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Sonntag, 2. Juni 2019

Rückblende: Eine Kindheit und Jugend in Pirmasens (Teil 2)


Unter Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt wird am 5. April 1757 der Grundstein für die neue Hof- und Garnisonskirche gelegt. Am 4. Oktober 1761 wird die Kirche geweiht und heißt im Volksmund bald "Untere Kirche". 1793 werden die Glocken an die französische Revolutionsarmee abgeliefert und erst 1861 erhält die Lutherkirche ein neues Geläut.


Am 9. August 1944 wird die Lutherkirche bei alliierten Luftangriffen zerstört. Der Wiederaufbau erfolgt von 1947 bis 1949. Am 5. November 1949 werden die Gebeine Landgraf Ludwigs IX. in der Gruft zwischen Altar und Taufstein wieder beigesetzt.

Nochmal zurück zum Leibniz-Gymnasium:

Die Luisenstraße in den 20-ern. Blick auf die Johanneskirche. Links im Bild die Knaben-Oberrealschule, heute Leibniz-Gymnasium

Nach der Gründung als Oberrealschule im Jahr 1888 wurde nach vielen Umbenennungen im Jahr 1964 als Namensgeber Gottfried Wilhelm Leibniz ausgewählt. Dieser repräsentiert auf besonders gute Weise den allgemeinbildenden Ansatz des Gymnasiums mit dem eher naturwissenschaftlichen Schwerpunkt.

1888 wurde die Schule als vierkursige Realschule im Südflügel der Exerzierplatzschule eröffnet. 1892 erfolgte der Umzug in den Neubau in der Luisenstraße. Das Schulhaus wurde bei Bombenangriffen 1944 stark beschädigt und 1945 vollständig zerstört. Nach dem Krieg wurde an alter Stelle ein Neubau errichtet, der 1955 bezogen werden konnte.

1888–1892 Vierkursige königliche Realschule
1892–1918 Königliche Realschule
1918–1927 Realschule
1926–1927 Realschule und städtische Oberrealanstalt
1927–1938 Oberrealschule
1939–1945 Oberschule
1945–1950 Oberrealschule
1950–1959 Naturwissenschaftliches Gymnasium
1959–1964 Staatlich mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium
1964 Staatliches neusprachliches und mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium
1964–1977 Staatliches Leibniz-Gymnasium (neusprachlich und mathematisch-naturwissenschaftlich)
1977–1992 Staatliches Leibniz-Gymnasium
1992 – heute Leibniz-Gymnasium

P.S.: Wegen Leibniz als Namensgeber hieß die Schule bei uns Schülern "Keksbunker"

Und der "Lesende Schüler" hieß bei uns "Der schlafende Schüler"



Rückblende: Eine Kindheit und Jugend in Pirmasens

Meine Volksschulklasse in der Horebschule

Stolz wie Oskar, 1959 zu Ostern mit meiner Schultüte. Viel war da ja nicht drin, für Süßigkeiten hatte man damals einfach nicht genug Geld. Unten in der Tüte war viel Papier und oben drauf ein bißchen Süßes. tja, so war das halt damals.

 

Im letzten Herbst haben wir meine alte Schule besucht, gerade rechtzeitig bevor ein Stück meiner Kindheitserinnerungen unwiderbringlich verloren war: Am Montag den 1. Oktober 2018 haben die Abrissarbeiten der abgebrannten Turnhalle der Horeb-Grundschule in Pirmasens begonnen. Das Gebäude war vor knapp sechs Jahren abgebrannt. Die Mainzer Denkmalschutzbehörde hatte im Juli grünes Licht für den Abriss gegeben. Die Kosten für einen Wiederaufbau schätzte die Stadt vor einiger Zeit auf rund 1,7 Millionen Euro. Weil er das, entgegen ursprünglichen Beschlusses, für zu teuer befand, hatte sich der Stadtrat für einen ersatzlosen Abriss der Turnhalle entschieden.


Das war wirklich wie eine Reise in die eigene Vergangenheit gewesen: Ich bin nämlich ein "Horeber", Meine Kindheit und Jugend habe ich dort verbracht. Wir haben (bis 1969) in der Glasbergstraße gewohnt (der Pfeil zeigt auf unsere Garage und der VW Käfer davor war unserer) und die Horebschule war meine Volksschule (Grundschule) gewesen.


Da fing das an mit Hans, Heiner und Elsa im Lesebuch, dem Vogel-F und den Grundrechenarten. Schönschreiben gab es noch. Auf Schiefertafel. Mit Griffel. Ein kostbares Gut, auf das man aufpassen musste, dass sie nicht zerbrach.

Bis zur vierten Klasse war ich dort. Dann ging ich ins heutige Leibniz-Gymnasium, das damals noch "Staatliches Naturwissenschaftliches Gymnasium" hieß.


Dort habe ich 1973 das Abitur gemacht.

 
Links in der Sexta, rechts die Oberprima


Freitag, 31. Mai 2019

Pirmasenser Stadtviertel

Friedhofstraße, Alleestraße, Kreuzung Bergstraße
Rechts geht es hoch auf den Horeb

Nach meinen Beiträgen über das Winzler Viertel (Teil 2, Teil 3) sollen auch einige andere Stadtviertel vorgestellt werden.

Der Volksgarten und der Horeb

Im dritten Reich erlangte der Volksgarten traurige Berühmtheit: In der Nacht vom 9. auf den 10. November wurden 91 jüdische Männer und Jugendliche im Alter von 16 bis 74 Jahren aus ihren Häusern heraus oder auf der Straße verhaftet und im Volksgarten zusammengetrieben. Einige waren vorher im Keller der damaligen Post schwer misshandelt worden. Noch am 10.11.1938 wurden die Gefangenen „durch das Spalier einer johlenden Kinderschar“ in zwei Postbussen an die französische Grenze gebracht und nach Frankreich abgeschoben. Da sie ohne Pässe waren, brachten französische Beamte sie wieder zurück an die deutsche Grenze. Von hier aus erfolgte von Schweix aus ein nächtlicher Gewaltmarsch zurück zum Volksgarten. Am 11.11.1938 wurden über 60-jährige und schwer Kranke bzw. Verletzte nach Hause entlassen. 45 wurden vom Volksgarten aus nach Ludwigshafen zu einem Transport ins Konzentra-tionslager Dachau verbracht. 44 wurden dort in der Zeit vom 10.11.-15.11.1938 registriert.


Der Horeb in Pirmasens - Historischer Kern und höchster Berg der Stadt - Ich bin ein Horeber: Bis 1968 haben wir in der Glasbergstraße gewohnt. Ich wurde in der Horebschule zu Ostern 1959 eingeschult und besuchte dann das Leibniz-Gymnasium.


In der Sexta und in der Oberprima:

 



Der Sommerwald

Streetview Pirmasens: Ab der Parkbrauerei durch die Rodalber Straße an den Sommerwald. Vorbei an der Kreisverwaltung und durch die Siedlung zum Banana Building (so hieß das Gebäude seit den Zeiten als amerikanische Kaserne wegen seiner gebogenen Form).


Der Sommerwald verdankt seine Entstehung der Not in der 30er Jahren. Damals hatten einige Bürger von Pirmasens, u.a. Emil Kennerknecht, die Idee eine Siedlung im damals noch Waldgebiet Sommerwald zu errichten. Die Stadtverwaltung genehmigte das Vorhaben, der Wald wurde gerodet und am 1. Juli 1932 wurde mit dem Bau der ersten 3 Häusern begonnen, die alle im gleichen Baustil erbaut wurden.

Die größten Probleme erlebten die Siedler in den 60er Jahren, als sich die Stadt modernisierte und auch sie ihre Häuser verschönern und vergrößern wollten. Der damalige Stadtrat stellte sich quer und bezog sich auf das Heimstättengesetz. Erst am 17. März 1983 wurde das Heimstättengesetz gelöscht und die Siedler konnten ihre Häuser legal um- und ausbauen sowie Neubauten auf ihren Grundstücken errichten. Heute lebt teilweise schon die 3. oder 4. Generation dieser Gründer in dem Stadtteil.

Im folgenden Video geht es vom Sommerwald zurück, quer durch die Stadt.


Siedlung am Sommerwald, Wasserturm, Parkbrauerei, Rodalber Straße, Gärtnerstraße, Schützenstraße, Schützendreieck, Schäferstraße - eine Fahrt durch die Stadt an einem regnerischen Tag mit typischem Aprilwetter

Dienstag, 16. Januar 2018

Apotheke am Kirchgarten und Walther's Naturgut in Vinningen


Das im Bild oben ist unsere Apotheke wenn wir uns in der Südwestpfalz aufhalten. Die Apotheke am Kirchgarten in Vinningen.

Fahrt zur Apotheke

Aber das ist nicht nur eine Apotheke, angegliedert ist ein Hofladen mit Produkten aus der Region und aus eigener Jagd.


Das ist Walther's Naturgut. Und der alljährliche Hubertusmarkt lohnt immer einen Besuch.

Video oben: Im Jahr 2014, folgender Clip: 2015


Karte:




Wir waren übrigens in den 60-ern Klassenkameraden gewesen (der mit dem weißen Pfeil bin ich).