Ein Ausflug an die Weinstraße - Teil 1 geht über die fürchterliche B10 bis Rinnthal, dann durch Sarnstall und Annweiler.
Die Evangelische Dorfkirche in Rinnthal ist der bekannteste und bedeutsamste klassizistische Kirchenbau in der Pfalz. 1827 stellte die Gemeinde Rinnthal einen Antrag auf Neubau ihrer Dorfkirche, da die mittelalterliche Kirche aus Holz baufällig und zu klein geworden war. Die ersten Pläne von Bauschaffner Flörchinger der Bauinspektion Landau/Pfalz wurden von der Kreisbaubehörde abgelehnt. Besonders der Wunsch nach einem schönen Bauwerk im Stil des Klassizismus seitens der Gemeinde erregte Aufmerksamkeit. Errichtet wurde die Kirche dann nach Plänen des Architekten Joseph Daniel Ohlmüller (1791–1839) unter starkem Einfluss des Bayerischen Hofbaumeisters Leo von Klenze. Den Innenausbau führte August von Voit (1801–1870) durch. 1831 bis 1834 währte die Bauzeit. Die Kirche sollte ein Musterbau für eine mittelgroße Landkirche in der Pfalz werden, fand aber dort keine Nachahmer und blieb die einzige ihrer Art.
Annweiler in der Südpfalz - Die Trifelsstadt
Von Annweiler geht es weiter nach Queichhambach.
Unser nächstes Ziel ist Albersweiler.
Albersweiler war dereinst ein von zwei Herren regiertes Dorf: Der Nordteil mit St. Johann gehörte den Herren von Löwenstein-Scharfeneck und wurde von der Burg Neuscharfeneck, nach deren Zerstörung im Jahre 1634 von St. Johann aus verwaltet. Der Südteil gehörte dem Herzogtum Pfalz-Zweibrücken und zum Amt Neukastel, später zum Oberamt Bergzabern. Die Hauptstraße des Dorfes bildete somit eine Staatsgrenze.
Von Hainfeld nach Neustadt an der Weinstraße
Wir fahren entlang der Deutschen Weinstraße. Start ist in Hainfeld, es geht über Rhodt unter Rietburg und Maikammer nach Neustadt an der Weinstraße. Dort machen wir einen Bummel durch die Altstadt. Wir sehen die Stiftskirche und das Rathaus.
Wir fahren entlang der Deutschen Weinstraße. Start ist in Hainfeld, es geht über Rhodt unter Rietburg und Maikammer nach Neustadt an der Weinstraße. Dort machen wir einen Bummel durch die Altstadt. Wir sehen die Stiftskirche und das Rathaus.
Wiederum von Hainfeld aus führt uns nun der Weg nach Burrweiler.
In Burrweiler ist das Deutsche Ofenmuseum zuhause.
Am 24. September ist die Wahl des Deutschen Bundestages. Des Parlaments der deutschen Republik, der Bundesrepublik Deutschland. Durchaus Anlaß, sich einmal Gedanken zu machen, wo und wie die Demokratie in Deutschland eigentlich mal angefangen hat. Und unsere Spurensuche führt uns in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts und in die Pfalz.
Auf den Spuren der deutschen Demokratie in der Südpfalz - Neustadt und Hambach - Das Hambacher Fest 1832 - Die Geburtsstunde der Farben Schwarz-Rot-Gold als Flagge der demokratischen deutschen Republik
Am 27. Mai 1832 kamen auf dem Hambacher Schloss zwischen 20.000 und 30.000 Menschen zu einem großen Fest zusammen. In zahlreichen glühenden Reden wurden bürgerliche Freiheiten und die deutsche Einheit gefordert. Die Veranstaltung war dabei tief geprägt von der Solidarität mit den europäischen Nachbarvölkern, insbesondere den Polen. Das Hambacher Fest war die bis dato größte Veranstaltung, auf der liberale und demokratische Forderungen einer breiten Öffentlichkeit präsentiert wurden. Die Teilnehmer und Redner des Festes forderten die nationale Einheit Deutschlands sowie ein „conföderiertes republikanisches Europa“, Presse-, Meinungs-, Versammlungsfreiheit, die Gleichberechtigung der Frauen. Wegen dieses Ereignisses wird das Hambacher Schloss heute auch als Wiege der deutschen Demokratie sowie der europäischen Einigung bezeichnet.
Als Reaktion auf das Hambacher Fest ließ der bayerische König, auch auf Drängen des österreichischen Staatskanzlers Metternich, unter Führung eines außerordentlichen Hofkommissärs bayerische Truppen in der Pfalz einrücken. Es gelang ihnen in kurzer Zeit, die fortschrittlichen Bestrebungen in der Pfalz zu unterdrücken. Viele Beteiligte mussten ins Exil fliehen oder wurden vor Gericht gestellt. Siebenpfeiffer, Wirth und weitere Personen wurden 1833 wegen „versuchter Aufreizung zum Umsturz der Staatsregierung“ bzw. der Tätigkeit für den „Preß- und Vaterlandsverein“ in Landau vor ein Geschworenengericht in Landau gestellt. Zur Überraschung der Regierung kam es jedoch zu einem Freispruch. In einem rein administrativen Prozess wurden beide jedoch im Anschluss wegen „Beleidigung in- und ausländischer Behörden und Beamten“ aber zu zwei Jahren Haft verurteilt und damit mundtot gemacht.
Es sollte noch bis ins Jahr 1848 dauern, bis es ein erstes deutsches Parlament gab. In der Folge der Deutschen Revolution.
Es war die Frankfurter Nationalversammlung (zeitgenössisch auch constituierende Reichsversammlung, deutsches Nationalparlament, Reichsparlament, auch bereits Reichstag), die in der Frankfurter Paulskirche tagte.
Das Hambacher Schloß und die Frankfurter Paulskirche sind deshalb symbolträchtige Orte für jeden deutschen Demokraten.
Auch die Einheit Europas hat ihren Ursprung in der Pfalz
St. Germanshof ist eigentlich nur ein kleiner Ortsteil von Bobenthal. Er liegt direkt an der französischen Grenze, nur drei Kilometer vom elsässischen Wissembourg (Weißenburg) entfernt. 1055 wurde St. Germanshof von der Abtei Weißenburg gegründet. Im Laufe der Jahrhunderte gehört er immer im Wechsel mal zu Frankreich und dann wieder zu Deutschland. Das Nachbarland ist heute seit dem Élysée-Vertrag ein Freund und die Zoll-Schranken sind längst Vergangenheit. Dazu beigetragen hat 1950 eine Studentenrevolte, die internationale Beachtung fand. rund 300 Aktivisten aus neun Ländern trafen sich an der kleinen Zollstation von St. Germanshof, zerstörten die Schlagbäume und hissten eine europäische Flagge. So war dieses Ereignis die eigentliche Geburtsstunde eines vereinten Europas. Heute erinnert ein gern besuchtes Denkmal daran. Und die Zollstation ist mittlerweile ein Wohnhaus.
Wenn wir uns von unserem Domizil in der Südwestpfalz auf den Weg ins Pfälzer Weinland machen, dann vermeiden wir tunlichst die furchtbare Bundesstraße B10, sondern "pirschen" uns auf Schleichwegen an dieser "Horror-Strecke" vorbei.
Wenn wir Annweiler passiert haben, dann geht es richtig los.
Nächstes Etappenziel: Albersweiler.
Nach Albersweiler erreichen wir Frankweiler.
Und es geht weiter nach Gleisweiler.
An der Weinstraße bei Gleisweiler
Bei Gleisweiler lohnt es sich, den Kreuzweg zur Sankt Anna Kapelle zu gehen.
Danach kommt Burrweiler mit dem Deutschen Ofenmuseum.
Der nächste Ort ist Hainfeld. Von dort fahren wir via Rhodt unter Rietburg und Edenkoben nach Neustadt an der Weinstraße.
Unsere Rückfahrt führt uns auch wieder nach Rhodt unter Rietburg ...
... und auch nach Hainfeld und Burrweiler.
Von dort machen wir einen Abstecher nach Edesheim.
Und dann geht es weiter nach Siebeldingen und Birkweiler, wo wir unsere Rundtour beim Stern'l abschließen, einer Pfälzer Institution. Ein herrlicher Gastgarten, absolut empfehlenswert.
Neumarkt in der Oberpfalz - Pfalzgrafenschloß (im Hintergrund) und Residenzkirche "Zu unserer lieben Frau"
Im 15. und 16. Jahrhundert war Neumarkt pfälzische Residenzstadt. Pfalzgraf Johann verlegte seinen Regierungssitz dorthin und begann damit, die Stadt zur Residenz auszubauen, es entstanden unter anderem die Kirche St. Johannes, die Hofkirche und das Pfalzgrafenschloss. Es folgten die Pfalzgrafen Otto I., sein Sohn Otto II. und Friedrich II. von der Pfalz, der später Kurfürst wurde und nach Heidelberg übersiedelte.
Es kann einen schon verwirren, diese Vielzahl Pfälzer Residenzstädte kreuz und quer durch die heutigen Bundesländer Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und sogar Nordrhein-Westfalen.
Auch Bacharach war mal Residenzstadt
Bringen wir doch mal etwas Klarheit und Struktur in die Geschichte anhand der historischen Ereignisse.
Friedrich I. (Barbarossa) hatte die sog. Pfalzgrafschaft bei Rheyn an einen Halbbruder vergeben. Später war sie kurzzeitig in der Hand der Welfen. Nach den Kämpfen des Welfen Otto IV. mit dem Staufer Friedrich II. um die Königskrone, wurde die Pfalzgrafschaft 1214 durch den Staufer an Ludwig I. von Wittelsbach (1214-1228) übertragen. Und in der Hand der Wittelsbacher blieb sie mit kurzer Unterbrechung im Dreißigjährigen Krieg. Spätestens ab 1214 war Heidelberg die Hauptresidenz der Pfalzgrafen bei Rhein.
Im Laufe der Jahrhundert, vor allem während des 15. Jahrhunderts entstanden zahlreiche Wittelsbacher Nebenlinien, die Kurpfalz (zwischen Kaub und Heidelberg/Mannheim, die Kurfürstentümer Bayern/Oberpfalz (Eger/Neumarkt/Amberg) und Bayern (Lech/Donau), das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken (südlich der Nahe, um Zweibrücken und Rapoltstein), Pfalz-Neuburg (Düsseldorf/Jülich) und Pfalz Sulzbach (bayerische Pfalz).
Nun denn, so hatte jeder Pfalzgraf so seine persönlichen Vorlieben, wo er denn zu residieren wünschte.
Auch das nordpfälzische Meisenheim war eine sog. Nebenresidenz ...
Im Zuge der Reformation wandten sich die kurpfälzischen Linien nach und nach dem Protestantismus zu, während die bayerischen Linien am katholischen Glauben festhielten. Als 1685 die katholische Neuburger Linie die Pfalzgrafschaft übernahm, wurde in zahlreichen Orten wieder der Katholizismus eingeführt.
... ebenso wie auch Neustadt (an der Weinstraße).
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-1697) wurden große Teile der Kurpfalz von französischen Truppen verwüstet (so auch das Heidelberger Schloß zerstört). Als die altbayerische Linie der Wittelsbacher im Jahr 1777 ausstarb, trat Kurfürst Karl Theodor aus der Linie Pfalz-Sulzbach die Erbschaft als Kurfürst von Pfalz-Bayern an.
Ob sie nun am Deutschen Weintor in Schweigen-Rechtenbach beginnt oder endet, das sei mal einfach dahingestellt. Kommt halt auf die Richtung an, aus der man sie befährt, und auf die Betrachtungsweise.
Auf jeden Fall gehört sie zu den schönsten Tourismus-Routen Deutschlands. Und links und rechts von ihr und an ihr gibt es so einiges zu entdecken. Beginnen wir mit einem besonderen Highlight.
Die Wehrkirche von Dörrenbach ist eine sogenannte Simultankirche, d.h. sie wird sowohl von den evangelischen Christen als auch von den Katholiken gleichermaßen für ihre Gottesdienste genutzt.
Zu Besuch beim Winzer ...
... und im Anschluß ist es nicht verkehrt, einen großen Kofferraum zu haben.
Und einen Besuch in Neustadt an der Weinstraße sollte man auch auf keinen Fall verpassen. Die Altstadt ist einfach wunderschön.
Bilder oben: Rund um die Sankt Anna Kapelle bei Gleisweiler
Von Hainfeld nach Neustadt an der Weinstraße
Einen Abstecher lohnt auf jeden Fall auch die ehemalige Zisterzienserabtei Eußerthal. Von der ehemaligen Klosteranlage ist zwar nur noch die Kirche erhalten, doch allein die ist sehenswert.