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Freitag, 1. Oktober 2021

Auf der Hackmesserseite

Der Weiler Felsenbrunnerhof gehört zur Ortsgemeinde Trulben im rheinland-pfälzischen Landkreis Südwestpfalz.

Der Weiler liegt in der hügeligen Region Hackmesserseite östlich des Hauptorts Trulben und nördlich des Hochstellerhofs auf einer 430 Meter hohen Kuppe an der Kreisstraße 6, die innerörtlich Felsenbrunnerhof heißt.

Die Umgebung des Felsenbrunnerhofs wird im Süden durch die Trualb(e) und im Norden durch die Felsalb(e) entwässert, die beide als rechte Zuflüsse in den Hornbach münden.

Das Gehöft stammte aus dem Jahr 1788. Im Jahr 2009 wurde das barocke Herrenhaus (das einzig erhaltene aus der Zeit des Landgrafen Ludwig IX.) aus der Denkmalliste genommen und abgerissen.

Als ich 2009 die Aufnahmen machte dachte ich, das altehrwürdige Haus würde endlich mal wieder von Grund auf saniert. Nie hätte ich gedacht, dass es abgerissen würde. Ich kannte es seit Jugendzeiten (seit 1969, als wir damals von Pirmasens auf die Hackmesserseite gezogen sind).


Windrad abgebrannt

Zwischen Vinningen und Obersimten, unweit des Felsenbrunnerhofes (Kreis Südwestpfalz), hat am Donnerstagabend, 29. November 2018, 17.56 Uhr, ein Windrad Feuer gefangen.


Am Donnerstagabend war der Generator-Block des Windrads aus bislang ungeklärter Ursache in Brand geraten. Die Flammen in großer Höhe konnten nicht direkt gelöscht werden, also ließ die Feuerwehr das Feuer kontrolliert abbrennen. Das Gebiet um das Windrad wurde wegen der Gefahr herabfallender Trümmer weiträumig abgesperrt. Der Windpark Vinningen besteht aus vier Windrädern.

Das Feuer konnte nicht gelöscht werden, da das Windrad sehr hoch sei und sich im Inneren viele elektrische Teile befänden. Verletzt wurde laut Polizei niemand, es gebe aber eine große Rauchentwicklung.

Der Sachschaden wurde von der Polizei auf etwa 500 000 Euro geschätzt.Schwierig und langwierig gestaltete sich auch die Demontage des Wracks.

Kröppen auf der Hackmesserseite

Kröppen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land an. Kröppen liegt am Rand des Zweibrücker Hügellandes direkt an der Grenze zu Frankreich. Es gehört zu den Dörfern der Hackmesserseite. Nordöstlich befindet sich Vinningen, südöstlich Trulben und westlich (auf französischer Seite) liegt Walschbronn. Im Zuge der Corona-Krise war der Grenzübergang im Frühjahr 2020 gesperrt.


Die älteste erhaltene Erwähnung von Kröppen stammt von 1267. Das Dorf Kröppen lag im Amt Lemberg der Grafschaft Zweibrücken-Bitsch und dort in der gleichnamigen Amtsschultheißerei Kröppen.

Die Katholische Kirche St. Jakobus Major ist ehemaliges Hitler-Jugend-Heim, 1950/51 zur Kirche umgebaut und durch einen Turm ergänzt.

Das Lothringer Kreuz südöstlich des Ortes an der K 4 stammt von 1812.

Mit 241 Metern wurde im Windpark Kröppen das höchste Windrad in Rheinland-Pfalz errichtet.

Vinningen

Vinningen auf der Hackmesserseite - Vinningen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land an. Vinningen liegt im Zweibrücker Hügelland südwestlich von Pirmasens nahe der Grenze zu Frankreich. Bis ins 5. Jahrhundert lassen sich fränkische Siedlungsspuren zurückverfolgen. Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes stammt von 1212. Das Dorf Vinningen lag im Amt Lemberg der Grafschaft Zweibrücken-Bitsch und dort in der gleichnamigen Amtsschultheißerei Vinningen.


Der Begriff "Hackmesserseite" übrigens stammt aus der Zeit der franz. Revolution 1789.

Die Wogen der Revolution ergriffen 1792 auch die Dörfer um Trulben mit Eppenbrunn, Hilst, Schweix und Ludwigswinkel.

Zusammen mit zwölf Nationalgardisten erreichten mehrere Bürger unter der Führung des Oberförsters Weiß aus dem französischen Roppeviller am 8. November 1792 Eppenbrunn und pflanzten einen Freiheitsbaum.

Die Freiheitskämpfer zogen am gleichen Tag auch noch nach Trulben und pflanzten dort einen weiteren Baum als "Zeugen der Freiheit". Die Dörfer Kröppen, Hilst und Schweix folgten dem Beispiel am nächsten Tag.

Die in "freie Franken" umgewandelten Bürger erklärten dem Oberamt Pirmasens, keine Salzsteuer mehr zu bezahlen und der Darmstädter Regierung "... keinen Pfennig mehr zu entrichten".

1.000 Klafter Holz, das der Landgraf bereits an Zweibrücker Holzhändler verkauft hatte, teilten die Aufständischen unter sich auf. Schultheißen wurden abgesetzt und die herrschaftlichen Jäger und Waldhüter vertrieben.

Die widerspenstigen Dörfer schufen eine neue Gemeindeverwaltung nach französischem Vorbild und stellten an die Pariser Nationalversammlung den Antrag auf Vereinigung mit der französischen Republik.

Bereits schon am 14. Februar 1793 entsprach die Pariser Nationalversammlung dem Bittgesuch und erklärte die freiheitsliebenden Dörfer zu französischem Staatsgebiet. Bitscher Freiheitsleute brachten ihren pfälzischen Brüdern ein Geschenk mit: die Guillotine, im Volksmund "Hackmesser" genannt. Dieses Mordinstrument soll eifrig in Tätigkeit gewesen sein.

In Erinnerung an die blutigen Opfer entstand daraufhin der Name "Hackmesserseite".

Die Mardellen von Vinningen - Mardellen sind meist baumbestandene und wassergefüllte Einstürze auf Hochflächen. Diese Biotope sind Heimat seltener Tier- und Pflanzenarten, wie Salamander, Eidechsen oder Libellen.

Vinningen: Evangelische Kirche Luthersbrunn (Kröpper Straße 21), Saalbau, 1769, mit Kirchendienerwohnung und Gemeindesaal.


Hilst liegt im Südwesten des Pfälzerwalds am Rand des Zweibrücker Hügellandes an der französischen Grenze. Es gehört zu den Dörfern der Hackmesserseite. 61,8 % der Gemarkungsfläche sind bewaldet. Die nächstgelegene Stadt ist das nordöstlich gelegene Pirmasens.


1939 gehörte Hilst zur sog. "Roten Zone": Im September 1939 machten die Nazis aus einem 500 Kilometer langen Streifen entlang der Westgrenze eine Rote Zone. Binnen Stunden mussten die Menschen ihre Heimat verlassen, Häuser wurden zerstört.

Als die Evakuierten 1940 in ihre Dörfer und Städte zurückkehrten, waren viele Häuser geplündert und beschädigt. Auf den brachliegenden Felder wuchs das Unkraut. Zudem hatte NS-Gauleiter Josef Bürckel rund 2.000 Anwesen niederreißen lassen, um an deren Stelle Bauerndörfer nach nationalsozialistischem Ideal aufzubauen.

Katholische Pfarrkirche St. Stephanus der Gemeinde Trulben (Pfarrei Hl. Wendelinus)


Der Turm von St. Stephanus (2018 250 Jahre alt) ist spätromanisch. Die Kirche birgt eine Kanzel aus der Abtei Sturzelbronn. Das im Video auch zu Anfang zu sehende steinerne Kirchhofskreuz von 1807 gehört zum Typus der Lothringer Kreuze.

Bemerkenswert auch die Lourdes-Grotte und die Statue des Heiligen Bruders Konrad von Parzham, des bis dato letzten deutschen Heiligen.

Trulben (im einheimischen Dialekt Trulwe) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land an.

Trulben liegt in einem weiten felsgesäumten Talkessel südöstlich von Kröppen im Zweibrücker Hügelland und ist zentraler Ort der Hackmesserseite. Östlich Richtung Pirmasens liegt der Ortsteil Hochstellerhof auf 430 m ü. NHN. Unterhalb entspringt die Trualbe, die sich in Trulben mit zwei Nebenbächen vereinigt.

Genau am Schnittpunkt dieser dreier Flüsschen ist die Gemeinde Trulben zu finden. Die Muttergemeinde zählt mit ihren Ortsteilen Felsenbrunnerhof, Hochstellerhof, Imsbacherhof und Trulbermühle rund 1.400 Einwohner. Die erste urkundliche Erwähnung reicht in das Jahr 1307 zurück. Trulben ist Ausgangspunkt schöner Rundwanderwege mit herrlichem Rundblick über Pfälzerwald und Nordvogesen. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören die Pfarrkirche St. Stephanus mit ihrem mittelalterlichem Turm, die St. Wendelinus-Kapelle und die Lothringer Kreuze aus dem 18. Jahrhundert als Zeugnisse einer frommen und religiösen Handwerkskunst.

Trulben wurde 1307 als Druhalben erwähnt, der Weiler Imsbacherhof 1404 als Ymesbach. Beide lagen im Amt Lemberg der Grafschaft Zweibrücken-Bitsch und dort in der Amtsschultheißerei Lemberg.

Montag, 8. April 2019

Pirmasens und sein Landgraf - Teil 2 -


Zum Landgrafen gehört auch Ludwigswinkel: Der Ort wurde 1783 von Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt gegründet, als Ort zur Erholung für Soldaten. Es ist die jüngste Gemeinde in der Südwestpfalz.

Der Reißlerhof, die Keimzelle von Ludwigswinkel

Der Reißlerhof (alternative Schreibweise: Reislerhof) ist ein historisches Gebäude in Ludwigswinkel in Rheinland-Pfalz, das im 18. Jahrhundert erbaut wurde und von 1972 bis 2018 als Wochenend- und Urlaubsunterkunft der „Mietergemeinschaft Reißlerhof“ diente. Der Hof wird als „Wiege“ des im Jahr 1783 gegründeten Dorfes Ludwigswinkel betrachtet. In der Nähe des Hauses entspringt der nach diesem benannte Bach vom Reißlerhof, rechter Zufluss der Sauer, die in den Rhein mündet.

1722 wurde ein großer Geländeteil des sumpfingen oberen Sauerbachtales zur Urbarmachung und Neulandgewinnung durch die herrschaftliche Regierung der Grafschaft Hanau-Lichtenberg meistbietend versteigert. Der Hanau-Lichtenbergische Zollpächter Hans Georg Schlick aus Fischbach erwarb das Gelände als Erblehen; seine Erben errichteten nach seinem Tod 1745 dort den Reißlerhof.

In der Folgezeit entstand dort die von Landgraf Ludwig IX. genehmigte Neusiedlung Ludwigswinkel. Die Gebäude des Hofguts wurden auf Geheiß des Landgrafen in einen dauerhaft guten Zustand versetzt, da der landgräfliche Amtsmann Hopfenblatt, der die Ludwigswinkler Siedlungsgeschäfte leiten sollte, mit seiner Familie dort Wohnung nehmen musste. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz des Landes Rheinland-Pfalz.

Im Jahr 1886 gelangte der Hof in den Besitz des bayerischen Staates und blieb danach von 1887 bis 1972 Dienstsitz von Forstbeamten.


Heute erinnert nichts mehr daran: Der Abriß des barocken Herrenhauses aus dem 18. Jahrhundert auf dem Felsenbrunnerhof (Hackmesserseite, Landkreis Südwestpfalz) im Jahr 2009. Es war das einzig erhaltene aus der Zeit des Landgrafen Ludwig IX.


Mittwoch, 25. Oktober 2017

Südwestpfalz: Wieder ein Kulturgut dem Erdboden gleichgemacht


Bis letzten Samstag stand in Busenberg im Kreis Südwestpfalz ein Haus, das früher ein rituelles Tauchbad für Juden beherbergt haben soll: das sogenannte Mikwe-Haus. Nun wurde das Gebäude aus dem frühen 19. Jahrhundert überraschend abgerissen.

===> So berichtet der SWR.

Das kleine Gebäude wurde am Wochenende auf Betreiben der Kreisverwaltung Südwestpfalz von dem privaten Eigentümer abgerissen – zum Entsetzen des Dahner Heimatforschers Otmar Weber, der darauf verwies, dass dieses Mikwe-Haus pfalzweit das letzte dieser Art gewesen sei. Das Gebäude selbst sei nicht schützenswert und baufällig gewesen, teilte dazu ein Sprecher der Kreisverwaltung am Dienstag mit.


Seit mehr als 25 Jahren setzte sich der Theologe und Heimatforscher Otmar Weber aus Dahn für die Erhaltung des jüdischen Kulturguts im Wasgau ein. Seinen Recherchen zufolge war die Mikwe in Busenberg die einzige in der Pfalz. Weber setzte sich auch - leider erfolglos - dafür ein, das Häuschen unter Denkmalschutz stellen zu lassen.

In dem Ritualbad, das bis 1890 in Gebrauch war, konnten sich Frauen nach Menstruation oder Geburt reinigen. Man wurde dreimal untergetaucht und durfte dieses Bad nur nackt und ohne Schmuck begehen. Das Wasser durfte nur lebendiges Quellwasser sein.

Die Mikwe wurde zu Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet, als die ersten Juden in den Wasgau­ort kamen. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Busenberg zu einem der Zentren des Judentums in der Südwest- und Südpfalz. In Busenberg bestand eine jüdische Gemeinde bis 1939. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. 1784 wurden bereits 79 jüdische Einwohner gezählt. Die Busenberger Gemeinde war die älteste und zentrale Gemeinde der jüdischen Gemeinden im Wasgau (Dahn, Erlenbach, Vorderweidenthal). Die zentrale Rolle zeigt sich auch in dem in Busenberg für diese Gemeinden befindlichen Friedhof.


Die Geschichte der Landjuden im Wasgau endete im Dritten Reich: Sie wurden alle vernichtet. Heute gibt es keine jüdischen Gemeinden mehr.

Noch ein plattgemachtes Kulturgut

Es ist ja nun leider nicht das einzige einzigartige Baudenkmal, das in der Südwestpfalz sang- und klanglos verschwunden ist.


Auf dem Felsenbrunnerhof im Landkreis Südwestpfalz wurde im Jahr 2009 das letzte erhaltene Herrenhaus aus der Zeit des Landgrafen Ludwig IX., ein ehedem stattlicher spätbarocker Mansardenbau aus dem Jahr 1788, abgerissen! Berichten zufolge konnten sich Eigentümer und ein potentieller Käufer nicht einigen. Die zuständige Denkmalbehörde des Landkreises Südwestpfalz nahm daraufhin das Gebäude aus der Denkmalliste und gab es zum Abriß frei!


Siehe auch diesen Artikel von 2015.

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Freitag, 29. April 2016

Auf den Spuren des Landgrafen Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt

Bild oben: Lichtenberg im Elsaß mit der gleichnamigen Burg --- Die Burg Lichtenberg, franz. Château de Lichtenberg,war Mittelpunkt der Herrschaft Lichtenberg, später Grafschaft Hanau-Lichtenberg.

Die Grafschaft Hanau-Lichtenberg stand in Personalunion mit der Landgrafschaft von Hessen-Darmstadt.

In späteren Zeiten wurde die Residenz nach Bouxwiller verlegt.

Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt (* 15. Dezember 1719 in Darmstadt; † 6. April 1790 in Pirmasens) war von 1768 bis 1790 Landgraf von Hessen-Darmstadt, Gründer der Stadt Pirmasens und Gatte der so genannten „Großen Landgräfin“ Henriette Karoline von Pfalz-Zweibrücken.

Im Verlauf des Polnischen Thronfolgekrieges übersiedelte Ludwig mit seinen Brüdern Georg Wilhelm und Friedrich in die hanau-lichtenbergische Residenz- und Hauptstadt Buchsweiler. Unter Vormundschaft seines Vater regierte Ludwig seit dem Tod seines Großvaters Johann Reinhard (1736) in Hanau-Lichtenberg.


Ludwig hatte ein ähnliches Faible für Soldaten und das Militärleben wie der preußische „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I., was auch dazu führte, dass er in preußische Dienste trat und von seinen 32 Ehejahren 18 getrennt von seiner Gemahlin bei seiner Garnison verbrachte. Seit 1733 vollführte er seine Laufbahn in der hessen-darmstädtischen Armee und errichtete 1741 im damals zu hanau-lichtenbergischen Amt Lemberg zählenden Bärenthal in Lothringen eine erste Kompanie, die nach kurzer Zeit den Marschbefehl nach Pirmasens erhielt, welches er zur Garnisonsstadt ausbaute.

Pirmasens wuchs durch die Bevorzugung seitens des Landgrafen und der Stationierung einer ganzen Garnison dort von einem Dorf mit ca. 30 Häusern in wenigen Jahren zu einer Residenz, der 1763 die Stadtrechte verliehen wurden und die im Jahre 1789 bereits 7000 Einwohner zählte.

Die Lutherkirche in Pirmasens, Grabstätte des Landgrafen

Die erste urkundliche Erwähnung Pirmasens datiert auf das Jahr 1202 und da wird auch eine der heiligen Juliana geweihte Pfarrkirche erwähnt. Diese Kirche wurde mehrfach zerstört und wiederaufgebaut, bis sie 1756 endgültig abgetragen wird und im Zuge des Ausbaus des Dorfes Pirmasens zur Stadt durch Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt und Hanau-Lichtenberg am 5. April 1757 der Grundstein zu einer neuen Hof- und Garnisonskirche gelegt wird.


Unter Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt wird am 5. April 1757 der Grundstein für die neue Hof- und Garnisonskirche gelegt. Am 4. Oktober 1761 wird die Kirche geweiht und heißt im Volksmund bald "Untere Kirche". 1793 werden die Glocken an die französische Revolutionsarmee abgeliefert und erst 1861 erhält die Lutherkirche ein neues Geläut.

Am 9. August 1944 wird die Lutherkirche bei alliierten Luftangriffen zerstört. Der Wiederaufbau erfolgt von 1947 bis 1949.

Am 5. November 1949 werden die Gebeine Landgraf Ludwigs IX. in der Gruft zwischen Altar und Taufstein wieder beigesetzt.

Ludwigswinkel - Alterssitz für ausgemusterte Grenadiere

Der Ort wurde 1783 von Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt gegründet, als Ort zur Erholung seiner ausgedienten Soldaten. Nicht ohne Grund wurde Ludwigswinkel direkt an der deutsch-französischen Grenze errichtet. Die Soldaten im Ruhestand stellten eine erste Sicherheit für Landgraf Ludwig IX. direkt an der Grenze dar.


Viele baulichen Zeugnisse aus der Landgrafenzeit gibt es heute nicht mehr. Umso bedauerlicher, dass im Landkreis Südwestpfalz im Weiler Felsenbrunnerhof eines der letzten dieser Zeugnisse 2009 abgerissen worden ist. Das letzte erhaltene Herrenhaus aus der Zeit des Landgrafen Ludwig XI., ein ehedem stattlicher spätbarocker Mansardenbau aus dem Jahr 1788.