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Mittwoch, 30. März 2022

Ostpreußen und Bayern

Schloß Ellingen

Seit 1216 gehörte Ellingen dem Deutschen Orden und war Residenz des Landkomturs der Ballei Franken. Sie war die mächtigste der 13 Provinzen (Balleien) im Deutschen Orden und deshalb stellte das kleine Ellingen ehemals das Zentrum einer weitgespannten Territorial- und Wirtschaftsmacht dar.


Ab 1718 entstand der barocke Schlossneubau unter dem Architekten Franz Keller. 1775 erfolgten durch den französischen Baumeister Pierre Michel d’Ixnard (1723–1795) Umbauten im Stil des frühen Klassizismus. Carl Philipp Fürst von Wrede ließ schließlich 1815 einige Raumfluchten mit kostbaren Seiden- und Papiertapeten, Möbeln, Glas und Bronzen aus Paris neu ausstatten. Diese Räume zählen mit den Stuckaturen und Möbeln d‘Ixnards zu den bedeutendsten Raumkunstwerken des Klassizismus in Bayern.

Das Kulturzentrum Ostpreußen leistet im Westflügel des barocken Ellinger Deutschordensschlosses einen wirkungsvollen Beitrag zur Bewahrung und Pflege des ostpreußischen Kulturerbes.

Gastronomie: Fürst Carl Bräustüberl


Schloß Schleißheim in Oberschleißheim bei München

Im Alten Schloß in Schleißheim hat die Ost- und Westpreußenstiftung in Bayern e.V. ihren Sitz.


Die Schlossanlage Schleißheim liegt in der Gemeinde Oberschleißheim im Landkreis München. Es handelt sich um einen Komplex von drei einzelnen Schlossbauten des 17. und 18. Jahrhunderts, die durch eine großzügige Gartenanlage axial miteinander verbunden sind. Das Areal umfasst das westlich gelegene Alte Schloss Schleißheim, das benachbarte Neue Schloss Schleißheim und das am Ostende des Parks gelegene Schloss Lustheim. Das Gebäudeensemble wurde von den bayerischen Kurfürsten als Sommerresidenz errichtet, die Anlage blieb jedoch unvollendet.

Schleißheim gehört neben Schloss Nymphenburg zu den größten Residenzen im Münchner Raum und wird zu den bedeutendsten Barockanlagen Deutschlands gezählt. Die Schlossanlage ist Teil der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen. Alle drei Schlösser und der Park können besichtigt werden.

Das Neue Schloss Schleißheim wurde im Auftrag des Kurfürsten Max Emanuel (reg. 1679-1726) erbaut. Der bayerische Herzog konnte sich an der Wende zum 18. Jahrhundert Hoffnungen auf die Kaiserwürde machen und versuchte, seinen Status mit einem Residenzbau nach französischen Vorbild zu unterstreichen. Das monumentale Neue Schloss wurde ab 1701 nach Plänen von Enrico Zuccalli errichtet, die Bauarbeiten kamen infolge des Spanischen Erbfolgekrieges jedoch 1704 zum Erliegen, die politischen Ziele des Kurfürsten scheiterten und er ging ins Exil. Die Wiederaufnahme der Bauarbeiten erfolgte nach der Rückkehr Max Emanuels 1715. Erst ab 1719 wurden die Fassade und die inneren Raumdekorationen nach Plänen von Joseph Effner ausgeführt. Von der ursprünglichen Absicht, eine vierflügelige barocke Residenz unter Einbeziehung des Alten Schlosses zu errichten, musste aufgrund der prekären Finanzlage des Bauherrn Abstand genommen werden und so wurde bis zum Tode des Kurfürsten 1726 – nach mehrfacher Reduzierung der Pläne – nur der Hauptbau fertig gestellt.

Festung Wülzburg bei Weißenburg in Bayern (Hohenzollernfestung Wülzburg)

Oberhalb von Weißenburg, auf der mit 630 Metern höchsten Bergkuppe der südlichen Frankenalb, liegt die alte ansbachische Hohenzollernfestung Wülzburg. Ein eindrucksvolles und einzigartiges Denkmal des Renaissancefestungsbaus in Deutschland.

Auf der Festung Wülzburg finden sich mehrere Gedenkstätten. Am 15. Februar 1997 wurde das Mahnmal an die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg als zentrale Gedenkstätte im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen eingeweiht. In mehrere Platten sind die Namen zahlreicher schlesischer, preußischer und sudetendeutscher Orte eingraviert. An den Kriegsgefangenen und späteren Präsidenten Charles de Gaulle erinnert eine Gedenktafel. An die sonstigen Kriegsgefangenen des Ersten Weltkriegs mahnt ein Obelisk.



Donnerstag, 19. August 2021

Impressionen aus Bayern (II)

Schloß Ellingen

Seit 1216 gehörte Ellingen dem Deutschen Orden und war Residenz des Landkomturs der Ballei Franken. Sie war die mächtigste der 13 Provinzen (Balleien) im Deutschen Orden und deshalb stellte das kleine Ellingen ehemals das Zentrum einer weitgespannten Territorial- und Wirtschaftsmacht dar.
Ab 1718 entstand der barocke Schlossneubau unter dem Architekten Franz Keller. 1775 erfolgten durch den französischen Baumeister Pierre Michel d’Ixnard (1723–1795) Umbauten im Stil des frühen Klassizismus. Carl Philipp Fürst von Wrede ließ schließlich 1815 einige Raumfluchten mit kostbaren Seiden- und Papiertapeten, Möbeln, Glas und Bronzen aus Paris neu ausstatten. Diese Räume zählen mit den Stuckaturen und Möbeln d‘Ixnards zu den bedeutendsten Raumkunstwerken des Klassizismus in Bayern.

Schloß Schleißheim in Oberschleißheim bei München

Die Schlossanlage Schleißheim liegt in der Gemeinde Oberschleißheim im Landkreis München. Es handelt sich um einen Komplex von drei einzelnen Schlossbauten des 17. und 18. Jahrhunderts, die durch eine großzügige Gartenanlage axial miteinander verbunden sind. Das Areal umfasst das westlich gelegene Alte Schloss Schleißheim, das benachbarte Neue Schloss Schleißheim und das am Ostende des Parks gelegene Schloss Lustheim. Das Gebäudeensemble wurde von den bayerischen Kurfürsten als Sommerresidenz errichtet, die Anlage blieb jedoch unvollendet.


Schleißheim gehört neben Schloss Nymphenburg zu den größten Residenzen im Münchner Raum und wird zu den bedeutendsten Barockanlagen Deutschlands gezählt. Die Schlossanlage ist Teil der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen. Alle drei Schlösser und der Park können besichtigt werden. Neben den historischen Raumfolgen werden im Alten Schloss wechselnde Ausstellungen gezeigt, das Schloss Lustheim beherbergt die Meißener Porzellan-Sammlung Stiftung Ernst Schneider. Das Neue Schloss dient als Barockgalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

Das Neue Schloss Schleißheim wurde im Auftrag des Kurfürsten Max Emanuel (reg. 1679-1726) erbaut. Der bayerische Herzog konnte sich an der Wende zum 18. Jahrhundert Hoffnungen auf die Kaiserwürde machen und versuchte, seinen Status mit einem Residenzbau nach französischen Vorbild zu unterstreichen. Das monumentale Neue Schloss wurde ab 1701 nach Plänen von Enrico Zuccalli errichtet, die Bauarbeiten kamen infolge des Spanischen Erbfolgekrieges jedoch 1704 zum erliegen, die politischen Ziele des Kurfürsten scheiterten und er ging ins Exil. Die Wiederaufnahme der Bauarbeiten erfolgte nach der Rückkehr Max Emanuels 1715. Erst ab 1719 wurden die Fassade und die inneren Raumdekorationen nach Plänen von Joseph Effner ausgeführt. Von der ursprünglichen Absicht, eine vierflügelige barocke Residenz unter Einbeziehung des Alten Schlosses zu errichten, musste aufgrund der prekären Finanzlage des Bauherrn Abstand genommen werden und so wurde bis zum Tode des Kurfürsten 1726 – nach mehrfacher Reduzierung der Pläne – nur der Hauptbau fertig gestellt.

Ursprünglich als Sommerschloss (nur wenige Räume verfügen über einen Kamin) und neue Residenz geplant, wurde das Schloss aufgrund des wechselhaften Schicksals Max Emanuels nur selten bewohnt; seine Nachfolger bevorzugten das näher an München gelegene Schloss Nymphenburg. Der Sohn und Nachfolger Max Emanuels, Karl Albrecht (reg. 1726-45), ließ nur noch einige fehlende Marmorkamine, Wandbespannungen und Täfelungen sowie Bodenbeläge ergänzen, der Enkel Maximilian III. Joseph (reg. 1745-77) ließ den Gardesaal zum neuen Speisesaal ausbauen und gab unter anderem bei Ignaz Günther die reich geschnitzten Portale in Auftrag.

Das Neue Schloss in Schleißheim mit seiner von Kurfürst Max Emanuel begründeten Gemäldesammlung wurde schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Öffentlichkeit als „Galerieschloss“ zugänglich gemacht. Durch Leo von Klenze wurden 1819 einige Änderungen an der Fassade vorgenommen, die dem barocken Bau ein klassizistischeres Äußeres verleihen sollten; unter anderem ließ dieser die kleinen Giebel über dem Corps de Logis und die Zwerchhäuser der Dachfenster entfernen. Seine klassizistischen Umgestaltungen an den Fassaden wurden beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg nicht übernommen, die Wiederherstellung orientierte sich an den Originalplänen Effners. Zwischen 1875 und 1879 war Prinz Otto in Schleißheim unter Überwachung gestellt. Das Neue Schloss Schleißheim ist heute für Besucher geöffnet und kann besichtigt werden.

München, die "Weltstadt mit Herz"


München - Slideshow

Neuburg an der Donau

Die Donau und die historische Altstadt prägen Neuburg an der Donau mehr als alles andere. Schon von weitem ist die prächtige Schlossfassade mit den zwei markanten Rundtürmen zu erkennen. Die Stadt liegt landschaftlich reizvoll im Donautal an der Grenze zwischen Fränkischer Alb im Norden sowie Donaumoos und Hügelland im Süden.


Neuburg an der Donau war seit 1505 Haupt- und Residenzstadt des neugegründeten Fürstentums Pfalz-Neuburg. Sein erster Pfalzgraf, Ottheinrich (1502 – 1559), verkörperte den typischen weltoffenen Renaissancemenschen. Er verschaffte dem neuen Geist in Architektur und Kunst, Politik und Wirtschaft auch in seiner Residenz Geltung. 1522 begann Neuburgs glänzendste Zeit, und es entstanden Residenzschloss, Hofkirche, Schlosskapelle und das Jagdschloss Grünau. Außerdem führte Ottheinrich den neuen evangelischen Glauben und den Buchdruck in Neuburg an der Donau ein. Die nachfolgenden Fürsten bauten die Stadt weiter aus, so dass sie heute als eine der schönsten Renaissance-Städte Bayerns gilt. Im Jahr 2005 wurde im Schloss die Staatsgalerie Flämische Barockmalerei eingerichtet. Sie beherbergt 150 Werke der bedeutendsten flämischen Meister wie z.B. Peter Paul Rubens, van Dyck, Teniers, Brueghel und vielen anderen.

Montag, 5. August 2019

In Mittelfranken unterwegs (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen)

Deutschordensschloß Ellingen

Ellingen, einer der schönsten Barockstädte Süddeutschlands, die aus gutem Grund als "Perle des Fränkischen Barock" bezeichnet wird. Sie befindet sich im Schnittpunkt des Fränkischen Seenlandes und des Naturparks Altmühltal. Der seit 2007 als Welterbe anerkannte Limes verläuft direkt über Ellinger Gemarkung.

Der Deutsche Orden erhielt im Jahr 1216 das Spital zu Ellingen als Lehen. Ellingen wurde Sitz des Landkomturs der Ballei Franken und wuchs zur reichsunmittelbaren Herrschaft heran. Bis etwa zum Jahr 1500 ging es mit dem Deutschen Orden und damit Ellingen stetig bergauf. Das 16. Jahrhundert brachte die Reformation und mit ihr die Bauernkriege, den Religionswechsel vieler umliegender Territorien und damit einen erheblichen wirtschaftlichen Einbruch des Deutschen Ordens. 1525 verlor der Orden Ostpreußen. Die Finanzkraft des Ordens ließ nach. Dazu kamen zwischen 1575 und 1630 große Hexenverfolgungen in Ellingen und im umliegenden Ordensgebiet, die mindestens 200 Tote gekostet haben. Der Untergang der Mittelalterlichen Ordensstruktur und Ordensmacht war gekommen. 1633 im Dreißigjährigen Krieg hatte Ellingen keine Einwohner mehr. Doch der Orden baute sein Gebiet systematisch wieder auf. Die Getreidelieferungen an kaiserliche Regimenter in den Kriegen Ludwigs XIV. im Westen, die Soldatenlieferungen in den Türkenkriegen nach Ungarn, die Getreidelieferungen im Spanischen Erbfolgekrieg ab dem Jahr 1703 an Reich, Habsburg, Bayern und Franzosen brachten noch einmal einen kometenhaften Anstieg der Finanzkraft des Ordens. Das dadurch eintretende goldene Jahrhundert Ellingens erlebte seinen Höhepunkt unter dem Landkomtur Carl Heinrich, Freiherr von Hornstein, der Ellingens barockes Stadtbild in seiner Gartenlandschaft entwarf und das Schloss sowie große Teile der prächtigen Bauten im Ellinger Stadtbild errichten ließ, die Ellingen, als „die Perle des fränkischen Barock“ bis heute prägen. Übrigens: Eine Militärurkunde von 1808 bezeichnet Ellingen erstmals als Stadt. Im Jahre 1815 wurde das Schloss Ellingen Residenz des Feldmarschalles Fürst von Wrede. Um 1939 wurde das Schloss an den bayerischen Staat verkauft. Das Schloss enthält ein Deutschordens-Museum, Prunkräume und das Kulturzentrum Ostpreußen. Das Schloss ist ganzjährig zu besichtigen.

Kastell Biricianum (Biriciana) in Weißenburg

Die Regio Biriciana vermittelt mit Resten von Römerstraßen, dem teilweise noch sichtbaren Verlauf des Limes, den Kastellen, Bauernhöfen, den Weißenburger Römerthermen und insbesondere dem Römermuseum mit seinen religiösen oder sonstigen Gegenständen aus der damaligen Zeit ein anschauliches Bild der Menschen, der Kultur und des alltäglichen Lebens in der (damals römischen) "Provinz". Das rekonstruierte Nordtor des Römerkastells (porta decumana) wurde zum Symbol der "Regio Biriciana", die mit Weißenburg als Mittelpunkt zu lohnenden Ausflügen in das nahe Umland, nach Ellingen (Sablonetum), dem römischen Gutshof am Nagelberg bei Treuchtlingen, dem Römerbad Theilenhofen (Iciniacum) oder zum Kleinkastell (Burgus) auf dem Jura bei Burgsalach auffordert. Das Nordtor ist zum neuen Aushängeschild des "römischen" Weißenburg geworden und bereichert damit auch die gesamte Regio Biriciana mit Limes, römischen Gutshöfen (villae rusticae) und weiteren Kastellen. Am 15. Juli 2005 hat die Welterbekommission der UNESCO im südafrikanischen Durban den obergermanisch-raetischen Limes als "Welterbe" anerkannt.

Wie die alten Römer einst der Kälte trotzten: antike Fußbodenheizung im Kastell Biricianum (Biriciana)

Naturwunder "Steinerne Rinnen"

Von diesen eigenartigen Naturwundern gibt es in der Region mindestens fünf.

Die Steinerne Rinne bei dem kleinen Örtchen Rohrbach im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (Bayern) gehört zu den bemerkenswertesten Naturwundern der Fränkischen Alb. Hier baut sich ein Bach sozusagen seinen eigenen Damm. Solche Steinernen Rinnen (von denen es einige im Naturpark Altmühltal gibt) entstehen, wenn das Wasser des Baches den Kalksandstein des Jura auslöst und in Verbindung mit dem Luftsauerstoff bei einer bestimmten Fließgeschwindigkeit des Wassers Tuff bildet. Diese Dämme wachsen pro Jahr ungefähr um einen Zentimeter. Sie ist u.a. mit Video in diesem Artikel zu sehen.

Drei weitere Steinerne Rinnen, die Steinernen Rinnen von Wolfsbronn, Kurzenaltheim und Oberweiler, finden sich in dem nicht weit entfernten Meinheim am Rande des Altmühltals und am Fuße des Hahnenkamms. Das deutlich bekannteste Geotop ist die Steinerne Rinne bei Wolfsbronn (Bild links), die sich etwa 500 m westlich des Meinheimer Ortsteils befindet. Die Rinne ist etwa 130 m lang, 160 cm hoch und stark mit Moos bewachsen. Die gewundene Rinne ist von mehreren kleinen Wasserfällen durchbrochen. Aufgrund der geologischen Gegebenheit, vielfältigen und seltenen Flora wurde das Gelände 1984 als Naturschutzgebiet und Geotop ausgewiesen. Sie verdankt ihre besondere Konstellation nicht zuletzt der jahrelangen Pflege durch Eduard Völklein. Die Rinne verzeichnet alljährlich einen hohen touristischen Zuspruch.

Münster Heidenheim

Kloster Heidenheim war Keimzelle der Christianisierung in Franken. Als spirituelles Zentrum, Wissensraum und Stätte kultureller Innovation spielte es über Jahrhunderte eine Schlüsselrolle bei der zivilisatorischen Entwicklung der Region.


Mehr in diesem Artikel.


Freitag, 29. März 2019

Ostpreußen in Bayern

Schloß Ellingen

Seit 1216 gehörte Ellingen dem Deutschen Orden und war Residenz des Landkomturs der Ballei Franken. Sie war die mächtigste der 13 Provinzen (Balleien) im Deutschen Orden und deshalb stellte das kleine Ellingen ehemals das Zentrum einer weitgespannten Territorial- und Wirtschaftsmacht dar.


Ab 1718 entstand der barocke Schlossneubau unter dem Architekten Franz Keller. 1775 erfolgten durch den französischen Baumeister Pierre Michel d’Ixnard (1723–1795) Umbauten im Stil des frühen Klassizismus. Carl Philipp Fürst von Wrede ließ schließlich 1815 einige Raumfluchten mit kostbaren Seiden- und Papiertapeten, Möbeln, Glas und Bronzen aus Paris neu ausstatten. Diese Räume zählen mit den Stuckaturen und Möbeln d‘Ixnards zu den bedeutendsten Raumkunstwerken des Klassizismus in Bayern.

Das Kulturzentrum Ostpreußen leistet im Westflügel des barocken Ellinger Deutschordensschlosses einen wirkungsvollen Beitrag zur Bewahrung und Pflege des ostpreußischen Kulturerbes.

Gastronomie: Fürst Carl Bräustüberl


Schloß Schleißheim in Oberschleißheim bei München

Im Alten Schloß in Schleißheim hat die Ost- und Westpreußenstiftung in Bayern e.V. ihren Sitz.


Die Schlossanlage Schleißheim liegt in der Gemeinde Oberschleißheim im Landkreis München. Es handelt sich um einen Komplex von drei einzelnen Schlossbauten des 17. und 18. Jahrhunderts, die durch eine großzügige Gartenanlage axial miteinander verbunden sind. Das Areal umfasst das westlich gelegene Alte Schloss Schleißheim, das benachbarte Neue Schloss Schleißheim und das am Ostende des Parks gelegene Schloss Lustheim. Das Gebäudeensemble wurde von den bayerischen Kurfürsten als Sommerresidenz errichtet, die Anlage blieb jedoch unvollendet.

Schleißheim gehört neben Schloss Nymphenburg zu den größten Residenzen im Münchner Raum und wird zu den bedeutendsten Barockanlagen Deutschlands gezählt. Die Schlossanlage ist Teil der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen. Alle drei Schlösser und der Park können besichtigt werden.

Das Neue Schloss Schleißheim wurde im Auftrag des Kurfürsten Max Emanuel (reg. 1679-1726) erbaut. Der bayerische Herzog konnte sich an der Wende zum 18. Jahrhundert Hoffnungen auf die Kaiserwürde machen und versuchte, seinen Status mit einem Residenzbau nach französischen Vorbild zu unterstreichen. Das monumentale Neue Schloss wurde ab 1701 nach Plänen von Enrico Zuccalli errichtet, die Bauarbeiten kamen infolge des Spanischen Erbfolgekrieges jedoch 1704 zum Erliegen, die politischen Ziele des Kurfürsten scheiterten und er ging ins Exil. Die Wiederaufnahme der Bauarbeiten erfolgte nach der Rückkehr Max Emanuels 1715. Erst ab 1719 wurden die Fassade und die inneren Raumdekorationen nach Plänen von Joseph Effner ausgeführt. Von der ursprünglichen Absicht, eine vierflügelige barocke Residenz unter Einbeziehung des Alten Schlosses zu errichten, musste aufgrund der prekären Finanzlage des Bauherrn Abstand genommen werden und so wurde bis zum Tode des Kurfürsten 1726 – nach mehrfacher Reduzierung der Pläne – nur der Hauptbau fertig gestellt.

Dienstag, 8. Mai 2018

Preußen in Bayern


Preußisches Hoheitsgebiet in Bayern? Ja, in Dinkelsbühl! Dieses alte Grenzschild im Heimatmuseum der Stadt Dinkelsbühl an der Romantischen Straße in Mittelfranken beweist es: Dinkelsbühl war mal preußisch. Und zwar von 1804 bis 1806. 1802 war der Status Freie Reichsstadt verloren gegangen und die Stadt zunächst dem Kurfürstentum Bayern zugeschlagen worden und dann per Gebietstausch in das preußische Verwaltungsgebiet Ansbach-Bayreuth eingegliedert. Nach diesem zweijährigen Intermezzo gelangte die Stadt dann wieder an das gerade neu gegründete Königreich Bayern.

Aber es gibt noch mehr Spuren. Denn die Hohenzollern, die man primär mit den deutschen Kaisern Wilhelm I. und Wilhelm II. oder dem "Alten Fritz" in Verbindung bringt, hatten ihre ersten Ämter als Burggrafen von Nürnberg.

Und später gab es dann die Markgrafschaften Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Bayreuth.

Und deswegen finden wir eine der größten Grablegen der Hohenzollern auch in Mittelfranken. Im Münster von Heilsbronn, zwischen Nürnberg und Ansbach.



Deutschordensschloss, Ellingen, Mittelfranken, Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, Bayern / Neu erbaut ab 1711. Der Ostflügel entstand unter dem Landkomtur der Balley Franken des Deutschen Ordens von Gelnhausen . Der übrige Hauptbau unter Carl-Heinrich, Freiherr von Hornstein, seinem Nachfolger von 1718 bis 1721. Die Anlage erweist sich mit ihren raffinierten Raumschöpfungen von Vestibül, Treppenhaus und Festsaal sowie mit der geschickten Verdichtung des französischen Pavillonsystems durchaus auf der Höhe der Schlossbaukunst des Hochbarocks. (Zitat nach: ELLINGEN IN BILDERN - Ein Rundgang durch die barocke Residenz des Deutschen Ordens von Harald Bodenschatz und Johannes Geisenhof) / Im Jahre 1815 wurde das Schloss Ellingen Residenz des Feldmarschalles Fürst von Wrede, um 1939 wurde es an den bayerischen Staat verkauft. Das Schloß ist ganzjährig zu besichtigen. Das Schloßbräustüberl gegenüber lädt zum Verweilen ein. Die Brauerei dort besteht seit 1690. Im Schloß, das heute der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen untersteht, befindet sich neben den Ausstellungen zum Deutschen Orden und den Einrichtungen aus der Zeit der fürstlichen Familie heute auch das Kulturzentrum Ostpreußen.

Auch im Schloß Schleißheim (im Alten Schloß) bei München findet sich eine Austellung der Ost- und Westpreußenstiftung Bayern.






Donnerstag, 15. Oktober 2015

Preußen in Bayern - Eine Spurensuche - Teil 2


Deutschordensschloss, Ellingen, Mittelfranken, Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, Bayern / Neu erbaut ab 1711. Der Ostflügel entstand unter dem Landkomtur der Balley Franken des Deutschen Ordens von Gelnhausen . Der übrige Hauptbau unter Carl-Heinrich, Freiherr von Hornstein, seinem Nachfolger von 1718 bis 1721. Die Anlage erweist sich mit ihren raffinierten Raumschöpfungen von Vestibül, Treppenhaus und Festsaal sowie mit der geschickten Verdichtung des französischen Pavillonsystems durchaus auf der Höhe der Schlossbaukunst des Hochbarocks. (Zitat nach: ELLINGEN IN BILDERN - Ein Rundgang durch die barocke Residenz des Deutschen Ordens von Harald Bodenschatz und Johannes Geisenhof) / Im Jahre 1815 wurde das Schloss Ellingen Residenz des Feldmarschalles Fürst von Wrede, um 1939 wurde es an den bayerischen Staat verkauft. Das Schloß ist ganzjährig zu besichtigen. Das Schloßbräustüberl gegenüber lädt zum Verweilen ein. Die Brauerei dort besteht seit 1690. Im Schloß, das heute der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen untersteht, befindet sich neben den Ausstellungen zum Deutschen Orden und den Einrichtungen aus der Zeit der fürstlichen Familie heute auch das Kulturzentrum Ostpreußen.

Auch im Schloß Schleißheim (im Alten Schloß) bei München findet sich eine Austellung der Ost- und Westpreußenstiftung Bayern.


Mittwoch, 22. April 2015

Ostpreußen und Bayern

Deutschordensschloß Ellingen - Kulturzentrum Ostpreußen

Im Schloß zu Ellingen war einst der Sitz der Ballei Franken des Deutschen Ordens. Heute ist hier unter anderem das Kulturzentrum Ostpreußen untergebracht.

Der Freistaat Bayern hat eine Patenschaft mit Ostpreußen. Eine weitere Ausstellungsstätte hierzu finden wir im Schloß Schleißheim bei München (siehe Video):


Schloß Schleißheim in Oberschleißheim bei München by Franz Roth