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Montag, 11. April 2022

Unterwegs in Friesland: Sande

Sande (Landkreis Friesland) - „Mitten in Friesland – Leben zwischen Geest und Meer“ so ordnet sich die Gemeinde Sande geographisch ein. Sie liegt am Rande des Jeverlandes und sieben Kilometer westsüdwestlich der Nordseestadt Wilhelmshaven. Die Gemeinde Sande besteht aus den fünf Ortsteilen Sande, Neustadtgödens, Cäciliengroden, Mariensiel und Dykhausen. Am Ems-Jade-Kanal starten wir; direkt am Kanal liegt Altmarienhausen mit dem Marienturm, dem Wahrzeichen der Stadt.


Schon 1564 ließ die Landesherrin Fräulein Maria von Jever in Marienhausen das „Grashus up dem Sande“ errichten, ein herrschaftliches Vorwerk, das sicher eingedeicht war und erfolgreich bewirtschaftet wurde. Zwischen 1568 und 1571 wurde auf dem Anwesen Marienhausen durch die Landesherrin Maria von Jever ein Schloss errichtet. Sie nutzte es als Sommerresidenz, um sich zu erholen und aufzuheitern. Wegen Baufälligkeit musste das Schloss 1822 bis auf den Turm abgerissen werden.

Am Fuße des Turmes wird das Café Marienstübchen betrieben.

Auf dem Gelände befinden sich neben dem Marienturm auch eine Scheune, welche ein Museum, das KÜSTEUM, mit einer Ausstellung zum Küstenschutz sowie zur Haus- und Landwirtschaft beherbergt. Ebenfalls ist eine historische Schmiede dort eingerichtet.

Mariensiel (Sande, Friesland) - Am Ems-Jade-Kanal und das Fort Mariensiel

Das Fort Mariensiel (Fort III) war als Bestandteil des Festungsplans Wilhelmshaven ein Fort zum Schutz des preußischen Kriegshafens in Wilhelmshaven.

Vom 15. bis ins 19. Jahrhundert bestand im Westen des heutigen Gemeindegebietes die Herrlichkeit Gödens, die sich 1495 von der Herrschaft Jever abwandte und der Grafschaft Ostfriesland unterstellte, deren Geschichte sie bis zur Auflösung des Regierungsbezirks Aurich teilte. Schloß Gödens bei Sande - Das Schloss Gödens ist ein Wasserschloss in der Gemeinde Sande im Landkreis Friesland in Niedersachsen. Das Schloss war der Stammsitz der Herrschaften von Gödens.

Das Schloss ist von einem doppelten Grabensystem umgeben, ursprünglich waren es sogar drei Wassergräben.

1746 kam Gödens durch Heirat in den Besitz der Familie von Wedel. Die bis heute von den Grafen Wedel bewohnte Burg wird von der Stiftung Kulturerbe Schloss Gödens verwaltet.

Neustadtgödens war lange ein sehr reiches Dorf. Und das einzige in Europa, in dem gleich fünf Religionsgemeinschaften ihre Gotteshäuser errichten durften: Lutheraner, Reformierte, Mennoniten, Katholiken und Juden.

Die evangelische-lutherische Kirche steht an der Stelle, wo früher eine Mühle war, die für das Gotteshaus weichen musste. Bereits Ende des 17. Jahrhunderts stellten die Lutheraner über die Hälfte der Bevölkerung in dem zur reformierten Kirche gehörenden Neustadtgödens. 1695 erhielten sie - obwohl dies gegen den Augsburger Religionsfrieden verstieß - als erste Glaubensgemeinschaft die Genehmigung, eine eigene Kirche zu errichten.

In der früheren Mennonitenkirche ist heute ein Café untergekommen. Auch die reformierte Kirche wird schon lange nicht mehr als solche genutzt - anders als die katholische.

Die Synagoge von 1852 (Mitte des 19. Jahrhunderts war jeder vierte Einwohner jüdischen Glaubens) hat die Schrecken der Reichspogromnacht 1938 unbeschadet überstanden. Heute sind im oberen Stockwerk Ferienwohnungen, das Erdgeschoss ist für Ausstellungen reserviert.

An der Marina von Dykhausen - Direkt am Ems-Jade-Kanal liegt der Dykhausener Sportboothafen. Er entstand aus einer ehemaligen Verladestelle für Kohle und wird vom Wassersportverein WSV Dykhausen betrieben.


Donnerstag, 6. Mai 2021

Mitten in Friesland – Leben zwischen Geest und Meer


"Mitten in Friesland – Leben zwischen Geest und Meer" so ordnet sich die Gemeinde Sande geographisch ein. Sie liegt am Rande des Jeverlandes und zehn Kilometer südlich der Nordseestadt Wilhelmshaven. Die Gemeinde Sande grenzt im Norden an die Stadt Schortens, im Nordosten an die kreisfreie Stadt Wilhelmshaven, im Süden an die Gemeinde Zetel und im Westen an die Gemeinde Friedeburg. Die Gemeinde Sande besteht aus den fünf Ortsteilen Sande, Gödens, Neustadtgödens, Cäciliengroden, Mariensiel und Dykhausen.

Ems-Jade-Kanal, Marienturm und Küsteum in Sande

Der Ems-Jade-Kanal verbindet die Ems bei Emden in Ostfriesland mit dem Jadebusen bei Wilhelmshaven. Der Ems-Jade-Kanal wurde in den Jahren 1880 bis 1888 gebaut. Seine Entstehung verdankt er dem Wunsche Preußens, seinen als Exklave im damaligen Großherzogtum Oldenburg gelegenen Kriegshafen Wilhelmshaven über den Wasserweg mit dem preußischen Ostfriesland zu verbinden, wozu Wilhelmshaven seinerzeit politisch gehörte. Die schnell wachsende Stadt am Jadebusen versprach auch ein guter Markt für landwirtschaftliche Produkte, Baumaterial und Torf zu werden. Außerdem konnte der Kanal die Entwässerungsverhältnisse im höhergelegenen, inneren Teil Ostfrieslands verbessern, dessen Wasser er aufnahm und über den Emder Hafen in die Ems und über den Wilhelmshavener Hafen in den Jadebusen leitete.

Direkt neben dem Ems-Jade-Kanal liegt Altmarienhausen mit dem Marienturm, Sandes Wahrzeichen.


Das Anwesen Altmarienhausen befindet sich am Rande von Sande direkt am Ems-Jade-Kanal.

Schon 1564 ließ die Landesherrin Fräulein Maria von Jever in Marienhausen das „Grashus up dem Sande“ errichten, ein herrschaftliches Vorwerk, das sicher eingedeicht war und erfolgreich bewirtschaftet wurde. Zwischen 1568 und 1571 wurde auf dem Anwesen Marienhausen durch die Landesherrin Maria von Jever ein Schloss errichtet. Sie nutzte es als Sommerresidenz, um sich zu erholen und aufzuheitern. Wegen Baufälligkeit musste das Schloss 1822 ganz abgerissen werden. Der Marienturm stellt das Wahrzeichen der Gemeinde Sande dar.

Auf dem Gelände befinden sich neben dem Marienturm auch eine Scheune, welche ein Museum, das KÜSTEUM, mit einer Ausstellung zum Küstenschutz sowie zur Haus- und Landwirtschaft beherbergt. Ebenfalls ist eine historische Schmiede dort eingerichtet.

Am Fuße des Turmes wird das Café Marienstübchen betrieben. Im Marienstübchen gibt es allerlei zu Essen und Trinken.


Das Küsteum in Sande Altmarienhausen beherbergt eine interessante Küstenschutz-Ausstellung und viele Exponate aus der Haus- und Landwirtschaft sowie eine vollständig ausgestattete Schmiede, so wie sie in und um Sande in den vergangenen Jahrzehnten im Einsatz waren.


Die Schmiede „Eggers“: Eine große Besonderheit stellt die Museumsschmiede dar, die bereits mehr als 25 Jahre existiert und regelmäßig zu Schauzwecken in Betrieb genommen wird. Die Schmiede wurde der Gemeinde Sande mit allem Inventar von der Witwe Eggers gestiftet. Fast von Anfang an betreut Benno Willmann die Schmiede, in der er als Jugendlicher seine Lehre absolviert hatte. Sein damaliges Gesellenstück ist heute Bestandteil der Exponate! In den Sommermonaten kann man Benno und die anderen Museums-Schmiede an jedem Sonntag von 14:00 - 17:00 Uhr bei ihrer Arbeit beobachten.


Montag, 5. Oktober 2020

Sande in Friesland


"Mitten in Friesland – Leben zwischen Geest und Meer" so ordnet sich die Gemeinde Sande geographisch ein. Sie liegt am Rande des Jeverlandes und zehn Kilometer südlich der Nordseestadt Wilhelmshaven. Die Gemeinde Sande grenzt im Norden an die Stadt Schortens, im Nordosten an die kreisfreie Stadt Wilhelmshaven, im Süden an die Gemeinde Zetel und im Westen an die Gemeinde Friedeburg. Die Gemeinde Sande besteht aus den fünf Ortsteilen Sande, Gödens, Neustadtgödens, Cäciliengroden, Mariensiel und Dykhausen.

In Sande am Ems-Jade-Kanal


Der Ems-Jade-Kanal verbindet die Ems bei Emden in Ostfriesland mit dem Jadebusen bei Wilhelmshaven. Der Ems-Jade-Kanal wurde in den Jahren 1880 bis 1888 gebaut. Seine Entstehung verdankt er dem Wunsche Preußens, seinen als Exklave im damaligen Großherzogtum Oldenburg gelegenen Kriegshafen Wilhelmshaven über den Wasserweg mit dem preußischen Ostfriesland zu verbinden, wozu Wilhelmshaven seinerzeit politisch gehörte. Die schnell wachsende Stadt am Jadebusen versprach auch ein guter Markt für landwirtschaftliche Produkte, Baumaterial und Torf zu werden. Außerdem konnte der Kanal die Entwässerungsverhältnisse im höhergelegenen, inneren Teil Ostfrieslands verbessern, dessen Wasser er aufnahm und über den Emder Hafen in die Ems und über den Wilhelmshavener Hafen in den Jadebusen leitete.

Marienturm und Küsteum in Sande

Direkt neben dem Ems-Jade-Kanal liegt Altmarienhausen mit dem Marienturm, Sandes Wahrzeichen.


Der Turm ist das einzige Überbleibsel eines Sommerschlosses des Fräuleins Maria von Jever. Das Küsteum zeigt vom Deichbau und Küstenschutz über altes Handwerk (wie den im Film zu sehenden Schmied) das frühere ländliche Leben. Das kleine Café lädt zum Verweilen ein.

Mariensiel (Sande, Friesland) - Am Ems-Jade-Kanal und das Fort Mariensiel


Das Fort Mariensiel (Fort III) war als Bestandteil des Festungsplans Wilhelmshaven ein Fort zum Schutz des preußischen Kriegshafens in Wilhelmshaven.

Schloß Gödens


Schloss Gödens ist ein ehem. Häuptlingssitz, dessen Ursprünge bis in das Mittelalter zurückreicht. Das beeindruckende, barocke Wasserschloss, liegt nur fünf Kilometer Luftlinie vom Jadebusen und damit der Nordsee entfernt. Nach einem Brand im Jahr 1669 baute Haro Burchard von Frydag Schloss Gödens in seiner heutigen Form kurz darauf wieder auf. 70 Jahre später ging das Anwesen durch Heirat in den Besitz der Freiherren von Wedel über. Wegen seiner beeindruckenden Architektur im Stil der holländischen Renaissance und seines wertvollen Inventars gilt das Anwesen heute als das schönste Schloss Ostfrieslands. Seit 2010 wird das Schloss durch die Stiftung Kulturerbe Schloss Gödens verwaltet. In den Jahren 2010 bis 2013 wurde der kostbar ausgestattete Barocksaal renoviert. Das Schloss ist Zentrum eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs.

Neustadtgödens

Neustadtgödens feierte 2019 sein 475. Jubiläum. Neustadtgödens gilt als das schönste Dorf Frieslands. Ungewöhnlich ist es auf jeden Fall. Z.B. die Zunftfahnen an den Häusern zum Beispiel, die in der Frühen Neuzeit den Beruf ihrer Bewohner anzeigten.


Neustadtgödens war lange ein sehr reiches Dorf. Und das einzige in Europa, in dem gleich fünf Religionsgemeinschaften ihre Gotteshäuser errichten durften. Die evangelische Kirche steht an der Stelle, wo früher eine Mühle war, die für das Gotteshaus weichen musste. In der früheren Mennonitenkirche ist heute ein Café untergekommen. Auch die reformierte Kirche wird schon lange nicht mehr als solche genutzt - anders als die katholische. Die Synagoge hat die Reichspogromnacht 1938 unbeschadet überstanden. Heute sind im oberen Stockwerk Ferienwohnungen, das Erdgeschoss ist für Ausstellungen reserviert.

Geschichtliches: Nach der Antoniusflut von 1511, bei der der Jadebusen seine größte Ausdehnung erreichte, begannen in der Herrlichkeit Gödens umfangreiche Eindeichungsmaßnahmen. Im Zuge dieser Maßnahmen wurde 1544 ein Siel errichtet, das die Keimzelle des Ortes bildete. Die Besitzer der Herrlichkeit, die Familie von Frydag, warben durch religiöse Toleranz viele Glaubensflüchtlinge in die Planstadt, die nach dem Herrschaftssitz Gödens die Bezeichnung Neustadt Gödens erhielt. Unter den ersten Siedlern waren vor allem mennonitische Glaubensflüchtlinge. Viele von ihnen waren gezielt angeworbene niederländische Fachkräfte.

Neustadtgödens entwickelt sich bald zu einem bedeutenden Handelsort mit prosperierendem Hafen und guten Handelsverbindungen. Viele seiner Bewohner lebten von Handel und Schifffahrt. Doch nach dem Bau des Ellenser Damm 1595 durch Graf Johann VII. von Oldenburg wurde der ostfriesische Sielort vom Meer abgeschnitten. Erst durch Verhandlungen vor dem Reichskammergericht konnten der oldenburgischen Seite Zugeständnisse, die die weitere Entwicklung des Ortes begünstigten, abgerungen werden. Die Einwohner wandten sich nach dem Bau des Dammes nun vor allem dem Handel und der Weberei zu. Für das Bleichen der gewebten Stoffe wurden am Rande des Ortes größere Bleichwiesen (die Bleichen) geschaffen.

Von den Wirren des Dreißigjährigen Krieges blieb Neustadtgödens mit Hilfe von Ausgleichszahlungen an den Grafen Peter Ernst II. von Mansfeld, der im restlichen Ostfriesland wütete, weitgehend verschont. Mit der Heirat Franz Ico von Frydag zu Gödens und der katholischen Margarethe Elisabeth von Westerholt begann eine Zeit ungewöhnlicher religiöser Toleranz. Franz Ico gestattete seiner Frau, ihren katholischen Glauben im Schloss Gödens auszuüben.

In der Folgezeit zogen Bewohner anderer Konfessionen in den Ort, so dass innerhalb von nur fünfzig Jahren fünf Gotteshäuser in dem Ort entstanden, der um diese Zeit etwa 700 bis 800 Einwohner hatte. Neben den Mennoniten lebten hier Menschen lutherischen, reformierten, katholischen und jüdischen Glaubens.

Am Ems-Jade-Kanal bei der Marina von Dykhausen




Mittwoch, 7. August 2019

Geschichten aus Jever

Das berühmte Fräulein Maria

Maria von Jever, im Jeverland als Fräulein Maria bekannt, (* 5. September 1500 in Jever; † 20. Februar 1575 ebenda) war die letzte Regentin der Herrschaft Jever aus dem Häuptlingsgeschlecht der Wiemkens.

An Fräulein Maria kommt in Jever niemand vorbei. Obwohl sie vor mehr als 400 Jahren starb - oder, wie man in Jever sagt, seit 1575 nicht mehr gesehen wurde - ist Maria allgegenwärtig: Eine Straße, ein Denkmal, ein Gymnasium und eine Kirchenglocke tragen ihren Namen. Sie war es, die Jever "am ersten Mittwoch im Fasten" - dem Aschermittwoch - 1536 die Stadtrechte verlieh. Maria von Jever, so ihr offizieller Name, regierte die Stadt und die dazugehörigen Ländereien so geschickt, dass sich Jever bis heute Marienstadt nennt.

Die für eine Frau ungewöhnliche Rolle der Regentin fällt Maria als Tochter des letzten Häuptings der Friesen, Edo Wiemken des Jüngeren, zu. Sie wird 1500 geboren, ihre Eltern sterben früh und als auch ihr Bruder ums Leben kommt, steht Maria als Nachfolgerin fest. Allerdings ist sie noch zu jung, um die Regentschaft zu übernehmen. Ihre Vormünder einigen sich mit Graf Edzard von Ostfriesland auf einen Heiratsvertrag, der ihm die Schutzherrschaft über das Jeverland sichert. Die Ostfriesen halten ihr Versprechen aber nicht, sie besetzen Burg Jever. Der ostfriesische Drost Boing von Oldersum kommt Maria zu Hilfe und vertreibt die Eindringlinge. Er gilt später als Marias Geliebter.

Entgegen der damaligen Gepflogenheiten heiratet Maria keinen Sohn eines Grafen, sondern regiert das Land mit eisernem Willen und Geschick selbst. Sie erweitert ihr Herrschaftsgebiet, lässt Deiche bauen, fördert den Handel und gestaltet die Festung Jever zu einem Renaissance-Schloss um. Um 1564 schafft sie in der Stadtkirche ein Denkmal für ihren Vater Edo. Das imposante Grabmal im niederländischen Renaissancestil ist bis heute erhalten und gilt als bedeutendstes Kunstwerk Jevers. Da Maria keine Kinder bekommt, stirbt mit ihr die Dynastie der Häuptlingsfamilie Papinga aus, die in Friesland seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts regierte. Eine Legende besagt, Maria sei 1575 in einem unterirdischen Gang im Schlosspark verschwunden. Wie schon damals läutet noch heute - bis zu ihrer Wiederkehr - jeden Abend die Marienglocke im Turm der Stadtkirche.



Die Getreuen von Jever

Am 1. April 1871 schickten jeversche Stammtischbrüder Reichskanzler Bismarck 101 Kiebitzeier als Geschenk zum Geburtstag. Das war die Geburtsstunde der „Getreuen von Jever“.

Mit dem Sieg im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und der Gründung des Deutschen Reichs erreichte Bismarck mit 56 Jahren den Höhepunkt seines politischen Wirkens. Alle Schichten und Kreise der deutschen Bevölkerung huldigten im Siegestaumel begeistert, aber auch oft übertrieben dem Reichskanzler.

Dass Jever als Stadt „Der Getreuen“ mit besonderer Beziehung zu Bismarck bekannt wurde, ist Wilhelm Mettcker zu verdanken. Er war der Mitbegründer eines Stammtischs, der sich schon vor 1871 in Jever in der Gaststätte Rudolphi traf. Der Geburtstag des Reichskanzlers, der gutes Essen und Getränke liebte, veranlasste auch den Stammtisch, seine Achtung vor Bismarck zu bekunden. Weil der Kanzler gerne Kiebitzeier aß, sandte der Stammtisch ihm erstmals zum Geburtstag am 1. April 1871 genau 101 Kiebitzeier. Das war die Geburtsstunde der „Getreuen von Jever“.


Die ersten beiden Sendungen mit Kiebitzeiern an Bismarck 1871 und 1872 waren noch einfach mit „Aus Jever“ adressiert. 1873 hieß es auf dem Glückwunschbrief „Von den Getreuen in Jever“. Bismarck selbst bedankte sich für das regelmäßige Geburtstagsgeschenk mit einem Pokal, den er 1883 von einem Juwelier in Berlin anfertigen ließ. Das eiförmige Gefäß aus Silber, innen vergoldet, fasst einen Liter Wein und besitzt einen Deckel in Gestalt eines Kiebitzkopfes.

Die Getreuen pflegen bis heute die Sitte des feierlichen Umtrunks aus dem Pokal am 1. April.

An Bismarcks 80. Geburtstag 1895 erinnert in Jever bis heute die Bismarck-Eiche auf dem Kirchplatz: Gymnasiallehrer Kossenhaschen, ebenfalls ein „Getreuer“, hatte sich damals an Bismarcks Sekretariat mit der Bitte gewandt, dem Mariengymnasium eine Eiche aus dem Sachsenwald zu stiften. Tatsächlich kam der Baum pünktlich zum 80. Geburtstag des Reichskanzlers in Jever an und wurde von den Schülern in einer Feierstunde gesetzt.

Zurück zu Fräulein Maria: An sie erinnert auch in Sande (Altmarienhausen) der Marienturm.

Der Turm ist das einzige Überbleibsel eines Sommerschlosses des Fräuleins Maria von Jever. Das Küsteum zeigt vom Deichbau und Küstenschutz über altes Handwerk (wie den im Film zu sehenden Schmied) das frühere ländliche Leben. Das kleine Café lädt zum Verweilen ein.


Der Sagenbrunnen in Jever



Donnerstag, 4. Juli 2019

Trip-Tipp: Rundfahrt um Schortens

Schortens - Menkestraße

Wir verlassen Schortens nach Süden über die K96, passieren bei Dykhausen den Ems-Jade-Kanal und erreichen Schloß Gödens und Neustadtgödens.


Neustadtgödens ist 2019 475 Jahre alt. Schloß Gödens ist in Privatbesitz. Nur der Park kann besichtigt werden.

Wir fahren weiter nach Sande.

Altmarienhausen bei Sande - Der Turm ist das einzige Überbleibsel eines Sommerschlosses des Fräuleins Maria von Jever. Das Küsteum zeigt vom Deichbau und Küstenschutz über altes Handwerk (wie den im Film zu sehenden Schmied) das frühere ländliche Leben. Das kleine Café lädt zum Verweilen ein.


Unser nächstes Ziel ist Mariensiel, das zwar schon fast in Wilhelmshaven liegt, aber noch zu Sande gehört.


Dort treffen wir wieder auf den Ems-Jade-Kanal und finden auch das alte Fort Mariensiel aus den Zeiten der kaiserlichen Marine.

Die Marinestadt Wilhelmshaven lassen wir heute links liegen (genaugenommen rechts, denn wir umfahren sie westlich) und erreichen Sengwarden. Zu den besonderen Baudenkmälern Sengwardens gehört die romanische St.-Georgs-Kirche.


Über das benachbarte Sillenstede fahren wir zurück nach Schortens.

Nach so einer Rundreise hat man sich ein leckeres Abendessen mehr als verdient. Wir bevorzugen italienisch in der Trattoria, unserem Lieblingslokal.





Mittwoch, 1. August 2018

Schloß Gödens, Neustadtgödens und Sande


Neustadtgödens: Das schönste Dorf Frieslands

Neustadtgödens war lange ein sehr reiches Dorf. Und das einzige in Europa, in dem gleich fünf Religionsgemeinschaften ihre Gotteshäuser errichten durften: Lutheraner, Reformierte, Mennoniten, Katholiken und Juden.

Die evangelische-lutherische Kirche steht an der Stelle, wo früher eine Mühle war, die für das Gotteshaus weichen musste. Bereits Ende des 17. Jahrhunderts stellten die Lutheraner über die Hälfte der Bevölkerung in dem zur reformierten Kirche gehörenden Neustadtgödens. 1695 erhielten sie - obwohl dies gegen den Augsburger Religionsfrieden verstieß - als erste Glaubensgemeinschaft die Genehmigung, eine eigene Kirche zu errichten.

In der früheren Mennonitenkirche ist heute ein Café untergekommen. Auch die reformierte Kirche wird schon lange nicht mehr als solche genutzt - anders als die katholische.

Die Synagoge von 1852 (Mitte des 19. Jahrhunderts war jeder vierte Einwohner jüdischen Glaubens) hat die Schrecken der Reichspogromnacht 1938 unbeschadet überstanden. Heute sind im oberen Stockwerk Ferienwohnungen, das Erdgeschoss ist für Ausstellungen reserviert.

Eine besondere Attraktion sind die Gästeführungen in Plattdeutsch mit Hinrich Janßen.


Schloß Gödens bei Sande

Schloß Gödens bei Sande ist im Privatbesitz des Grafen von Wedel und wird auch bewohnt. Der Park kann besichtigt werden. Berühmt sind auch die Gartenausstellungen unter dem Titel "Landleben", die im Juni veranstaltet werden und regen Zuspruch finden.


Der Marienturm und das Küstenmuseum in Sande

Altmarienhausen bei Sande - Der Turm ist das einzige überbleibsel eines Sommerschlosses des Fräuleins Maria von Jever. Das Küsteum zeigt vom Deichbau und Küstenschutz über altes Handwerk (wie den im Film zu sehenden Schmied) das frühere ländliche Leben. Das kleine Café lädt zum Verweilen ein.



Dienstag, 6. Februar 2018

Auf den Spuren des Fräulein Maria von Jever


Maria von Jever, im Jeverland als Fräulein Maria bekannt, (* 5. September 1500 in Jever; † 20. Februar 1575 ebenda) war die letzte Regentin der Herrschaft Jever aus dem Häuptlingsgeschlecht der Wiemkens.

Altmarienhausen bei Sande - Der Turm ist das einzige überbleibsel eines Sommerschlosses des Fräuleins Maria von Jever. Das Küsteum zeigt vom Deichbau und Küstenschutz über altes Handwerk (wie den im Film zu sehenden Schmied) das frühere ländliche Leben. Das kleine Café lädt zum Verweilen ein.


Jever in Friesland - ein Bummel durch die Altstadt:


Das Glockenspiel zu Jever

Das Glockenspiel zu Jever in Friesland zeigt die Geschichte der Stadt anhand bedeutender Persönlichkeiten: Von Fräulein Maria bis zu Katharina der Großen.


In der Altstadt von Jever


Die evangelisch-lutherische Stadtkirche steht am Kirchplatz in Jever. Sie wurde 1964 anstelle der 1959 abgebrannten Vorgängerkirche als moderner, stark gestaffelter Zentralbau errichtet und mit der erhaltenen Apsis der zerstörten Kirche verbunden. Das Edo-Wiemken-Denkmal steht im historischen Chor der Stadtkirche von Jever, den Edo Wiemkens Tochter Maria von Jever in eine Grabkapelle umwandeln ließ, damit dort von 1561 bis 1564 das Grabmal für ihren Vater entstehen konnte. Das von Heinrich Hagart geschaffene Grabmal gilt als bedeutendes Zeugnis niederländischer Bau- und Schnitzkunst der Renaissance. Hagart war ein Schüler von Cornelis Floris II., einem bekannten Antwerpener Architekten und Bildhauer, dessen sogenannter Florisstil von seinen Schülern und Nachfolgern nicht nur in den Niederlanden, sondern auch nach Dänemark und über die Küstenländer der Ostsee, Norddeutschland, bis weit nach Süddeutschland verbreitet wurde. Beim Wiederaufbau der Stadtkirche 1962–1964 wurde der ehemalige Chor in den neuen Kirchenbau einbezogen, indem man das neue Kirchengebäude vor den alten Chorteil setzte und die ursprüngliche Steinmauer durch eine Glastrennwand ersetzte, so dass das Grabmal heute während der Öffnungszeiten der Stadtkirche zu sehen ist. Im Stadtcafè gegenüber kann man gemütlich eine Pause einlegen.


Ähnliche Artikel:

Sonntag, 6. September 2015

Jever


Dereinst gab es in Jever in Friesland im Ortsteil Upjever (gehört eigentlich zu Schortens) den Fliegerhorst Upjever.


Hier waren auch Kampfjets stationiert und nicht gerade selten wurde die Base auch von AWACS Aufklärungsflugzeugen angeflogen. Was mit einem Heidenlärm verbunden war.

Heute ist auf dem ehemaligen Fliegerhorst nur noch das Objektschutzregiment der Luftwaffe stationiert.

Jever selbst ist eine wahre Idylle. Wir unternehmen, ausgehend vom Schloß, einen Bummel durch die Altstadt und sehen auch das Friesische Brauhaus, jedem Freund eines gepflegten Pils sicher wohlbekannt.



Auf den Spuren des Fräulein Maria von Jever sollte man auch einen Abstecher nach Sande unternehmen.

Der Marienturm in Sande, Wahrzeichen der friesischen Kleinstadt, ist der einzige Überrest eines ehemaligen Schlosses, das das sagenumwobene Fräulein Maria zu Jever im 16. Jahrhundert hat erbauen lassen. Heute befinden sich dort das Café "Marienstübchen" und ein Küstenschutz-Museum namens Küsteum.


Es regnet in Jever und der Pfau, der aus dem Schloßpark ausgebüxt ist, macht es sich auf einer Laterne vor dem Schloß bequem. Was soll man so als Pfau bei dem Dreckwetter auch sonst tun?

Donnerstag, 6. August 2015

Jever - Perle Frieslands


Die berühmtesten Türme Jevers? Für Biertrinker schon. Gehören sie doch zum Friesischen Brauhaus zu Jever. Nicht minder berühmt aber der Turm des Schlosses, der doch frappant an Rußland erinnert. Was auch nicht so ganz verkehrt ist, denn Jever war tatsächlich mal russisch gewesen.

  

Jever im Video


Jever - Friesland von franz-roth-tv

Und hier hätten wir noch eyin nettes kleines Feature von einem Regentag beim Schloß:


Nicht allzuweit entfernt von Jever finden wir in Sande noch etwas von Fräulein Maria, deyr berühmten Fürstin Jevers, den Marienturm.

Der Marienturm in Sande, Wahrzeichen der friesischen Kleinstadt, ist der einzige Überrest eines ehemaligen Schlosses, das das sagenumwobene Fräulein Maria zu Jever im 16. Jahrhundert hat erbauen lassen. Heute befinden sich dort das Café "Marienstübchen" und ein Küstenschutz-Museum namens Küsteum.


Im folgenden Bild das Denkmal von Fräulein Maria in Jever: