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Freitag, 1. Oktober 2021

Pirmasens und sein Landgraf

Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt (* 15. Dezember 1719 in Darmstadt; † 6. April 1790 in Pirmasens) war von 1768 bis 1790 Landgraf von Hessen-Darmstadt, Gründer der Stadt Pirmasens und Gatte der so genannten „Großen LandgräfinHenriette Karoline von Pfalz-Zweibrücken. Ludwig war der älteste Sohn des Landgrafen Ludwig VIII. von Hessen-Darmstadt (1691–1768) aus dessen Ehe mit Charlotte (1700–1726), Tochter und Erbin des Grafen Johann Reinhard III. von Hanau. Ludwig wurde nach dem Tod seiner Mutter von seinen beiden Großvätern auf Schloss Philippsruhe bei Hanau erzogen. Im Verlauf des Polnischen Thronfolgekriegs übersiedelte Ludwig mit seinen Brüdern Georg Wilhelm und Friedrich in die hanau-lichtenbergische Residenz- und Hauptstadt Buchsweiler (Bouxwiller im Elsaß).


Ludwig hatte ein ähnliches Faible für Soldaten und das Militärleben wie der preußische „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I., was auch dazu führte, dass er in preußische Dienste trat und von seinen 32 Ehejahren 18 getrennt von seiner Gemahlin bei seiner Garnison verbrachte. Seit 1733 vollführte er seine Laufbahn in der hessen-darmstädtischen Armee und errichtete 1741 im damals zum hanau-lichtenbergischen Amt Lemberg zählenden Bärenthal/Lothringen eine erste Kompanie, die nach kurzer Zeit den Marschbefehl nach Pirmasens erhielt, welches er zur Garnisonsstadt ausbaute. Durch seine Militärausgaben kam es schon bald zu finanziellen Engpässen in der Grafschaft Hanau-Lichtenberg.

Ludwigs Leben ist stark verbunden mit der Stadt Pirmasens, ursprünglich nur ein kleines Walddorf, das als Sitz des hanau-lichtenbergischen Amtes Lemberg fungierte. Sein Großvater Johann Reinhard III. hatte dort bereits um 1720 ein kleines Jagdschloss errichtet. Der Ort wurde vom Landgrafen ab 1741 als Garnison und Residenz ausgebaut.

Ludwig ließ in Pirmasens einen großen Exerzierplatz für seine Garnison anlegen, der noch heute unter diesem Namen ein Zentrum der Stadt bildet. Der Platz stellte bis zu einer Teilbebauung ab ca. 1875 eine der größten umbauten barocken Platzanlagen Europas dar.


Lutherkirche - Garnisonskirche


Unter Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt wird am 5. April 1757 der Grundstein für die neue Hof- und Garnisonskirche gelegt. Am 4. Oktober 1761 wird die Kirche geweiht und heißt im Volksmund bald "Untere Kirche". 1793 werden die Glocken an die französische Revolutionsarmee abgeliefert und erst 1861 erhält die Lutherkirche ein neues Geläut.

Am 9. August 1944 wird die Lutherkirche bei alliierten Luftangriffen zerstört. Der Wiederaufbau erfolgt von 1947 bis 1949.

Am 5. November 1949 werden die Gebeine Landgraf Ludwigs IX. in der Gruft zwischen Altar und Taufstein wieder beigesetzt.

Der Ort Ludwigswinkel wurde 1783 von Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt gegründet, als Ort zur Erholung für Soldaten. Ludwigswinkel gehörte zum Amt Lemberg und lag dort in der Amtsschultheißerei Obersteinbach.


Im Zuge der Französischen Revolution, die 1792 die als Folge Hackmesserseite genannte Region und somit ebenso Ludwigswinkel erreichte, fielen alle linksrheinischen Gebiete – und damit ebenso das Amt Lemberg samt Ludwigswinkel – 1794 an Frankreich (bis 1804) und waren anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs. Zunächst unterstand der Ort dem Kanton Breidenbach. Ab 1801 war Ludwigswinkel in den Kanton Bitche eingegliedert.

1814 wechselte der Ort in den Kanton Pirmasens. 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte die Gemeinde in das Königreich Bayern und war dort Bestandteil des Rheinkreises. 1817 wurde die Gemeinde in den Kanton Dahn umgegliedert. Ab 1818 war der Ort Bestandteil des Landkommissariat Pirmasens, das 1862 in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

Mittwoch, 18. August 2021

Ludwigswinkel (Teil 2)

2001 in Ludwigswinkel

Ludwigswinkel ist ein staatlich anerkannter Luftkurort im Biosphärenreservat Naturpark Pfälzerwald an der Grenze zu Frankreich mit knapp 1000 Einwohnern. Ludwigswinkel liegt im Landkreis Südwestpfalz und gehört der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland im Wasgau an. Das jüngste Dorf der Südwestpfalz wurde 1783 von Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt gegründet. Mehrere Badeseen in nächster Nähe lassen den Wasserratten unter den Gästen die freie Wahl.


Ludwigswinkel im Dezember 2013

Im Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ist Ludwigswinkel 2008 Kreis-, Gebiets- und Landessieger geworden, ebenso wie im Sonderwettbewerb „ökologische Leistungen“, der vom Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz ausgeschrieben war. Mit dem Projekt „Kinder-Lehr-Garten“ wurde die Ortsgemeinde auch im Jahre 2010, im Rahmen des Wettbewerbs „Kinderfreundliche Dorferneuerung“ wiederum ausgezeichnet.

Von Pirmasens kommend gelangt man am schnellsten über die Eselssteige nach Ludwigswinkel. Zur Zeit unseres Videos im Jahr 2013 war die ehemalige Rennstrecke des Wasgau-Bergpreises noch die reinste Schlaglochpiste. Mittlerweile ist die Straße saniert.



Auf dem Hochpunkt der Eselssteige verläuft auch ein Teil der Waserscheide von Rhein und Mosel. Die zweite Strecke führt, von Salzwoog kommend, über den Braunsberg (Rote Hohl) und durch das Faunertal.


Das Naturschutzgebiet Oberes Fauner-Tal ist ein sehr artenreiches Biotop. Dort kommen viele geschützte Tier- und Pflanzenarten vor. Das Faunertal ist geprägt durch viele Stauteiche entlang des Dielbachs, der das gesamte Gebiet von Norden nach Süden durchfließt. Die Teiche wurden ursprünglich zur Fischzucht angelegt, werden aber inzwischen nicht mehr genutzt, sodass sich hier naturnahe Verlandungszonen entwickelt haben.

Die Süßgräser sind mit der Spitzblütigen- und der Flatter-Binse, mit der Feld-Hain- und der Wald-Simse, der Sumpf-, Blasen-, Schnabel-, Hirse- und der Rispen-Segge, dem Roten Strauß-, dem Gewöhnlichen Ruch-, dem Wolligen Honig- und dem Rohrglanzgras, dem Glatthafer, der Rotschwingel und dem Breitblättrigen Rohrkolben besonders zahlreich vertreten.

An gefährdeten Pflanzenarten werden Bach-Quellkraut, Echte Brunnenkresse, Blutauge, Berg-Platterbse, Sumpf-Weidenröschen, Wassernabel, Niederes Labkraut, Echtes Labkraut, Sumpf-Helmkraut, Teich-Wasserstern, Gewöhnlicher Froschlöffel, Rispen-Segge, Gewöhnliche Sumpfbinse, Rohr-Schwingel und Einfacher Igelkolben genannt.

Als bedrohte Tierarten werden Spinnen (Zebra-, Wespenspinne), Libellen (Gemeine Binsen-, Hufeisen-Azur-, Blaugrüne Mosaikjungfer, Große Pechlibelle, Großer Blaupfeil), Lurche (Berg-, Teichmolch, Teichfrosch), Kriechtiere (Waldeidechse) und Vögel (Bach-, Gebirgsstelze) aufgezählt.

Sonntag, 15. Dezember 2019

Jahrestage: 300-ster Geburtstag des Pirmasenser Stadtgründers


Herzlichen Glückwunsch zum 300. Geburtstag: Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt (* 15. Dezember 1719 in Darmstadt; † 6. April 1790 in Pirmasens).

Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt ist durch die Heiraten seiner Kinder und Enkel ein Vorfahr zahlreicher europäischer Herrscherhäuser. Über seine Tochter Friederike Luise stammen die nachfolgenden preußischen Könige und späteren deutschen Kaiser aus dem Haus der Hohenzollern sowie König Ludwig II. von Bayern von ihm ab. Über seinen Sohn Ludwig I. ist Ludwig IX. ein Vorfahr der hessischen Nebenlinie Battenberg und damit auch von Prince Philip, dem Prinzgemahl des Vereinigten Königreiches. Kaiser Franz Joseph I. von Österreich ist ein Ururenkel Ludwigs über seine Tochter Amalie.

Pirmasens: Landgrafentage 2019 - 6. April auf dem Unteren Schloßplatz - Mit Fanfarenzug Bann und der Compagnie "Aristokraten" aus Berlin


Bouxwiller (Buchsweiler), Residenz von Hanau-Lichtenberg. Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt verlegte die Residenz von hier ins pfälzische Pirmasens.


Ludwigswinkel - Der Ort wurde 1783 von Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt gegründet, als Ort zur Erholung für Soldaten. Ludwigswinkel gehörte zum Amt Lemberg und lag dort in der Amtsschultheißerei Obersteinbach.


Obersteinbach


Lutherkirche - Garnisonskirche in Pirmasens

Unter Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt wird am 5. April 1757 der Grundstein für die neue Hof- und Garnisonskirche gelegt. Am 4. Oktober 1761 wird die Kirche geweiht und heißt im Volksmund bald "Untere Kirche". 1793 werden die Glocken an die französische Revolutionsarmee abgeliefert und erst 1861 erhält die Lutherkirche ein neues Geläut.


Am 9. August 1944 wird die Lutherkirche bei alliierten Luftangriffen zerstört. Der Wiederaufbau erfolgt von 1947 bis 1949.

Am 5. November 1949 werden die Gebeine Landgraf Ludwigs IX. in der Gruft zwischen Altar und Taufstein wieder beigesetzt.



Sonntag, 2. Juni 2019

Pirmasens und sein Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt

Die Lutherkirche in Pirmasens, Grabeskirche von Landgraf Ludwig IX.

Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt (* 15. Dezember 1719 in Darmstadt; † 6. April 1790 in Pirmasens) war von 1768 bis 1790 Landgraf von Hessen-Darmstadt, Gründer der Stadt Pirmasens und Gatte der so genannten „Großen Landgräfin“ Henriette Karoline von Pfalz-Zweibrücken.

Im Verlauf des Polnischen Thronfolgekrieges übersiedelte Ludwig mit seinen Brüdern Georg Wilhelm und Friedrich in die hanau-lichtenbergische Residenz- und Hauptstadt Buchsweiler (Bouxwiller) im Elsaß. Unter Vormundschaft seines Vater regierte Ludwig seit dem Tod seines Großvaters Johann Reinhard (1736) in Hanau-Lichtenberg.


Ludwig hatte ein ähnliches Faible für Soldaten und das Militärleben wie der preußische „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I., was auch dazu führte, dass er in preußische Dienste trat und von seinen 32 Ehejahren 18 getrennt von seiner Gemahlin bei seiner Garnison verbrachte. Seit 1733 vollführte er seine Laufbahn in der hessen-darmstädtischen Armee und errichtete 1741 im damals zu hanau-lichtenbergischen Amt Lemberg zählenden Bärenthal in Lothringen eine erste Kompanie, die nach kurzer Zeit den Marschbefehl nach Pirmasens erhielt, welches er zur Garnisonsstadt ausbaute.

Pirmasens wuchs durch die Bevorzugung seitens des Landgrafen und der Stationierung einer ganzen Garnison dort von einem Dorf mit ca. 30 Häusern in wenigen Jahren zu einer Residenz, der 1763 die Stadtrechte verliehen wurden und die im Jahre 1789 bereits 7.000 Einwohner zählte.

Die jährlichen Landgrafentage erinnern an den Stadtgründer.


Rund um den Exerzierplatz in Pirmasens - Der zentrale Platz der Schuhstadt - In seiner Mitte thront unübersehbar die von den Einheimischen so getaufte "Spitze des Wahnsinns". Heute misst er "nur" noch etwa 1.000 qm. Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt ließ hier einst seine rund 750 Grenadiere exerzieren. Der Platz ist nicht mehr komplett original erhalten. Unter dem Landgrafen entstand der Exerzierplatz, der sich ursprünglich von der südlichen bis zur nördlichen Ringstraße erstreckte. Später wurde der Platz teilweise bebaut und auf seine heutige Größe reduziert. Unter dem Platz befindet sich ein Parkhaus. Die blaue Pyramide, die bereits erwähnte "Spitze des Wahnsinns", ist über den Aufzug der Tiefgarage gebaut. Hier findet auch der Wochenmarkt (Di, Do, und Sa) statt.


Die Lutherkirche in Pirmasens, Grabstätte des Landgrafen

Die erste urkundliche Erwähnung Pirmasens datiert auf das Jahr 1202 und da wird auch eine der heiligen Juliana geweihte Pfarrkirche erwähnt. Diese Kirche wurde mehrfach zerstört und wiederaufgebaut, bis sie 1756 endgültig abgetragen wird und im Zuge des Ausbaus des Dorfes Pirmasens zur Stadt durch Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt und Hanau-Lichtenberg am 5. April 1757 der Grundstein zu einer neuen Hof- und Garnisonskirche gelegt wird.

Unter Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt wird am 5. April 1757 der Grundstein für die neue Hof- und Garnisonskirche gelegt. Am 4. Oktober 1761 wird die Kirche geweiht und heißt im Volksmund bald "Untere Kirche". 1793 werden die Glocken an die französische Revolutionsarmee abgeliefert und erst 1861 erhält die Lutherkirche ein neues Geläut.


Am 9. August 1944 wird die Lutherkirche bei alliierten Luftangriffen zerstört. Der Wiederaufbau erfolgt von 1947 bis 1949. Am 5. November 1949 werden die Gebeine Landgraf Ludwigs IX. in der Gruft zwischen Altar und Taufstein wieder beigesetzt.


Montag, 8. April 2019

Pirmasens und sein Landgraf - Teil 2 -


Zum Landgrafen gehört auch Ludwigswinkel: Der Ort wurde 1783 von Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt gegründet, als Ort zur Erholung für Soldaten. Es ist die jüngste Gemeinde in der Südwestpfalz.

Der Reißlerhof, die Keimzelle von Ludwigswinkel

Der Reißlerhof (alternative Schreibweise: Reislerhof) ist ein historisches Gebäude in Ludwigswinkel in Rheinland-Pfalz, das im 18. Jahrhundert erbaut wurde und von 1972 bis 2018 als Wochenend- und Urlaubsunterkunft der „Mietergemeinschaft Reißlerhof“ diente. Der Hof wird als „Wiege“ des im Jahr 1783 gegründeten Dorfes Ludwigswinkel betrachtet. In der Nähe des Hauses entspringt der nach diesem benannte Bach vom Reißlerhof, rechter Zufluss der Sauer, die in den Rhein mündet.

1722 wurde ein großer Geländeteil des sumpfingen oberen Sauerbachtales zur Urbarmachung und Neulandgewinnung durch die herrschaftliche Regierung der Grafschaft Hanau-Lichtenberg meistbietend versteigert. Der Hanau-Lichtenbergische Zollpächter Hans Georg Schlick aus Fischbach erwarb das Gelände als Erblehen; seine Erben errichteten nach seinem Tod 1745 dort den Reißlerhof.

In der Folgezeit entstand dort die von Landgraf Ludwig IX. genehmigte Neusiedlung Ludwigswinkel. Die Gebäude des Hofguts wurden auf Geheiß des Landgrafen in einen dauerhaft guten Zustand versetzt, da der landgräfliche Amtsmann Hopfenblatt, der die Ludwigswinkler Siedlungsgeschäfte leiten sollte, mit seiner Familie dort Wohnung nehmen musste. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz des Landes Rheinland-Pfalz.

Im Jahr 1886 gelangte der Hof in den Besitz des bayerischen Staates und blieb danach von 1887 bis 1972 Dienstsitz von Forstbeamten.


Heute erinnert nichts mehr daran: Der Abriß des barocken Herrenhauses aus dem 18. Jahrhundert auf dem Felsenbrunnerhof (Hackmesserseite, Landkreis Südwestpfalz) im Jahr 2009. Es war das einzig erhaltene aus der Zeit des Landgrafen Ludwig IX.


Pirmasens und sein Landgraf

Landgrafentage 2019 - Artisten auf dem Schloßplatz

Großes Spektakel auf dem (Unteren) Schloßplatz. Zwischen Altem Rathaus und Schloßtreppen war einiges geboten, u.a. ein Spielmannszug und herrliche Artistik. Glück muss man haben, dann kriegt man am Oberen Schloßplatz vor der VR-Bank einen Parkplatz. Und da verkaufsoffener Sonntag war, haben wir gleich noch einen Abstecher zu Thalia gemacht.


Der Exerzierplatz in Pirmasens


Der zentrale Platz der Schuhstadt - In seiner Mitte thront unübersehbar die von den Einheimischen so getaufte "Spitze des Wahnsinns". Heute misst er "nur" noch etwa 1.000 qm. Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt ließ hier einst seine rund 750 Grenadiere exerzieren. Der Platz ist nicht mehr komplett original erhalten. Unter dem Landgrafen entstand der Exerzierplatz, der sich ursprünglich von der südlichen bis zur nördlichen Ringstraße erstreckte. Später wurde der Platz teilweise bebaut und auf seine heutige Größe reduziert. Unter dem Platz befindet sich ein Parkhaus. Die blaue Pyramide, die bereits erwähnte "Spitze des Wahnsinns", ist über den Aufzug der Tiefgarage gebaut. Hier findet auch der Wochenmarkt (Di, Do, und Sa) statt.

Lutherkirche - Garnisonskirche

Unter Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt wird am 5. April 1757 der Grundstein für die neue Hof- und Garnisonskirche gelegt. Am 4. Oktober 1761 wird die Kirche geweiht und heißt im Volksmund bald "Untere Kirche". 1793 werden die Glocken an die französische Revolutionsarmee abgeliefert und erst 1861 erhält die Lutherkirche ein neues Geläut.


Am 9. August 1944 wird die Lutherkirche bei alliierten Luftangriffen zerstört. Der Wiederaufbau erfolgt von 1947 bis 1949. Am 5. November 1949 werden die Gebeine Landgraf Ludwigs IX. in der Gruft zwischen Altar und Taufstein wieder beigesetzt.

Bouxwiller im Pays de Hanau - Elsaß - Buchsweiler im Hanauerland

Bouxwiller (Buchsweiler), Residenz von Hanau-Lichtenberg. Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt verlegte die Residenz von hier ins pfälzische Pirmasens.



Dienstag, 11. Juli 2017

Im Elsaß und der Südwestpfalz: Das Hanauer Land und die Garnisonsstadt Pirmasens


Die blauen Häuser im Hanauer Land: Die blaue Farbe war früher das Kennzeichen für die Häuser der armen Hugenotten, die sich andere Farben wie Ocker nicht leisten konnten. Dieses Blau war ein Abfallprodukt der Kobaltproduktion, bleihaltig und giftig. Heute ist die blaue Farbe natürlich ohne Blei und nicht mehr gesundheitsschädlich. Besonders pittoresk in Uttenhoffen sind die Ferme Bleue und die Forge Bleue (die blaue Schmiede), die auch Gästezimmer bzw. Ferienwohnungen anbieten.


Uttenhoffen - Die blauen Häuser des Hanauer Landes von franz-roth-tv

Bouxwiller (Buchsweiler) im Hanauer Land (Pays de Hanau) im Elsaß (Départment Bas-Rhin (67) - Bouxwiller war Residenz der Grafen von Hanau-Lichtenberg. Durch Erbe war Hanau-Lichtenberg Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt zugefallen, der die Residenz von hier ins pfälzische Pirmasens verlegte, um dort als Fürst des Deutschen Reiches eine (bewaffnete) Armee unterhalten zu können, was ihm auf französischem Territorium nicht gestattet gewesen wäre.


Bouxwiller im Pays de Hanau (Elsaß) von franz-roth-tv

Unter Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt wird am 5. April 1757 der Grundstein für die neue Hof- und Garnisonskirche gelegt. Am 4. Oktober 1761 wird die Kirche geweiht und heißt im Volksmund bald "Untere Kirche". 1793 werden die Glocken an die französische Revolutionsarmee abgeliefert und erst 1861 erhält die Lutherkirche ein neues Geläut.

Am 9. August 1944 wird die Lutherkirche bei alliierten Luftangriffen zerstört. Der Wiederaufbau erfolgt von 1947 bis 1949.

Am 5. November 1949 werden die Gebeine Landgraf Ludwigs IX. in der Gruft zwischen Altar und Taufstein wieder beigesetzt.


Neben der Lutherkirche stehend erinnert der Schusterbrunnen mit dem Standbild des Schusters Jean Joss an die Vergangenheit Pirmasens als Schuhstadt.


Dienstag, 25. Oktober 2016

Eine uralte Grenzmarke - Geschichte und Mythen im Grenzland


Er steht genau auf der Grenze zwischen den Départements Moselle und Bas-Rhin, Le Pierre des Douze Apôtres, der Zwölfapostelstein (auch Breitenstein genannt) unweit Goetzenbruck in der Gemeinde Meisenthal im Bitscherland (Pays de Bitche).


Seine Vorgeschichte liegt im Dunkeln. Man vermutet, dass es sich um einen Kultstein aus keltischer („druidischer“) Zeit handelt. Einer üblichen Praxis entsprechend wurde dieser heidnische Kultstein in christlicher Zeit „getauft“, d. h. mit christlichen Merkmalen versehen. Der obere Teil wurde zu einer Kreuzigungsgruppe (der gekreuzigte Christus mit zwei Marien) gestaltet. Darunter wurde ein schlichtes Relief mit den zwölf Aposteln herausgearbeitet.

Hier soll der Reformator Philipp Melanchthon gepredigt haben und so dafür gesorgt haben, dass die Dörfer der Umgebung überwiegend protestantisch sind.


Grenzmarke ist der Breitenstein nicht erst seit jüngerer Zeit. Schon ab dem Jahr 1606 markiert die Grenze zwischen den Herrschaftsgebieten der Herzöge von Lothringen und der Grafen von Hanau.

Grafen von Hanau? Da kommt den Pirmasensern natürlich sofort "ihr" Landgraf Ludwig IX. in den Sinn. Denn der war ja auch Graf von Hanau und residierte bis zu seiner Übersiedelung nach Pirmasens im elsässischen Bouxwiller (Buchsweiler).


Seine Residenz verlegt hat der Landgraf von Hessen-Darmstadt und Graf von Hanau-Lichtenberg seinerzeit ja deswegen, weil er als deutscher Reichsfürst in seinen französischen Besitzungen kein Militär haben durfte. Und war er doch ein großer Freund von "langen Kerls", von Grenadieren, gewesen.

Allzulange hatte die Pirmasenser Garnison ja keinen Bestand. Aber der Landgraf ist hier beigesetzt. In der Lutherkirche, der früheren Garnisonskirche.


Unter Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt wird am 5. April 1757 der Grundstein für die neue Hof- und Garnisonskirche gelegt. Am 4. Oktober 1761 wird die Kirche geweiht und heißt im Volksmund bald "Untere Kirche". 1793 werden die Glocken an die französische Revolutionsarmee abgeliefert und erst 1861 erhält die Lutherkirche ein neues Geläut.

Am 9. August 1944 wird die Lutherkirche bei alliierten Luftangriffen zerstört. Der Wiederaufbau erfolgt von 1947 bis 1949.

Am 5. November 1949 werden die Gebeine Landgraf Ludwigs IX. in der Gruft zwischen Altar und Taufstein wieder beigesetzt.

Dienstag, 6. Oktober 2015

Ludwig IX. - Auf den Spuren des Pirmasenser Landgrafen


Bouxwiller (Buchsweiler) im Elsaß war im 18. Jahrhundert die Residenz der Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Diese stand in Personalunion mit der Landgrafschaft von Hessen-Darmstadt.

Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt (* 15. Dezember 1719 in Darmstadt; † 6. April 1790 in Pirmasens) war von 1768 bis 1790 Landgraf von Hessen-Darmstadt, Gründer der Stadt Pirmasens und Gatte der so genannten „Großen Landgräfin“ Henriette Karoline von Pfalz-Zweibrücken.

Im Verlauf des Polnischen Thronfolgekrieges übersiedelte Ludwig mit seinen Brüdern Georg Wilhelm und Friedrich in die hanau-lichtenbergische Residenz- und Hauptstadt Buchsweiler. Unter Vormundschaft seines Vater regierte Ludwig seit dem Tod seines Großvaters Johann Reinhard (1736) in Hanau-Lichtenberg.


Ludwig hatte ein ähnliches Faible für Soldaten und das Militärleben wie der preußische „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I., was auch dazu führte, dass er in preußische Dienste trat und von seinen 32 Ehejahren 18 getrennt von seiner Gemahlin bei seiner Garnison verbrachte. Seit 1733 vollführte er seine Laufbahn in der hessen-darmstädtischen Armee und errichtete 1741 im damals zu hanau-lichtenbergischen Amt Lemberg zählenden Bärenthal in Lothringen eine erste Kompanie, die nach kurzer Zeit den Marschbefehl nach Pirmasens erhielt, welches er zur Garnisonsstadt ausbaute.

Pirmasens wuchs durch die Bevorzugung seitens des Landgrafen und der Stationierung einer ganzen Garnison dort von einem Dorf mit ca. 30 Häusern in wenigen Jahren zu einer Residenz, der 1763 die Stadtrechte verliehen wurden und die im Jahre 1789 bereits 7000 Einwohner zählte.

Nach seinem Tode 1790 wurde der Landgraf in der Lutherkirche in Pirmasens beigesetzt, der Hof- und Garnisonskirche.


Die Lutherkirche wurde im Volksmund schon bald "Untere Kirche" genannt. Ihr Pendant ist als "Obere Kirche" die Johanneskirche unweit des Exerzierplatzes.


Das letzte Relikt, das das Leben der einfachen Soldaten in der Garnison Pirmasens dokumentiert, ist das (letzte erhaltene) Grenadierhäuschen in der Kaffeegasse, das dank des Einsatzes der Reservistenkameradschaft Pirmasens vor dem Verfall gerettet werden konnte.