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Sonntag, 24. September 2017

Barockstadt Blieskastel


Um 1660 erwarben die Reichsfreiherren von der Leyen, die seit 1456 in Blieskastel Besitzungen hatten, das kurtrierische Amt Blieskastel und erbauten 1661–1676 an der Stelle der alten Burg ein neues Schloss. Unter den Grafen von der Leyen erlebte Blieskastel im 18. Jahrhundert eine neue Blüte, als diese 1773 ihren Wohnsitz von Koblenz nach Blieskastel verlegten und den Flecken Blieskastel zur Residenzstadt ausbauten. Unter der Gräfin Marianne von der Leyen, einer geborenen Gräfin von Dalberg, entstand in Blieskastel ein kulturelles Zentrum. Eine rege Bautätigkeit entfaltete sich. Das Residenzschloss wurde weiter ausgebaut und auf dem Schlossberg entstand eine Reihe hervorragender Palais und Herrenhäuser für die Hofbeamten der kleinen Residenz, darunter das sogenannte „Schlößchen“, das dem Zweibrücker Baudirektor und Architekten Christian Ludwig Hautt zugeschrieben wird. Daneben wirkten andere Baumeister, wie A. G. F. Guillemard, Matthias Weysser, Peter Reheis und der Zimmermeister Franz Schmitt. In dieser Zeit entstanden die ehemalige Franziskanerklosterkirche, das ehemalige Waisenhaus und das Regierungsgebäude.


Zu Blieskastel gehört auch Böckweiler. Sankt Stephanus in Böckweiler im Saarland - Die Stephanuskirche ist die evangelische Pfarrkirche von Böckweiler, einem Ortsteil von Blieskastel (Saarpfalz-Kreis) im Saarland. Sie ist eine ehemalige Prioratskirche der Benediktiner-Abtei Hornbach. Bei der baulichen Aufnahme nach den Kriegsschäden des Zweiten Weltkrieges wurden römische Reste und die Fundamente einer Basilika aus der Zeit der Karolinger entdeckt. Der Ursprung von Sankt Stephanus datiert ins 11. Jahrhundert.


Gräfinthal entstand Mitte des 13. Jahrhunderts, als Gräfin Elisabeth von Blieskastel hier ein Kloster stiftete. Die Gründung durch die Blieskasteler Grafen ist heute unbestritten, auch wird der Tod Elisabeths von Blieskastel im Jahr 1273 überliefert, ebenso ihre Beisetzung in Gräfinthal. In der Klosterkirche befindet sich eine mittelalterliche Tumba mit liegender Frauengestalt. Ob es sich dabei um das Grab der Stifterin handelt ist nicht gesichert, jedoch wahrscheinlich. Nach der legendenhaften Überlieferung wurde die Gräfin zuvor durch Gebet vor dem Gnadenbild eines Einsiedlers, der auf dem nahen Brudermannsfeld lebte, von einem Augenleiden geheilt, weshalb sie aus Dankbarkeit das Kloster stiftete. Bei diesem Gnadenbild dürfte es sich um das einzigartige Vesperbild „Unsere Liebe Frau mit den Pfeilen“ handeln, das dann als Heiligtum in die Gräfinthaler Klosterkirche kam und sich seit der Auflösung des Konvents in der Heilig-Kreuz-Kapelle beim Wallfahrtskloster Blieskastel befindet.


Kloster Gräfinthal ist ein zum Bistum Speyer gehöriges Priorat der Benediktiner im Saar-Pfalz-Kreis (bei Bliesmengen-Bolchen, Gemeinde Mandelbachtal). Entstanden ist das Kloster im 13. Jahrhundert als eine Stiftung der Gräfin Elisabeth von Blieskastel. In Gräfinthal gibt es neben guter Gastronomie auch eine Freilichtbühne.

Freitag, 22. September 2017

Homburg im Saarpfalzkreis, ein Städteportrait


Homburg im Saarpfalzkreis - In der Homburger Altstadt -


Homburg - Festung und Schloßberghöhlen


Die Festung wurde von Vauban ausgebaut und die Schloßberghöhlen waren ursprünglich das Pulverlager der Festung.

Einkaufsstadt Homburg


Römermuseum Schwarzenacker


Donnerstag, 20. Oktober 2016

Sagenumwobene Menhire im Südwesten


Menhire gibt es nicht nur in der Bretagne oder Cornwall. Zwar sind Stonehenge oder die Alignements von Carnac weltberühmt, aber die Zeugen des Neolithikums finden wir auch hierzulande.

Einer der eindrucksvollsten dieser mythischen Steine ist der christianisierte Pierre des Douzes Apôtres in Lothringen, im Pays de Bitche (Bitscherland) bei Goetzenbruck in der Commune de Meisenthal.


Der Zwölfapostelstein (Les Douze Apotres), auch Breitenstein genannt, ein christianisierter Menhir markiert seit altersher bei Goetzenbruck (Department Moselle, 57) die Grenze zwischen Lothringen und dem Elsaß.

Und wenn man schon mal grade in der Gegend ist, dann sei ein Abstecher zum Internationalen Glaskunstzentrum in Meisenthal empfohlen.


Auch in der Region finden wir bei Blieskastel im Saar-Pfalz-Kreis mit dem Gollenstein gar Europas größten Menhir.


Der Gollenstein ist etwa 4.000 Jahre alt.


Tja, fast 4.000 Jahre blieb der Gollenstein unversehrt, doch nach Beginn des Zweiten Weltkrieges befürchteten Offiziere der Wehrmacht, er könnte aufgrund seiner exponierten Stellung in der Landschaft als Richtpunkt für die französische Artillerie dienen. Daraufhin legten Pioniere den Gollenstein im Jahre 1939 nieder. Die Soldaten richteten dafür eine mit Stroh gefüllte Grube her, die jedoch zu kurz berechnet war. Beim Umlegen riss das Seil, so dass der Stein stürzte, dabei auf der Kante der zu kurzen Grube aufschlug und in vier große und einige kleine Teile zerbrach. Auf Betreiben des Bürgermeisters Alfons Dawo wurden im November 1951 die Teile mit Beton – wegen der breiten Fugen nicht ganz fachmännisch – wieder zusammengesetzt und der Gollenstein erneut aufgerichtet.

Mittwoch, 20. April 2016

Der Heilige Pirminius - Spuren im Südwesten


Kloster Hornbach im Landkreis Südwestpfalz ist eine Gründung des Heiligen Pirminius (Namensgeber der Stadt Pirmasens), eines Missionars, der hier im 9. Jahrhundert wirkte. Pirmin ist in Hornbach gestorben, doch die Gebeine befinden sich heute nicht mehr in der dortigen Grabkapelle, sondern sind in Innsbruck beigesetzt.


Kloster Hornbach ist über 1250 Jahre alt. Nach vielen Jahren des Verrfalls wurde es in den Neunziger Jahren grundlegend renoviert und beherbergt heute ein Hotel.

Im folgenden Clip ein Ausflug nach Hornbach über den Westrich.


Cabrioausflug Muttertag 10-05-2015 von franz-roth-tv

800 Jahre lang ruhten die Gebeine des Heiligen in Hornbach.

Als das Klosters Hornbach im Verlauf der Reformation aufgehoben wurde überführte der letzte Hornbacher Abt, Graf Anton von Salm, St. Pirmins Gebeine 1558 nach Speyer. Von dort verbrachte sie 1575 der ehemalige Präsident des Reichskammergerichtes und Statthalter von Tirol, Graf Schweikhard von Helfenstein, in seine Residenz nach Innsbruck. Hier befinden sie sich heute in einem modernen Schrein der Innsbrucker Jesuitenkirche.

Die Überführung nach Innsbruck hatte ganz handfeste Gründe: Sie diente der Gegenreformation in Tirol. Um die Protestanten von ihrem "Irrglauben" zu befreien kam Pirmin gut zupass. Hatte er doch schon mit der Gründung des Klosters Reichenau die Insel im Bodensee vom "giftigen Gewürm des Teufels" befreit.

Dabei war Pirmin gar kein Missionar mehr gewesen, der Heiden bekehrt hätte, sondern eher eine Art von "Politmissionar", der das politisch zum fränkischen Reich gehörende Allemanien auch kirchlich zu integrieren hatte.

Auch wenn das Pirminiusgrab heute leer ist, so finden wir in Hornbach gleichwohl eine Schädelreliquie des Heiligen: In der katholischen Pfarrkirche Sankt Pirminius.


Und eine weitere Reliquie beherbergt im nahen Medelsheim im Saar-Pfalz-Kreis die Kirche Sankt Martin.


Mittelalterliche Fresken aus dem 14. Jahrhundert, ein steinerner bemalter Altartabernakel von 1436 und eine Reliquie des Heiligen Pirminius, all das findet sich in dieser Kirche am Jakobsweg.


Sakrale Kostbarkeiten in Medelsheim im Saar... von franz-roth-tv