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Dienstag, 7. März 2023

Schuhstadt Pirmasens

Pirmasens bot lange als einzige Stadt in Rheinland-Pfalz die Voraussetzungen für die Durchführung internationaler Messen. Erst mit der Eröffnung des Messegeländes Idar-Oberstein und der Gründung einer dortigen Messegesellschaft im Jahr 2009 hat sich dies geändert. Das Gelände wurde ab 1949 von Ludwig Kieffer hauptsächlich für die damals noch florierende Schuhindustrie, speziell die Pirmasenser Schuh- und Lederwarenmesse aufgebaut, hat aber auch nach deren schleichendem Ende überlebt. Die gesamte Anlage bietet in sieben Hallen 20.000 m² überdachte Fläche, 48.000 m² Freiflächen inklusive Parkplätzen, einen Kongressbereich mit fünf Konferenzräumen und einen Sitzungssaal sowie 1700 PKW- und 100 Busparkplätze.


Neben den Messen wird das Gelände auch für Ausstellungen sowie Tagesveranstaltungen genutzt.

Nachdem früher vor allem die Pirmasenser Schuhmusterung (psm) und die plw (Internationale Messe für Leder, Schuh-Komponenten und mehr) den Ton angaben, sind neuere Messen wie die hageha (Verbrauchermesse für Handwerk, Gewerbe und Handel, von 1954 bis 2014), Gesundheitswelt oder die Kulinaria hinzugekommen. Ab dem Jahr 2004 wurde der Messestandort für 8,4 Millionen Euro im Rahmen der sogenannten Messe Vision 2007 erweitert. Seit 2001 findet jährlich im Februar/März die internationale Anjana, Messe für Angler, Jäger und Naturfreunde statt, die sich zur größten Verbrauchermesse für Natursportarten in Rheinland-Pfalz entwickelt hat.

Tja, Geschichte. Peter Kaiser ist seit Ende 2020 insolvent. Die Produktion in Pirmasens wurde per Ende April 2021 eingestellt und alle Mitarbeiter gekündigt.
Peter Kaiser - Europas älteste Schuhfabrik


Peter Kaiser galt bis zum Produktionsende am Standort Pirmasens als älteste unter den heute noch existierenden Schuhfabriken in Deutschland. Das 1838 gegründete Unternehmen fertigte 2012 in zwei Standorten in Pirmasens und Felgueiras (Portugal) etwa 940.000 Paar Schuhe. Nach Insolvenz Ende 2020 wurde die Produktion in Pirmasens stillgelegt und der Internetshop sowie die Produktion in Portugal in die neue Peter Kaiser Operations GmbH übernommen. 2020 meldete das Unternehmen Insolvenz an. In der Folge wurden der Internetshop, die Produktion in Portugal, die Namensrechte sowie ein kleiner Teil der Belegschaft durch den seitherigen Geschäftsführer sowie zwei weitere Investoren übernommen. Die Produktion in Pirmasens wurde per Ende April 2021 eingestellt und alle Mitarbeiter gekündigt.

Deutschlands ehemals größte Schuhfabrik

Das war mal die 1882 von Eduard Rheinberger gegründete Firma. In ihren besten Zeiten beschäftigte sie weit über 2.500 Mitarbeiter. Mein Großvater arbeitete dort als Meister in der Stepperei und erhielt für 50 Jahre Betriebszugehörigkeit das Bundesverdienstkreuz. Rheinberger ist Geschichte. 1996 endgültig geschlossen.
Neben der Lutherkirche stehend erinnert der Schusterbrunnen mit dem Standbild des Schusters Jean Joss an die Vergangenheit Pirmasens als Schuhstadt.

Der Schuster Jean Joss: Nach seiner Ausbildung zum Schuster, die er in Paris absolvierte, ließ sich Jean Joss in der Siebenhügelstadt nieder und legte den Grundstein für die Pirmasenser Schuhindustrie. Der Sage nach soll er bereits 1809 seine Frau in die preußische Rheinprovinz geschickt haben, wo sie einige paar Schuhe verkaufte. Nachdem sie von dort "mit schönem Gelde" zurückgekommen war, begannen sich auch andere Schuhmacher für den überregionalen Handel zu interessieren - was den Anfang des Pirmasenser Schuhexports darstellte, der später über den ganzen Erdball reichte.


Es gibt noch "Schlabbeflicker":
Der letzte Schuhmacher von Pirmasens - familiengeführter Handwerksbetrieb in der 4. Generation - gegründet 1910


Neuffer - Auf den Spuren einer der einst größten Schuhfabriken in Pirmasens

Die Firma Neuffer war eine der größten Schuhfabriken im pfälzischen Pirmasens des 20. Jahrhunderts, in der zeitweise 5.000 Paar Schuhe täglich hergestellt wurden.

Im Jahr 1894 beantragte der aus St. Wendel stammende Fabrikant Emil Paqué eine Baugenehmigung für ein neues Fabrikgebäude mit Wohnhaus außerhalb der damaligen Stadtgrenzen. Bald nahm die Schuhfabrikation mit zunächst 150 Mitarbeitern und einer 22 PS-Dampfmaschine ihren Betrieb auf. Um die neuen Gebäude anzuschließen, wurde eine neue Straße gebaut und nach der Ehefrau von Emil Paqué Louise benannt.

Die Pläne für eine prächtige Fassade an der Neufferstraße wurden schon 1919 vom Architekten Josef Uhl (1887–1961) erstellt. Möglicherweise diente ihm das Berliner Stadtschloß als Inspiration: Zwei hintereinanderliegende Innenhöfe und eine Westfassade mit einem von einer Kuppel überhöhten Mittelportal mit Durchfahrt. Erst nach der Übernahme durch Emil Neuffer 1926 wurden die Arbeiten begonnen, die verschiedenste Stilelemente zu einem schlossartigen Eingang mit Säulen, auf denen vier Figuren stehen, kombinieren.

Ab 1990 wurde das historische Gebäude grundlegend renoviert und dient seither unter dem Namen Neuffer am Park als Gewerbepark, Bürokomplex, Restaurant und Kultur- und Dienstleistungszentrum.


Pirmasens - ehemalige Schuhfabrik Kopp - Ludwig Kopp AG - Elka-Schuhfabrik - Die ehemalige Schuhfabrik Kopp befindet sich im Stadtzentrum von Pirmasens. Der Fabrikkomplex (1907-1911 erbaut) ist denkmalgeschützt.

Die Fabrik in Pirmasens gründete 1857 der Kaufmann Hermann Schmidt aus Mannheim mit einem Pariser Exporteur. Sie produzierten Schuhe und verkauften sie bis nach Südamerika und den Orient, sodass die Firma bereits 1860 erweitert wurde.
1868 starb Schmidt, und die Mitarbeiter Ludwig Kopp und Karl Waltz übernahmen die Firmenleitung. Sie setzten früh auf Maschinen und führten als erste in Pirmasens die „Sohlendurchnähmaschine“ ein.

Ludwig Kopp war ab 1879 der alleinige Eigentümer der Firma, die für vier Generationen in Familienbesitz blieb. Die Schuhfabrik Kopp stand in der deutschen Schuhbranche für technische Innovationen. 1912 arbeiteten über 1.000 Angestellte für das Unternehmen. 1927 wurde Ludwigs Sohn Karl zudem der Vorsitzende des Reichsverbandes der Deutschen Schuhindustrie.

Wie andere Schuhfabriken in Pirmasens auch, spezialisierte sich Kopp auf die Herstellung von Damenschuhen. Nach dem Krieg wurde die Produktmarke Elka-Schuh etabliert, die für qualitativ hochwertige Schuhe stand. Durch die seit Mitte der 1960er Jahre wachsende Konkurrenz aus dem Ausland entschloss sich die Geschäftsleitung jedoch 1979, die Produktion mit den 130 verbliebenen Mitarbeitern einzustellen.
Das Unternehmen Carl Semler ist heute für seine bequemen und modischen Damenschuhe bekannt.

1863 von dem gleichnamigen Schuhmacher gegründet, ist es die zweitälteste Schuhfabrik in Pirmasens und wird inzwischen von der fünften Generation der Eigentümerfamilie geführt.



Sonntag, 2. Juni 2019

Schuhstadt Pirmasens


Pirmasens war seit dem 19. Jahrhundert das Zentrum der deutschen Schuhindustrie. Bis in die 1980-er Jahr boomte die Schuhindustrie. Zu Blütezeiten der Schuhproduktion entwickelten und produzierten etwa 32.000 Arbeiter, was Millionen Deutsche an den Füßen trugen, fast 300 Betriebe in der Stadt und im Umland machten die Region wohlhabend.

Der Schusterbrunnen in Pirmasens:

Er erinnert an den Schuster Jean Joss, dessen bronzenes Abbild den Brunnen bekrönt.

Nach seiner Ausbildung zum Schuster in Paris ließ sich Jean Joss in der "Siebenhügelstadt" nieder und legte den Grundstein für die Pirmasenser Schuhindustrie.

Der Legende nach soll er bereits 1809 seine Frau in die preußische Rheinprovinz geschickt haben, wo sie einige paar Schuhe verkaufte. Nachdem sie von dort "mit schönem Gelde" zurückgekommen war, begannen sich auch andere Schuhmacher für den überregionalen Handel zu interessieren - was den Anbeginn des Pirmasenser Schuhexports darstellte, der später über den ganzen Erdball reichte.


Der letzte Schuhmacher von Pirmasens

Nur noch einen Handwerksbetrieb gibt es heute in der Schuhstadt, einen familiengeführten Handwerksbetrieb in der 4. Generation - gegründet 1910

Der Schuhmacher
Thomas Krauch
Luisenstr. 18
66953 Pirmasens

Tel. 0 63 31 - 7 51 18

Thomas Krauch, Schuhmachermeister, Jahrgang 1963, jahresbeste Meisterprüfung 1989, Fachlehrgang orthopädische Schuhzurichtungen 2002, selbstständig seit 1998.


In den Jahren nach 1970 begann die Krise der Schuhindustrie in Pirmasens. Nach und nach mussten immer mehr Betriebe aus Rentabilitätsgründen schließen. Derzeit arbeiten noch etwa 1.200 Personen für Schuhbetriebe, etwa die noch existierenden Firmen Carl Semler und Peter Kaiser.


Deutschlands ehemals größte Schuhfabrik, das war mal die 1882 von Eduard Rheinberger gegründete Firma. In ihren besten Zeiten beschäftigte sie weit über 2.500 Mitarbeiter. Rheinberger ist Geschichte. 1996 endgültig geschlossen. Im ehemaligen Fabrikgebäude ist heute das Dynamikum untergebracht.

Pirmasens - ehemalige Schuhfabrik Kopp - Ludwig Kopp AG - Elka-Schuhfabrik - Die ehemalige Schuhfabrik Kopp befindet sich im Stadtzentrum von Pirmasens. Der Fabrikkomplex (1907-1911 erbaut) ist denkmalgeschützt.


Die Fabrik in Pirmasens gründete 1857 der Kaufmann Hermann Schmidt aus Mannheim mit einem Pariser Exporteur. Sie produzierten Schuhe und verkauften sie bis nach Südamerika und den Orient, sodass die Firma bereits 1860 erweitert wurde.


1868 starb Schmidt, und die Mitarbeiter Ludwig Kopp und Karl Waltz übernahmen die Firmenleitung. Sie setzten früh auf Maschinen und führten als erste in Pirmasens die „Sohlendurchnähmaschine“ ein. Ludwig Kopp war ab 1879 der alleinige Eigentümer der Firma, die für vier Generationen in Familienbesitz blieb. Die Schuhfabrik Kopp stand in der deutschen Schuhbranche für technische Innovationen. 1912 arbeiteten über 1.000 Angestellte für das Unternehmen. 1927 wurde Ludwigs Sohn Karl zudem der Vorsitzende des Reichsverbandes der Deutschen Schuhindustrie. Wie andere Schuhfabriken in Pirmasens auch, spezialisierte sich Kopp auf die Herstellung von Damenschuhen. Nach dem Krieg wurde die Produktmarke Elka-Schuh etabliert, die für qualitativ hochwertige Schuhe stand. Durch die seit Mitte der 1960er Jahre wachsende Konkurrenz aus dem Ausland entschloss sich die Geschäftsleitung jedoch 1979, die Produktion mit den 130 verbliebenen Mitarbeitern einzustellen.

Neuffer - Auf den Spuren einer der einst größten Schuhfabriken in Pirmasens - Neufferpark und Neuffer am Park

Die Firma Neuffer war eine der größten Schuhfabriken im pfälzischen Pirmasens des 20. Jahrhunderts, in der zeitweise 5.000 Paar Schuhe täglich hergestellt wurden.

Ab 1990 wurde das historische Gebäude grundlegend renoviert und dient seither unter dem Namen Neuffer am Park als Gewerbepark, Bürokomplex, Restaurant und Kultur- und Dienstleistungszentrum


Im Jahr 1894 beantragte der aus St. Wendel stammende Fabrikant Emil Paqué eine Baugenehmigung für ein neues Fabrikgebäude mit Wohnhaus außerhalb der damaligen Stadtgrenzen. Bald nahm die Schuhfabrikation mit zunächst 150 Mitarbeitern und einer 22 PS-Dampfmaschine ihren Betrieb auf. Um die neuen Gebäude anzuschließen, wurde eine neue Straße gebaut und nach der Ehefrau von Emil Paqué Louise benannt.

Freitag, 24. Mai 2019

Das Winzler Viertel in Pirmasens (Teil 2)


Im zweiten Teil meiner Reportage über das Winzler Viertel richte ich mein Augenmerk nun auf die Wirtschaft im Quartier. Etwa auf die Fa. Stürzenberger, die u.a. Küchen von Bosch im Angebot hat.

Vor nunmehr mehr als 10 Jahren haben wir für unser Haus auf der Hackmesserseite dort eine Küchenzeile mit großer Arbeitsplatte, Spüle und Spülmaschine gekauft. Und sind bis heute hoch zufrieden damit.

Hintergrund war gewesen, dass in der alten Küche meiner Mutter keine Spülmaschine vorhanden war, ein Haushaltsgerät, das wir aber in keinem unserer beiden Domizile missen möchten.

Auch war die alte Spüle technisch nicht mehr in Ordnung gewesen. Die Dichtungen der Zu- und Abflüsse waren alles, aber nicht mehr dicht. Auch gab es keine Arbeitsplatte, die diesen Namen wirklich verdient hätte.

Mit der roten Farbe brachten wir auch etwas Pepp in unsere Küche.

Und die Neuerwerbung harmoniert gut mit den alten Unter- und Oberschränken in weiß von Lanzet.

Lieferung, Montage und Service, alles zu unserer vollsten Zufriedenheit. Tja, so eine Firma liegt nun aber bestimmt nicht in einem Stadtviertel, das ein "sozialer Brennpunkt" sein soll.

Den WASGAU Markt in der Arnulfstraße habe ich ja im ersten Teil schon genannt.


Wir kaufen immer dann dort ein, wenn wir z.B. zuvor beim Bauern in Bottenbach unsere frischen Landeier gekauft haben und via Eichelsbachermühle und Winzeln nach Pirmasens fahren.


Ach ja, da gibt es ja auch noch eine der alten und großen Schuhfabriken: Kennel & Schmenger.



Hier geht es zu Teil 1.



Donnerstag, 16. Mai 2019

Pirmasens - Strobelallee und Neufferpark


Die Strobelallee in Pirmasens ist benannt nach dem ersten hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt: Otto Strobel.

Otto Strobel (* 6. April 1872 in Regensburg; † 13. September 1940 in Gräfelfing) war Politiker (NLP, ab 1918 DVP) und Jurist, von 1905 bis 1934 erster hauptamtlicher Bürgermeister, später Oberbürgermeister der Stadt Pirmasens und ab 1920 Vorsitzender des Pfälzischen Kreistags.

Im Jahr 1905 holte der Stadtrat Otto Strobel aus Bayreuth und wählte diesen zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister. Strobel erkannte die Bedeutung der Schuhindustrie für die Gemeinde und sorgte für Schaffung einer besseren Infrastruktur. So veranlasste er 1907 den Bau eines Elektrizitätswerkes an der Biebermühle sowie der „höheren Mädchenschule“ in der Alleestraße (heutige Realschule) und 1911 die Einrichtung einer Filiale der Königlich Bayerischen Bank in der Stadt.

Während eines Besuchs des Prinzregenten Ludwig in Pirmasens erhielt Otto Strobel im Jahr 1913 den Verdienstorden vom Heiligen Michael. Die Bayerische Staatsregierung zeichnete ihn mit dem Titel und Rang Geheimer Rat aus. Nach seinem Tod und dem Ende des Zweiten Weltkrieges benannte die Stadt Pirmasens die Allee am Stadtrand nach ihm.


Der Neufferpark in Pirmasens - Ende des vorletzten Jahrhunderts war das Gelände des Neuffer-Parks im Besitz von Emil Paqué, der auf der Abraumfläche eines ehemaligen Steinbruchs eine Villa mit einer parkähnlichen Anlage errichten ließ, die vorrangig als Nutzgarten bewirtschaftet wurde. 1928 erwarb Emil Neuffer die Parkanlage und errichtete das Gartenhaus, bis vor kurzem Café. In dem seit 1965 öffentlichen Park sind der alte Baumbestand mit waldartigem Charakter, die Felsformationen des Roten Sandsteins und eine Konzertbühne hervorzuheben.


Pirmasens - Neuffer am Park

Im Jahr 1894 beantragte der aus St. Wendel stammende Fabrikant Emil Paqué eine Baugenehmigung für ein neues Fabrikgebäude mit Wohnhaus außerhalb der damaligen Stadtgrenzen. Bald nahm die Schuhfabrikation mit zunächst 150 Mitarbeitern und einer 22 PS-Dampfmaschine ihren Betrieb auf. Um die neuen Gebäude anzuschließen, wurde eine neue Straße gebaut und nach der Ehefrau von Emil Paqué Louise benannt.

1926 kaufte der Pirmasenser Fabrikant Emil Neuffer das Gebäude, vergrößerte die Produktion und erreichte bald mit dieser und zwei weiteren Fabriken eine Tagesproduktion von 5.000 Paaren Schuhen.


Die Firma Neuffer war eine der größten Schuhfabriken im pfälzischen Pirmasens des 20. Jahrhunderts, in der zeitweise 5.000 Paar Schuhe täglich hergestellt wurden. Ab 1990 wurde das historische Gebäude grundlegend renoviert und dient seither unter dem Namen Neuffer am Park als Gewerbepark, Bürokomplex, Restaurant und Kultur- und Dienstleistungszentrum.

Die Pläne für eine prächtige Fassade an der Neufferstraße wurden schon 1919 vom Architekten Josef Uhl (1887–1961) erstellt. Möglicherweise diente ihm das Berliner Stadtschloß als Inspiration: Zwei hintereinanderliegende Innenhöfe und eine Westfassade mit einem von einer Kuppel überhöhten Mittelportal mit Durchfahrt. Erst nach der Übernahme durch Emil Neuffer 1926 wurden die Arbeiten begonnen, die verschiedenste Stilelemente zu einem schlossartigen Eingang mit Säulen, auf denen vier Figuren stehen, kombinieren.

Im Jahr 1990 kaufte der Unternehmer Bernd Hummel den Gebäudekomplex, stellte einen Antrag auf Denkmalschutz und benannte die Anlage in Neuffer am Park um. Nachdem die Gebäude von außen grundlegend saniert und im Inneren komplett neu aufgeteilt wurden, dienen sie seither verschiedenen Firmen und Einrichtungen als Domizil, darunter Hummels Firma KangaRoos, Rockland Radio, verschiedenen Ärzten, Restaurants, dem Kunst- und Kulturzentrum "Forum Neufferanum" und anderen.

Donnerstag, 15. März 2018

Pirmasens und die Schuhe - einstiger Glanz

In einer Schuhfabrik in den 80-ern

Der Schusterbrunnen in Pirmasens:

Er erinnert an den Schuster Jean Joss, dessen bronzenes Abbild den Brunnen bekrönt. Nach seiner Ausbildung zum Schuster in Paris ließ sich Jean Joss in der "Siebenhügelstadt" nieder und legte den Grundstein für die Pirmasenser Schuhindustrie.

Der Legende nach soll er bereits 1809 seine Frau in die preußische Rheinprovinz geschickt haben, wo sie einige paar Schuhe verkaufte. Nachdem sie von dort "mit schönem Gelde" zurückgekommen war, begannen sich auch andere Schuhmacher für den überregionalen Handel zu interessieren - was den Anbeginn des Pirmasenser Schuhexports darstellte, der später über den ganzen Erdball reichte.

Peter Kaiser aus Pirmasens ist Europas älteste Schuhfabrik (seit 1838) - und behauptet sich bis heute mit Mode und Qualität auf einem hart umkämpften Markt. - Peter Kaiser is Europe's oldest shoe factory and still a well known competitor on this market.


Der letzte Schuhmacher von Pirmasens - familiengeführter Handwerksbetrieb in der 4. Generation - gegründet 1910

Der Schuhmacher
Thomas Krauch
Luisenstr. 18
66953 Pirmasens

Tel. 0 63 31 - 7 51 18

Thomas Krauch, Schuhmachermeister, Jahrgang 1963, jahresbeste Meisterprüfung 1989, Fachlehrgang orthopädische Schuhzurichtungen 2002, selbstständig seit 1998.


Die Firma Neuffer war eine der größten Schuhfabriken des 20. Jahrhunderts im pfälzischen Pirmasens, in der zeitweise 5.000 Paar Schuhe täglich hergestellt wurden. Ab 1990 wurde das historische Gebäude grundlegend renoviert und dient seither unter dem Namen Neuffer am Park als Gewerbepark, Bürokomplex, Restaurant und Kultur- und Dienstleistungszentrum.


Deutschlands ehemals größte Schuhfabrik:


Das war mal die 1882 von Eduard Rheinberger gegründete Firma. In ihren besten Zeiten beschäftigte sie weit über 2.500 Mitarbeiter. Mein Großvater arbeitete dort als Meister in der Stepperei und erhielt für 50 Jahre Betriebszugehörigkeit das Bundesverdienstkreuz. Rheinberger ist Geschichte. 1996 endgültig geschlossen. Im ehemaligen Fabrikgebäude ist heute das Dynamikum untergebracht. In dem Gebäude war später auch der Schuhmaschinenhersteller USM untergebracht, wo mein Vater Leiter der Geschäftsstelle gewesen war.

Ehemalige Schuhfabrik Kopp:


Für die Schuhindustrie unabdingbar: Nähmaschinen


Und bis zur Insolvenz im Jahr 2008 war der wohl bedeutendste Hersteller PFAFF in Kaiserslautern gewesen. Gegründet wurde das Unternehmen vom Instrumentenmacher Georg Michael Pfaff. 1862 verkaufte er seine erste Nähmaschine, die heute im Deutschen Museum in München steht. 1885 eröffnete Pfaff eine Verkaufsfiliale in London, während das Kaiserslauterer Werk weiter wuchs. 1891 produzierten 400 Arbeiter rund 25.000 Maschinen pro Jahr. Nach dem Tod von Georg Michael Pfaff im Jahr 1893 übernahm sein älterer Sohn Georg Pfaff (1853–1917) das Unternehmen. Unter seiner Leitung wurde das Werk weiter ausgebaut und zwischen 1896 (Baubeginn 1894) und 1906 an den Galgenberg am damaligen westlichen Stadtrand von Kaiserslautern verlagert. 1907/08 wurden die ersten Industrienähmaschinen gefertigt, während die bis dahin hergestellten Nähmaschinen sowohl im Haushalt als auch in Industrie und Handwerk eingesetzt worden waren. 1910 schenkte Georg Pfaff die millionste Pfaff-Nähmaschine dem Historischen Museum in Speyer. 1913 belief sich der mengenmäßige Exportanteil bereits auf 60 %. Bis zu Georg Pfaffs Tod im Jahr 1917 exportierte das Unternehmen in 64 Länder.

Samstag, 14. Oktober 2017

Es war einmal eine Schuhstadt


Die Firma Neuffer war eine der größten Schuhfabriken im pfälzischen Pirmasens, in der zeitweise 5.000 Paar Schuhe täglich hergestellt wurden. Im Jahr 1894 beantragte der aus St. Wendel stammende Fabrikant Emil Paqué eine Baugenehmigung für ein neues Fabrikgebäude mit Wohnhaus außerhalb der damaligen Stadtgrenzen. Bald nahm die Schuhfabrikation mit zunächst 150 Mitarbeitern und einer 22 PS-Dampfmaschine ihren Betrieb auf. Um die neuen Gebäude an die Stadt anzuschließen, wurde eine neue Straße gebaut und nach der Ehefrau von Emil Paqué Louise benannt, die Luisenstraße.

1926 kaufte der Pirmasenser Fabrikant Emil Neuffer das Gebäude, vergrößerte die Produktion und erreichte bald mit dieser und zwei weiteren Fabriken eine Tagesproduktion von 5.000 Paaren Schuhen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage samt Materialien konfisziert und zur Herstellung und Reparatur von Uniformen und Militärstiefeln genutzt. Schon kurz nach der Kapitulation 1945 öffnete die Neuffer Schuhfabrik wieder ihre Pforten zur Produktion und am 10. Dezember 1949 wurde das 40-jährige Jubiläum gefeiert. Nach dem Tod Emil Neuffers 1953 führten seine Erben den Betrieb bis 1962 weiter; dann wurde die Produktion eingestellt und die Firma liquidiert. Die Räume wurden weiter als Lagerhallen und Produktionsräume für kleinere Firmen untervermietet. Da jedoch nur unzureichend in den Unterhalt des Gebäudes investiert wurde, verschlechterte sich dessen Zustand immer mehr. Im Jahr 1990 kaufte der Unternehmer Bernd Hummel den Gebäudekomplex, stellte einen Antrag auf Denkmalschutz und benannte die Anlage in Neuffer am Park um. Nachdem die Gebäude von außen grundlegend saniert und im Inneren komplett neu aufgeteilt wurden, dienen sie seither verschiedenen Firmen und Einrichtungen als Domizil, darunter Hummels Firma KangaRoos.

Deutschlands ehemals größte Schuhfabrik - Das war mal die 1882 von Eduard Rheinberger gegründete Firma. In ihren besten Zeiten beschäftigte sie weit über 2.500 Mitarbeiter. Rheinberger ist Geschichte. 1996 endgültig geschlossen. Im ehemaligen Fabrikgebäude ist heute das Dynamikum untergebracht: http://www.dynamikum.de/


Europas älteste Schuhfabrik

Peter Kaiser aus Pirmasens ist Europas älteste Schuhfabrik - und behauptet sich bis heute mit Mode und Qualität auf einem hart umkämpften Markt.


Für die Schuhindustrie unabdingbar: Nähmaschinen

Und bis zur Insolvenz im Jahr 2008 war der wohl bedeutendste Hersteller PFAFF in Kaiserslautern gewesen. Gegründet wurde das Unternehmen vom Instrumentenmacher Georg Michael Pfaff. 1862 verkaufte er seine erste Nähmaschine, die heute im Deutschen Museum in München steht. 1885 eröffnete Pfaff eine Verkaufsfiliale in London, während das Kaiserslauterer Werk weiter wuchs. 1891 produzierten 400 Arbeiter rund 25.000 Maschinen pro Jahr. Nach dem Tod von Georg Michael Pfaff im Jahr 1893 übernahm sein älterer Sohn Georg Pfaff (1853–1917) das Unternehmen. Unter seiner Leitung wurde das Werk weiter ausgebaut und zwischen 1896 (Baubeginn 1894) und 1906 an den Galgenberg am damaligen westlichen Stadtrand von Kaiserslautern verlagert. 1907/08 wurden die ersten Industrienähmaschinen gefertigt, während die bis dahin hergestellten Nähmaschinen sowohl im Haushalt als auch in Industrie und Handwerk eingesetzt worden waren. 1910 schenkte Georg Pfaff die millionste Pfaff-Nähmaschine dem Historischen Museum in Speyer. 1913 belief sich der mengenmäßige Exportanteil bereits auf 60 %. Bis zu Georg Pfaffs Tod im Jahr 1917 exportierte das Unternehmen in 64 Länder.