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Dienstag, 4. Juli 2023

Urlaub in Sillenstede

"Frieslands schönstes Dorf", das nimmt unser Urlaubsort Sillenstede für sich in Anspruch. Nicht zu Unrecht. Am östlichen Rand des Geestkernes der ostfriesischen Halbinsel, liegt der Ort Sillenstede auf einem Geestausläufer zwischen Jever und Wilhelmshaven. Südlich des Geestausläufers befinden sich die Marschbucht und anmoorige Niederungen mit der Maade und nördlich befindet sich die bis nach Jever reichende verlandete Meeresbucht mit ihren Prielsystemen. Der Ort, an den die alten Priele heranführten, hatte nicht zuletzt durch diese Meeresanbindung im Mittelalter für das Wirtschafts- und Handelsgeschehen der Region eine wichtige Bedeutung.

Fahrt in den Urlaub an der Nordsee (im Jahr 2019), nach Sillenstede (Stadt Schortens in Friesland). Wir fahren immer am Sonntag, weil dann auf den Autobahnen weniger (bis gar keine) LKW unterwegs sind. Deshalb achten wir immer darauf, eine Unterkunft zu kriegen, bei der nicht der Bettenwechsel nur samstags möglich ist. Auch achten wir darauf, nicht zu Zeiten zu fahren, in denen Beginn oder Ende der Schulferien ist, um Urlaubsreiseverkehr zu vermeiden.


2018 hatten wir etwas Pech gehabt: Tadellos durch Rheinland-Pfalz gekommen, aber ab Bonn war der Teufel los. NRW hatte Ferienbeginn (hatten wir nicht drauf geachtet). Die ganze A1 nur Baustellen und Staus. Wir haben 8 1/2 Stunden gebraucht.

2017 und 2018 war das unser Weg an die Nordsee: Von Walshausen die A8 bis Kreuz Saarbrücken, dann die A1 bis Dreieck Vulkaneifel, ab dort die A48 bis Kreuz Koblenz und dort auf die A61.

2019 haben wir dann die Strecke über die A63 entdeckt, die viel angenehmer zu fahren ist (und auch kürzer). Beim Dreieck Kaiserslautern von der A6 auf die A63 und beim Kreuz Alzey auf die A61.

Das Autobahnkreuz Alzey (kurz: Kreuz Alzey) verbindet die beiden Autobahnen BAB A 61 (Anschlussstellen-Nr. 54) und BAB A 63 (Anschlussstellen-Nr. 8) nördlich der rheinhessischen Weinstadt Alzey miteinander.

Autobahndreieck Erfttal - Das Autobahndreieck Erfttal ist ein Autobahndreieck in Nordrhein-Westfalen, das sich südwestlich von Köln befindet. Hier zweigt die Autobahn 61 in Richtung Mönchengladbach von der Autobahn 1 ab. Das Autobahndreieck Erfttal beschließt den Teil der A1 ab dem Autobahnkreuz Bliesheim, der auf einer Trasse zusammen mit der A 61 verläuft. Folgt man der A 1 in Richtung Köln, so überquert man zuerst die Erft, bevor man den Naturpark Rheinland im Bereich Ville erreicht.

Auf der A1 - Tunnel bei Köln-Lövenich: Der A1-Tunnel am Autobahnkreuz Köln-West mit seinen sechs Fahrstreifen ist seit Anfang 2013 befahrbar. Er ist rund 1,5 Kilometer lang und hat den Staat 200 Millionen Euro gekostet. Die Lärmschutzeinhausung Lövenich, auch Tunnel Lövenich oder Autobahntunnel Köln Lövenich oder auch Einhausung Lövenich genannt, ist eine 1500 Meter lange Lärmschutz-Einhausung der A1 im Stadtgebiet Köln. Sie wurde in einer Stahl-Glas-Konstruktion ausgeführt, die in siebenjähriger Bauzeit als Pilotprojekt errichtet wurde.

Die Einhausung ist 1500 Meter lang, 38 Meter breit und besteht aus zwei Tunnelröhren mit jeweils drei Fahrspuren pro Fahrtrichtung. Die verglaste Oberfläche beträgt 30.000 m², mit rund 20.000 einzelnen Glasscheiben. Insgesamt besteht die Lärmschutzeinhausung aus drei Betonwänden mit rund 4,5 m lichter Höhe, je eine an den Fahrbahnseiten und eine auf dem Mittelstreifen. Sie beinhaltet 1500 jeweils 2,5 Tonnen schwere Fensterelemente, die als Rauch und Wärmeabzugsanlage fungieren und über elektrische Zahnstangenantriebe verstellbar sind.

Der Streckenabschnitt wird täglich von rund 130.000 Fahrzeugen frequentiert. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit ist auf 80 Kilometer pro Stunde begrenzt.


Nach Ankunft gibt es erstmal einen schönen Kaffee ...
... und eine genüßliche Zigarette auf dem Balkon.
Zum Abendessen geht es dann nach Schortens in die Trattoria (einkaufen kann man ja am Sonntag nicht).


Am Montagmorgen geht es dann erneut nach Schortens-Heidmühle.


Unser Ziel ist Fisch & Feinkost Flebbe in der Menkestraße, wo wir nicht nur immer Fischbrötchen mit Doppelmatjes frühstücken, sondern auch Fisch fürs Abendessen einkaufen.


Unterwegs passieren wir unser quasi Schortenser "Zweitquartier", (z.B. für ein verlängertes Wochenende) - Wenn es nur ein paar Tage sind und sich das Anmieten einer Ferienwohnung nicht lohnt.


Ich breche mal eine Lanze für ein preiswertes Hotel - Wenn wir ein paar Tage in Schortens sind, dann quartieren wir uns nun schon seit Jahren im "Hotel am Bahnhof " ein. Einfach, keine Sterne, die klassische Unterkunft etwa für Monteure und Vertreter. Kein Schnickschnack. Schnörkellos. Aber preiswert. Das Frühstück reichhaltig und gut. Und die Zimmer: Kein Luxus, aber durchaus zum dort aufhalten. Da haben wir in Drei-Sterne.Häusern schon bedeutend schlechter logiert, in teuren und kleinen Zimmern.

Bäckerei und Konditorei Ulfers Eden in Sillenstede - Hier gibt es manchmal ein köstliches Trester-Brot aus der Maische des Friesischen Brauhauses zu Jever. Und hier gibt es leckere Kuchen und auch die "Jever'schen Leidenschaften", ein Feingebäck. Und Zeitungen kann man auch erwerben.


Echte Leidenschaft. Jever'sche Leidenschaften:

„Good backen – good snacken“ lautet das Motto der handwerklichen Bäckerei und Konditorei aus dem friesischen Jever. Ulfers/Eden, entstanden aus zwei traditionsreichen Bäckerei- und Konditoreibetrieben, ist alleiniger Hersteller der markenrechtlich geschützten Spezialität „Echte Leidenschaften“, die von Jever aus in alle Welt versandt wird.

Die feinen, leicht gezuckerten Blätterbrezeln werden einzeln von Hand geschlungen. Jeversche Leidenschaften sind ein traditionelles ostfriesisches Teegebäck aus Weizenmehl. Wie in seinem gesamten Sortiment legt Bäckermeister und Konditor Thomas Ulfers Wert auf die Qualität und Herkunft der eingesetzten Rohstoffe und verzichtet auf industriell gefertigte Vor- und Fertigmischungen.

Die Windmühle von Sillenstede (Schortens) - Die in Privatbesitz (bewohnt) befindliche Mühle liegt an der Niedersächsischen Mühlenstraße. Sie ist gleichwohl im Ort nur schwer zu finden, denn sie liegt versteckt (von außerhalb des Dorfes sieht man sie gut) und ist nicht ausgeschildert. Vor 150 Jahren war die Sillensteder Mühle markantes Gebäude im Ort. Inzwischen liegt sie etwas versteckt – ringsherum ist eine Wohnsiedlung entstanden.


Die Mühle wurde 1862 errichtet. Erstes Zeugnis davon legt eine alte Anzeige in einer Tageszeitung vom 8. April 1872 ab. Darin gibt Friedrich Peters Oelrichs als Erbauer bekannt, dass er die Zimmerarbeiten zum Bau einer neuen Windmühle bei Sillenstede zur „Ausverdingung“ aufsetzen wird.

Unter Ausverdingung verstand man zu jener Zeit eine öffentliche Ausschreibung von Baumaßnahmen. Die Vergabe der Arbeiten sollte danach am 19. April 1862 ab „2 Uhr nachmittags“ in H. E. Frerichs Wirtshaus erfolgen, wozu qualifizierte Annehmer eingeladen wurden.

Die Aktion muss wohl von Erfolg gekrönt gewesen sein, auch wenn davon keine Nachricht überliefert ist, denn am 8. Mai wird durch eine weitere Anzeige bekannt gemacht, dass die Anfuhr der erforderlichen 80 000 Steine von Siebethshaus nach Sillenstede „unter der Hand“ vergeben werden soll. Schließen kann man daraus, dass im Sommer 1862 die Mühle gebaut wurde, denn am 10. Oktober 1862 zeigt Friedrich Peters Oelrichs öffentlich an, dass er die Lieferung von 2400 festen Moorsoden und bedeutende Erdarbeiten bei der neuen Mühle ausverdingen will.

Zu diesem Zeitpunkt muss die Windmühle bereits betriebsbereit gewesen sein. Der Standort an der „Osterpiep“ lag seinerzeit noch außerhalb des bebauten Ortsbereichs, so dass noch keine Gebäude den Wind be­einträchtigten – die Ortsnähe war jedoch wichtig.

Im alten „Jückenregister“ der Gemeinde Sillenstede sind in dieser Zeit ein Wohnhaus und die Windmühle aufgeführt. Das Jückenregister ist ein Vorgänger des heutigen Grundbuchs. Somit muss mit der Windmühle gleichzeitig ein Müllerhaus entstanden sein.

Allerdings wird der Erbauer wohl nicht lange Freude an seiner Mühle gehabt haben. Das Jückenregister berichtet nämlich auch, dass die Erben des Friedrich Peters Oelrichs die Mühle bereits im Jahr 1867 an den Müller Johann Hermann Eilks verkauft haben.

Der neue Müller der Sillensteder Mühle war eine seinerzeit bekannte Person im Ort. Er bekleidete von 1895 bis 1910 auch das Amt des Gemeindevorstehers in Sillenstede. Dieses Amt entspricht in etwa der Funktion eines heutigen Bürgermeisters – Eilks muss dieses Amt mit viel Engagement ausgeführt haben. So wurden in seiner Amtszeit die ersten kommunalen Straßenbauten im Ort geplant und ausgeführt. Als Eigentümer der Sillen­steder Windmühle folgen im Jahr 1912 dann Friedrich St. Eilks, im Jahr 1919 dessen Witwe Gesine, geborene Tjarks, und später eine Erbengemeinschaft der Familie Eilks.

Der Mühlenbesitz ging schließlich im Jahr 1928 an den Müller Meent Hinrich Meents über, der alten Sillen­steder Bürgern noch in guter Erinnerung ist. Um 1950 führte er die Feinmüllerei ein und produzierte in der Mühle kleie­freies Mehl für die Backwarenproduktion. Bald darauf ließ er das Windwerk abnehmen und in den Stumpf eine Motormühle einbauen.

Die allgemeine Entwicklung machte auch vor der Sillensteder Mühle nicht hat. Im Jahre 1964 musste der Mühlenbetrieb aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden. Der neue Pächter richtet in der Mühle einen Landhandel ein. Die Eigentümer des Anwesens haben danach noch zweimal gewechselt, bis 1978 die Familie Schmitz aus Bottrop im Ruhrgebiet den Besitz übernahm. Die Mühle wurde gründlich renoviert, Mühlenkopf und Windrose erneuert, Segelgatterflügel montiert und das Objekt zu Wohnzwecken umgebaut, ohne dass die äußere Gestaltung beeinträchtigt wurde.

Die Arbeiten waren 1999 beendet. So ist die Sillensteder Windmühle als imposantes Bauwerk bis heute erhalten. Ringsherum sind im Lauf der Jahre viele Wohnhäuser entstanden.

Sankt Florian in Sillenstede (2017 im Lutherjahr)

St.-Florian ist die größte und zugleich besterhaltene friesische Granitquaderkirche aus romanischer Zeit. Das Granitquaderwerk ist auf beiden Langseiten und der Apsis vollkommen erhalten. Hoch auf einer Warf stehend, ist sie Zufluchtsort bei Sturmfluten gewesen, daher der Namensheilige St. Florian - ein Märtyrer um 300 n. Chr. aus Oberösterreich, Schutzheiliger in Feuers- und Wassernot.


Zum Kirchspiel Sillenstede gehörten im 12. Jahrhundert etwa 50 Bauernhöfe. Diese Familien haben durch eine beispielhafte Opferbereitschaft diese Kirche bauen lassen, um einen Raum zu haben in dem sie zusammenkommen konnten, um ihren christlichen Glauben und die Gemeinschaft stärken zu lassen. Dem Kirchspiel gaben sie damit einen Mittelpunkt, zu dem sie fliehen konnten bei Überschwemmungen und Sturmfluten; es war der Ort, an dem sie sicher waren.

Die Kirche mit einer Länge von 48 m, einer Breite von 13 m und einer Mauerhöhe von nahezu 11 m stellt einen Höhepunkt in der baulichen Entwicklung der Granitquaderkirchen im Jeverland dar. Das Baumaterial lieferten Findlinge, die von den Gletschern der Eiszeiten in großen Mengen ins norddeutsche Moränengebiet geschoben wurden. Die Findlinge stammen wohl aus der hiesigen Geest. Sie wurden zum Bauplatz transportiert und vor Ort gespalten, um so wenigstens eine glatte Außenfläche zu bekommen. Die beschlagenen Steine, die bis zu 1.70 m lang sind, setzte man in Schalenbauweise über- und nebeneinander, so daß zunächst die Außen- und Innenwände errichtet wurden, dann füllte man den Zwischenraum mit Steinabfall und Muschelkalk. Die Mauerstärke beträgt etwa 1,40 m. Dokumente aus dem 16. Jh. berichten, daß im Laufe der Zeit 80 Eisenanker eingezogen werden mußten, um das Ausbrechen der Granitquader in der Außenmauer zu verhindern. Die Eisenanker und schmucklose Portale zieren die Wände, die nur durch die hochgelegenen Fenster (romanische Stileigenheit) unterbrochen werden.

Ursprünglich hatte die Kirche ein niedriges Reitdach, die Backsteingiebel sind später in der Gotik hochgezogen worden.

Der Altar wurde 1515/20 geschaffen. Es handelt sich um eine Schnitzarbeit eines flämischen Meisters, der nach Vorlagen u.a. von Lukas Cranach die Passion Jesu Christi darstellt. Der Bischof oben im roten Gewand stellt Ansgar dar, der ein Modell des Bremer Doms in der Hand hält. Damals gehörte Sillenstede zum Bistum Bremen.

Der Altar lässt sich auf der gesamten Fläche wandeln. Zu sehen sind dann statt der Passion große Gemälde der 4 Evangelisten. Diese Ansicht wurde 1645, zur Zeit des Magisters Conrad Wagners, geschaffen, der direkt vor dem Altar beigesetzt wurde.

Die Johann-Adam-Berner-Orgel wurde 1757 fertig gestellt und überzeugt auch heute noch mit ihrem schönen Klang. Ein Großteil der ursprünglichen Pfeifen ist noch erhalten.



Freitag, 14. April 2023

Die Kraft der Windes - Windmühlen in Friesland und Ostfriesland


Die Accumer Mühle ist eine Galerieholländerwindmühle im Schortenser Stadtteil Accum. Sie wurde 1746 errichtet und ist heute in einem voll funktionsfähigem Zustand. Der Erhalt und Betrieb der Mühle wird durch den Arbeitskreis Accumer Mühle e.V. sichergestellt.


Die ursprünglich als Getreide- und Peldemühle gebaute Windmühle verfügt heute über zwei voll betriebsfähige Mahlgänge, einen Sechskornsichter zur Mehlfeinsortierung und eine Haferquetsche. Die Mühle ist 16 m hoch, das Flügelkreuz mit je zwei Jalousie- und zwei Segelflügeln misst 20m, die Windrose 5m. Die 1846 erbaute, zur Mühle gehörige Scheune wurde vollständig restauriert. Als Cafe und Versammlungsraum bietet sie bis zu 80 Personen Platz. 1990/91 wurde ein Backhaus mit einem nachgebauten Tunnelbackofen errichtet. Mühle, Backhaus und Scheune ermöglichen heute den Werdegang vom Korn zum Brot praktisch und theoretisch zu vermitteln.

Die Windmühle von Sillenstede (Schortens) - Die in Privatbesitz (bewohnt) befindliche Mühle liegt an der Niedersächsischen Mühlenstraße. Sie ist gleichwohl im Ort nur schwer zu finden, denn sie liegt versteckt (von außerhalb des Dorfes sieht man sie gut) und ist nicht ausgeschildert.


Vor 150 Jahren war die Sillensteder Mühle markantes Gebäude im Ort. Inzwischen liegt sie etwas versteckt – ringsherum ist eine Wohnsiedlung entstanden. Die Mühle wurde 1862 errichtet. Erstes Zeugnis davon legt eine alte Anzeige in einer Tageszeitung vom 8. April 1872 ab.

Die allgemeine Entwicklung machte auch vor der Sillensteder Mühle nicht hat. Im Jahre 1964 musste der Mühlenbetrieb aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden. Der neue Pächter richtet in der Mühle einen Landhandel ein. Die Eigentümer des Anwesens haben danach noch zweimal gewechselt, bis 1978 die Familie Schmitz aus Bottrop im Ruhrgebiet den Besitz übernahm. Die Mühle wurde gründlich renoviert, Mühlenkopf und Windrose erneuert, Segelgatterflügel montiert und das Objekt zu Wohnzwecken umgebaut, ohne dass die äußere Gestaltung beeinträchtigt wurde. Die Arbeiten waren 1999 beendet. So ist die Sillensteder Windmühle als imposantes Bauwerk bis heute erhalten. Ringsherum sind im Lauf der Jahre viele Wohnhäuser entstanden.

Das Agrarkulturerbe Ditzumer Mühle (erbaut 1769)


Ditzum ist ein Sielhafen im Bereich der Emsmündung. Die Windmühle ist ein sog. Agrarkulturerbe, d.h. ein Denkmal, das Zeugnis ablegt von der alten bäuerlichen Kultur des Rheiderlandes.

Die Stumpenser Mühle bei Horumersiel im Wangerland, derzeit im Dornröschenschlaf - Rund vier Jahrzehnte stand sie im Eigentum der Familie Kramme aus Dortmund, die den Galerieholländer in den siebziger Jahren vor dem Verfall bewahrte. Die Mühle wurde damals zu einer Teestube umgebaut. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Müller „Dodi“ Adden noch einen florierenden Müllerbetrieb und Landhandel dort geführt. Vor einigen Jahren haben Wolf und Erika Kramme die Mühle aus Altersgründen verkauft.


Die Windmühle stammt aus dem Jahr 1816, ist also mehr als 200 Jahre alt und die einzige historische Mühle im Wangerland.

Die Windmühle von Ostgroßefehn

Zweistöckiger Galerieholländer mit Windrose. Müllerhaus und Anbauten, Pelde und Mahlmühlen. Die Firsthöhe beträgt 21m, Galeriehöhe 8m, Flügelflucht 22m, drei Mahlgänge, davon Motormahlgang, max. erreichbare Energie 30 KW.


1804 wurde die Mühle von Jann Fokken Mühler erbaut. Um 1900 erzeugt die Mühle auch Strom. 20 Personen sind zu diesem Zeitpunkt in der Mühle und der dazugehörigen Bäckerei angestellt. Die Mühle wird bis 1968 gewerblich genutzt. Von 1969 bis 1988 wird die Mühle als mühlen- und fehngeschichtliches Museum der Gemeinde Großefehn genutzt. 1991 erwarb die Gemeinde Großefehn die Windmühle mit Müllerhaus und Nebengebäude.

1992/93 wurde die Mühle mit Finanzhilfen der EU umgebaut und vollständig renoviert. Während die einzelnen Gebäude im alten Stil wieder ausgebaut wurden, erhielt die Windmühle zusätzlich zu der bisherigen Innenkonstruktion modernste Technik. Die anfallende mechanische Leistung soll in elektrische Energie umgewandelt werden. Dazu wurde neben den Mahlgängen ein Generator eingebaut, der die elektrische Energie in das Netz eingespeist. Das Pilotprojekt wurde in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Ostfriesland und der Universität Bremen realisiert. Diese Windmühle zeigt damit historische Mühlentechnik kombiniert mit modernster Elektrotechnik und zeigt die Möglichkeit der Windenergienutzung mit historischen Windmühlen auf.

Die Mühle und das angrenzende Packhaus dienen heute als Kunstgalerie mit russischer Malerei. Unter dem Reetdach werden in einem Standesamt-Zimmer Ehen geschlossen. Der benachbarte Mühlenhof dient heute als Familienzentrum. Vor seiner Haustür liegt das ehemalige „Törfmuttje“ „Antje“, die heute als ein kleines Café dient.

Dienstag, 28. Februar 2023

Land der Windmühlen

Das Agrarkulturerbe Ditzumer Mühle (erbaut 1769)

Ditzum ist ein Sielhafen im Bereich der Emsmündung. Die Windmühle ist ein sog. Agrarkulturerbe, d.h. ein Denkmal, das Zeugnis ablegt von der alten bäuerlichen Kultur des Rheiderlandes.


Im Jahre 1769 konnte nach zähen Bemühungen um ihre Genehmigung eine Mühle in Ditzum durch den Jemgumer Müller Conrad Crehling erbaut werden. Die Mühle befand sich im Ortskern von Ditzum, am Standort der heutigen Mühle. Ein Dorfbrand vernichtete 1882 Mühle und Scheune; der Wiederaufbau erfolgte jedoch bereits ein Jahr später. Der gemauerte Unterbau stammt aus diesem Jahr. Die Mühle wurde - zum Beispiel durch den Einbau einer Windrose - fortlaufend restauriert. 1905 erhielt sie einen zusäzlichen Motorantrieb durch einen Deutz-Dieselmotor, der in einem gesonderten Motorhäuschen stand.

Im April 1943 geriet die Mühle erneut in Brand und wurde bis auf den Unterbau vernichtet. Wegen der Bedeutung der Mühle für die Versorgung der Bevölkerung wurde sie im gleichen Jahr wieder aufgebaut, jedoch nur als Motormühle mit einem flachen Dach. In den letzten Kriegstagen Ende April 1945 geriet Ditzum unter heftigen Beschuss. Infolgedessen brannten die Mühle, das Müllerhaus und die Scheine total aus.

Unter großen Mühen wurde in den ersten Nachkriegsjahren die Mühle als Motormühle wieder in Betrieb genommen und bis zum Tod des Letzten Müllers Nilolaus Steen im Jahr 1986 betrieben. Durch das Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen (Ditzum war Modelldorf) konnte die Gemeinde Jemgum das Anwesen erwerben. 1991 bargen Mitglieder des Mühlenvereins in Lehm gemauerte Steine aus alten Abbruchhäusern. Der steinerne Unterbau der Mühle wurde damit restauriert und erhöht, damit die neue Galerei über die Dächer der angrenzenden Häuser ragen konnte.

1992 wurde von einem Landungsboot der Bundesmarine im Rahmen einer Übung ein alter Mühlenachtkant aus Strübbel (Schleswig-Holstein) nach Ditzum überführt. Der Achtkant wurde vor Ort repariert und mit Schiefer gedeckt. Im September 1992 wurden der restaurierte Achtkant und die neu angefertigte Galerie auf den Mühlenstumpf aufgesetzt. Die neu angefertigten Teile (Königswelle, Kappe und Windrose wurden im Juni 1994 montiert. Es folgten die in den Niederlanden angefertigten Flügel. Nach ihrer Fertigstelling ist die heutige Mühle ein einzigartiges, technisches Denkmal aus alten und neuen Bauteilen.

Die Stumpenser Mühle bei Horumersiel


Rund vier Jahrzehnte stand sie im Eigentum der Familie Kramme aus Dortmund, die den Galerieholländer in den siebziger Jahren vor dem Verfall bewahrte. Die Mühle wurde damals zu einer Teestube umgebaut. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Müller „Dodi“ Adden noch einen florierenden Müllerbetrieb und Landhandel dort geführt. Vor einigen Jahren haben Wolf und Erika Kramme die Mühle aus Altersgründen verkauft. Die Windmühle stammt aus dem Jahr 1816, ist also mehr als 200 Jahre alt und die einzige historische Mühle im Wangerland.

Die Seriemer Mühle

Inmitten der ostfriesischen Landschaft nahe Neuharlingersiel steht die über 200 Jahre alte Seriemer Mühle. Sie ist ein Stück Geschichte, prägt die Tradition von Generationen von Müllern, die hier bis 1975 Getreide zu Mehl verarbeiteten. Die denkmalgeschützte Seriemer Mühle ist eine Besonderheit im ostfriesischen Raum, nicht zuletzt auf Grund der historischen Ausstattung.


Die Windmühle von Ostgroßefehn

1804 wurde die Mühle von Jann Fokken Mühler erbaut. Um 1900 erzeugt die Mühle auch Strom. 20 Personen sind zu diesem Zeitpunkt in der Mühle und der dazugehörigen Bäckerei angestellt. Die Mühle wird bis 1968 gewerblich genutzt. Von 1969 bis 1988 wird die Mühle als mühlen- und fehngeschichtliches Museum der Gemeinde Großefehn genutzt. 1991 erwarb die Gemeinde Großefehn die Windmühle mit Müllerhaus und Nebengebäude.


1992/93 wurde die Mühle mit Finanzhilfen der EU umgebaut und vollständig renoviert. Während die einzelnen Gebäude im alten Stil wieder ausgebaut wurden, erhielt die Windmühle zusätzlich zu der bisherigen Innenkonstruktion modernste Technik. Die anfallende mechanische Leistung soll in elektrische Energie umgewandelt werden. Dazu wurde neben den Mahlgängen ein Generator eingebaut, der die elektrische Energie in das Netz eingespeist. Das Pilotprojekt wurde in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Ostfriesland und der Universität Bremen realisiert. Diese Windmühle zeigt damit historische Mühlentechnik kombiniert mit modernster Elektrotechnik und zeigt die Möglichkeit der Windenergienutzung mit historischen Windmühlen auf.

Die Werdumer Mühle ist ein Erdholländer in der Gemeinde Werdum im Landkreis Wittmund in Niedersachsen.
Die Werdumer Mühle musste nach einem schweren Sturmschaden 1802 komplett neu aufgebaut werden. Im Gegensatz zu den meisten anderen Mühlen war die Werdumer Mühle bis 1929 im Familienbesitz der Burgherren in Edenserloog, die sie auch finanzierten. Seit 1929 ist die derzeitige Mühle in Besitz der Familie Post, die heute die zugehörige Bäckerei mit Mühlencafé betreibt. Nachdem ein Orkan ein Flügelpaar abriss, erneuerte der neue Besitzer 1930 beide Flügelpaare. 1960 wurde der windbetriebene Mühlenbetrieb eingestellt. 1971 erfolgte die Stilllegung des gesamten Mühlenbetriebs.

Die Windmühle von Accum

Das Kulturdenkmal von 1746 wird vom Arbeitskreis Accumer Mühle von 1993 e.V. betrieben. Der Galerieholländer, dessen Kappe von einer Windrose in den Wind gedreht wird, wurde ursprünglich als Getreide- und Peldemühle gebaut.
Die Windmühle verfügt heute über zwei voll betriebsfähige Mahlgänge, einen Sechskornsichter zur Mehlfeinsortierung und eine Haferquetsche. Die Mühle ist 16 m hoch, das Flügelkreuz mit je zwei Jalousie- und zwei Segelflügeln misst 20m, die Windrose 5m. Die 1846 erbaute, zur Mühle gehörige Scheune wurde vollständig restauriert. Als Café und Versammlungsraum bietet sie bis zu 80 Personen Platz. 1990/91 wurde ein Backhaus mit einem nachgebauten Tunnelbackofen errichtet. Mühle, Backhaus und Scheune ermöglichen heute den Werdegang vom Korn zum Brot praktisch und theoretisch zu vermitteln.


Dienstag, 21. Februar 2023

Im Land der Fehn


Die Windmühle von Ostgroßefehn

Zweistöckiger Galerieholländer mit Windrose. Müllerhaus und Anbauten, Pelde und Mahlmühlen. Die Firsthöhe beträgt 21m, Galeriehöhe 8m, Flügelflucht 22m, drei Mahlgänge, davon Motormahlgang, max. erreichbare Energie 30 KW.


1804 wurde die Mühle von Jann Fokken Mühler erbaut. Um 1900 erzeugt die Mühle auch Strom. 20 Personen sind zu diesem Zeitpunkt in der Mühle und der dazugehörigen Bäckerei angestellt. Die Mühle wird bis 1968 gewerblich genutzt. Von 1969 bis 1988 wird die Mühle als mühlen- und fehngeschichtliches Museum der Gemeinde Großefehn genutzt. 1991 erwarb die Gemeinde Großefehn die Windmühle mit Müllerhaus und Nebengebäude.
1992/93 wurde die Mühle mit Finanzhilfen der EU umgebaut und vollständig renoviert. Während die einzelnen Gebäude im alten Stil wieder ausgebaut wurden, erhielt die Windmühle zusätzlich zu der bisherigen Innenkonstruktion modernste Technik. Die anfallende mechanische Leistung soll in elektrische Energie umgewandelt werden. Dazu wurde neben den Mahlgängen ein Generator eingebaut, der die elektrische Energie in das Netz eingespeist. Das Pilotprojekt wurde in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Ostfriesland und der Universität Bremen realisiert. Diese Windmühle zeigt damit historische Mühlentechnik kombiniert mit modernster Elektrotechnik und zeigt die Möglichkeit der Windenergienutzung mit historischen Windmühlen auf.
Die Mühle und das angrenzende Packhaus dienen heute als Kunstgalerie mit russischer Malerei. Unter dem Reetdach werden in einem Standesamt-Zimmer Ehen geschlossen. Der benachbarte Mühlenhof dient heute als Familienzentrum. Vor seiner Haustür liegt das ehemalige „Törfmuttje“ „Antje“, die heute als ein kleines Café dient.

Der Ortsteil Westgroßefehn ist die zweitälteste Fehnsiedlung Deutschlands (nach Papenburg) und die älteste Ostfrieslands.
Zum kulturellen Erbe der Gemeinde zählt neben historischen Kirchen auch der weitenteils erhaltene Fehncharakter mit Kanälen und Brücken. In der Gemeinde sind zudem fünf historische Windmühlen erhalten geblieben, weshalb sich Großefehn auch als Mühlengemeinde oder Fünf-Mühlen-Land bezeichnet.


Fehne – das sind Moore, die dem „Fehntjer Land“ den Namen gaben. Einst bestand dieser ostfriesische Landstrich aus solch unwirtlichem Untergrund. Wo heute der malerische Ort Westgroßefehn liegt, begannen 1633 während des 30-jährigen Kriegs vier Emder Bürger Torf zu stechen. Der wurde getrocknet und diente als Brennmaterial zum Heizen der Wohnungen – ein lohnendes Geschäft.

Damit man ihn in die Städte nach Emden und Leer bringen konnte, mussten Transportwege durchs Moor geschaffen werden. Diese entstanden in Form von Kanälen und Seitenkanälen (Wieken), auf denen Kähne, so genannte „Törfmuttjes“ verkehren konnten. Gleichzeitig dienten diese Wasserstraßen dazu, das Moor zu entwässern und in fruchtbares Weide- und Ackerland zu verwandeln. An ihren Ufern entstanden nach und nach Schiffswerften, die zum Teil noch bis ins 20. Jahrhundert hinein betrieben wurden. Mittellose Bauernsöhne und Knechte aus den Geestdörfern, aber auch Zuwanderer aus Westfalen verdienten als Kanalarbeiter und Torfschiffer ihr Geld. Ein Großteil bereiste als Frachtschiffer die Ems, das Wattenmeer, die Küstengewässer und sogar die Weltmeere. Deshalb wurde in Timmel die Seefahrtschule gegründet, in der sich zahlreiche Fehntjer – und auch auswärtige Schiffer – zu Steuerleuten ausbilden ließen. Einer von ihnen war 1903 übrigens Felix Graf Luckner. Wer von seiner Fahrt nach Hause zurückkehrt, brachte Geld mit ins Fehngebiet. Von dem bescheidenen Wohlstand zeugen noch heute die schmucken Kapitänshäuser in Westgroßefehn.

Mittwoch, 17. Juli 2019

Frieslands schönstes Dorf: Sillenstede

Sillenstede ist ein Stadtteil der Stadt Schortens im Landkreis Friesland. Seit 1972 gehört der Ortsteil Sillenstede der Gemeinde Schortens an. Es wohnen dort ca. 2.129 Einwohner. Im Vatikanischen Archiv wurde der Ort erstmals 1183 erwähnt. Dort hieß er noch Celensteda. Bis es zum entgültigem Ortsnamen „Sillenstede“ kam, hatte der Ort noch drei weitere Bezeichnungen: Zelanstede, Szelinstede und Tzillenstede. Das Gebiet wurde erstmals am Ende der letzten Eiszeit etwa 8000 v. Chr. besiedelt.

Sillenstede - das heißt dörfliche Idylle in der Gemeinde Schortens. Wenn schönste Dörfer in Friesland gesucht werden, ist dieser Ortsteil immer dabei.

Sillenstede istt seit 2017 unser "Basislager" für unsere Urlaube an der Nordsee.

So auch wieder 2019. Uns seit 2017 haben wir wiederum Quartier bezogen in der wie für uns maßgeschneiderten Ferienwohnung von Frau Alexa Bingemer.

Beginnen wir unseren kleinen Bericht über "unser" friesisches Dorf der Chronologie entsprechend mit der Anreise von Pirmasens in der Südwestpfalz.


Unsere Ferienwohnung - ein paar Impressionen:


Die St.-Florian-Kirche ist eine evangelisch-lutherische Kirche im Ortsteil Sillenstede der Stadt Schortens im Landkreis Friesland. Sie ist mit 48 Meter Länge die größte und bedeutendste Granitquaderkirche Frieslands.


Die St. Florian Kirche wurde 1233 errichtet und bot durch die dicke Granitquadermauer ausreichend Schutz vor Sturmfluten. Benannt wurde die Kirche nach dem Schutzheiligen in Feuers- und Wassernot.

Ein Prunkstück ist die Johann-Adam-Berner-Orgel aus dem Jahre 1757. Trotz deutlicher Erweiterung hat sie ihren ursprünglichen Klang erhalten. Zwölf der heute 21 Register sind ursprünglich. Die Berner-Orgel steht im Mittelpunkt einer Orgelkonzertreihe, die jährlich vom Anfang Juni bis Mitte September an jedem Samstag ein Orgelkonzert anbietet.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die in Privatbesitz befindliche Windmühle.


Bäckerei in Sillenstede


Fahrt durch Sillenstede:


Von Sillenstede nach Fedderwarden - Streetview - Eine Kopfsteinpflasterstraße verbindet die beiden Orte.


Unterwegs passiert man das Hofgut Connhausen.


Unser Urlaubswetter dieses Jahr. Ja, es hat wirklich jeden Tag irgendwann mal geregnet.


Und - last but not least - auch ein paar Impressionen unserer Rückreise:


Von unserer Rückreise von Friesland in die Pfalz haben wir auch ein paar filmische Impressionen festgehalten.



Sonntag, 30. Juni 2019

Friesische Impressionen


Die neuen Windmühlen in der Krummhörn: Windräder soweit das Auge reicht


Uns gefallen die alten viel besser, so wie die Windmühle von Accum (Stadt Schortens).


Oder die in Ditzum an der Emsmündung im Rheiderland.


Überhaupt ist Ditzum ein sehenswertes Örtchen.


Nicht verpassen sollte man im Rheiderland auch Weener. Weener ist die einzige Stadt der historischen Region Rheiderland und erstreckt sich linksseits der Ems. In vergangenen Jahrhunderten hatte Weener einen Hafen an der Ems und lag an der linksemsischen Handelsroute ins südlich gelegene Münsterland. Weener war vor allem durch seine Vieh- und Pferdemärkte bekannt und exportierte landwirtschaftliche Handelsgüter. Mittlerweile spielen der Hafen als Warenumschlagsort und der Viehhandel keine Rolle mehr.


Samstag, 29. Juni 2019

Sillenstede (Stadt Schortens), Friesland


Sillenstede ist ein Stadtteil der Stadt Schortens im Landkreis Friesland, in Niedersachsen. Die einst eigenständige Gemeinde wurde im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen 1972 der Gemeinde Schortens zugeschlagen. Schortens ist seit Januar 2005 eine Stadt. Sillenstede wurde 1138 erstmals als Celensteda in einem Dokument des Vatikanischen Archives erwähnt. Über die Abwandlungen Zelansteda (1350), Szelinstede (1354), Tzillenstede (1438) entwickelte sich der Namen zu Sillenstede.


Sillenstede (Stadt Schortens) im Landkreis Friesland, bezeichnet sich als Frieslands schönstes Dorf.

Am östlichen Rand des Geestkernes der ostfriesischen Halbinsel, liegt der Ort Sillenstede auf einem Geestausläufer zwischen Jever und Wilhelmshaven. Südlich des Geestausläufers befinden sich die Marschbucht und anmoorige Niederungen mit der Maade und nördlich befindet sich die bis nach Jever reichende verlandete Meeresbucht mit ihren Prielsystemen. Der Ort, an den die alten Priele heranführten, hatte nicht zuletzt durch diese Meeresanbindung im Mittelalter für das Wirtschafts- und Handelsgeschehen der Region eine wichtige Bedeutung. Das zeigt sich noch heute an der monumentalen romanischen Granitquaderkirche, die mit ihren großen Ausmaßen weithin das Siedlungsbild bestimmt.

Sankt Florian

Die St.-Florian-Kirche ist eine evangelisch-lutherische Kirche im Ortsteil Sillenstede der Stadt Schortens im Landkreis Friesland. Sie ist mit 44 Meter Länge die größte und bedeutendste Granitquaderkirche Frieslands.


St.-Florian ist die größte und zugleich besterhaltene friesische Granitquaderkirche aus romanischer Zeit. Das Granitquaderwerk ist auf beiden Langseiten und der Apsis vollkommen erhalten. Hoch auf einer Warf stehend, ist sie Zufluchtsort bei Sturmfluten gewesen, daher der Namensheilige St. Florian - ein Märtyrer um 300 n. Chr. aus Oberösterreich, Schutzheiliger in Feuers- und Wassernot. Die Kirche mit einer Länge von 48 m, einer Breite von 13 m und einer Mauerhöhe von nahezu 11 m stellt einen Höhepunkt in der baulichen Entwicklung der Granitquaderkirchen im Jeverland dar. Das Baumaterial lieferten Findlinge, die von den Gletschern der Eiszeiten in großen Mengen ins norddeutsche Moränengebiet geschoben wurden. Die Findlinge stammen wohl aus der hiesigen Geest. Sie wurden zum Bauplatz transportiert und vor Ort gespalten, um so wenigstens eine glatte Außenfläche zu bekommen. Die beschlagenen Steine, die bis zu 1.70 m lang sind, setzte man in Schalenbauweise über- und nebeneinander, so daß zunächst die Außen- und Innenwände errichtet wurden, dann füllte man den Zwischenraum mit Steinabfall und Muschelkalk. Die Mauerstärke beträgt etwa 1,40 m. Dokumente aus dem 16. Jh. berichten, daß im Laufe der Zeit 80 Eisenanker eingezogen werden mußten, um das Ausbrechen der Granitquader in der Außenmauer zu verhindern. Die Eisenanker und schmucklose Portale zieren die Wände, die nur durch die hochgelegenen Fenster (romanische Stileigenheit) unterbrochen werden. Ursprünglich hatte die Kirche ein niedriges Reitdach, die Backsteingiebel sind später in der Gotik hochgezogen worden.

Der Taufstein wurde um 1250 in münsterschen Werkstätten aus Sandstein von den Baumbergen bei Münster hergestellt. Er ist einer der ältesten und wertvollsten Taufsteine im Oldenburger Land - ein besonders schönes Beispiel romanischer Steinmetzkunst - so daß man annehmen kann, daß Meister aus Brabant ihn gearbeitet haben. In sicher herausgearbeiteten Reliefs erscheinen vor der mit Quadraten und einbeschriebenen Vierpässen ornamentierten Wand die Heiligen Drei Könige in höfischer Gemessenheit mit ihren Gaben, Maria mit dem Jesuskind, die Taufe im Jordan mit Johannes, die Kreuzigung und Christus in der Vorhölle.

Der Altar wurde 1515/20 geschaffen. Es handelt sich um eine Schnitzarbeit eines flämischen Meisters, der nach Vorlagen u.a. von Lukas Cranach die Passion Jesu Christi darstellt. Der Bischof oben im roten Gewand stellt Ansgar dar, der ein Modell des Bremer Doms in der Hand hält. Damals gehörte Sillenstede zum Bistum Bremen. Der Altar lässt sich auf der gesamten Fläche wandeln. Zu sehen sind dann statt der Passion große Gemälde der 4 Evangelisten. Diese Ansicht wurde 1645, zur Zeit des Magisters Conrad Wagners, geschaffen, der direkt vor dem Altar beigesetzt ist.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die 1862 erbaute Holländerwindmühle, die sich in einem Wohngebiet zwischen der Mühlenstraße und der Georg-Janßen-Straße befindet. Der Mühlenbetrieb wurde 1964 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Danach diente sie zunächst als Standort für einen Landhandel, bevor sie dann 1978 in Privatbesitz kam und zu Wohnzwecken umgebaut wurde, ohne dass das äußere Erscheinungsbild darunter leiden musste.


Die alte historische Windmühle ist neben der alt-ehrwürdigen St. Florians-Kirche ein markantes Zeichen des Ortes Sillenstede. Die Mühle wurde 2013 150 Jahre alt. Demnach wurde die Mühle 1862 errichtet. Erstes Zeugnis davon legt eine alte Anzeige in einer Tageszeitung vom 8. April 1872 ab. Darin gibt Friedrich Peters Oelrichs als Erbauer bekannt, dass er die Zimmerarbeiten zum Bau einer neuen Windmühle bei Sillenstede zur „Ausverdingung“ aufsetzen wird. Unter Ausverdingung verstand man zu jener Zeit eine öffentliche Ausschreibung von Baumaßnahmen. Der Standort an der „Osterpiep“ lag seinerzeit noch außerhalb des bebauten Ortsbereichs, so dass noch keine Gebäude den Wind be­einträchtigten – die Ortsnähe war jedoch wichtig. Im alten „Jückenregister“ der Gemeinde Sillenstede sind in dieser Zeit ein Wohnhaus und die Windmühle aufgeführt. Das Jückenregister ist ein Vorgänger des heutigen Grundbuchs. Somit muss mit der Windmühle gleichzeitig ein Müllerhaus entstanden sein.

Von Sillenstede nach Fedderwarden

Eine Kopfsteinpflasterstraße verbindet die beiden Orte.


Diese Kopfsteinplasterstrecke bei Regen zu fahren erfordert starke Nerven.


Auf dem Weg nach Fedderwarden kommt man am Hofgut Connhausen vorbei.





Mittwoch, 1. August 2018

Die Accumer Mühle


Die Accumer Mühle bei Schortens, ein Galerieholländer



Die Accumer Mühle ist eine Galerieholländerwindmühle im Schortenser Stadtteil Accum. Sie wurde 1746 errichtet und ist heute in einem voll funktionsfähigem Zustand. Der Erhalt und Betrieb der Mühle wird durch den Arbeitskreis Accumer Mühle e.V. sichergestellt.

Der Galerieholländer, dessen Kappe von einer Windrose in den Wind gedreht wird, wurde 1746 erbaut. Die ursprünglich als Getreide- und Peldemühle gebaute Windmühle verfügt heute über zwei voll betriebsfähige Mahlgänge, einen Sechskornsichter zur Mehlfeinsortierung und eine Haferquetsche. Die Mühle ist 16 m hoch, das Flügelkreuz mit je zwei Jalousie- und zwei Segelflügeln misst 20m, die Windrose 5m. Die 1846 erbaute, zur Mühle gehörige Scheune wurde vollständig restauriert. Als Cafe und Versammlungsraum bietet sie bis zu 80 Personen Platz. 1990/91 wurde ein Backhaus mit einem nachgebauten Tunnelbackofen errichtet. Mühle, Backhaus und Scheune ermöglichen heute den Werdegang vom Korn zum Brot praktisch und theoretisch zu vermitteln.


Mittwoch, 25. April 2018

Urlaub in Sillenstede - Teil 3


Sillenstede benachbart ist Accum mit seiner Windmühle, einem imposanten Galerieholländer. Und etwas einfacher zu finden als die recht versteckt in einem Wohngebiet liegende Sillensteder Mühle.


Ins benachbarte Jever führt uns unser Weg immer wieder. Hier ein Bummel vom Schloß durch die Altstadt bis zum Friesischen Brauhaus und zurück.



Frieslands älteste Kirche:


Sankt Stephanus in Schortens wurde bereits von 1153 bis 1168 auf einer künstlichen Warft erbaut und ist die älteste sicher datierbare Steinkirche auf der ostfriesischen Halbinsel.

Dienstag, 6. Februar 2018

Im Land des Windes

Windenergiepark Krummhörn bei Emden

Wie sehr es an der Küste blasen kann, das sehen wir im folgenden Video von Eckwarderhörne am Jadebusen.


Und auch an der Knock bei Emden herrscht nahezu immer starker Wind.


Knock ist der Name der südwestlichsten Landecke der historischen Landschaft Krummhörn in Ostfriesland, knapp fünfzehn Kilometer westlich des Stadtkerns der Seehafenstadt Emden. Verwaltungsmäßig gehört der Landstrich zur Stadt Emden und darin zum Stadtteil Wybelsum. „An der Knock“ – wie stets gesagt wird – befinden sich ein Siel mit einem modernen Schöpfwerk am großen Mahlbusen sowie ein moderner Radarturm, daneben auch ein Campingplatz und der als Wassersportrevier genutzte Mahlbusen des Knockster Tiefs. Friedrich der Große und der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm stehen als Figuren beim Schöpfwerk.

Und deshalb macht man sich seit altersher bereits die Kraft des Windes zu Nutzen. Die Zahl der Windmühlen ist Legion.






Ein Gallerieholländer mit Teestube in der niedersächsischen Küstenregion der Gemeinde Wangerland in Friesland. Liegt herrlich in der Landschaft. Und in der Nachbarschaft gibt es die neuen Windmühlen, die Growiane.


Montag, 3. Juli 2017

An der Nordsee: Neuharlingersiel


Der Hafen ist seit 100 Jahren "mooi´n Stuuv" (die gute Stube) von Neuharlingersiel. Das Fischerdorf Neuharlingersiel wurde vor über 300 Jahren erstmals urkundlich erwähnt. Seit dieser Zeit hat sich das Bild des Hafens stetig gewandelt. Aber er ist und bleibt, was er immer war: das Herzstück Neuharlingersiels und Fenster zum Meer.


Am Strand von Neuharlingersiel schmeckt man die Salzluft der Nordsee. Der Strand ist 10 Hektar groß und hier finden sich 550 Strandkörbe.






Auf einen echten Ostfriesentee kann man in einem der Lokale am Hafen einkehren.


Noch ein paar Impressionen:


Ein lohnendes Ausflugsziel:

Inmitten der ostfriesischen Landschaft steht die über 200 Jahre alte Seriemer Mühle. Sie ist ein Stück Geschichte, prägt die Tradition von Generationen von Müllern, die hier bis 1975 Getreide zu Mehl verarbeiteten. Die denkmalgeschützte Seriemer Mühle ist eine Besonderheit im ostfriesischen Raum, nicht zuletzt auf Grund der historischen Ausstattung.

Sonntag, 2. Juli 2017

Schortens entdecken


Auf den ersten schnellen Blick erweckt Schortens nicht den Eindruck, besonders attraktiv zu sein. Schortens ist eine Stadt und selbständige Gemeinde im Landkreis Friesland in Niedersachsen. Der Ort erhielt 2005 die Stadtrechte und ist seitdem nach Varel die zweitgrößte Stadt im Landkreis Friesland. Seit dem 6. Dezember 2011 ist die Stadt staatlich anerkannter Erholungsort.

Luftwaffensoldaten, aktive und ehemalige, kennen Schortens als Standort des Fliegerhorstes Upjever. Einst Heimat der Waffenschule der Luftwaffe und des Jagdbombergeschwaders 38 "Friesland", heute Standort des Objektschutzregimentes "Friesland" der Luftwaffe.



Aber Schortens hat durchaus einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die evangelisch-lutherische St.-Stephanus-Kirche in Schortens wurde von 1153 bis 1168 auf einer künstlichen Warft gebaut. Das Kirchengebäude ist die älteste sicher datierbare Steinkirche auf der ostfriesischen Halbinsel.

Der Ortsteil Accum hat eine beeindruckende Windmühle vorzuweisen. Die 1746 errichtete Accumer Mühle im Stadtteil Accum ist eine voll funktionsfähige Galerieholländerwindmühle. Die Windmühle misst bis zur Oberkante der Kappe rund 18 Meter und der Durchmesser des Flügelkreuzes beträgt rund 22 Meter. Die Mühle wird durch den Arbeitskreis Accumer Mühle e. V. erhalten und betrieben.


Die Accumer Mühle von franz-roth-tv

Die evangelisch-lutherische St.-Florian-Kirche im Stadtteil Sillenstede wurde vermutlich im Jahre 1233 fertiggestellt. Die auf einer Warf stehende Kirche ist mit einer Länge von 44 Metern und einer Breite von 13 Metern die größte und bedeutendste Granitquaderkirche Frieslands. Der Chor der Kirche wurde äußerlich ohne besondere architektonische Ausformung gestaltet und wird innen durch einen aufwendig gestalteten Triumphbogen vom langgestreckten Apsissaal der Kirche getrennt. Sehenswert ist der Taufstein aus dem Jahre 1250, der aus Eichenholz geschnitzte Passionsaltar von 1515/1520 sowie die Johann-Adam-Berner-Orgel aus dem Jahre 1757.


Und auch Sillenstede hat eine sehenswerte Windmühle.


Zwar nennt ihn Wikipedia nicht bei den Söhnen und Töchtern der Stadt, aber der mit Sicherheit berühmteste Schortenser ist Wilfried Lipinkski (links in den Bildern), der vielfache Paralympics-Sieger, Deutscher Meister, Europameister und Weltmeister bei den Rollstuhlfechtern. Mein Schwager ist der einzige behinderte Fechtmeister der Welt.