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Donnerstag, 21. November 2024

Impressionen aus Pirmasens

Im Jahre 1786 erbaute an der gerodeten Stelle an der Finsterbacherstraße Friedrich Adolf Beck, ein Leutnant der Landgrafengarde Ludwig IX. des Stadtgründers von Pirmasens, das heute noch bestehende Hofgebäude eben an jener Stelle. Fortan sprach der Volksmund wegen des eindrucksvollen Baus nur noch vom „Beckenhof”.


Anfang der dreißiger Jahre kehrte mit dem Einzug der Försterfamilie Groß auch die Gastlichkeit auf dem Beckenhof ein. Zu einem echten Ausflugsziel entwickelte sich das Forsthaus dann mit der Familie des Oberforstrats Martin Franzreb. Dessen tüchtige Frau backte selbst Kuchen, kreierte Hausmacher-Wurstplatten und kredenzte den immer zahlreicher werdenden Gästen auch ihren leckeren „Weißen Käse” (angemachter Speise­quark). Diese Tradition pflegte auch die letzte auf dem Beckenhof wohnende Försterfamilie. Forstamtsrat Adolf Mertel, der das Forsthaus immer noch bewohnte, ging 1976 in den Ruhestand. Der Beckenhof selbst wurde ab diesem Zeitpunkt nicht mehr als Forst­dienststelle genutzt und drohte zu verfallen. Um den Pirmasensern aber ihr traditionelles Forsthaus als Ausflugsziel zu erhalten, kaufte die Stadt Pirmasens 1978 das Gebäude. Auch heute ist der Beckenhof Gaststätte.

Ein Gedenkstein am Beckenhof (Pirmasens in der Südwestpfalz) erinnert an Generaloberst Ludwig Beck, den führenden Kopf des Widerstandes deutscher Offiziere gegen das Nazi-Regime. Der Beckenhof wurde von seinen Vorfahren gegründet.

Das Mordloch in Pirmasens: Nicht weit von Pirmasens in der Pfalz befindet sich ein zwar kurzer, aber steiniger und steiler Weg, der von größeren Felsbrocken gesäumt ist. Von den Einheimischen wird diese Stelle "Mordloch" genannt.

Der Neufferpark in Pirmasens - Aufnahmen von 2018


Der Neufferpark ist der älteste, öffentlich zugängliche Park der Stadt. Der Schuhfabrikant Emil Paqué verwandelte einen Steinbruch in einen Landschaftspark mit exotischen Bäumen und einer ausgeklügelten Wegführung. Die Krönung bescherte Emil Neuffer dem Park mit der Gartenvilla (entworfen von Werner Horstmann).

Pirmasens - Alter Friedhof - Der Alte Friedhof ist ein 1925 aufgelassener Friedhof in Pirmasens, der zu einer Parkanlage umgestaltet wurde. Als Denkmalzone Alter Friedhof sind zahlreiche Grabdenkmäler des 19. Jahrhunderts, drei Kriegerdenkmale und eine teilweise erhaltene jüdische Abteilung Teil der Denkmalliste der Stadt. Die ehemalige Einsegnungshalle ist heute eine Veranstaltungsstätte unter dem Namen Carolinensaal.


Der Friedhof wurde bereits um das Jahr 1763 herum außerhalb der Stadtmauern angelegt. Das genaue Jahr ist nicht bekannt, der Friedhof taucht erstmals in einer Zeichnung aus dem Jahr 1762 auf, allerdings noch an anderem Standort. Dort war er unmittelbar vor dem Buchsweilertor an der heutigen Ecke Haupt- und Bergstraße vorgesehen, angelegt wurde er schließlich an höherer Stelle in der Fortführung der Alleestraße. Spätestens im Jahr 1765 bestand der Friedhof bereits.

Die ältesten erhaltenen Relikte auf dem Friedhof sind die Grabdenkmäler für zwei in der Schlacht bei Pirmasens im Jahr 1793 gefallene preußische Offiziere, Albrecht Otto Johann von Möllendorff und Hans Friedrich Georg von Borstell.

Die beiden gefallenen Offiziere gehörten dem 7. Preußischen Kürassierregiment an. Ihr Tod ist in der Geschichte des Königlich Preußischen Sechsten Kürassier-Regiments, genannt Kaiser von Rußland, von Freiherr E. A. Wilhelm Dijon von Monteton, Brandenburg, 1842 (Seiten 88, 89 und 92), beschrieben.

Der Carolinensaal in Pirmasens - Von der Leichenhalle zum Kulturzentrum

Die einstige Leichenhalle ist heute das Kulturzentrum Carolinensaal, der Friedhof selbst eine Parkanlage im Herzen der Schuhstadt. Der Carolinensaal ist benannt nach der Landgräfin Caroline von Hessen-Darmstadt, Gemahlin des Stadtgründers von Pirmasens, Landgraf Ludwig IX., und eine gute Freundin des Preußenkönigs Friedrich II. (Friedrich der Große, "Der Alte Fritz").

Karoline Henriette Christine Philippine Luise von Pfalz-Zweibrücken (* 9. März 1721 in Straßburg; † 30. März 1774 in Darmstadt) war durch Heirat Landgräfin von Hessen-Darmstadt, auch als die Große Landgräfin Caroline von Hessen-Darmstadt bezeichnet.

Die Landgräfin stand in Kontakt mit Friedrich II. von Preußen und war eine der wenigen Frauen, die er respektierte. Er nannte sie einmal „Zierde und Bewunderung unseres Jahrhunderts“ und anlässlich ihres Todes schickte er eine marmorne Urne mit der lateinischen Aufschrift „femina sexu, ingenio vir“ (dt.: „von Geschlecht eine Frau, vom Geist ein Mann“) nach Darmstadt, die noch heute im Herrngarten zu besichtigen ist. Durch ihre Töchter wurde sie Stammmutter des preußischen Königshauses beziehungsweise des späteren deutschen Kaiserhauses sowie des niederländischen Königshauses.

Exerzierplatz und Josef-Krekeler-Platz in Pirmasens

Ein interessanter Platz, den es so in der Art in keiner anderen deutschen Stadt gibt, ist der Exerzierplatz in Pirmasens. In dessen Mitte thront unübersehbar die von den Einheimischen so getaufte „Spitze des Wahnsinns“. Sie ist über den Aufzug der Tiefgarage gebaut.


Unter dem Platz befindet sich ein Parkhaus. Die blaue Pyramide, die bereits erwähnte "Spitze des Wahnsinns", ist über den Aufzug der Tiefgarage gebaut.

Hier findet auch der Wochenmarkt (Di, Do, und Sa) statt.

Den Exerzierplatz in seiner heutigen Form gibt es erst seit 1995. Davor war er ein mit Granitsteinen gepflastertes Quadrat, das primär als Parkplatz und - wie auch heute noch - drei mal wöchentlich (dienstags, donnerstags und an Sonnabenden) als Standort des Wochenmarktes genutzt wurde. Heute ist der "Exe" mit einer Tiefgarage versehen, die es in Ihrer runden Form zum Zeitpunkt der Entstehung in Deutschland nur noch einmal gab, nämlich in Baden-Baden am Festspielhaus. Da die Planung und Umsetzung (Kosten ca. 14 Mio. DM) zum überwiegenden Teil in die Amtszeit des langjährigen Pirmasenser Oberbürgermeisters Dr. Karl Rheinwald (verstorben 1993) fiel, ist einigen Pirmasensern der Platz vielleicht auch unter dem Spitznamen "Forum Rheinwaldeum" noch bekannt.

Forum Alte Post und Josef-Krekeler-Platz

Die Alte Post in Pirmasens ist ein 1893 als Königlich Bayerisches Postamt errichtetes denkmalgeschütztes Gebäude im Stil der Neorenaissance. Es zählt mit seiner prachtvollen Fassade zu den repräsentativsten Gebäuden der Stadt sowie zu den bedeutendsten noch erhaltenen gründerzeitlichen Verwaltungsgebäuden in der früheren bayerischen Pfalz. Heute dient es als Kultur- und Veranstaltungszentrum sowie als Museum unter dem Namen Forum Alte Post. Seit dem Herbst 2013 wird das Gebäude als Kulturstätte der Stadt Pirmasens genutzt. Es beherbergt zwei Dauerausstellungen für die beiden bedeutendsten Künstler, die in der Stadt geboren wurden, den Dadaisten Hugo Ball und den Landschafts- und Genremaler des Biedermeier Heinrich Bürkel. Weiterhin gibt es regelmäßige Wechselausstellungen. Im zu Ehren der Stifterin als Elisabeth-Hoffmann-Saal benannten Kuppelsaal finden Kulturveranstaltungen und Seminare statt, er kann des Weiteren auch für private Feiern gemietet werden.

Die Skulptur auf dem Platz ist den Frauen gewidmet, die dereinst in großen Weidenkörben die Pirmasenser Schuhe bis in den Schwarzwald hinein trugen und verkauften.

Joseph Krekeler (* 3. April 1935 in Herxheim bei Landau/Pfalz; † 16. August 2007 in Pirmasens) war ein deutscher Politiker (CDU). Er war von 1999 bis 2003 Oberbürgermeister der Stadt Pirmasens und von 1999 bis zu seinem Tod Fraktionsvorsitzender der CDU im Bezirkstag Pfalz. Krekeler hatte zu Beginn seiner Amtszeit 1999 den Umbau des ehemaligen Hauptpostamtes (Alte Post) zu einem Kulturzentrum begonnen.

Neben den beiden Dauerausstellungen zu Heinrich Bürkel und Hugo Ball gab es in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 51 Wechselausstellungen zu sehen. Das zentral gelegene Forum Alte Post hat sich nicht nur als Ort für Kunst und Kultur etabliert, sondern auch als Veranstaltungsort. Unter anderem für Trauungen und Hochzeiten. Im vergangenen Jahrzehnt haben sich bereits knapp 400 Paare das Jawort gegeben.

Die Lutherkirche in Pirmasens ehem Garnisonskirche

Die Lutherkirche in Pirmasens - Die ehemalige Hof- und Garnisonskirche aus der Zeit des Landgrafen Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt - An ihr vierstimmiges Geläut reicht manche große Kathedrale nicht heran.


An dieser Stelle soll schon im Jahr 820 eine Kapelle gestanden haben. In diesem Jahr wird Pirmasens als Pirminisensna erstmals erwähnt. Die Kapelle soll eine Gründung des Klosters Hornbach gewesen sein.

Die erste urkundliche Erwähnung Pirmasens datiert auf das Jahr 1202 und da wird auch eine der heiligen Juliana geweihte Pfarrkirche erwähnt. Diese Kirche wurde mehrfach zerstört und wiederaufgebaut, bis sie 1756 endgültig abgetragen wird und im Zuge des Ausbaus des Dorfes Pirmasens zur Stadt durch Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt und Hanau-Lichtenberg am 5. April 1757 der Grundstein zu einer neuen Hof- und Garnisonskirche gelegt wird.

Am 4. Oktober 1761 wird die Kirche geweiht und heißt im Volksmund bald "Untere Kirche". 1793 werden die Glocken an die französische Revolutionsarmee abgeliefert und erst 1861 erhält die Lutherkirche ein neues Geläut.

Am 9. August 1944 wird die Lutherkirche bei alliierten Luftangriffen zerstört. Der Wiederaufbau erfolgt von 1947 bis 1949.

Am 5. November 1949 werden die Gebeine Landgraf Ludwigs IX. in der Gruft zwischen Altar und Taufstein wieder beigesetzt.

1960.: Die Lutherkirche bekommt nach dem jahrelang vorhandenen Notdach einen neuen Turmhelm. Das nach dem historischen Vorbild neu gefertigte Turmkreuz wird als Zeichen der Versöhnung mit Hilfe eines amerikanischen Militärhubschrauber aufgesetzt.







Sonntag, 5. Februar 2023

Im Pfälzerwald bei Pirmasens

Wanderparkplatz Platte in Pirmasens Ruhbank

Das Mordloch - Um diesen Hohlweg rankt sich (in mehreren Varianten) eine mittelalterliche Sage von Mord und Totschlag.

Beckenhof in Pirmasens und das Mordloch auf der Ruhbank - Waldspaziergang Richtung Felsentor, Fahrt zur Platte und das Mordloch auf der Ruhbank.


Im Jahre 1786 erbaute an der gerodeten Stelle an der Finsterbacherstraße Friedrich Adolf Beck, ein Leutnant der Landgrafengarde Ludwig IX. des Stadtgründers von Pirmasens, das heute noch bestehende Hofgebäude eben an jener Stelle. Fortan sprach der Volksmund wegen des eindrucksvollen Baus nur noch vom „Beckenhof”.

Anfang der dreißiger Jahre kehrte mit dem Einzug der Försterfamilie Groß auch die Gastlichkeit auf dem Beckenhof ein. Zu einem echten Ausflugsziel entwickelte sich das Forsthaus dann mit der Familie des Oberforstrats Martin Franzreb. Dessen tüchtige Frau backte selbst Kuchen, kreierte Hausmacher-Wurstplatten und kredenzte den immer zahlreicher werdenden Gästen auch ihren leckeren „Weißen Käse” (angemachter Speise­quark). Diese Tradition pflegte auch die letzte auf dem Beckenhof wohnende Försterfamilie. Forstamtsrat Adolf Mertel, der das Forsthaus immer noch bewohnte, ging 1976 in den Ruhestand. Der Beckenhof selbst wurde ab diesem Zeitpunkt nicht mehr als Forst­dienststelle genutzt und drohte zu verfallen. Um den Pirmasensern aber ihr traditionelles Forsthaus als Ausflugsziel zu erhalten, kaufte die Stadt Pirmasens 1978 das Gebäude. Auch heute ist der Beckenhof Gaststätte.

Ein Gedenkstein am Beckenhof erinnert an Generaloberst Ludwig Beck, den führenden Kopf des Widerstandes deutscher Offiziere gegen das Nazi-Regime. Der Beckenhof wurde von seinen Vorfahren gegründet.


Am höchsten Punkt der Verbindungsstraße von Pirmasens nach Lemberg stand eine steinerne Ruhbank. An dieser Stelle wurde 1748 durch Jakob Weber ein Hof mit Stallungen und Schäferei, der „Ruhbancker Hoff“ errichtet. Ab 1755 wurden weitere Häuser gebaut und im Jahre 1775 wurde eine Strausswirtschaft genau gegenüber der steinernen Bank fertiggestellt. Das Dorf Ruhbank gehörte seit Gründung zum Amt Lemberg. Am 20. Oktober 1956 wurde die Ruhbank offiziell Ortsteil der Stadt Pirmasens.


Freitag, 1. Oktober 2021

Pirmasens und Lemberg, Natur, Sagen und Geschichte

Der Beckenhof in Pirmasens


Ein Gedenkstein am Beckenhof (Pirmasens in der Südwestpfalz) erinnert an Generaloberst Ludwig Beck, den führenden Kopf des Widerstandes deutscher Offiziere gegen das Nazi-Regime. Der Beckenhof wurde von seinen Vorfahren gegründet.

Im Jahre 1786 erbaute an der gerodeten Stelle an der Finsterbacherstraße Friedrich Adolf Beck, ein Leutnant der Landgrafengarde Ludwig IX. des Stadtgründers von Pirmasens, das heute noch bestehende Hofgebäude eben an jener Stelle. Fortan sprach der Volksmund wegen des eindrucksvollen Baus nur noch vom „Beckenhof”.

Anfang der dreißiger Jahre kehrte mit dem Einzug der Försterfamilie Groß auch die Gastlichkeit auf dem Beckenhof ein. Zu einem echten Ausflugsziel entwickelte sich das Forsthaus dann mit der Familie des Oberforstrats Martin Franzreb. Dessen tüchtige Frau backte selbst Kuchen, kreierte Hausmacher-Wurstplatten und kredenzte den immer zahlreicher werdenden Gästen auch ihren leckeren „Weißen Käse” (angemachter Speisequark).

Diese Tradition pflegte auch die letzte auf dem Beckenhof wohnende Försterfamilie. Forstamtsrat Adolf Mertel, der das Forsthaus immer noch bewohnte, ging 1976 in den Ruhestand.

Der Beckenhof selbst wurde ab diesem Zeitpunkt nicht mehr als Forstdienststelle genutzt und drohte zu verfallen. Um den Pirmasensern aber ihr traditionelles Forsthaus als Ausflugsziel zu erhalten, kaufte die Stadt Pirmasens 1978 das Gebäude. Auch heute ist der Beckenhof Gaststätte.

Fahrt vom Beckenhof zur Ruhbank


Das Mordloch in Pirmasens - um diesen steilen Hohlweg rankt sich - in verschiedenen Varianten - eine mittelalterliche Sage um Mord und Totschlag.


Ruhbank


Am höchsten Punkt der Verbindungsstraße von Pirmasens nach Lemberg stand eine steinerne Ruhbank. An dieser Stelle wurde 1748 durch Jakob Weber ein Hof mit Stallungen und Schäferei, der „Ruhbancker Hoff“ errichtet. Ab 1755 wurden weitere Häuser gebaut und im Jahre 1775 wurde eine Strausswirtschaft genau gegenüber der steinernen Bank fertiggestellt. Das Dorf Ruhbank gehörte seit Gründung zum Amt Lemberg.

Von der Ruhbank gelangen wir nach Lemberg.


Die Burg Lemberg ist eine mittelalterliche Burg auf der Gemarkung der Gemeinde Lemberg im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz.

Die Höhenburg liegt auf dem Schloßberg in 458 m Höhe und beherbergt neben einem Burgeninformationszentrum für Pfalz und Nordvogesen eine vom Pfälzerwald-Verein erbaute Burgschänke. Ihre exponierte Lage erlaubt einen weiten Ausblick über Lemberg und die umliegenden, bewaldeten Hügel des Wasgau.

Der Burgberg, schon in keltischer und römischer Zeit besiedelt, wurde 1198 von Graf Heinrich I. von Zweibrücken vom Kloster Hornbach erworben. Heinrich und seine Nachfolger ließen sukzessive auf dem Berggipfel Burggebäude errichten, die in ihrem Auftrag von Burgmannen verwaltet wurden. Differenzen mit den benachbarten Herzögen von Lothringen dürften die unmittelbare Folge gewesen sein. 1269 belehnte Herzog Friedrich II. von Lothringen den Grafen Heinrich II. von Zweibrücken mit der Hälfte von Lemberg, woraus sich für die Folgezeit eine gemeinsame Herrschaft zwischen Lothringen und Zweibrücken entwickelte.

Nach dem Tod Heinrichs 1282 teilten sich dessen Söhne Walram und Eberhard die Grafschaft. Der neben ausgedehnten Ländereien auch mit Burg Lemberg bedachte Eberhard nannte sich, nachdem er darüber hinaus 1297 die Herrschaft Bitsch erworben hatte, fortan Graf von Zweibücken, Herr zu Bitsch. Als nachfolgende Burgherren sind vor allem die Brüder Hanemann I. und Simon Wecker, danach Hanemann II. und Friedrich I. zu nennen.

Nach dem Tod Friedrichs I. 1476 wurde die Grafschaft Zweibrücken-Bitsch unter den vier Söhnen des Grafen geteilt; Lemberg fiel dabei an Friedrich II. Nach dessen Tod im Jahre 1500 wiederum ging sein Besitz an seinen Neffen Reinhard über, der nun alleiniger Herr der Grafschaft wurde. U nter Graf Jakob I., der 1536 seine Hochzeit mit Katharina von Hohenstein in Lemberg feierte, wurde die Burg zu einem großzügigen Renaissanceschloß umgebaut und spätestens seit 1541 als Hauptresidenz genutzt. Nach dem Tod des Grafen fiel die Anlage 1570 an Philipp V. von Hanau-Lichtenberg.

Erb- und Religionsstreitigkeiten zwischen Hanau-Lichtenberg und Lothringen sowie den Grafen von Leiningen-Westerburg führten 1572 zur Besetzung der Burg durch Truppen Herzog Karls III. von Lothringen. Nach dem Abzug der Lothringer 1604/6 befand sich die Burg in einem so schlechten baulichen Zustand, daß eine umfangreiche Wiederherstellung notwendig wurde. Auch im Dreißigjährigen Krieg wurde Lemberg besetzt. 1634/35 lagen kaiserliche Soldaten in der Feste, 1636 wurde sie von umherstreifenden Kavallerieverbänden beschädigt.

Die nach Kriegsende nur noch notdürftig ausgeflickte Anlage zerstörten im Verlauf des Pfälzischen Erbfolgekrieges 1689 französische Soldaten unter dem Befehl des Generals Montclar. Schon seit dem 17. Jahrhundert diente sie der Bevölkerung der umliegenden Dörfer als Steinbruch, u.a. lieferte sie mit offizieller Erlaubnis 1646 Baumaterial für den Neubau der Lemberger Kirche. Erst durch Ausgrabungen in neuester Zeit konnten Teile der Unterburg sowie die äußerst merkwürdige Brunnenanlage freigelegt werden.

Die Altenwoogsmühle in Lemberg


Lemberg, Altenwoogsmühle, am Ufer der Rodalb, in unmittelbarer Nähe der Abzweigung der K36 nach Ruppertsweiler gelegen

Das heutige Gebäude ist ein Mansardwalmdachbau von 1750, aber die Mühle selbst ist viel älter. Sie stammt aus dem Jahr 1587 (s. Jahreszahl an der Fassade), wurde jedoch erstmals 1626 urkundlich erwähnt anläßlich des von Graf Wolfgang von Hanau-Lich­tenberg veranlaßten Inventars. Damals war die Mühle aber bereits abgegangen. Erst im 18. Jh. wurde die Mühle wieder aufgebaut.

Der Mühlenbetrieb war 1870 eingestellt worden. Seit 1933 ist die Mühle nach Umbauten eine Gaststätte (war aber zwischendurch in stark verwahrlostem Zustand).

Heute ist dort ein griechisches Restaurant.

Der Lemberger Ortsteil Salzwoog ist ein kleines Dorf im Tal des Salzbaches. Schon im Jahr 1150 wird an dieser Stelle eine “Salzbrücke” erwähnt. Wenn damals dort eine Siedlung war, so ist sie schon bald wieder untergegangen. Hier verlief die Salzstraße der Römer. Salz wurde damals vom Lothringischen nach Speyer transportiert. Auf dem damaligen Salzwooger Hof, der auf der Bistumsgrenze zwischen Metz und Speyer lag, befand sich eine Zollstation mit einer Salzwaage, um das "weiße Gold" zu wiegen. Im Ort Salzwoog gibt es noch einige schöne Fachwerkhäuser.


Die Geburt des Ortes Salzwoog geschah im Jahr 1727 durch die Brüder Kettenring, durch die Errichtung einer Sägemühle und eines Hofgutes. Daran erinnert heute das “Kettenring’sche Haus”, ein Fachwerkbau, der von seinem jetzigen Besitzer restauriert wurde. Den Betrieb der Mühle hat man nach dem 2. Weltkrieg eingestellt.

Sonntag, 5. September 2021

Pirmasens - Beckenhof und Ruhbank

Der Beckenhof in Pirmasens


Ein Gedenkstein am Beckenhof (Pirmasens in der Südwestpfalz) erinnert an Generaloberst Ludwig Beck, den führenden Kopf des Widerstandes deutscher Offiziere gegen das Nazi-Regime. Der Beckenhof wurde von seinen Vorfahren gegründet.

Im Jahre 1786 erbaute an der gerodeten Stelle an der Finsterbacherstraße Friedrich Adolf Beck, ein Leutnant der Landgrafengarde Ludwig IX. des Stadtgründers von Pirmasens, das heute noch bestehende Hofgebäude eben an jener Stelle. Fortan sprach der Volksmund wegen des eindrucksvollen Baus nur noch vom „Beckenhof”.

Anfang der dreißiger Jahre kehrte mit dem Einzug der Försterfamilie Groß auch die Gastlichkeit auf dem Beckenhof ein. Zu einem echten Ausflugsziel entwickelte sich das Forsthaus dann mit der Familie des Oberforstrats Martin Franzreb. Dessen tüchtige Frau backte selbst Kuchen, kreierte Hausmacher-Wurstplatten und kredenzte den immer zahlreicher werdenden Gästen auch ihren leckeren „Weißen Käse” (angemachter Speisequark).

Diese Tradition pflegte auch die letzte auf dem Beckenhof wohnende Försterfamilie. Forstamtsrat Adolf Mertel, der das Forsthaus immer noch bewohnte, ging 1976 in den Ruhestand.

Der Beckenhof selbst wurde ab diesem Zeitpunkt nicht mehr als Forstdienststelle genutzt und drohte zu verfallen. Um den Pirmasensern aber ihr traditionelles Forsthaus als Ausflugsziel zu erhalten, kaufte die Stadt Pirmasens 1978 das Gebäude. Auch heute ist der Beckenhof Gaststätte.

Fahrt vom Beckenhof zur Ruhbank


Das Mordloch in Pirmasens - um diesen steilen Hohlweg rankt sich - in verschiedenen Varianten - eine mittelalterliche Sage um Mord und Totschlag.


Ruhbank


Am höchsten Punkt der Verbindungsstraße von Pirmasens nach Lemberg stand eine steinerne Ruhbank. An dieser Stelle wurde 1748 durch Jakob Weber ein Hof mit Stallungen und Schäferei, der „Ruhbancker Hoff“ errichtet. Ab 1755 wurden weitere Häuser gebaut und im Jahre 1775 wurde eine Strausswirtschaft genau gegenüber der steinernen Bank fertiggestellt. Das Dorf Ruhbank gehörte seit Gründung zum Amt Lemberg.

Samstag, 26. September 2020

Pirmasens: Der Beckenhof


Im Jahre 1786 erbaute an der gerodeten Stelle an der Finsterbacherstraße Friedrich Adolf Beck, ein Leutnant der Landgrafengarde Ludwig IX. des Stadtgründers von Pirmasens, das heute noch bestehende Hofgebäude eben an jener Stelle. Fortan sprach der Volksmund wegen des eindrucksvollen Baus nur noch vom „Beckenhof”.


Anfang der dreißiger Jahre kehrte mit dem Einzug der Försterfamilie Groß auch die Gastlichkeit auf dem Beckenhof ein. Zu einem echten Ausflugsziel entwickelte sich das Forsthaus dann mit der Familie des Oberforstrats Martin Franzreb. Dessen tüchtige Frau backte selbst Kuchen, kreierte Hausmacher-Wurstplatten und kredenzte den immer zahlreicher werdenden Gästen auch ihren leckeren „Weißen Käse” (angemachter Speise­quark). Diese Tradition pflegte auch die letzte auf dem Beckenhof wohnende Försterfamilie. Forstamtsrat Adolf Mertel, der das Forsthaus immer noch bewohnte, ging 1976 in den Ruhestand. Der Beckenhof selbst wurde ab diesem Zeitpunkt nicht mehr als Forst­dienststelle genutzt und drohte zu verfallen. Um den Pirmasensern aber ihr traditionelles Forsthaus als Ausflugsziel zu erhalten, kaufte die Stadt Pirmasens 1978 das Gebäude. Auch heute ist der Beckenhof Gaststätte.

Beckenhof und Platte - Waldspaziergang im Pfälzerwald bei Pirmasens, u.a. zum Mordloch (Ortsteil Ruhbank), um das sich mittelalterliche Sagen ranken. - Um das Mordloch, diesen kurzen, engen, felsgesäumten Hohlweg, ranken sich mittelalterliche Sagen um Verrat und Mord.


Pirmasens - Beckenhof - Gedenkstein für Ludwig Beck


Ein Gedenkstein am Beckenhof (Pirmasens in der Südwestpfalz) erinnert an Generaloberst Ludwig Beck, den führenden Kopf des Widerstandes deutscher Offiziere gegen das Nazi-Regime. Der Beckenhof wurde von seinen Vorfahren gegründet.

Freitag, 25. Oktober 2019

Pirmasens: Um den Beckenhof

Im Jahre 1786 erbaute an der gerodeten Stelle an der Finsterbacherstraße Friedrich Adolf Beck, ein Leutnant der Landgrafengarde Ludwig IX. des Stadtgründers von Pirmasens, das heute noch bestehende Hofgebäude eben an jener Stelle. Fortan sprach der Volksmund wegen des eindrucksvollen Baus nur noch vom „Beckenhof”.

Anfang der Dreißiger Jahre kehrte mit dem Einzug der Försterfamilie Groß auch die Gastlichkeit auf dem Beckenhof ein. Zu einem echten Ausflugsziel entwickelte sich das Forsthaus dann mit der Familie des Oberforstrats Martin Franzreb. Dessen tüchtige Frau backte selbst Kuchen, kreierte Hausmacher-Wurstplatten und kredenzte den immer zahlreicher werdenden Gästen auch ihren leckeren „Weißen Käse” (angemachter Speise­quark). Diese Tradition pflegte auch die letzte auf dem Beckenhof wohnende Försterfamilie. Forstamtsrat Adolf Mertel, der das Forsthaus immer noch bewohnte, ging 1976 in den Ruhestand. Der Beckenhof selbst wurde ab diesem Zeitpunkt nicht mehr als Forst­dienststelle genutzt und drohte zu verfallen. Um den Pirmasensern aber ihr traditionelles Forsthaus als Ausflugsziel zu erhalten, kaufte die Stadt Pirmasens 1978 das Gebäude. Auch heute ist der Beckenhof Gaststätte.


Ein Gedenkstein am Beckenhof (Pirmasens in der Südwestpfalz) erinnert an Generaloberst Ludwig Beck, den führenden Kopf des Widerstandes deutscher Offiziere gegen das Nazi-Regime. Der Beckenhof wurde von seinen Vorfahren gegründet.

Das Mordloch in Pirmasens

Um diesen Hohlweg rankt sich (in mehreren Varianten) eine mittelalterliche Sage von Mord und Totschlag.


Die Mordlochsage berichtet in einer Variante von dem Streit zwischen dem Ritter vom Ruppertstein und dem von Lemberg. Der Ruppertsteiner zündete die Burg des Lembergers an, der Lemberger sah seine Burg von der Husterhöhe aus brennen, eilte zum Mordloch zu seinem geheimen Gang zur Burg. Es war dunkel ein Reiter in Männerkleidern kam ihm entgegen, er dachte an den Ruppertsteiner und stach zu. Unter dem Gewand fand er seine Frau und sein Kind, die er getötet hatte.


Die Sage, die hier den Ausgang eines Fluchttunnels von der Burg Lemberg ansiedelt, ist allerdings geografisch bzw. geologisch unmöglich. Denn dieser Tunnel hätte das zwischen Lemberg und der Ruhbank in Pirmasens liegende Rodalbtal unterqueren müssen. Auch historisch ist eine Fehde zwischen Ruppertstein und Lemberg Unsinn, denn beide Burgen gehörten den Grafen von Zweibrücken. Eine ganz nette und dramatische Sage also, nicht mehr und nicht weniger.


Im Wald beim Beckenhof in Pirmasens - Waldspaziergang -




Mittwoch, 27. Februar 2019

Der Beckenhof in Pirmasens


Im Jahre 1786 erbaute an der gerodeten Stelle an der Finsterbacherstraße Friedrich Adolf Beck, ein Leutnant der Landgrafengarde Ludwig IX. des Stadtgründers von Pirmasens, das heute noch bestehende Hofgebäude eben an jener Stelle. Fortan sprach der Volksmund wegen des eindrucksvollen Baus nur noch vom "Beckenhof".

Anfang der dreißiger Jahre kehrte mit dem Einzug der Försterfamilie Groß auch die Gastlichkeit auf dem Beckenhof ein. Zu einem echten Ausflugsziel entwickelte sich das Forsthaus dann mit der Familie des Oberforstrats Martin Franzreb. Dessen tüchtige Frau backte selbst Kuchen, kreierte Hausmacher-Wurstplatten und kredenzte den immer zahlreicher werdenden Gästen auch ihren leckeren „Weißen Käse” (angemachter Speise­quark). Diese Tradition pflegte auch die letzte auf dem Beckenhof wohnende Försterfamilie. Forstamtsrat Adolf Mertel, der das Forsthaus immer noch bewohnte, ging 1976 in den Ruhestand. Der Beckenhof selbst wurde ab diesem Zeitpunkt nicht mehr als Forst­dienststelle genutzt und drohte zu verfallen.


Um den Pirmasensern aber ihr traditionelles Forsthaus als Ausflugsziel zu erhalten, kaufte die Stadt Pirmasens 1978 das Gebäude. Auch heute ist der Beckenhof Gaststätte.


Pirmasens - Beckenhof - Gedenkstein für Ludwig Beck

Ein Gedenkstein am Beckenhof (Pirmasens in der Südwestpfalz) erinnert an Generaloberst Ludwig Beck, den führenden Kopf des Widerstandes deutscher Offiziere gegen das Nazi-Regime. Der Beckenhof wurde von seinen Vorfahren gegründet.



Montag, 1. Oktober 2018

Pirmasens

Die Rheinberger-Villa in der Schachenstraße (Schwarzweißbilder)
und die ehemalige Behrens-Schuhleistenfabrik (unteres Foto)

Starten wir mit einer Fahrt durch die Schuhstadt ...


Pirmasenser Impressionen - Siedlung am Sommerwald, Wasserturm, Parkbrauerei, Rodalber Straße, Gärtnerstraße, Schützenstraße, Schützendreieck, Schäferstraße - eine Fahrt durch die Stadt an einem regnerischen Tag.

Pirmasens - Alter Friedhof - Ein Kultur-Projekt in Rheinland-Pfalz


Der Alte Friedhof in Pirmasens - Die einstige Leichenhalle ist heute das Kulturzentrum Carolinensaal, der Friedhof selbst eine Parkanlage im Herzen der Schuhstadt. Der Carolinensaal ist benannt nach der Landgräfin Caroline von Hessen-Darmstadt, Gemahlin des Stadtgründers von Pirmasens, Landgraf Ludwig IX., und eine gute Freundin des Preußenkönigs Friedrich II. (Friedrich der Große, "Der Alte Fritz"). Und auch der Landgraf selbst war ein Bewunderer Friedrichs. Er nun weniger dessen kultureller Leidenschaften, sondern vielmehr der "Langen Kerls", der Grenadiere der preußischen Armee.


Beckenhof - Gedenkstein für Ludwig Beck

Ein Gedenkstein am Beckenhof (Pirmasens in der Südwestpfalz) erinnert an Generaloberst Ludwig Beck, den führenden Kopf des Widerstandes deutscher Offiziere gegen das Nazi-Regime. Der Beckenhof wurde von seinen Vorfahren gegründet.


Der alte jüdische Friedhof in Pirmasens


Mahnmal für die Opfer des Holocaust


An der Nagelschmiedsbergschule in Pirmasens, heute Landgraf Ludwig Realschule plus, ehemalige jüdische Volksschule


Donnerstag, 30. April 2015

Ein Held des deutschen Widerstandes


Ein ‪Gedenkstein‬ am ‪‎Beckenhof‬ (‪‎Pirmasens‬ in der ‪‎Südwestpfalz‬) erinnert an Generaloberst Ludwig Beck, den führenden Kopf des Widerstandes deutscher Offiziere gegen das Nazi-Regime. Der Beckenhof wurde von seinen Vorfahren gegründet.



Man muss schon wissen, wohin diese holperige Treppe in den Wald hinführt, denn irgendein Hinweisschild oder dergleichen findet sich leider nicht.



Mehr zu Generaloberst Ludwig Beck auf Wikipedia: General Ludwig Beck