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Donnerstag, 2. September 2021

Wallfahrten in der Oberpfalz



Vor den Toren der Oberpfälzer Stadt Freystadt (Landkreis Neumarkt) findet sich mit der barocken Wallfahrtskirche Maria Hilf eine besondere Sehenswürdigkeit. Cosmas Damian und Egid Quirin Asam arbeiteten hier unter der Leitung ihres Vaters erstmals als Freskanten. Erbaut wurde Maria Hilf in den Jahren 1700 bis 1710. Der Grundriß der Kirche ist der sagenhaften Gralsburg nachempfunden. Die Marienwallfahrt gehört zu den bedeutendsten Bayerns.


Die Wallfahrt Eichelberg in der Oberpfalz

1688 hörte die 74-jährige Mesnersfrau Margarete Lutzin aus Neukirchen die Aufforderung, auf dem Eichlberg eine Kapelle zu Ehren der hlst. Dreifaltigkeit zu errichten und zu diesem Zweck Geld zu sammeln. Sie informierte die zuständigen Geistlichen, ohne rechte Zustimmung zu finden. Erst der Dekan und Pfarrer von Laaber nahm sich des Anliegens an und beide erlangten 1691 vom Kurfürsten von Pfalz-Neuburg und vom Bischof zu Regensburg die vorläufige Erlaubnis, ein Marterl mit einem Opferstock aufzustellen. Sogleich kamen viele Pilger herbei und auch der Ertrag des Opferstocks war entsprechend hoch. So gab der Bischof die endgültige Erlaubnis zum Bau einer Kapelle, für die 1693 der Grundstein gelegt wurde. Aber bald war der Zustrom der Pilger so groß, dass man daran ging, die jetzige Wallfahrtskirche zu errichten. Nach mehreren Unterbrechungen, hervorgerufen durch Krieg, Pest und "trübe Zeiten", konnte der Bau fertig gestellt und 1711 eingeweiht werden. Bis heute ist die Wallfahrtskirche das Ziel vieler Pilger und Besucher.

Kloster Habsberg - Marien- und Kranken-Wallfahrt

Wallfahrtskirche, Kapelle und Gnadenbild befinden sich auf dem höchsten Wallfahrtsberg der westlichen Oberpfalz (Habsberg 621m). Herrliche, weitgehend unversehrte Einheit von Raum und Ausstattung aus dem Rokoko (1769). Sie gilt als eine der schönsten Rokokokirchen der westlichen Oberpfalz. Der Hochaltar zählt mit zu den bedeutendsten Werken der Altarbaukunst des Rokoko in Ostbayern.


Der Habsberg bei Velburg im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz ist Ortsteil der Stadt Velburg und ein Wallfahrtsort im Oberpfälzer Jura. Auf dem Habsberg befinden sich die Kirche Maria Heil der Kranken, eine Gnadenkapelle sowie ein Diözesanjugendhaus des Bistums Eichstätt. Der Berg ist 621 m hoch und der nördlichste Etappenpunkt auf dem knapp 240 km langen Jurasteig im oberpfälzischen Juraland.

Bereits im 11. Jahrhundert wurde von den Grafen von Sulzbach-Kastl-Habsberg die Burg Habsberg erbaut, von der bis heute eine Zisterne erhalten ist. Die Burg war Teil eines Burgennetzes und diente auch zum Schutz vor wiederkehrenden Einfällen aus dem böhmischen Raum. Im 14. Jahrhundert wurde die Burg zerstört.

Gründer der Wallfahrt auf den Habsberg war ein Johannes Panzer, Gerichtspfleger des Grafen Tilly, vom Schloss Helfenberg bei Lengenfeld. 1680 ließ er zum Dank für seine Heilung von der Gicht auf dem Habsberg aus Resten der Burgruine eine Kapelle mit einer Votivtafel errichten. Im Jahr 1682 wurde die Kapelle fertiggestellt und zog bald viele Pilger an.

1731 wurde diese Kapelle abgebrochen und dafür eine größere errichtet. Am 13. September 1747 wurde diese eingeweiht. In den Jahren 1761–1773 wurde die heutige Rokoko-Wallfahrtskirche Maria Heil der Kranken nach einem Entwurf des Münchener kurfürstlichen Hofmaurermeisters Leonhard Matthäus Giessl erbaut. Im Jahre 1764 schuf der Oberpfälzer Maler Johann Michael Wild das Deckenfresko des Altarraumes der Habsberger Wallfahrtskirche.

1961 wurde ein Jugendhaus errichtet, das mehrere Male umgebaut wurde. Auf halber Höhe befindet sich ein Waldfriedhof.





Donnerstag, 19. August 2021

Impressionen aus Bayern (III)



Regensburg - Slideshow - Stadtansichten


Regensburg (von lateinisch Castra Regina; auch Ratisbona und Ratispona) ist die Hauptstadt des Regierungsbezirks Oberpfalz mit Sitz der Regierung der Oberpfalz wie auch des Landrats des Landkreises Regensburg und eine kreisfreie Stadt in Ostbayern. Seit dem 13. Juli 2006 gehört das Ensemble Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof mit seinen historischen Baudenkmälern zum UNESCO-Welterbe. Die Stadt ist Bischofssitz der Diözese Regensburg, hat drei Hochschulen und ist eines der drei Regionalzentren in Bayern.

Klosterbibliothek Metten


Das Kloster Metten ist eine Benediktinerabtei (Abtei zum heiligen Erzengel Michael) in Metten in Niederbayern. Sie liegt in der Diözese Regensburg und gehört seit 1858 zur Bayerischen Benediktinerkongregation.

Metten befindet sich zwischen den Ausläufern des Bayerischen Waldes und dem Donautal, nahe Deggendorf. Das Kloster betreibt ein Gymnasium mit Internat sowie verschiedene Handwerksbetriebe (z. B. Wäscherei, Buchbinderei, Elektrizitätswerk, Schreinerei, Schlosserei, Klostergärtnerei, Verlag).

Die Klosterbibliothek Metten ist die Bibliothek des Klosters Metten mit rund 200.000 Bänden.

Die berühmte Barockbibliothek der Benediktinerabtei Metten ist weit über die bayerischen Grenzen hinaus bekannt. Dem Bibliothekswesen fühlt man sich im Kloster bis heute verpflichtet. Im Sommer 2009 wurden die neuen Bibliotheksräume eröffnet. Damit steht den Benutzern jetzt ein großer Lesesaal zu Verfügung. Die bisher über mehrere Standorte verteilten Werke werden jetzt in einem Magazin vereinigt.

Barockbibliothek:

Das imposante Eingangsportal im Klausurgang des Klosters gibt einem fast schon das Gefühl, den Weg in den Himmel der Wissenschaften zu nehmen. Flankiert ist es von den allegorischen Figuren Weisheit und Religion. Sie sind genauso eine Arbeit von Franz Josef Ignaz Holzinger wie jene Skulpturen im Inneren der Bibliothek, die ganz locker die Decke zu halten scheinen.

Gleichzeitig mit der Klosterkirche veranlasste Abt Roman II. Märkl (1706 – 1729) in den Jahren 1722 bis 1726 den Ausbau und die barocke Gestaltung der Bibliothek. Damit beauftragt waren der Stuckplastiker Holzinger und der Freskant Innozenz Waräthi. Der Straubinger Schreiner Jakob Schöpf schuf die Bücherschränke.

An die 35.000 Bücher sind heute darin zu finden. Sie gehörten nicht zum Originalbestand, da dieser durch die Auflösung der Abtei Eigentum des Staats oder verkauft wurde. Größter Schatz ist das Mettener Antiphonar von 1437 mit den Texten und Melodien aller Gesänge des Stundengebets. Auch jene Quittung von 1715 wird in einer der Vitrinen aufbewahrt, die – mit einem Siegel versehen – belegt, dass Cosmas Damian Asam für die Fertigung des Gemäldes am Hochaltar 500 Gulden erhalten hat.

Kloster Habsberg - Marien- und Kranken-Wallfahrt


Die Wallfahrt auf den Habsberg (im oberpfälzischen Landkreis Neumarkt) zählt zu den bekanntesten in Bayern. Alljährlich pilgern insbesondere viele Kranke auf den Habsberg und bitten um Heilung von ihren Leiden. Zur Geschichte: Im Mittelalter befand sich auf dem Habsberg eine kleine Burg, von der aber nur noch die Zisterne erhalten blieb. Der Ursprung des Wallfahrtsortes geht auf den ersten Kapellenbau (1680) zurück. Historische Quellen besagen, dass Johann Panzer, Amtspfleger auf Burg Helfenberg an einem schweren Gichtleiden litt. Von seinem Krankenlager aus blickte er oftmals auf seine Marienfigur und flehte um Hilfe. Eines Nachts vernahm er eine Stimme, die ihn aufforderte, auf dem Habsberg eine Kapelle zu errichten. Panzer ließ sicht dorthin tragen. Er erwarb sich die Kuppe des Berges und ließ 1680/82 eine Kapelle in der Form eines kleinen Zentralbaues errichten. Die Marienfigur wurde als Gnadenbild dorthin gebracht. Panzer erlangte nach der Überlieferung Heilung. Nach mehreren Heilungswundern entstand 1730 an gleicher Stelle eine größere Kapelle. Die Kirche wurde 1760 im Stil des Rokoko erbaut. Ungebrochen ist die Anziehungskraft des Wallfahrtsortes auf Gläubige und suchende Menschen über die Region hinaus. Heute beherbergt der Habsberg auch ein Wallfahrts- und Jugendhaus.

Würzburg

Würzburg - die Barockstadt am Main - wir sehen die Festung Marienberg, die Residenz der Fürstbischöfe, das Käppele von Balthasar Neumann, die Mainbrücke und mehr.


Im Jahr 704 wurde Würzburg erstmals als „Castellum Virteburch“ urkundlich erwähnt und 2004 das 1300-jährige Stadtjubiläum gefeiert. Im Mittelalter war die Stadt ein bedeutendes wirtschaftliches, geistliches und hoheitliches Zentrum. Bis zur Industriellen Revolution blieb die überregionale Bedeutung hoch, es entstand ein eindrucksvolles Stadtbild. Dieses wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, insbesondere durch den Bombenangriff am 16. März 1945. Beim Wiederaufbau wurden bedeutende Einzeldenkmäler wie die meisten Kirchen der Altstadt äußerlich rekonstruiert, jedoch nur wenige Bürgerhaus-Ensembles und Traditionsinseln. Die ebenfalls im Krieg schwer beschädigte und anschließend wieder aufgebaute Würzburger Residenz mit Hofgarten und Residenzplatz wurde 1981 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Sie war nach dem Aachener Dom das zweite deutsche Bauwerk auf der Liste.

Das Lusamgärtchen am übrig gebliebenen Kreuzgangflügel des Neumünsterstifts ist eine sehr kleine Oase der Ruhe mitten in der Stadt. Dort wird von den Besuchern des Walther von der Vogelweide gedacht.

Schloß Pommersfelden - Schloß Weißenstein -

Schloss Weißenstein wurde zwischen 1711 und 1718 unter Lothar Franz von Schönborn, dem Bamberger Fürstbischof und Kurfürst von Mainz in Pommersfelden bei Bamberg als private Sommerresidenz erbaut. Es gilt als Gründungsbau des fränkischen Barocks und befindet sich bis heute im Besitz der Familie Schönborn.


Das Schloss kann von Anfang April bis Ende Oktober besichtigt werden. Seit 1958 treffen sich dort im Juli und August jeden Jahres junge Musiker im Rahmen des Collegium Musicum.

Samstag, 10. Februar 2018

Kraftorte des Glaubens

Die Pfarrkirche Saint-Remi im lothringischen Schorbach mit ihrem Beinhaus aus dem 11. Jahrhundert haben wir im Jahr 2003 entdeckt und seitdem immer wieder besucht. Es ist für uns unser stärkster spiritueller Kraftort.

Die kleine Gemeinde Schorbach in Lothringen, nahe der deutsch-französischen Grenze, hat ein romanisches Beinhaus aus dem 11. Jahrhundert. Da nach altem Volksglauben nur der die ewige Seligkeit erlangen konnte, der bis zum Jüngsten Tag in geweihter Erde ruhte (oder auf ihr), wurden die Gebeine der Toten wegen des Platzmangels auf den Gottesäckern exhumiert und in Beinhäusern auf dem Friedhof aufbewahrt.

Maria Rosenberg bei Waldfischbach-Burgalben

Maria Rosenberg - der Rosenberg beim südwestpfälzischen Waldfisch-Burgalben ist eine bedeutende Marienwallfahrt in der Pfalz

Kloster Habsberg - Marien- und Kranken-Wallfahrt

Die Wallfahrt auf den Habsberg (im oberpfälzischen Landkreis Neumarkt) zählt zu den bekanntesten in Bayern. Alljährlich pilgern insbesondere viele Kranke auf den Habsberg und bitten um Heilung von ihren Leiden. Zur Geschichte: Im Mittelalter befand sich auf dem Habsberg eine kleine Burg, von der aber nur noch die Zisterne erhalten blieb. Der Ursprung des Wallfahrtsortes geht auf den ersten Kapellenbau (1680) zurück. Historische Quellen besagen, dass Johann Panzer, Amtspfleger auf Burg Helfenberg an einem schweren Gichtleiden litt. Von seinem Krankenlager aus blickte er oftmals auf seine Marienfigur und flehte um Hilfe. Eines Nachts vernahm er eine Stimme, die ihn aufforderte, auf dem Habsberg eine Kapelle zu errichten. Panzer ließ sicht dorthin tragen. Er erwarb sich die Kuppe des Berges und ließ 1680/82 eine Kapelle in der Form eines kleinen Zentralbaues errichten. Die Marienfigur wurde als Gnadenbild dorthin gebracht. Panzer erlangte nach der Überlieferung Heilung. Nach mehreren Heilungswundern entstand 1730 an gleicher Stelle eine größere Kapelle. Die Kirche wurde 1760 im Stil des Rokoko erbaut. Ungebrochen ist die Anziehungskraft des Wallfahrtsortes auf Gläubige und suchende Menschen über die Region hinaus. Heute beherbergt der Habsberg auch ein Wallfahrts- und Jugendhaus.


Der Mönchsfriedhof des Klosters Habsberg:



Dienstag, 19. September 2017

In der Oberpfalz im Landkreis Neumarkt i.d.Opf.


Neumarkt in der Oberpfalz - Pfalzgrafenschloß (im Hintergrund) und Residenzkirche "Zu unserer lieben Frau"

Der Oberpfälzer Landkreis Neumarkt hat eine ganze Menge an Sehenswertem zu entdecken. Einiges davon möchte ich Ihnen / Euch in diesem Artikel im Video vorstellen.

Zwischen Neumarkt und Altdorf liegt Gnadenberg mit seiner Klosterruine.


Das Kloster Gnadenberg ist ein ehemaliges Kloster des Birgittenordens (Erlöserorden). Gnadenberg war das erste Birgittenkloster in Süddeutschland. Es wurde 1422 von Pfalzgraf Johann I. von Neumarkt und seiner Gattin Katharina, Tochter des Herzogs Wratislaw VII. von Pommern, gegründet. Im Dreißigjährigen Krieg brannten am 23. April 1635 schwedische Truppen die Kirche und Teile des Klosters nieder; seitdem ist Gnadenberg eine Ruine.

In der Pfarrkirche der Gemeinde Seligenporten in der Oberpfalz (Landkreis Neumarkt) findet sich das mit über 600 Jahren älteste Chorgestühl Süddeutschlands, wahrscheinlich das älteste von ganz Deutschland. Über eine gleichfalls uralte ausgetretene Holztreppe geht es empor zu dem sog. Nonnenchor.


Vor den Toren der oberpfälzer Stadt Freystadt (Landkreis Neumarkt) findet sich mit der barocken Wallfahrtskirche Maria Hilf eine besondere Sehenswürdigkeit. Cosmas Damian und Egid Quirin Asam arbeiteten hier unter der Leitung ihres Vaters erstmals als Freskanten. Erbaut wurde Maria Hilf in den Jahren 1700 bis 1710.


Christoph Willibald Ritter von Gluck galt im 18. Jahrhundert als Erneuerer der Oper. Seine Wirkungsstätten waren die berühmtesten Opernhäuser Europas. Geboren wurde er 1714 im Dorf Erasbach in der Oberpfalz.


Die Wallfahrt auf den Habsberg (im oberpfälzischen Landkreis Neumarkt) zählt zu den bekanntesten in Bayern. Alljährlich pilgern insbesondere viele Kranke auf den Habsberg und bitten um Heilung von ihren Leiden.


Die Wallfahrt auf den Habsberg (im oberpfälzischen Landkreis Neumarkt) zählt zu den bekanntesten in Bayern. Alljährlich pilgern insbesondere viele Kranke auf den Habsberg und bitten um Heilung von ihren Leiden. Zur Geschichte: Im Mittelalter befand sich auf dem Habsberg eine kleine Burg, von der aber nur noch die Zisterne erhalten blieb. Der Ursprung des Wallfahrtsortes geht auf den ersten Kapellenbau (1680) zurück. Historische Quellen besagen, dass Johann Panzer, Amtspfleger auf Burg Helfenberg an einem schweren Gichtleiden litt. Von seinem Krankenlager aus blickte er oftmals auf seine Marienfigur und flehte um Hilfe. Eines Nachts vernahm er eine Stimme, die ihn aufforderte, auf dem Habsberg eine Kapelle zu errichten. Panzer ließ sicht dorthin tragen. Er erwarb sich die Kuppe des Berges und ließ 1680/82 eine Kapelle in der Form eines kleinen Zentralbaues errichten. Die Marienfigur wurde als Gnadenbild dorthin gebracht. Panzer erlangte nach der Überlieferung Heilung. Nach mehreren Heilungswundern entstand 1730 an gleicher Stelle eine größere Kapelle. Die Kirche wurde 1760 im Stil des Rokoko erbaut. Ungebrochen ist die Anziehungskraft des Wallfahrtsortes auf Gläubige und suchende Menschen über die Region hinaus. Heute beherbergt der Habsberg auch ein Wallfahrts- und Jugendhaus.

Sonntag, 1. Mai 2016

Ein Ausflug in die Oberpfalz


Wir starten unsere Fahrt in Nürnberg und unser erstes Etappenziel ist Altdorf bei Nürnberg, die Stadt der Wallensteinfestspiele (denn hier studierte Albrecht von Wallenstein, der Herzog von Friedland).


Altdorf bei Nürnberg von franz-roth-tv

Unser nächstes Ziel (schon in der Oberpfalz) ist Gnadenberg mit seiner Klosterruine.


Kurz darauf, in Oberölsbach, biegen wir links ab Richtung Lauterhofen und erreichen nach kurzer Fahrt Kastl im Lauerachtal.


Auf der Klosterburg‬, einer ehemaligen ‪Benediktinerabtei‬, finden sich zwei Besonderheiten.

Da wäre zum einen die eigenwillige ‎Grabtumba‬ des Feldhauptmanns Seyfried Schweppermann, der für den Kaiser Ludwig den Bayern am 28. September 1322 die Schlacht von Mühldorf gewonnen hatte. Schweppermann zeichnete sich hier durch besondere Tapferkeit aus. Gemäß einer Anekdote hatten der Kaiser und sein Gefolge danach nur einen Korb mit Eiern zur Speise, und er entschied: Jedem Mann ein Ei, und dem braven Schweppermann zwei. Dieser Spruch wurde in das Wappen und in die Grabinschrift Schweppermanns zu Kastl (in der Kirche der Klosterburg Kastl) in der Oberpfalz aufgenommen. Und ganz oben sehen wir die berühmten zwei Eier.

Nicht mehr zu "besichtigen" war geraume Zeit das sog. Mumienkind von Kastl. Es handelt sich dabei um die jüngste Tochter Ludwigs des Bayern, die Prinzessin Anna, die im Alter von drei Jahren bei einem Aufenthalt in Kastl erkrankte und am 29. Januar 1319 verstarb und in Kastl beigesetzt wurde. Ursprünglich war der Leichnam des Kindes in einem zinnernen Sarg bestattet. Dieser war in einem Steinmal versenkt. Der Platz dieser Tumba war mitten im Schiff der Klosterkirche vor dem Kreuzaltar. Der uralte Altar wurde im Jahre 1679 abgebrochen. Im Jahr 1715 ließen die Jesuiten den Leichnam der Prinzessin aus dem Hochgrab herausnehmen und den als Mumie erhaltenen Leichnam in einem Eichenschrank aufbewahren. Nachdem Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen der Mumie zugesetzt hatten, wurde sie 2013 ein halbes Jahr in einen mit Stickstoff gefüllten Spezialschrein umgebettet sowie gereinigt. Mittlerweile wurde der Leichnam in einer speziell konstruierten Vitrine, die die Luftdruckunterschiede durch eine Art Kondensator ausgleicht und am 28. Januar 2014 in den zuvor renovierten Barockschrank eingepasst wurde, wieder ins „Paradies“ (die Vorhalle der Klosterkirche) zurückgebracht und soll darin, mit königlichen Insignien (wie stilisierter Krone und Wappen), weiter öffentlich zu sehen sein. Eine durchaus sehr makabre "Sehenswürdigkeit".

Von 1958 bis 2006 befand sich in den historischen Räumen des Klosters das Europäisch-Ungarische Gymnasium mit angeschlossenem Internat.

Wir fahren weiter durch das Lauterachtal und erreichen Schmidmühlen. Zur Sommerszeit genießen wir hier gerne ein Eis.


Weiter geht es durch das Tal der Vils nach Kallmünz.

Der idyllische Ort war und ist eine Künstlerkolonie. Im frühen 20. Jahrhundert lebten und arbeiteten hier Wassily Kandisky und Gabriele Münter. Sie verlobten sich in Kallmünz.


In Kallmünz gibt es eine ganz besondere Sehenswürdigkeit zu bestaunen: das Haus im Fels. Das Haus im Fels ist ein auch heute noch (jedenfalls im Sommer!) von seinen Besitzern bewohntes zweistöckiges Wohnhaus aus dem Mittelalter. Es besitzt kein Dach. Diese Funktion übernimmt die mächtige Felswand, in die das Haus hineingebaut worden ist.


Über Velburg erreichen wir dann den Habsberg, eine bedeutende Marien- und Krankenwallfahrt.


Die Wallfahrt auf den Habsberg (im oberpfälzischen Landkreis Neumarkt) zählt zu den bekanntesten in Bayern. Alljährlich pilgern insbesondere viele Kranke auf den Habsberg und bitten um Heilung von ihren Leiden. Zur Geschichte: Im Mittelalter befand sich auf dem Habsberg eine kleine Burg, von der aber nur noch die Zisterne erhalten blieb. Der Ursprung des Wallfahrtsortes geht auf den ersten Kapellenbau (1680) zurück. Historische Quellen besagen, dass Johann Panzer, Amtspfleger auf Burg Helfenberg an einem schweren Gichtleiden litt. Von seinem Krankenlager aus blickte er oftmals auf seine Marienfigur und flehte um Hilfe. Eines Nachts vernahm er eine Stimme, die ihn aufforderte, auf dem Habsberg eine Kapelle zu errichten. Panzer ließ sicht dorthin tragen. Er erwarb sich die Kuppe des Berges und ließ 1680/82 eine Kapelle in der Form eines kleinen Zentralbaues errichten. Die Marienfigur wurde als Gnadenbild dorthin gebracht. Panzer erlangte nach der Überlieferung Heilung. Nach mehreren Heilungswundern entstand 1730 an gleicher Stelle eine größere Kapelle. Die Kirche wurde 1760 im Stil des Rokoko erbaut. Ungebrochen ist die Anziehungskraft des Wallfahrtsortes auf Gläubige und suchende Menschen über die Region hinaus. Heute beherbergt der Habsberg auch ein Wallfahrts- und Jugendhaus.


Bild oben: Friedhof mit alten schmiedeeisernen Grabkreuzen, Habsberg, Oberpfalz, Bayern; Habsberg ist eine Wallfahrt, der Friedhof ist der Klosterfriedhof des Klosters Habsberg.

Auf der Tour zurück besuchen wir Erasbach.


Christoph Willibald Ritter von Gluck galt im 18. Jahrhundert als Erneuerer der Oper. Seine Wirkungsstätten waren die berühmtesten Opernhäuser Europas. Geboren wurde er 1714 im Dorf Erasbach in der Oberpfalz (Landkreis Neumarkt).

Danach passieren wir Freystadt und besuchen Mariahilf.


Freystadt - Maria Hilf - Wallfahrtskirche von franz-roth-tv

Die Wallfahrtskirche Mariahilf bei Freystadt in der Oberpfalz (Bayern). Hier haben Egid Quirin und Cosmas Damian Asam erstmals unter Leitung ihres Vaters als Freskanten und Srukkateure gearbeitet. Die Marienwallfahrt gehört zu den bedeutendsten Bayerns.

Unsere letzte Etappe ist dann Seligenporten.


In der Pfarrkirche der Gemeinde Seligenporten in der Oberpfalz (Landkreis Neumarkt) findet sich das mit über 600 Jahren älteste Chorgestühl Süddeutschlands, wahrscheinlich das älteste von ganz Deutschland.

Samstag, 18. April 2015

Auf dem ‪Habsberg‬ in der ‪‎Oberpfalz‬ hoffen gläubige Kranke auf Heilung


Die ‪‎Wallfahrt‬ auf den Habsberg (im oberpfälzischen Landkreis ‪‎Neumarkt‬) zählt zu den bekanntesten in ‪‎Bayern‬. Alljährlich pilgern insbesondere viele Kranke auf den Habsberg und bitten um Heilung von ihren Leiden. Zur Geschichte: Im Mittelalter befand sich auf dem Habsberg eine kleine Burg, von der aber nur noch die Zisterne erhalten blieb. Der Ursprung des Wallfahrtsortes geht auf den ersten Kapellenbau (1680) zurück. Historische Quellen besagen, dass Johann Panzer, Amtspfleger auf Burg Helfenberg an einem schweren Gichtleiden litt. Von seinem Krankenlager aus blickte er oftmals auf seine Marienfigur und flehte um Hilfe. Eines Nachts vernahm er eine Stimme, die ihn aufforderte, auf dem Habsberg eine Kapelle zu errichten. Panzer ließ sicht dorthin tragen. Er erwarb sich die Kuppe des Berges und ließ 1680/82 eine Kapelle in der Form eines kleinen Zentralbaues errichten. Die Marienfigur wurde als Gnadenbild dorthin gebracht. Panzer erlangte nach der Überlieferung Heilung. Nach mehreren Heilungswundern entstand 1730 an gleicher Stelle eine größere Kapelle. Die Kirche wurde 1760 im Stil des Rokoko erbaut. Ungebrochen ist die Anziehungskraft des Wallfahrtsortes auf Gläubige und suchende Menschen über die Region hinaus. Heute beherbergt der Habsberg auch ein Wallfahrts- und Jugendhaus.