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Dienstag, 13. August 2019

Rund um Neustadt an der Weinstraße (Teil 2)

Sankt Martin an der Deutschen Weinstraße - Der mittelalterliche Ortskern ist sehenswert und steht seit 1980 unter Denkmalschutz. Der heilige Martin, Martin von Tours, ist auch der Patron der katholischen Pfarrkirche St. Martin (im Bild). Neben einem spätgotischen Netzgewölbe im Chor birgt das Juwel mittelalterlicher Baukunst noch andere Kunstschätze gotischer Skulptur, wie z. B. das Grabmal des Hanns von Dalberg († 1531) und seiner Gattin Katharina von Cronberg.


Der Künstler und Grafiker Richard Platz

Der vielseitig begabte Künstler war ein St. Martiner Urgestein und gelangte weit über seine Heimat hinaus zu Ansehen und Anerkennung. Im Ort ist eine Straße nach ihm benannt und auf der Kropsburg über dem Ort hat ihm seine Heimatgemeinde einen Gedenkstein gesetzt.

Richard Platz war ein Mann, der seinen Heimatort früh und vorausschauend auf die touristische Schiene setzte. Der St. Martiner zählt zu den bekannten Talenten aus dem Dorf der Künstler und Musikanten. Den Absolventen der Kunstakademie Karlsruhe zog es nach Lehr- und Wanderjahren zurück in den Heimatort, wo er ein Atelier für Theatermalerei begründete. Den Beruf des Grafikdesigners gab es zu seiner Zeit so noch nicht. Doch wirkte er auch in dem Sinne. Richard Platz malte Theaterkulissen und Porträts, Alltagsszenen und Landschaften. Er entwarf und illustrierte ebenso Werbeprospekte, Plakate, Weinkarten und Vereinsfahnen. Seine Talente kamen auch St. Martin und hier den Vereinen zugute. Im Pfälzerwald-Verein wie im Verkehrs- und Verschönerungsverein wirkte Platz als ein Motor. Schließlich entwickelte er zusammen mit Franz Christmann, seinem Jugendfreund, eine Strategie für den Fremdenverkehr. Richard Platz, mit seiner intelligenten Werbung, machte den "Wein und Kirschenkurort St. Martin" zum Vorreiter im Pfalztourismus. Seine Kontakte weithin nützten dabei. St.-Martin-Plakate hingen bald in deutschen Bahnhöfen und auf öffentlichen Plätzen. Faltblätter fanden sogar den Weg nach Übersee. Im Jahr 1927 erschien ein von ihm gestalteter Ortsprospekt für St. Martin.


Die Lourdesgrotte oberhalb von St. Martin ist eine Mariengrotte die um das Jahr 1912 erbaut. Sie wurde ähnlich dem Vorbild in Lourdes (Frankreich) gestaltet. Ein Ort der Stille und Andacht mitten im Wald, ungefähr 10 Minuten von der Kropsburg entfernt.

  

Von Sankt Martin aus erreichen wir auch die bereits im ersten Teil vorgestellte Kalmit.

Und hier noch eine durchaus wehmütige Rückblende: An die Rheinland-Pfalz-Rundfahrt am 15. September 2004. Die startete damals in Pirmasens und führte auch vorbei am Forsthaus Heldenstein bei Edenkoben.


Die Internationale Rheinland-Pfalz-Rundfahrt war ein internationales, fünftägiges Rad-Etappenrennen durch das Bundesland Rheinland-Pfalz. Es galt in den Jahren der Austragung 1966 bis 2007 als eines der größten Sportereignisse in Rheinland-Pfalz. Die Rundfahrt gehörte zur UCI Europe Tour und war Teil der neuen Deutschen Meisterschaft (TUI-Cup).


Infolge der damaligen Dopingfälle im Radsport wurde die Rheinland-Pfalz-Rundfahrt im Jahr 2008 abgesagt und auch nicht wieder neu aufgelegt. Man kann durchaus sagen, dass das Land dadurch auch touristisch durchaus verloren hat, denn das Rennen war eine große Attraktion gewesen.

Freitag, 9. Februar 2018

Im Südwesten - Wissenswertes & Interessantes diesseits und jenseits der Grenze


Wir haben ja durchaus so einige Einmaligkeiten hier in der Region, die zweifelsohne auch europaweit ihresgleichen suchen: Der Deutsch-Französische Kindergarten in Liederschiedt in Lothringen (Département Moselle, 57). Der Kindergarten liegt, von Schweix kommend, direkt am Ortseingang von Liederschiedt. 2015 feierte er sein 20-jähriges Bestehen.

Der Deutsch-Französische Kindergarten in Liederschiedt in Lothringen (Département Moselle, 57). 2015 feierte er sein 20-jähriges Bestehen. Hier wachsen Kinder von diesseits und jenseits der Grenze zweisprachig auf.
Ein Stück gelebte Völkerverständigung schon im Kindesalter.

Lothringer Kreuze in der Südwestpfalz auf der Hackmesserseite

 

Dazu siehe diesen Artikel.

Zu den ältesten dieser Kreuze zählt das in Riedelberg, datiert auf 1739, flankiert von zwei kleinen barocken Sandsteinkreuzen.


Die Lourdes-Grotte bei Eppenbrunn

Die Lourdesgrotte in Eppenbrunn verdankt ihre Entstehung dem widerspenstigen Pfarrer Johannes Drauden und dem gewachsenen Sandstein, der das Landschaftsbild im Wasgau prägt.

Als 1933 Adolf Hitler an die Macht gekommen war, stellten die nationalsozialistischen Anhänger in Eppenbrunn ein großes Hakenkreuz auf dem südwestlich vom Ort gelegenen Berg auf, der auch heute noch von der älteren Bevölkerung "Hakenkreuz-Felsen" genannt wird.

Dieses Hakenkreuz war vom Dorf aus sehr gut zu sehen, sehr zum Ärgernis des damaligen Ortspfarrers Johannes Drauden, der unter dem Nationalsozialismus schwer zu leiden hatte und sich mit dem weithin sichtbaren symbolträchtigen Zeichen nicht abfinden wollte.

Während eines Krankenlagers kam ihm der Gedanke, als Gegenstück zum Hakenkreuz ein echtes Kreuz aufzustellen. Als Aufstellungsort wählte er einen Punkt, den er von seinem Krankenlager im Pfarrhaus aus einsehen konnte. Als die mit der Fertigung beauftragten Gebrüder Bender das Kreuz aufstellen wollten, stießen sie beim Wegräumen von Schutt und Geröll auf einen Felsen, der sich nach dem Freilegen als ideal zur Anlage einer Grotte anbot. Trotz der kirchenfeindlichen Politik der Nationalsozialisten fanden sich viele freiwillige Helfer bereit, an der Errichtung einer Grotte nach dem Vorbild von Lourdes (Frankreich) fleißig mitzuarbeiten. Und so entstand in den Jahren 1934/1935 die Grotte in ihrer heutigen Form. Dies war in der damaligen Zeit ein großes Wagnis und mit sehr großen Risiken verbunden. Umso mehr ist es als eine große Tat gelebten Glaubens zu werten.

L'Ossuaire de Schorbach - Das Beinhaus von Schorbach

Das Beinhaus von Schorbach aus dem 11. Jahrhundert. Da man in alter Zeit glaubte, dass nur der die ewige Seligkeit erlange, der in (oder auf) geweihtem Boden ruhe, wurden die Gebeine der Verstorbenen ausgegraben und in solchen Karnern (Schädelstätten) auf dem Friedhof aufbewahrt.


Die Pfarrkirche Saint-Remi ist die Hauptkirche verschiedener Gemeinden im Bitscherland (Pays de Bitche).


Besonders beeindruckend die Pieta im Vorraum der Kirche.



Samstag, 18. Februar 2017

Die Altschloßfelsen und Eppenbrunn im Pfälzerwald


Die Altschloßfelsen bei Eppenbrunn, unweit der französischen Grenze, sind sicher mit seinen vielfältigen Verwitterungsformen des Buntsandsteins das beindrickendste Naturdenkmal des Pfälzerwaldes.

 




In Eppenbrunn selbst lädt der Kurpark zu einem Bummel ein.



Die Lourdes-Grotte bei Eppenbrunn


Die Lourdesgrotte in Eppenbrunn verdankt ihre Entstehung dem widerspenstigen Pfarrer Johannes Drauden und dem gewachsenen Sandstein, der das Landschaftsbild im Wasgau prägt.

Als 1933 Adolf Hitler an die Macht gekommen war, stellten die nationalsozialistischen Anhänger in Eppenbrunn ein großes Hakenkreuz auf dem südwestlich vom Ort gelegenen Berg auf, der auch heute noch von der älteren Bevölkerung "Hakenkreuz-Felsen" genannt wird.

Dieses Hakenkreuz war vom Dorf aus sehr gut zu sehen, sehr zum Ärgernis des damaligen Ortspfarrers Johannes Drauden, der unter dem Nationalsozialismus schwer zu leiden hatte und sich mit dem weithin sichtbaren symbolträchtigen Zeichen nicht abfinden wollte.

Während eines Krankenlagers kam ihm der Gedanke, als Gegenstück zum Hakenkreuz ein echtes Kreuz aufzustellen. Als Aufstellungsort wählte er einen Punkt, den er von seinem Krankenlager im Pfarrhaus aus einsehen konnte. Als die mit der Fertigung beauftragten Gebrüder Bender das Kreuz aufstellen wollten, stießen sie beim Wegräumen von Schutt und Geröll auf einen Felsen, der sich nach dem Freilegen als ideal zur Anlage einer Grotte anbot. Trotz der kirchenfeindlichen Politik der Nationalsozialisten fanden sich viele freiwillige Helfer bereit, an der Errichtung einer Grotte nach dem Vorbild von Lourdes (Frankreich) fleißig mitzuarbeiten. Und so entstand in den Jahren 1934/1935 die Grotte in ihrer heutigen Form. Dies war in der damaligen Zeit ein großes Wagnis und mit sehr großen Risiken verbunden. Umso mehr ist es als eine große Tat gelebten Glaubens zu werten.

Der Helmut-Kohl-Wanderweg


Zwischen Eppenbrunn im Pfälzerwald (Landkreis Südwestpfalz, Verbandsgemeinde Pirmasens-Land) und dem französischen Nachbarort Roppeviller verläuft der Helmut-Kohl-Wanderweg, den der ehemalige Bundeskanzler gerne und oft privat benutzt hat.

Eine Stippvisite lohnt auch der Ransbrunnerhof.


Und hier das Forsthaus Stüdenbach im Winter.


Zeugen der Geschichte

In den Wäldern finden wir auch die gesprengten Überreste des dunkelsten Kapitels unserer Geschichte, die ehemaligen Bunker des Westwalls, heute Biotope für seltene Tiere und Pflanzen.