiten eine Gittertür und an den anderen beiden Seiten eine Steinplatte. Der viergeschossige obere Turmaufbau ist reich mit zierlichem Maßwerk, Fialen und Krabben gestaltet und wird von einer Kreuzblume bekrönt. Die Schreinplatte an der Nordseite trägt folgende lateinische Inschrift:

„Anno Domini MCCCCCXXIII obiit venerabilis dominus alvericus pastor huius ecclesie in pio leto Crispini et Crispiniani cuius anima requiescat in pace. Amen.“ Zu deutsch: „Im Jahre des Herrn 1523 verschied Ehrwürden Herr Alverich, Hirte dieser Gemeinde, am Gedenktag von Chrispin und Chrispian. Seine Seele ruhe in Frieden.“

Eine weitere Inschrift an der Südseite des Schreins trägt den Namen des Stifters mit seinem Wappen (Doppelkopfadler) und nennt die Jahreszahl: „Ome Hoeflinck to Mitdoch MCCCCCXXV“ (1525).

Der Legende nach wurde das Sakramentshaus vom Junker Ome von Mitdoch zur Sühne gestiftet. Er hatte den Tettenser Pastor Alverich angeblich während der Predigt mit einer Armbrust getötet, weil dieser mit dem Gottesdienst begonnen hatte, ohne auf den zu spät kommenden Junker zu warten.

Hohenkirchen benachbart ist Wiarden: Sankt Cosmas und Damia

Die Anfang des 13. Jahrhunderts erbaute Kirche St. Cosmas und Damian ist ein typischer romanischer Granitquaderbau, der auf einer hohen Warf liegt. Bereits 1164 soll an dieser Stelle eine Kirche bestanden haben.


Im Chorraum enthält sie spätgotische Malereien, die die Apostel Petrus, Jacobus und Johannes darstellen sowie die Schutzheiligen dieser Kirche, St. Cosmas und Damian.

Der Altar wurde 1749 unter Verwendung von Teilen eines älteren Altars gebaut und 2004 in dieser Fassung restauriert.

Die in den Altar integrierte Kreuzigungsgruppe sowie die zwölf Apostel sind aus Eichenholz geschnitzt und stammen aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Die Kanzel stammt von 1634 und ist ein Werk des Münstermann-Schülers Ommo Dirks.

Die Orgel wurde 1807/1808 von dem Orgelbauer Gerhard Schmid aus Leer erbaut. Sie hat im Manual zehn Register und fünf im Pedal.


Donnerstag, 16. September 2021

Rund um Sillenstede


Die Herrschaft Kniphausen

Wir fahren von Sillenstede über die Kopfsteinpflaster-Piste nach Fedderwarden (Wilhelmshaven) und besuchen dort die Burg Kniphausen. Die Burg war lange Zeit Mittelpunkt und Regierungssitz der Herrlichkeit oder Herrschaft Kniphausen.


In Sankt Willehad in Accum (Schortens) sehen wir das Grabmal für den Häuptling Tido von Inn- und Kniphausen († 18. Februar 1565) und seine Frau Eva von Renneberg († 1579). Es befindet sich vorne in der Kirche neben dem hölzernen Abendmahltisch. Der Doppelgrabstein aus schwarzem Marmor ist ein Beispiel bester flämischer Renaissance-Porträtplastik.

1526 führte Tido von Kniphausen die ev./reform. Konfession gegen erheblichen Widerstand der umliegenden Landesherren ein. Noch heute ist die ev./reform. Kirche in Accum eine Enklave in dem überwiegend ev/luth. Kirchenbereich.

1718/19 wurde die durch Sturmfluten zerstörte Kirche in der jetzigen Form neuerbaut.

Die Herrschaft Kniphausen umfasste die Kirchspiele Accum, Sengwarden und Fedderwarden.

Urkundlich zum ersten Male wird die Kirche von Sengwarden 1168 erwähnt. Der heutige Bau stammt aus den Jahren um 1250. Die Nordmauer ist der älteste Teil der Kirche. Sie ist im romanischen Stil mit großen, auf einer Seite geglätteten Granitquadern errichtet. Im der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die Erneuerung der Südwand mit Backsteinen und mit spätgotischen Fenstern vorgenommen. Aus dieser Zeit datiert auch der gotische Chor, der zur Verschönerung angefügt wurde. Die Deckenbemalung stammt aus dem Jahr 1904 und wurde 1963 überholt. Sie ist der alten Bemalung der Kirche in Tettens nachgearbeitet.

Die Kirche misst 42 Meter in der Länge, der Vorraum 7,50 Meter, das Kirchenschiff 23 Meter und der Chorraum 11,50 Meter. Von der zweiten Empore aus - oberhalb der Orgel - gewinnt man den besten Eindruck von der Größe dieser Kirche. Das Kirchenschiff ist 12 Meter hoch und 10 Meter breit. Die komplette Höhe bis zum Giebel beträgt stolze 20 Meter, der Dachreiter, mit dem für Senngwarden typischen Pferd ist 6,50 Meter hoch, sodass die gesamte Höhe der Kirche heute 26,50 Meter beträgt. Die Kirche liegt auf einer Wurt 8,60 Meter über dem normalen Meeresspiegel.

Die oben erwähnte Kirche Sankt Martin in Tettens im Wangerland:


Die Kirche wurde im frühen 13. Jahrhundert auf einer hohen Warf errichtet. Der Glockenturm stammt aus der Zeit um 1500. Sehenswert ist die Bemalung der Balkendecke mit Akanthusblättern. Der Flügelaltar stammt aus dem Jahr 1520. Auf den Flügeln sehen wir Szenen aus dem Leben des Heiligen Martin und von Thomas von Canterbury. Bemerkenswert auch das gotische Sakramentshaus.

Von Sillenstede nach Westen kommen wir nach Waddewarden. Waddewarden ist eines der schönsten Dörfer im Wangerland - Der Ort liegt zwischen Jever und Hooksiel und hat rund 1.000 Einwohner.


Als Wahrzeichen gilt die in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts auf einer Warft erbaute St.-Johannes-Kirche, eine Granitquaderkirche von 40 Metern Länge. Der frei stehende Glockenturm entstand Ende des 15. Jahrhunderts und trägt drei Stahlglocken, die 1955 als Ersatz für die im Zweiten Weltkrieg abgelieferten Bronzeglocken angeschafft wurden.

Nach hölzernen Vorgängerkirchen wurde die Granitkirche 1246 auf hoher Warf gebaut. Der Westgiebel erhielt Ende des 19. Jahrhunderts eine Ziegelsteinverkleidung.

Den ursprünglich gewölbten Innenraum schmückt jetzt eine flache, im Stil des 17. Jahrhunderts bemalte Balkendecke.

Zu der wertvollen Ausstattung zählen der Taufstein aus blauem Granit, Typ von Namur, aus dem 13. Jahrhundert, ein zweigeschossiger reich verzierter Flügelaltar von 1661 und eine Kanzel von 1649, beide von Jacob Cröpelin.

Die spätgotische Wandmalerei in der Apsis zeigt Maria und Johannes unter dem triumphierenden Christus. Im Apsisbogen ist seitlich ein Sakramentshäuschen eingefügt. Die Fenster sind durch üppiges Rankenwerk eingefasst.

Die Orgel mit bespielbarem Rückpositiv wurde in der Jeveraner Werkstatt von Joachim Kayser 1697 gebaut. Ein Epitaph von Heddo von Waddewarden von 1603 und Grabplatten von 1570 und 1575, auch draußen am Westhang der Warf, sind Zeugen der wechselvollen Geschichte des Ortes.

Von Waddewarden aus erreichen wir rasch Hooksiel.

Von Sillenstede aus erreichen wir auch in kurzer Fahrt Jever, die Kreisstadt des Landkreises Friesland.

Mittwoch, 26. Mai 2021

Im Wangerland (Teil 3)

Das Wort Pilger kommt aus dem Lateinischen – “peregrinus”. Klassisch bedeutet es Fremder. Pilger sein bedeutet in erster Linie Fremder sein, die Pilgerreise ist entsprechend eine Reise ins Fremde und Ungewisse. Gott ein Stück näher kommen. Seit vielen Jahrhunderten übt das Pilgern eine große Faszination aus. Wallfahren und Pilgern heißt, sich auf die Grundlagen des Menschsein zu besinnen. Der mittelalterliche Pilger machte sich mit der Hoffnung auf den Weg, am heiligen Ziel Gott näher zu kommen. So die Geschichte. Wangerland an der Nordsee lädt Pilger ein, sich auf den wangerländischen Pilgerweg zu begeben. In den Dörfern und Ortschaften Hohenkirchen, Hooksiel, Minsen, Middoge, Oldorf, Pakens, Schillig, St. Joost, Waddewarden, Westrum, Tettens, Wiarden und Wüppels begegnet man einer Vielzahl schöner Kirchen. Sie alle sind Zeugnisse des Glaubens und der Kultur, die das Wangerland geprägt haben. In ihnen suchten die Menschen vergangener Zeiten auch Schutz vor feindlichen Angriffen und vor der Gewalt des Wassers. Bis heute versammeln sie sich hier zum Gottesdienst und suchen Trost und Wegweisung an den Wendepunkten ihres Lebens.

Die Kirchen sind für jedermann geöffnet. Hier darf man verweilen für eine Zeit der Stille und des Gebets oder auch mit den Menschen ins Gespräch kommen, die einem dabei begegnen. In allen Kirchen findet man Pilgerpässe zum Mitnehmen und eine Karte, die zur Orientierung dient. Mit einem Stempel, der die Besonderheit der jeweiligen Kirche aufnimmt, kann man in seinem Pilgerpass festhalten, welche der Kirchen bereits besucht wurden.

Sankt Severinus und Jacobus in Minsen

Auf hoher Wurt steht die Kirche des Ortes Minsen im Wangerland. Das heutige Kirchengebäude stammt, seiner Bauweise nach zu urteilen, aus dem 13. Jahrhundert.


Sankt Marien zu Oldorf

Die aus dem 13. Jahrhundert stammende evangelisch-lutherische Kirche St. Marien ist ein einschiffiger Backsteinbau mit Granitquadersockel. Die St. Marienkirche liegt auf der neuen Warf und kann über die Neuwarfer Straße erreicht werden. Ein kleiner Parkplatz ermöglicht den Besuchern den Zugang über eine Treppe oder eine Rampe.


Besucher betreten das Kircheninnere durch das enge Nordportal und überschreiten dabei eine Schwelle, die von einem alten Granitfindling gebildet wird.

Um das Jahr 1500 wurde die Kirche durch einen gleich breiten Chor nach Osten hin verlängert. Die Westwand wurde 1768 erneuert. Der Glockenturm im Südosten wurde 1912 nach dem Vorbild des alten Turmes wieder aufgebaut. Im Turm hängen zwei alte Glocken, eine Glocke von 1450, Ø 0,90 m, gegossen von Ghert Klinghe, und eine Glocke von 1521, Ø 0,70 m, gegossen von Joh. von Cappeln. Der Flügelaltar ist auch über 500 Jahre alt. Er wurde vermutlich um 1500 von einem unbekannten, aber in der Umgebung von Oldorf beheimateten Künstler geschaffen.

Sankt Martin in Tettens im Wangerland


Die evangelisch-lutherische Kirche St. Martin (auch Tettenser Kirche) ist eine denkmalgeschützte Kirche in Tettens in der Gemeinde Wangerland in Niedersachsen. Die spätromanische Granitquaderkirche wurde im 12. Jahrhundert errichtet.

Der Flügelaltar der Martinskirche ist ein spätgotischer Schnitzaltar, dessen Entstehungszeit um 1480 angesetzt wird. 1730 erhielt der Altar eine barocke Erweiterung in Form einer Predella mit Schnitzereien unterhalb des Mittelschreins und einem Aufsatz mit Rankenwerk oberhalb der figürlichen Darstellungen. Die Balkendecke des Kirchenraumes wurde 1717 restauriert und erhielt bei dieser Gelegenheit eine für die Region ungewöhnliche Bemalung im Barockstil. Motive auf der Decke sind weiße Akanthusranken auf rotem Grund, die ihren Ursprung aus zwischen den Balken liegenden religiösen Medaillons nehmen. Fast alle Medaillons haben Schriftzüge wie z. B. „GOTT SCHAFFET DIE WELT UMB DIE SÜNDE“, „GOTT IST GNEDIG“ „CHRISTUS DIE QUELLE“ oder „CHRISTUS IST DIE TRAUBE“. Einige Texte sind jedoch auf Grund der alten Schreibweise und der historischen Gestaltung schwer zu entziffern. Zum Erhalt der Bemalung wurde die Decke bereits mehrfach erneuert, jedoch ist der Mittelteil noch im Originalzustand erhalten.

In der Nähe des Altars befindet sich das Sakramentshaus, das in vorreformatorischen Zeiten zur Aufbewahrung des Leibes Christi diente. Es ist aus Baumberger Sandstein gemeißelt und wurden in den Jahren 1523 bis 1525 geschaffen. Der Künstler ist unbekannt, jedoch hat das Werk Ähnlichkeit mit Werken des Bildhauermeisters Berndt Bunekemann aus Münster. Das spätgotische Sakramentshaus ist acht Meter hoch und steht auf einem kreuzförmigen Sockel, der mit drei Löwen und einem Hund verziert ist. Der Schrein hat an zwei Seiten eine Gittertür und an den anderen beiden Seiten eine Steinplatte. Der viergeschossige obere Turmaufbau ist reich mit zierlichem Maßwerk, Fialen und Krabben gestaltet und wird von einer Kreuzblume bekrönt. Der Legende nach wurde das Sakramentshaus vom Junker Ome von Mitdoch zur Sühne gestiftet. Er hatte den Tettenser Pastor Alverich angeblich während der Predigt mit einer Armbrust getötet, weil dieser mit dem Gottesdienst begonnen hatte, ohne auf den zu spät kommenden Junker zu warten.

Sankt Jodocus in Sankt Joost, Frieslands kleinste Kirche





Donnerstag, 2. August 2018

Kirchen im Wangerland - Teil 2 -


Kirche Wiefels im Wangerland

Die Kirche in Wiefels entstand im 13. Jahrhundert auf einer Warf. Im Nordwesten des Kirchengebäudes befindet sich ein freistehender Glockenturm mit zwei Glocken, die zwischen den drei Backsteinmauern hängen. Im Inneren der Kirche kann ein neugotischer Schnitzaltar aus dem Jahr 1897 und ein bemaltes Taufbecken aus Holz von 1663 bewundert werden.


Sankt Martin in Tettens


Die spätromanische Granitquaderkirche wurde im 12. Jahrhundert errichtet. In der Nähe des Altars befindet sich das Sakramentshaus, das in vorreformatorischen Zeiten zur Aufbewahrung des Leibes Christi diente. Es ist aus Baumberger Sandstein gemeißelt und wurden in den Jahren 1523 bis 1525 geschaffen. Der Künstler ist unbekannt, jedoch hat das Werk Ähnlichkeit mit Werken des Bildhauermeisters Berndt Bunekemann aus Münster. Das spätgotische Sakramentshaus ist acht Meter hoch und steht auf einem kreuzförmigen Sockel, der mit drei Löwen und einem Hund verziert ist. Der Schrein hat an zwei Seiten eine Gittertür und an den anderen beiden Seiten eine Steinplatte. Der viergeschossige obere Turmaufbau ist reich mit zierlichem Maßwerk, Fialen und Krabben gestaltet und wird von einer Kreuzblume bekrönt.

Die Dorfkirche von Wüppels - Eine der ältesten Kirchen Frieslands.


Sankt Jodocus in Sankt Joost - Frieslands kleinste Kirche.



Donnerstag, 26. April 2018

Urlaub in Sillenstede - Teil 5 -


Sengwarden ist Sillenstede benachbart und gehört, wie das gleichfalls benachbarte Fedderwarden, bereits zur Stadt Wilhelmshaven.

Die Sengwarder Mühle: Die Mühle ist von Mai bis Oktober jeden Mittwoch von 13:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Es gibt Kaffee oder Tee und Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne. Besichtigungen sind dann möglich. Jeden 1. Samstag im Monat treffen sich vormittags die freiwilligen Müller. Auch dann ist eine Besichtigung möglich.


Zu den besonderen Baudenkmälern Sengwardens gehört die romanische St.-Georgs-Kirche. Sie ist das Gotteshaus der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde und stammt aus den Jahren um 1250. Die heutige Kirche hatte mindestens einen Vorgängerbau, dessen Vorhandensein 1168 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Den ältesten Teil der ursprünglich aus einseitig geglätteten Granit-Quadersteinen errichten Kirche bildet die Nordmauer. Eine erste großangelegte Restaurierung erfolgte in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Bei dieser Gelegenheit wurde die Südwand mit Backsteinen hochgezogen und Kirchenfenster im spätgotischen Stil eingelassen. In dieser Phase wurde auch die gotische Apsis angefügt. Die Deckenbemalung, die durch die alte Bemalung der Tettenser Kirche (s. folgendes Video) ...


... inspiriert worden ist, stammt aus dem Jahr 1904. Sie wurde 1963 restauriert. Die Länge der Kirche beträgt insgesamt 42 Meter. Davon fallen 7,5 Meter auf den Vorraum und 11,5 Meter auf die Apsis. Die Breite der Kirche misst 10 Meter, ihre Höhe bis zur Spitze des Giebels 20 Meter. Dazu gerechnet werden muss noch der Dachreiter, der das für Sengwarden typische Pferd darstellt. Seine Höhe beträgt 6,5 Meter.

Sankt Georg in Sengwarden:


Die Orgel der St.-Georgs-Kirche wurde in den Jahren 1643 und 1644 vom Göttinger Orgelbaumeister Jost Sieburg erbaut. Im Jahre 1904 ist jedoch das alte Orgelwerk entfernt worden. An seine Stelle trat 1936 die in der Wilhelmshavener Orgelwerkstatt Alfred Führer entstandene zweimanualige Schleifladenorgel. Sie verfügt über eine mechanische Traktur und Registratur und insgesamt 26 Register (Hauptwerk: elf; Rückpositiv: acht; Pedal: sieben). Bedingt durch die Kriegswirren und die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse der Nachkriegszeit konnte der Orgelbau erst 1964 vollendet werden. Der alte Orgelprospekt aus dem Jahr 1644 blieb dabei erhalten.

Sonntag, 1. Oktober 2017

Kirchen in Friesland


Altar der Kirche in Tettens

Kirchen in Friesland und Ostfriesland: Sankt Mauritius in Reepsholt, Sankt Martin in Tettens, Sankt Jodokus und Wüppels:



Sillenstede, Pewsum und Groothusen, zwei lutherische und eine reformierte Kirche



Mittwoch, 5. Juli 2017

Im Wangerland


Das Wangerland begrüßt den Besucher mit einem der sicher attraktivsten Gemeindelogos, mit der Meerjungfrau, dem Meerwiefke, wie es auf friesisch heißt.

Die Meerfrau (auch als Meerjungfrau, See(jung)frau, Seejungfer, Sirene, Melusine, Fischweiblein, Meer-/See-/Fischweib bezeichnet; frz.: sirène; engl.: mermaid) ist in die Heraldik als eine nackte oder angezogene, gekrönte oder ungekrönte Frau mit von den Hüften in einen einfachen oder geteilten Fischschwanz übergehendes Fabelwesen eingegangen. Sie ist dem mystischen Wesen der Melusine nachempfunden. In der heraldischen Literatur wird auch dieser Name verwandt.

Die Wappenfigur der Wangerland-Nixe beruht auf einer alten Sage, die im 16. Jahrhundert aufgeschrieben wurde. Danach haben Fischer aus Minsen, das demnach früher auf der Insel Minsener Oog gelegen haben soll, eine Nixe mit Fischunterleib eingefangen. Sie konnte wieder in die Nordsee entfliehen und habe aus Rache die Dorfsiedlung durch eine Sturmflut vernichtet.

Das Wangermeer


Das Wangermeer ist ein rund 100 Hektar großer künstlich angelegter Freizeitsee in der Gemeinde Wangerland im nordwestlichen Niedersachsen. Das Wangermeer am nördlichen Ortsrand von Hohenkirchen entstand durch Kleiabbau im Zuge von Deicherhöhungsmaßnahmen im Elisabethgroden durch den III. Oldenburgischen Deichband.


Sankt-Sixtus-und-Sinicius: Die Kirche entstand 1134 auf einer 6 Meter hohen Wurt (ein künstlich aus Erde aufgeschütteter Siedlungshügel, der dem Schutz von Menschen und Tieren bei Sturmfluten dient) und vermutlich kommt von daher auch der Ortsname des Dorfes im Wangerland. Beachtenswert der separat stehende Glockenturm.

Kirche am Meer - Die katholische Kirche Sankt Marien in Schillig

Seit Einführung der Reformation in der Herrschaft Jever im 16. Jahrhundert waren alle Kirchen des Wangerlands evangelisch. 1824 wurde in Jever wieder eine katholische Kirche gebaut. Nach Schillig kam eine nennenswerte Zahl von Katholiken erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als viele Heimatvertriebene in den ehemaligen Marinekasernen Unterkunft fanden.

Für die kleine katholische Ortsgemeinde, vor allem aber für die Urlauber wurde 1967 in unmittelbarer Nachbarschaft zum Campingplatz von dem Cloppenburger Architekten Gerd Rohling die erste Marienkirche gebaut. Die Baumaterialien hielten den rauen klimatischen Bedingungen jedoch nicht stand; 2008 wurde ein Bedarf von 1,6 Millionen Euro allein für die Bauerhaltung festgestellt. So fiel auf Bistumsebene die Entscheidung, an dem exponierten und viel besuchten Ort einen einladenden Neubau in Angriff zu nehmen.

Die neue Marienkirche aus dunklem Backstein wurde von den Kölner Architekten Ulrich und Ilse Maria Königs entworfen.


Sankt Martin in Tettens


Die spätromanische Granitquaderkirche wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Die heutige St. Martinskirche wurde um 1143 auf einer 7,50 Meter hohen Warft gebaut. Die Inneneinrichtung ist geprägt von unterschiedlichen Stilepochen. Während die Kirche eine romanische Grundform hat, finden sich in der Ausstattung des Kirchenraums Elemente der Gotik, der Renaissance und des Barock. In der Nähe des Altars befindet sich das Sakramentshaus, das in vorreformatorischen Zeiten zur Aufbewahrung des Leibes Christi diente. Es ist aus Baumberger Sandstein gemeißelt und wurde in den Jahren 1523 bis 1525 geschaffen. Der Künstler ist unbekannt, jedoch hat das Werk Ähnlichkeit mit Werken des Bildhauermeisters Berndt Bunekemann aus Münster. Das spätgotische Sakramentshaus ist acht Meter hoch und steht auf einem kreuzförmigen Sockel, der mit drei Löwen und einem Hund verziert ist. Der Schrein hat an zwei Seiten eine Gittertür und an den anderen beiden Seiten eine Steinplatte. Der viergeschossige obere Turmaufbau ist reich mit zierlichem Maßwerk, Fialen und Krabben gestaltet und wird von einer Kreuzblume bekrönt.

Auch Hooksiel gehört zum Wangerland und dort haben wir einen besonderen Gastrotipp, das Restaurant "Brücke" am Außenhafen.


Karte des Wangerlandes: