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Donnerstag, 4. April 2019

Im Pfälzer Weinland


Ein Ausflug an die Weinstraße - Teil 1 geht über die fürchterliche B10 bis Rinnthal, dann durch Sarnstall und Annweiler.



Die Evangelische Dorfkirche in Rinnthal ist der bekannteste und bedeutsamste klassizistische Kirchenbau in der Pfalz. 1827 stellte die Gemeinde Rinnthal einen Antrag auf Neubau ihrer Dorfkirche, da die mittelalterliche Kirche aus Holz baufällig und zu klein geworden war. Die ersten Pläne von Bauschaffner Flörchinger der Bauinspektion Landau/Pfalz wurden von der Kreisbaubehörde abgelehnt. Besonders der Wunsch nach einem schönen Bauwerk im Stil des Klassizismus seitens der Gemeinde erregte Aufmerksamkeit. Errichtet wurde die Kirche dann nach Plänen des Architekten Joseph Daniel Ohlmüller (1791–1839) unter starkem Einfluss des Bayerischen Hofbaumeisters Leo von Klenze. Den Innenausbau führte August von Voit (1801–1870) durch. 1831 bis 1834 währte die Bauzeit. Die Kirche sollte ein Musterbau für eine mittelgroße Landkirche in der Pfalz werden, fand aber dort keine Nachahmer und blieb die einzige ihrer Art.

Annweiler in der Südpfalz - Die Trifelsstadt


Von Annweiler geht es weiter nach Queichhambach.


Unser nächstes Ziel ist Albersweiler.


Albersweiler war dereinst ein von zwei Herren regiertes Dorf: Der Nordteil mit St. Johann gehörte den Herren von Löwenstein-Scharfeneck und wurde von der Burg Neuscharfeneck, nach deren Zerstörung im Jahre 1634 von St. Johann aus verwaltet. Der Südteil gehörte dem Herzogtum Pfalz-Zweibrücken und zum Amt Neukastel, später zum Oberamt Bergzabern. Die Hauptstraße des Dorfes bildete somit eine Staatsgrenze.

Von Hainfeld nach Neustadt an der Weinstraße


Wir fahren entlang der Deutschen Weinstraße. Start ist in Hainfeld, es geht über Rhodt unter Rietburg und Maikammer nach Neustadt an der Weinstraße. Dort machen wir einen Bummel durch die Altstadt. Wir sehen die Stiftskirche und das Rathaus.



Mittwoch, 24. Oktober 2018

Der Bundespräsident in der Südwestpfalz


Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 22.10.2018 in Bottenbach in der Südwestpfalz


Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht am 22. Oktober 2018 die Grundschule in Bottenbach in der Südwestpfalz.


Und ein paar Eindrücke der Atmosphäre:

"Jetzt missener klatsche!" rief jemand bei der Ankunft der Präsidentenlimousine. Dass der Wagen der Security direkt daneben parkte und die Sicht versperrte stieß beim Publikum aber auf wenig Wohlwollen. Viele standen da ja schon zwei Stunden, um den Präsidenten zu sehen. Schicksal des nicht geladenen Zaungastes. Der offizielle Teil fand ohnehin unter Ausschluß der Öffentlichkeit drinnen statt. Gut, im Anschluß noch das obligatorische "Bad in der Menge" und ein bißchen Smalltalk (unsereins hatte da schon "die Zelte abgebrochen", das Equipment wieder im Kofferraum verstaut und war abgefahren). Andere zogen es vor, im Sportheim zum Kerwe-Montag lieber Frühschoppen zu machen (bei Live-Musik).

Der "Durchfahrtsort" auf der weiteren Strecke nach Pirmasens, Vinningen, hatte sich auch mit Fahnen herausgeputzt. Mit Europafahne, Deutschlandfahne, Landesfahne Rheinland-Pfalz und Ortsfahne. Schön in der Reihenfolge. Tja, die Hackmesserseite zeigte Flagge.

Eine Pirmasenser Regionalredaktion hatte einen Live-Blog eingerichtet. Vorzugsweise mit den bei solchen Anlässen üblichen Bildern (Eintrag ins Goldene Buch, Gruppenbild mit Ministerpräsidentin und Lokalpolitikern, "Keep smiling", der Präsident und die Landfrauen etc. pp.).

Ich habe es noch im Ohr: "Jetzt missener klatsche!" (Übersetzung ins Hochdeutsche: Jetzt müsst ihr applaudieren!).

En passant: Wenn es also um die Südwestpfalz und die Zukunft des hiesigen (ländlichen) Raumes ging, war da evtl. auch der zügige Ausbau der B10 ein Thema?

Video B10:


Unterwegs auf der Bundesstraße B10, der Ost-West-Traversale durch den Pfälzerwald

Die präsidiale Karawane und ihre Entourage sind weitergezogen. Was wird davon bleiben in der Südwestpfalz? Schau 'mer mal ...


Noch ein paar Randszenen:

Mittwoch, 4. November 2015

Bundesstraße B10 - seit über 40 Jahren wird die Südwestpfalz "abgehängt"


Wer auf der Bundesstraße B10 von Landau Richtung Pirmasens oderr umgekehrt unterwegs durch den Pfälzerwald ist, der braucht viel Geduld und gute Nerven. Denn die B10 ist ein Nadelöhr, auf dem man alles mögliche kann, nur nicht zügig vorwärtskommen.


Das aber könnte schon seit 40 (vierzig !!!) Jahren anders sein.


In den Siebzigern gab es Planungen für einen Lückenschluß der Autobahn A8 zwischen Pirmasens und Karlsruhe. Diese Trasse sollte über Dahn und Bad Bergzabern führen und stieß auf massiven Widerstand von Naturschützern, die eine Autobahn durch den Pfälzerwald kategorisch ablehnten.

So wurden die Planungen 1985 endgültig eingestellt. Unter der Auflage, dass als Alternative die Bundesstraße 10 zwischen Pirmasens und Landau vierstreifig ausgebaut werde.

Dies ist bis heute nur in Ansätzen realisiert. Dreißig (!!!) Jahre später quält sich der Verkehr noch immer auf dem Großteil der Strecke auf einer Fahrspur dahin.


Und auch heute sind wieder diejenigen die Wortführer gegen einen zügigen Ausbau, die schon dereinst die Autobahn verhindert haben.

Aber ohne diese Verkehrsanbindung bleibt in der strukturschwachen Südwestpfalz weiterhin, wie man so sagt, "der Hund begraben". Sei es in wirtschaftlicher oder aber auch in touristischer Hinsicht. Denn wer siedelt sein Unternehmen an einem Standort an, der eine katastrophale Verkehrsanbindung hat? Oder wer sucht sich für eine Städtereise ein Ziel aus, das er nur unter Inkaufnahme schlechtester Anreisebedingungen erreichen kann?

Montag, 2. November 2015

Die unbeliebtesten Reiseziele Deutschlands - And the winner is: Pirmasens


Die Lichter glänzen weihnachtlich vor dem Alten Rathaus im pfälzischen Pirmasens. Es ist der Weihnachtsmarkt, der Belznickelmarkt, wie das in der einheimischen Mundart heißt. Er wird bald wieder eröffnet werden, aber so sehr scheinen sich die Touristen leider nicht für ihn zu interessieren.

"Das rheinland-pfälzische Pirmasens hatte im Jahr 2013 am wenigsten Übernachtungen. Pro Tag kamen durchschnittlich nur etwa 136 Touristen in die Stadt am Pfälzerwald." So schreibt der Focus. Und Pirmasens belegt im Ranking der Städte den traurigen letzten Platz.

Nun ja, der Belznickelmarkt reißt es halt nicht raus.



Keineswegs so, dass es in Pirmasens nun garnichts gäbe, was sehenswert sei. Wobei man vieles bei der spröden Stadt aber erstmal mühsam recherchieren muss. Nicht unbedingt das, was des Touristen Plaisir wäre. Und wenn man durch die Fußgängerzone geht, dann gibt es dort nicht nur die Lutherkirche, die ehemalige Garnisonskirche aus landgräflicher Zeit, und den Schusterbrunnen, sondern auch eine Menge Leerstand. Allenthalben geschlossene Ladengeschäfte. Ein Bild der Tristesse.


Leerstand, Leerstand, allgegenwärtig ...


Nun denn, all das ist die Folge des Niedergangs der Schuhindustrie in der Stadt, des Abzugs der amerikanischen Streitkräfte, die einmal der größte Arbeitgeber gewesen waren, und - last but not least - liegt es auch an der katastrophalen Verkehrsanbindung der Stadt.


Die B10 ist die Ost-West-Traversale durch den Pfälzerwald und um ihren 4-streifigen Ausbau zwischen Hinterweidenthal und Landau tobt der Streit zwischen Befürwortern und Gegnern. Aber ohne eine Anbindung an die Rheinschiene, die zumindest den Hauch einer Autobahn hat, wird in der Südwestpfalz weiterhin, wie man so sagt, der Hund begraben bleiben. Diese Trasse in ihrer jetzigen Form ist ein entscheidender Standortnachteil. Und das wäre vermeidbar gewesen: Da, wo noch heute die B10 weitgehend zweispurig verläuft, da sollte eigentlich schon in den Siebzigern eine Autobahn gebaut werden: Der Lückenschluß der A8 und die Anbindung an Karlsruhe. Man überlege: 40 Jahre (!!!), in denen so gut wie nichts für die Verkehrsanbindung der Südwestpfalz getan worden ist. Muss man sich da wundern?

Und dann wäre da m.E. nochwas: Hieß es von Pirmasens nicht mal, es wäre die Deutsche Schuhmetropole? Nun, der Schuhstadt hat längst ein Schuhdorf der Rang abgelaufen!

Dazu siehe diesen Artikel über Hauenstein und auch hier einen ähnlichen.

Donnerstag, 24. Juli 2014

Straßen im Pfälzerwald - Oft genug Abenteuer pur


Es gibt ja schon abenteuerliche Pisten durch den Pfälzerwald. Allen voran natürlich die Bundesstraße 10, die auch gefährlich genug ist, wie die Anzahl schwerer Unfälle zeigt.


Abenteuer B10 by Franz Roth


B10 - Bundesstraße 10 im Pfälzerwald by Franz Roth

Aber es gibt auch eine ganze Reihe Land- und Kreisstraßen, die es in sich haben.

Etwa die Esselssteige. Früher mal Strecke für den Wasgau-Bergpreis, ein renommiertes Straßenrennen.


Eselssteige - Eine Straße im Pfälzerwald by Franz Roth

Aber auch die Strecke zur Weihermühle im Mühlental bei Wallhalben ist nicht ohne. Drei Kilometer lang, schmal und ungesichert. Nix Leitplanken oder so, und manchmal geht's ganz schön runter. Und Gegenverkehr ist unfallträchtig. Besonders dann, wenn wer mit ganz schön Speed um eine Kurve kommt.


Weihermühle - Roadmovie by Franz Roth

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Die BAB A6 und die Bundesstraße B10


Zwei Ost-West-Traversalen in Deutschland, die Bundesautobahn BAB A6 von Nürnberg nach Speyer und die Bundesstraße B10 von Landau Richtung Pirmasens durch den Pfälzerwald. Zwei Strecken, die schon längst dem gewachsenen Verkehrsaufkommen, speziell im Schwerlastbereich, nicht mehr gewachsen sind und deshalb beide dringend eines zügigen Ausbaus bedürfen.


Unterwegs auf der BAB A6 by Franz Roth

Die Autobahn A6 ist mittlerweile die deutsche Autobahn mit dem höchsten LKW-Aufkommen und hat seit langem die A1 getoppt. Und im Gegensatz zur A1, die mittlerweile großteils über 6 Fahrstreifen verfügt (und ein Überholverbot für LKW) ist die A6 nur in wenigen Bereichen auf 3 Fahrstreifen in einer Richtung ausgebaut. Und die Brummi-Rennen sind an der Tagesordnung. Das macht die A6 gefährlich und schwere Unfälle finden immer wieder statt.

Nicht minder gefährlich ist die B10 zwischen Landau und Pirmasens (bzw. Hinterweidenthal). An manchen Stellen auf lediglich 3 Fahrstreifen ausgebaut wird sie zum Abenteuer.


Abenteuer B10 by Franz Roth

Unterwegs auf der Bundesstraße 10 zwischen Landau und Pirmasens. Die B10 ist die Ost-West-Traversale durch den Pfälzerwald und um ihren 4-streifigen Ausbau zwischen Hinterweidenthal und Landau tobt der Streit zwischen Befürwortern und Gegnern. Die rot-grüne Landesregierung von Rheinland-Pfalz hat den Ausbau gestoppt (entgegen anderslautender Zusagen des vorherigen Ministerpräsidenten Kurt Beck).

Mittwoch, 20. November 2013

Die BAB A6 und die B10 - zwei Verkehrsadern der Ost-West-Traversale


Impressionen von der Autobahn A6, der deutschen Autobahn mit der höchsten LKW-Dichte. Die Ost-West-Traversale hat da mittlerweile die A1 Osnabrück-Bremen-Hamburg klar "getoppt". Die A6 ist die Hauptverbindung von und nach Osteuropa und Südosteuropa.

Und im Gegensatz zu der ab Osnabrück weitestgehend dreispurigen A1 mit einem strikten Überholverbot für LKW ist die A6 meist nur zweispurig und "Brummi-Rennen" an der Tagesordnung. So kommt es oft zu brenzligen Situationen und zu vielen schweren Unfällen.


Unterwegs auf der BAB A6 von franz-roth-tv


Die B10 ist die Hauptverbindung von Ost nach West durch den Pfälzerwald. Und sie leidet unter zunehmendem Verkehrsaufkommen, speziell im Transit des Schwerlastverkehrs. 35,7% hat der Anteil am Gesamtverkehrsaufkommen. Der Staufer-Tunnel oder der Barbarossa-Tunnel sorgen dafür, daß die Orte Annweiler und Rinnthal vom Durchgangsverkehr entlastet werden. An anderen Stellen ist der Stau vorprogrammiert. Etwa bei Hinterweidenthal (Landkreis Südwestpfalz). Gegen den Ausbau machen auch eine ganze Reihe von Gemeinden mobil, die um den Tourismus fürchten.

Am 15. September 2012 hatte ein erneutes Mediationsverfahren um den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 10 durch den Pfälzerwald zwischen Hinterweidenthal und Landau begonnen. Dieses Verfahren wurde erfolglos beendet. Mehr noch: die neue rot-grüne Landesregierung hat entschieden, dass zwischen Pirmasens und Landau kein vollständiger 4-streifiger Ausbau erfolge. Zugeständnis der SPD an den grünen Koalitionspartner zu Lasten einer ganzen Region.

Der Clip entstand (zum Teil) an einem Sonntag (16.09.2012). Deswegen (fast) kein LKW-Verkehr, sondern nur PKW unterwegs.


B10 - Bundesstraße 10 im Pfälzerwald von franz-roth-tv