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Mittwoch, 30. März 2022

Ostpreußen und Bayern

Schloß Ellingen

Seit 1216 gehörte Ellingen dem Deutschen Orden und war Residenz des Landkomturs der Ballei Franken. Sie war die mächtigste der 13 Provinzen (Balleien) im Deutschen Orden und deshalb stellte das kleine Ellingen ehemals das Zentrum einer weitgespannten Territorial- und Wirtschaftsmacht dar.


Ab 1718 entstand der barocke Schlossneubau unter dem Architekten Franz Keller. 1775 erfolgten durch den französischen Baumeister Pierre Michel d’Ixnard (1723–1795) Umbauten im Stil des frühen Klassizismus. Carl Philipp Fürst von Wrede ließ schließlich 1815 einige Raumfluchten mit kostbaren Seiden- und Papiertapeten, Möbeln, Glas und Bronzen aus Paris neu ausstatten. Diese Räume zählen mit den Stuckaturen und Möbeln d‘Ixnards zu den bedeutendsten Raumkunstwerken des Klassizismus in Bayern.

Das Kulturzentrum Ostpreußen leistet im Westflügel des barocken Ellinger Deutschordensschlosses einen wirkungsvollen Beitrag zur Bewahrung und Pflege des ostpreußischen Kulturerbes.

Gastronomie: Fürst Carl Bräustüberl


Schloß Schleißheim in Oberschleißheim bei München

Im Alten Schloß in Schleißheim hat die Ost- und Westpreußenstiftung in Bayern e.V. ihren Sitz.


Die Schlossanlage Schleißheim liegt in der Gemeinde Oberschleißheim im Landkreis München. Es handelt sich um einen Komplex von drei einzelnen Schlossbauten des 17. und 18. Jahrhunderts, die durch eine großzügige Gartenanlage axial miteinander verbunden sind. Das Areal umfasst das westlich gelegene Alte Schloss Schleißheim, das benachbarte Neue Schloss Schleißheim und das am Ostende des Parks gelegene Schloss Lustheim. Das Gebäudeensemble wurde von den bayerischen Kurfürsten als Sommerresidenz errichtet, die Anlage blieb jedoch unvollendet.

Schleißheim gehört neben Schloss Nymphenburg zu den größten Residenzen im Münchner Raum und wird zu den bedeutendsten Barockanlagen Deutschlands gezählt. Die Schlossanlage ist Teil der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen. Alle drei Schlösser und der Park können besichtigt werden.

Das Neue Schloss Schleißheim wurde im Auftrag des Kurfürsten Max Emanuel (reg. 1679-1726) erbaut. Der bayerische Herzog konnte sich an der Wende zum 18. Jahrhundert Hoffnungen auf die Kaiserwürde machen und versuchte, seinen Status mit einem Residenzbau nach französischen Vorbild zu unterstreichen. Das monumentale Neue Schloss wurde ab 1701 nach Plänen von Enrico Zuccalli errichtet, die Bauarbeiten kamen infolge des Spanischen Erbfolgekrieges jedoch 1704 zum Erliegen, die politischen Ziele des Kurfürsten scheiterten und er ging ins Exil. Die Wiederaufnahme der Bauarbeiten erfolgte nach der Rückkehr Max Emanuels 1715. Erst ab 1719 wurden die Fassade und die inneren Raumdekorationen nach Plänen von Joseph Effner ausgeführt. Von der ursprünglichen Absicht, eine vierflügelige barocke Residenz unter Einbeziehung des Alten Schlosses zu errichten, musste aufgrund der prekären Finanzlage des Bauherrn Abstand genommen werden und so wurde bis zum Tode des Kurfürsten 1726 – nach mehrfacher Reduzierung der Pläne – nur der Hauptbau fertig gestellt.

Festung Wülzburg bei Weißenburg in Bayern (Hohenzollernfestung Wülzburg)

Oberhalb von Weißenburg, auf der mit 630 Metern höchsten Bergkuppe der südlichen Frankenalb, liegt die alte ansbachische Hohenzollernfestung Wülzburg. Ein eindrucksvolles und einzigartiges Denkmal des Renaissancefestungsbaus in Deutschland.

Auf der Festung Wülzburg finden sich mehrere Gedenkstätten. Am 15. Februar 1997 wurde das Mahnmal an die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg als zentrale Gedenkstätte im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen eingeweiht. In mehrere Platten sind die Namen zahlreicher schlesischer, preußischer und sudetendeutscher Orte eingraviert. An den Kriegsgefangenen und späteren Präsidenten Charles de Gaulle erinnert eine Gedenktafel. An die sonstigen Kriegsgefangenen des Ersten Weltkriegs mahnt ein Obelisk.



Mittwoch, 6. Oktober 2021

Historische Festungen


Festung Wülzburg bei Weißenburg in Bayern (Hohenzollernfestung Wülzburg)

Die Wülzburg wurde erbaut von den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und war eine ständige Bedrohung der Reichsstädte Weißenburg und Nürnberg.

Sie hat eine quasi Beziehung zu Frankreich und zum Ersten Weltkrieg: denn auf ihr war der junge Leutnant Charles de Gaulle als Kriegsgefangener inhaftiert. Er unternahm von der Wülzburg mehrere erfolglose aber durchaus spektakuläre Fluchtversuche. So unter anderem in einem Wäschekorb.

Bemerkenswert an der Festungsanlage ist u.a. der sogenannte Siebenröhrenbrunnen, der aus 133 Metern Tiefe die Festungsanlage mit Wasser versorgte.
Oberhalb von Weißenburg, auf der mit 630 Metern höchsten Bergkuppe der südlichen Frankenalb, liegt die alte ansbachische Hohenzollernfestung Wülzburg. Ein eindrucksvolles und einzigartiges Denkmal des Renaissancefestungsbaus in Deutschland.

Neben der Zitadelle Jülich (1549ff), der Festung Dömitz (1559 bis 1565) und der Zitadelle Spandau (1560ff) ist die Wülzburg eine der vier engverwandten Renaissance-Festungen, die im deutschsprachigen Raum erhalten sind. Sie verdeutlichen in einmaliger Folge den zeittypischen Wehrbau der Renaissance.

Seit dem 11. Jahrhundert befand sich an dieser Stelle ein Benediktinerkloster, das im Zuge der Reformation zuerst in eine Probstei und 1537 in ein weltliches Verwalteramt umgewandelt wurde.

Im Jahre 1588 ließ Markgraf Georg Friedrich d.Ä. von Brandenburg-Ansbach hier an der südlichen Grenze seines Territoriums in direkter Nachbarschaft der Reichsstadt Weißenburg, des Deutschen Ordens in Ellingen, der Grafschaft Pappenheim und des Fürstbistums Eichstätt eine pentagonale Festungsanlage mit den Bastionen Jungfrau, Krebs, Rossmühle, Kaltes Eck und Hauptwache im neuitalienischen Bastionärssystem errichten. Die Bastionen Jungfrau und Krebs erhielten ihre Namen durch gleichnamige Kanonen.
Den Grundriss der Wülzburg bildet ein fast regelmäßiges Fünfeck, ein Pentagon. Dieses hatte gegenüber den älteren quadratischen oder rechteckigen Anlagen ballistische und konstruktive Vorteile, weshalb man sich im ausgehenden 16. Jahrhundert für dieses Planschema entschied.

Der Außenrundgang und der Innenhof der Festung sind jederzeit zugänglich.

Der "Siebenröhrenbrunnen" - Als Wasserversorgung diente ursprünglich der Tiefe Brunnen im Westflügel. Mit 143,2 Metern (nach erfolgter Freilegung) ist er einer der tiefsten Festungsbrunnen Deutschlands. Er wurde um das Jahr 1600 angelegt und hat einen Durchmesser von 2,5 Metern. Zwischen 1823 und 1831 wurden vom Königreich Bayern sechs Regenwasserzisternen (nach Plänen des bayerischen Ingenieurhauptmanns Franz von Hörmann) errichtet; fünf davon in den Wallmauern, die größte Zisterne zentral im Innenhof. Diese, genannt Ludwigszisterne (nach König Ludwig I. von Bayern), war die größte ihrer Art im gesamten Königreich und ist bis heute ein Spitzenprodukt der Ingenieursbaukunst. Die Ludwigszisterne fasst 1,3 Millionen Liter, das von jeweils vier Pumpen- und Ziehbrunnen entnommen werden kann.

Auf der Festung Wülzburg finden sich mehrere Gedenkstätten. Am 15. Februar 1997 wurde das Mahnmal an die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg als zentrale Gedenkstätte im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen eingeweiht. In mehrere Platten sind die Namen zahlreicher schlesischer, preußischer und sudetendeutscher Orte eingraviert. An den Kriegsgefangenen und späteren Präsidenten Charles de Gaulle erinnert eine Gedenktafel. An die sonstigen Kriegsgefangenen des Ersten Weltkriegs mahnt ein Obelisk.

Festung Rothenberg bei Schnaittach

Rothenberg ist Europas größte Barockfeste mit über 22 Meter hohen Wällen und Bastionen oberhalb von Schnaittach gelegen.


Im 18. Jahrhundert wurde die Anlage vom Kurfürsten von Bayern nach französischem Vorbild als bedeutende Rokoko-Festung errichtet (Bauzeit von ca. 1729 bis 1750). Zeitweise waren 400 Soldaten untergebracht. Erbaut ist sie auf einer geschleiften älteren und kleineren Befestigungsanlage, die auf den Resten einer noch älteren Burgruine errichtet worden war, auf der zeitweise auch Conz Schott von Schottenstein als Burggraf beheimatet war.

Die Willibaldsburg in Eichstätt im Altmühltal


Die Willibaldsburg wurde um 1353 errichtet. Sie war bis ins 18. Jahrhundert repräsentative Burg und Sitz der Eichstätter Fürstbischöfe.

Unter Bischof Johann Konrad von Gemmingen (1595–1612) erhielt die Burg unter anderem einen botanischen Garten, den Hortus Eystettensis.

Auf der Grundlage des 1613 erschienen Kupferstichwerkes "Hortus Eystettensis", herausgegeben von Basilius Besler (1561-1629), wurde der "Bastionsgarten" auf der Willibaldsburg von der Bayerischen Schlösserverwaltung angelegt und 1998 eröffnet.

Dieser Informationsgarten über die Pflanzenwelt des historisch bedeutenden Kupferstichwerkes "Hortus Eystettensis" ist in Deutschland wohl einmalig. Die Bepflanzung folgt wie im Pflanzenbuch der jahreszeitlich bedingten Blütezeit. Die Anlage erinnert auch an den einst berühmten botanischen Garten des Fürstbischofs Johann Conrad von Gemmingen, den Besler ab 1592 angelegt hatte.

Die Zitadelle von Bitche


Die Zitadelle von Bitsch im Bitscherland (Pays de Bitche) in Lothringen (Lorraine, 57, Department Moselle). Die Festung wurde von Vauban erbaut und erlangte im deutsch-französischen Krieg 1870 - 1871 Berühmtheit.

Die Zitadelle von Bitsch (Bitche) ist das stadtbildprägende Festungswerk der Stadt Bitsch im Département Moselle der historischen Region Lothringen. Als Meisterwerk der militärischen Technik wurde die Zitadelle 1979 als Monument historique des Pays de Bitche (Bitscher Land) eingestuft.

In den Felsen getriebene Souterrains boten in der Zeit bis zum 20. Jahrhundert bombensicheren Schutz für die Besatzung der Festung in Form von separaten Räumen für Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften sowie für erforderliche Infrastruktureinrichtungen. In die Souterrains kommt man durch ein Gebäude unmittelbar nach den Eingangsbauwerken.

Die Burg von Saint-Malo

Das Château De Saint-Malo ist eine Burg aus dem 15. bis 18. Jahrhundert und liegt Intra Muros, also in der von einer Mauer umgebenen Altstadt von Saint-Malo in der Bretagne (Frankreich).


Erbaut wurde sie von den Herzögen der Bretagne um die Herrschaft über die Stadt zu sichern. Seit Juli 1886 ist sie als Monument Historique klassifiziert.

Bretagne - Port Louis - Zitadelle


Die Spanier errichten die ersten Teile der Zitadelle im Jahr 1590. Nach dem Abzug der Männer von Juan del Aguila vollendet Louis XIII die Festung im Jahr 1637 und gibt der Stadt den Namen Port Louis. Als Standort der Compagnie des Indes, der französischen Indien-Kompagnie, erlebt Port Louis eine von würzigen Wohlgerüchen umwehte Zeit des Wohlstands. Nach dem Umzug der Kompagnie nach Lorient wendet sich die Stadt der Fischerei zu.

Le Fort de Porh Puns auf Gavres

Das Fort wurde 1695 erbaut und seine Aufgabe war der Schutz der Zitadelle von Port-Louis. Im Zweiten Weltkrieg wurde es in den Atlantikwall integriert und für eine Küstenbatterie armiert und ausgebaut, die die Rade von Lorient und den deutschen U-Boot-Stützpunkt sicherte.

Das Fort ist im Besitz der französischen Marine und für die Öffentlichkeit nur wochenends (Sa. + So.) zugänglich.

Dienstag, 5. Oktober 2021

Fränkische Festungen - Wülzburg und Rothenberg

Unterwegs in Franken


Festung Wülzburg bei Weißenburg in Bayern (Hohenzollernfestung Wülzburg)

Die Wülzburg wurde erbaut von den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und war eine ständige Bedrohung der Reichsstädte Weißenburg und Nürnberg.

Sie hat eine quasi Beziehung zu Frankreich und zum Ersten Weltkrieg: denn auf ihr war der junge Leutnant Charles de Gaulle als Kriegsgefangener inhaftiert. Er unternahm von der Wülzburg mehrere erfolglose aber durchaus spektakuläre Fluchtversuche. So unter anderem in einem Wäschekorb.

Bemerkenswert an der Festungsanlage ist u.a. der sogenannte Siebenröhrenbrunnen, der aus 133 Metern Tiefe die Festungsanlage mit Wasser versorgte.
Oberhalb von Weißenburg, auf der mit 630 Metern höchsten Bergkuppe der südlichen Frankenalb, liegt die alte ansbachische Hohenzollernfestung Wülzburg. Ein eindrucksvolles und einzigartiges Denkmal des Renaissancefestungsbaus in Deutschland.

Neben der Zitadelle Jülich (1549ff), der Festung Dömitz (1559 bis 1565) und der Zitadelle Spandau (1560ff) ist die Wülzburg eine der vier engverwandten Renaissance-Festungen, die im deutschsprachigen Raum erhalten sind. Sie verdeutlichen in einmaliger Folge den zeittypischen Wehrbau der Renaissance.

Seit dem 11. Jahrhundert befand sich an dieser Stelle ein Benediktinerkloster, das im Zuge der Reformation zuerst in eine Probstei und 1537 in ein weltliches Verwalteramt umgewandelt wurde.

Im Jahre 1588 ließ Markgraf Georg Friedrich d.Ä. von Brandenburg-Ansbach hier an der südlichen Grenze seines Territoriums in direkter Nachbarschaft der Reichsstadt Weißenburg, des Deutschen Ordens in Ellingen, der Grafschaft Pappenheim und des Fürstbistums Eichstätt eine pentagonale Festungsanlage mit den Bastionen Jungfrau, Krebs, Rossmühle, Kaltes Eck und Hauptwache im neuitalienischen Bastionärssystem errichten. Die Bastionen Jungfrau und Krebs erhielten ihre Namen durch gleichnamige Kanonen.
Den Grundriss der Wülzburg bildet ein fast regelmäßiges Fünfeck, ein Pentagon. Dieses hatte gegenüber den älteren quadratischen oder rechteckigen Anlagen ballistische und konstruktive Vorteile, weshalb man sich im ausgehenden 16. Jahrhundert für dieses Planschema entschied.

Der Außenrundgang und der Innenhof der Festung sind jederzeit zugänglich.

Der "Siebenröhrenbrunnen" - Als Wasserversorgung diente ursprünglich der Tiefe Brunnen im Westflügel. Mit 143,2 Metern (nach erfolgter Freilegung) ist er einer der tiefsten Festungsbrunnen Deutschlands. Er wurde um das Jahr 1600 angelegt und hat einen Durchmesser von 2,5 Metern. Zwischen 1823 und 1831 wurden vom Königreich Bayern sechs Regenwasserzisternen (nach Plänen des bayerischen Ingenieurhauptmanns Franz von Hörmann) errichtet; fünf davon in den Wallmauern, die größte Zisterne zentral im Innenhof. Diese, genannt Ludwigszisterne (nach König Ludwig I. von Bayern), war die größte ihrer Art im gesamten Königreich und ist bis heute ein Spitzenprodukt der Ingenieursbaukunst. Die Ludwigszisterne fasst 1,3 Millionen Liter, das von jeweils vier Pumpen- und Ziehbrunnen entnommen werden kann.

Auf der Festung Wülzburg finden sich mehrere Gedenkstätten. Am 15. Februar 1997 wurde das Mahnmal an die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg als zentrale Gedenkstätte im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen eingeweiht. In mehrere Platten sind die Namen zahlreicher schlesischer, preußischer und sudetendeutscher Orte eingraviert. An den Kriegsgefangenen und späteren Präsidenten Charles de Gaulle erinnert eine Gedenktafel. An die sonstigen Kriegsgefangenen des Ersten Weltkriegs mahnt ein Obelisk.

Festung Rothenberg bei Schnaittach

Rothenberg ist Europas größte Barockfeste mit über 22 Meter hohen Wällen und Bastionen oberhalb von Schnaittach gelegen.


Im 18. Jahrhundert wurde die Anlage vom Kurfürsten von Bayern nach französischem Vorbild als bedeutende Rokoko-Festung errichtet (Bauzeit von ca. 1729 bis 1750). Zeitweise waren 400 Soldaten untergebracht. Erbaut ist sie auf einer geschleiften älteren und kleineren Befestigungsanlage, die auf den Resten einer noch älteren Burgruine errichtet worden war, auf der zeitweise auch Conz Schott von Schottenstein als Burggraf beheimatet war.

Samstag, 3. August 2019

Unterwegs im Landkreis Ansbach (Teil 2)

Festung Wülzburg: Als Wasserversorgung diente ursprünglich der Tiefe Brunnen im Westflügel. Mit 143,2 Metern (nach erfolgter Freilegung) ist er einer der tiefsten Festungsbrunnen Deutschlands. Er wurde um das Jahr 1600 angelegt und hat einen Durchmesser von 2,5 Metern.

Hohenzollernfestung Wülzburg

Oberhalb von Weißenburg, auf der mit 630 Metern höchsten Bergkuppe der südlichen Frankenalb, liegt die alte ansbachische Hohenzollernfestung Wülzburg. Ein eindrucksvolles und einzigartiges Denkmal des Renaissancefestungsbaus in Deutschland.

Seit dem 11. Jahrhundert befand sich an dieser Stelle ein Benediktinerkloster, das im Zuge der Reformation zuerst in eine Probstei und 1537 in ein weltliches Verwalteramt umgewandelt wurde.

Im Jahre 1588 ließ Markgraf Georg Friedrich d.Ä. von Brandenburg-Ansbach hier an der südlichen Grenze seines Territoriums in direkter Nachbarschaft der Reichsstadt Weißenburg, des Deutschen Ordens in Ellingen, der Grafschaft Pappenheim und des Fürstbistums Eichstätt eine pentagonale Festungsanlage mit den Bastionen Jungfrau, Krebs, Rossmühle, Kaltes Eck und Hauptwache im neuitalienischen Bastionärssystem errichten. Die Bastionen Jungfrau und Krebs erhielten ihre Namen durch gleichnamige Kanonen.


Den Grundriss der Wülzburg bildet ein fast regelmäßiges Fünfeck, ein Pentagon. Dieses hatte gegenüber den älteren quadratischen oder rechteckigen Anlagen ballistische und konstruktive Vorteile, weshalb man sich im ausgehenden 16. Jahrhundert für dieses Planschema entschied.


Auf der Festung Wülzburg finden sich mehrere Gedenkstätten. Am 15. Februar 1997 wurde das Mahnmal an die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg als zentrale Gedenkstätte im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen eingeweiht. In mehrere Platten sind die Namen zahlreicher schlesischer, preußischer und sudetendeutscher Orte eingraviert. An den Kriegsgefangenen und späteren Präsidenten Charles de Gaulle erinnert eine Gedenktafel. An die sonstigen Kriegsgefangenen des Ersten Weltkriegs mahnt ein Obelisk.

Denkmal für den ersten Motorflieger der Welt - Gustav Albin Weißkopf aus dem fränkischen Leutershausen

Nein, es waren nicht die Gebrüder Wright, die als erste ein motorgetriebenes Flugzeug in die Luft brachten! Es war Gustav Albin Weißkopf aus Leutershausen.


Weißkopf (1874 - 1927) wanderte nach Amerika aus und wurde dort zu Gustave Whitehead. Am 14. August 1901 hat er bei Fairchield, Connecticut, mit einer von ihm selbst gebauten Maschine einen erfolgreichen Motorflug durchgeführt. Eine halbe Meile weit ist er geflogen.

Das war zwei Jahre vor den Brüdern Wright, die in aller Welt als die ersten erfolgreichen Motorflieger gelten. Weil Weißkopf sich nie als Amerikaner einbürgern ließ, wurde ihm von diesen die Ehre verweigert. Aber seine Heimatstadt hat dem Flieger nicht nur ein Denkmal errichtet, das seine Flugmaschine darstellt, sondern auch ein Museum gewidmet.

Wolfram von Eschenbach, Ritter, Minnesänger, Dichter

 

Die Region hat noch einen großen Sohn: Der Dichter der deutschen Fassung des Parzival (Original: Perceval von Chrétien de Troyes): Wolfram von Eschenbach, dessen Denkmal wir in seiner Heimatstadt Wolframs-Eschenbach sehen. Die mittelhochdeutsche Literatur verdankt ihm mehrere epische Werke. Der Parzival ist das erste erhaltene Werk in deutscher Sprache, dessen Gegenstand der heilige Gral ist. Wolframs Parzival wird allgemein als wichtigstes Epos seiner Zeit eingestuft.




Dienstag, 8. Mai 2018

Die Hohenzollern in Franken


Die Orangerie, ein barockes Orangeriegebäude im markgräflichen Hofgarten der mittelfränkischen Stadt Ansbach. Ab 1723 ließ Markgräfin Christiane Charlotte den Hofgarten nach französischem Gartenideal grundlegend umgestalten und eine Orangerie in Form eines Pomeranzenhauses als architektonisches Zentrum des barocken Gartens errichten. Hier sollten im Winter die frostempfindlichen Zierpflanzen des Hofgartens aufbewahrt werden und im Sommer in den Sälen große Sommerfeste stattfinden.

Die Hohenzollern in Franken - Begegnungen mit einer deutschen Dynastie

Fast 1.000 Jahre lang spielt die Dynastie der Hohenzollern in der deutschen Geschichte ganz vorne mit. Kurfürsten, Preußenkönige, deutsche Kaiser – sie alle stammen aus dem Haus Hohenzollern. Mit Franken haben die Hohenzollern eine besondere Verbindung: Hier liegen die Wurzeln ihrer Macht, hier regierten sie über Jahrhunderte hinweg als Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Kulmbach/Bayreuth.

Die Gumbertuskirche in Ansbach
Eine der Grablegen der Hohenzollern

Münster Heilsbronn - Grablege der Hohenzollern




Erlangen

Für französische Hugenotten ließ Markgraf Christian Ernst neben dem mittelalterlichen Städtchen Alt-Erlang im 17. Jahrhundert die Neustadt "Christian Erlang" errichten – heute eine der besterhaltenen barocken Planstädte Deutschlands, Denkmal von europäischem Rang und lebendige Innenstadt. Das besondere Flair, das damals Einzug in Erlangen hielt, prägt die Stadt bis heute.


Bayreuth


Im 18. Jahrhundert regierte in Bayreuth Markgräfin Wilhelmine, die Lieblingsschwester Friedrich des Großen. Ihr verdankt Bayreuth zahlreiche Schätze aus der Zeit des Barock: die historische Parkanlage Eremitage mit Altem Schloss, Orangerie und Wasserspielen, das Neue Schloss mit Hofgarten, Schloss und Park Fantaisie sowie das Markgräfliche Opernhaus, das im Jahr 2012 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt worden ist.

Sanspareil, der Landschaftsgarten der Bayreuther Markgräfin - Anlegen ließ diesen Garten Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, die Schwester Friedrichs des Großen, im Jahre 1744. Als Architekten des Felsengartens werden Joseph Saint-Pierre und Giovanni Battista Pedrozzi genannt. Der Name des Parks geht auf den Ausruf einer Hofdame des Bayreuther Markgrafen zurück: „C’est sans pareil!“ (Dies ist ohnegleichen!).


Die Festung Wülzburg bei Weißenburg in Bayern (Mittelfranken) - Oberhalb von Weißenburg, auf der mit 630 Metern höchsten Bergkuppe der südlichen Frankenalb, liegt die alte ansbachische Hohenzollernfestung Wülzburg. Ein eindrucksvolles und einzigartiges Denkmal des Renaissancefestungsbaus in Deutschland! Seit dem 11. Jahrhundert befand sich an dieser Stelle ein Benediktinerkloster, das im Zuge der Reformation zuerst in eine Probstei und 1537 in ein weltliches Verwalteramt umgewandelt wurde. Im Jahre 1588 ließ Markgraf Georg Friedrich d.Ä. von Brandenburg-Ansbach hier an der südlichen Grenze seines Territoriums in direkter Nachbarschaft der Reichsstadt Weißenburg, des Deutschen Ordens in Ellingen, der Grafschaft Pappenheim und des Fürstbistums Eichstätt eine pentagonale Festungsanlage mit den Bastionen Jungfrau, Krebs, Rossmühle, Kaltes Eck und Hauptwache im neuitalienischen Bastionärssystem errichten. Die Bastionen Jungfrau und Krebs erhielten ihre Namen durch gleichnamige Kanonen. Den Grundriss der Wülzburg bildet ein fast regelmäßiges Fünfeck, ein Pentagon. Dieses hatte gegenüber den älteren quadratischen oder rechteckigen Anlagen ballistische und konstruktive Vorteile, weshalb man sich im ausgehenden 16. Jahrhundert für dieses Planschema entschied. Der Außenrundgang und der Innenhof der Festung sind jederzeit zugänglich.