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Freitag, 10. Januar 2020

"Saarhundert": Saarland feiert hundertjähriges Bestehen

Die Geburtsstunde war der 10. Januar 1920: An diesem Tag entstand mit Inkrafttreten des Versailler Vertrags das "Saargebiet" als eigenständige Region unter Verwaltung des Völkerbunds. 1935 dann kehrte das Saarland nach einer Abstimmung der Bevölkerung mit gut 90 Prozent Ja-Stimmen nach Deutschland zurück.

Nach dem Zweiten Weltkrieg: Anfang 1946 wurde das Saarland aus der französischen Besatzungszone ausgegliedert und bekam eine eigene Verfassung. Wirtschaftlich wurde das Land Frankreich angeschlossen, auch bildungs- und kulturpolitisch gab es einen starken französischen Einfluß. Dagegen regte sich immer mehr Widerstand: 1955 votierten die Saarländer gegen das Saarstatut und somit für die Rückkehr nach Deutschland.

Das kleinste der Flächenländer und hinsichtlich der Einwohnerzahl mit knapp einer Million das zweitkleinste Land (nach Bremen) grenzt im Norden und Osten an das Land Rheinland-Pfalz, im Süden an die französische Region Grand Est, dort an das Département Moselle, und im Westen an das Großherzogtum Luxemburg. Gemeinsam mit diesen Nachbarn und der belgischen Region Wallonien bildet das Saarland die europäische Großregion Saar-Lor-Lux. Landeshauptstadt, größte Stadt und einziges Oberzentrum des Saarlands ist Saarbrücken.


Homburg - Ein Städteportrait


Homburg im Saarpfalzkreis - Ein Städteportrait - Altstadt, Festung, Schloßberghöhlen, Römermuseum in Schwarzenacker und die Einkaufsstadt (Saarpfalzcenter in der Talstraße und Dehner Gartencenter).

Homburg (im örtlichen Dialekt Humborch) ist die Kreisstadt des Saarpfalz-Kreises im Saarland. Die Universitätsstadt ist mit 41.811 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2018) die drittgrößte Stadt des Saarlandes.

In der Reunionszeit ließ der französische König Ludwig XIV. durch seinen Festungsbaumeister Vauban Schloss und Stadt in den Jahren 1679 bis 1692 zu einer starken Festung ausbauen. Die Grundstruktur der Altstadt stammt aus dieser Zeit. Die Festungsanlagen wurden 1697 und nach einem Wiederaufbau ab 1705 im Jahr 1714 endgültig geschleift. Ab 1981 wurden die eindrucksvollen Ruinen auf dem Schlossberg freigelegt und restauriert. Sie sind heute eine Sehenswürdigkeit auf der Barockstraße SaarPfalz. 1755 kam Homburg durch einen Gebietstausch von der Grafschaft Nassau-Saarbrücken zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Zwischen 1778 und 1788 ließ Herzog Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken auf dem Buchenberg (dem heutigen Karlsberg) bei Homburg Schloss Karlsberg (hist. Schreibweise Carlsberg) errichten. Im Jahr 1779 verlegte er seine Residenz auf den Karlsberg. Am 28. Juli 1793 wurde dieses Schloss von französischen Revolutionstruppen zerstört.

1816 fiel Homburg an den Rheinkreis unter dem bayerischen König Maximilian I. Joseph, dem jüngeren Bruder des Herzogs Karl II. August. Die Region rund um Homburg und dem benachbarten Zweibrücken konnte sich nach dem Wiener Kongress zu einem Zentrum der demokratischen Bewegung entwickeln, da das Königreich Bayern dem Rheinkreis seine durch die Französische Revolution von 1789 eingeführten Freiheitsrechte beließ, um so u. a. auch von den für den Staat vorteilhaften Steuergesetzen zu profitieren. Wirth und Siebenpfeiffer waren die Initiatoren des Hambacher Festes; daran erinnert in Homburg seit 1992 der "Freiheitsbrunnen".

Durch die territorialen Bestimmungen des Versailler Vertrages (1919) gehörte Homburg von 1920 bis 1935 zum Saargebiet, das mit einem Mandat des Völkerbundes für 15 Jahre unter französische Verwaltung gestellt wurde.

Samstag, 17. August 2019

Im Bliesgau und der Südwestpfalz


Von der Hackmesserseite in den Bliesgau


In der Altstadt von Blieskastel


Wallfahrtskloster Blieskastel


Rückfahrt von Blieskastel


In Althornbach decken wir uns mit frischen Eiern vom Bauernhof ein. Die gibt es an 365 Tagen im Jahr und an 24 Stunden am Tag: Aus dem Regiomaten.


Die Familie Fess in Althornbach ist voll zufrieden: "Der Regiomat hat sich bewährt." Schwerpunkt sind weiterhin die weißen und braunen Eier. "Die Hälfte unserer Kunden sind Franzosen", erzählt Jürgen Fess. Der Durchgangsverkehr mache sich für ihn als Geschäftsmann positiv bemerkbar. Dazu komme, dass in Frankreich die Eier teurer sind. Auch die Nachbarn würden auf die Cents schauen.

Wasserbüffel bei Hornbach


Die Störche vom Kirschbacherhof


Die Mardellen von Vinningen


Mardellen sind meist baumbestandene und wassergefüllte Einstürze auf Hochflächen. Diese Biotope sind Heimat seltener Tier- und Pflanzenarten, wie Salamander, Eidechsen oder Libellen.


Freitag, 16. August 2019

Im Saarland: Die Völklinger Hütte


Bilder oben: Völklingen 1984, das heutige UNESCO Weltkulturerbe Völklinger Hütte noch in Betrieb als Arbed Saarstahl GmbH.

Die Völklinger Hütte ist ein 1873 gegründetes ehemaliges Eisenwerk in der saarländischen Stadt Völklingen. Es wurde 1986 stillgelegt. 1994 erhob die UNESCO die Roheisenerzeugung der Völklinger Hütte als Industriedenkmal in den Rang eines Weltkulturerbes der Menschheit. 2007 wurde sie für die Auszeichnung als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland nominiert. Sie ist ein geschütztes Kulturgut nach der Haager Konvention.

1873 gründete der Hütteningenieur Julius Buch bei Völklingen an der Saar ein Puddel- und Walzwerk. Nach sechs Jahren musste er sein Werk schließen, da es sich wegen der hohen Zölle für das Roheisen nicht mehr für die Verhüttung rentierte. Im Jahr 1881 kam es unter Carl Röchling zu einem Neuanfang. Er kaufte die stillgelegten Anlagen und zwei Jahre später konnte der erste Hochofen in Betrieb gehen. 1890 waren die „Röchling’schen Eisen- und Stahlwerke“ der größte Eisenträgerhersteller Deutschlands.

Ein Jahr später wurde das Thomas-Stahlwerk der Völklinger Hütte eröffnet. Das Thomas-Verfahren wurde relativ spät eingeführt, zeigte jedoch bald Erfolge. Nun konnte auch die lothringische Minette, ein Eisenerz aus der benachbarten Grenzregion, in Völklingen verhüttet werden. Bis 1963 wurde Minette eingesetzt. Um die zur Stahlherstellung notwendigen hohen Temperaturen zu erreichen, brauchte man außer Kohle vor allem auch Koks. Deshalb wurde 1897 die erste Koksbatterie direkt neben den Hochöfen errichtet. Drei Jahre später nahm die erste Gasgebläsemaschine ihren Betrieb auf. 1911 entstand eine Hängebahnanlage zur Beschickung der Hochöfen. Als 1928 die Sintertechnik Einzug hielt, entstand in Völklingen eine der modernsten und größten Sinteranlagen Europas. Sie erlaubte das Recycling von Abfallprodukten wie Gichtstaub und Feinerz. 1952 erreichte die Hütte ihren Produktionshöchststand, bedingt durch den Bauboom in der Nachkriegszeit. Erst mit der Rückkehr des Saarlandes nach Deutschland Ende 1956 erhielten die alten Besitzer, die Industriellenfamilie Röchling, die Völklinger Hütte zurück. Im Jahr 1965 zählten die gesamten Produktions- und Verwaltungsbereiche der Völklinger Hütte insgesamt 17.000 Mitarbeiter. Die weltweite Stahlkrise erfasste 1975 auch die Völklinger Hütte. Während der luxemburgische Stahlkonzern Arbed bis 1971 im Saarland den Standort Burbach betrieb, fusionierte die Völklinger Hütte mit den „Vereinigten Hüttenwerken Burbach-Eich-Düdelingen“ zur gemeinsam mit Röchling betriebenen „Stahlwerke Röchling-Burbach GmbH“. Mit der Integration des Neunkirchener Eisenwerks wurde 1982 die Arbed Saarstahl GmbH geschaffen, bei der die Familie Röchling (1978) ausschied. Seit 1986 heißt das Unternehmen Saarstahl.


Nach der Stilllegung der Roheisenphase (1986) wurde dieser Teil als Industriedenkmal unter Denkmalschutz gestellt. 1994 erklärte die UNESCO die Roheisenerzeugung der Völklinger Hütte zum Weltkulturerbe. Umgangssprachlich wird auch das gesamte Völklinger Werksgelände der Saarstahl AG als Völklinger Hütte bezeichnet. Das heutige Weltkulturerbe Völklinger Hütte umfasst mit 7,46 Hektar Grundfläche nur einen Bruchteil des rund 260 Hektar großen Völklinger Saarstahl-Areals.


Das Weltkulturerbe (seit 1994) Völklinger Hütte, ein Denkmal der Industriekultur in der Region Saar-Lor-Lux.
Sitz des Europäischen Zentrums für Kunst und Industriekultur.


Eines bleibt festzustellen: Als die Rohstahlerzeugung noch in Betrieb war, da war der Gestank nicht nur in Völklingen, sondern auch im weiten Umland nahezu unerträglich gewesen. Das hat sich heute grundlegend geändert.





Donnerstag, 15. August 2019

Ausflug nach Blieskastel

Auf dem Schloßberg in Blieskastel

Der Bliesgau gehört zu den Regionen, die wir ganz besonders gerne besuchen. Am 26. Mai 2009 wurde der Bliesgau durch die UNESCO als jüngstes deutsches Biosphärenreservat anerkannt. Es umfasst eine Fläche von ca. 36.000 ha und wird vor allem von Wäldern, Streuobstwiesen und den Auenlandschaften der Blies geprägt. Des Weiteren ist die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten sowie das dichte Nebeneinander von städtischem und ländlichem Raum für die Region prägend.


Wir haben nicht weit zu fahren ...

Blieskastel - ehem. Residenz der von der Leyen


Paradeplatz, Schloßberg, Orangerie und Schloßkirche

Wallfahrtskloster Blieskastel - Klosterpark - Bruder-Konrad-Brunnen, Figurengruppe Hl. Franziskus predigt den Tieren.


Die Heilig Kreuz Kapelle des Wallfahrtsklosters Blieskastel


Die Heilig-Kreuz-Kapelle steht auf dem Han, einer Anhöhe über Blieskastel. 1682/83 entstand durch "Meister Thomas Gampfer" (Camper) der heute noch stehende flachgedeckte Saalbau mit dreiseitigem Schluss. Bauherren waren die in Koblenz regierenden Freiherren Carl Caspar und Damian Adolph von der Leyen, deren Wappen noch das Portal ziert. "Zur vermehrten Einpflanzung christlich katholischer Andacht der Untertanen" wurden auf dem Vorplatz eine Kreuzigungsgruppe mit den Schächern und die "sieben Fußfälle" aus dem Kreuzweg Christi, sowie der Stationen der Sieben Schmerzen Mariens und ein Heiliges Grab errichtet. Ein Säulengang bildete den Abschluss der Gesamtanlage.

Der besondere Anziehungspunkt war eine Kreuzreliquie innerhalb der Kapelle. Der Schmuck im Kapelleninnern, besonders der sehr farbige Deckenstuck bezog sich ganz auf die Kreuzwallfahrt. Die Gottesdienste besorgten eigene Kapläne, ab 1775 die Franziskaner.

Die Wallfahrt fand durch die Französische Revolution ihr Ende. Die Kapelle wurde geplündert, die Inneneinrichtung vernichtet und der Raum als Pulvermagazin verwendet. An den Portalsäulen sind noch Inschriften von französischen Soldaten aus diesen Jahren zu erkennen. Auch die Kreuzigungsgruppe wurde beschädigt.

Ab 1804 hielten die Franziskaner wieder Stationsandacht; der hiesige Apotheker Mehler ließ vom Bildhauer Matthias Weysser die Kreuzigungsgruppe nach altem Vorbild wieder herstellen. Die beiden Schächerkreuze von 1685, denen 1688 durch Soldaten Arme und Beine verstümmelt wurden, waren noch erhalten und wurden gleichfalls restauriert. Die Kreuzwegstationen in einer halboffenen Säulenhalle stammen aus dem Jahre 1857. Sie ersetzen die zerstörten "Sieben Fußfälle". 1829 kam das Gnadenbild "Unsere Liebe Frau mit den Pfeilen" in die Kreuzkapelle.

Niederwürzbach: Am Würzbacher Weiher mit Gedenkstätte Kurt Hartz


Kurt Hartz (* 21. Oktober 1935 in Niederwürzbach; † 24. September 2014 in Blieskastel) war ein deutscher Politiker (SPD).

Im Gedenken und zur Erinnerung an Kurt Hartz hat der SPD Ortsverein Niederwürzbach am Ufer des Würzbacher Weihers eine Gedenkstätte errichtet.

Kurt Hartz, eine prägende Persönlichkeit seines Heimatortes Niederwürzbach, der von 1962 bis 1982 Vorsitzender des SPD-Ortsvereins war. Er setzte als jüngster Bürgermeister des Saarlandes vom 9. November 1964 bis zur kommunalen Neugliederung am 1. Januar 1974 Maßstäbe für den Ort. Ein Meilenstein war der Kauf von Gut Junkerwald mit dem Weiher im Mai 1965. Auf Bestreben von Kurz Hartz wurde der Heimat- und Verkehrsverein gegründet, den er von 1965 bis 1982 sehr erfolgreich leitete.

Als Bevollmächtigter der IG Metall und SPD-Landtagsabgeordneter setzte er sich insbesondere für den Erhalt der Arbeitsplätze in der Stahlindustrie im Saarland ein.

Kurt Hartz Brüder sind der frühere VW-Personalvorstand Peter Hartz (* 1941), nach dem das Hartz-Konzept zur Arbeitsmarktreform benannt wurde, und Rudi Hartz (* 1940, † 2016).

Rückweg Richtung Südwestpfalz


Wasserbüffel bei Hornbach


Acht Wasserbüffel - sechs Kühe und zwei Bullen - waren es 2010 gewesen beim offiziellen Startschuss der Beweidung der Talaue zwischen Hornbach und Mauschbach. Mittlerweile sind es einige mehr.

Der Landkreis Südwestpfalz hatte das mit 96.000 Euro vom Land geförderte Projekt gestartet, um drei Ziele zu erreichen. Zum einen als Biotopschutz, zum zweiten, um eine Verbuschung der Kulturlandschaft zu verhindern und zu erhalten. Und zum Dritten hat das Projekt auch einen touristischen Aspekt.

Den jetzt elf Tieren stehen rund 17 Hektar zwischen der Landstraße 478 und dem St. Johanner Weg auf beiden Seiten der Trualb (die mündet zwar bei Waldhouse von rechts in den Hornbach, der Hornbach führt aber bis zu der gleichnamigen Stadt den Namen „Trualbe“ als Zweitname nebenher) zur Verfügung. Sie sind eine Attraktion im Hornbachtal.



Freitag, 20. April 2018

Kloster Gräfinthal in der Saarpfalz


Kloster Gräfinthal ist ein zum Bistum Speyer gehöriges Priorat der Benediktiner im Saar-Pfalz-Kreis (bei Bliesmengen-Bolchen, Gemeinde Mandelbachtal). Entstanden ist das Kloster im 13. Jahrhundert als eine Stiftung der Gräfin Elisabeth von Blieskastel. In Gräfinthal gibt es neben guter Gastronomie auch eine Freilichtbühne.


Gräfinthal ist eine monastische Gründung des 13. Jahrhunderts. Mönche einer benediktinischen Ordensgemeinschaft aus der Toskana, die Eremiten von Malvalle, kamen damals in die Einöde des Letschenbachtales, wo Gräfin Elisabeth von Blieskastel ein Kloster errichtet hatte. Sie hüteten dort den kostbaren Schatz der „Madonna mit den Pfeilen“, eine Pietà, der ein Blutwunder nachgesagt wurde, und die von weither Pilger anzog. Der Konvent der Mönche blühte auf.


Gräfinthal war wegen seiner strengen Lebensweise bekannt und angesehen. Seine frühen Prioren sind Ordens-Visitatoren im Rheinland und in Süddeutschland. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts gründen sie das Priorat Marienthal bei Hagenau im Elsaß, das bis heute als großer Wallfahrtsort bekannt ist.

Über viele Jahrhunderte hin besteht Gräfinthal im Wechsel von Blüte und Niedergang. Es beherbergt ca. ein Dutzend Mönche, wie Konventlisten seit 1292 belegen. In späterer Zeit sind es nicht selten Ordensleute deutscher, französischer und flämischer Muttersprache gleichzeitig. Mindestens fünf Mal wird Gräfinthal in Kriegszeiten völlig zerstört, entsteht aber immer wieder neu aus den Ruinen. Noch im 18. Jahrhundert ist das Kloster ein bedeutender Wallfahrtsort auf dem Territorium des Herzogs von Lothringen.

Nach den Verwüstungen des dreißigjährigen Krieges begann mit der barocken Bauperiode eine Blütezeit für Gräfinthal. Bevölkerung und Adel gewähten Unterstützung. Vor allem der polnische Exil-König Stanislas Leszczynski im nahen Zweibrücker Exil erwies sich als Wohltäter. Er übereignete dem Konvent den goldenen Reichsapfel des Königreiches Polen, als Weihegabe an die Gottesmutter Maria, die in Gräfinthal verehrt wird. Seine jüngste Tochter wird Königin von Frankreich, Anna dagegen, die ältere, stirbt mit 18 Jahren und wird 1717 in der kaum vollendeten Prioratskirche bestattet. Noch einmal, im ausgehenden Barock, erfährt Gräfinthal eine kraftvolle religiöse und kulturelle Erneuerung.

Dann machen sich die verdorbenen Früchte eines ideologischen Liberalismus und Relativismus im Konvent bemerkbar. Der Zeitgeist der Aufklärung fordert seine Opfer. Reichsgräfin Marianne von der Leyen sieht die Krise und versucht Abhilfe zu schaffen. Sie verlegt mit römischer Erlaubnis 1787 den Konvent nach Blieskastel, wo er sich als Chorherrenstift konstituiert. Doch Revolution und Säkularisation besiegeln seinen Untergang. Die Mönche zerstreuen sich. Der letzte von ihnen, Frater Bernhard Jerusalem, kehrt ins Letschenbachtal zurück und stirbt in Gräfinthal im Januar 1823. Gräfinthal aber bleibt trotz Verfall und Ruin der stille Zufluchtsort vieler Beter. 1809 errichtet der Bürgermeister von Saargemünd, Jean Baptiste Mathieu, eine Kapelle im Ruinenbezirk für die vielen Wallfahrer, die weiterhin privat nach Gräfinthal kommen. Mathieu wird nach seinem Tode 1842 in Gräfinthal bestattet. Mehrmals im 19. und 20. Jahrhundert wird an Wiederaufbau gedacht. Nun ist die Kapelle seit 2017 restauriert.



Montag, 29. Januar 2018

Auf den Spuren der Kelten


Der "Hunnenring" bei Otzenhausen im Saarland, ein ehemaliges keltisches Oppidum


Der Ringwall von Otzenhausen (volkstümlich auch Hunnenring genannt) ist eine mächtige keltische Befestigungsanlage (Oppidum) am Hang des Dollberges bei Otzenhausen, einem Ortsteil der Gemeinde Nonnweiler im nördlichen Saarland nahe der Primstalsperre.

Bei dem Ringwall handelt es sich um die Überreste der Befestigung einer Ortschaft ("Oppidum", lat.: Stadt) des keltischen Stammes der Treverer. Der Dollberg bei Otzenhausen nimmt unter den spätkeltischen treverischen Befestigungen eine Sonderstellung ein, da er wohl schon in frühkeltischer Zeit eine Befestigung besaß. Wahrscheinlich wurde die vorhandene Befestigungsanlage zwischen den Jahren 78 bis 67 v. Chr. zum Schutz gegen die Bewegung der germanischen Sueben ausgebaut.

Das Keltendorf bei Landersdorf


In Landersdorf (Markt Thalmässing, Mittelfranken, Landkreis Roth) finden wir die Rekonstruktion eines keltischen Dorfes. Neben den Gebäuden selbst finden wir auch Beispiele dessen, was die Kelten im Ackerbau angepflanzt haben. Das ist Geschichte zum Anfassen!

Keltengräber bei Landersdorf

Gräber aus der Hallstattzeit bei Landersdorf (Markt Thalmässing, Landkreis Roth, Mittelfranken, Bayern).



Ähnlicher Artikel: Auf den Spuren der Römer


Mittwoch, 10. Januar 2018

Die Schlösser der von der Leyen in Niederwürzbach


Blieskastel im Saarpfalzkreis war der Residenzsitz der Reichsgrafen von der Leyen gewesen.


Unter der Gräfin Marianne von der Leyen, einer geborenen Gräfin von Dalberg, entstand in Blieskastel ein kulturelles Zentrum. Eine rege Bautätigkeit entfaltete sich.

Zum Amt Blieskastel gehörte auch Niederwürzbach. Der Ort selbst, besonders aber der Weiher, war anfangs für die von der Leyen lediglich als Einnahmequelle für die gräfliche Finanzkasse von Bedeutung (Mühlzins und Fischereiertrag). Das änderte sich aber, als im Jahre 1773 Reichsgraf Franz Karl seiner Gemahlin die Mühle und Land zu ihrer freien Verfügung überschrieb. Die Reichsgräfin Marianne hatte den Ort und den Weiher bald in ihr Herz geschlossen. Nach dem Tod ihres Gemahls im Jahre 1775 ließ sie ihren Besitz in Gestalt eines Gartens und Gartenhauses erweitern. Und da es ihr hier so gut gefiel, ließ sie noch ein neues Wohnhaus errichten.

Fahrt durch den Bliesgau und Blieskastel nach Niederwürzbach:


Niederwürzbach ist ein Stadtteil von Blieskastel im Saarpfalz-Kreis (Saarland). Der Ort verdankt seinen Namen dem Bächlein Würzbach, das den Würzbacher Weiher (12 ha groß) speist, durch Niederwürzbach fließt und in die Blies entwässert. Niederwürzbach ist Teil des Biosphärenreservats Bliesgau der UNESCO.


Das Denkmal am Weiher ist Kurt Hartz, saarländischer Politiker und Bruder von Peter Hartz, nach dem die Schröder'schen Arbeitsmarktreformen benannt sind.

Die Sägemühle, die Wohnung für den Müller und seine Familie und der Ökonomiebetrieb, den der Reichsgraf Franz 1773 seiner Gemahlin zu ihrer freien Verfügung überschrieben hatte, waren an den Sägemüller verpachtet. Für den Eigenbedarf erwarb deshalb die Gräfin Marianne 1788 ein nahe gelegenes Landhaus. Das Baudatum des Gebäudes ist bis heute unbekannt. Der Annahof, so wie er heute dem Betrachter entgegentritt, ist das Ergebnis von vier Bauphasen.


Nachdem die Gräfin Marianne das Landgut „Mon plaisir“ mit der Mühle und einigen Gärten, den Annahof mit Wohngebäude und landwirtschaftlichen Betrieb besaß, ließ sie noch ein drittes Projekt anlaufen. Auf der dem Annahof gegenüber liegenden Weiherseite wurde ein Landhaus erbaut. Neben der Gräfin war auch noch ein zweiter Bauherr an dem Bauprojekt beteiligt. Es war ein Geistlicher, der im Schloss in Blieskastel lebte und wahrscheinlich der Beichtvater der Reichsgräfin war. Dieser Kanoniker namens Farogart fand, wie die Gräfin Marianne, den Weiher und seine Umgebung wunderschön. Er wünschte deshalb auch dort wohnen zu dürfen. Da der geistliche Herr einen finanziellen Beitrag zur benötigten Bausumme beisteuerte (die gräfliche Kasse war meist leer), konnte der Ökonomiehof zwischen 1788/91 errichtet werden. Dem Kanoniker Farogarden zu Ehren erhielt er den Namen „Bon voisin“ (Guter Nachbar). Der Canonicus wohnte aber wohl nicht lange in den Landhaus. Im Grundsteuerkataster des Jahres 1844 wird die Anlage als "rothe Hof genannt Bonvoisin am Neuweiher" angegeben. 1836 taucht im topographischen Plan der Name "Rotherhof" auf. Wegen seines roten Anstrichs wurde das Landhaus wohl so bezeichnet. Heute heißt er "Roter Bau".

Das gräfliche Landhaus besteht aus einem eingeschossigen, rot verputzten Wohnbau mit einem Mansarden-Walmdach. Zum Weiher hin erhebt sich der Bau auf einem hohen Sockelgeschoss. Hier befindet sich ein großer, gewölbter Keller. Zehn Fenster blicken auf den Weiher. Auf der Hofseite gibt es drei Eingänge ins Gebäude und fünf Fenster. Das rundbogige Hauptportal mit seinem wuchtigen Dreiecksgiebel ist das imposanteste Architekturteil des Gebäudes. Ursprünglich war das Hauptgebäude nur durch einen schmalen Landstreifen vom Weiher getrennt. Erst durch den Bau der Eisenbahnstrecke und des Bahnhofes (um 1860) wurde das Gebäude weiter vom Weiher weggedrängt. Der gesamte Bau ist ein charakteristisches Beispiel einer sogenannten separierten (getrennten) Anlage. Das bedeutet, die einzelnen eingeschossigen Wirtschaftstrakte sind nicht miteinander verbunden. An den Mittelbau schließen sich seitlich niedrigere Wirtschaftshöfe an. Sie dienen als Flügelbauten. Dadurch wird der Innenhof dreiseitig umschlossen. Diese Remisen dienten als Gebäude für Kutschen, Schlitten, Pferdewagen und Stallungen. Die sogenannte Beletage (die am besten ausgestattete Wohnung) war die Wohnung der Gräfin.

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Freitag, 22. Dezember 2017

Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Heute ist es das UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte, zum Zeitpunkt dieser Aufnahme (1986)
war die Hütte noch als Röchling Saarstahl in Betrieb.


Das Weltkulturerbe (seit 1994) Völklinger Hütte, ein Denkmal der Industriekultur in der Region Saar-Lor-Lux. Sitz des Europäischen Zentrums für Kunst und Industriekultur.




Ähnlicher Artikel: Im Ruhrgebiet des Mittelalters

Mehr aus der Region:

LUXEMBOURG from Franz Roth on Vimeo.




Donnerstag, 19. Oktober 2017

Highlights der Barockstraße Saarpfalz


Das Herzogsschloß in Zweibrücken

Kloster Gräfinthal ist ein zum Bistum Speyer gehöriges Priorat der Benediktiner im Saar-Pfalz-Kreis (bei Bliesmengen-Bolchen, Gemeinde Mandelbachtal). Entstanden ist das Kloster im 13. Jahrhundert als eine Stiftung der Gräfin Elisabeth von Blieskastel.

Kloster Gräfinthal im Saarpfalzkreis from Franz Roth on Vimeo.


Die Gründung des Klosters erfolgte nach dem Chronisten Dom Calmet im Jahre 1243. Es ist eine Stiftung der Gräfin Elisabeth von Blieskastel. Diese wurde der Legende nach durch ein Gebet vor dem Gnadenbild eines Einsiedlers (s. Blieskastel und sein Gnadenbild) geheilt und gründete aus Dankbarkeit das Kloster. 1273 wurde sie dort beerdigt. Die Klosteranlage wurde im Laufe von 600 Jahren wiederholt zerstört und beschädigt. Eine letzte Blüte und sein Ende erlebte das Kloster dann zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Förderer war der in Zweibrücken residierende ehemalige polnische König, der spätere Herzog von Lothringen, Stanislaus Lescynski (1677-1766). Er ließ 1717 seine verstorbene Tochter Anna (1699-1717) in der Klosterkirche beisetzen. Bei jüngsten archäologischen Grabungen wurde diese Grablege vermutlich gefunden. Auch die 2. Tochter des polnischen Königspaares, Maria Lescynska (1703-1768), durch die Heirat mit Ludwig XV. Königin von Frankreich, hatte eine besondere Zuneigung zu dem Kloster und besuchte es öfter.


Ein Video von Gräfinthal aus dem Jahr 2013. Die Kapelle war damals noch nicht restauriert.

Aus Gräfinthal stammt ursprünglich das Gnadenbild in der Heilig-Kreuz-Kapelle des Klosters Blieskastel.


Das Kloster Blieskastel ist ein Kloster der Franziskaner-Minoriten in Blieskastel im Saarland. Das Kloster ist eine bedeutende Wallfahrtsstätte im Bistum Speyer. Teil des heutigen Klosteranlage ist die 1682/83 errichtete Heilig-Kreuz-Kapelle. In ihr befindet sich die aus dem 14. Jahrhundert stammende Pietà „Unsere Liebe Frau mit den Pfeilen“. Sie ist der Anlass für die Wallfahrten ins Kloster Blieskastel. Sie stammt ursprünglich aus dem nahen Kloster Gräfinthal.

Um 1660 erwarben die Reichsfreiherren von der Leyen, die seit 1456 in Blieskastel Besitzungen hatten, das kurtrierische Amt Blieskastel und erbauten 1661–1676 an der Stelle der alten Burg ein neues Schloss. Unter den Grafen von der Leyen erlebte Blieskastel im 18. Jahrhundert eine neue Blüte, als diese 1773 ihren Wohnsitz von Koblenz nach Blieskastel verlegten und den Flecken Blieskastel zur Residenzstadt ausbauten. Unter der Gräfin Marianne von der Leyen, einer geborenen Gräfin von Dalberg, entstand in Blieskastel ein kulturelles Zentrum. Eine rege Bautätigkeit entfaltete sich. Das Residenzschloss wurde weiter ausgebaut und auf dem Schlossberg entstand eine Reihe hervorragender Palais und Herrenhäuser für die Hofbeamten der kleinen Residenz, darunter das sogenannte „Schlößchen“, das dem Zweibrücker Baudirektor und Architekten Christian Ludwig Hautt zugeschrieben wird.


Das Lustschloss Tschifflik (zu bulgarisch чифлик „Landgut“, aus türkisch Çiftlik, deutsch „Bauernhof“) bei Zweibrücken wurde in den Jahren 1715 und 1716 von Stanislaus I. Leszczyński, dem exilierten König von Polen und Großfürst von Litauen (1704−1709 und 1733−1736) als Sommerresidenz erbaut. Nach seinen Ideen wurde die Anlage vom schwedischen Baumeister Jonas Erikson Sundahl geplant und baulich realisiert. Tschifflik gilt als typisches Beispiel barocker Gartenarchitektur. Am 4. Juli 1714 kam der abgesetzte Polenkönig unter dem Pseudonym Graf Kronstein in die Stadt Zweibrücken, die er als Exil wählte. Wenige Monate später folgten ihm seine Familie mit dem etwa 100 bis 150 köpfigen polnischen Hofstaat. Die Familie Leszczyński bewohnte bis zur Fertigstellung der Residenz im Jahre 1716 ein extra für sie aufwendig restauriertes Gebäude in der Oberstadt. Vermutlich wurde schon zuvor ein bereits im Jahre 1715 fertiggestellter Gebäudekomplex des neuen Wohnsitzes von den Töchtern und einem Teil des Hofstaates bezogen.


Zweibrücken, barocke Residenz der Wittelsbacher der Linie Pfalz-Zweibrücken.


Homburg im Saarpfalzkreis:


Sankt Michael gehört zu den wenigen in der Saarregion erhaltenen klassizistischen Kirchenbauten. Der Baldachinaltar ist eine Stiftung des Prinzregenten Luitpold von Bayern. Denn 1816 fiel Homburg an den Rheinkreis des Königreichs Bayern unter König Maximilian I. Joseph, dem jüngeren Bruder Herzog Karls II. August. Homburg gehörte bis 1920 zu Bayern.

In der Reunionszeit ließ der französische König Ludwig XIV. durch seinen Festungsbaumeister Vauban Schloss und Stadt in den Jahren 1679 bis 1692 zu einer starken Festung ausbauen. Die Grundstruktur der Altstadt stammt aus dieser Zeit. Die Festungsanlagen wurden 1697 und nach einem Wiederaufbau ab 1705 im Jahr 1714 endgültig geschleift. Ab 1981 wurden die eindrucksvollen Ruinen auf dem Schlossberg freigelegt und restauriert. Sie sind heute eine Sehenswürdigkeit auf der Barockstraße SaarPfalz.

Homburg - Festung und Schloßberghöhlen from Franz Roth on Vimeo.


Donnerstag, 5. Oktober 2017

Blieskastel


Der Gollenstein bei Blieskastel im Saarpfalz-Kreis im Saarland ist ein etwa 4000 Jahre alter Menhir und gilt mit seinen 6,58 Metern Höhe als der größte Menhir Mitteleuropas. Er steht auf dem Blieskasteler Berg nordwestlich des Stadtzentrums und gilt als Wahrzeichen der Barockstadt Blieskastel.


Der Gollenstein im Saarland bei Blieskastel (Saarpfalz-Kreis) ist ein etwa 4.000 Jahre alter Monolith. Er zählt zu den ältesten Kulturdenkmälern Deutschlands und gilt als der größte Menhir Mitteleuropas. Die Höhe des Steines beträgt 6,58 Meter. Dieses uralte Kulturdenkmal hatte im Zweiten Weltkrieg großen Schaden genommen. Damit er nicht als Richtpunkt für die Artillerie dienen konnte hatte ihn die Wehrmacht in mehrere Teile zerstört! Erst nach dem Krieg wurde der kostbare Stein wieder zusammengesetzt. So sieht man heute die Nahtstellen der vier Teile.

In der Altstadt und auf dem Schloßberg

Um 1660 erwarben die Reichsfreiherren von der Leyen, die seit 1456 in Blieskastel Besitzungen hatten, das kurtrierische Amt Blieskastel und erbauten 1661–1676 an der Stelle der alten Burg ein neues Schloss. Unter den Grafen von der Leyen erlebte Blieskastel im 18. Jahrhundert eine neue Blüte, als diese 1773 ihren Wohnsitz von Koblenz nach Blieskastel verlegten und den Flecken Blieskastel zur Residenzstadt ausbauten. Unter der Gräfin Marianne von der Leyen, einer geborenen Gräfin von Dalberg, entstand in Blieskastel ein kulturelles Zentrum. Eine rege Bautätigkeit entfaltete sich. Das Residenzschloss wurde weiter ausgebaut und auf dem Schlossberg entstand eine Reihe hervorragender Palais und Herrenhäuser für die Hofbeamten der kleinen Residenz, darunter das sogenannte „Schlößchen“, das dem Zweibrücker Baudirektor und Architekten Christian Ludwig Hautt zugeschrieben wird. Daneben wirkten andere Baumeister, wie A. G. F. Guillemard, Matthias Weysser, Peter Reheis und der Zimmermeister Franz Schmitt. In dieser Zeit entstanden die ehemalige Franziskanerklosterkirche, das ehemalige Waisenhaus und das Regierungsgebäude.


Wallfahrtskloster

Das Kloster Blieskastel ist ein Kloster der Franziskaner-Minoriten in Blieskastel im Saarland. Das Kloster ist eine bedeutende Wallfahrtsstätte im Bistum Speyer. Teil des heutigen Klosteranlage ist die 1682/83 errichtete Heilig-Kreuz-Kapelle. In ihr befindet sich die aus dem 14. Jahrhundert stammende Pietà „Unsere Liebe Frau mit den Pfeilen“. Sie ist der Anlass für die Wallfahrten ins Kloster Blieskastel. Sie stammt ursprünglich aus dem nahen Kloster Gräfinthal.


Dienstag, 3. Oktober 2017

Blieskastel: Altstadt, Schloßberg und Wallfahrtskloster


Um 1660 erwarben die Reichsfreiherren von der Leyen, die seit 1456 in Blieskastel Besitzungen hatten, das kurtrierische Amt Blieskastel und erbauten 1661–1676 an der Stelle der alten Burg ein neues Schloss. Unter den Grafen von der Leyen erlebte Blieskastel im 18. Jahrhundert eine neue Blüte, als diese 1773 ihren Wohnsitz von Koblenz nach Blieskastel verlegten und den Flecken Blieskastel zur Residenzstadt ausbauten. Unter der Gräfin Marianne von der Leyen, einer geborenen Gräfin von Dalberg, entstand in Blieskastel ein kulturelles Zentrum. Eine rege Bautätigkeit entfaltete sich. Das Residenzschloss wurde weiter ausgebaut und auf dem Schlossberg entstand eine Reihe hervorragender Palais und Herrenhäuser für die Hofbeamten der kleinen Residenz, darunter das sogenannte „Schlößchen“, das dem Zweibrücker Baudirektor und Architekten Christian Ludwig Hautt zugeschrieben wird. Daneben wirkten andere Baumeister, wie A. G. F. Guillemard, Matthias Weysser, Peter Reheis und der Zimmermeister Franz Schmitt. In dieser Zeit entstanden die ehemalige Franziskanerklosterkirche, das ehemalige Waisenhaus und das Regierungsgebäude.

Das Kloster Blieskastel ist ein Kloster der Franziskaner-Minoriten in Blieskastel im Saarland. Das Kloster ist eine bedeutende Wallfahrtsstätte im Bistum Speyer. Teil des heutigen Klosteranlage ist die 1682/83 errichtete Heilig-Kreuz-Kapelle. In ihr befindet sich die aus dem 14. Jahrhundert stammende Pietà „Unsere Liebe Frau mit den Pfeilen“. Sie ist der Anlass für die Wallfahrten ins Kloster Blieskastel. Sie stammt ursprünglich aus dem nahen Kloster Gräfinthal.




Von hier kommt das Gnadenbild in der Kreuzkapelle:


Montag, 25. September 2017

Die von der Leyen im Bliesgau


Um 1660 erwarben die Reichsfreiherren von der Leyen, die seit 1456 in Blieskastel Besitzungen hatten, das kurtrierische Amt Blieskastel und erbauten 1661–1676 an der Stelle der alten Burg ein neues Schloss. Unter den Grafen von der Leyen erlebte Blieskastel im 18. Jahrhundert eine neue Blüte, als diese 1773 ihren Wohnsitz von Koblenz nach Blieskastel verlegten und den Flecken Blieskastel zur Residenzstadt ausbauten. Unter der Gräfin Marianne von der Leyen, einer geborenen Gräfin von Dalberg, entstand in Blieskastel ein kulturelles Zentrum. Eine rege Bautätigkeit entfaltete sich. Das Residenzschloss wurde weiter ausgebaut und auf dem Schlossberg entstand eine Reihe hervorragender Palais und Herrenhäuser für die Hofbeamten der kleinen Residenz, darunter das sogenannte „Schlößchen“, das dem Zweibrücker Baudirektor und Architekten Christian Ludwig Hautt zugeschrieben wird. Daneben wirkten andere Baumeister, wie A. G. F. Guillemard, Matthias Weysser, Peter Reheis und der Zimmermeister Franz Schmitt. In dieser Zeit entstanden die ehemalige Franziskanerklosterkirche, das ehemalige Waisenhaus und das Regierungsgebäude.


Die bekannteste Regentin in Blieskastel war von 1775–1791 Reichsgräfin Marianne von der Leyen (* 1745; † 1804). 1793 musste sie vor den anrückenden französischen Revolutionstruppen aus Blieskastel fliehen.

1656 erhielt das Haus von der Leyen Medelsheim zu Lehen. Die Kirche St. Martin ist weithin sichtbar und bildet den Ortsmittelpunkt von Medelsheim. Mittelalterliche Fresken aus dem 14. Jahrhundert, ein steinerner bemalter Altartabernakel von 1436 und eine Reliquie des Heiligen Pirminius, all das findet sich in dieser Kirche am Jakobsweg.


Unweit Medelsheim und zu Blieskastel gehörig liegt Böckweiler. Die Stephanuskirche wurde auf den Überresten einer dreischiffigen karolingischen Basilika errichtet, deren Umrisse durch Steinplatten kenntlich gemacht sind. In romanischer Zeit wurde die Kirche umgebaut und erhielt ihre heutige Form mit dem Drei-Konchen-Chor, dessen Grundriss ein gleichmäßiges Kleeblatt beschreibt. Der Chorturm mit den drei Konchen gilt als der einzige Bauteil, der noch aus dem Mittelalter stammt. Nicht zuletzt wegen dieser seltenen Gestaltung ist sie ein Kleinod romanischer Baukunst. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und 1949/50 wieder aufgebaut. Die Stephanuskirche ist eine der 65 Simultankirchen in Deutschland und die einzige im Saarland.


Freitag, 22. September 2017

Pfalz-Zweibrücken, Geschichte einer Dynastie


Neumarkt in der Oberpfalz - Pfalzgrafenschloß (im Hintergrund) und Residenzkirche "Zu unserer lieben Frau"

Fast, ja fast, wäre auch Pfalz-Neumarkt (in der Oberpfalz in Bayern) einmal zweibrückisch gewesen. Jedenfalls zur Hälfte. Denn diese Hälfte hatte Stephan von Pfalz-Simmern-Zweibrücken-Veldenz (reg. 1410-1453) geerbt. Aber er verkaufte am 6. Juni 1448 den eigenen Anteil am Gesamtherzogtum um 96.000 fl. rh. an seinen Miterben Otto von Pfalz-Mosbach.

Er gilt übrigens als der Begründer der Linie Pfalz-Zweibrücken der Dynastie der Wittelsbacher. Die erste Residenzstadt war Meisenheim am Glan in der Nordpfalz.

Meisenheim


Da Meisenheim in den Kriegen mit Friedrich dem Siegreichen 1461 belagert und künftig als gefährdet angesehen wurde, wurden 1463 die pfalz-zweibrückischen Zentralbehörden und 1477 auch die Hofhaltung nach Zweibrücken (Rheinland-Pfalz) verlegt, wo die Residenz bis 1793 blieb. Durch die Grablege in der 1504 errichteten Schlosskirche (noch 1571 wurde dort Herzog Wolfgang (reg. 1532-1569) beigesetzt), die bis 1625 bestehende Münze und als Sitz der zweibrückischen Bergverwaltung behielt Meisenheim jedoch zentrale Funktionen bei. Wolfgang war überzeugter Protestant. So versuchte er, der Rekatholisierung Deutschlands durch das Augsburger Interim 1548–1552 Widerstand zu leisten. Nach dem Augsburger Religionsfrieden 1555 erließ er 1557 eine der großen und maßgeblichen Kirchenordnungen in Deutschland, die in anderen deutschen Fürstentümern übernommen wurde. Bestandteil dieser Kirchenordnung war auch das erste evangelische Gesangbuch, das im südwestdeutschen Raum von offizieller Seite herausgegeben wurde. 1566 nahm Wolfgang als kaiserlicher Kavallerie-Offizier am Türkenkrieg teil. 1569 führte er ein Söldnerheer von Hochfelden aus dem Elsass durch Burgund und Innerfrankreich in das Limousin, um den französischen Hugenotten unter dem Fürsten von Condé im dritten Hugenottenkrieg beizustehen. Herzog Wolfgang erkrankte während des Feldzuges und starb im Feldlager in Nexon. Die einbalsamierte Leiche Herzog Wolfgangs wurde auf Anordnung von Admiral Gaspard II. de Coligny zunächst in Angoulême eingesargt, dann 1571 nach dem Frieden von Saint-Germain (1570) von Cognac über La Rochelle auf einem lübischen Schiff durch den Ärmelkanal und den Öresund mit Aufenthalt in Kopenhagen nach Lübeck und von dort zur Beisetzung nach Meisenheim gebracht.

Zweibrücken


1489 stiftete Pfalzgraf Alexander bei seiner Rückkehr von einer Pilgerfahrt ins Heilige Land die später nach ihm benannte, 1493-1515 errichtete Alexanderskirche in Zweibrücken. Diese spätgotische Hallenkirche wurde zur neuen Grablege des Fürstengeschlechts. Der bislang letzte hier beigesetzte Angehörige der ältesten Dynastie Europas ist Alexander Prinz von Bayern (1923 - 2001).


Auch das benachbarte Homburg im heutigen Saarpfalz-Kreis gehörte zum Herzogtum.

Homburg


Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken (s. auch oben) erhielt 1557 das Fürstentum Pfalz-Neuburg. Nachdem der bis dahin regierende Ottheinrich 1556 pfälzischer Kurfürst geworden war, trat er sein altes Fürstentum, die sogenannte Junge Pfalz, 1557 im Heidelberger Sukzessionsvertrag an Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken ab. Nach dessen Tod 1569 fiel Neuburg an seinen ältesten Sohn Philipp Ludwig, der damit die jüngere Linie Pfalz-(Zweibrücken-)Neuburg begründete.

Neuburg an der Donau


Und hier noch ein paar Clips über Städte und Dörfer, die dereinst auch zum Territorium von Pfalz-Zweibrücken gehörten.

Bergzabern


Albersweiler


Annweiler


Homburg im Saarpfalzkreis, ein Städteportrait


Homburg im Saarpfalzkreis - In der Homburger Altstadt -


Homburg - Festung und Schloßberghöhlen


Die Festung wurde von Vauban ausgebaut und die Schloßberghöhlen waren ursprünglich das Pulverlager der Festung.

Einkaufsstadt Homburg


Römermuseum Schwarzenacker


Mittwoch, 10. Mai 2017

Auf den Spuren der Römer


Oben: Das Kastell Biriciana in Weißenburg in Bayern, die bedeutendste Ausgrabung aus römischer Zeit im süddeutschen Raum. Sehenswert auch die Thermen (nachstehende Fotos).

  

Auf den Spuren der Geschichte im Naturpark Altmühltal

Auf den Spuren von Römern und Kelten im Naturpark Altmühltal. Wir besuchen den Römerturm bei Erkertshofen (Markt Thalmässing, Mittelfranken, Landkreis Roth), eine Rekonstruktion eines Wachturms des rätischen Limes. Bei Landersdorf ist die Nachbildung eines Keltendorfes zu finden sowie Grabhügel aus der Hallstattzeit. Dann besuchen wir Pfünz mit seiner alten Brücke und die Rekonstruktion des dortigen römischen Kastells. Mauerreste und Wallanlagen sind zum Teil noch original. Die Brücke von Pfünz wird oft Römerbrücke genannt, sie stammt aber aus dem Mittelalter und gehört zu den ältesten Steinbrücken Bayerns. Da sich der Name Pfünz aber vom lateinischen Pons (die Brücke) ableitet ist davon auszugehen, dass sich hier schon in der Römerzeit eine Brücke über die Altmühl befunden hat.


Auf den Spuren der Geschichte im Naturpark Altmühltal by Franz Roth

Auf den Spuren der Römer im Saarland und in Lothringen

   

Das Römermuseum in Schwarzenacker (Homburg, Saar-Pfalz-Kreis)


Das Römermuseum Schwarzenacker ist ein archäologisches Freilichtmuseum im Stadtteil Schwarzenacker der Stadt Homburg im Saar-Pfalz-Kreis.

Infos: http://www.roemermuseum-schwarzenacker.de/


Der Europäische Archäologiepark Bliesbruck-Reinheim


Der Kultur- und Archäologiepark (frz.: Parc Archéologique Européen de Bliesbruck-Reinheim) erstreckt sich beidseits der deutsch-französischen Grenze zwischen den Orten Reinheim (Saarland) und Bliesbruck (Département Moselle).

Infos: http://www.europaeischer-kulturpark.de/

Die Römer in der Provence


Der Pont du Gard unweit Remoulins in der südfranzösischen Provence war der größte römische Aquädukt. Und in der Nähe von Saint-Remy-de-Provence befindet sich die sehenswerte römische Stadt Glanum.



Gallo-römische Thermen in Mackwiller im Elsaß

     

Ganz zuletzt begeben wir uns noch nach Österreich, ins Burgenland, und besuchen die Römerstadt Petronell Carnuntum.


Petronell Carnuntum im niederösterreichischen Bezirk Bruck an der Leitha - Römerstadt - Im Altertum waren das Militärlager und die Zivilstadt von Carnuntum Teil der römischen Provinz Pannonien. Die ältesten archäologischen Zeugnisse aus römischer Zeit datieren in die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. Nach Errichtung eines provisorischen Winterlagers unter dem damaligen Feldherrn und späteren Kaiser Tiberius (14–37) entstanden zur Regierungszeit des Claudius (41–54) ein festes Holz-Erde-Lager und zwei Zivilsiedlungen. Zu Beginn des 2. Jahrhunderts lebten dort bereits rund 50.000 Menschen. Das Legionslager wurde um 100 n. Chr. in Stein umgebaut.