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Sonntag, 17. September 2023

Was nicht jeder von Schortens weiß

Forst und Forsthaus Upjever

p Der Forst Upjever, um 1535 von Jevers Herrscherin Fräulein Maria gegründet, ist mit seinen heute 750 Hektar zu weiten Teilen ein Wirtschaftswald, dessen Böden Nutzen bringen sollen, aber er ist auch Jeverlands grüne Lunge.

Der Forst Upjever ist ein Waldgebiet westlich der Stadt Schortens im Landkreis Friesland. Das ursprünglich mit Eichen und Buchen angelegte Waldgebiet hat heute eine Größe von rund 740 Hektar und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem Mischwald mit einem hohen Anteil Nadelholzbäumen. Der Wald ist heute ein gefragtes Naherholungsgebiet.


Dass der Wald auch ein Wirtschaftswald ist, das zeigt der ebenfalls bei Forsthaus und Krongutscheune ansässige Verein „Gattersäge Upjever“. Der am 16. November 2005 gegründete Verein „Gattersäge Upjever e. V.“ betreibt im Forst Upjever eine rund 100 Jahre alte Horizontalgattersäge. Neben dem Betrieb der Säge leistet der Verein Bildungsarbeit mit dem Schwerpunkt der Vermittlung der ökonomischen und ökologischen Zusammenhänge sowie des Begriffs der Nachhaltigkeit bei der Waldnutzung.

Vor mehr als zehn Jahren hat das Forstamt Neuenburg im Forst Upjever damit begonnen, die alten Moorgebiete in ihrer ursprünglichen Form wiederherzustellen.

Ein so alter Wald bietet also auch viel Historisches. Neben den Moorflächen so etwa auch die Friedrich-August-Allee und die Jeversche Allee, die Fräulein Maria von Jever im 16. Jahrhundert vom Schloss Jever bis zum Forsthaus in Upjever pflanzen ließ, und die seit kurzem wieder aufgeforstet werden.

Fliegerhorst Upjever:

1934 wurden größere Teile des Forstes für den Bau eines Flugplatzes gerodet. Seit dem 1. Mai 1936 existiert der Fliegerhorst Jever. Er wurde während des Zweiten Weltkrieges von den verschiedenen Einheiten der Luftwaffe und der Wehrmacht genutzt. Nach Kriegsende wurden dort zunächst ehemalige Zwangsarbeiter einquartiert, anschließend wurde der Fliegerhorst von dänischen Einheiten sowie der britischen Royal Air Force genutzt. 1961 wurde der Fliegerhorst dann an die Bundeswehr übergeben, die hier ab 1964 wieder regelmäßigen Flugbetrieb durchführte.

Zum 31. August 2005 wurde das seit 1983 dort stationierte Jagdbombergeschwader 38 „Friesland“ aufgelöst. Am 30. Juni 2006 wurde das Objektschutzbataillon der Luftwaffe aufgelöst und stattdessen das Objektschutzregiment „Friesland“ auf dem Fliegerhorst in Dienst gestellt.

Klosterpark Schortens und die Oestringer Pferdezucht

Die Pferdezucht hat Schortens berühmt gemacht: Im Mittelalter war Schortens Sitz der damals weltberühmten Pferdezucht der Oestringer. Aus dieser Zeit stammt auch das Wappen der Stadt, welches, ähnlich wie das niedersächsische Wappen, ein springendes Pferd enthält.


In jedem Fall war und ist die Stadt Schortens schon immer eng mit der Pferdezucht und damit auch mit dem Reiten verbunden gewesen. Diese enge Verbundenheit spiegelt sich auch am vielfältigen Angebot der Reitplätze und -wege in Schortens wieder.

Die Fläche des Stadtgebietes von Schortens ist 6.890 ha groß und wird mit den Reitwegen im Forst Upjever, dem Moorland und seinen offenen Weiden und Landstrichen dem Reitinteressierten keine Wünsche offen lassen.

Das Kloster Oestringfelde wurde 1175 nach einem Sieg der Östringer über die Rüstringer bei Schakelhave erbaut. Das Kollegiatstift mit Kirche, Wohn- und Nebengebäuden war der heiligen Mutter Maria geweiht und wurde das geistige Zentrum der Landgemeinde Östringen. Hier entstand die sogenannte Östringer Chronik, die einzige mittelalterliche Chronik des Jeverlandes, von der heute nur noch zum Teil abweichende Abschriften erhalten sind. 1272 wurden die Klostergebäude durch einen Brand zerstört. 1323 erfolgte die Grundsteinlegung für den Wehrturm des Klosters, der auch der Landesverteidigung diente. Nach der Pestepidemie um 1350 erhielt der Dominikanerorden in Norden die verlassenen Gebäude zum Aufbau eines Dominikanerinnenklosters und der Turmbau wurde mit Landesmitteln der Östringer vollendet.

Der Klosterpark (vollständiger Name Klosterpark Oestringfelde) ist eine unter Landschaftsschutz stehende alte Parkanlage in der Stadt Schortens im Landkreis Friesland. Die Parkanlage liegt im Westen der Stadt im Stadtteil Oestringfelde und fällt bereits aus der Vogelperspektive durch seine fast runde Struktur auf.

Der Klosterpark hat eine Größe von 8,78 Hektar und ist durch einen Ringgraben und eine parallel dazu verlaufende Wallhecke umgeben. Auf dem Gelände der Parkanlage befinden sich die Klosterruine, genauer gesagt, die Reste des ehemaligen Wehrturms des Klosters Oestringfelde und das Gebäude des RUZ, des Regionalen Umweltzentrums der Stadt Schortens.

Das Kloster wurde 1577 von Graf Johann VII. von Oldenburg aufgehoben und Graf Anton Günter von Oldenburg begann 1609 mit dem Abbruch der Gebäude. Der mächtige Turm stand noch rund 150 Jahre und wurde erst 1769 unter der Herrschaft von Friedrich August von Anhalt-Zerbst abgebrochen.

Sankt Stephanus in Schortens und Sankt Florian in Sillenstede
Zwei der bedeutendsten friesischen Kirchen

Sankt Stephanus in Schortens wurde von 1153 bis 1168 auf einer künstlichen Warft erbaut und ist die älteste sicher datierbare Steinkirche auf der ostfriesischen Halbinsel.


Das alte Dorf Schortens liegt hochwassersicher auf einem eiszeitlichen Geestrücken. Nicht weit von der Kirche entfernt wurde ein vom 6. bis zum 12. Jahrhundert belegtes Gräberfeld ausgegraben, das ungefährdet ohne jede künstliche Erhöhung im gewachsenen Boden liegt.

Dass die St.-Stephanus-Kirche trotzdem auf einer hohen Warft steht, ist einzig dem Verlangen der Oestringer, der hier ansässigen Friesen, zuzuschreiben, das Gebäude weithin sichtbar zu machen, das sie bald nach 1153 aus Stolz auf einen Sieg über ein überlegenes sächsisches Heer errichtet haben. Bis dahin besaßen die Schortenser keine eigene Kirche.

Nach den bis dahin üblichen Holzkirchen erbauten die Oestringer die erste steinerne Kirche auf der Ostfriesischen Halbinsel – aus Granitfindlingen von der heimischen Geest sowie Tuff aus der Eifel, der auf dem Wasserweg hertransportiert wurde. Das massive, 2 m breite Granit-Fundament, das im Baufortschritt von allen Seiten mit Sand und Heideplaggen angeworfen wurde, bildet den Kern der wirklich einmaligen, 4,50 m hohen Warft.

Die St.-Stephanus-Kirche wurde aus – hier erstmals verwendeten – Granitquadern und aus Tuffstein erbaut, den die Händler aus der Eifel mitbrachten, wenn sie ihre Waren zu Schiff in Köln verkauft hatten. Geweiht wurde sie dem heiligen Stephanus, dem ersten christlichen Märtyrer, von dem Kloster Rastede Reliquien besaß.

1361 ließ der Häuptling Keno I. tom Brok im Verlaufe einer Fehde die Nordwand unterminieren, die daraufhin einstürzte. Außerdem wurde das Reetdach mit dem hölzernen Dachstuhl angezündet. In einer Chronik heißt es: „Anno 1361 was Schortenser Kerke gebrennt van Juncker Keno uth Brockmerland unnd sinenn volcke.“ Tom Brook hat sie aber nur angezündet, nicht verbrannt, denn die Südseite ist in der alten Gestalt aus Granit und Tuff weitgehend erhalten geblieben. Nach dem Einsturz im 14. Jahrhundert wurde die Nordwand in uneinheitlicher Weise mit Tuff, Granit, Sandstein und Backstein erneuert, das Rundbogenportal zugemauert und die zerstörte Apsis neu aufgemauert.

Wir sehen hier auch die sog. Wetzrillen. Wetzrillen, auch Teufelskrallen genannt - Es gibt zahlreiche Erklärungen (Erklärungsversuche) für diese Wetzrillen, vom Schärfen von Waffen (sog. Weiheschliff) oder Werkzeugen bis zur Gewinnung von Steinpulver für abergläubische oder volksmedizinische Zwecke.

Diese Rillen findet man im europäischen Bereich an mittelalterlichen Friedhofsmauern, Kirchen, Kreuzen oder Rechtsaltertümern (Gerichtsgebäude, Grenzstein, Pranger) zumeist im Außenbereich und in Bodennähe.

Es gibt aber auch eine profane Erklärung: Im Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert vor der Einführung der Zündhölzer wurde mit Feuerstahl Feuer gemacht. Am Sandstein der Kirchen schlug man damit Funken, die zusammen mit Zunder entflammt wurden. So entzündeten die Kirchgänger ihre Laternen für den Heimweg.

Mit Sankt Florian in Sillenstede verfügt Schortens auch über die größte Granitquaderkirche Frieslands.

Die heutige evangelisch-lutherische St.-Florian-Kirche wurde im Jahre 1233 fertiggestellt. Sie ist mit 48 m Länge die größte und bedeutendste Granitquaderkirche Frieslands. Die Kirche wurde St. Florian, dem Schutzpatron in Feuers- und Wassernot, geweiht. Wie in zahlreichen lutherischen Gemeinden Nordwestdeutschlands findet sich auf dem Kirchendach anstelle eines Wetterhahnes ein Schwan, der im christlichen Kontext als Symbol für den Reformator Martin Luther gedeutet wird. In der seit der Reformation protestantischen Kirche befindet sich ein Taufstein aus dem Jahre 1250, einer der ältesten und wertvollsten Taufsteine im Oldenburger Land. Der Passionsaltar von 1515/1520 ist aus Eichenholz geschnitzt und zeigt die Leidensgeschichte Jesu Christi in 13 Bildern. Ein weiteres Prunkstück ist die Johann-Adam-Berner-Orgel aus dem Jahre 1757.



Freitag, 28. Mai 2021

Schätzchen und Wissenswertes in Schortens


Klosterpark Schortens - hier war im Mittelalter das Kloster Oestringfelde

Der Klosterpark (vollständiger Name Klosterpark Oestringfelde) ist eine unter Landschaftsschutz stehende alte Parkanlage in der Stadt Schortens im Landkreis Friesland. Die Parkanlage liegt im Westen der Stadt im Stadtteil Oestringfelde und fällt bereits aus der Vogelperspektive durch seine fast runde Struktur auf.


Der Klosterpark hat eine Größe von 8,78 Hektar und ist durch einen Ringgraben und eine parallel dazu verlaufende Wallhecke umgeben. Auf dem Gelände der Parkanlage befinden sich die Klosterruine, genauer gesagt, die Reste des ehemaligen Wehrturms des Klosters Oestringfelde und das Gebäude des RUZ, des Regionalen Umweltzentrums der Stadt Schortens.

Sankt Stephanus


Sankt Stephanus in Schortens wurde von 1153 bis 1168 auf einer künstlichen Warft erbaut und ist die älteste sicher datierbare Steinkirche auf der ostfriesischen Halbinsel.

Das alte Dorf Schortens liegt hochwassersicher auf einem eiszeitlichen Geestrücken. Nicht weit von der Kirche entfernt wurde ein vom 6. bis zum 12. Jahrhundert belegtes Gräberfeld ausgegraben, das ungefährdet ohne jede künstliche Erhöhung im gewachsenen Boden liegt.

Dass die St.-Stephanus-Kirche trotzdem auf einer hohen Warft steht, ist einzig dem Verlangen der Oestringer, der hier ansässigen Friesen, zuzuschreiben, das Gebäude weithin sichtbar zu machen, das sie bald nach 1153 aus Stolz auf einen Sieg über ein überlegenes sächsisches Heer errichtet haben. Bis dahin besaßen die Schortenser keine eigene Kirche.

Nach den bis dahin üblichen Holzkirchen erbauten die Oestringer die erste steinerne Kirche auf der Ostfriesischen Halbinsel – aus Granitfindlingen von der heimischen Geest sowie Tuff aus der Eifel, der auf dem Wasserweg hertransportiert wurde. Das massive, 2 m breite Granit-Fundament, das im Baufortschritt von allen Seiten mit Sand und Heideplaggen angeworfen wurde, bildet den Kern der wirklich einmaligen, 4,50 m hohen Warft.

Forsthaus Upjever

Durch einen mystischen Urwald (ein Wildschutzgebiet) geht es auf schmaler Kopfsteinpflasterstraße zum alten Forsthaus im Forst von Upjever, heute Hotel und Restaurant.


Die Gattersäge: Der Verein entstand im November 2005, die ersten Sägespäne fielen jedoch erst im Herbst 2006 als die Gründungsarbeiten begannen. Fast 6000 ehrenamtliche Stunden wurden für den Wiederaufbau der 90 Jahre alten Säge investiert. Ursprünglich wurde die Horizontalgattersäge in Rispel, Ostfriesland, von der Familie Wehmeier betrieben und 1992 von dem Jeverländischen Altertums- und Heimatverein gekauft. Nachdem der Vorschlag, die historische Säge in der Schlachtmühlenscheune in Jever auszustellen, scheiterte, wurde sich für den Standort im Forst Upjever neben der Forstscheune ausgesprochen, wo die Gattersäge seitdem aufgebaut ist. Heute zählt der Verein Gattersäge Upjever e.V. 60 Mitglieder und 20 freiwillige Sägemüller, die zum Schausägen an jedem zweiten und vierten Sonnabend im Monat von 11 Uhr bis 16 Uhr einladen.


Der Flugplatz Jever (früher Fliegerhorst Jever) ist ein inzwischen entwidmeter deutscher Fliegerhorst der Luftwaffe auf dem Gebiet der Städte Schortens und Jever Im Forst von Upjever. Standortbezeichnung ist Schortens. Der Flugbetrieb wurde Ende September 2013 eingestellt. Derzeit ist der Flugplatz Standort des Objektschutzregimentes der Luftwaffe „Friesland“. Etwa drei Viertel des inmitten des Upjeverschen Forstes gelegenen Militärflugplatzes Jever gehört zum Stadtteil Upjever der Stadt Schortens. Letztere beherbergt auch die etwa zwei Kilometer westlich von ihrem Ortskern befindliche Hauptzufahrt an der Upjeverschen Straße. Das westliche Viertel des Fliegerhorstes liegt auf dem Gebiet des Stadtteils Cleverns der Stadt Jever.

1935 begann der Bau des Flugplatzes und am 1. Mai 1936 wurde die Anlage an die Luftwaffe übergeben. Da es im Krieg hier kaum Zerstörungen gegeben hatte, wurden sämtliche Anlagen direkt nach Kriegsende von den Alliierten übernommen. Vorübergehend wurde es als Airfield B.117, so seine alliierte Codebezeichnung, noch durch die Second Tactical Air Force der britischen Royal Air Force genutzt. Im Frühjahr 1951 folgte die Übernahme durch die Royal Air Force und in diesem Zusammenhang die Errichtung einer befestigten Landebahn. Der Flugbetrieb auf der nunmehrigen Royal Air Force Station Jever, kurz RAF Jever, wurde 1952 wieder durch die Second Tactical Air Force aufgenommen.

Im Jahr 1961 wurde RAF Jever an die deutsche Luftwaffe übergeben, die ab 1964 Flugbetrieb durchführte. Ab 1964 erfolgte in der Waffenschule der Luftwaffe 10 die Ausbildung auf Lockheed F-104G Starfighter. Mit dem Wechsel auf den Panavia Tornado von 1983 bis zum 31. August 2005 wurde die Schule zum Jagdbombergeschwader 38 „Friesland“ umbenannt.

Am 26. September 2013 wurde der Flugbetrieb nach 77 Jahren mit dem letzten Start einer Douglas A-4 Skyhawk beendet.

Pferdezucht macht Ort berühmt

Der Name „Schortens“ wird bereits in Chroniken aus dem Jahre 1158 erwähnt, in denen der Bau der St.-Stephanus-Kirche verzeichnet wurde. Diese älteste Kirche des Jeverlandes wurde 1153 „hoch und trocken“ auf dem Geestrücken errichtet, so dass der sich langsam entwickelnde Ort alle folgenden Flutkatastrophen unbeschadet überstehen konnte. Nach dem Bau der St.-Stephanus-Kirche und einer damit verbundenen Neueinteilung der Kirchspiele entwickelte sich der heutige Ortskern von Schortens zum geistigen Zentrum des näheren Umkreises, wozu auch das nahe gelegene Kloster Oestringfelde beitrug, das im Mittelalter in der ganzen Region aufgrund seiner Pferdezucht bekannt war. Von dem Kloster existiert heute nur noch eine Ruine im Klosterpark.


Im Video: Pferde auf einer Weide im Ortsteil Ostiem (Klein-Ostiem)

Nicht umsonst enthält das Wappen der Stadt Schortens ein rotes, springendes Pferd auf weißem Grund. Das Wappen ist wohl auf die schon damals international bekannte Pferdezucht der Oestringer im Mittelalter zurückzuführen.

Es könnte aber auch sein, dass das Wappen auf ein einzelnes „Wunderpferd“ mit dem ein Schortenser Bürger im Mittelalter quer durch Europa reiste, zurückzuführen ist.

In jedem Fall war und ist die Stadt Schortens schon immer eng mit der Pferdezucht und damit auch mit dem Reiten verbunden gewesen. Diese enge Verbundenheit spiegelt sich auch am vielfältigen Angebot der Reitplätze und -wege in Schortens wieder.

Die Fläche des Stadtgebietes von Schortens ist 6.890 ha groß und wird mit den Reitwegen im Forst Upjever, dem Moorland und seinen offenen Weiden und Landstrichen dem Reitinteressierten keine Wünsche offen lassen.





Donnerstag, 6. Mai 2021

Letztes Jahr an der Nordsee - Teil 2 -


Einiges Neues mehr haben wir entdeckt und erkundet. Etwa den Forst von Upjever. Auf schmaler Straße geht es in das verwunschene Waldgebiet.


Der Forst Upjever ist ein Waldgebiet westlich der Stadt Schortens im Landkreis Friesland. Das ursprünglich mit Eichen und Buchen angelegte Waldgebiet hat heute eine Größe von rund 740 Hektar und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem Mischwald mit einem hohen Anteil Nadelholzbäumen. Der Wald ist heute ein gefragtes Naherholungsgebiet.

Der Forst liegt westlich der Stadt Schortens und nimmt das gesamte südwestliche Stadtgebiet ein. Nur ein kleiner Teil des äußersten Forstgebietes im Südwesten gehört zur Stadt Jever. Der Forst hat eine Ausdehnung von rund sieben Kilometer in der Länge und rund drei Kilometer in der Breite. Am südwestlichen Rand des Waldgebiets schließt sich das 43 Hektar große Naturschutzgebiet Sumpfmoor Dose an.

Der am 16. November 2005 gegründete Verein „Gattersäge Upjever e. V.“ betreibt im Forst Upjever eine rund 100 Jahre alte Horizontalgattersäge. Neben dem Betrieb der Säge leistet der Verein Bildungsarbeit mit dem Schwerpunkt der Vermittlung der ökonomischen und ökologischen Zusammenhänge sowie des Begriffs der Nachhaltigkeit bei der Waldnutzung.

Neben der heutigen Revierförsterei befindet sich das alte Forsthaus. Der Vorgängerbau wurde 1804 unter der Regierung der Fürstin Friederike Auguste Sophie erbaut und als Gebäude für die Forstbeamten genutzt. Nach dem Umzug der Beamten in das ehemalige Wohngebäude des Krongutpächters wurde das Gebäude zur Gaststätte Zum Forsthaus Upjever umgebaut. 1914 wurde das alte Gebäude wegen Baufälligkeit abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Heute sind in dem Traditionshaus ein Restaurant und Hotel untergebracht.

Als ehemaliger Angehöriger der Luftwaffe ...


... habe ich noch eine andere Beziehung zu Upjever:

Der Flugplatz Jever (früher Fliegerhorst Jever) ist ein inzwischen entwidmeter deutscher Fliegerhorst der Luftwaffe auf dem Gebiet der Städte Schortens und Jever. Standortbezeichnung ist Schortens. Der Flugbetrieb wurde Ende September 2013 eingestellt. Derzeit ist der Flugplatz Standort des Objektschutzregimentes der Luftwaffe „Friesland“. Früher waren da die Jets in der Luft und auch eine AWACS ist des öfteren pfeifend eingeflogen.


Der Klosterpark Schortens

Den haben wir 2020 per Zufall entdeckt: Wenn alle öffentlichen Toiletten geschlossen sind (wg. Corona) und man muss aber dringend, dann geht man halt auf die Suche nach einem Baum ...




Donnerstag, 4. Juli 2019

Wo die Luftwaffe zuhause ist: Jever und Wittmund


Das Taktische Luftwaffengeschwader 71 "Richthofen" ist seit 1963 am Standort in Wittmund, Ostfriesland fest verwurzelt. Unter verschiedenen Namen garantiert der Verband seitdem verlässlich die Sicherheit des norddeutschen Luftraums. Das Taktische Luftwaffengeschwader 71 "Richthofen" stellt die Alarmrotte, auch Quick Reaction Alert (QRA) genannt, am Standort Wittmund mit dem Waffensystem Eurofighter sicher. Bis 2013 flog das Jagdgeschwader 71 Richthofen die Phantom (Bild oben). Nach 279.000 Flugstunden in vier Jahrzehnten hob am Samstag, den 29. Juni 2013, die F-4F Phantom zum letzten Mal vom Fliegerhorst in Wittmundhafen ab.

Städteportrait Wittmund


Wir sehen u.a. die "Hands of Fame" in der Fußgängerzone.

Die Luftwaffe in Schortens/Upjever


 

Der Flugplatz Jever (früher Fliegerhorst Jever) ist ein inzwischen entwidmeter deutscher Fliegerhorst der Luftwaffe auf dem Gebiet der Städte Schortens und Jever. Nach Einstellung des Flugbetriebes durch das Jagdbombergeschwader 38 "Friesland" Ende September 2013 dient der Flugplatz seither als Standort des Objektschutzregimentes "Friesland" der Luftwaffe.

Städteportrait Jever


In der Altstadt von Jever - Schloß und Schloßpark, Denkmal Fräulein Maria, Sagenbrunnen, Fußgängerzone, Kiebitzbrunnen, Haus der Getreuen, Altstadtcafe, Schlachtmühle, Alter Hafen, Blaudruckerei u.a.

Persönliche Rückblende: Meine eigene Zeit bei der Luftwaffe

Während der Grundausbildung 1973 beim Luftwaffenausbildungsregiment 3 in Roth bei Nürnberg

Im Luftwaffenausbildungsregiment (LwAusbRgt) wurden Soldaten innerhalb der dreimonatigen Allgemeinen Grundausbildung auf den Dienst in den Streitkräften vorbereitet. Die Soldaten lernten hierbei die allgemeinen Grundlagen für eine spätere Laufbahn in den Luftstreitkräften. Die allgemeine Grundausbildung gliederte sich in mehrere Hauptbereiche mit diversen Untergliederungen. Das Hauptaugenmerk lag auf dem Hauptfach Objektschutz in der Luftwaffe.


Samstag, 15. Juli 2017

Luftwaffe und Marine im Norden


Im Bild-Tableau oben der Fliegerhorst Upjever bei Schortens in Friesland. Heute ist der Fliegerhorst die Heimat des Objektschutzregiments "Friesland" der Luftwaffe. Aber alle Einrichtungen für einen Flugbetrieb sind noch vorhanden.

Nur wenige Kilometer weiter, in Wilhelmshaven, ist der seit Kaisers Zeiten bedeutendste deutsche Marinestützpunkt.

Die Korvette Erfurt in Wilhelmshaven - Die Erfurt ist eine Korvette der Deutschen Marine vom Typ K130, auch als Braunschweig-Klasse bezeichnet. Heimathafen der Erfurt ist Rostock Warnemünde. In Wilhelmshaven war sie zum Tag der Bundeswehr 2017.


Unbedingt anschauen sollte man sich das Deutsche Marinemuseum. Unter dem Motto "Menschen - Zeiten - Schiffe" gibt das zertifizierte Museum Einblick in die wechselvolle Geschichte der deutschen Marinen von 1848 bis heute.


Besuchen sollte man auch den Ehrenfriedhof.


Der Ehrenfriedhof in Wilhelmshaven liegt am Rande des Rüstringer Stadtparks und wurde in den Jahren 1912 bis 1914 als Begräbnisstätte der Marinegarnison angelegt.

Der Ehrenfriedhof geht auf Planungen des Hamburger Gartenbauarchitekten Leberecht Migge zurück, der ihn zusammen mit dem Stadtpark konzipierte. Viele der im Ersten Weltkrieg gefallenen Marinesoldaten, insbesondere die der Skagerrakschlacht, wurden hier beerdigt. Auf dem Friedhof gibt es Mahn- und Ehrenmale zur Erinnerung an die Toten, die auf verschiedenen Kriegsschiffen ums Leben kamen: dem Schlachtkreuzer Lützow, den Panzerschiffen Deutschland und Admiral Graf Spee, den Schlachtschiffen Tirpitz und Scharnhorst, den Zerstörern Leberecht Maass und Max Schultz, dem Flakkreuzer Medusa sowie für die gefallenen U-Boot-Fahrer beider Weltkriege.

Sonntag, 2. Juli 2017

Schortens entdecken


Auf den ersten schnellen Blick erweckt Schortens nicht den Eindruck, besonders attraktiv zu sein. Schortens ist eine Stadt und selbständige Gemeinde im Landkreis Friesland in Niedersachsen. Der Ort erhielt 2005 die Stadtrechte und ist seitdem nach Varel die zweitgrößte Stadt im Landkreis Friesland. Seit dem 6. Dezember 2011 ist die Stadt staatlich anerkannter Erholungsort.

Luftwaffensoldaten, aktive und ehemalige, kennen Schortens als Standort des Fliegerhorstes Upjever. Einst Heimat der Waffenschule der Luftwaffe und des Jagdbombergeschwaders 38 "Friesland", heute Standort des Objektschutzregimentes "Friesland" der Luftwaffe.



Aber Schortens hat durchaus einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die evangelisch-lutherische St.-Stephanus-Kirche in Schortens wurde von 1153 bis 1168 auf einer künstlichen Warft gebaut. Das Kirchengebäude ist die älteste sicher datierbare Steinkirche auf der ostfriesischen Halbinsel.

Der Ortsteil Accum hat eine beeindruckende Windmühle vorzuweisen. Die 1746 errichtete Accumer Mühle im Stadtteil Accum ist eine voll funktionsfähige Galerieholländerwindmühle. Die Windmühle misst bis zur Oberkante der Kappe rund 18 Meter und der Durchmesser des Flügelkreuzes beträgt rund 22 Meter. Die Mühle wird durch den Arbeitskreis Accumer Mühle e. V. erhalten und betrieben.


Die Accumer Mühle von franz-roth-tv

Die evangelisch-lutherische St.-Florian-Kirche im Stadtteil Sillenstede wurde vermutlich im Jahre 1233 fertiggestellt. Die auf einer Warf stehende Kirche ist mit einer Länge von 44 Metern und einer Breite von 13 Metern die größte und bedeutendste Granitquaderkirche Frieslands. Der Chor der Kirche wurde äußerlich ohne besondere architektonische Ausformung gestaltet und wird innen durch einen aufwendig gestalteten Triumphbogen vom langgestreckten Apsissaal der Kirche getrennt. Sehenswert ist der Taufstein aus dem Jahre 1250, der aus Eichenholz geschnitzte Passionsaltar von 1515/1520 sowie die Johann-Adam-Berner-Orgel aus dem Jahre 1757.


Und auch Sillenstede hat eine sehenswerte Windmühle.


Zwar nennt ihn Wikipedia nicht bei den Söhnen und Töchtern der Stadt, aber der mit Sicherheit berühmteste Schortenser ist Wilfried Lipinkski (links in den Bildern), der vielfache Paralympics-Sieger, Deutscher Meister, Europameister und Weltmeister bei den Rollstuhlfechtern. Mein Schwager ist der einzige behinderte Fechtmeister der Welt.

Sonntag, 6. September 2015

Jever


Dereinst gab es in Jever in Friesland im Ortsteil Upjever (gehört eigentlich zu Schortens) den Fliegerhorst Upjever.


Hier waren auch Kampfjets stationiert und nicht gerade selten wurde die Base auch von AWACS Aufklärungsflugzeugen angeflogen. Was mit einem Heidenlärm verbunden war.

Heute ist auf dem ehemaligen Fliegerhorst nur noch das Objektschutzregiment der Luftwaffe stationiert.

Jever selbst ist eine wahre Idylle. Wir unternehmen, ausgehend vom Schloß, einen Bummel durch die Altstadt und sehen auch das Friesische Brauhaus, jedem Freund eines gepflegten Pils sicher wohlbekannt.



Auf den Spuren des Fräulein Maria von Jever sollte man auch einen Abstecher nach Sande unternehmen.

Der Marienturm in Sande, Wahrzeichen der friesischen Kleinstadt, ist der einzige Überrest eines ehemaligen Schlosses, das das sagenumwobene Fräulein Maria zu Jever im 16. Jahrhundert hat erbauen lassen. Heute befinden sich dort das Café "Marienstübchen" und ein Küstenschutz-Museum namens Küsteum.


Es regnet in Jever und der Pfau, der aus dem Schloßpark ausgebüxt ist, macht es sich auf einer Laterne vor dem Schloß bequem. Was soll man so als Pfau bei dem Dreckwetter auch sonst tun?