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Donnerstag, 19. August 2021

Impressionen aus Bayern (IV)

Neumarkt in der Oberpfalz (amtlich: Neumarkt i.d.OPf., bairisch: Neimack, Neimoark) ist eine Große Kreisstadt im gleichnamigen Landkreis im bayerischen Regierungsbezirk Oberpfalz sowie der Verwaltungssitz des Landkreises. Sie stellt das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der westlichen Oberpfalz zwischen Nürnberg, Ingolstadt und Regensburg dar. Mit 40.243 Einwohnern ist Neumarkt nach Regensburg, Weiden und Amberg die viertgrößte Stadt in der Oberpfalz und im bayerischen Landesentwicklungsprogramm als Oberzentrum eingetragen.

Im 15. und 16. Jahrhundert war Neumarkt eine Residenzstadt der wittelsbachischen Linien Pfalz-Neumarkt und Pfalz-Mosbach. Ab dem 19. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zunehmend zu einem Wirtschafts- und Industriestandort.

Neumarkt liegt am Westrand der Fränkischen Alb bzw. des Oberpfälzer Jura, eingebettet in einen Talkessel. Das Stadtgebiet reicht im Osten bis auf die Hochfläche des Oberpfälzer Jura. Neumarkt befindet sich an der westlichen Kante eines einstigen Korallenriffes der ehemaligen Tethys der Jurazeit, dem heutigen Oberpfälzer Jura.

Die genauen Gründungsdaten von Neumarkt sind nicht bekannt, aber die Gründung als „neuer Markt“ wird für den Anfang des 12. Jahrhunderts an der Handelsstraße zwischen Nürnberg und Regensburg angenommen. 1135 und 1160 wurde die Stadt erstmals urkundlich erwähnt, 1315 wurde zum ersten Mal von einer Stadtbefestigung berichtet. Im 13. Jahrhundert gewährte Kaiser Friedrich II. Zollfreiheit zwischen Neumarkt und Nürnberg und der Stadt damit auch die Reichsunmittelbarkeit. Diesen Status konnte die Stadt jedoch nie durchsetzen, 1329 fiel die Stadt durch den Hausvertrag von Pavia an die pfälzischen Wittelsbacher. Im 15. und 16. Jahrhundert war Neumarkt pfälzische Residenzstadt und bis 1531, als Kaiser Karl V. sie als erblichen Besitz an die Pfalzgrafen übereignete, Freie Reichsstadt. Pfalzgraf Johann verlegte seinen Regierungssitz dorthin und begann, die Stadt zur Residenz auszubauen. Es entstanden unter anderem die Kirche St. Johannes, die Hofkirche und das Pfalzgrafenschloss. Es folgten die Pfalzgrafen Otto I., sein Sohn Otto II. und Friedrich II. von der Pfalz, der später Kurfürst wurde und nach Heidelberg übersiedelte.


Deutschlands ältestes Chorgestühl

Das Kloster Seligenporten ist ein ehemaliges Kloster der Zisterzienserinnen, später der Salesianerinnen und dann der Zisterzienser im Markt Pyrbaum in Bayern in der Diözese Eichstätt. Seligenporten ist ein kleiner Ort im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. In der Pfarrkirche der Gemeinde Seligenporten, der ehemaligen Klosterkirche, findet sich das mit über 600 Jahren älteste Chorgestühl Süddeutschlands, wahrscheinlich das älteste von ganz Deutschland.


Wegen der guten Gastronomie ist Seligenporten sommers ein beliebtes Ausflugsziel.

Die Klosterruine von Gnadenberg in der Oberpfalz

Eine Besonderheit in der Oberpfalz ist die weithin unbekannte Ruine eines Klosters: Die steht in der westlichen Oberpfalz: In Gnadenberg in der Gemeinde Berg im Landkreis Neumarkt.


Mitten in dem kleinen Ort Gnadenberg stehen die mächtigen Ruinen einer Klosterkirche. Kein Dach, kein Fußboden, nur die Außenmauern mit ihren riesigen gotischen Fenstern stehen noch. Gnadenberg war ein Kloster der Birgitterinnen, auch das eine Rarität. Es wurde als eines von 27 Klöstern 1420 erbaut und im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Das Kloster Gnadenberg ist ein ehemaliges Kloster des Birgittenordens (Erlöserorden) im gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern in der Diözese Eichstätt.

Das Kloster (1438 - 1577) in Gnadenberg war das älteste der drei ehemaligen Birgittenklöster in Süddeutschland. Von der Klosterkirche stehen noch die Umfassungsmauern des imposanten Langhauses. Das Kloster wurde 1422 von Pfalzgraf Johann I. von Neumarkt und seiner Gattin Katharina gegründet. Katharina verbrachte ihre Jugend in diesem Orden und setzte sich deshalb für ein Birgittenkloster ein, 1420 erteilte Papst Martin IV. dann die Erlaubnis für die Errichtung. 1430 kamen bereits die ersten Mönche nach Gandenberg. Da die Birgittenklöster von der Ordensgründerin als Doppelklöster angelegt waren und das Frauenkloster 1435 fertiggestellt war, folgten ihnen fünf Jahre später die ersten Nonnen mit ihrer ersten Äbtissin Anna Svenson. Die Weihe einer Notkirche erfolgte 1438, mit dem Bau der Klosterkirche wurde erst 1451 begonnen. Während des 30jährigen Krieges wurde das Kloster im Jahre 1635 zerstört.

Maria Hilf in Freystadt

Vor den Toren der oberpfälzer Stadt Freystadt (Landkreis Neumarkt) findet sich mit der barocken Wallfahrtskirche Maria Hilf eine besondere Sehenswürdigkeit. Cosmas Damian und Egid Quirin Asam arbeiteten hier unter der Leitung ihres Vaters erstmals als Freskanten. Erbaut wurde Maria Hilf in den Jahren 1700 bis 1710.


Erasbach, der Geburtsort von Willibald Gluck

Christoph Willibald Ritter von Gluck galt im 18. Jahrhundert als Erneuerer der Oper. Seine Wirkungsstätten waren die berühmtesten Opernhäuser Europas. Geboren wurde er 1714 im Dorf Erasbach in der Oberpfalz (Landkreis Neumarkt).


Kottingwoerth - Fresken von 1310


Die Pfarrkirche St. Vitus in Kottingwörth (Naturpark Altmühltal, Landkreis Eichstätt) beherbergt in ihrer Taufkapelle im Chorturm eine kulturhistorische Einmaligkeit: mittelalterliche Fresken aus dem Jahr 1310. Entdeckt wurden diese Ende des 19. Jahrhunderts unter dem Wandputz der ansonsten im frühen 18. Jahrhundert im Barock umgestalteten Kirche.

Beilngries im Altmühltal


Mitten im Naturpark Altmühltal und direkt am Main-Donau-Kanal liegt die Stadt Beilngries. Ein Hauch von Süden weht durch die Straßen der historischen Altstadt mit ihren mittelalterlichen Türmen und barocken Bauten. Schon die Eichstätter Fürstbischöfe zog es hierher, um den Sommer zu genießen.

Samstag, 3. August 2019

Im Landkreis Neumarkt i.d.Opf.: Seligenporten und Gnadenberg


Deutschlands ältestes Chorgestühl

Das Kloster Seligenporten ist ein ehemaliges Kloster der Zisterzienserinnen, später der Salesianerinnen und dann der Zisterzienser im Markt Pyrbaum in Bayern in der Diözese Eichstätt.

Seligenporten ist ein kleiner Ort im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. In der Pfarrkirche der Gemeinde Seligenporten, der ehemaligen Klosterkirche, findet sich das mit über 600 Jahren älteste Chorgestühl Süddeutschlands, wahrscheinlich das älteste von ganz Deutschland.


Wegen der guten Gastronomie ist Seligenporten sommers ein beliebtes Ausflugsziel.


Die Klosterruine von Gnadenberg in der Oberpfalz

Eine Besonderheit in der Oberpfalz ist die weithin unbekannte Ruine eines Klosters: Die steht in der westlichen Oberpfalz: In Gnadenberg in der Gemeinde Berg im Landkreis Neumarkt.

Mitten in dem kleinen Ort Gnadenberg stehen die mächtigen Ruinen einer Klosterkirche. Kein Dach, kein Fußboden, nur die Außenmauern mit ihren riesigen gotischen Fenstern stehen noch. Gnadenberg war ein Kloster der Birgitterinnen, auch das eine Rarität. Es wurde als eines von 27 Klöstern 1420 erbaut und im Dreißigjährigen Krieg zerstört.


In dem Kloster lebten 60 Nonnen und maximal 25 Männer: Priester, Diakone, Brüder. Und hier gaben die Frauen den Ton. Sie kümmerten sich um die wirtschaftlichen Belange! Chefin des Klosters war die Äbtissin.

Das Kloster an der alten Handelsstraße zwischen Nürnberg und Neumarkt erlebte eine kurze Blüte. Nach der Reformation endet Mitte des 16. Jahrhunderts das klösterliche Leben. Aber vor der Reformation war Gnadenberg beliebt, auch bei Wallfahrern.

Dienstag, 15. Mai 2018

Impressionen aus der Oberpfalz


Und es begab sich gegen Ende des 20. Jahrhunderts, dass sie plötzlich wieder da waren, die Truppen des Imperators, und ihr Feldlager bei Pyrbaum errichteten, einem kleinen Ort in der Oberpfalz im Landkreis Neumarkt.


Für zwei Tage nahmen die Historiendarsteller die Mühen auf sich und spielten Szenen aus der Napoleonischen Ära. Und ich war mit meiner Kamera dabei ...


Unweit Pyrbaum liegt Seligenporten, an schönen Sommertagen ein beliebtes Ziel. Nicht nur für Fahrer von alten Roadstern.


Denn neben dem Gasthaus mit schönem Biergarten hat Seligenporten noch eine kulturhistorische Einmaligkeit im Angebot.

Deutschlands ältestes Chorgestühl

In der Pfarrkirche (der ehemaligen Klosterkirche) der Gemeinde Seligenporten in der Oberpfalz (Landkreis Neumarkt) findet sich das mit über 600 Jahren älteste Chorgestühl Süddeutschlands, wahrscheinlich das älteste von ganz Deutschland. Über eine gleichfalls uralte ausgetretene Holztreppe geht es empor zu dem sog. Nonnenchor.


Klosterruine Gnadenberg


Gnadenberg mit seiner Klosterruine: Gnadenberg war das erste Birgittenkloster in Süddeutschland. Im Dreißigjährigen Krieg brannten am 23. April 1635 schwedische Truppen die Kirche und Teile des Klosters nieder. Seitdem ist Gnadenberg eine Ruine.


Sonntag, 22. April 2018

Deutschlands ältestes Chorgestühl


Seligenporten ist ein Ortsteil des Marktes Pyrbaum im oberpfälzischen Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern. Der Name der Siedlung geht auf das gleichnamige Frauenkloster zurück, das 1242 gegründet und als "monasterii felicis porte" (Kloster zur glücklichen Pforte) bezeichnet wurde.


Das Kloster Seligenporten ist ein ehemaliges Kloster der Zisterzienserinnen, später der Salesianerinnen und dann der Zisterzienser. In der Klosterkirche befindet sich im Nonnenchor das älteste Chorgestühl Deutschlands aus dem 13. Jahrhundert.


Das Video auf meinem YouTube-Kanal:


Karte:




Montag, 1. Januar 2018

Nach dem Jahreswechsel in der Oberpfalz


In der Zeit zwischen Silvester und dem Dreikönigstag bietet sich die Gelegenheit, die Oberpfalz etwas zu erkunden und ihre Kostbarkeiten zu entdecken.

Maria Hilf in Freystadt

Vor den Toren der oberpfälzer Stadt Freystadt (Landkreis Neumarkt) findet sich mit der barocken Wallfahrtskirche Maria Hilf eine besondere Sehenswürdigkeit. Cosmas Damian und Egid Quirin Asam arbeiteten hier unter der Leitung ihres Vaters erstmals als Freskanten. Erbaut wurde Maria Hilf in den Jahren 1700 bis 1710.




Die Wallfahrtskirche Mariahilf bei Freystadt in der Oberpfalz (Bayern). Hier haben Egid Quirin und Cosmas Damian Asam erstmals unter Leitung ihres Vaters als Freskanten und Srukkateure gearbeitet. Die Marienwallfahrt gehört zu den bedeutendsten Bayerns.

Unweit von Freystadt: Deutschlands ältestes Chorgestühl

In der Pfarrkirche der Gemeinde Seligenporten in der Oberpfalz (Landkreis Neumarkt) findet sich das mit über 600 Jahren älteste Chorgestühl Süddeutschlands, wahrscheinlich das älteste von ganz Deutschland. Über eine gleichfalls uralte ausgetretene Holztreppe geht es empor zu dem sog. Nonnenchor.


Dienstag, 19. September 2017

In der Oberpfalz im Landkreis Neumarkt i.d.Opf.


Neumarkt in der Oberpfalz - Pfalzgrafenschloß (im Hintergrund) und Residenzkirche "Zu unserer lieben Frau"

Der Oberpfälzer Landkreis Neumarkt hat eine ganze Menge an Sehenswertem zu entdecken. Einiges davon möchte ich Ihnen / Euch in diesem Artikel im Video vorstellen.

Zwischen Neumarkt und Altdorf liegt Gnadenberg mit seiner Klosterruine.


Das Kloster Gnadenberg ist ein ehemaliges Kloster des Birgittenordens (Erlöserorden). Gnadenberg war das erste Birgittenkloster in Süddeutschland. Es wurde 1422 von Pfalzgraf Johann I. von Neumarkt und seiner Gattin Katharina, Tochter des Herzogs Wratislaw VII. von Pommern, gegründet. Im Dreißigjährigen Krieg brannten am 23. April 1635 schwedische Truppen die Kirche und Teile des Klosters nieder; seitdem ist Gnadenberg eine Ruine.

In der Pfarrkirche der Gemeinde Seligenporten in der Oberpfalz (Landkreis Neumarkt) findet sich das mit über 600 Jahren älteste Chorgestühl Süddeutschlands, wahrscheinlich das älteste von ganz Deutschland. Über eine gleichfalls uralte ausgetretene Holztreppe geht es empor zu dem sog. Nonnenchor.


Vor den Toren der oberpfälzer Stadt Freystadt (Landkreis Neumarkt) findet sich mit der barocken Wallfahrtskirche Maria Hilf eine besondere Sehenswürdigkeit. Cosmas Damian und Egid Quirin Asam arbeiteten hier unter der Leitung ihres Vaters erstmals als Freskanten. Erbaut wurde Maria Hilf in den Jahren 1700 bis 1710.


Christoph Willibald Ritter von Gluck galt im 18. Jahrhundert als Erneuerer der Oper. Seine Wirkungsstätten waren die berühmtesten Opernhäuser Europas. Geboren wurde er 1714 im Dorf Erasbach in der Oberpfalz.


Die Wallfahrt auf den Habsberg (im oberpfälzischen Landkreis Neumarkt) zählt zu den bekanntesten in Bayern. Alljährlich pilgern insbesondere viele Kranke auf den Habsberg und bitten um Heilung von ihren Leiden.


Die Wallfahrt auf den Habsberg (im oberpfälzischen Landkreis Neumarkt) zählt zu den bekanntesten in Bayern. Alljährlich pilgern insbesondere viele Kranke auf den Habsberg und bitten um Heilung von ihren Leiden. Zur Geschichte: Im Mittelalter befand sich auf dem Habsberg eine kleine Burg, von der aber nur noch die Zisterne erhalten blieb. Der Ursprung des Wallfahrtsortes geht auf den ersten Kapellenbau (1680) zurück. Historische Quellen besagen, dass Johann Panzer, Amtspfleger auf Burg Helfenberg an einem schweren Gichtleiden litt. Von seinem Krankenlager aus blickte er oftmals auf seine Marienfigur und flehte um Hilfe. Eines Nachts vernahm er eine Stimme, die ihn aufforderte, auf dem Habsberg eine Kapelle zu errichten. Panzer ließ sicht dorthin tragen. Er erwarb sich die Kuppe des Berges und ließ 1680/82 eine Kapelle in der Form eines kleinen Zentralbaues errichten. Die Marienfigur wurde als Gnadenbild dorthin gebracht. Panzer erlangte nach der Überlieferung Heilung. Nach mehreren Heilungswundern entstand 1730 an gleicher Stelle eine größere Kapelle. Die Kirche wurde 1760 im Stil des Rokoko erbaut. Ungebrochen ist die Anziehungskraft des Wallfahrtsortes auf Gläubige und suchende Menschen über die Region hinaus. Heute beherbergt der Habsberg auch ein Wallfahrts- und Jugendhaus.

Sonntag, 1. Mai 2016

Ein Ausflug in die Oberpfalz


Wir starten unsere Fahrt in Nürnberg und unser erstes Etappenziel ist Altdorf bei Nürnberg, die Stadt der Wallensteinfestspiele (denn hier studierte Albrecht von Wallenstein, der Herzog von Friedland).


Altdorf bei Nürnberg von franz-roth-tv

Unser nächstes Ziel (schon in der Oberpfalz) ist Gnadenberg mit seiner Klosterruine.


Kurz darauf, in Oberölsbach, biegen wir links ab Richtung Lauterhofen und erreichen nach kurzer Fahrt Kastl im Lauerachtal.


Auf der Klosterburg‬, einer ehemaligen ‪Benediktinerabtei‬, finden sich zwei Besonderheiten.

Da wäre zum einen die eigenwillige ‎Grabtumba‬ des Feldhauptmanns Seyfried Schweppermann, der für den Kaiser Ludwig den Bayern am 28. September 1322 die Schlacht von Mühldorf gewonnen hatte. Schweppermann zeichnete sich hier durch besondere Tapferkeit aus. Gemäß einer Anekdote hatten der Kaiser und sein Gefolge danach nur einen Korb mit Eiern zur Speise, und er entschied: Jedem Mann ein Ei, und dem braven Schweppermann zwei. Dieser Spruch wurde in das Wappen und in die Grabinschrift Schweppermanns zu Kastl (in der Kirche der Klosterburg Kastl) in der Oberpfalz aufgenommen. Und ganz oben sehen wir die berühmten zwei Eier.

Nicht mehr zu "besichtigen" war geraume Zeit das sog. Mumienkind von Kastl. Es handelt sich dabei um die jüngste Tochter Ludwigs des Bayern, die Prinzessin Anna, die im Alter von drei Jahren bei einem Aufenthalt in Kastl erkrankte und am 29. Januar 1319 verstarb und in Kastl beigesetzt wurde. Ursprünglich war der Leichnam des Kindes in einem zinnernen Sarg bestattet. Dieser war in einem Steinmal versenkt. Der Platz dieser Tumba war mitten im Schiff der Klosterkirche vor dem Kreuzaltar. Der uralte Altar wurde im Jahre 1679 abgebrochen. Im Jahr 1715 ließen die Jesuiten den Leichnam der Prinzessin aus dem Hochgrab herausnehmen und den als Mumie erhaltenen Leichnam in einem Eichenschrank aufbewahren. Nachdem Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen der Mumie zugesetzt hatten, wurde sie 2013 ein halbes Jahr in einen mit Stickstoff gefüllten Spezialschrein umgebettet sowie gereinigt. Mittlerweile wurde der Leichnam in einer speziell konstruierten Vitrine, die die Luftdruckunterschiede durch eine Art Kondensator ausgleicht und am 28. Januar 2014 in den zuvor renovierten Barockschrank eingepasst wurde, wieder ins „Paradies“ (die Vorhalle der Klosterkirche) zurückgebracht und soll darin, mit königlichen Insignien (wie stilisierter Krone und Wappen), weiter öffentlich zu sehen sein. Eine durchaus sehr makabre "Sehenswürdigkeit".

Von 1958 bis 2006 befand sich in den historischen Räumen des Klosters das Europäisch-Ungarische Gymnasium mit angeschlossenem Internat.

Wir fahren weiter durch das Lauterachtal und erreichen Schmidmühlen. Zur Sommerszeit genießen wir hier gerne ein Eis.


Weiter geht es durch das Tal der Vils nach Kallmünz.

Der idyllische Ort war und ist eine Künstlerkolonie. Im frühen 20. Jahrhundert lebten und arbeiteten hier Wassily Kandisky und Gabriele Münter. Sie verlobten sich in Kallmünz.


In Kallmünz gibt es eine ganz besondere Sehenswürdigkeit zu bestaunen: das Haus im Fels. Das Haus im Fels ist ein auch heute noch (jedenfalls im Sommer!) von seinen Besitzern bewohntes zweistöckiges Wohnhaus aus dem Mittelalter. Es besitzt kein Dach. Diese Funktion übernimmt die mächtige Felswand, in die das Haus hineingebaut worden ist.


Über Velburg erreichen wir dann den Habsberg, eine bedeutende Marien- und Krankenwallfahrt.


Die Wallfahrt auf den Habsberg (im oberpfälzischen Landkreis Neumarkt) zählt zu den bekanntesten in Bayern. Alljährlich pilgern insbesondere viele Kranke auf den Habsberg und bitten um Heilung von ihren Leiden. Zur Geschichte: Im Mittelalter befand sich auf dem Habsberg eine kleine Burg, von der aber nur noch die Zisterne erhalten blieb. Der Ursprung des Wallfahrtsortes geht auf den ersten Kapellenbau (1680) zurück. Historische Quellen besagen, dass Johann Panzer, Amtspfleger auf Burg Helfenberg an einem schweren Gichtleiden litt. Von seinem Krankenlager aus blickte er oftmals auf seine Marienfigur und flehte um Hilfe. Eines Nachts vernahm er eine Stimme, die ihn aufforderte, auf dem Habsberg eine Kapelle zu errichten. Panzer ließ sicht dorthin tragen. Er erwarb sich die Kuppe des Berges und ließ 1680/82 eine Kapelle in der Form eines kleinen Zentralbaues errichten. Die Marienfigur wurde als Gnadenbild dorthin gebracht. Panzer erlangte nach der Überlieferung Heilung. Nach mehreren Heilungswundern entstand 1730 an gleicher Stelle eine größere Kapelle. Die Kirche wurde 1760 im Stil des Rokoko erbaut. Ungebrochen ist die Anziehungskraft des Wallfahrtsortes auf Gläubige und suchende Menschen über die Region hinaus. Heute beherbergt der Habsberg auch ein Wallfahrts- und Jugendhaus.


Bild oben: Friedhof mit alten schmiedeeisernen Grabkreuzen, Habsberg, Oberpfalz, Bayern; Habsberg ist eine Wallfahrt, der Friedhof ist der Klosterfriedhof des Klosters Habsberg.

Auf der Tour zurück besuchen wir Erasbach.


Christoph Willibald Ritter von Gluck galt im 18. Jahrhundert als Erneuerer der Oper. Seine Wirkungsstätten waren die berühmtesten Opernhäuser Europas. Geboren wurde er 1714 im Dorf Erasbach in der Oberpfalz (Landkreis Neumarkt).

Danach passieren wir Freystadt und besuchen Mariahilf.


Freystadt - Maria Hilf - Wallfahrtskirche von franz-roth-tv

Die Wallfahrtskirche Mariahilf bei Freystadt in der Oberpfalz (Bayern). Hier haben Egid Quirin und Cosmas Damian Asam erstmals unter Leitung ihres Vaters als Freskanten und Srukkateure gearbeitet. Die Marienwallfahrt gehört zu den bedeutendsten Bayerns.

Unsere letzte Etappe ist dann Seligenporten.


In der Pfarrkirche der Gemeinde Seligenporten in der Oberpfalz (Landkreis Neumarkt) findet sich das mit über 600 Jahren älteste Chorgestühl Süddeutschlands, wahrscheinlich das älteste von ganz Deutschland.

Dienstag, 29. September 2015

Unterwegs in der Oberpfalz


Das, was wir im Bild oben sehen, das ist ein Zeugenberg. Es ist die Sulzbürg im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Ein Zeugenberg (auch Ausliegerberg) ist eine Unterform des Inselbergs, bei der durch Erosionsvorgänge ein Einzelberg von dem erosionsresistenten Gesteinsverband, dem er ursprünglich angehörte, isoliert wird.

Und in Sulzbürg finden wir auch diesen klassischen Bauerngarten.


Das Landl-Museum in Sulzbürg


 

Typisch für die Oberpfalz sind die bemalten Wegekreuze aus Metall. Und diese alten Ziegenställe in Sulzbürg wurden bis 1959 noch genutzt.

Süddeutschlands ältestes Chorgestühl

In der Pfarrkirche der Gemeinde Seligenporten in der Oberpfalz (Landkreis Neumarkt) findet sich das mit über 600 Jahren älteste Chorgestühl Süddeutschlands, wahrscheinlich das älteste von ganz Deutschland.

Über eine gleichfalls uralte ausgetretene Holztreppe geht es empor zu dem sog. Nonnenchor.


Im nahen Pyrbaum haben wir vor einigen Jahren ein Feldlager aus der Zeit der Napoleonischen Kriege erlebt.


Maria Hilf in Freystadt


Vor den Toren der oberpfälzer Stadt Freystadt (Landkreis Neumarkt) findet sich mit der barocken Wallfahrtskirche Maria Hilf eine besondere Sehenswürdigkeit. Cosmas Damian und Egid Quirin Asam arbeiteten hier unter der Leitung ihres Vaters erstmals als Freskanten. Erbaut wurde Maria Hilf in den Jahren 1700 bis 1710.

Erasbach, der Geburtsort von Willibald Gluck

Christoph Willibald Ritter von Gluck galt im 18. Jahrhundert als Erneuerer der Oper. Seine Wirkungsstätten waren die berühmtesten Opernhäuser Europas. Geboren wurde er 1714 im Dorf Erasbach


In Berching


Hier kann man die Gosse überschreiten. Die mittelalterliche Abwasserentsorgung wurde hier nachgebaut.

... und unweit Kloster Plankstetten ...


Die Pfarrkirche St. Vitus in Kottingwörth (Naturpark Altmühltal, Landkreis Eichstätt) beherbergt in ihrer Taufkapelle im Chorturm eine kulturhistorische Einmaligkeit: mittelalterliche Fresken aus dem Jahr 1310. Entdeckt wurden diese Ende des 19. Jahrhunderts unter dem Wandputz der ansonsten im frühen 18. Jahrhundert im Barock umgestalteten Kirche.

Freitag, 15. Mai 2015

Von Kelheim aus durchs Altmühltal


Ein kostspieliges Vergnügen war für den Bayernkönig Ludwig I. die Fertigstellung der befreiungshalle auf dem Michaelsberg bei Kelheim, bezahlte er das Bauwerk doch nach seinem Rücktritt als Staatsoberhaupt aus seiner Privatschatulle. Sein Ehrgeiz, den Marschällen und Generälen der napoleonischen Befreiungskriege ein Denkmal zu setzen, war ihm 20 Millionen wert gewesen. Die Bauzeit betrug mehr als 20 Jahre. Eingewiht wurde das von Gärtner begonnene und von Leo von Klenze fertiggestellte Bauwerk am 50. Jahrestag der Völkerschlacht von Leipzig, am 18. Oktober 1863, in Anwesenheit aller noch lebenden Feldherren der Befreiungskriege. Das Innere des Rundbaus ziert eine Galerie von 34 sogenannten Viktorien, Siegesgöttinnen also, die jeweils in ihrer Mitte einen aus feuervergoldeter erbeuteter Geschützbronze gegossenen Schild mit den siegreichen Gefechten der Befreiungskriege von 1813 bis 1815 halten. Die Namen der Feldherren und der eroberten Festungen sind gleichfalls darauf festgehalten. Beachtlich ist auch die Aussicht von der Außenbrüstung auf Donau- und Altmühltal.


Einen Abstecher lohnt die Einsiedelei Klösterl an der Donau.


Die Einsiedelei Klösterl war in ihren Anfängen eine Klause, die vom Eremiten "Antonius de septem castris" errichtet wurde. 1454 wurde die Kapelle zu Ehren des Heiligen Nikolaus erbaut und ist die einzige Felsenkirche mit natürlichem Dach in Europa. Nach dem Tod des Eremiten Antonius war die Klause bis 1459 verlassen, bis Herzog Albrecht III. die päpstliche Erlaubnis für die Errichtung eines Franziskanerklosters erhielt. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1802 aufgelöst. Heute ist die Einsiedelei Klösterl ein beliebtes Ausflugsziel im Naturschutzgebiet Weltenburger Enge. Sehenswert sind die einzigartige Felsenkirche, die Nikolauskapelle und die Felsenhöhlen. Der Biergarten und das Klösterl-Wirtshaus laden zum Verweilen ein. Die Einsiedelei ist nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar.

Von Kelheim aus fahren wir das Altmühltal aufwärts.

Roadmovie - 19. April 2015 from Franz Roth on Vimeo.

Und unterwegs gibt es einiges zu entdecken. Hier einige der absoluten Highlights auf unserer Strecke Richtung Neumarkt in der Oberpfalz.

Ein "Must-See" ist auf jeden Fall die Pfarrkirche Sankt Vitus in Kottingwörth mit ihren Fresken aus dem Jahr 1310.


Fresken aus dem Jahr 1310 in Sankt Vitus in... von franz-roth-tv

Christoph Willibald Ritter von Gluck, einer der großen Komponisten des 18. Jahrhunderts, wirkte in London, Paris und Wien, wo er auch 1787 starb. Geboren aber wurde er am 2. Juli 1714 in dem kleinen Örtchen Erasbach in der Oberpfalz. 2014 jährte sich sein Geburtstag zum 300. mal.


Zum 300-sten Geburtstag von Willibald Gluck von franz-roth-tv

In der Pfarrkirche von Seligenporten, der Kirche des ehemaligen Klosters, finden wir Deutschlands ältestes Chorgestühl, einen 600 Jahre alten Nonnenchor.


Deutschlands ältestes Chorgestühl in Seligenporten von franz-roth-tv

Dienstag, 21. April 2015

Roadmovie: Altmühltal und Oberpfalz

Bild oben: Essing im Altmühltal

Wir unternehmen eine Fahrt von Kelheim am Zusammenfluss von Altmühl und Donau das Altmühltal aufwärts bis Beilngries und von dort weiter Richtung Neumarkt in der Oberpfalz.

Roadmovie - 19. April 2015 from Franz Roth on Vimeo.


Und was gibt es unterwegs zu sehen?

Ein "Must-See" ist auf jeden Fall die katholische Pfarrkirche Sankt Vitus in Kottingwörth mit ihren Fresken aus dem Jahr 1310. Sankt Vitus wird auch "der kleine Dom des Altmühltals" genannt. Der "große" ist der Willibalds-Dom in Eichstätt.


Kottingwoerth - Fresken von 1310 by Franz Roth

Unweit, über Beilngries, thront das Schloß Hirschberg, einst ein Sommersitz der Bischöfe von Eichstätt, heute eine Seminarstätte des Bistums.


Und nur wenige Kilometer weiter Richtung Neumarkt, entlang des "Alten Kanals", des Ludwig-Main-Donau-Kanals, passieren wir die Benediktinerabtei Plankstetten.


Nach Plankstetten passieren wir Berching, das "Kleinod des Mittelalters".


Zur Stadt Berching gehört auch Erasbach. Christoph Willibald Ritter von Gluck galt zu seiner Zeit als Erneuerer der Oper. Er wirkte u.a. in London. Geboren aber ist er in dem kleinen Örtchen Erasbach in der Oberpfalz. Seine Heimatgemeinde erinnert mit einem Denkmal in Form einer Harfe am Ortseingang an den großen Sohn.


Willibald Gluck - Erasbach, sein Geburtsort in der Oberpfalz by Franz Roth


Nicht versäumen sollte man auch Mariahilf in Freystadt, eine der bedeutendsten Marienwallfahrten Bayerns. Und hier haben sich die Barockkünstler Cosmas Damian und Egid Quirin Asam ihre ersten Meriten erworben.


Asamkirche Mariahilf in Freystadt by Franz Roth


Und wieder ganz in der Nähe entdecken wir ein weiteres kulturhistorisches Highlight: In Seligenporten finden wir in der Kirche des ehemaligen Klosters Deutschlands ältestes Chorgestühl, einen über 600 Jahre alten Nonnenchor.


Deutschlands ältestes Chorgestühl in Seligenporten by Franz Roth

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Montag, 19. September 2011

Meine Lieblingsfilme

Sie behandeln alle besondere kulturelle Kostbarkeiten Bayerns:

Das schon im letzten Post behandelte Kloster Scheyern, die Wallfahrtskirche Maria Hilf in Freystadt in der Oberpfalz, das älteste Chorgestühl Deutschlands im ehemaligen Kloster Seligenporten (gleichfalls Oberpfalz) und die Fresken aus dem Jahr 1310 in der Pfarrkirche St. Vitus in Kottingwörth im Altmühltal (letztere zusammengefasst im Film "Kostbarkeiten des Mittelalters").