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Sonntag, 19. Februar 2023

Dornum in Ostfriesland, einer unserer Lieblingsorte an der Nordseeküste

Am historischen Alten Markt

Wir lieben diesen Ort, selbst in der Saison nicht überlaufen. So fahren wir bei jedem Nordseeaufenthalt immer wieder hin. Der Ort hat zwei Burgen, die Bningaburg und die Norderburg.


Das barocke Wasserschloß im historischen Ortskern: Das Schloß wurde im 14. Jahrhundert von Häuptling Hicko Kankena als Norderburg (so wird sie manchmal auch heute noch genannt) erbaut. Im 17. Jahrhundert baute Haro Joachim von Closter die Burg zu einer Vierflügelanlage mit Vorburg aus. Der Herrlichkeitsbesitzer hat das Schloss mit besonderen Portalen, Giebeldreiecken und Wappen verwandter Familien sowie Skulpturen und Sinnsprüchen ausgestattet.

Auf der Norderburg ereignete sich 1397 das wohl bekannteste – und auch literarisch verarbeitete – Familiendrama der ostfriesischen Geschichte: Der Sohn des Erbauers der Norderburg, Lütet, erschlug – angeblich auf Anraten seiner Schwiegermutter – seine Gemahlin Ocka wegen angeblicher Untreue und Aufsässigkeit. Daraufhin zeigte sich die Schwiegermutter Foelke Kampana, Ehefrau des Häuptlings Ocko II. tom Brok und im Volksmund die „Quade Foelke“ genannt, von ihrer starken Seite und übernahm kurzerhand die Burg. Sowohl Lütet als auch sein Vater wurden auf Befehl der Schwiegermutter enthauptet.

Die Schloßstraße führt durch das Torhaus von 1678 mit seinem Turmhelm von 1707 und endet auf dem weiten Platz der Vorburg, in dem ebenfalls die von alten Bäumen gesäumte barocke Schlossallee mündet. Der Platz ist von niedrigen Gebäuden umgeben, die einst Wirtschaftsgebäude und der Marstall waren. Vom Platz der Vorburg führt eine hölzerne Brücke über den das Schloss umgebenden Wassergraben zum Schlossportal. Über dem Portal befindet sich ein monumentaler Giebel, der in seinem Mittelpunkt Pallas Athene, die griechische Göttin der Weisheit und der Kriegskunst, zeigt.

Die Beningaburg ist eine mittelalterliche Niederungsburg. Nach der Legende erbaute zwischen 1375 und 1380 Olde Hero Attena von Dornum die Wasserburg.

Zwischen 1350 und 1400 zog die Häuptlingsfamilie der Attena nach Dornum und errichtete die Norderburg, die Oster- oder Beningaburg und die Westerburg.

In der sächsischen Fehde 1514 wurden die Burgen zerstört.

Die Beningaburg: Es war ein langer Weg durch die wechselvolle Geschichte alter ostfriesischer Geschlechter: In der 2. Hälfte des 14.Jahrhunderts erbaute Hero Attena die Burg. Sie war fast 100 Jahre im Besitz der Familie und wechselte durch Erbschaft zum Geschlecht Kankena, bis sie Anfang des 16.Jahrhunderts durch Heirat an die Beningas fiel. Nach der sächsischen Fehde wurde die Burg Mitte des 17. Jahrhunderts teilweise wieder aufgebaut und blieb bis Anfang des 19.Jahrunderts im Besitz der Familie Beninga. Von da ab bis heute wechselten mehrfach die Besitzer. Umgeben von alten Bäumen und dem Burggraben beherbergen die historischen Gemäuer der Beningaburg ein Hotel mit Restaurant. Die Bilder der Geschlechterfolge der Beningas sind im Ahnensaal der Burg zu besichtigen.

Die Westerburg wurde nach der sächsischen Fehde nicht wieder aufgebaut.

Sankt Bartholomäus Dornum - Mit der zweitgrößten Orgel Ostfrieslands und prachtvoller Kanzel -


Die aus Feldbrandsteinen gegen Ende des 13. Jahrhunderts gebaute Einraumkirche steht auf einer über 8 m hohen Warft (künstlich aus Erde aufgeschütteter Siedlungshügel, der dem Schutz von Menschen und Tieren bei Sturmfluten diente). Durch die damaligen technischen Möglichkeiten konnte der aufgeschüttete Untergrund nur unzureichend verdichtet werden und eignete sich dahert häufig nicht als Fundament für das gesamte Kirchengebäude. Aus diesem Grund ging man dazu über, Kirchenschiff und Glockenturm in größerem Abstand voneinander getrennt zu errichten. Beim Absinken der einen Gebäudesektion konnte so eine Destabilisierung der anderen weitestgehend vermieden werden.

Das Innere der Kirche hat die Familie von Closter gestiftet, die über 200 Jahre in Dornum residierte. Sehenswert sind die aus dem Jahr 1663 errichtete prachtvolle Kanzel, der Hochalter. Das Innere der Kirche besticht durch seine prächtige Ausstattung mit zahlreichen Emporen, den Herrenstühlen der alten Häuptlingsfamilien von Closter und Kankena, mit kostbaren Grabsteinen und Epitaphen und der reich verzierten Kanzel. Für ostfriesische Verhältnisse eher ungewöhnlich ist die Farbgebung des Innenraums, die den barocken Gesamteindruck des Kirchenraums stark hervorhebt.

Noch aus der Erbauungszeit der Kirche stammt der Taufstein aus Baumberger Sandstein mit einem Fries aus Weinranken und sechs Rundbogenarkaden. Zu den zahlreichen Grabplatten gehören die des Haro von Closter († 1568) und Gerhard II. von Closter († 1594), deren ganzfigurige Reliefs in dem belgischen Syenit hineingearbeitet wurden.

Prunkstück ist die 1997/98 renovierte Orgel. Sie wurde 1710/11 von dem Orgelbauer Gerhard von Holy, einem Schüler Arp Schnitgers geschaffen. Mit 32 Registern und 1770 Pfeifen ist sie die zweitgrößte historische Orgel Ostfrieslands und ist als "Instrument von Europäischer Bedeutung" eingestuft.

Die Häuptlingsgruft von Sankt Bartholomäus in Dornum - Im Grabkeller unter der Kirche befindet sich das Erbbegräbnis der Dornumer Häuptlinge.

Die Synagoge von Dornum

Die ehemalige Synagoge in Dornum ist die einzige weitgehend im Originalzustand erhaltene Ostfrieslands. Die Jüdische Gemeinde Dornum nutzte sie von 1841 bis zum 7. November 1938. Die letzten jüdischen Bewohner verließen Dornum 1940. Heute dient das Gebäude als Gedenkstätte und jüdisches Museum. Träger ist der Förderverein Synagoge Dornum.


Erstmals wird eine Synagoge in Dornum um 1730 erwähnt. Die heute noch erhaltene Synagoge in Dornum ließ die örtliche Gemeinde 1841 erbauen. Das Geld hierfür nahmen die Dornumer Juden bei einem christlichen Geldverleiher auf, wobei Häuser und Wertgegenstände der jüdischen Familien als Sicherheit angegeben wurden. In den folgenden fast 100 Jahren modernisierte die Gemeinde das Gebäude mehrfach. So erhielt die Synagoge im Jahre 1920 elektrisches Licht. Eine Heizung wurde jedoch nie eingebaut. Dies stellte in den Wintermonaten ein Problem dar, da der Boden nur aus gestampften Lehm bestand. In den Folgejahren verließen viele Juden den Ort aus wirtschaftlichen Gründen. Der Machtantritt der Nationalsozialisten verstärkte diesen Trend noch. Ende 1933 hatte bereits ein Drittel der Juden Dornum verlassen. Im August 1933 wurde die Hohe Straße, an der die Synagoge und viele jüdische Wohnungen lagen, in Adolf-Hitler-Straße umbenannt. Nach 1933 wurde die Synagoge in Dornum kaum noch genutzt, da die erforderliche Zahl von zehn männlichen Gottesdienstbesuchern für eine Minjan nicht mehr erreicht wurde. Wilhelm Rose, der letzte Gemeindevorsteher, verkaufte die Synagoge schließlich am 7. November 1938 für 600 Reichsmark an den örtlichen Tischlermeister August Teßmer, dessen Haus unmittelbar an das Synagogengebäude grenzte. Dieser nutzte das Gebäude fortan als Möbellager. Den Verkaufserlös, der für den jüdischen Hilfsverein bestimmt war, überwies Rose an das Landesrabbinat Emden. Während der Novemberpogrome 1938 drangen örtliche SA- und SS-Mitglieder in das Gebäude ein und entwendeten Einrichtungsgegenstände, die sie anschließend auf dem Marktplatz verbrannten.

Dienstag, 8. Juni 2021

Die Burgen und Kirchen von Dornum in Ostfriesland


Dornum hat zwei Burgen, die ältere, die Beningaburg oder Osterburg und die Neue Burg oder Norderburg.

Beninga Burg: Die Beningaburg/Osterburg wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Malerisch umgeben von einem Wassergraben und alten Bäumen befindet sie sich im historischen Ortskern von Dornum. Im heutigen Ahnensaal der Burg hängen farbige Reproduktionen der Porträts der Häuptlingsfamilie Beninga, die die Geschichte der Burg maßgeblich prägte. Heute beherbergt die Beningaburg ein Hotel, eine Burgkellerkneipe und ein Restaurant.

Wasserschloss/Norderburg: Höhepunkt jeder kulturellen Sightseeing-Tour durch die Herrlichkeit Dornum ist das barocke Wasserschloss/Norderburg im historischen Ortskern des verträumten, kleinen Städtchens. Die Norderburg wurde im 14. Jahrhundert von Häuptling Hicko Kankena erbaut. Im 17. Jahrhundert baute Haro Joachim von Closter die Burg zu einer Vierflügelanlage mit Vorburg aus. Der Herrlichkeitsbesitzer hat das Schloss mit besonderen Portalen, Giebeldreiecken und Wappen verwandter Familien sowie Skulpturen und Sinnsprüchen ausgestattet. Der wunderschön restaurierte Rittersaal ist mit einer umlaufenden Galerie versehen. Die Decke ist mit figürlichen und ornamentalen Malereien geschmückt. Ölgemälde an den Wänden zeigen die Familie von Closter und deren Verwandte.


Auf der Norderburg ereignete sich 1397 das wohl bekannteste – und auch literarisch verarbeitete – Familiendrama der ostfriesischen Geschichte: Der Sohn des Erbauers der Norderburg, Lütet, erschlug – angeblich auf Anraten seiner Schwiegermutter – seine Gemahlin Ocka wegen angeblicher Untreue und Aufsässigkeit. Daraufhin zeigte sich die Schwiegermutter Foelke Kampana, Ehefrau des Häuptlings Ocko II. tom Brok und im Volksmund die „Quade Foelke“ genannt, von ihrer starken Seite und übernahm kurzerhand die Burg. Sowohl Lütet als auch sein Vater wurden auf Befehl der Schwiegermutter enthauptet.

Sankt Bartholomäus in Dornum und Sankt Matthäus in Resterhafe

Sankt Bartholomäus Dornum - Mit der zweitgrößten Orgel Ostfrielsands und prachtvoller Kanzel - Die aus Feldbrandsteinen gegen Ende des 13. Jahrhunderts gebaute Einraumkirche steht auf einer über 8 m hohen Warft (künstlich aus Erde aufgeschütteter Siedlungshügel, der dem Schutz von Menschen und Tieren bei Sturmfluten diente). Durch die damaligen technischen Möglichkeiten konnte der aufgeschüttete Untergrund nur unzureichend verdichtet werden und eignete sich dahert häufig nicht als Fundament für das gesamte Kirchengebäude. Aus diesem Grund ging man dazu über, Kirchenschiff und Glockenturm in größerem Abstand voneinander getrennt zu errichten. Beim Absinken der einen Gebäudesektion konnte so eine Destabilisierung der anderen weitestgehend vermieden werden.

Das Innere der Kirche hat die Familie von Closter gestiftet, die über 200 Jahre in Dornum residierte. Sehenswert sind die aus dem Jahr 1663 errichtete prachtvolle Kanzel, der Hochalter. Das Innere der Kirche besticht durch seine prächtige Ausstattung mit zahlreichen Emporen, den Herrenstühlen der alten Häuptlingsfamilien von Closter und Kankena, mit kostbaren Grabsteinen und Epitaphen und der reich verzierten Kanzel. Für ostfriesische Verhältnisse eher ungewöhnlich ist die Farbgebung des Innenraums, die den barocken Gesamteindruck des Kirchenraums stark hervorhebt.

Noch aus der Erbauungszeit der Kirche stammt der Taufstein aus Baumberger Sandstein mit einem Fries aus Weinranken und sechs Rundbogenarkaden. Zu den zahlreichen Grabplatten gehören die des Haro von Closter († 1568) und Gerhard II. von Closter († 1594), deren ganzfigurige Reliefs in dem belgischen Syenit hineingearbeitet wurden.

Prunkstück ist die 1997/98 renovierte Orgel. Sie wurde 1710/11 von dem Orgelbauer Gerhard von Holy, einem Schüler Arp Schnitgers geschaffen. Mit 32 Registern und 1770 Pfeifen ist sie die zweitgrößte historische Orgel Ostfrieslands und ist als "Instrument von Europäischer Bedeutung" eingestuft.

Die Häuptlingsgruft von Sankt Bartholomäus in Dornum - Im Grabkeller unter der Kirche befindet sich das Erbbegräbnis der Dornumer Häuptlinge.


Sankt Mathäus in Resterhafe (Dornum) - 1260/70

Südlich von Dornum - im Ortsteil Schwittersum - steht diese kleine Kirche auf einer 5 m hohen Warft. In ihrer kargen, schlicht gehaltenen Innenausstattung strahlt sie etwas Mythisches aus. Der von zwei Reihen einfacher Holzbänke flankierte Mittelgang führt auf den Chorraum. Eine Seltenheit in Ostfriesland: Er besitzt eine holzgearbeitete Schranke, den sogenannten Lettner, der ihn vom Kirchenschiff trennt.

Der protestantische Flügelaltar mit seinen Inschriften wurde im 17. Jahrhundert geschaffen. Er ist vom reformatorischen Bildersturm geprägt. In Norddeutschland traten daran anschließend im 16. und 17. Jahrhundert in den reformierten, aber auch lutherischen Kirchen Schriftaltäre an die Stelle der mittelalterlichen Bildwerke. Auf seinen Flügeln führt er rechts das Glaubensbekenntnis und links die Zehn Gebote auf. Die Kreuzigungsdarstellung in seinem zentralen Feld wurde erst 1830 hinzugefügt. Sie wurde von dem in Resterhafe amtierenden Pastor Kittel gemalt und geht auf das Vorbild des Altargemäldes der St.-Bartholomäus-Kirche in Dornum zurück, das seinerseits eine Kopie eines Werks des flämischen Malers Anthonis van Dyck ist. Eine Wappentafel krönt den Altar.





Donnerstag, 8. August 2019

Friesische Burgen und Schlösser

Die Norderburg in Dornum

Beningaburg und Norderburg in Dornum

Bereits um 1400 gab es in Dornum drei Häuptlingsburgen, die Westerburg, Norderburg und die Osterburg – die spätere Beningaburg. Die Norderburg wurde ebenso wie die Beningaburg wahrscheinlich im 14. Jahrhundert erbaut. Bauherr war vermutlich Olde Hero von Dornum, dessen Sohn und Erbe Lütet mit Ocka tom Brok verheiratet war. Auf der Norderburg ereignete sich 1397 das wohl bekannteste – und auch literarisch verarbeitete – Familiendrama der ostfriesischen Geschichte: Der Sohn des Erbauers der Norderburg, Lütet, erschlug – angeblich auf Anraten seiner Schwiegermutter – seine Gemahlin Ocka wegen angeblicher Untreue und Aufsässigkeit. Daraufhin zeigte sich die Schwiegermutter Foelke Kampana, Ehefrau des Häuptlings Ocko II. tom Brok und im Volksmund die „Quade Foelke“ genannt, von ihrer starken Seite und übernahm kurzerhand die Burg. Sowohl Lütet als auch sein Vater wurden auf Befehl der Schwiegermutter enthauptet.


Zur Geschichte des Burgenbaus in Ostfriesland siehe diesen Artikel.

Die Evenburg in Leer - Die Evenburg ist ein Wasserschloss im Leeraner Ortsteil Loga unweit der Leda.


Bereits im Jahr 1642 wurde die erste Evenburg als barockes Wasserschloss von Oberst Erhard Reichsfreiherr von Ehrentreuter erbaut. Das aufwendig gestaltete Hauptgebäude ist auf einer Schlossinsel, die von einem breiten Wassergraben umgeben ist, errichtet worden. Abbildungen zeigen es als zweigeschossigen Backsteinbau mit beidseitig niedrigeren Anbauten auf einem Kellergeschoss. Die sehr qualitätsvolle Gestaltung im Stil des Niederländischen Klassizismus ist mit Bauten der bekannten niederländischen Architekten der Mitte des 17. Jahrhunderts wie Jakob van Campen, Philips Vingboons oder Pieter Post vergleichbar. Das Schloss benannte der Erbauer nach seiner Gattin Eva von Ungnad —„Evenburg“. Nur eine Generation später gingen die Besitztümer 1690 durch Heirat auf die Grafen von Wedel über. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Vorburg errichtet. Es handelte sich ursprünglich um einen hufeisenförmigen Gebäudekomplex, der bis zum heutigen Tag in Teilen erhalten blieb. Das Portalgewände trägt die Jahreszahl 1650, die Tordurchfahrt wurde 1703 eingefügt.

Mitte des 19. Jahrhunderts war das Schloss für die Bedürfnisse der Bewohner zu klein und unmodern geworden. Carl Georg Graf von Wedel beauftragte den Hannoveraner Architekten Richard Stüve das Schloss Evenburg zu erweitern und umzubauen.

In den 1930er Jahren verlegten die von Wedels ihren Hauptwohnsitz nach Schloss Gödens, wo die Familie bis heute wohnt.


Burg Kniphausen in Fedderwarden (Wilhelmshaven)


Die Burg Kniphausen in Fedderwarden im Stadtgebiet von Wilhelmshaven in Niedersachsen wurde 1438 gebaut und hatte schließlich „das typische Bild eines Adelssitzes der Spätrenaissance“. 1666/67 wurde sie zur Festung mit vier Eckbastionen ausgebaut. Die Burg war lange Zeit Mittelpunkt und Regierungssitz der Herrlichkeit oder Herrschaft Kniphausen. Heute existiert von der ursprünglichen Burg nur noch der ehemalige Marstall mit dem Treppenturm und ein Torhaus. Die Burg liegt auf dem Gebiet der Stadt Wilhelmshaven und befindet sich in Privatbesitz. Lediglich der sogenannte Ahnensaal und einige Nebenräume gehören der „Stiftung Burg Kniphausen“, die diese für Kulturveranstaltungen und Ausstellungen zur Verfügung stellt.

Die Herrschaft Kniphausen, bis ins 17. Jahrhundert auch Herrlichkeit von In- und Kniphausen genannt, war als reichsunmittelbares Territorium ein Teil Frieslands und wurde von friesischen Häuptlings- und Adelsfamilien regiert. Sie lag in der Östringer Marsch, am Stadtrand und zum Teil auf dem heutigen Stadtgebiet von Wilhelmshaven. Die Herrlichkeit entstand gegen Ende des 15. Jahrhunderts. Erster Herr war der friesische Häuptling Fulf (auch Folef) von In- und Kniphausen (etwa 1465–1530/31), der durch Erbschaft in den Besitz der Burgen Inhausen und Kniphausen gelangte. Zu dieser Zeit umfasste die Herrlichkeit eine Fläche von etwa 45 km² mit den Kirchspielen Fedderwarden, Sengwarden und Accum.

Das Grabmal für den Häuptling Tido von Inn- und Kniphausen († 18. Februar 1565) und seine Frau Eva von Renneberg († 1579) befindet sich in der Kirche von Accum (siehe dazu diesen Artikel).

Mittwoch, 7. August 2019

Burgen in Ostfriesland


Häuptlingsburgen in Ostfriesland


Herrschaft und Wehrbau nahmen in Ostfriesland eine grundlegend andere Entwicklung als anderswo in Mitteleuropa. So konnte sich weder ein flächendeckendes Herrschaftssystem etablieren noch akzeptierten die Ostfriesen vor dem 15. Jahrhundert die gegenständlichen Attribute von Ritterschaft und Adel. Dagegen sah die ostfriesische Gesellschaftsstruktur Grundbesitz als Eigentum vor. Als eigenständiger Baustil hat sich dabei das Steinhaus als ostfriesische Variante des Donjon herausgebildet, von denen in der Region jedoch nur wenige erhalten blieben. Die meisten Burgen wurden nach dem Übergang Ostfrieslands an Preußen (1744) zerstört, andere zu Schlössern ausgebaut. Charakteristisch für Ostfriesland sind Burgen aus Backstein, die auf Warften errichtet wurden.

Über Jahrhunderte konnten sich in Friesland keine adeligen Strukturen durchsetzen, während in Europa die Feudalherren regierten. Gegen Ende der Karolingerzeit entstand ein Verbund zunehmend von den herrschaftlichen Gruppen im Kernland des Frankenreichs abgekoppelter Bezirke, den Landesgemeinden, die sich symbolisch als die Sieben Seelande bezeichneten. In dieser antifeudalistischen Stimmung wurde der gerüstete Ritter, der "sareda riddere" zum Feindbild schlechthin, dem die Friesen ihr Selbstbild in einem mit Lanze oder Schwert sowie Rundschild bewaffneten Fußkrieger entgegenstellten. Dementsprechend war ihnen die Burg als Ausdruck des Feudalismus verhasst und der Bau einer solchen dem Einzelnen verboten.

Der Upstalsboom bei Aurich, das Symbol der "Friesischen Freiheit"

Eala freya fresena! – Willkommen, ihr freien Friesen!

Der Upstalsboom (niederländisch Opstalboom, altfriesisch Opstallisbaem) war während der Zeit der Friesischen Freiheit im 13. und 14. Jahrhundert die Versammlungsstätte der Abgesandten der friesischen Landesgemeinden, der Sieben Seelande, westlich der heutigen Stadt Aurich. Sie regelten dort das Zusammenleben innerhalb der Landesgemeinden und vertraten den Bund politisch nach außen. Seit 1833 erinnert eine Steinpyramide an diese Zusammenkünfte. In der Zeit des Nationalsozialismus sollte das Gelände zu einem Thingplatz umgestaltet werden. Diese Pläne kamen aber nicht mehr zur Ausführung, so dass das Aussehen des Geländes seit 1879 weitgehend unverändert ist. Heutige Eigentümerin des Areals ist die Ostfriesische Landschaft.


Die Bezeichnung Sieben Friesische Seelande (kurz auch nur Sieben Seelande) ist eine symbolische Beschreibung für die Mitglieder des mittelalterlichen Upstalsboom-Bundes zu Zeiten der friesischen Freiheit. Die Zahl Sieben stellt dabei keinesfalls die tatsächliche Anzahl der freien friesischen Lande dar, sondern symbolisiert die Gesamtheit der Frieslande, auch Gesamt-Friesland ("Tota Frisia") genannt. In der Realität gehörten je nach aktueller politischer Entwicklung bis zu drei Dutzend selbstständige friesische Gemeinwesen zwischen Zuidersee und Weser dem Bund an.

Die ersten Burganlagen entstanden wohl am Rande der Landesgemeinden und wurden von diesen zur Verteidigung gegen ihre Nachbarn errichtet.

Ab dem 13. Jahrhundert zerfiel die Friesische Freiheit zusehends. Die Entwicklung verlief dabei in den einzelnen Landesgemeinden höchst unterschiedlich. Während einige bereits früh in die Abhängigkeit lokaler Familien gerieten, bewahrten sich andere noch ihre republikanische Verfassung.

Vor allem in den Marschengebieten sorgte das Zusammentreffen von Handel und Landwirtschaft an Orten mit direktem Meereszugang dafür, dass einzelne Geschlechter so viel Macht anhäuften, dass sie sich bereits im 13. Jahrhundert über das Verbot des Baues von Burgen und Steinhäusern hinwegsetzen konnten. Im weiteren Verlauf des 14. Jahrhunderts sorgten Ereignisse wie etwa der Ausbruch der Pest und große Sturmflutkatastrophen für eine weitere Destabilisierung der Verhältnisse. Dabei konnten die besitzenden Familien die Schäden wohl eher verkraften als ärmere Familien und wurden so immer mächtiger. Schließlich schufen sie ein Herrschaftssystem, in dem sie als "Häuptlinge" (hovedlinge) die Macht über mehr oder weniger weite Gebiete an sich rissen. Im Verlauf des 14. Jahrhunderts entwickelten sich unter den einzelnen Häuptlingsfamilien Fehden, die bis zu kriegerischen Auseinandersetzungen geführt wurden.

Und im Zuge dieser Fehden entstanden nun Burgen als Wehranlagen.

Erst der Aufstieg der Cirksena um 1430, als Edzard Cirksena sich als Anführer eines Bundes der Freiheit durchgesetzt hatte, beendete diese von lang anhaltenden Fehden geprägte Phase, zugleich aber auch die Sonderstellung der regionalen Gesellschaftsverfassung. Ulrich Cirksena, ein Angehöriger eines der letzten einflussreichen Häuptlingsgeschlechter, wurde 1464 von Kaiser Friedrich III. in den Reichsgrafenstand erhoben und mit Ostfriesland als Reichsgrafschaft belehnt.


Manningaburg in Pewsum, Osterburg in Groothusen und Burg Berum bei Hage

Mit der Etablierung der Cirksena-Herrschaft ließ die Bedeutung der Burgen als Verteidigungsbauten nach. Dagegen steigerte sich das Bedürfnis der adelsähnlichen ostfriesischen Oberschicht, repräsentative Gebäude zu errichten. Viele Steinhäuser wurden danach durch ein-, zumeist zweigeschossige schmale, aber lange Saalbauten abgelöst. Den Anfang markiert die Osterburg in Groothusen, die nach ihrer Zerstörung um 1490 neu errichtet wurde. An Stelle des alten Steinhauses entstand dabei ein zweigeschossiger Bau. Mit den Saalbauten, die eher einen repräsentativen als wehrhaften Charakter hatten, wurde die Entwicklung zu mehrflügeligen Wasserburgen und Schlössern neuerer Zeit eingeleitet.

So bauten die ärmeren Adeligen ihre Häuser zu Dreiflügelanlagen aus, indem sie den Saalbauten für landwirtschaftliche Zwecke eine Gulfscheune (so etwa bei der Osterburg in Groothusen) sowie ein Trakt mit Wohn- und Wirtschaftsräumen anfügten. Die einflußreichsten Geschlechter errichteten dagegen schlossähnliche Vierflügelanlagen mit einem kleinen Innenhof (Beispiel: Die Norderburg in Dornum). Nahezu alle dieser Bauten sind mit Graften umgeben.

Die Norderburg in Dornum sieht man u.a. im folgenden Video:




Mittwoch, 26. Juni 2019

Dornum und Dornumersiel

Die Bockwindmühle von Dornum

In der Mitte Ostfrieslands, direkt an der Nordseeküste liegt die Feriengemeinde Dornum mit dem Nordseebad Dornumersiel, dem Küstenbadeort Neßmersiel und der Herrlichkeit Dornum.

Zum herausragenden kulturellen Besitz in der Gemeinde zählen die Orgel der St.-Bartholomäus-Kirche von Gerhard von Holy sowie zwei Burgen im Hauptort Dornum. In der Gemeinde ist außerdem die älteste Mühle Ostfrieslands (erbaut 1626) zu finden.

Dornum ist der Geburtsort von Miene Schönberg, nach ihrer Auswanderung in die USA bekannt geworden als Minnie Marx, Mutter der Marx Brothers. Auch ihr Bruder Al Shean (geboren als Albert Schönberg) stammt aus Dornum: Er war Komödiant und darüber hinaus Wegbereiter für den Erfolg der Marx Brothers.


Von den ursprünglich drei auf dem Gemeindegebiet errichteten Burgen sind zwei bis in die heutige Zeit erhalten geblieben. Die Beningaburg soll der Legende nach zwischen 1375 und 1380 von Häuptling Olde Hero Attena (von Dornum) als Wasserburg errichtet worden sein. Sie wurde in der Sächsischen Fehde zerstört, anschließend aber wieder aufgebaut. Durch Heirat fiel sie später an die Familie Beninga, die dem Bauwerk ihren Namen gab. Heute befindet sich in dem Bauwerk ein Restaurant. Im Ahnensaal der Burg sind historische Gemälde der Beningas zu besichtigen. Das Wasserschloss in Dornum, die Norderburg, wurde ebenso wie die Beningaburg wahrscheinlich im 14. Jahrhundert von Olde Hero von Dornum erbaut. Die Norderburg wurde 1514 – wie auch die übrigen Dornumer Burgen – im Zuge der Sächsischen Fehde zerstört, 1534 wieder aufgebaut. Ein Turm wurde in der Mitte des 17. Jahrhunderts angefügt. In den Jahren 1698 bis 1706 wurde das Schloss gründlich umgebaut.

In der Gedenkstätte Synagoge Dornum ist eine Dauerausstellung zum jüdischen Leben in Ostfriesland untergebracht. Sie gliedert sich in die Bereiche „Geschichte“, „Kultur“ und „Religion“. Die Synagoge ist das einzige jüdische Gotteshaus in Ostfriesland, das nicht in der Reichspogromnacht zerstört wurde, da es bereits ein Jahr zuvor profaniert worden war. Die Synagoge in Dornum ist die einzige erhaltene und öffentlich zugängliche in Ostfriesland.


Der jüdische Friedhof


Sankt Bartholomäus

Die evangelisch-lutherische Bartholomäus-Kirche steht in der ostfriesischen Stadt Dornum und wurde Ende des 13. Jahrhunderts auf einer Warft errichtet.


Die Backsteinkirche wurde um 1270 bis 1290 auf einer acht Meter hohen Wurt als rechteckige Saalkirche gebaut. An der Ostwand und teilweise an der Südwand sind die Granitfundamente sichtbar.

Der Innenraum wird heute von einem hohen Holztonnengewölbe abgeschlossen. Die reiche Ausstattung wurde zum großen Teil von Haro Joachim von Closter, Frey- und Edler Herr zu Dornum und Petkum und Schlossherr auf Norderburg, gestiftet. Hierzu gehört das bis zur Holzdecke reichende prachtvolle Altarretabel, das Hinrich Cröpelin im Jahr 1683 schuf.

Noch aus der Erbauungszeit der Kirche stammt der Taufstein aus Baumberger Sandstein mit einem Fries aus Weinranken und sechs Rundbogenarkaden.

Im Grabkeller unter der Kirche befindet sich das Erbbegräbnis der Dornumer Häuptlinge.

Die Orgel des Schnitger-Schülers Gerhard von Holy von 1710/11 gehört zu den bedeutendsten erhaltenen Barockorgeln in Norddeutschland.

Dornumersiel ist ein Ortsteil der Gemeinde Dornum in Ostfriesland. Dornumersiel liegt unmittelbar an der Nordseeküste.


Der Sielort ist einer der ältesten Häfen an der ostfriesischen Küste. Die Besiedelung des Ortes begann wahrscheinlich im 15. Jahrhundert. Nachdem in der St.-Peters-Flut am 22. Februar 1651 ein an der Küste gelegener Sielort, das später so genannte Altensiel, zerstört wurde, wurden 1653 unmittelbar nebeneinander das Dornumer und das Westeraccumer Siel angelegt. Einst trennte hier die Grenze Ostfriesland und das Harlingerland. Die beiden Orte Dornumersiel und Westeraccumersiel konnten erst nach Eindeichung der Polder entstehen. Eine erste urkundliche Erwähnung des Dorfes datiert auf das Jahr 1684. 1717 wurden sie durch die Weihnachtsflut fast vollständig vernichtet. Heute ist Dornumersiel ein Küstenseebad.

Samstag, 28. April 2018

Dornum, ein Schatzkästlein in Ostfriesland


"Eala frya Fresena!", "Seid gegrüßt, freie Friesen!", so lautete der mittelalterliche Gruß der Friesen, den man auch heute noch im Ostfrieslandwappen lesen kann. Mit starken Burgen erwehrten sich die friesischen Häuptlinge der Angriffe der Normannen und der territorialen Begehrlichkeiten westfälischer und sächsischer Grafen. Ein typisches Beispiel ist die Beningaburg in Dornum. Die Beningaburg oder Osterburg wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Malerisch umgeben von einem Wassergraben und alten Bäumen befindet sie sich im historischen Ortskern von Dornum. Im heutigen Ahnensaal der Burg hängen farbige Reproduktionen der Porträts der Häuptlingsfamilie Beninga, die die Geschichte der Burg maßgeblich prägte. Heute beherbergt die Beningaburg ein Hotel Das Wahrzeichen des Ortes aber ist die Norderburg, einst ausschließlich zu Repräsentationszwecken errichtet. Die Norderburg wurde im 14. Jahrhundert von Häuptling Hicko Kankena erbaut. Im 17. Jahrhundert baute Haro Joachim von Closter die Burg zu einer Vierflügelanlage mit Vorburg aus. Der Herrlichkeitsbesitzer hat das Schloss mit besonderen Portalen, Giebeldreiecken und Wappen verwandter Familien sowie Skulpturen und Sinnsprüchen ausgestattet. Der wunderschön restaurierte Rittersaal ist mit einer umlaufenden Galerie versehen. Die Decke ist mit figürlichen und ornamentalen Malereien geschmückt. Ölgemälde an den Wänden zeigen die Familie von Closter und deren Verwandte. Heute ist dort die Realschule untergebracht und der Hauptbau dient Ausstellungszwecken. Beide Burgen sehen wir im Video.


Die Synagoge von Dornum

Sie ist die einzige erhaltene Synagoge in Ostfriesland. Wenige Tage vor der Progromnacht 1938 wurde sie an einen Tischlermeister verkauft und entging so der Brandschatzung durch die Nationalsozialisten. Jedoch wurden die Fensterscheiben eingeschlagen und das Inventar auf dem Marktplatz verbrannt. 1991 wurde die Synagoge restauriert und dient heute als Gedenkstätte und Museum der jüdischen Kultur.


Der jüdische Friedhof von Dornum


Sankt Bartholomäuskirche

Die gegen Ende des 13. Jahrhunderts erbaute Einraumkirche steht auf einer über 8 m hohen Warft. Sehenswert sind die prachtvolle Kanzel, der Hochaltar, die Emporen und Grabplatten. Prunkstück ist die Orgel des ostfriesischen Orgelbauers Gerhard von Holy. Mit 32 Registern und 1770 Pfeifen ist sie die zweitgrößte historische Orgel Ostfrieslands. Eine Bodentür vor dem Hochaltar birgt einen weiteren kulturhistorischen Schatz, die Kirchengruft. In der Krypta wurden zwischen 1595 und 1728 Angehörige der Herrschaftsfamilie von Closter bestattet. Acht der zwölf Särge konnten rekonstruiert und restauriert werden.


Sonntag, 1. Oktober 2017

Dornum in Ostfriesland. Burgen, Synagoge und Kirche


Dornum hat zwei Burgen, die ältere, die Beningaburg oder Osterburg und die Neue Burg oder Norderburg.

Beningaburg und Norderburg in Dornum - 30-09-2017 from Franz Roth on Vimeo.


Wasserschloss/Norderburg: Höhepunkt jeder kulturellen Sightseeing-Tour durch die Herrlichkeit Dornum ist das barocke Wasserschloss/Norderburg im historischen Ortskern des verträumten, kleinen Städtchens. Die Norderburg wurde im 14. Jahrhundert von Häuptling Hicko Kankena erbaut. Im 17. Jahrhundert baute Haro Joachim von Closter die Burg zu einer Vierflügelanlage mit Vorburg aus. Der Herrlichkeitsbesitzer hat das Schloss mit besonderen Portalen, Giebeldreiecken und Wappen verwandter Familien sowie Skulpturen und Sinnsprüchen ausgestattet. Der wunderschön restaurierte Rittersaal ist mit einer umlaufenden Galerie versehen. Die Decke ist mit figürlichen und ornamentalen Malereien geschmückt. Ölgemälde an den Wänden zeigen die Familie von Closter und deren Verwandte.

Besichtigung und Öffnungszeiten des Wasserschloss Dornum: Die Schlossanlage wird heute als Realschule genutzt. Im Schloss ist nur der Rittersaal im Rahmen einer Ortsführung zu besichtigen. Eine Besichtigung des Schlossplatzes (Vorburg) ist montags bis donnerstags ab 15:30 Uhr, freitags ab 13:30 Uhr und am Wochenende und in den Nds.-Ferien ganztägig möglich.

Veranstaltungen im Wasserschloss Dornum: Zahlreiche Veranstaltungen finden sowohl im Schloss als auch auf dem Schlossgelände statt, z. B. die alljährlichen Ritterspiele, die Dornumer Kunsttage, Kunsthandwerkermärkte und Konzerte.

Adresse:
Wasserschloss/Norderburg
Schloßstraße 3
26553 Dornum
Telefon: 04933-91110

Beninga Burg: Die Beningaburg/Osterburg wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Malerisch umgeben von einem Wassergraben und alten Bäumen befindet sie sich im historischen Ortskern von Dornum. Im heutigen Ahnensaal der Burg hängen farbige Reproduktionen der Porträts der Häuptlingsfamilie Beninga, die die Geschichte der Burg maßgeblich prägte. Heute beherbergt die Beningaburg ein Hotel, eine Burgkellerkneipe und ein Restaurant. Hauptsaison (ab Ostern- Oktober): ganztägig von 11:30-21:30 ggf. länger Zwischensaison: Mo-Fr: ab 18 Uhr Sa-So 11:30- 21:30 ggf. länger

Kontakt:
Beninga Burg
Beningalohne 2
26553 Dornum
Telefon: 04933-9926810

Die Synagoge von Dornum


Sie ist die einzige erhaltene Synagoge in Ostfriesland. Wenige Tage vor der Progromnacht 1938 wurde sie an einen Tischlermeister verkauft und entging so der Brandschatzung durch die Nationalsozialisten. Jedoch wurden die Fensterscheiben eingeschlagen und das Inventar auf dem Marktplatz verbrannt. 1991 wurde die Synagoge restauriert und dient heute als Gedenkstätte und Museum der jüdischen Kultur. Öffnungszeiten: freitags bis sonntags von 15:00 - 18:00 Uhr. Gruppenführungen nach Vereinbarung.

Kontakt:
Synagoge Dornum
Murra-Regner
Kirchstraße 6
26553 Dornum
Telefon: 04933-342

St. Bartholomäuskirche


Die gegen Ende des 13. Jahrhunderts erbaute Einraumkirche steht auf einer über 8 m hohen Warft. Sehenswert sind die prachtvolle Kanzel, der Hochaltar, die Emporen und Grabplatten. Prunkstück ist die Orgel des ostfriesischen Orgelbauers Gerhard von Holy. Mit 32 Registern und 1770 Pfeifen ist sie die zweitgrößte historische Orgel Ostfrieslands. Eine Bodentür vor dem Hochaltar birgt einen weiteren kulturhistorischen Schatz, die Kirchengruft. In der Krypta wurden zwischen 1595 und 1728 Angehörige der Herrschaftsfamilie von Closter bestattet. Acht der zwölf Särge konnten rekonstruiert und restauriert werden.

Öffnungszeiten: täglich von 11:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 17:00 Uhr (außer bei besonderen Gottesdiensten wie Hochzeiten, Taufen). Der Eintritt ist frei.

Kontakt:
St. Bartholomäuskirche Dornum
Kirchstraße 19
26553 Dornum
Telefon: 04933-914060

Donnerstag, 6. Juli 2017

Ein Bummel durch Dornum


Wir starten einen Bummel durch das ostfriesische Dornum am Rande des Altortes, der und vorbei an der Alten Burg, der Beningaburg, zur Neuen Burg, der Norderburg, führt, einem Wasserschloß.


Dornum - Ostfriesland von franz-roth-tv

Auf unserem weiteren Weg besuchen wir die Synagoge, die auch dank des Einsatzes der nichtjüdischen Mitbürger in der Pogromnacht nicht zerstört worden ist.


Die Synagoge von Dornum in Ostfriesland von franz-roth-tv

Und auch der jüdische Friedhof lohnt eine Visite.


Die bekannteste Kirche im Gemeindegebiet ist die St.-Bartholomäus-Kirche in Dornum. Sie wurde in den Jahren 1270/90 auf einer Warft gebaut. Der Glockenturm aus dem 13. Jahrhundert beherbergt zwei Glocken, die ebenso alt wie der Turm sind. Im Grabkeller unter der Kirche befindet sich das Erbbegräbnis der Dornumer Häuptlinge.


Montag, 15. Mai 2017

Ein Must-See: Dornum in Ostfriesland


Am historischen Marktplatz

Dornum gehört zu unseren Lieblingsorten an der ostfriesischen Küste. Dornum ist sehr pittoresk mit seinen beiden Burgen, der Beningaburg und der Norderburg, der neuen Burg, und im Gegensatz zu den direkt an der Küste liegenden Orten auch in der Hochsaison nicht überlaufen.



Von den ursprünglich drei auf dem Gemeindegebiet errichteten Burgen sind zwei bis in die heutige Zeit erhalten geblieben. Die Beningaburg soll der Legende nach zwischen 1375 und 1380 von Häuptling Olde Hero Attena (von Dornum) als Wasserburg errichtet worden sein. Sie wurde in der Sächsischen Fehde zerstört, anschließend aber wieder aufgebaut. Durch Heirat fiel sie später an die Familie Beninga, die dem Bauwerk ihren Namen gab. Heute befindet sich in dem Bauwerk ein Restaurant. Im Ahnensaal der Burg sind historische Gemälde der Beningas zu besichtigen.

Das Wasserschloß in Dornum (Bilder oben), die Norderburg, wurde ebenso wie die Beningaburg wahrscheinlich im 14. Jahrhundert von Olde Hero von Dornum erbaut. Die Norderburg wurde 1514 – wie auch die übrigen Dornumer Burgen – im Zuge der Sächsischen Fehde zerstört, 1534 wieder aufgebaut. Das Gemäuer wechselte in den folgenden Jahrhunderten mehrfach den Besitzer. 1942 ging das Schloss schließlich in staatliches Eigentum über. 1951 wurde die Norderburg in eine Realschule umgewandelt. Die Räumlichkeiten des Bauwerks mit dem restaurierten zweigeschossigen Rittersaal, der unter anderem zwei Familienporträts der einst hier residierenden Häuptlingsfamilie von Closter beherbergt, sind nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen. In den Sommerferien wird das Schloss für Ausstellungen, Konzerte und Ritterspiele genutzt. Wegen des Schulbetriebs sind Besichtigungen zu bestimmten Zeiten möglich.

Nicht mehr erhalten ist die in der Sächsischen Fehde zerstörte Westerburg. Sie wurde als einzige nicht wiedererrichtet.


In der Gedenkstätte Synagoge Dornum ist eine Dauerausstellung zum jüdischen Leben in Ostfriesland untergebracht. Sie gliedert sich in die Bereiche „Geschichte“, „Kultur“ und „Religion“. Die Synagoge ist das einzige jüdische Gotteshaus in Ostfriesland, das nicht in der Reichspogromnacht zerstört wurde, da es bereits ein Jahr zuvor profaniert worden war. Die Synagoge in Dornum ist die einzige erhaltene und öffentlich zugängliche in Ostfriesland.

Dornum im Video:


Zu den international bekanntesten Personen aus Dornum gehören Miene Schönberg (bekannt als Minnie Marx, 1865–1929), die Mutter der Marx Brothers, und ihr Bruder Albert Schönberg (bekannt als Al Shean, 1868–1949), mit dessen Hilfe die fünf Brüder ins Showgeschäft gelangten.

Samstag, 10. Mai 2014

Dornum in Ostfriesland



Die Beningaburg (alte Burg, deswegen auch schön nostalgisch in der Darstellung) und die Norderburg (neue Burg aus der Barockzeit) gehören zu Dornums Wahrzeichen.


Dornum in Ostfriesland by Franz Roth


Dornum in Ostfriesland. Der Ort hat zwei Burgen, einen alten jüdischen Friedhof und eine Windmühle. Die Gastronomie ist ausgezeichnet. Ein idyllischer und malerisches kleines Dorf zum Urlaub machen an der Nordseeküste.