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Montag, 5. April 2021

In der Südpfalz im Trifelsland


Das Trifelsland hat seinen östlichsten Punkt mit der Gemeinde Albersweiler, den nördlichsten mit Ramberg, Rinnthal ist westlichste Gemeinde und Silz im Süden schließt den Kreis.

Rinnthal


In seinem Buch "Träume und Schäume vom Rhein" ließ der Speyerer Pfarrer Friedrich Blaul 1838 wenig gutes an der evangelischen Kirche von Rinnthal.

Wahrheit aber ist: Die Rinnthaler wollten etwas ganz besonderes, das Eindruck auf die Reisenden machen sollte. Und das ist ihnen auch gelungen.

Mit Genehmigung des Bayernkönigs Ludwig I. hat Leo von Klenze den Bau entworfen und August von Voit hat ihn ausgeführt. So entstand 1834 ein klassizistischer Tempel als christliche Kirche.

Die Evangelische Dorfkirche in Rinnthal ist der bekannteste und bedeutsamste klassizistische Kirchenbau in der Pfalz.

1827 stellte die Gemeinde Rinnthal einen Antrag auf Neubau ihrer Dorfkirche, da die mittelalterliche Kirche aus Holz baufällig und zu klein geworden war.

Die ersten Pläne von Bauschaffner Flörchinger der Bauinspektion Landau/Pfalz wurden von der Kreisbaubehörde abgelehnt. Besonders der Wunsch nach einem schönen Bauwerk im Stil des Klassizismus seitens der Gemeinde erregte Aufmerksamkeit.

Errichtet wurde die Kirche dann nach Plänen des Architekten Joseph Daniel Ohlmüller (1791–1839) unter starkem Einfluss des Bayerischen Hofbaumeisters Leo von Klenze. Den Innenausbau führte August von Voit (1801–1870) durch. 1831 bis 1834 währte die Bauzeit.

Die Kirche sollte ein Musterbau für eine mittelgroße Landkirche in der Pfalz werden, fand aber dort keine Nachahmer und blieb die einzige ihrer Art.

Die immer noch gerne kolportierte Geschichte von den vertauschten Bauplänen übrigens ist nicht wahr.

Apropos Rinnthal:

Der Pfälzische Aufstand oder auch Pfälzer Aufstand, fand in den Monaten Mai und Juni 1849 in der Rheinpfalz statt und war Teil der Reichsverfassungskampagne. Ziel der Revolutionäre war sowohl die Verteidigung der Frankfurter Reichsverfassung als auch die Loslösung vom Königreich Bayern. Der Aufstand dauerte vom 2. Mai bis 19. Juni 1849.

Das Gefecht bei Rinnthal war das heftigste Gefecht des Pfälzischen Aufstandes und fand am 17. Juni 1849 bei Rinnthal statt. Die Revolutionstruppen unter August Willich versuchten vergeblich den Vormarsch der preußischen Truppen auf Landau aufzuhalten.

Annweiler am Trifels


Reizvoll ist der historische Stadtkern der zweitältesten Stadt der Pfalz: Zahlreiche Fachwerkhäuser können hier entdeckt werden.

Reichsburg Trifels: Drei Burgen auf drei Höckern eines Höhenzuges über der Stadt Annweiler in der Pfalz: die Trifels-Gruppe. Vom Rhein her in den Pfälzer Wald vorstoßend, fällt dem Betrachter eine davon sofort ins Auge: die Reichsburg Trifels. Sie war im 12. und 13. Jahrhundert eine der wichtigsten Stätten salisch-staufischer Herrschaft über das Heilige Römische Reich. Aus Sandstein erbaut, thront sie auf einem Felsenriff, dessen wild zerklüftete, senkrecht abfallende Spitze den Wald auf dem 500 Meter hohen Sonnenberg überragt.

Der Blick von ferne und von unten auf die Burg beeindruckt. Sie war schließlich als äußeres Zeichen kaiserlicher Macht gedacht. Nicht minder imposant ist die „strategische“ Aussicht vom Hauptturm herunter: Zu Füßen das Queichtal und Annweiler, nach Osten ausgebreitet die Rheinebene, nach Westen bis zum Horizont Täler und Höhen des Pfälzer Waldes. Das Auge überschaut eine Region, die im Hochmittelalter nicht nur zu den politisch wichtigsten, sondern auch zu den wirtschaftlich stärksten Gegenden des Reiches gehörte.

Was machte „die Trifels“ vor allem in der Staufer-Epoche so bedeutsam? Sie war Heimstatt der Reichskleinodien Krone, Zepter und Reichsapfel. Nachbildungen dieser Stücke werden heute in einer eigenen Schatzkammer der sehenswerten Dauerausstellung präsentiert. Zugleich diente Burg Trifels Saliern und Staufern als Staatsgefängnis für Prominente. Berühmtester Gefangener war der englische König Richard Löwenherz. Der Legende nach vom Barden Blondel befreit, ließ in Wahrheit Staufer-Kaiser Heinrich VI. ihn gegen ein gewaltiges Lösegeld ziehen. Die aufregendere Legende wird heute bei Schauspielführungen in Szene gesetzt.

Das jetzige Erscheinungsbild der Burg ist Ergebnis wechselnder Phasen von Ausbau, Verfall, Wiederaufbau durch fast 1000 Jahre bis in die Gegenwart. Ringmauer, Torweg, Brunnenturm, Hauptturm, Basis des Palas zeigen vielfach Spuren salischer und staufischer Baumeister. Zu ihnen gesellen sich historisierende Auf-, Um- und Anbauten, die während des Dritten Reiches und danach entstanden sind.

Die ständige Ausstellung „Macht und Mythos“ erklärt nicht nur die Geschichte und den Bau der Burg, sondern erzählt auch von ihren Bauherren und Herrscherpersönlichkeiten.

Annweiler - Queichhambach

Der Ortsbezirk Queichhambach liegt in am Fuße seines Hausberges Hohenberg, an der Schnittstelle zwischen Pfälzer Wald, den Pfälzer Weinbergen und der Rheinebene. Bereits vor über 700 Jahren wurden der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Queichhambach hat seinen dörflichen Charakter erhalten können. Die schmucke Dorfkirche und der in unmittelbarer Nähe stehende mittelalterliche Frohnhof prägen das Ortsbild.


Albersweiler


Albersweiler war dereinst ein von zwei Herren regiertes Dorf: Der Nordteil mit St. Johann gehörte den Herren von Löwenstein-Scharfeneck und wurde von der Burg Neuscharfeneck, nach deren Zerstörung im Jahre 1634 von St. Johann aus verwaltet. Der Südteil gehörte dem Herzogtum Pfalz-Zweibrücken und zum Amt Neukastel, später zum Oberamt Bergzabern. Die Hauptstraße des Dorfes bildete somit eine Staatsgrenze.

Dernbach und Ramberg

Wir besuchen die Katholische Kirche Heiligste Dreifaltigkeit in Dernbach mit Fresken aus dem Jahr 1300. Dann fahren wir weiter nach Ramberg und zurück nach Dernbach.


Ehemalige Zisterzienserabtei Eußerthal


Bedeutendstes Bauwerk in Eußerthal im Landkreis Südliche Weinstraße ist die Kirche des ehemaligen Klosters Eußerthal, die in der Spätromanik als Pfeilerbasilika errichtet wurde und unter dem Patrozinium des heiligen Bernhard von Clairvaux steht.

Das Kloster Eußerthal ist eine ehemalige Zisterzienserabtei in Eußerthal bei Annweiler am Trifels. Vom Kloster ist nur der vordere Teil der ehemaligen Klosterkirche erhalten und dient heute als Pfarrkirche.

Das Kloster wurde 1148 durch Ritter Stephan von Mörlheim gegründet und von Kloster Villers-Bettnach in Lothringen aus mit Zisterziensermönchen besiedelt (Filiation von Morimond). Aufgabe des Klosters war zunächst vor allem die Urbarmachung des Tales. 1186 wurde das Kloster durch Friedrich I. Barbarossa unter Reichsschutz gestellt und erhielt in der Folge reiche Schenkungen. Unter anderem gehörten ihm zahlreiche Weinlagen in der Südpfalz. Die Mönche wirkten auf Burg Trifels als Burgkaplan und bewachten die Reichskleinodien während deren Aufbewahrungszeit auf der Burg im 12. und 13. Jahrhundert. Danach nahm die Bedeutung des Klosters stark ab.

Im 15. Jahrhundert wurde das Kloster mehrmals geplündert. Im Bauernkrieg 1525 wurde das Kloster geplündert und in Brand gesteckt, es wurde 1552 durch Abt Martin II. wieder aufgebaut. 1561 ließ Kurfürst Friedrich III. das Kloster infolge der Reformation aufheben.







Samstag, 10. August 2019

Unterwegs im Weinland der Pfalz


 

Unterwegs im Weinland der Pfalz - Teil 1


Teil 1 geht von Pirmasens über die fürchterliche B10 bis Rinnthal, dann durch Sarnstall und Annweiler.

Man kann aber auch anders von der Westpfalz in das Weinland kommen, nicht über die B10, sondern auf "Schleichwegen" durch den Pfälzerwald: Über Vorderweidenthal, Darstein, Schwanheim und Lug nach Sarnstall.


Unterwegs im Weinland der Pfalz - Teil 2 - Queichhambach und der Fronhof


Unterwegs im Weinland der Pfalz - Teil 3 - Albersweiler


Unterwegs im Weinland der Pfalz - Teil 4 - Frankweiler




Donnerstag, 4. April 2019

Im Pfälzer Weinland


Ein Ausflug an die Weinstraße - Teil 1 geht über die fürchterliche B10 bis Rinnthal, dann durch Sarnstall und Annweiler.



Die Evangelische Dorfkirche in Rinnthal ist der bekannteste und bedeutsamste klassizistische Kirchenbau in der Pfalz. 1827 stellte die Gemeinde Rinnthal einen Antrag auf Neubau ihrer Dorfkirche, da die mittelalterliche Kirche aus Holz baufällig und zu klein geworden war. Die ersten Pläne von Bauschaffner Flörchinger der Bauinspektion Landau/Pfalz wurden von der Kreisbaubehörde abgelehnt. Besonders der Wunsch nach einem schönen Bauwerk im Stil des Klassizismus seitens der Gemeinde erregte Aufmerksamkeit. Errichtet wurde die Kirche dann nach Plänen des Architekten Joseph Daniel Ohlmüller (1791–1839) unter starkem Einfluss des Bayerischen Hofbaumeisters Leo von Klenze. Den Innenausbau führte August von Voit (1801–1870) durch. 1831 bis 1834 währte die Bauzeit. Die Kirche sollte ein Musterbau für eine mittelgroße Landkirche in der Pfalz werden, fand aber dort keine Nachahmer und blieb die einzige ihrer Art.

Annweiler in der Südpfalz - Die Trifelsstadt


Von Annweiler geht es weiter nach Queichhambach.


Unser nächstes Ziel ist Albersweiler.


Albersweiler war dereinst ein von zwei Herren regiertes Dorf: Der Nordteil mit St. Johann gehörte den Herren von Löwenstein-Scharfeneck und wurde von der Burg Neuscharfeneck, nach deren Zerstörung im Jahre 1634 von St. Johann aus verwaltet. Der Südteil gehörte dem Herzogtum Pfalz-Zweibrücken und zum Amt Neukastel, später zum Oberamt Bergzabern. Die Hauptstraße des Dorfes bildete somit eine Staatsgrenze.

Von Hainfeld nach Neustadt an der Weinstraße


Wir fahren entlang der Deutschen Weinstraße. Start ist in Hainfeld, es geht über Rhodt unter Rietburg und Maikammer nach Neustadt an der Weinstraße. Dort machen wir einen Bummel durch die Altstadt. Wir sehen die Stiftskirche und das Rathaus.



Montag, 25. Dezember 2017

Auf den Spuren der Staufer


Die Ruine der Kaiserpfalz von Kaiserslautern ist eine durch Kaiser Friedrich Barbarossa im 12. Jahrhundert als Königspfalz erbaute Wehr- und Verwaltungsburg in der westpfälzischen Stadt Kaiserslautern.

Dann gibt es noch die Sage vom schlafenden Kaiser:

Barbarossa soll nicht auf dem Kreuzzug im Fluss Saleph ertrunken sein, er sei nur spurlos verschwunden gewesen, weil er lange Zeit „bei den Türken“ gefangen war. Eines Tages habe er sich mit List befreien können und sei unbemerkt in seine Burg in Lautern zurückgekehrt. Doch infolge einer Verfluchung durch die Türken dürfe er seine Burg erst wieder verlassen, wenn die Raben sie nicht mehr umkreisen. Eines Tages nun begab sich der Ritter der nahegelegenen Burg Beilstein aus Neugierde in die Gewölbe der Kaiserpfalz. Tief unten fand er den in einen purpurroten Mantel gekleideten Kaiser schlafend an einem Tisch sitzen. Der Kaiser erwachte und fragte den Besucher: „Sind die Raben fort?“ Als der Beilsteiner verneinte, senkte der Kaiser seinen Kopf und fiel wieder in Schlaf.

(Viktor Carl: Pfälzer Sagen und Legenden. ISBN 3-9804668-3-3, S. 441, 444, 449)

Ist also nix mit der Kyffhäusersage, liebe Thüringer, der schläft nicht bei Euch, sondern bei uns Pfälzern.


Der Trifels

Die staufische Reichsburg Trifels bei Annweiler in der Pfalz. Hier wurden einst die Reichskleinodien aufbewahrt und hier saß der englische König Richard Löwenherz gefangen.


Annweiler, die Trifelsstadt:


Bad Wimpfen - ehemalige Stauferpfalz und Freie Reichsstadt




Ähnlicher Artikel zu Karl dem Großen


Mittwoch, 13. Dezember 2017

Annweiler am Trifels in der Südpfalz


Annweiler am Trifels ist malerisch gelegen im Biosphärenreservat Pfälzerwald, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet in Deutschland. Umgeben von grünen Wäldern, idyllischen Bachtälern und sanft geschwungenen Bergen und Streuobstwiesen ist es ein idealer Ausgangspunkt für endlose Wanderungen durch unberührte Natur, aber auch für Radwanderungen auf den gut beschilderten Radwegen.

1116/1118 wurde Annweiler erstmals urkundlich erwähnt; 1219 erhob der Stauferkaiser Friedrich II. das Dorf zur freien Reichsstadt. Damit ist Annweiler am Trifels die zweitälteste Stadt der Pfalz nach Speyer. Bedeutung erlangte die Stadt besonders unter den Stauferkaisern. 1944 wurde das kleine Landstädtchen bei Bombenangriffen schwer zerstört, hat sich aber nach behutsamem Wiederaufbau viel von seinem mittelalterlichen Charme bewahrt.

Mit über 7.000 Einwohnern ist Annweiler am Trifels heute ein romantisches lebendiges Städtchen mit einem hübsch restaurierten historischen Stadtkern, überragt von der berühmten Kaiserburg Trifels und den Ruinen Anebos und Münz.


Die staufische Reichsburg Trifels bei Annweiler in der Pfalz. Hier wurden einst die Reichskleinodien aufbewahrt und hier saß der englische König Richard Löwenherz gefangen.


Der Trifels bei Annweiler im Pfälzerwald ist eine ehemalige Reichsburg der Staufer. Hier wurden im Mittelalter die Reichskleinodien aufbewahrt und hier saß bis zur Zahlung eines hohen Lösegeldes auch der englische König und Herzog der Normandie Richard Löwenherz gefangen.

Barbarossatunnel und Staufertunnel heißen sie, die Tunnel der Ortsumgehung von Annweiler in der Pfalz, und erinnern damit an die Vergangenheit der Reichsfeste Trifels im Mittelalter. Da war die Kleinstadt im Pfälzerwald sozusagen fast so was wie die Hauptstadt des Heiligen Römischen.


Die Tunnel von Annweiler im Pfälzerwald (u.a. Staufer-Tunnel, Barbarossa-Tunnel) sind die Ortsumgehung für die Ortschaften Annweiler und Rinnthal. Zwei der Tunnel wurden jüngst modernisiert. So wurden die Fluchtwege besser ausgeschildert und beleuchtet. Die Bundesstraße 10 ist die Hauptverkehrsader von West nach Ost durch den Pfälzerwald. Entsprechend hoch ist das Verkehrsaufkommen.




Donnerstag, 19. Oktober 2017

Vor 77 Jahren: Im Oktober 1940 begann die Vernichtung der Juden im Südwesten


Erstmals werden Juden in Pirmasens Mitte des 18.Jahrhunderts urkundlich erwähnt; die Wurzeln einer jüdischen Gemeinde lassen sich bis in die sog. ‚Landgrafenzeit’ um 1765 zurückverfolgen. Der am Ausbau seiner Residenzstadt interessierte Landgraf förderte die Ansiedlungen von Juden, da diese durch Schutzgelder für zusätzliche Einnahmen sorgten und auch den Handel belebten. Um 1900 war die Pirmasenser jüdische Gemeinde die drittgrößte der Pfalz. Aber schon in den 1920-er Jahren war Pirmasens eine Hochburg der NSDAP. Mit dem "Eisenhammer" wurde in der Stadt ein NS-Kampfblatt herausgegeben, das durchaus dem Vergleich mit Julius Streichers Stürmer standhält. Bereits im Oktober 1940 wurden die südwestdeutschen ‪Juden‬ in Lager verschleppt. Sie waren die ersten Opfer der Massendeportationen aus dem Reich. Nur wenige von ihnen überlebten. Ein knappes Jahr nach der Zerstörung der Synagogen wurden die in ‪Baden‬, in der ‪Pfalz‬ und im ‪‎Saarland‬ lebenden Juden deportiert. Die systematisch vorbereitete Aktion war eine Art Generalprobe: Im Herbst des Folgejahres begannen im Zuge der "Endlösung der Judenfrage" die großen Deportationen in die neu errichteten Vernichtungslager im Osten.


Holocaust-Mahnmal in Pirmasens



Der alte jüdische Friedhof von 1813 in Pirmasens

Spuren einstigen jüdischen Lebens in der Pfalz


Die Mikwe in Busenberg - Das Mikwe-Häuschen in Busenberg im Pfälzerwald ist das einzige in der Pfalz.




Der jüdische Friedhof von Rodalben:


Freitag, 22. September 2017

Pfalz-Zweibrücken, Geschichte einer Dynastie


Neumarkt in der Oberpfalz - Pfalzgrafenschloß (im Hintergrund) und Residenzkirche "Zu unserer lieben Frau"

Fast, ja fast, wäre auch Pfalz-Neumarkt (in der Oberpfalz in Bayern) einmal zweibrückisch gewesen. Jedenfalls zur Hälfte. Denn diese Hälfte hatte Stephan von Pfalz-Simmern-Zweibrücken-Veldenz (reg. 1410-1453) geerbt. Aber er verkaufte am 6. Juni 1448 den eigenen Anteil am Gesamtherzogtum um 96.000 fl. rh. an seinen Miterben Otto von Pfalz-Mosbach.

Er gilt übrigens als der Begründer der Linie Pfalz-Zweibrücken der Dynastie der Wittelsbacher. Die erste Residenzstadt war Meisenheim am Glan in der Nordpfalz.

Meisenheim


Da Meisenheim in den Kriegen mit Friedrich dem Siegreichen 1461 belagert und künftig als gefährdet angesehen wurde, wurden 1463 die pfalz-zweibrückischen Zentralbehörden und 1477 auch die Hofhaltung nach Zweibrücken (Rheinland-Pfalz) verlegt, wo die Residenz bis 1793 blieb. Durch die Grablege in der 1504 errichteten Schlosskirche (noch 1571 wurde dort Herzog Wolfgang (reg. 1532-1569) beigesetzt), die bis 1625 bestehende Münze und als Sitz der zweibrückischen Bergverwaltung behielt Meisenheim jedoch zentrale Funktionen bei. Wolfgang war überzeugter Protestant. So versuchte er, der Rekatholisierung Deutschlands durch das Augsburger Interim 1548–1552 Widerstand zu leisten. Nach dem Augsburger Religionsfrieden 1555 erließ er 1557 eine der großen und maßgeblichen Kirchenordnungen in Deutschland, die in anderen deutschen Fürstentümern übernommen wurde. Bestandteil dieser Kirchenordnung war auch das erste evangelische Gesangbuch, das im südwestdeutschen Raum von offizieller Seite herausgegeben wurde. 1566 nahm Wolfgang als kaiserlicher Kavallerie-Offizier am Türkenkrieg teil. 1569 führte er ein Söldnerheer von Hochfelden aus dem Elsass durch Burgund und Innerfrankreich in das Limousin, um den französischen Hugenotten unter dem Fürsten von Condé im dritten Hugenottenkrieg beizustehen. Herzog Wolfgang erkrankte während des Feldzuges und starb im Feldlager in Nexon. Die einbalsamierte Leiche Herzog Wolfgangs wurde auf Anordnung von Admiral Gaspard II. de Coligny zunächst in Angoulême eingesargt, dann 1571 nach dem Frieden von Saint-Germain (1570) von Cognac über La Rochelle auf einem lübischen Schiff durch den Ärmelkanal und den Öresund mit Aufenthalt in Kopenhagen nach Lübeck und von dort zur Beisetzung nach Meisenheim gebracht.

Zweibrücken


1489 stiftete Pfalzgraf Alexander bei seiner Rückkehr von einer Pilgerfahrt ins Heilige Land die später nach ihm benannte, 1493-1515 errichtete Alexanderskirche in Zweibrücken. Diese spätgotische Hallenkirche wurde zur neuen Grablege des Fürstengeschlechts. Der bislang letzte hier beigesetzte Angehörige der ältesten Dynastie Europas ist Alexander Prinz von Bayern (1923 - 2001).


Auch das benachbarte Homburg im heutigen Saarpfalz-Kreis gehörte zum Herzogtum.

Homburg


Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken (s. auch oben) erhielt 1557 das Fürstentum Pfalz-Neuburg. Nachdem der bis dahin regierende Ottheinrich 1556 pfälzischer Kurfürst geworden war, trat er sein altes Fürstentum, die sogenannte Junge Pfalz, 1557 im Heidelberger Sukzessionsvertrag an Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken ab. Nach dessen Tod 1569 fiel Neuburg an seinen ältesten Sohn Philipp Ludwig, der damit die jüngere Linie Pfalz-(Zweibrücken-)Neuburg begründete.

Neuburg an der Donau


Und hier noch ein paar Clips über Städte und Dörfer, die dereinst auch zum Territorium von Pfalz-Zweibrücken gehörten.

Bergzabern


Albersweiler


Annweiler


Freitag, 18. November 2016

Im Trifelsland


Der Hauptort des Trifelslandes ist zweifelsohne Annweiler, die ehemalige Freie Reichsstadt zu Füßen der Reichsburg Trifels.


Zu Annweiler gehört auch das nahe Queichhambach im Tal der Queich.


Und auch das benachbarte Albersweiler ist sehenswert.


Von Albersweiler aus geht es durch das Tal des Eußerbachs nach Eußerthal.


Das Kloster Eußerthal ist ein ehemaliges Zisterzienserkloster in Eußerthal bei Annweiler am Trifels. Vom Kloster ist nur der vordere Teil der ehemaligen Klosterkirche erhalten, und dient heute als Pfarrkirche.

Der Ursprung des Dorfes Eußerthal in der Südpfalz war die Gründung eines Klosters der Zisterzienser im Jahre 1148 (und mit Mönchen aus dem lothringischen Kloster Weiler-Bettnach besiedelt), dessen Klosterkirche heute noch das katholische Gotteshaus der Gemeinde ist. Dem Kloster Eußerthal oblag die Verwahrung der Reichskleinodien auf der nahegelegenen Reichsburg Trifels im 12. und 13. Jahrhundert. Das Kirchengebäude wurde wohl um 1220 begonnen und 1262 geweiht. Zahlreiche Zerstörungen und Plünderungen erfuhr das Kloster zwischen 1455 und 1525 (in den Bauernkriegen). Aufhebung des Klosters 1560 durch die Reformation. Von der Klosterkirche stehen noch der Chor, das Querschiff und das erste Joch des Langhauses. Am Chorhaupt schöne Gruppe von drei Fenstern (die oberen zwei sind modern). Während der Aufriß der Kirche noch ganz romanisch ist, sind die Kreuzgewölbe im Innern schon gotisch.

Und zwischen Albersweiler und Eußerthal geht es ab in das ebenfalls romantische Dernbachtal.

Wir besuchen die Katholische Kirche Heiligste Dreifaltigkeit in Dernbach mit Fresken aus dem Jahr 1300. Dann fahren wir weiter nach Ramberg und zurück nach Dernbach.



Dienstag, 13. September 2016

Ausflug an die Deutsche Weinstraße


Wenn man von Pirmasens aus an die Weinstraße fahren will, dann geht es erstmal eine Strecke über die Bundesstraße B10. An Werktagen geradezu eine Zumutung. Verkehr ohne Ende auf der zweispurigen Strecke. Bei Rinnthal verlassen wir dann diese "Horror-Piste".


Wir fahren weiter über Rinnthal, Sarnstall und Annweiler.


In Queichhambach, direkt nach Annweiler, befindet sich neben der Kirche der Fronhof, mit Gewißheit eines der besten Restaurants der Pfalz.

In Albersweiler machen wir einen kleinen Bummel durch den Ort.


Vom Albersweilerer Ortsteil Sankt Johann mit dem Löwensteiner Amtsschloß geht es weiter entlang der Weinstraße und wir erreichen Frankweiler.


Gleisweiler ist unser nächstes Etappenziel.


Und danach geht es weiter nach Burrweiler, wo sich das Deutsche Ofenmuseum befindet.


Über Siebeldingen fahren wir nach Birkweiler und pausieren beim "Stern'l", einer weiteren Pfälzer Institution mit seinem herrlichen Gastgarten.


Und - last but not least - machen wir noch eine kleine Fahrt durch Birkweiler.



Donnerstag, 22. Oktober 2015

Vor 75 Jahren - Die Deportation der Juden im Südwesten


Bereits im Oktober 1940 wurden die südwestdeutschen ‪#Juden‬ in Lager verschleppt. Sie waren die ersten Opfer der Massendeportationen aus dem Reich. Nur wenige von ihnen überlebten. Ein knappes Jahr nach der Zerstörung der Synagogen wurden die in ‪Baden‬, in der ‪Pfalz‬ und im ‪‎Saarland‬ lebenden Juden deportiert. Die systematisch vorbereitete Aktion war eine Art Generalprobe: Im Herbst des Folgejahres begannen im Zuge der "Endlösung der Judenfrage" die großen Deportationen in die neu errichteten Vernichtungslager im Osten.

Mehr hier bei der ZEIT: Artikel

Holocaust-Mahnmal in Pirmasens


Spuren einstigen jüdischen Lebens in der Pfalz










Sonntag, 31. Mai 2015

Auf den Spuren des Kaisers Barbarossa in der Pfalz

Kaiserslautern - Die Kaiserpfalz und das moderne Rathaus




Wie vier weitere deutsche Städte nennt sich Kaiserslautern in der Pfalz Barbarossastadt. Und der staufische Kaiser hielt sich hier auch gerne auf. Schon um das Jahr 1100 ließen die Salier hier eine Burg errichten, die Friedrich I. Barbarossa zu einer prächtigen Pfalz ausbauen ließ. Die Kaiserpfalz (im Volksmund auch Barbarossaburg genannt) lag in der Stadtmitte von Kaiserslautern, direkt unterhalb der Stelle, wo sich heute das neue Rathaus befindet.

Annweiler und die Reichsfeste Trifels

Die staufische Reichsburg Trifels bei Annweiler in der Pfalz. Hier wurden einst die Reichskleinodien aufbewahrt und hier saß der englische König Richard Löwenherz als Geisel Barbarossas gefangen.





Nach Barbarossa benannt ist auch einer der Tunnel der Ortsumgehung von Annweiler.

Donnerstag, 14. Mai 2015

Dereinst der "Nabel der Welt"

Der Trifels bei Annweiler in der Pfalz, dereinst zu Zeiten Barbarossas die wichtigste Burg des Heiligen Römischen Reiches, wurden doch auf ihr die Reichskleinodien aufbewahrt, das Schwert, die Krone, das Zepter und der Reichsapfel. Und auf der staufischen Reichsburg wurde auch Richard Löwenherz gefangengehalten, König von England und Herzog der Normandie.

Der Trifels, aufgenommen von der Waldbegräbnisstätte:


Der Trifels - Franz Roth at Work von franz-roth-tv


Annweiler selbst, einst Freie Reichsstadt, ist ein pittoreskes Städtchen.



Was haben eigentlich die Nürnberger Burg (Bild unten) und der Trifels in der Pfalz gemein? Mehr als man denkt!



Nun, zum einen erheben sich die beiden Burgen markant, die Kaiserburg in Nürnberg beherrscht die Skyline der Frankenmetropole und der Trifels bei Annweiler ist gleichfalls eine unübersehbare Landmarke im Pfälzerwald.

Doch das ist nicht alles, was die beiden Burgen gemeinsam haben.

Sie schützten jeweils (natürlich zu verschiedenen Zeiten) die Reichskleinodien des Heiligen Römischen Reiches, die Kaiserkrone, das Zepter und das Schwert.

Auf der Reichsburg Trifels wurden die Insignien der Macht im 12. und 13. Jahrhundert verwahrt.

Kaiser Sigismund (1368-1437) bestimmte die Reichsstadt Nürnberg ab 1423 zur alleinigen Aufbewahrungsstätte der Reichskleinodien zu ewiger Verwahrung. Sie wurden in der Kirche des Heilig-Geist-Spitals aufbewahrt. Die Reichskleinodien blieben von 1424 bis 1796 in Nürnberg.

Die Originale befinden sich heute in Wien. Aber sowohl auf dem Trifels als auch in Nürnberg (im Rathaus) sind Kopien ausgestellt.

Montag, 13. April 2015

Annweiler, die Trifelsstadt in der Südpfalz

                

Annweiler ist eine Kleinstadt in der Südpfalz am Rande des Pfälzerwaldes. Und es ist eine Stadt mit einer großen Geschichte. Einst Freie Reichsstadt und über ihr thront die ehemalige Reichsfeste Trifels, dereinst Aufbewahrungsort der Reichskleinodien und auch Gefängnis für Richard Löwenherz, König von England und Herzog der Normandie.


Der Trifels im Video, aufgenommen von der Waldbegräbnisstätte unweit des Asselsteins, eines beliebten Pfälzer Kletterfelsens.


Der Trifels - Franz Roth at Work von franz-roth-tv