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Dienstag, 5. Oktober 2021

Fränkische Festungen - Wülzburg und Rothenberg

Unterwegs in Franken


Festung Wülzburg bei Weißenburg in Bayern (Hohenzollernfestung Wülzburg)

Die Wülzburg wurde erbaut von den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und war eine ständige Bedrohung der Reichsstädte Weißenburg und Nürnberg.

Sie hat eine quasi Beziehung zu Frankreich und zum Ersten Weltkrieg: denn auf ihr war der junge Leutnant Charles de Gaulle als Kriegsgefangener inhaftiert. Er unternahm von der Wülzburg mehrere erfolglose aber durchaus spektakuläre Fluchtversuche. So unter anderem in einem Wäschekorb.

Bemerkenswert an der Festungsanlage ist u.a. der sogenannte Siebenröhrenbrunnen, der aus 133 Metern Tiefe die Festungsanlage mit Wasser versorgte.
Oberhalb von Weißenburg, auf der mit 630 Metern höchsten Bergkuppe der südlichen Frankenalb, liegt die alte ansbachische Hohenzollernfestung Wülzburg. Ein eindrucksvolles und einzigartiges Denkmal des Renaissancefestungsbaus in Deutschland.

Neben der Zitadelle Jülich (1549ff), der Festung Dömitz (1559 bis 1565) und der Zitadelle Spandau (1560ff) ist die Wülzburg eine der vier engverwandten Renaissance-Festungen, die im deutschsprachigen Raum erhalten sind. Sie verdeutlichen in einmaliger Folge den zeittypischen Wehrbau der Renaissance.

Seit dem 11. Jahrhundert befand sich an dieser Stelle ein Benediktinerkloster, das im Zuge der Reformation zuerst in eine Probstei und 1537 in ein weltliches Verwalteramt umgewandelt wurde.

Im Jahre 1588 ließ Markgraf Georg Friedrich d.Ä. von Brandenburg-Ansbach hier an der südlichen Grenze seines Territoriums in direkter Nachbarschaft der Reichsstadt Weißenburg, des Deutschen Ordens in Ellingen, der Grafschaft Pappenheim und des Fürstbistums Eichstätt eine pentagonale Festungsanlage mit den Bastionen Jungfrau, Krebs, Rossmühle, Kaltes Eck und Hauptwache im neuitalienischen Bastionärssystem errichten. Die Bastionen Jungfrau und Krebs erhielten ihre Namen durch gleichnamige Kanonen.
Den Grundriss der Wülzburg bildet ein fast regelmäßiges Fünfeck, ein Pentagon. Dieses hatte gegenüber den älteren quadratischen oder rechteckigen Anlagen ballistische und konstruktive Vorteile, weshalb man sich im ausgehenden 16. Jahrhundert für dieses Planschema entschied.

Der Außenrundgang und der Innenhof der Festung sind jederzeit zugänglich.

Der "Siebenröhrenbrunnen" - Als Wasserversorgung diente ursprünglich der Tiefe Brunnen im Westflügel. Mit 143,2 Metern (nach erfolgter Freilegung) ist er einer der tiefsten Festungsbrunnen Deutschlands. Er wurde um das Jahr 1600 angelegt und hat einen Durchmesser von 2,5 Metern. Zwischen 1823 und 1831 wurden vom Königreich Bayern sechs Regenwasserzisternen (nach Plänen des bayerischen Ingenieurhauptmanns Franz von Hörmann) errichtet; fünf davon in den Wallmauern, die größte Zisterne zentral im Innenhof. Diese, genannt Ludwigszisterne (nach König Ludwig I. von Bayern), war die größte ihrer Art im gesamten Königreich und ist bis heute ein Spitzenprodukt der Ingenieursbaukunst. Die Ludwigszisterne fasst 1,3 Millionen Liter, das von jeweils vier Pumpen- und Ziehbrunnen entnommen werden kann.

Auf der Festung Wülzburg finden sich mehrere Gedenkstätten. Am 15. Februar 1997 wurde das Mahnmal an die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg als zentrale Gedenkstätte im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen eingeweiht. In mehrere Platten sind die Namen zahlreicher schlesischer, preußischer und sudetendeutscher Orte eingraviert. An den Kriegsgefangenen und späteren Präsidenten Charles de Gaulle erinnert eine Gedenktafel. An die sonstigen Kriegsgefangenen des Ersten Weltkriegs mahnt ein Obelisk.

Festung Rothenberg bei Schnaittach

Rothenberg ist Europas größte Barockfeste mit über 22 Meter hohen Wällen und Bastionen oberhalb von Schnaittach gelegen.


Im 18. Jahrhundert wurde die Anlage vom Kurfürsten von Bayern nach französischem Vorbild als bedeutende Rokoko-Festung errichtet (Bauzeit von ca. 1729 bis 1750). Zeitweise waren 400 Soldaten untergebracht. Erbaut ist sie auf einer geschleiften älteren und kleineren Befestigungsanlage, die auf den Resten einer noch älteren Burgruine errichtet worden war, auf der zeitweise auch Conz Schott von Schottenstein als Burggraf beheimatet war.

Sonntag, 5. September 2021

Auf den Spuren der Römer


Die Römer im Südwesten


Die Römer im Südwesten: Römermuseum Homburg Schwarzenacker und Europäischer Archäologiepark Bliesbruck-Reinheim.

Gallo-römische Thermen in Mackwiller im Elsaß


Pfünz im Altmühltal

Die Altmühlbrücke Pfünz (Gemeinde Walting, Landkreis Eichstätt, Oberbayern) gilt als eine der bedeutendsten historischen Steinbrücken Bayerns. Der alte Flussübergang wurde 1979 durch einen Neubau entlastet und ist seitdem nur für Fußgänger und Radfahrer freigegeben.

Der Name des Dorfes Pfünz, der sich vom lateinischen „pons“ ableitet, deutet auf eine Brückenanlage dieser Zeitstellung hin. Der Altmühlübergang war vom Kastell aus gut zu überwachen. Diese erste Brücke war sicherlich eine Holzkonstruktion an der Stelle einer vorrömischen Furt.

Die erhaltene vierjochige Bogenbrücke geht wahrscheinlich auf das 15. Jahrhundert zurück. Um 1486 wird ein Brückenzoll zu Pfünz erwähnt, so dass der Baubeginn in die Amtszeit der Eichstätter Fürstbischofs Wilhelm von Reichenau fallen könnte. Das Bistum war bis kurz nach 1700 für den Unterhalt zuständig und nahm den Wegzoll ein. Anschließend wurde der Gemeinde das Zollerhebungsrecht zugesprochen.


Während der Napoleonischen Kriege sprengten österreichische Truppen am 22. Juli 1800 die Brücke. In einer Reparaturrechnung von 1822 ist von einer hölzernen Ersatzkonstruktion die Rede. Später erneuerte man die Bögen jedoch wieder in der ursprünglichen Form. Vielleicht ist dies um 1878 geschehen, als im Schriftverkehr zwischen der Gemeinde und dem Königlichen Bezirksamt Eichstätt eine Erweiterung erwähnt wurde, die durch die Zolleinnahmen finanziert werden sollte.

1976 beschädigte ein amerikanischer Panzer die auf 12 Tonnen beschränkte Brücke schwer. Die Schäden konnten noch im gleichen Jahr beseitigt werden, wobei die Brüstungen größtenteils neu aufgemauert werden mussten.

Unweit der Brücke liegt das römische Kastell Vetonianis auf einer Bergzunge. Weitere 10 Kilometer nördlich verlief der Limes, die Außengrenze des Reiches.

In Pfünz findet man die unter anderem von Friedrich Winkelmann zwischen 1884 und 1900 ergrabenen Reste des Römerkastells Vetoniana. Das Kastell wurde unter Kaiser Domitian erbaut und bildete einen Teil der rückwärtigen Befestigungen des Limes. Zunächst in Holz, unter Kaiser Antoninus Pius in Stein erbaut, 166 zerstört und wiederaufgebaut, wurde es 233 höchstwahrscheinlich endgültig von den Alamannen zerstört. Sichtbar sind konservierte Teile der Grundmauern sowie des in den anstehenden Felsen geschlagenen Doppelspitzgrabens.

Der Limesturm von Erkertshofen im Naturpark Altmühltal, die einzige gemauerte Rekonstruktion eines römischen Wachturms in Deutschland.


Kastell Biricianum (Biriciana), Weißenburg in Bayern
Die Regio Biriciana vermittelt mit Resten von Römerstraßen, dem teilweise noch sichtbaren Verlauf des Limes, den Kastellen, Bauernhöfen, den Weißenburger Römerthermen und insbesondere dem Römermuseum mit seinen religiösen oder sonstigen Gegenständen aus der damaligen Zeit ein anschauliches Bild der Menschen, der Kultur und des alltäglichen Lebens in der (damals römischen) "Provinz". Das rekonstruierte Nordtor des Römerkastells (porta decumana) wurde zum Symbol der "Regio Biriciana", die mit Weißenburg als Mittelpunkt zu lohnenden Ausflügen in das nahe Umland, nach Ellingen (Sablonetum), dem römischen Gutshof am Nagelberg bei Treuchtlingen, dem Römerbad Theilenhofen (Iciniacum) oder zum Kleinkastell (Burgus) auf dem Jura bei Burgsalach auffordert. Das Nordtor ist zum neuen Aushängeschild des "römischen" Weißenburg geworden und bereichert damit auch die gesamte Regio Biriciana mit Limes, römischen Gutshöfen (villae rusticae) und weiteren Kastellen. Am 15. Juli 2005 hat die Welterbekommission der UNESCO im südafrikanischen Durban den obergermanisch-raetischen Limes als "Welterbe" anerkannt.

Römische Thermen Weißenburg - Große, außergewöhnlich gut erhaltene Bäderanlage aus der Zeit der Römer

Die 1977 entdeckte große Thermenanlage gewährt einen spannenden Einblick in die wohl angenehmste Seite der römischen Kultur. Die Thermen der antiken Welt waren nicht nur ein Ort der luxuriösen Entspannung und Erholung mit den unterschiedlichsten Bademöglichkeiten und Wellnessangeboten, sondern auch einer der beliebtesten sozialen Treffpunkte. So kamen bei Sport und Spiel auch die leiblichen Genüsse wie Essen und Trinken nicht zu kurz. Ohne Zweifel waren die Thermen auch ein geeigneter Ort seine Geschäfte zu erledigen und den neuesten Klatsch und Tratsch auszutauschen. Daher sind sie von der gesamten Bevölkerung, Männern wie Frauen, besucht worden. Die Thermen dienten allerdings nicht nur dem Vergnügen. In erster Linie sollten die Bäder die Hygiene und Gesundheit der Menschen sichern.
Die bauliche Entwicklung der römischen Thermen in Weißenburg ist dank der Konservierung und Restaurierung Anfang der 1980er Jahre gut von den Besuchern nachvollziehbar. Ein maßstabsgetreues Modell und das Doku-Drama „Macht, Pracht und Untergang“ vermitteln den Besuchern einen Eindruck der einstigen Größe und des Aussehens der Thermen als auch des Kastells.



Freitag, 30. August 2019

An Salzbach und Lauter - Auf den Spuren der früheren Holztrift


Wenn wir von den Höhen der Hackmesserseite kommend Richtung Ludwigsthaler Glashütte fahren, dann kommen wir ins Tal des Salzbachs. Hier begann dereinst der Weg des Holzes via Wassertrift bis ins elsässische Weißenburg (Wissembourg).


Über die L485 vorbei am Stephanshof und entlang des Salzbachs nach Glashütte

Der Salzbach ist mit rund 17 km der längste Nebenfluss der Lauter, die hier am Oberlauf Wieslauter heißt. Der Name des Baches weist nicht auf Salzgehalt hin, sondern auf die ehemalige Zollstation Salzwoog, wo Salzhändler beim Grenzübertritt zwischen den Territorien des Hochstifts Speyer und des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken eine Steuer zu entrichten hatten.


Bei Hinterweidenthal mündet der Salzbach von rechts in die Wieslauter.


Hinterweidenthal in der Pfalz (Wasgau, Pfälzerwald) - staatlich anerkannter Erholungsort im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz - nahe des Ortes befinden sich verschiedene Felsformationen, wie Teufelstisch (im Video zu sehen), Rappenfels und Heufelsen. Die evangelische Kirche ist ein Saalbau von 1778. Sehenswert die vielen Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert.

Die Lauter, am gesamten Oberlauf im südlichen Pfälzerwald, dem deutschen Teil des Wasgaus, bis zur französischen Grenze Wieslauter genannt, ist ein linker Nebenfluss des Rheins in Rheinland-Pfalz und dem Elsaß. Die Quelle der Wieslauter liegt mitten im Pfälzerwald unmittelbar südöstlich der Pfälzischen Hauptwasserscheide südlich der Burg Gräfenstein.

Aufstieg zur Burg Gräfenstein bei Merzalben

Das Quellgebiet der Wieslauter ist eine der Kernzonen des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen.

Nach Hinterweidenthal passiert die Wieslauter Dahn.


Dahn im Pfälzerwald - Stadtansichten, Sankt Laurentius, ehemalige Synagoge und Burg Altdahn

Hinter Dahn fließt die Wieslauter nach Südosten und passiert auch Bundenthal.


Die Annakapelle bei Niederschlettenbach im Tal der Wieslauter im Pfälzerwald. Hier ist der Ritter Hans Trapp (Hans von Trotha) beigesetzt.


Gegen Ende des 15. Jahrhunderts mussten sich sowohl der Kaiser als auch zwei nacheinander amtierende Päpste, Innozenz VIII. und Alexander VI., mit der sog. "Wasserfehde" befassen, die Hans von Trotha, Ritter von Burg Berwartstein, mit dem Kloster Weißenburg austrug: Zuerst ließ der Ritter, der im Sagengut der Region zum Kinderschreck "Hans Trapp" geworden ist, bei Bobenthal die Wieslauter aufstauen und entzog so dem abwärts gelegenen Städtchen Weißenburg das Wasser; nach Beschwerden des Klosters sorgte er für das Einreißen des Dammes und verursachte in Weißenburg eine gewaltige Überschwemmung mit erheblichen wirtschaftlichen Schäden.

Fünf Kilometer hinter Bobenthal überquert die Wieslauter die Staatsgrenze von Deutschland nach Frankreich, wo sie dann la Lauter genannt wird. Gleich anschließend erreicht sie in Wissembourg (Weißenburg, Elsaß) die Oberrheinische Tiefebene.


Bobenthal - Sankt Germanshof - Wissembourg - Im deutsch-französischen Grenzgebiet im Wasgau und im Nordelsaß - 1950 fand beim zu Bobenthal gehörenden Sankt Germanshof die erste Kundgebung für ein geeintes Europa ohne Schlagbäume statt.



Donnerstag, 29. August 2019

Weinland: Südpfalz und Nordelsaß


Schweigen-Rechtenbach, hier steht das Deutsche Weintor und hier verläuft die Grenze zu Frankreich mitten durch die Weinberge. Was u.a. dazu führt, dass deutsche Winzer Besitz auf dem Gebiet von Wissembourg in Frankreich haben und Winzer aus dem Elsaß auch auf der deutschen Seite.


In der Feudalzeit gehörte Schweigen zum damals deutschen Weißenburg. Viele Schweigener fühlen sich heute noch eher mit Wissembourg verbunden als mit Rechtenbach, mit dem sie 1969 zum "Bindestrichdorf" verbunden wurden. Und weder Staatsgrenze noch mangelnder Fremdsprachenunterricht konnte hüben wie drüben verhindern, dass man sich bestens verständigt. Man spricht ja denselben Dialekt.

So viel Gemeinsamkeit war aber in der jüngeren Geschichte nicht immer gewesen, denn das Deutsche Weintor, das die Nazis 1936 am Rande des Pfälzerwaldes bauten, war ein Signal gegen Frankreich. Der trutzige Eingang der Deutschen Weinstraße sollte einen deutschen Kontrapunkt zum renommierten französischen Wein setzen. Heute kann man darüber nur schmunzeln. Der Wein, den einige Winzer in Schweigen machen, stammt nämlich von französischem Boden, genauer vom Sonnenberg in Wissembourg.


Welcher Weinberg von Franzosen und welcher von Deutschen bewirtschaftet wird? Das kann man am Abstand der Reben erkennen: Die Deutschen pflanzen die Reben weiter auseinander.


Von Bad Bergzabern Richtung Deutsches Weintor


vor Schweigen-Rechtenbach liegt Oberotterbach, wo der Gemahl der englischen Königin Wurzeln hat.


Impressionen aus Wissembourg

         

Und nein, das ist nicht in München, auch das ist in Weißenburg.


Wir besuchen immer gerne den Weihnachtsmarkt in Weißenburg im Elsaß. Ein kleiner beschaulicher Markt neben der Kirche Saints-Pierre-et-Paul. Sie ist neben dem Straßburger Münster die größte gotische Hallenkirche des Elsaß und beherbergt mit dem Heiligen Christophorus Frankreichs größtes gemaltes Menschenbildnis.


Nicht nur in der Hostellerie Le Cygne (Bild links) kann man gut essen und logieren, aber eine kleine Schlemmerpause dort beim Besuch des Weihnachtsmarktes ist durchaus empfehlenswert. Die Küche ist regional und so gibt es natürlich auch "Hausmacher Gänsestopfleberpastete mit einem Aprikosen-Honig-Rosmarin-Kompott und Gewürztraminer-Ingwer Gelee" oder "Schnecken-Pfannküchle in Knoblauchsahnesoße". En passant bemerkt: Wer so etwas, oder auch Froschschenkel, etwa aus sog. "tierethischen" Gründen nicht mag, der ist im Elsaß, wie überhaupt in Frankreich, ziemlich fehl am Platze. Meine ganz persönliche Meinung.


Um Parkplätze muss man sich in Wissembourg auch nicht groß sorgen, die gibt es bei einer autobegeisterten Nation zur Genüge. Ach ja, und die hierzulande ach so beliebten Fußgängerzonen, die gibt es gottseidank auch nicht. Jeder Winkel in der Altstadt kann mit dem Auto befahren werden.

Mittwoch, 21. August 2019

Auf den Spuren kriegerischer Geschichte im deutsch-französischen Grenzgebiet

Denkmal zur Erinnerung an die bayerischen Gefallenen der Schlacht bei Woerth und Froeschwiller am 6. August 1870 im Deutsch-Französischen Krieg

Die Schlacht bei Woerth (französisch als Bataille de Frœschwiller-Wœrth und auch als Bataille de Reichshoffen bezeichnet) fand am 6. August 1870 im Deutsch-Französischen Krieg in der Nähe des Ortes Woerth im Unterelsass statt.

Kronprinz Friedrich von Preußen, der Befehlshaber der deutschen 3. Armee, hatte nach der siegreichen Schlacht bei Weißenburg (Wissembourg) am 4. August den Vormarsch in südwestlicher Richtung fortgesetzt und sein Hauptquartier nach Sulz vorverlegt. Er ordnete für den nächsten Tag nur das Aufschließen und eine Frontänderung seiner Armee an. Am 6. August entwickelten sich bereits bei Tagesanbruch Scharmützel zwischen den beiderseitigen Vorposten. Um 7 Uhr wurde Woerth von der deutschen 20. Infanterie-Brigade (Generalmajor Walther von Montbarry) der 10. Division gestürmt.

Gegen 15:15 Uhr drangen die deutschen Truppen von allen Seiten in das zäh verteidigte Fröschweiler ein. Die 22. Division drang vom Westen her, die 21. Division in Gemeinschaft mit der württembergischen Brigade Starkloff von Süden, das V. Armeekorps vom Osten und die bayerische 3. Division (Generalleutnant von Walther) von Norden in den Ort ein. Es kam zu harten Auseinandersetzungen, bis sich die Spitzen der von Süden her vorrückenden Preußen mit den von Norden kommenden Bayern im Zentrum trafen und den Franzosen somit die Einkreisung drohte. Schließlich musste sich das französische I. Korps in völliger Auflösung unter dem Feuer der Preußen, Sachsen und Bayern nach Westen zurückziehen. Ulanen des XI. Korps erreichten den Wald zwischen Elsasshausen und Reichshoffen im Rücken der Franzosen und erste Infanterieschwärme kamen in Reichweite der Straße nach Reichshoffen und nahmen diese unter Gewehr- und Artilleriefeuer. Auf der Flucht wurde französische Infanterie auch von der eigenen Kavallerie niedergeritten. Algerische Tirailleure hielten ihre Position noch weiter und verhinderten somit die völlige Vernichtung der Franzosen.

Museum der Schlacht vom 6. August 1870 in Woerth

Dieses Museum widmet sich aussschliesslich der Schlacht vom 6. August 1870. Bei der unter dem Namen "Schlacht von Reichshoffen" in die Geschichte eingegangenen Schlacht handelt es sich eigentlich um die Schlacht bei Froeschwiller für die französische Armee und um die Schlacht bei Woerth für die deutsche Armee. Die meisten der auf dem Schlachtfeld gefundenen Ausstellungsstücke zeugen von dieser für Frankreich schmerzhaften Vergangenheit.


Geisberg bei Wissembourg


Denkmale für die Gefallenen der Schlacht am 4. August 1870 im Deutsch-französischen Krieg

Unmittel an der damaligen deutsch-französischen Grenze liegt die kleine ehemalige freie Reichsstadt Weißenburg. Sie sollte zum Schauplatz der ersten blutigen Auseinandersetzung in diesem Krieg werden. Bei dieser Schlacht trat im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 erstmals ein gesamtdeutsches Heer auf. Dort kämpfte die 3. Armee unter der Führung von Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen gegen die sogenannte "Elsaßarmee" unter Marschall Mac Mahon. Ausgangspunkt war der Plan des Kronprinzen, Führer der 3.Armee, aus seinen Aufmarschräumen heraus bis an die Lauter vorzurücken und diese mit Vortruppen zu überschreiten. Die Spitze hatte die 4.bayerische Division (Generalleutnant Graf von Bothmer). Gegen 12 Uhr nahmen die Bayern Wissembourg ein.

Nach der Einnahme Weißenburgs wandten sich die Deutschen den französischen Stellungen auf dem Geisberg zu. Der Geisberg wurde nach heftigen Kämpfen genommen und die französischen Truppen ergriffen die Flucht.

Die Zitadelle von Bitche (Bitsch)

Die Zitadelle von Bitsch ist das stadtbildprägende Festungswerk der Stadt Bitsch im Département Moselle der historischen Region Lothringen. Als Meisterwerk der militärischen Technik wurde die Zitadelle 1979 als Monument historique des Pays de Bitche (Bitscher Land) eingestuft.

Während der Belagerung im preußisch-französischen Krieg in den Jahren 1870–1871 wurde die Zitadelle teilweise zerstört. Die Anlage wurde 230 Tage lang belagert. In dieser Zeit widerstand die Zitadelle unter dem Kommando von Louis-Casimir Teyssier den Angriffen einer bayerischen Armee mit einer Stärke von 7.000 Mann und drei starken Bombardierungen. Die Besatzung der Festung bestand aus einem 800 Mann starken Bataillon des 86e régiment d’infanterie de ligne, 200 Zöllnern (Douaniers), 250 Reserveartilleristen, 250 Nationalgardisten, 30 Gendarmen und 1200 weiteren Soldaten aus 70 verschiedenen Einheiten.

Auch nach der Reichsgründung leistete Teyssier erbitterten Widerstand, da er bis zum 27. März 1871 keinen offiziellen Evakuierungsbefehl erhielt.


Die deutsche Militärverwaltung der Reichslande Elsaß-Lothringen ließ die Festung von 1870 bis 1900 modernisieren und mit einer preußischen Garnison besetzen. Die Zitadelle war die letzte große Festung, die zur Verstärkung der Reichslande ausgebaut wurde. Durch die Weiterentwicklung der Artillerie verlor das Werk gegen Ende des 19. Jahrhunderts seine militärische Bedeutung.

Während des Ersten Weltkriegs hatte sie nicht unter den Kämpfen zu leiden. 1944–1945 wurde die Zitadelle durch amerikanische Artillerie beschädigt. Die Zitadelle befindet sich laut Inventar der historischen Denkmäler (monument historique) seit 1979 unter Denkmalschutz.

Am Westwall und an der Maginotlinie

Kriegerische Zeugnisse aus dem Zweiten Weltkrieg diesseits und jenseits der Grenze. Wir sehen Fort Casso im Pays de Bitche (Bitscherland) bei Rohrbach, Four à Chaux bei Lembach im Elsaß und das Westwallmuseum in Pirmasens-Niedersimten.


Montag, 5. August 2019

In Mittelfranken unterwegs (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen)

Deutschordensschloß Ellingen

Ellingen, einer der schönsten Barockstädte Süddeutschlands, die aus gutem Grund als "Perle des Fränkischen Barock" bezeichnet wird. Sie befindet sich im Schnittpunkt des Fränkischen Seenlandes und des Naturparks Altmühltal. Der seit 2007 als Welterbe anerkannte Limes verläuft direkt über Ellinger Gemarkung.

Der Deutsche Orden erhielt im Jahr 1216 das Spital zu Ellingen als Lehen. Ellingen wurde Sitz des Landkomturs der Ballei Franken und wuchs zur reichsunmittelbaren Herrschaft heran. Bis etwa zum Jahr 1500 ging es mit dem Deutschen Orden und damit Ellingen stetig bergauf. Das 16. Jahrhundert brachte die Reformation und mit ihr die Bauernkriege, den Religionswechsel vieler umliegender Territorien und damit einen erheblichen wirtschaftlichen Einbruch des Deutschen Ordens. 1525 verlor der Orden Ostpreußen. Die Finanzkraft des Ordens ließ nach. Dazu kamen zwischen 1575 und 1630 große Hexenverfolgungen in Ellingen und im umliegenden Ordensgebiet, die mindestens 200 Tote gekostet haben. Der Untergang der Mittelalterlichen Ordensstruktur und Ordensmacht war gekommen. 1633 im Dreißigjährigen Krieg hatte Ellingen keine Einwohner mehr. Doch der Orden baute sein Gebiet systematisch wieder auf. Die Getreidelieferungen an kaiserliche Regimenter in den Kriegen Ludwigs XIV. im Westen, die Soldatenlieferungen in den Türkenkriegen nach Ungarn, die Getreidelieferungen im Spanischen Erbfolgekrieg ab dem Jahr 1703 an Reich, Habsburg, Bayern und Franzosen brachten noch einmal einen kometenhaften Anstieg der Finanzkraft des Ordens. Das dadurch eintretende goldene Jahrhundert Ellingens erlebte seinen Höhepunkt unter dem Landkomtur Carl Heinrich, Freiherr von Hornstein, der Ellingens barockes Stadtbild in seiner Gartenlandschaft entwarf und das Schloss sowie große Teile der prächtigen Bauten im Ellinger Stadtbild errichten ließ, die Ellingen, als „die Perle des fränkischen Barock“ bis heute prägen. Übrigens: Eine Militärurkunde von 1808 bezeichnet Ellingen erstmals als Stadt. Im Jahre 1815 wurde das Schloss Ellingen Residenz des Feldmarschalles Fürst von Wrede. Um 1939 wurde das Schloss an den bayerischen Staat verkauft. Das Schloss enthält ein Deutschordens-Museum, Prunkräume und das Kulturzentrum Ostpreußen. Das Schloss ist ganzjährig zu besichtigen.

Kastell Biricianum (Biriciana) in Weißenburg

Die Regio Biriciana vermittelt mit Resten von Römerstraßen, dem teilweise noch sichtbaren Verlauf des Limes, den Kastellen, Bauernhöfen, den Weißenburger Römerthermen und insbesondere dem Römermuseum mit seinen religiösen oder sonstigen Gegenständen aus der damaligen Zeit ein anschauliches Bild der Menschen, der Kultur und des alltäglichen Lebens in der (damals römischen) "Provinz". Das rekonstruierte Nordtor des Römerkastells (porta decumana) wurde zum Symbol der "Regio Biriciana", die mit Weißenburg als Mittelpunkt zu lohnenden Ausflügen in das nahe Umland, nach Ellingen (Sablonetum), dem römischen Gutshof am Nagelberg bei Treuchtlingen, dem Römerbad Theilenhofen (Iciniacum) oder zum Kleinkastell (Burgus) auf dem Jura bei Burgsalach auffordert. Das Nordtor ist zum neuen Aushängeschild des "römischen" Weißenburg geworden und bereichert damit auch die gesamte Regio Biriciana mit Limes, römischen Gutshöfen (villae rusticae) und weiteren Kastellen. Am 15. Juli 2005 hat die Welterbekommission der UNESCO im südafrikanischen Durban den obergermanisch-raetischen Limes als "Welterbe" anerkannt.

Wie die alten Römer einst der Kälte trotzten: antike Fußbodenheizung im Kastell Biricianum (Biriciana)

Naturwunder "Steinerne Rinnen"

Von diesen eigenartigen Naturwundern gibt es in der Region mindestens fünf.

Die Steinerne Rinne bei dem kleinen Örtchen Rohrbach im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (Bayern) gehört zu den bemerkenswertesten Naturwundern der Fränkischen Alb. Hier baut sich ein Bach sozusagen seinen eigenen Damm. Solche Steinernen Rinnen (von denen es einige im Naturpark Altmühltal gibt) entstehen, wenn das Wasser des Baches den Kalksandstein des Jura auslöst und in Verbindung mit dem Luftsauerstoff bei einer bestimmten Fließgeschwindigkeit des Wassers Tuff bildet. Diese Dämme wachsen pro Jahr ungefähr um einen Zentimeter. Sie ist u.a. mit Video in diesem Artikel zu sehen.

Drei weitere Steinerne Rinnen, die Steinernen Rinnen von Wolfsbronn, Kurzenaltheim und Oberweiler, finden sich in dem nicht weit entfernten Meinheim am Rande des Altmühltals und am Fuße des Hahnenkamms. Das deutlich bekannteste Geotop ist die Steinerne Rinne bei Wolfsbronn (Bild links), die sich etwa 500 m westlich des Meinheimer Ortsteils befindet. Die Rinne ist etwa 130 m lang, 160 cm hoch und stark mit Moos bewachsen. Die gewundene Rinne ist von mehreren kleinen Wasserfällen durchbrochen. Aufgrund der geologischen Gegebenheit, vielfältigen und seltenen Flora wurde das Gelände 1984 als Naturschutzgebiet und Geotop ausgewiesen. Sie verdankt ihre besondere Konstellation nicht zuletzt der jahrelangen Pflege durch Eduard Völklein. Die Rinne verzeichnet alljährlich einen hohen touristischen Zuspruch.

Münster Heidenheim

Kloster Heidenheim war Keimzelle der Christianisierung in Franken. Als spirituelles Zentrum, Wissensraum und Stätte kultureller Innovation spielte es über Jahrhunderte eine Schlüsselrolle bei der zivilisatorischen Entwicklung der Region.


Mehr in diesem Artikel.


Samstag, 3. August 2019

Unterwegs im Landkreis Ansbach (Teil 2)

Festung Wülzburg: Als Wasserversorgung diente ursprünglich der Tiefe Brunnen im Westflügel. Mit 143,2 Metern (nach erfolgter Freilegung) ist er einer der tiefsten Festungsbrunnen Deutschlands. Er wurde um das Jahr 1600 angelegt und hat einen Durchmesser von 2,5 Metern.

Hohenzollernfestung Wülzburg

Oberhalb von Weißenburg, auf der mit 630 Metern höchsten Bergkuppe der südlichen Frankenalb, liegt die alte ansbachische Hohenzollernfestung Wülzburg. Ein eindrucksvolles und einzigartiges Denkmal des Renaissancefestungsbaus in Deutschland.

Seit dem 11. Jahrhundert befand sich an dieser Stelle ein Benediktinerkloster, das im Zuge der Reformation zuerst in eine Probstei und 1537 in ein weltliches Verwalteramt umgewandelt wurde.

Im Jahre 1588 ließ Markgraf Georg Friedrich d.Ä. von Brandenburg-Ansbach hier an der südlichen Grenze seines Territoriums in direkter Nachbarschaft der Reichsstadt Weißenburg, des Deutschen Ordens in Ellingen, der Grafschaft Pappenheim und des Fürstbistums Eichstätt eine pentagonale Festungsanlage mit den Bastionen Jungfrau, Krebs, Rossmühle, Kaltes Eck und Hauptwache im neuitalienischen Bastionärssystem errichten. Die Bastionen Jungfrau und Krebs erhielten ihre Namen durch gleichnamige Kanonen.


Den Grundriss der Wülzburg bildet ein fast regelmäßiges Fünfeck, ein Pentagon. Dieses hatte gegenüber den älteren quadratischen oder rechteckigen Anlagen ballistische und konstruktive Vorteile, weshalb man sich im ausgehenden 16. Jahrhundert für dieses Planschema entschied.


Auf der Festung Wülzburg finden sich mehrere Gedenkstätten. Am 15. Februar 1997 wurde das Mahnmal an die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg als zentrale Gedenkstätte im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen eingeweiht. In mehrere Platten sind die Namen zahlreicher schlesischer, preußischer und sudetendeutscher Orte eingraviert. An den Kriegsgefangenen und späteren Präsidenten Charles de Gaulle erinnert eine Gedenktafel. An die sonstigen Kriegsgefangenen des Ersten Weltkriegs mahnt ein Obelisk.

Denkmal für den ersten Motorflieger der Welt - Gustav Albin Weißkopf aus dem fränkischen Leutershausen

Nein, es waren nicht die Gebrüder Wright, die als erste ein motorgetriebenes Flugzeug in die Luft brachten! Es war Gustav Albin Weißkopf aus Leutershausen.


Weißkopf (1874 - 1927) wanderte nach Amerika aus und wurde dort zu Gustave Whitehead. Am 14. August 1901 hat er bei Fairchield, Connecticut, mit einer von ihm selbst gebauten Maschine einen erfolgreichen Motorflug durchgeführt. Eine halbe Meile weit ist er geflogen.

Das war zwei Jahre vor den Brüdern Wright, die in aller Welt als die ersten erfolgreichen Motorflieger gelten. Weil Weißkopf sich nie als Amerikaner einbürgern ließ, wurde ihm von diesen die Ehre verweigert. Aber seine Heimatstadt hat dem Flieger nicht nur ein Denkmal errichtet, das seine Flugmaschine darstellt, sondern auch ein Museum gewidmet.

Wolfram von Eschenbach, Ritter, Minnesänger, Dichter

 

Die Region hat noch einen großen Sohn: Der Dichter der deutschen Fassung des Parzival (Original: Perceval von Chrétien de Troyes): Wolfram von Eschenbach, dessen Denkmal wir in seiner Heimatstadt Wolframs-Eschenbach sehen. Die mittelhochdeutsche Literatur verdankt ihm mehrere epische Werke. Der Parzival ist das erste erhaltene Werk in deutscher Sprache, dessen Gegenstand der heilige Gral ist. Wolframs Parzival wird allgemein als wichtigstes Epos seiner Zeit eingestuft.




Dienstag, 8. Mai 2018

Die Hohenzollern in Franken


Die Orangerie, ein barockes Orangeriegebäude im markgräflichen Hofgarten der mittelfränkischen Stadt Ansbach. Ab 1723 ließ Markgräfin Christiane Charlotte den Hofgarten nach französischem Gartenideal grundlegend umgestalten und eine Orangerie in Form eines Pomeranzenhauses als architektonisches Zentrum des barocken Gartens errichten. Hier sollten im Winter die frostempfindlichen Zierpflanzen des Hofgartens aufbewahrt werden und im Sommer in den Sälen große Sommerfeste stattfinden.

Die Hohenzollern in Franken - Begegnungen mit einer deutschen Dynastie

Fast 1.000 Jahre lang spielt die Dynastie der Hohenzollern in der deutschen Geschichte ganz vorne mit. Kurfürsten, Preußenkönige, deutsche Kaiser – sie alle stammen aus dem Haus Hohenzollern. Mit Franken haben die Hohenzollern eine besondere Verbindung: Hier liegen die Wurzeln ihrer Macht, hier regierten sie über Jahrhunderte hinweg als Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Kulmbach/Bayreuth.

Die Gumbertuskirche in Ansbach
Eine der Grablegen der Hohenzollern

Münster Heilsbronn - Grablege der Hohenzollern




Erlangen

Für französische Hugenotten ließ Markgraf Christian Ernst neben dem mittelalterlichen Städtchen Alt-Erlang im 17. Jahrhundert die Neustadt "Christian Erlang" errichten – heute eine der besterhaltenen barocken Planstädte Deutschlands, Denkmal von europäischem Rang und lebendige Innenstadt. Das besondere Flair, das damals Einzug in Erlangen hielt, prägt die Stadt bis heute.


Bayreuth


Im 18. Jahrhundert regierte in Bayreuth Markgräfin Wilhelmine, die Lieblingsschwester Friedrich des Großen. Ihr verdankt Bayreuth zahlreiche Schätze aus der Zeit des Barock: die historische Parkanlage Eremitage mit Altem Schloss, Orangerie und Wasserspielen, das Neue Schloss mit Hofgarten, Schloss und Park Fantaisie sowie das Markgräfliche Opernhaus, das im Jahr 2012 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt worden ist.

Sanspareil, der Landschaftsgarten der Bayreuther Markgräfin - Anlegen ließ diesen Garten Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, die Schwester Friedrichs des Großen, im Jahre 1744. Als Architekten des Felsengartens werden Joseph Saint-Pierre und Giovanni Battista Pedrozzi genannt. Der Name des Parks geht auf den Ausruf einer Hofdame des Bayreuther Markgrafen zurück: „C’est sans pareil!“ (Dies ist ohnegleichen!).


Die Festung Wülzburg bei Weißenburg in Bayern (Mittelfranken) - Oberhalb von Weißenburg, auf der mit 630 Metern höchsten Bergkuppe der südlichen Frankenalb, liegt die alte ansbachische Hohenzollernfestung Wülzburg. Ein eindrucksvolles und einzigartiges Denkmal des Renaissancefestungsbaus in Deutschland! Seit dem 11. Jahrhundert befand sich an dieser Stelle ein Benediktinerkloster, das im Zuge der Reformation zuerst in eine Probstei und 1537 in ein weltliches Verwalteramt umgewandelt wurde. Im Jahre 1588 ließ Markgraf Georg Friedrich d.Ä. von Brandenburg-Ansbach hier an der südlichen Grenze seines Territoriums in direkter Nachbarschaft der Reichsstadt Weißenburg, des Deutschen Ordens in Ellingen, der Grafschaft Pappenheim und des Fürstbistums Eichstätt eine pentagonale Festungsanlage mit den Bastionen Jungfrau, Krebs, Rossmühle, Kaltes Eck und Hauptwache im neuitalienischen Bastionärssystem errichten. Die Bastionen Jungfrau und Krebs erhielten ihre Namen durch gleichnamige Kanonen. Den Grundriss der Wülzburg bildet ein fast regelmäßiges Fünfeck, ein Pentagon. Dieses hatte gegenüber den älteren quadratischen oder rechteckigen Anlagen ballistische und konstruktive Vorteile, weshalb man sich im ausgehenden 16. Jahrhundert für dieses Planschema entschied. Der Außenrundgang und der Innenhof der Festung sind jederzeit zugänglich.