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Dienstag, 3. Dezember 2019

Mystische Steine: Der Gollenstein und der Breitenstein


Der größte Menhir Mitteleuropas:
Der Gollenstein bei Blieskastel

Der Gollenstein bei Blieskastel im Saarland (Saarpfalz-Kreis) ist ein etwa 4.000 Jahre alter Monolith. Er zählt zu den ältesten Kulturdenkmälern Deutschlands und gilt als der größte Menhir Mitteleuropas. Seine Höhe beträgt 6,58 Meter. Er steht auf dem Blieskasteler Berg nordwestlich des Stadtzentrums und gilt als Wahrzeichen der Barockstadt Blieskastel.

Der Stein besteht aus einem hellen Sandstein und wurde wahrscheinlich am Ende der Jungsteinzeit (ca. 2000 v. Chr.) errichtet. Er wird mit einem prähistorischen Ahnenkult in Verbindung gebracht.

Fast 4000 Jahre blieb der Gollenstein unversehrt, doch nach Beginn des Zweiten Weltkrieges befürchteten Offiziere der Wehrmacht, er könnte aufgrund seiner exponierten Stellung in der Landschaft als „Richtpunkt für die französische Artillerie“ dienen. Daraufhin legten Pioniere den Gollenstein im Jahre 1939 nieder. Die Soldaten richteten dafür eine mit Stroh gefüllte Grube her, die jedoch zu kurz berechnet war. Beim Umlegen riss das Seil, so dass der Stein stürzte, dabei auf der Kante der zu kurzen Grube aufschlug und in vier große und einige kleine Teile zerbrach. Auf Betreiben des Bürgermeisters Alfons Dawo wurden im November 1951 die Teile mit Beton – wegen der breiten Fugen nicht ganz fachmännisch – wieder zusammengesetzt und der Gollenstein erneut aufgerichtet.

Experten schätzen, dass die Nische mit dem Kreuz wahrscheinlich erst 1809 eingemeißelt wurde und christliche Kultgegenstände (Kreuze, kleine Heiligenfiguren, Kerzen) hierin Platz fanden. Der heidnische Stein bekam so eine christliche Bedeutung. Unter der Nische sind Fragmente einer menschlichen Figur reliefartig eingehauen. Zwei Beine mit Füßen, Teile des Rumpfes, der Kopf und ein Arm mit Hand sollen eine vorgeschichtliche Götterfigur darstellen, die an den keltischen Wettergott Taranis erinnert.


Der Zwölfapostelstein bei Goetzenbruck / Meisenthal im Bitscherland - Pays de Bitsche


Video: © by Irmgard & Franz Roth

Der Zwölfapostelstein (frz. Pierre des douze Apôtres; auch Breitenstein, lat. Petra lata) ist ein vorgeschichtlicher Menhir an der Verbindungsstraße zwischen Meisenthal, Mouterhouse (beide im Département Moselle) und Wingen-sur-Moder (Département Bas-Rhin) im Naturpark Nordvogesen (Parc Naturel Régional des Vosges du Nord). Seit dem Mittelalter bildet er eine Grenzmarke zwischen dem Elsass und Lothringen. Der aus einem einzigen Block Buntsandstein gehauene Monolith hat eine Höhe von etwa vier Metern.

Seine Vorgeschichte liegt im Dunkeln. Man vermutet, dass es sich um einen Kultstein aus keltischer („druidischer“) Zeit handelt. Einer üblichen Praxis entsprechend wurde dieser heidnische Kultstein in christlicher Zeit „getauft“, d. h. mit christlichen Merkmalen versehen. Der obere Teil wurde zu einer Kreuzigungsgruppe (der gekreuzigte Christus mit zwei Marien) gestaltet. Darunter wurde ein schlichtes Relief mit den zwölf Aposteln herausgearbeitet.

Einer Legende nach hat der Reformator Philipp Melanchthon hier gepredigt.



Samstag, 7. September 2019

Die Klosterkapelle von Gräfinthal


Das Kloster Gräfinthal ist ein Olivetanerkonvent, welcher aus einem ehemaligen Wilhelmitenkloster entstanden ist. Das Kloster Gräfinthal ist bereits seit dem 13. Jahrhundert eine bedeutende Wallfahrtsstätte. Es gehört zum Bistum Speyer und liegt in der Gemeinde Mandelbachtal inmitten des Biosphärenreservates Bliesgau im südöstlichen Saarland.


Gräfinthal entstand Mitte des 13. Jahrhunderts, als den Überlieferungen zu Folge Gräfin Elisabeth von Blieskastel hier ein Kloster stiftete.

Die Geschichte des Klosters steht in Zusammenhang mit dem Vesperbild (Pietà) »Unsere liebe Frau mit den Pfeilen«, der sogenannten »Pfeilen-Madonna«.

Überlieferungen nach wurde das Muttergottesbild mit Pfeilen beschossen, woraufhin Blut aus der Madonna floss, welches einem Blinden, der sich damit wusch, sein Sehvermögen zurückgab.

Auch Gräfin Elisabeth von Blieskastel soll damit ein Augenleiden geheilt haben. Aus Dankbarkeit stiftete sie zwischen 1240 und 1260 das Kloster Gräfinthal, in dem das Vesperbild fortan aufbewahrt wurde.

Die Klosteranlage wurde im Laufe von 600 Jahren wiederholt zerstört und beschädigt. Eine letzte Blüte und sein Ende erlebte das Kloster dann zu Beginn des 18. Jahrhunderts.

Förderer war der in Zweibrücken residierende ehemalige polnische König, der spätere Herzog von Lothringen, Stanislaus Lescynski (1677-1766). Er übereignete dem Konvent den goldenen Reichsapfel des Königreiches Polen, als Weihegabe an die Gottesmutter Maria, die in Gräfinthal verehrt wird. Er ließ 1717 seine verstorbene Tochter Anna (1699-1717), welche im Alter von 18 Jahren einem Giftmord zum Opfer fiel, in der Klosterkirche beisetzen. Bei jüngsten archäologischen Grabungen wurde diese Grablege vermutlich gefunden. Auch die 2. Tochter des polnischen Königspaares, Maria Lescynska (1703-1768), durch die Heirat mit Ludwig XV. Königin von Frankreich, hatte eine besondere Zuneigung zu dem Kloster und besuchte es öfter.

Das Wilhelmitenkloster war aufgrund seines Seelsorgeauftrages und der Marienverehrung ein beliebter Wallfahrtsort.

Infolge beginnenden Verfalls der Gebäude und Konflikten innerhalb des Konventes wurde Gräfinthal als letztes Wilhelmitenkloster auf deutschem Boden. 1785/86 auf Initiative der Blieskasteler Gräfin Marianne von der Leyen von Papst Clemens XIV. aufgelöst.

Der Gräfinthaler Wilhelmiten-Konvent wurde in ein weltliches Chorherrenstift umgewandelt. Die kostbare Pietà wurde mit der Übersiedlung der Mönche nach Blieskastel in die »Heilig-Kreuz-Kapelle« des Blieskasteler Klosters überführt. Das leerstehende Kloster, aus dem die noch verbliebenen Ausstattungsstücke versteigert wurden, verfiel danach zunehmend.

Im Jahr 2009 wurde der Grundstein zum Wiederaufbau der Klosterkirche gelegt. Von 2010 bis 2012 fanden in der Kirchenruine archäologische Ausgrabungen statt, bei denen man die Grablege von Anna Leszczyńska (1699–1717) der Tochter des Polenkönigs und späteren Herzogs von Lothringen Stanislaus I. Leszczyński gefunden zu haben glaubt. Mittlerweile ist die Restaurierung, bzw. Renovierung der Kapelle außen und innen abgeschlossen (Stand Febr. 2018). Besonderes Augenmerk wurde hierbei auf zeittypische Baumaterialien (vom Anfang des 18. Jhdt.) gelegt. Erwähnenswert sei hier noch die aufwendige Wiederherstellung des Dachstuhls und die Hängedecke über dem Chor.

Der Wallfahrtsort Gräfinthal zählt zu den religiös und kulturhistorisch bedeutenden Stätten des Saarlandes. Das geschichtlich geprägte Ensemble inmitten einer gewachsenen Kulturlandschaft macht den ungewöhnlichen Ort auch zu einem der beliebtesten Ausflugsziele im Bliesgau.

Die Heilig Kreuz Kapelle des Wallfahrtsklosters Blieskastel

Hier ist heute das Gnadenbild der Madonna.


Die Heilig-Kreuz-Kapelle steht auf dem Han, einer Anhöhe über Blieskastel. 1682/83 entstand durch "Meister Thomas Gampfer" (Camper) der heute noch stehende flachgedeckte Saalbau mit dreiseitigem Schluss. Bauherren waren die in Koblenz regierenden Freiherren Carl Caspar und Damian Adolph von der Leyen, deren Wappen noch das Portal ziert. "Zur vermehrten Einpflanzung christlich katholischer Andacht der Untertanen" wurden auf dem Vorplatz eine Kreuzigungsgruppe mit den Schächern und die "sieben Fußfälle" aus dem Kreuzweg Christi, sowie der Stationen der Sieben Schmerzen Mariens und ein Heiliges Grab errichtet. Ein Säulengang bildete den Abschluss der Gesamtanlage.

Der besondere Anziehungspunkt war eine Kreuzreliquie innerhalb der Kapelle. Der Schmuck im Kapelleninnern, besonders der sehr farbige Deckenstuck bezog sich ganz auf die Kreuzwallfahrt. Die Gottesdienste besorgten eigene Kapläne, ab 1775 die Franziskaner.

Die Wallfahrt fand durch die Französische Revolution ihr Ende. Die Kapelle wurde geplündert, die Inneneinrichtung vernichtet und der Raum als Pulvermagazin verwendet. An den Portalsäulen sind noch Inschriften von französischen Soldaten aus diesen Jahren zu erkennen. Auch die Kreuzigungsgruppe wurde beschädigt.

Ab 1804 hielten die Franziskaner wieder Stationsandacht; der hiesige Apotheker Mehler ließ vom Bildhauer Matthias Weysser die Kreuzigungsgruppe nach altem Vorbild wieder herstellen. Die beiden Schächerkreuze von 1685, denen 1688 durch Soldaten Arme und Beine verstümmelt wurden, waren noch erhalten und wurden gleichfalls restauriert. Die Kreuzwegstationen in einer halboffenen Säulenhalle stammen aus dem Jahre 1857. Sie ersetzen die zerstörten "Sieben Fußfälle". 1829 kam das Gnadenbild "Unsere Liebe Frau mit den Pfeilen" in die Kreuzkapelle.



Kirchen im Bliesgau

Sankt Mauritius in Rubenheim

Die Schloßkirche in Blieskastel


Mit der Verlegung der Residenz des Reichsgrafen Franz Carl von der Leyen von Koblenz nach Blieskastel begann hier eine lebhafte Bautätigkeit. Die Grundsteinlegung der vom Grafen gewünschten Franziskaner-Klosterkirche fand 1776 statt. Das architektonische Vorbild dieses Bauwerks stammte offensichtlich aus dem italienischen Hochbarock. Merkmale hierfür sind die reiche Gestaltung des Inneren, die stuckierten Wände und der vergoldete Hochaltar. Die Statue des heiligen Sebastian fand im Giebel der heutigen Schloßkirche eine neue Verwendung. Noch heute befinden sich in der Krypta die Sarkophage von Franz Carl und Marianne von der Leyen.

Die Heilig Kreuz Kapelle des Wallfahrtsklosters Blieskastel


Die Heilig-Kreuz-Kapelle steht auf dem Han, einer Anhöhe über Blieskastel. 1682/83 entstand durch "Meister Thomas Gampfer" (Camper) der heute noch stehende flachgedeckte Saalbau mit dreiseitigem Schluss. Bauherren waren die in Koblenz regierenden Freiherren Carl Caspar und Damian Adolph von der Leyen, deren Wappen noch das Portal ziert. "Zur vermehrten Einpflanzung christlich katholischer Andacht der Untertanen" wurden auf dem Vorplatz eine Kreuzigungsgruppe mit den Schächern und die "sieben Fußfälle" aus dem Kreuzweg Christi, sowie der Stationen der Sieben Schmerzen Mariens und ein Heiliges Grab errichtet. Ein Säulengang bildete den Abschluss der Gesamtanlage. Der besondere Anziehungspunkt war eine Kreuzreliquie innerhalb der Kapelle. Der Schmuck im Kapelleninnern, besonders der sehr farbige Deckenstuck bezog sich ganz auf die Kreuzwallfahrt. Die Gottesdienste besorgten eigene Kapläne, ab 1775 die Franziskaner. Die Wallfahrt fand durch die Französische Revolution ihr Ende. Die Kapelle wurde geplündert, die Inneneinrichtung vernichtet und der Raum als Pulvermagazin verwendet. An den Portalsäulen sind noch Inschriften von französischen Soldaten aus diesen Jahren zu erkennen. Auch die Kreuzigungsgruppe wurde beschädigt. Ab 1804 hielten die Franziskaner wieder Stationsandacht; der hiesige Apotheker Mehler ließ vom Bildhauer Matthias Weysser die Kreuzigungsgruppe nach altem Vorbild wieder herstellen. Die beiden Schächerkreuze von 1685, denen 1688 durch Soldaten Arme und Beine verstümmelt wurden, waren noch erhalten und wurden gleichfalls restauriert. Die Kreuzwegstationen in einer halboffenen Säulenhalle stammen aus dem Jahre 1857. Sie ersetzen die zerstörten "Sieben Fußfälle". 1829 kam das Gnadenbild "Unsere Liebe Frau mit den Pfeilen" in die Kreuzkapelle.

Sankt Barbara in Herbitzheim


Auf einer Anhöhe erhebt sich die katholische Kirche St. Barbara, die 1975 geweiht werden konnte. Im Grundriß hat die Kirche ein großes rundes Hauptschiff mit abgerundetem, vorgelagertem Altarraum und ein ovales Seitenschiff, welchem in gleicher Form die Sakristei gegenüber steht. Das geschwungene in zwei Säulen aufsteigende Dach erreicht eine Höhe von 24 Metern. Der Betongussbau erscheint dem Betrachter überraschend leicht und schwungvoll. Die Kirche und das gleichzeitig errichtete Jugendheim sind in eine großzügige Außenanlage eingebettet, wodurch der erforderliche Rahmen für den außergewöhnlichen Gesamteindruck gegeben ist. Zum Kircheninventar zählt eine aus der Schweiz stammende Madonnenstatue des 16. Jahrhunderts. Die Barbarastatue wurde 1976 von Holzbildhauermeister Richard Rottmann gefertigt. Die farbigen Betonglasfenster mit ihren biblischen Motiven und die harmonisch in den Raum eingefügten Betonreliefs von Emil Wachter aus Karlsruhe komplettieren den Innenraum dieses modernen Kirchenbauwerkes. Sie ist Filialkirche von St. Mauritius in Rubenheim. Möglich wurde der Bau der Kirche nachdem ein 1927 gegründeter Kirchenbauverein, mit der Zielsetzung, ein eigenes Gotteshaus in Herbitzheim zu erbauen, zu Beginn der 1970er Jahre durch Spenden ein Eigenkapital von nahezu 300.000 DM zur Verfügung hatte.

Sankt Mauritius in Rubenheim


Die Kirche St. Mauritius ist eine katholische Pfarrkirche in Rubenheim, einem Ortsteil der Gemeinde Gersheim. Kirchenpatron ist der heilige Mauritius. Erbaut wurde das ursprüngliche Kirchengebäude um das Jahr 1000 in der kunstgeschichtlichen Epoche der Romanik. Im 13. Jahrhundert erhielt das Gotteshaus einen Turm mit Satteldach und diente als Wehrkirche. 1768 wurde der Turm erhöht, wobei das alte Satteldach beibehalten wurde. In den Jahren 1778–79 erfolgte eine Erweiterung des Kirchenschiffes durch den Anbau eines barocken Saales. 1895 kam es zu einer erneuten Erweiterung, bei der nach Plänen des Architekten Wilhelm Schulte sen. ein Chor im neuromanischen Stil angebaut wurde. 1927–28 wurde westlich ein Seitenschiff angefügt. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg erfolgte 1948–60 der Wiederaufbau nach Plänen des Architekten Albert Boßlet (Würzburg). 1985 und 2006 wurde die Kirche restauriert.

Ev. Kirche in Brenschelbach


Die Protestantische Kirche Brenschelbach ist die Kirche der protestantischen Kirchengemeinde im saarländischen Brenschelbach im Kirchenbezirk (Dekanat) Zweibrücken der Evangelischen Kirche der Pfalz. Zuständig für die Kirchengemeinde Brenschelbach ist das Pfarramt Hornbach. In der Denkmalliste des Saarlandes ist die Kirche als Einzeldenkmal aufgeführt. Ältester Teil der Kirche ist der aus dem 13./14. Jahrhundert stammende Kirchturm, der 1592 einer Restaurierung unterzogen wurde. Das eigentliche Kirchengebäude wurde 1784 als spätbarocker Saalbau nach Plänen des Architekten Friedrich Gerhard Wahl, dem letzten Baudirektor des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken, errichtet. Bei dem Kirchengebäude handelt es sich um eine schlichte Halle mit angefügtem Chorraum. Der Kirchturm zählt zur Gruppe der sogenannten "Hornbacher Türme". Das ursprüngliche Satteldach wurde 1904 in ein Dach mit Helmspitze umgewandelt. Im Erdgeschoss des Turmes, der aus Quadermauerwerk besteht, ist noch ein Kreuzrippengewölbe zu sehen. Die Turmtür hatte ehedem einen Spitzbogen, der aber 1722 zu einem Stichbogen verändert wurde. Bemerkenswert im Inneren der Kirche sind die sechs Fenster des Architekten und Glasmalers György Lehoczky (Saarbrücken) im Chorraum, die 1956 geschaffen wurden.

Sankt Stephanus in Böckweiler


Eine "Dreikonchenkirche" aus dem 11. Jh., die wiederum auf den Fundamenten einer karolingischen Basilika aus dem 9. Jh. entstand. Bei einer Dreikonchenkirche (Trikonchos) sind die drei meist gleichdimensionierten Apsiden des Chores kreuz- oder kleeblattförmig angeordnet. Böckweiler wurde 1149 als "Bickwilre" erstmals erwähnt. Aus dieser Zeit hat sich die Dreikonchenkirche in der Ortsmitte erhalten. Der Mittelpunkt wird geprägt von dem weithin bekannten kulturhistorischen Kleinod, der tausendjährigen romanischen Stephanuskirche. Sie steht inmitten einer gepflegten Anlage mit dem uralten Lindenbrunnen und einem Dorfweiher. Die Ausstattung des Böckweiler Chorturms mit drei Apsiden gilt als einmalig. Das damalige Priorat des nahe gelegenen Hornbacher Klosters geht auf eine frühromanische Kirche aus dem 11. Jahrhundert zurück, die wiederum auf Fundamenten einer karolingischen Basilika aus dem 9. Jahrhundert entstand. Deren Grundriss markieren im Rasen eingelassene Steine. Im Bereich der Kirche wurden zudem Reste einer römischen Villa gefunden, die vermutlich auch die Funktion einer Poststation hatte - unweit verläuft eine ehemalige "Fernstraße", auf der seit altersher das Salz aus Dieuze (Lothringen) nach Norden transportiert wurde. Der Kirchenbau war im Zweiten Weltkrieg von schweren Zerstörungen betroffen. Die Kirche liegt am Jakobsweg von Hornbach nach Metz.

Sankt Martin in Medelsheim


Die Kirche St. Martin ist weithin sichtbar und bildet den Ortsmittelpunkt von Medelsheim. Die katholische Pfarrkirche St. Martin aus dem 18. Jahrhundert wurde im Zweiten Weltkrieg bis auf die Grundmauern zerstört. Nach dem Krieg wurde die Kirche wieder aufgebaut und der Turm mit seiner geschweiften Haube um 2,50 Meter erhöht. Der heute als Sakristei dienende Chor der gotischen Vorgängerkirche ist der älteste Teil des Gotteshauses. Im Chor sind Reste von Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert zu sehen. In der Kirche steht ein steinernes Altarretabel, das um 1430 geschaffen wurde. Die Ausdruckskraft des Retabels wird in erster Linie dem guten Erhaltungszustand der Farbfassung von bemerkenswerter Qualität zugeschrieben. Durch Medelsheim verläuft die südliche Route des Jakobsweges von Hornbach nach Metz.

Die Kreuzkapelle auf dem Husarenberg bei Medelsheim


Die Kreuzkapelle zur Schmerzhaften Mutter auf dem Husarenberg war früher eine Wallfahrtskapelle. Sie stammt von 1767 und birgt eine Pietà von 1554. Entlang des Weges zur Kreuzkapelle auf der Höhe des "Husarenberges" stehen die 14 Kreuzwegstationen, die nach alter Tradition an das Leiden Christi - von seiner Verurteilung bis zu seiner Grablegung - erinnern.


Samstag, 17. August 2019

Im Bliesgau und der Südwestpfalz


Von der Hackmesserseite in den Bliesgau


In der Altstadt von Blieskastel


Wallfahrtskloster Blieskastel


Rückfahrt von Blieskastel


In Althornbach decken wir uns mit frischen Eiern vom Bauernhof ein. Die gibt es an 365 Tagen im Jahr und an 24 Stunden am Tag: Aus dem Regiomaten.


Die Familie Fess in Althornbach ist voll zufrieden: "Der Regiomat hat sich bewährt." Schwerpunkt sind weiterhin die weißen und braunen Eier. "Die Hälfte unserer Kunden sind Franzosen", erzählt Jürgen Fess. Der Durchgangsverkehr mache sich für ihn als Geschäftsmann positiv bemerkbar. Dazu komme, dass in Frankreich die Eier teurer sind. Auch die Nachbarn würden auf die Cents schauen.

Wasserbüffel bei Hornbach


Die Störche vom Kirschbacherhof


Die Mardellen von Vinningen


Mardellen sind meist baumbestandene und wassergefüllte Einstürze auf Hochflächen. Diese Biotope sind Heimat seltener Tier- und Pflanzenarten, wie Salamander, Eidechsen oder Libellen.


Freitag, 16. August 2019

Die Barockstraße Saarpfalz


Die Barockstraße Saar-Pfalz ist eine Touristische Themenstraße im Saarland und der angrenzenden Westpfalz. Das Projekt von Landkreis Neunkirchen, Regionalverband Saarbrücken, Stadt Zweibrücken und Saarpfalz-Kreis verbindet barocke Zentren der Region in der Zeit zwischen 1650 und 1800 und alte, historisch gewachsene Kulturlandschaften über heute gezogene Landes- und Kreisgrenzen hinweg. Die Straße ist insgesamt (mit der Nebenstrecke "Köllertal-Warndt-Schleife") rund 250 Kilometer lang und wurde 2007 eingerichtet. Die Hauptstrecke verläuft zwischen den vier ehemaligen Residenzstädten Ottweiler, Zweibrücken, Blieskastel und Saarbrücken.

Die Erlebnisroute thematisiert das barocke Zeitalter der Jahre 1650 bis 1800 und verbindet gekonnt die Wirkungsstätten der ehemaligen Fürsten, Herzöge und Grafen in der deutsch-französischen Grenzregion. Die vier Residenzstädte Ottweiler, Zweibrücken, Blieskastel und Saarbrücken und drei miteinander auf das Engste verbundene Herrscherhäuser bilden die Achse der Barockstraße Saar-Pfalz. Dazwischen liegen die Ruinen prächtiger Schlösser, die Jagdreviere und die verspielten Gartenanlagen des Adels.

Vom Barockstädtchen Ottweiler führt die Barockstraße zunächst über Homburg-Jägersburg und Homburg ins herzogliche Zweibrücken. Von dort lohnt sich ein Abstecher nach Hornbach mit seinem alterwürdigen Kloster, bevor man in Blieskastel eintrifft - der ehemaligen Residenz der Grafen von der Leyen. Über St. Ingbert und Sulzbach geht es dann nach Saarbrücken, wo eine Vielzahl spekakulärer Bauwerke des berühmten Barockbaumeisters Friedrich Joachim Stengel zu besichtigen sind

Erst mal ein kleiner Clip als "Teaser":


In der Altstadt von Homburg/Saar


Katholische Pfarrkirche Sankt Michael in Homburg/Saar


Unterwegs in Zweibrücken

Die Top-Sehenswürdigkeiten: Die Alexanderskirche (Grablege der Wittelsbacher), s'Luiche, die Herzogvorstadt mit der Karlskirche und das Schloß.


Kloster Hornbach in der Südwestpfalz, eine Gründung des Heiligen Pirminius, Namensgeber der nahen Stadt Pirmasens.


Blieskastel - ehem. Residenz der von der Leyen


Paradeplatz, Schloßberg, Orangerie und Schloßkirche

Niederwürzbach


Und - last but not least geht es nach Saarbrücken.


Im "Ristorante La Gondola", unweit des Schlosses:




Donnerstag, 15. August 2019

Ausflug nach Blieskastel

Auf dem Schloßberg in Blieskastel

Der Bliesgau gehört zu den Regionen, die wir ganz besonders gerne besuchen. Am 26. Mai 2009 wurde der Bliesgau durch die UNESCO als jüngstes deutsches Biosphärenreservat anerkannt. Es umfasst eine Fläche von ca. 36.000 ha und wird vor allem von Wäldern, Streuobstwiesen und den Auenlandschaften der Blies geprägt. Des Weiteren ist die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten sowie das dichte Nebeneinander von städtischem und ländlichem Raum für die Region prägend.


Wir haben nicht weit zu fahren ...

Blieskastel - ehem. Residenz der von der Leyen


Paradeplatz, Schloßberg, Orangerie und Schloßkirche

Wallfahrtskloster Blieskastel - Klosterpark - Bruder-Konrad-Brunnen, Figurengruppe Hl. Franziskus predigt den Tieren.


Die Heilig Kreuz Kapelle des Wallfahrtsklosters Blieskastel


Die Heilig-Kreuz-Kapelle steht auf dem Han, einer Anhöhe über Blieskastel. 1682/83 entstand durch "Meister Thomas Gampfer" (Camper) der heute noch stehende flachgedeckte Saalbau mit dreiseitigem Schluss. Bauherren waren die in Koblenz regierenden Freiherren Carl Caspar und Damian Adolph von der Leyen, deren Wappen noch das Portal ziert. "Zur vermehrten Einpflanzung christlich katholischer Andacht der Untertanen" wurden auf dem Vorplatz eine Kreuzigungsgruppe mit den Schächern und die "sieben Fußfälle" aus dem Kreuzweg Christi, sowie der Stationen der Sieben Schmerzen Mariens und ein Heiliges Grab errichtet. Ein Säulengang bildete den Abschluss der Gesamtanlage.

Der besondere Anziehungspunkt war eine Kreuzreliquie innerhalb der Kapelle. Der Schmuck im Kapelleninnern, besonders der sehr farbige Deckenstuck bezog sich ganz auf die Kreuzwallfahrt. Die Gottesdienste besorgten eigene Kapläne, ab 1775 die Franziskaner.

Die Wallfahrt fand durch die Französische Revolution ihr Ende. Die Kapelle wurde geplündert, die Inneneinrichtung vernichtet und der Raum als Pulvermagazin verwendet. An den Portalsäulen sind noch Inschriften von französischen Soldaten aus diesen Jahren zu erkennen. Auch die Kreuzigungsgruppe wurde beschädigt.

Ab 1804 hielten die Franziskaner wieder Stationsandacht; der hiesige Apotheker Mehler ließ vom Bildhauer Matthias Weysser die Kreuzigungsgruppe nach altem Vorbild wieder herstellen. Die beiden Schächerkreuze von 1685, denen 1688 durch Soldaten Arme und Beine verstümmelt wurden, waren noch erhalten und wurden gleichfalls restauriert. Die Kreuzwegstationen in einer halboffenen Säulenhalle stammen aus dem Jahre 1857. Sie ersetzen die zerstörten "Sieben Fußfälle". 1829 kam das Gnadenbild "Unsere Liebe Frau mit den Pfeilen" in die Kreuzkapelle.

Niederwürzbach: Am Würzbacher Weiher mit Gedenkstätte Kurt Hartz


Kurt Hartz (* 21. Oktober 1935 in Niederwürzbach; † 24. September 2014 in Blieskastel) war ein deutscher Politiker (SPD).

Im Gedenken und zur Erinnerung an Kurt Hartz hat der SPD Ortsverein Niederwürzbach am Ufer des Würzbacher Weihers eine Gedenkstätte errichtet.

Kurt Hartz, eine prägende Persönlichkeit seines Heimatortes Niederwürzbach, der von 1962 bis 1982 Vorsitzender des SPD-Ortsvereins war. Er setzte als jüngster Bürgermeister des Saarlandes vom 9. November 1964 bis zur kommunalen Neugliederung am 1. Januar 1974 Maßstäbe für den Ort. Ein Meilenstein war der Kauf von Gut Junkerwald mit dem Weiher im Mai 1965. Auf Bestreben von Kurz Hartz wurde der Heimat- und Verkehrsverein gegründet, den er von 1965 bis 1982 sehr erfolgreich leitete.

Als Bevollmächtigter der IG Metall und SPD-Landtagsabgeordneter setzte er sich insbesondere für den Erhalt der Arbeitsplätze in der Stahlindustrie im Saarland ein.

Kurt Hartz Brüder sind der frühere VW-Personalvorstand Peter Hartz (* 1941), nach dem das Hartz-Konzept zur Arbeitsmarktreform benannt wurde, und Rudi Hartz (* 1940, † 2016).

Rückweg Richtung Südwestpfalz


Wasserbüffel bei Hornbach


Acht Wasserbüffel - sechs Kühe und zwei Bullen - waren es 2010 gewesen beim offiziellen Startschuss der Beweidung der Talaue zwischen Hornbach und Mauschbach. Mittlerweile sind es einige mehr.

Der Landkreis Südwestpfalz hatte das mit 96.000 Euro vom Land geförderte Projekt gestartet, um drei Ziele zu erreichen. Zum einen als Biotopschutz, zum zweiten, um eine Verbuschung der Kulturlandschaft zu verhindern und zu erhalten. Und zum Dritten hat das Projekt auch einen touristischen Aspekt.

Den jetzt elf Tieren stehen rund 17 Hektar zwischen der Landstraße 478 und dem St. Johanner Weg auf beiden Seiten der Trualb (die mündet zwar bei Waldhouse von rechts in den Hornbach, der Hornbach führt aber bis zu der gleichnamigen Stadt den Namen „Trualbe“ als Zweitname nebenher) zur Verfügung. Sie sind eine Attraktion im Hornbachtal.



Mittwoch, 14. August 2019

Unterwegs im Bliesgau


Der Kultur- und Archäologiepark (frz.: Parc Archéologique Européen de Bliesbruck-Reinheim) erstreckt sich beidseits der deutsch-französischen Grenze zwischen den Orten Reinheim (Saarland) und Bliesbruck (Département Moselle).


In dem 700.000 m² großen Parkgelände werden Befunde aus verschiedenen Epochen ausgegraben und museal präsentiert. Die bedeutendsten sind ein keltisches Fürstinnengrab sowie eine kleinstädtische Siedlung (Vicus) und eine Palastvilla, beide aus römischer Zeit. Jährlich besuchen etwa 50.000 Besucher den Park, der damit zu den wichtigsten Kultur- und Tourismuseinrichtungen in der ländlichen Region zählt.

Der Europäische Kulturpark wird gemeinschaftlich vom Generalrat des französischen Départements Moselle und der Stiftung Europäischer Kulturpark betrieben. Unterstützt wird das Projekt ebenfalls vom französischen Ministerium für Kultur und Kommunikation, vom Saarland, sowie von der Gemeinde Gersheim. Initiator und geistiger Begründer des Europäischen Kulturparks ist Jean Schaub aus Sarreguemines.

Karte:


Der größte Menhir Mitteleuropas: Der Gollenstein bei Blieskastel


Der Gollenstein bei Blieskastel im Saarland (Saarpfalz-Kreis) ist ein etwa 4.000 Jahre alter Monolith. Er zählt zu den ältesten Kulturdenkmälern Deutschlands und gilt als der größte Menhir Mitteleuropas. Seine Höhe beträgt 6,58 Meter. Er steht auf dem Blieskasteler Berg nordwestlich des Stadtzentrums und gilt als Wahrzeichen der Barockstadt Blieskastel.

Der Stein besteht aus einem hellen Sandstein und wurde wahrscheinlich am Ende der Jungsteinzeit (ca. 2000 v. Chr.) errichtet. Er wird mit einem prähistorischen Ahnenkult in Verbindung gebracht.

Fast 4000 Jahre blieb der Gollenstein unversehrt, doch nach Beginn des Zweiten Weltkrieges befürchteten Offiziere der Wehrmacht, er könnte aufgrund seiner exponierten Stellung in der Landschaft als „Richtpunkt für die französische Artillerie“ dienen. Daraufhin legten Pioniere den Gollenstein im Jahre 1939 nieder. Die Soldaten richteten dafür eine mit Stroh gefüllte Grube her, die jedoch zu kurz berechnet war. Beim Umlegen riss das Seil, so dass der Stein stürzte, dabei auf der Kante der zu kurzen Grube aufschlug und in vier große und einige kleine Teile zerbrach. Auf Betreiben des Bürgermeisters Alfons Dawo wurden im November 1951 die Teile mit Beton – wegen der breiten Fugen nicht ganz fachmännisch – wieder zusammengesetzt und der Gollenstein erneut aufgerichtet.

Experten schätzen, dass die Nische mit dem Kreuz wahrscheinlich erst 1809 eingemeißelt wurde und christliche Kultgegenstände (Kreuze, kleine Heiligenfiguren, Kerzen) hierin Platz fanden. Der heidnische Stein bekam so eine christliche Bedeutung. Unter der Nische sind Fragmente einer menschlichen Figur reliefartig eingehauen. Zwei Beine mit Füßen, Teile des Rumpfes, der Kopf und ein Arm mit Hand sollen eine vorgeschichtliche Götterfigur darstellen, die an den keltischen Wettergott Taranis erinnert.

Kloster Gräfinthal

Gräfinthal im Saarpfalzkreis - Zwei Clips in einem, vor und nach der Restaurierung der Kapelle. Jeweils im Herbst.


Die Gründung des Klosters erfolgte nach dem Chronisten Dom Calmet im Jahre 1243. Es ist eine Stiftung der Gräfin Elisabeth von Blieskastel. Diese wurde der Legende nach durch ein Gebet vor dem Gnadenbild eines Einsiedlers geheilt und gründete aus Dankbarkeit das Kloster. 1273 wurde sie dort beerdigt.

Der Wilhelmitenorden, gegründet von Schülern des Hl. Wilhelm von Malevalle (Toskana), gründete von Gräfinthal aus Ende des 13. Jahrhunderts das Priorat Marienthal bei Hagenau im Elsass, das bis heute ein großer Wallfahrtsort ist. Die Klosteranlage wurde im Laufe von 600 Jahren wiederholt zerstört und beschädigt. Eine letzte Blüte und sein Ende erlebte das Kloster dann zu Beginn des 18. Jahrhunderts.

Förderer war der in Zweibrücken residierende ehemalige polnische König, der spätere Herzog von Lothringen, Stanislaus Lescynski (1677-1766). Er ließ 1717 seine verstorbene Tochter Anna (1699-1717) in der Klosterkirche beisetzen. Bei jüngsten archäologischen Grabungen wurde diese Grablege vermutlich gefunden. Auch die 2. Tochter des polnischen Königspaares, Maria Lescynska (1703-1768), durch die Heirat mit Ludwig XV. Königin von Frankreich, hatte eine besondere Zuneigung zu dem Kloster und besuchte es öfter.

Zum Schluss noch eine interessante und sicherlich weitgehend unbekannte Anekdote:

Im Pfarrhaus Gräfinthal fand im Herbst 1952 ein geheimes Treffen zwischen dem damaligen saarländischen Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann (CVP) mit dem Beauftragten des damaligen Bundeskanzlers, Konrad Adenauer, Professor Adolf Süsterhenn, statt. Man garantierte dabei Johannes Hoffmann das Amt des saarländischen Ministerpräsidenten, sofern er bereit sei, das Saarland an Deutschland anzuschließen.

Bekanntlich lehnte Hoffmann ab und zog sich nach dem Ergebnis der Saarabstimmung 1955 völlig aus der Politik zurück.

Medelsheim im Saar-Pfalz-Kreis - Sankt Martin und Kreuzkapelle


Medelsheim ist ein kleiner Ort im Saar-Pfalz-Kreis, mit seiner Pfarrkirche Sankt Martin und der Kreuzkapelle auf dem Husarenberg verfügt er gleichwohl über bedeutende sakrale Kostbarkeiten.

Die in der Ortsmitte von Medelsheim gelegene katholische Pfarrkirche Sankt Martin ist gotischen Ursprungs. Ihre heutige Gestalt verdankt sie barocken Baumaßnahmen.

Eine besondere Bedeutung innerhalb der mittelalterlichen Sakralarchitektur des Saarlandes hat der Medelsheimer Chor durch seine Wand- und Gewölbemalereien aus dem Ende des 14. Jahrhunderts.

Im Saarpfalzkreis

Blieskastel

Wie waren im Saarpfalzcenter in Homburg zum Einkaufen. Auf der Rückfahrt machten wir einen Abstecher nach Blieskastel und besuchten die Orangerie.


Homburg - Ein Städteportrait

Homburg im Saarpfalzkreis - Ein Städteportrait - Altstadt, Festung, Schloßberghöhlen, Römermuseum in Schwarzenacker und die Einkaufsstadt (Saarpfalzcenter in der Talstraße und Dehner Gartencenter).


Blieskastel - Residenz der von der Leyen

Blieskastel - Altstadt, Schloß, Orangerie, Schloßkirche, Wallfahrt und Niederwürzbach - Barockstraße Saarpfalz - Residenz der von der Leyen


Um 1660 erwarben die Reichsfreiherren von der Leyen, die seit 1456 in Blieskastel Besitzungen hatten, das kurtrierische Amt Blieskastel und erbauten 1661–1676 an der Stelle der alten Burg ein neues Schloss. Unter den Grafen von der Leyen erlebte Blieskastel im 18. Jahrhundert eine neue Blüte, als diese 1773 ihren Wohnsitz von Koblenz nach Blieskastel verlegten und den Flecken Blieskastel zur Residenzstadt ausbauten. Unter der Gräfin Marianne von der Leyen, einer geborenen Gräfin von Dalberg, entstand in Blieskastel ein kulturelles Zentrum. Eine rege Bautätigkeit entfaltete sich. Das Residenzschloss wurde weiter ausgebaut und auf dem Schlossberg entstand eine Reihe hervorragender Palais und Herrenhäuser für die Hofbeamten der kleinen Residenz, darunter das sogenannte „Schlößchen“, das dem Zweibrücker Baudirektor und Architekten Christian Ludwig Hautt zugeschrieben wird. Daneben wirkten andere Baumeister, wie A. G. F. Guillemard, Matthias Weysser, Peter Reheis und der Zimmermeister Franz Schmitt. In dieser Zeit entstanden die ehemalige Franziskanerklosterkirche, das ehemalige Waisenhaus und das Regierungsgebäude.

Unterwegs im Bliesgau (Langfassung)

Streetview von der Südwestpfalz (Bottenbach, Hackmesserseite, via Großsteinhausen) über den Westrich (und Hornbach) in den Saarpfalzkreis - Blieskastel mit Altstadt, Orangerie, Schloßkirche und Wallfahrtskloster mit Gnadenkapelle - Niederwürzbach: Niederwürzbacher Weiher und die Schlösser der von der Leyen.


Auf der Rückfahrt von Blieskastel kommen wir durch den Ortsteil Böckweiler: Sankt Stephanus in Böckweiler sollte man unbedingt mal einen Besuch abstatten.


Die Stephanuskirche ist die evangelische Pfarrkirche von Böckweiler, einem Ortsteil von Blieskastel (Saarpfalz-Kreis) im Saarland. Sie ist eine ehemalige Prioratskirche der Benediktiner-Abtei Hornbach. Bei der baulichen Aufnahme nach den Kriegsschäden des Zweiten Weltkrieges wurden römische Reste und die Fundamente einer Basilika aus der Zeit der Karolinger entdeckt. Der Ursprung von Sankt Stephanus datiert ins 11. Jahrhundert.

Eine romanische Kirche am Jakobsweg und an der Barockstraße Saar-Pfalz. Eine "Dreikonchenkirche" aus dem 11. Jh., die wiederum auf den Fundamenten einer karolingischen Basilika aus dem 9. Jh. entstand.

Böckweiler wurde 1149 als "Bickwilre" erstmals erwähnt. Aus dieser Zeit hat sich die "Dreikonchenkirche" in der Ortsmitte erhalten. Der Mittelpunkt wird geprägt von dem weithin bekannten kulturhistorischen Kleinod, der tausendjährigen romanischen Stephanuskirche. Sie steht inmitten einer gepflegten Anlage mit dem uralten Lindenbrunnen und einem Dorfweiher. Die Ausstattung des Böckweiler Chorturms mit drei Apsiden gilt als einmalig. Das damalige Priorat des nahe gelegenen Hornbacher Klosters geht auf eine frühromanische Kirche aus dem 11. Jahrhundert zurück, die wiederum auf Fundamenten einer karolingischen Basilika aus dem 9. Jahrhundert entstand. Deren Grundriss markieren im Rasen eingelassene Steine. Im Bereich der Kirche wurden zudem Reste einer römischen Villa gefunden, die vermutlich auch die Funktion einer Poststation hatte - unweit verläuft eine ehemalige "Fernstraße", auf der seit altersher das Salz aus Dieuze (Lothringen) nach Norden transportiert wurde. Der Kirchenbau war im Zweiten Weltkrieg von schweren Zerstörungen betroffen. Die Kirche liegt am Jakobsweg von Hornbach nach Metz.

Donnerstag, 3. Mai 2018

Im Zeichen des Kreuzes: In hoc signo vinces


Was gibt es erhabeneres als das christliche Kreuz?

Dieses ist aus dem Jahr 1700, stammt ursprünglich aus Tirol und hängt in der Kreuzkapelle auf dem Husarenberg bei Medelsheim im Saarpfalzkreis.


Kreuzpapelle Medelsheim im Saar-Pfalz Kreis - Die Kreuzkapelle zur Schmerzhaften Mutter auf dem Husarenberg war früher eine Wallfahrtskapelle. Sie stammt von 1767 und birgt eine Pietà von 1554. Auf Anregung des Speyerer Bischofs Michael von Faulhaber wurde 1920 der Kreuzweg angelegt.

Rund um Medelsheim gibt es eine Vielzahl von Kreuzen. Es gibt einen Rundweg zu den verschiedenen Kreuzen.


Die Menschen im Saarpfalzkreis sind fest verwurzelt mit ihrer Heimat und in ihrem Glauben.


Das Kloster Blieskastel ist ein Kloster der Franziskaner-Minoriten in Blieskastel im Saarland. Das Kloster ist eine bedeutende Wallfahrtsstätte im Bistum Speyer. Teil des heutigen Klosteranlage ist die 1682/83 errichtete Heilig-Kreuz-Kapelle. In ihr befindet sich die aus dem 14. Jahrhundert stammende Pietà „Unsere Liebe Frau mit den Pfeilen“. Sie ist der Anlass für die Wallfahrten ins Kloster Blieskastel. Sie stammt ursprünglich aus dem nahen Kloster Gräfinthal.

Gräfinthal ist eine monastische Gründung des 13. Jahrhunderts. Mönche einer benediktinischen Ordensgemeinschaft aus der Toskana, die Eremiten von Malvalle, kamen damals in die Einöde des Letschenbachtales, wo Gräfin Elisabeth von Blieskastel ein Kloster errichtet hatte. Sie hüteten dort den kostbaren Schatz der „Madonna mit den Pfeilen“, eine Pietà, der ein Blutwunder nachgesagt wurde, und die von weither Pilger anzog. Der Konvent der Mönche blühte auf. Nach den Verwüstungen des dreißigjährigen Krieges begann mit der barocken Bauperiode eine Blütezeit für Gräfinthal. Bevölkerung und Adel gewähten Unterstützung. Vor allem der polnische Exil-König Stanislas Leszczynski im nahen Zweibrücker Exil erwies sich als Wohltäter. Er übereignete dem Konvent den goldenen Reichsapfel des Königreiches Polen, als Weihegabe an die Gottesmutter Maria, die in Gräfinthal verehrt wird. Seine jüngste Tochter wird Königin von Frankreich, Anna dagegen, die ältere, stirbt mit 18 Jahren und wird 1717 in der kaum vollendeten Prioratskirche bestattet. Noch einmal, im ausgehenden Barock, erfährt Gräfinthal eine kraftvolle religiöse und kulturelle Erneuerung.




Dienstag, 24. April 2018

Unterwegs im Bliesgau


Die Region war zunächst Siedlungsgebiet der Kelten und Römer, später der Merowinger. Einflußreich war die Herrschaft des Klosters Hornbach, das der Heilige Pirminius 742 gegründet hatte. Es folgten die Grafen von Zweibrücken und Bitsch, das Herzogtum Lothringen (mit seinem Ex-Polenkönig Stanislas als letztem Regenten), das Königreich Frankreich, das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken und die Herrschaft von der Leyen. Ab 1793 hatte Napoleon das Sagen, der Wiener Kongress zog 1815 wieder neue Grenzen. Das Königreich Bayern stieß hier jetzt plötzlich an Frankreich, die Region blieb endgültig Grenzgebiet, was sie in den beiden Weltkriegen schmerzlich zu spüren bekam.

Ausflug in die Saarpfalz - Wir fahren von der Hackmesserseite in der Südwestpfalz über Bottenbach und den Westrich nach Hornbach und folgen dann der Barockstraße Saar-Pfalz nach Blieskastel. Im Ortsteil Niederwürzbach besuchen wir den Weiher, den Annahof und den "Roten Bau".


Zur Stadt Blieskastel gehört auch Böckweiler.


Sankt Stephanus in Böckweiler im Saar-Pfalz-Kreis. Eine romanische Kirche am Jakobsweg und an der Barockstraße Saar-Pfalz. Böckweiler ist ein Stadtteil von Blieskastel im Bliesgau.

     

Kloster Gräfinthal

Gräfinthal ist eine monastische Gründung des 13. Jahrhunderts. Mönche einer benediktinischen Ordensgemeinschaft aus der Toskana, die Eremiten von Malvalle, kamen damals in die Einöde des Letschenbachtales, wo Gräfin Elisabeth von Blieskastel ein Kloster errichtet hatte. Sie hüteten dort den kostbaren Schatz der „Madonna mit den Pfeilen“, eine Pietà, der ein Blutwunder nachgesagt wurde, und die von weither Pilger anzog.


Aus Gräfinthal stammt ursprünglich die Pietà "Unsere Liebe Frau mit den Pfeilen" in der Heilig-Kreuz-Kapelle des Klosters Blieskastel.


Das Kloster Blieskastel ist ein Kloster der Franziskaner-Minoriten in Blieskastel im Saarland. Das Kloster ist eine bedeutende Wallfahrtsstätte im Bistum Speyer. Teil des heutigen Klosteranlage ist die 1682/83 errichtete Heilig-Kreuz-Kapelle.

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Freitag, 20. April 2018

Von der Südwestpfalz in den Bliesgau - Blieskastel, die Residenz der von der Leyen


Der Startpunkt unserer Exkursion ist in Bottenbach. Hier auf dem Hof kaufen wir bei unseren Aufenthalten in der Südwestpfalz übrigens immer unsere Eier und Kartoffeln. Von bester Qualität. Hier in Bottenbach beginnt unsere Fahrt über den Westrich, von der Südwestpfalz in den Bliesgau.


Sankt Cyriakus Großsteinhausen

Die 1729 neugegründete Pfarrei Großsteinhausen bestand ursprünglich nur aus zwei Ortschaften, dem Parochialort Großsteinhausen und der Nachbargemeinde Kleinsteinhausen. Aus diesem Grunde wird Sie auch als „Pfarrei Steinhausen“ bezeichnet. Erst in späterer Zeit wurde der Pfarrbezirk durch zwei weitere Ortschaften und mehreren Höfen und Mühlen erweitert. So kam während der französischen Revolution (1789-1799) Riedelberg, welches bisher Filiale der Pfarrei Walschbronn war, zur Pfarrei Großsteinhausen. Im Jahre 1839 wurde ebenso Bottenbach, bisher von Nünschweiler aus versehen, in den Pfarrbezirk eingegliedert.

Am 19.Juli 1845 wurden auf der Kanzlei des Bürgermeisteramtes Großsteinhausen, im Beisein von Bürgermeister Hüther und Bezirksbauschaffner Hertter von Zweibrücken, die Arbeiten zur Erbauung der katholischen Pfarrkirche in Großsteinhausen vergeben.

Die Pfarrkirche St. Cyriakus Großsteinhausen bildet heute das lithurgische Zentrum für die Katholiken der Gemeinden Großsteinhausen, Kleinsteinhausen und Bottenbach.

Blieskastel und Niederwürzbach

Um 1660 erwarben die Reichsfreiherren von der Leyen, die seit 1456 in Blieskastel Besitzungen hatten, das kurtrierische Amt Blieskastel und erbauten 1661–1676 an der Stelle der alten Burg ein neues Schloss. Unter den Grafen von der Leyen erlebte Blieskastel im 18. Jahrhundert eine neue Blüte, als diese 1773 ihren Wohnsitz von Koblenz nach Blieskastel verlegten und den Flecken Blieskastel zur Residenzstadt ausbauten. Unter der Gräfin Marianne von der Leyen, einer geborenen Gräfin von Dalberg, entstand in Blieskastel ein kulturelles Zentrum. Eine rege Bautätigkeit entfaltete sich. Das Residenzschloss wurde weiter ausgebaut und auf dem Schlossberg entstand eine Reihe hervorragender Palais und Herrenhäuser für die Hofbeamten der kleinen Residenz.

Der wohl beeindruckendste Bau in Niederwürzbach ist der Annahof, er war die Sommerresidenz von Marianne von der Leyen. Auf der anderen Seite des Weihers liegt der 'Rote Bau'. Beide Gebäude bilden das Herzstück der barocken Bauten in Niederwürzbach. Während der von-der-Leyenschen Zeit wurden am Würzbacher Weiher bedeutende, sogenannte „Englische Gärten“ im englischen Gartenstil angelegt. Zu den Gärten gehörten auch mehrere, Ende des 18. Jahrhunderts angelegte Bauten. Davon sind noch der heute als Forsthaus genutzte Rest der Philippsburg, der gut erhaltene Annahof und der Rote Bau übrig.


Der größte Menhir Mitteleuropas: Der Gollenstein bei Blieskastel


Der Gollenstein ist ein etwa 4.000 Jahre alter Monolith. Er zählt zu den ältesten Kulturdenkmälern Deutschlands und gilt als der größte Menhir Mitteleuropas. Seine Höhe beträgt 6,58 Meter.




Mittwoch, 10. Januar 2018

Die Schlösser der von der Leyen in Niederwürzbach


Blieskastel im Saarpfalzkreis war der Residenzsitz der Reichsgrafen von der Leyen gewesen.


Unter der Gräfin Marianne von der Leyen, einer geborenen Gräfin von Dalberg, entstand in Blieskastel ein kulturelles Zentrum. Eine rege Bautätigkeit entfaltete sich.

Zum Amt Blieskastel gehörte auch Niederwürzbach. Der Ort selbst, besonders aber der Weiher, war anfangs für die von der Leyen lediglich als Einnahmequelle für die gräfliche Finanzkasse von Bedeutung (Mühlzins und Fischereiertrag). Das änderte sich aber, als im Jahre 1773 Reichsgraf Franz Karl seiner Gemahlin die Mühle und Land zu ihrer freien Verfügung überschrieb. Die Reichsgräfin Marianne hatte den Ort und den Weiher bald in ihr Herz geschlossen. Nach dem Tod ihres Gemahls im Jahre 1775 ließ sie ihren Besitz in Gestalt eines Gartens und Gartenhauses erweitern. Und da es ihr hier so gut gefiel, ließ sie noch ein neues Wohnhaus errichten.

Fahrt durch den Bliesgau und Blieskastel nach Niederwürzbach:


Niederwürzbach ist ein Stadtteil von Blieskastel im Saarpfalz-Kreis (Saarland). Der Ort verdankt seinen Namen dem Bächlein Würzbach, das den Würzbacher Weiher (12 ha groß) speist, durch Niederwürzbach fließt und in die Blies entwässert. Niederwürzbach ist Teil des Biosphärenreservats Bliesgau der UNESCO.


Das Denkmal am Weiher ist Kurt Hartz, saarländischer Politiker und Bruder von Peter Hartz, nach dem die Schröder'schen Arbeitsmarktreformen benannt sind.

Die Sägemühle, die Wohnung für den Müller und seine Familie und der Ökonomiebetrieb, den der Reichsgraf Franz 1773 seiner Gemahlin zu ihrer freien Verfügung überschrieben hatte, waren an den Sägemüller verpachtet. Für den Eigenbedarf erwarb deshalb die Gräfin Marianne 1788 ein nahe gelegenes Landhaus. Das Baudatum des Gebäudes ist bis heute unbekannt. Der Annahof, so wie er heute dem Betrachter entgegentritt, ist das Ergebnis von vier Bauphasen.


Nachdem die Gräfin Marianne das Landgut „Mon plaisir“ mit der Mühle und einigen Gärten, den Annahof mit Wohngebäude und landwirtschaftlichen Betrieb besaß, ließ sie noch ein drittes Projekt anlaufen. Auf der dem Annahof gegenüber liegenden Weiherseite wurde ein Landhaus erbaut. Neben der Gräfin war auch noch ein zweiter Bauherr an dem Bauprojekt beteiligt. Es war ein Geistlicher, der im Schloss in Blieskastel lebte und wahrscheinlich der Beichtvater der Reichsgräfin war. Dieser Kanoniker namens Farogart fand, wie die Gräfin Marianne, den Weiher und seine Umgebung wunderschön. Er wünschte deshalb auch dort wohnen zu dürfen. Da der geistliche Herr einen finanziellen Beitrag zur benötigten Bausumme beisteuerte (die gräfliche Kasse war meist leer), konnte der Ökonomiehof zwischen 1788/91 errichtet werden. Dem Kanoniker Farogarden zu Ehren erhielt er den Namen „Bon voisin“ (Guter Nachbar). Der Canonicus wohnte aber wohl nicht lange in den Landhaus. Im Grundsteuerkataster des Jahres 1844 wird die Anlage als "rothe Hof genannt Bonvoisin am Neuweiher" angegeben. 1836 taucht im topographischen Plan der Name "Rotherhof" auf. Wegen seines roten Anstrichs wurde das Landhaus wohl so bezeichnet. Heute heißt er "Roter Bau".

Das gräfliche Landhaus besteht aus einem eingeschossigen, rot verputzten Wohnbau mit einem Mansarden-Walmdach. Zum Weiher hin erhebt sich der Bau auf einem hohen Sockelgeschoss. Hier befindet sich ein großer, gewölbter Keller. Zehn Fenster blicken auf den Weiher. Auf der Hofseite gibt es drei Eingänge ins Gebäude und fünf Fenster. Das rundbogige Hauptportal mit seinem wuchtigen Dreiecksgiebel ist das imposanteste Architekturteil des Gebäudes. Ursprünglich war das Hauptgebäude nur durch einen schmalen Landstreifen vom Weiher getrennt. Erst durch den Bau der Eisenbahnstrecke und des Bahnhofes (um 1860) wurde das Gebäude weiter vom Weiher weggedrängt. Der gesamte Bau ist ein charakteristisches Beispiel einer sogenannten separierten (getrennten) Anlage. Das bedeutet, die einzelnen eingeschossigen Wirtschaftstrakte sind nicht miteinander verbunden. An den Mittelbau schließen sich seitlich niedrigere Wirtschaftshöfe an. Sie dienen als Flügelbauten. Dadurch wird der Innenhof dreiseitig umschlossen. Diese Remisen dienten als Gebäude für Kutschen, Schlitten, Pferdewagen und Stallungen. Die sogenannte Beletage (die am besten ausgestattete Wohnung) war die Wohnung der Gräfin.

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Mittwoch, 20. Dezember 2017

Mystische Steine und mehr interessante Besonderheiten im Südwesten


Der größte Menhir Mitteleuropas
Der Gollenstein bei Blieskastel

Der Gollenstein bei Blieskastel im Saarland (Saarpfalz-Kreis) ist ein etwa 4.000 Jahre alter Monolith. Er zählt zu den ältesten Kulturdenkmälern Deutschlands und gilt als der größte Menhir Mitteleuropas. Seine Höhe beträgt 6,58 Meter.

Er steht auf dem Blieskasteler Berg nordwestlich des Stadtzentrums und gilt als Wahrzeichen der Barockstadt Blieskastel. Der Stein besteht aus einem hellen Sandstein und wurde wahrscheinlich am Ende der Jungsteinzeit (ca. 2000 v. Chr.) errichtet. Er wird mit einem prähistorischen Ahnenkult in Verbindung gebracht. Fast 4000 Jahre blieb der Gollenstein unversehrt, doch nach Beginn des Zweiten Weltkrieges befürchteten Offiziere der Wehrmacht, er könnte aufgrund seiner exponierten Stellung in der Landschaft als „Richtpunkt für die französische Artillerie“ dienen. Daraufhin legten Pioniere den Gollenstein im Jahre 1939 nieder. Die Soldaten richteten dafür eine mit Stroh gefüllte Grube her, die jedoch zu kurz berechnet war. Beim Umlegen riss das Seil, so dass der Stein stürzte, dabei auf der Kante der zu kurzen Grube aufschlug und in vier große und einige kleine Teile zerbrach. Auf Betreiben des Bürgermeisters Alfons Dawo wurden im November 1951 die Teile mit Beton – wegen der breiten Fugen nicht ganz fachmännisch – wieder zusammengesetzt und der Gollenstein erneut aufgerichtet.

Der Zwölfapostelstein bei Goetzenbruck

Der Zwölfapostelstein (Les Douze Apotres), auch Breitenstein genannt, ein christianisierter Menhir markiert seit altersher bei Goetzenbruck (Department Moselle, 57) die Grenze zwischen Lothringen und dem Elsaß.


Die Lothringer Kreuze

Lothringer Kreuze in der Südwestpfalz auf der Hackmesserseite - diese Lothringer Kreuze, die es diesseits und jenseits der Grenze gibt, sind nicht zu verwechseln mit dem Lothringer Kreuz mit den zwei Querbalken. Diese hier haben als typisches Merkmal einen Feldaltar. Die Lothringer Kreuze findet man auf der Hackmesserseite, dem Westrich und im angrenzenden Bitscherland in Lothringen - das Besondere ist, dass es nicht einfach Feld- oder Wegekreuze sind, sondern einen kleinen Altar haben, an dem bei Prozessionen Halt gemacht wird.


Sühnekreuz bei Dernbach

Sühnekreuze wurden an Stellen errichtet, an denen ein Mensch einen gewaltsamen Tod gefunden hatte. Das war zu den Zeiten, bevor sich die weltliche Gerichtsbarkeit um Mord und Totschlag kümmerte. Dieses hier ist am Ortsrand von Dernbach in der Südpfalz.


Montag, 4. Dezember 2017

Sakrales im Saarpfalzkreis


Die katholische Kirche St. Michael ist mit ihrer wuchtigen Breite und ihrem kuppelartigen Turm von rd. 36 Metern Höhe das Wahrzeichen der Stadt Homburg. Sie ist außen völlig in behauenem Buntsandstein ausgeführt. Architekt war August von Voit, der auch die Neue Pinakothek in München entworfen hat.

Die katholische Pfarrkirche Sankt Michael in Homburg from Franz Roth on Vimeo.

Die Schloßkirche (amtlicher Name: Pfarrkirche St. Anna und St. Philipp) ist die Pfarrkirche der katholischen Pfarrei St. Sebastian in Blieskastel, Saarpfalz-Kreis. Sie trägt das Patrozinium der heiligen Anna und des Apostels Philippus und wurde als Franziskaner-Klosterkirche in spätbarocken und teils frühklassizistischen Formen erbaut.

Die Schloßkirche in Blieskastel from Franz Roth on Vimeo.

Das Kloster Blieskastel ist ein Kloster der Franziskaner-Minoriten in Blieskastel im Saarland. Das Kloster ist eine bedeutende Wallfahrtsstätte im Bistum Speyer. Teil des heutigen Klosteranlage ist die 1682/83 errichtete Heilig-Kreuz-Kapelle. In ihr befindet sich die aus dem 14. Jahrhundert stammende Pietà „Unsere Liebe Frau mit den Pfeilen“. Sie ist der Anlass für die Wallfahrten ins Kloster Blieskastel. Sie stammt ursprünglich aus dem nahen Kloster Gräfinthal.


Kloster Gräfinthal im Saarpfalzkreis. Die Gründung des Klosters erfolgte nach dem Chronisten Dom Calmet im Jahre 1243. Es ist eine Stiftung der Gräfin Elisabeth von Blieskastel. Diese wurde der Legende nach durch ein Gebet vor dem Gnadenbild eines Einsiedlers (s. Blieskastel und sein Gnadenbild) geheilt und gründete aus Dankbarkeit das Kloster. 1273 wurde sie dort beerdigt.

Kloster Gräfinthal im Saarpfalzkreis from Franz Roth on Vimeo.

Medelsheim: Mittelalterliche Fresken aus dem 14. Jahrhundert, ein steinerner bemalter Altartabernakel von 1436 und eine Reliquie des Heiligen Pirminius, all das findet sich in dieser Kirche am Jakobsweg.