Posts mit dem Label Eppenbrunn werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Eppenbrunn werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 1. Oktober 2021

Die Hackmesserseite (Forts.)

Zwischen Eppenbrunn im Pfälzerwald (Landkreis Südwestpfalz, Verbandsgemeinde Pirmasens-Land) und dem französischen Nachbarort Roppeviller verläuft der Helmut-Kohl-Wanderweg, den der ehemalige Bundeskanzler gerne und oft privat benutzt hat. Der Helmut-Kohl-Wanderweg war 2017 15 Jahre alt.

Imsbacherhof, Trulbermühle, Trulben (Streetview)



Imsbacherhof (historisch: Imsbach) ist ein Ortsteil der Ortsgemeinde Trulben im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Der heutige Ortsteil war ursprünglich als Imsbach ein selbständiges Dorf, das 1404 als „Ymesbach“ erwähnt wurde. Es lag im Amt Lemberg der Grafschaft Zweibrücken-Bitsch und dort in der Amtsschultheißerei Trulben.

Eppenbrunn


Eppenbrunn liegt im deutschen Teil des Wasgaus, der zum Südteil des Pfälzerwaldes gehört und bereits unmittelbar westlich des Ortes fließend in das zur Westricher Hochfläche gehörende Zweibrücker Hügelland übergeht, unmittelbar an der Grenze zu Frankreich. Eppenbrunn wurde 1235 als Eppenburnen erwähnt, der Weiler Ransbrunnerhof schon 1155 als Ransbronnen. Beide gehörten damals zum Kloster Sturzelbronn in Lothringen. Von dort gelangten sie an die Grafschaft Zweibrücken-Bitsch. Das Dorf Eppenbrunn lag im Amt Lemberg der Grafschaft und dort in der Amtsschultheißerei Trulben.

Die Altschloßfelsen bei Eppenbrunn - wunderbare Verwitterungsformen des Buntsandsteins - Die Altschlossfelsen sind eine als Naturdenkmal (ND) und Kulturdenkmal (KD) ausgewiesene Felsgruppe aus Buntsandstein im Pfälzerwald an der Grenze zu Frankreich und die größte Felsformation der Pfalz. Sie befinden sich am Brechenberg nahe Eppenbrunn und Roppeviller auf einer Höhe von rund 406 m ü. NHN.

Die Lourdes-Grotte bei Eppenbrunn

Die Lourdesgrotte in Eppenbrunn verdankt ihre Entstehung dem widerspenstigen Pfarrer Johannes Drauden und dem gewachsenen Sandstein, der das Landschaftsbild im Wasgau prägt.

Als 1933 Adolf Hitler an die Macht gekommen war, stellten die nationalsozialistischen Anhänger in Eppenbrunn ein großes Hakenkreuz auf dem südwestlich vom Ort gelegenen Berg auf, der auch heute noch von der älteren Bevölkerung "Hakenkreuz-Felsen" genannt wird.

Dieses Hakenkreuz war vom Dorf aus sehr gut zu sehen, sehr zum Ärgernis des damaligen Ortspfarrers Johannes Drauden, der unter dem Nationalsozialismus schwer zu leiden hatte und sich mit dem weithin sichtbaren symbolträchtigen Zeichen nicht abfinden wollte.

Während eines Krankenlagers kam ihm der Gedanke, als Gegenstück zum Hakenkreuz ein echtes Kreuz aufzustellen. Als Aufstellungsort wählte er einen Punkt, den er von seinem Krankenlager im Pfarrhaus aus einsehen konnte. Als die mit der Fertigung beauftragten Gebrüder Bender das Kreuz aufstellen wollten, stießen sie beim Wegräumen von Schutt und Geröll auf einen Felsen, der sich nach dem Freilegen als ideal zur Anlage einer Grotte anbot. Trotz der kirchenfeindlichen Politik der Nationalsozialisten fanden sich viele freiwillige Helfer bereit, an der Errichtung einer Grotte nach dem Vorbild von Lourdes (Frankreich) fleißig mitzuarbeiten. Und so entstand in den Jahren 1934/1935 die Grotte in ihrer heutigen Form. Dies war in der damaligen Zeit ein großes Wagnis und mit sehr großen Risiken verbunden. Umso mehr ist es als eine große Tat gelebten Glaubens zu werten.



Dienstag, 21. Januar 2020

Im Tal des Hornbachs diesseits und jenseits der Grenze


Der Hornbach (fr: La Horn) ist ein Zufluss des Schwarzbachs. Der Hornbach entspringt in Frankreich, in der Nähe der Stadt Bitche und fließt nach Rheinland-Pfalz (Deutschland). Der Hornbach entspringt auf einer Höhe von 315 m etwa 400 m südlich des Entenbaechel Teichs und südlich von Bitche. Er durchfließt zunächst den Étang d’Hasselfurth (deutsch Hasselfurther Weiher) und fließt nach Norden über Hanviller und Bousseviller nach Waldhouse. Hier mündet die fast gleich starke Trualbe von rechts ein. Auf den nächsten etwa 12 km führt das Gewässer nun beide Namen nebeneinander. Zwischen dem lothringischen Rolbing und dem pfälzischen Riedelberg bildet der Hornbach die Staatsgrenze.

Danach tritt er in den Landkreis Südwestpfalz ein und wendet sich bei der Kirschbacher Mühle, wo die Felsalb von rechts einmündet, nach Westen. Auf der weiteren Strecke über Dietrichingen und Mauschbach zur Stadt Hornbach tritt das Gewässer im Frühjahr oft weitflächig über die Ufer.


Tipp: Frische Eier, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, möglich macht das der "Regiomat" beim Bauern Fess in Althornbach in der Südwestpfalz.

Acht Wasserbüffel - sechs Kühe und zwei Bullen - waren es 2010 gewesen beim offiziellen Startschuss der Beweidung der Talaue zwischen Hornbach und Mauschbach. Mittlerweile sind es einige mehr. Der Landkreis Südwestpfalz hatte das mit 96.000 Euro vom Land geförderte Projekt gestartet, um drei Ziele zu erreichen. Zum einen als Biotopschutz, zum zweiten, um eine Verbuschung der Kulturlandschaft zu verhindern und zu erhalten. Und zum Dritten hat das Projekt auch einen touristischen Aspekt. Den jetzt elf Tieren stehen rund 17 Hektar zwischen der Landstraße 478 und dem St. Johanner Weg auf beiden Seiten der Trualb (die mündet zwar bei Waldhouse von rechts in den Hornbach, der Hornbach führt aber bis zu der gleichnamigen Stadt den Namen „Trualbe“ als Zweitname nebenher) zur Verfügung. Sie sind eine Attraktion im Hornbachtal.

Kloster Hornbach

Kloster Hornbach in der Südwestpfalz, eine Gründung des Heiligen Pirminius, Namensgeber der nahen Stadt Pirmasens.


Bitche - Bitsch


Impressionen der Stadt in Lothringen (Bitscherland), Département Moselle (57). Die Kleinstadt und Garnisonsstadt im Grenzland zur Südwestpfalz ist unser erklärter Lieblingsort in Frankreich und das hat seine Gründe: Keine Banlieue, keine "Zone sensible", kein "Quartier chaud". Man kann sein Auto parken, ohne befürchten zu müssen, es abgefackelt zu bekommen. Die Klientel, die das macht, gibt es in Bitsch nicht. Ob die Militärpräsenz mit dafür sorgt, dass Bitche eine so friedliche Stadt ist? Mag sein.

Apropos Militär: Im Ersten Weltkrieg absolvierte mein Großvater mütterlicherseits aus dem Hunsrück in Bitsch (damals Reichslande Elsaß-Lothringen) seine Ausbildung zum Unteroffizier. Er hat auch im hohen Alter Bitsch immer wieder besucht.

La Moulin d'Eschviller

Die Mühle von Eschweiler ist eine noch voll funktionsfähige Wassermühle im Tal der Schwalb, eines Nebenflusses des Hornbachs. Sie beherbergt neben einem Museum eine ausgezeichnete Gastronomie.


Der Bach ohne Grenzen zwischen Eppenbrunn und Walschbronn, ein weiterer Zufluß des Hornbachs


Am Stüdenbachweiher beginnt der "Bach ohne Grenzen". Entlang des Eppenbrunner Bachs und der Trualb geht es 12 Kilometer von Eppenbrunn über die Grenze nach Walschbronn ins Nachbarland Frankreich. Natur erleb- und begreifbar zu machen, ermöglichen 35 Einzelstationen des Gewässerlehrpfads. Lehrtafeln oder Aktionen zum Mitmachen vermitteln Wissenswertes über vorhandene Biotope, eine Fischtreppe oder die verschiedenen Lebewesen in Weiher, Bach und Tümpel. Damit sensibilisiert der "Bach ohne Grenzen" nicht nur für die Belange von Natur- und Umweltschutz, sondern wirbt mit seiner Zweisprachigkeit auch für Völkerverständigung und gemeinsames Lernen. Die Informationstafeln sind sowohl in deutscher als auch französischer Sprache. Der Einstieg ist im Freizeitpark Eppenbrunn oder am Parkplatz Spießweiher, an der L478, möglich.

Walschbronn ist eine französische Gemeinde mit 498 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Moselle in der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Sarreguemines und zum Kanton Bitche und ist Teil des grenzübergreifenden Biosphärenreservates Pfälzerwald-Nordvogesen. Sie war im Mittelalter ein bedeutender Badeort. Die Einwohner nennen sich Walschbronnois. Das Dorf liegt in den Nordvogesen als Grenzort zur Pfalz an der Trualbe, die auf diesem Abschnitt auch "Schwartzbach" genannt wird, einem Nebengewässer des Hornbachs, und an der Straße D 962 von Volmunster nach Pirmasens.

Gallo-römische Funde sind ab dem 2. Jahrhundert vorhanden. So ist eine Römerstraße nachgewiesen. Als Stanislaus I. Leszczyński 1755 die Instandsetzung der schadhaften Badeanlagen veranlasste, kamen ein römischer Votivstein und viele Münzen zum Vorschein. Es wird angenommen, dass die Heilquellen von Walschbronn den Römern bereits bekannt waren.

Eine erste konkrete Erwähnung des Dorfes erfolgte im Jahr 1080 noch unter dem Namen Galesburas (Gales = Gallert, Buras = "Brunnen"), was als Hinweis auf die petroleumhaltigen Quellen gilt. Bereits 1170 wurde allerdings schon Walsburn geschrieben. Es soll dies Waldbrunnen heißen, nach anderer Ansicht ist es vom germanischen Vornamen Walo abzuleiten. Wie der ganze heutige Kanton Volmunster gehörte Walschbronn im Mittelalter zu Zweibrücken-Bitsch. Graf Friedrich vermachte den Grundbesitz und die Kirchenrechte jedoch im Jahr 1196 an die neugegründete Abtei Sturzelbronn.

Um 1490 errichtete Graf Simon IV. Wecker von Zweibrücken-Bitsch in Walschbronn ein Jagdschloss, heute "Weckerburg" genannt. Die Burg war später in Besitz von Georg von Zweibrücken-Bitsch und Ochsenstein († 1559) sowie Jakob von Zweibrücken-Bitsch. Nach dessen Tod im Jahre 1570 wurde das Gebäude aufgegeben und verfiel zur Ruine.

Im 15. und 16. Jahrhundert muss die Heilquelle bereits einen weiten Ruf genossen haben, denn die deutschen Kaiser Friedrich III. und Karl V. waren Förderer des Bades. Der Badebetrieb war eine bedeutende Einnahmequelle für das Haus Zweibrücken-Bitsch, bevor die Quelle in den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges versiegte. Im Dorf Walschbronn, für das drei Jahrzehnte zuvor ein Chronist noch die stattliche Zahl von 400 Häusern genannt hatte, lebten 1648 gerade noch elf Einwohner.

Mit der Grenzlage, in die Walschbronn im 18. Jahrhundert zunehmend geriet, verlor der einst ansehnliche Ort mehr und mehr an Bedeutung. Von fast 1.000 Einwohnern an der Wende zum 19. Jahrhundert ist die Bevölkerungszahl bis heute auf noch gut die Hälfte zurückgegangen. Durch einen steigenden Anteil Deutscher, die wegen der niedrigeren Immobilienpreise ihren Wohnsitz hierher verlegt haben, ist in den letzten Jahren der Abwärtstrend aber gestoppt worden.



Samstag, 31. August 2019

Die Wooge im Pfälzerwald


Als einen Woog (von mittelhochdeutsch wâc) bezeichnet man in Südwestdeutschland ein stehendes Gewässer. In erster Linie als Wasserspeicher für den Betrieb von Mühlen oder von Klausen, in denen Holz für die Trift gesammelt wurde, wurden durch Aufstauung von Wasserläufen künstliche Wooge angelegt. Diese dienten auch, meist bei Klöstern, als Fischzuchtteiche.

Der Mummelsee bei Ludwigswinkel, einer der Wooge des Pfälzerwaldes.


Ein bißchen Technik (Quelle: Technische Universität Kaiserslautern, Fachgebiet Wasserbau und Wasserwirtschaft): Hauptbauwerk aller künstlichen Stillgewässer ist das sogenannte Absperrbauwerk, mit dem der Aufstau erfolgt. Es handelt sich dabei in den meisten Fällen um einen Erddamm, manchmal auch um eine Staumauer aus Natursteinen oder Beton. Zur Regulierung des Wasserstandes im Teich und zu dessen Leerung dient in den meisten Fällen ein so genannter Mönch (das ist dieses Teil, durch das im Video das Wasser rauscht). Wooge, die der Energienutzung (Mühlen, Hammerwerke usw.) gedient haben sowie ehemalige Triftwooge zum Transport von Holz auf einzelnen Bächen des Pfälzerwaldes haben meist keinen Mönch, sondern eine Öffnung im Damm, die bis zur Gewässersohle hinunterreicht und seitlich mit Mauerwerk oder Beton gesichert ist. Verschluss und Regulierung erfolgen durch ein bewegliches Schütz in dieser Öffnung.

 

Der Mummelsee ist einer der idyllischsten Waldweiher, die wir kennen. Aber es gibt in Ludwigswinkel noch mehr Weiher. Beliebt der Schöntalweiher oder Lagerweiher als Badesee.


Eine Kernzone des Biosphärenreservates Pfälzerwald ist heute der Rösselsweiher.


Ein gleichfalls sehr idyllischer Waldsee ist der Stüdenwoog oder Stüdenbachweiher bei Eppenbrunn, von dem aus der "Bach ohne Grenzen" (Ruisseau sans frontière) seinen Ausgang nimmt.


Entlang des Eppenbrunner Bachs und der Trualb geht es von Eppenbrunn über die Grenze nach Walschbronn ins Nachbarland Frankreich. Natur erleb- und begreifbar zu machen, ermöglichen 35 Einzelstationen des Gewässerlehrpfads. Lehrtafeln oder Aktionen zum Mitmachen vermitteln Wissenswertes über vorhandene Biotope, eine Fischtreppe oder die verschiedenen Lebewesen in Weiher, Bach und Tümpel. Damit sensibilisiert der "Bach ohne Grenzen" nicht nur für die Belange von Natur- und Umweltschutz, sondern wirbt mit seiner Zweisprachigkeit auch für Völkerverständigung und gemeinsames Lernen.

Das Wort Woog kommmt auch in Ortsnamen vor, etwa in Salzwoog. Der kleine Ort Salzwoog, der von jeher eine sogenannte Annexe der Gemeinde Lemberg war, hat seinen Namen der historischen Salzstraße zu verdanken, die auf ihrem Weg von Lothringen an den Rhein durch seine Gemarkung führte. Auf dem damaligen Salzwooger Hof, der auf der Bistumsgrenze zwischen Metz und Speyer lag, befand sich eine Zollstation mit einer Salzwaage, um das "weiße Gold" zu wiegen. Im Ort Salzwoog gibt es noch einige schöne Fachwerkhäuser. Die Geburt des Ortes Salzwoog geschah im Jahr 1727 durch die Brüder Kettenring, durch die Errichtung einer Sägemühle und eines Hofgutes. Daran erinnert heute das “Kettenring’sche Haus”, ein Fachwerkbau, der von seinem jetzigen Besitzer restauriert wurde. Den Betrieb der Mühle hat man nach dem 2. Weltkrieg eingestellt. Den Woog zum Antreiben der Mühle gibt es ebenfalls nicht mehr.


In der Karlstalschlucht - Das Karlstal der Moosalb ist ein Naturschutzgebiet bei Trippstadt im Pfälzerwald (Rheinland-Pfalz). Das Karlstal liegt etwa zehn Kilometer südlich von Kaiserslautern in der Nähe des Luftkurorts Trippstadt. Die rund drei Kilometer lange Karlstalschlucht kann über einen Wanderweg begangen werden. Die von der Moosalb durchflossene und weitgehend naturbelassene Felsenschlucht gehört wegen der großen Gesteinstrümmer aus dem roten Buntsandstein der Region, der zahlreichen kleinen Wasserfälle sowie des alten Laub- und Nadelbaumbestandes zu denjenigen Zielen im Pfälzerwald, die von den für den Tourismus Verantwortlichen als sehenswert angeboten werden.


Wir besuchen auch den Unterhammer, eines der alten Hammerwerke an der Moosalbe, mit seinem Herrenhaus und die Klug'sche Mühle. Auch bei diesen Anlagen gibt es noch entsprechhende Stauweiher, die früher zum Betrieb notwendig gewesen sind.

Gerade bei diesen heute nicht mehr in Betrieb befindlichen Mühlen und Hammerwerken erkennt man, wie gefährdet das Kulturerbe der Wooge ist. Soweit heute noch eine Bewirtschaftung der Wooge im Pfälzerwald erfolgt, dominiert die fischereiliche Nutzung. Neben einigen Anlagen mit gewerbsmäßiger, intensiver Fischzucht, existieren viele Anlagen, in denen dies als Hobby mehr oder weniger intensiv betrieben wird. Diese Nutzungsform ging in den letzten Jahrzehnten stark zurück. Es zeichnet sich ab, dass ein großer Teil der Wooge im Pfälzerwald in absehbarer Zeit keine gezielte Nutzung mehr aufweisen wird. Damit entfällt auch die Motivation für eine Unterhaltung der Anlagen. Die heutige Bedeutung der Wooge im Pfälzerwald muss deshalb auch unter den besonderen Aspekten gesehen werden, die sich aus der besonderen Funktion des Pfälzerwaldes als Biosphärenreservat ergeben: Förderung einer nachhaltigen Entwicklung sowohl hinsichtlich der Ziele des Naturhaushalts (Arten- und Biotopschutz) als auch der Ansprüche des Menschen (umweltverträgliche Nutzung und Bewahrung des kulturellen Erbes).

Dienstag, 27. August 2019

Nachbarn über die Grenze: Eppenbrunn und Roppeviller


Eppenbrunn liegt im deutschen Teil des Wasgaus, der zum Südteil des Pfälzerwaldes gehört und bereits unmittelbar westlich des Ortes fließend in das zur Westricher Hochfläche gehörende Zweibrücker Hügelland übergeht, unmittelbar an der Grenze zu Frankreich. In der Zeit der Französischen Revolution entstand die Bezeichnung Hackmesserseite für den Ort und einige Nachbardörfer, weil sie sich 1792 der Revolution anschlossen.



Der Begriff "Hackmesserseite" stammt aus der Zeit der franz. Revolution 1789. Die Wogen der Revolution ergriffen 1792 auch die Dörfer um Trulben mit Eppenbrunn, Hilst, Schweix und Ludwigswinkel. Zusammen mit zwölf Nationalgardisten erreichten mehrere Bürger unter der Führung des Oberförsters Weiß aus dem französischen Roppeviller am 8. November 1792 Eppenbrunn und pflanzten einen Freiheitsbaum. Die Freiheitskämpfer zogen am gleichen Tag auch noch nach Trulben und pflanzten dort einen weiteren Baum als "Zeugen der Freiheit". Die Dörfer Kröppen, Hilst und Schweix folgten dem Beispiel am nächsten Tag. Die in "freie Franken" umgewandelten Bürger erklärten dem Oberamt Pirmasens, keine Salzsteuer mehr zu bezahlen und der Darmstädter Regierung "... keinen Pfennig mehr zu entrichten". 1.000 Klafter Holz, das der Landgraf bereits an Zweibrücker Holzhändler verkauft hatte, teilten die Aufständischen unter sich auf. Schultheißen wurden abgesetzt und die herrschaftlichen Jäger und Waldhüter vertrieben. Die widerspenstigen Dörfer schufen eine neue Gemeindeverwaltung nach französischem Vorbild und stellten an die Pariser Nationalversammlung den Antrag auf Vereinigung mit der französischen Republik. Bereits schon am 14. Februar 1793 entsprach die Pariser Nationalversammlung dem Bittgesuch und erklärte die freiheitsliebenden Dörfer zu französischem Staatsgebiet. Bitscher Freiheitsleute brachten ihren pfälzischen Brüdern ein Geschenk mit: die Guillotine, im Volksmund "Hackmesser" genannt. Dieses Mordinstrument soll eifrig in Tätigkeit gewesen sein. In Erinnerung an die blutigen Opfer entstand daraufhin der Name "Hackmesserseite".



Eppenbrunn wurde 1235 als Eppenburnen erwähnt, der Weiler Ransbrunnerhof schon 1155 als Ransbronnen. Beide gehörten damals zum Kloster Sturzelbronn in Lothringen. Von dort gelangten sie an die Grafschaft Zweibrücken-Bitsch. Das Dorf Eppenbrunn lag im Amt Lemberg der Grafschaft und dort in der Amtsschultheißerei Trulben. Im folgenden Video kommen wir von Trulben aus nach Eppenbrunn.


Eppenbrunn - Ein Ortsportrait

Eppenbrunn ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und im (ehem.) Bruder Konrad Kur- und Bäderhaus war schon immer eine Praxis für Physiotherapie untergebracht.


In Eppenbrunn befindet sich die Vita Natura Klinik, eine der ältesten Kliniken für Ganzheitsmedizin in Deutschland. Auch sie sehen wir im obigen Video.


Zwischen Eppenbrunn und dem französischen Nachbarort Roppeviller verläuft der Helmut Kohl-Wanderweg, den der ehemalige Bundeskanzler gerne und oft privat benutzt hat.

Roppeviller im Bitscherland


Mit 109 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) ist Roppeviller die kleinste Gemeinde des Bitscher Landes. Die Einwohner nennen sich auf Französisch Roppevillerois und auf Deutsch Roppweilerer.

Das Grenzland hat aber auch eine sehr kriegerische Vergangenheit: Im Pfälzerwald, auch rund um Eppenbrunn, stößt man allenthalben auf die gesprengten Reste der Bunker des Westwalls.


Der Westwall - Eine Spurensuche


Auf Spurensuche am Westwall im Pfälzerwald - u.a. ein Besuch des Westwallmuseums in Pirmasens -

Freitag, 23. August 2019

Bei uns in der Grenzregion


Der Deutsch-Französische Kindergarten in Liederschiedt im Department Moselle (57, Lothringen, Pays de Bitche) ist eine Einmaligkeit in Europa. Er geht zurück auf eine Initiative von Günther Cölsch (im Bild) und Joseph Schaefer, der eine seinerzeit Bürgermeister der Verbandsgemeine Pirmasens-Land, der andere Bürgermeister von Bitche (Bitsch). In der Ecole Maternelle Franco-Allemande werden Kinder von diesseits und jenseits der Grenze zweisprachig betreut.


Der deutsch-französische Kindergarten (Ecole Maternelle Franco-Allemande) in Liederschiedt im Department Moselle (57, Lothringen, Lorraine) im Grenzgebiet zum Bundesland Rheinland-Pfalz (Landkreis Südwestpfalz bei Pirmasens). Der einzige deutsch-französische Kindergarten bzw. der einzige zweisprachige und grenzüberschreitende Kindergarten Europas. Besteht seit 1995.

Haspelschiedt und Bitche

Haspelschiedt im Bitscherland (Pays de Bitche) in Lothringen, kurz hinter der Grenze. Ein eher unscheinbares Örtchen (im Sommer lockt der Badesee), auch ist Saint-Nicolas keine alte Kirche (sie ist neugotisch, aus dem 19. JH,), aber gleichwohl interessant. Für uns so eine unserer kleinen Stippvisiten von unserem südwestpfälzer Domizil aus. In einer knappen Viertelstunde Fahrt ist man dort.


"Flaveurs coquines" (Frivole Genüsse) nennt sich die Skulpturengruppe am Straßburger Tor - Ein von der Künstlerin Cléone gestalteter Garten - Eine Gruppe seltsamer Gestalten: Frivole Silhouetten aus rostrotem Metall -

Roppeviller (deutsch Roppweiler, lothr. Roppwiller) ist eine französische Gemeinde im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Sarreguemines und zum Kanton Bitche und ist Teil des grenzübergreifenden Biosphärenreservates Pfälzerwald-Nordvogesen.

Mit 109 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) ist Roppeviller die kleinste Gemeinde des Bitscher Landes. Die Einwohner nennen sich auf Französisch Roppevillerois und auf Deutsch Roppweilerer.

Roppeviller liegt im äußersten Nordosten Lothringens an der Grenze zur Pfalz am Grunnelsbach.

Gallo-römische Zeugnisse weisen auf eine Besiedelung im 2. Jahrhundert hin. So führte eine Römerstraße über die Gemarkung. Eine erste konkrete Erwähnung des Dorfes erfolgte im Jahr 1314 unter dem Namen Roppeweyler (angeblich von Rappo = germanischer Vorname). Aufgrund der abgelegenen Lage hat Roppeviller einen erheblichen Bevölkerungsschwund zu verzeichnen. Von 587 Einwohnern im Jahr 1844 ist die Bevölkerungszahl bis heute auf rund ein Viertel zurückgegangen.

Am Wanderweg nach Eppenbrunn findet sich oberhalb der alten Römerstraße im Buntsandstein ein stark verwittertes römisches Felsrelief, bekannt als Dianabild. Neben der Jagdgöttin sind der Kriegsgott Mars und eine weitere Figur mit Tanne erkennbar, bei der es sich wohl um den Gott des Waldes, Silvanus, handelt.

Von Roppeviller aus schwappte die Französische Revolution über die Grenze. Zunächst nach Eppenbrunn: Am 8. November 1792 kamen mehrere Bürger unter der Führung des Oberförsters Weiß aus der nur vier Kilometer entfernten lothringischen Gemeinde Roppweiler (heute: Roppeviller) zusammen mit zwölf französischen Nationalgardisten nach Eppenbrunn und pflanzten einen Freiheitsbaum oder – wie sie es nannten – einen „Zeugen der Freiheit“. Noch am gleichen Tag zogen die Freiheitskämpfer weiter nach Trulben und pflanzten auch dort einen Baum. Diesem Beispiel folgten die Dörfer Kröppen, Hilst und Schweix am nächsten Tag, Ludwigswinkel wenig später. Die aufrührerischen Dörfer schufen unverzüglich eine neue Gemeindeverwaltung nach französischem Vorbild und beantragten bei der Pariser Nationalversammlung die Aufnahme in die Französische Republik. Schon am 14. Februar 1793 entsprach die Nationalversammlung dem Gesuch und erklärte die freiheitsliebenden Dörfer zu französischem Staatsgebiet. Die Zugehörigkeit zu Frankreich endete mit Napoleons endgültiger Niederlage und Abdankung 1815. Freiheitsanhänger aus der nahegelegenen lothringischen Garnisonsstadt Bitsch (heute: Bitche) überbrachten ihren pfälzischen Gesinnungsbrüdern als Geschenk eine Guillotine, die anschließend fleißig als Hinrichtungsinstrument benutzt wurde. In Erinnerung an die blutigen Opfer kam später der Name Hackmesserseite auf.

Heute verläuft zwischen Eppenbrunnn in der Südwestpfalz und Roppeviller der Helmut-Kohl-Wanderweg.

Gleichermaßen von deutscher wie von französischer Seite erreichbar sind die Altschloßfelsen, das größte Buntsandsteinmassiv der Pfalz.


Donnerstag, 30. Mai 2019

Ein bißchen unterwegs im Pfälzerwald rund um unser "Dörfli"


Der kleine Ort Salzwoog, der von jeher eine sogenante Annexe der Gemeinde Lemberg war, hat seinen Namen der historischen Salzstraße zu verdanken, die auf ihrem Weg von Lothringen an den Rhein durch seine Gemarkung führte. Auf dem damaligen Salzwooger Hof, der auf der Bistumsgrenze zwischen Metz und Speyer lag, befand sich eine Zollstation mit einer Salzwaage, um das "weiße Gold" zu wiegen. Im Ort Salzwoog gibt es noch einige schöne Fachwerkhäuser.


Hinterweidenthal in der Pfalz (Wasgau, Pfälzerwald) - staatlich anerkannter Erholungsort im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz - nahe des Ortes befinden sich verschiedene Felsformationen, wie Teufelstisch (im Video zu sehen), Rappenfels und Heufelsen. Die evangelische Kirche ist ein Saalbau von 1778. Sehenswert die vielen Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert.


Im Pfälzerwald bei Glashütte


Glashütte (Ludwigsthaler Glashütte) ist ein Ortsbezirk der Ortsgemeinde Lemberg im rheinland-pfälzischen Landkreis Südwestpfalz. Der Ortsbezirk liegt etwa drei Kilometer südlich des Kernorts im Westen des Wasgaus, wie der Südteil des Pfälzerwaldes und der sich anschließende Nordteil der Vogesen auch genannt werden.

Nach dem Ende des 30jährigen Krieges wurden französische Protestanten von den Grafen von Hanau Lichtenberg ermutigt, im menschenleeren Wasgau zu siedeln. Für Glasmacher war diese Region ideal. Uralte Eichenbestände und Quarzsand gabe es in Fülle, so daß Glasmacher aus dem franzöischen Wallis im 18. Jahrhundert eine Glasmanufaktur gründeten, die sich der Herstellung der begehrten Brillengläser widmeten. Glashütte entwickelte sich rasch zu einem kleinen Dorf. Das spätere Wegbrechen ihrer französischen Märkte durch veränderte Grenzverläufe mit Frankreich, markierten das Ende der Glasherstellung auf der Gashütte. Das Dorf wurde zu einem typischen Holz und Köhlerdorf des Wasgaus.

Hackmesserseite: Trulben und Eppenbrunn

250 Jahre Katholische Pfarrkirche Sankt Stephanus in Trulben: Der Turm von St. Stephanus ist spätromanisch. Die Kirche birgt eine Kanzel aus der Abtei Sturzelbronn. Das im Video auch zu sehende steinerne Kirchhofskreuz von 1807 gehört zum Typus der Lothringer Kreuze. Bemerkenswert auch die Lourdes-Grotte und die Statue des Heiligen Bruders Konrad von Parzham, des bis dato letzten deutschen Heiligen.


Der Kurpark in Eppenbrunn bietet Spiel-, Entspannungs- und Einkehrmöglichkeiten. Zwischen Eppenbrunn und dem französischen Nachbarort Roppeviller verläuft der Helmut Kohl-Wanderweg.


Kleiner Ausflug nach Eppenbrunn - Ransbrunnerhof - Krötenwanderung - Stüdenbachweiher und Vita Natura Klinik am Eppenbrunner Weiher.

Die Altschloßfelsen bei Eppenbrunn - wunderbare Verwitterungsformen des Buntsandsteins

Die Altschlossfelsen sind eine als Naturdenkmal (ND) und Kulturdenkmal (KD) ausgewiesene Felsgruppe aus Buntsandstein im Pfälzerwald an der Grenze zu Frankreich und die größte Felsformation der Pfalz. Sie befinden sich am Brechenberg nahe Eppenbrunn und Roppeviller auf einer Höhe von rund 406 m ü. NHN.


Der Bach ohne Grenzen bei Eppenbrunn


Am Stüdenbachweiher beginnt der "Bach ohne Grenzen". Entlang des Eppenbrunner Bachs und der Trualb geht es 12 Kilometer von Eppenbrunn über die Grenze nach Walschbronn ins Nachbarland Frankreich.

Freitag, 9. Februar 2018

Die Lothringer Kreuze in der Südwestpfalz und im Bitscherland

Die sog. Lothringer Kreuze im deutsch-französischen Grenzgebiet in der Südwestpfalz und im Pays de Bitche (Bitscherland), dieses hier links im Bild befindet sich zwischen Kröppen und Trulben.

Lothringer Kreuze in der Südwestpfalz auf der Hackmesserseite - diese Lothringer Kreuze, die es diesseits und jenseits der Grenze gibt, sind nicht zu verwechseln mit dem Lothringer Kreuz mit den zwei Querbalken. Diese hier haben als typisches Merkmal einen Feldaltar.

Die Lothringer Kreuze findet man auf der Hackmesserseite, dem Westrich und im angrenzenden Bitscherland in Lothringen - das Besondere ist, dass es nicht einfach Feld- oder Wegekreuze sind, sondern einen kleinen Altar haben, an dem bei Prozessionen Halt gemacht wird

Die Lothringer Kreuze haben ihren Urspung im Bitscherland und sind eine in Stein gehauene Allerheiligenlitanei.

Lothringer Kreuze finden wir an verschiedenen Standorten in den Gemeinden der "Hackmesserseite" zum großen Teil frei zugänglich, in freier Natur, auf Friedhöfen, an Wegekreuzungen und privaten Grundstücken.

Es befinden sich insgesamt acht solcher Kreuze in Eppenbrunn, Kröppen und Trulben.

Die meisten Lothringer Kreuze stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die Katholiken der grenznahen Gemeinden Eppenbrunn, Trulben, Hilst, Schweix und Kröppen haben sich der Sitte ihrer Glaubensbrüder in Ostlothringen angeschlossen und ebenso wie diese, aus religiösen Bedürfnissen heraus, Steinkreuze aufgestellt. Viele dieser Kreuze sind bis in die heutige Zeit erhalten geblieben. Die teilweise bis zu 4 m hohen Schaftkreuze bestehen aus einem mehr oder weniger kräftig ausgebildeten Sockel, aus dem sich der mit Figuren und Symbolen geschmückte Schaft erhebt. Das älteste Kreuz befindet sich in Eppenbrunn in der Talstraße und ist aus dem Jahr 1747. Auf dem Lothringer Kreuz in Trulben ist z.B. eine sehr schöne Darstellung der Hubertus-Legende in Sandstein zu sehen.


Die Kirche von Trulben - Interessant: Turm und Kirchenschiff sind gleich hoch, der Chor (links) sogar höher als der Turm.


Lothringer Kreuz in Trulben


Das Kreuz in Trulben kann mit seinen drei Figuren sogar schon als "Calvaire" bezeichnet werden. Denn mindestens drei Figuren der Kreuzigungsgruppe bilden einen Calvaire. Von denen finden wir besonders viele in der Bretagne.

Notre Dame de Tronoen, Bretagne, Finistere, Cornouaille, Frankreich, France;
Calvaire (Kalvarienberg), der älteste der Bretagne (von 1450 bis 1460)

Grenzland: Hackmesserseite und Bitscherland

Walschbronn

Im folgenden Video machen wir eine kleine Rundtour. Wir passieren bei Kröppen die Grenze und fahren von der Südwestpfalz nach Walschbronn in Lothringen. Zurück besuchen wir bei Kröppen eines der sog. Lothringer Kreuze (Feldaltare), die sich diesseits und jenseits der Grenze finden. Es geht dann weiter über Trulben nach Eppenbrunn.


Das Bitscherland ist wenig spektakulär. Die Hauptattraktion ist die von Vauban erbaute Zitadelle von Bitsch.


Aber man muss sich in der Region nur ein bißchen auf die Suche begeben, um durchaus interessante Fleckchen zu entdecken.


"Flaveurs coquines" (Frivole Genüsse) nennt sich die Skulpturengruppe am Straßburger Tor in Bitche - Ein von der Künstlerin Cléone gestalteter Garten - Eine Gruppe seltsamer Gestalten: Frivole Silhouetten aus rostrotem Metall

Bitche - Bitsch - 30.10.2017 from Franz Roth on Vimeo.

Vinningen auf der Hackmesserseite - Vinningen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land an. Vinningen liegt im Zweibrücker Hügelland südwestlich von Pirmasens nahe der Grenze zu Frankreich. Bis ins 5. Jahrhundert lassen sich fränkische Siedlungsspuren zurückverfolgen. Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes stammt von 1212. Das Dorf Vinningen lag im Amt Lemberg der Grafschaft Zweibrücken-Bitsch und dort in der gleichnamigen Amtsschultheißerei Vinningen.


Ecole Maternelle Franco-Allemande - Liederschiedt

Der deutsch-französische Kindergarten in Liederschiedt (Pays de Bitche, Bitscherland, Department Moselle, Lothringen, Lorraine, 57) ist eine Einmaligkeit in ganz Europa. Hier werden Kinder aus Frankreich und dem Landkreis Südwestpfalz (Region Pirmasens) gemeinsam zweisprachig betreut.



Samstag, 16. Dezember 2017

Im Biosphärenreservat Pfälzerwald


Gibt es in Deutschland einen Urwald? Spontan werden die meisten an den Nationalpark Bayerischer Wald denken. Doch der ist erst zum Urwald gemacht worden. Ein echter Urwald hingegen ist der Pfälzerwald mit seiner in weiten Teilen unberührten Natur. Was Wunder, daß seit altersher sich Sagen, Legenden und Mythen um diesen Wald ranken.


Seit 1998 ist der Pfälzerwald UNESCO-Biosphärenreservat. Das deutsch-französische Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord wurde 1998 als erstes grenzüberschreitendes Biosphärenreservat der UNESCO in Europa ausgewiesen. Der deutsche Teil war damit das 12. von 15 Biosphärenreservaten in Deutschland.

Ganz am Anfang der Entwicklung stand die Gründung des Naturparks Pfälzerwald im Jahr 1958. Er war seinerzeit einer der ersten Naturparke in Deutschland und gehört heute mit einer Größe von 179.000 Hektar mit zu den größten Naturparken im Bundesgebiet. Primäres Ziel des Naturparks war es, für die Bevölkerung der umliegenden Ballungsräume eine großräumige, weitgehend unberührte und naturnahe Landschaft als Ort der Erholung und Begegnung mit der Natur zu erhalten und erschließen. Offiziell unter Schutz gestellt wurde er im Jahr 1967 als Landschaftsschutzgebiet „Naturpark Pfälzerwald“; aktualisiert und erweitert wurde die Unterschutzstellung mit der Landesverordnung über den Naturpark Pfälzerwald von 1984 deren Ziel es ist, den Landschaftsraum zu schützen, um die Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Gebiets zu erhalten.

Im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen (das erste grenzüberschreitende Biosphärenreservat der UNESCO) - Natur pur - Kultur und Geschichte - Im Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz erfahren wir Wissenswertes über den Wald, seine Flora und Fauna.

Die Dörfer im Wasgau haben sich ihren ursprünglichen Charme bewahrt. Erfweiler bei Dahn ist eines dieser Dörfer. Typische Fachwerkhäuser bilden das Ortsensemble.


Gleiches gilt für das nahe Hinterweidenthal. Von dort nach Norden erstreckt sich die größte Kernzone des Biosphärenreservats, das Quellgebiet der Wieslauter.

Hinterweidenthal in der Pfalz (Wasgau, Pfälzerwald) - staatlich anerkannter Erholungsort im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz - nahe des Ortes befinden sich verschiedene Felsformationen, wie Teufelstisch (im Video zu sehen), Rappenfels und Heufelsen. Die evangelische Kirche ist ein Saalbau von 1778. Sehenswert die vielen Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert.

Und auch Eppenbrunn ist ein lohnendes Ziel.

Eppenbrunn im Pfälzerwald - Wir besuchen den Kurpark und den Stüdenbachweiher, von wo der Bach ohne Grenzen (der Eppenbrunnbach) seinen Anfang nimmt. Die Altschloßfelsen bei Eppenbrunn sind das größte Buntsandsteinmassiv der Pfalz.


Der Rödelstein nahe des Örtchens Vorderweidenthal im Pfälzerwald gehört zu den bekannten Kletterfelsen der Pfalz. Von Februar bis Juli darf der Felsen wegen des Brutgeschäfts der dort beheimateten Falken nicht geklettert werden.





Dienstag, 14. November 2017

Urwald Pfälzerwald


Stüdenbach bei Eppenbrunn


Altschloßfelsen bei Eppenbrunn



Gibt es in Deutschland einen Urwald? Spontan werden die meisten an den Nationalpark Bayerischer Wald denken. Doch der ist erst zum Urwald gemacht worden. Ein echter Urwald hingegen ist der Pfälzerwald mit seiner in weiten Teilen unberührten Natur. Was Wunder, daß seit altersher sich Sagen, Legenden und Mythen um diesen Wald ranken. +++ Ort: Eppenbrunn, nahe Forsthaus Stüdenbach, le ruisseau sans frontiere, Bach ohne Grenzen, Spießweiher, Wasgau, Hackmesserseite.


Der Pfälzerwald als deutscher Teil des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen ist nicht nur urtümliche Natur, sondern auch geschichtsträchtig. Seit dem Mittelalter bis hinein in die dunklen Kapitel der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Wer hier auf Spurensuche geht findet die gesprengten Überreste des Westwalls überall im Wald. Das Westwallmuseum in Pirmasens bietet Einblicke in die Geschichte dieser Befestigungsanlage. // Location: in der Nähe von Eppenbrunn, Hochstellerhof, Kettrichhof; Hackmesserseite, Wasgau.


Im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen (das erste grenzüberschreitende Biosphärenreservat der UNESCO) - Natur pur - Kultur und Geschichte - Im Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz erfahren wir Wissenswertes über den Wald, seine Flora und Fauna.


Den Charakter des Pfälzerwaldes erkennt man auch in diesem Clip:


Eigentlich wollten wir zur Pälzer Weltachs, aber wenn es keine Entfernungsangaben gibt, dann ist das für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen obsolet. Ist ohnehin so ein Problem im Pfälzerwald. Kilometerangaben oder sowas scheint man hier nicht zu kennen. Als ob das Wandern nur was für Junge und Fitte wäre. Überhaupt die Ausschilderung: Man muss wissen, wo etwas ist, denn außer den paar Holzpfeilen im Wald gibt es keinen Hinweis. Nicht etwa an der Straße eines dieser braunen Schilder, das auf Sehenswertes hinweist. Nein, nichts dergleichen. Auch keine Informationstafel. Das ist nicht gerade sehr touristenfreundlich. Frei nach dem Motto: Die "Eingeborenen" wissen's ja. Das reicht aber nicht. Und es ist hochgradig ärgerlich!

Dienstag, 7. November 2017

Herbstausflug nach Eppenbrunn


Die Altschloßfelsen


In der Stüdenbach

Unsere Anfahrt geht durch Trulben.

Streetview durch Trulben nach Eppenbrunn from Franz Roth on Vimeo.

Wir besuchen u.a. den Freizeitpark.

Eppenbrunn im Pfälzerwald 24102016 from Franz Roth on Vimeo.

Und auch der Weiler Ransbrunnerhof lohnt eine Visite.


Herbstliche Impressionen aus dem Pfälzerwald


Bei Busenberg


Im Herbst eine Oase der Ruhe und Entspannung: der Seehof im Pfälzerwald, bei dem Ort Erlenbach, unterhalb der Burg Berwartstein.


Eselssteige - eine Straße im Pfälzerwald


Früher war die Eselssteige Austragungsort des Wasgau-Bergpreises, eines bekannten Straßenrennens. Heute ist die ehemalige Rennstrecke (die wir downhill fahren) die reinste Schlaglochpiste. Aktuell wird die Strecke wieder instandgesetzt.

Ludwigswinkel im Pfälzerwald


Eppenbrunn im Pfälzerwald


Eppenbrunn im Pfälzerwald - Wir besuchen den Kurpark und den Stüdenbachweiher, von wo der Bach ohne Grenzen (der Eppenbrunnbach) seinen Anfang nimmt.

Die Altschloßfelsen bei Eppenbrunn


Die Altschloßfelsen bei Eppenbrunn - wunderbare Verwitterungsformen des Buntsandsteins.

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Eppenbrunn und wie die Hackmesserseite zu ihrem Namen kam


Eppenbrunn wurde 1235 als Eppenburnen erwähnt, der Weiler Ransbrunnerhof schon 1155 als Ransbronnen. Beide gehörten damals zum Kloster Sturzelbronn (Lothringen). Von dort gelangten sie an die Grafschaft Zweibrücken-Bitsch.

Eppenbrunn im Pfälzerwald 24102016 from Franz Roth on Vimeo.


Die Altschloßfelsen sind eine etwa 1,5 Kilometer lange Felsgruppe aus Buntsandstein, deren Sandsteintürme eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen. Teils haben sich einzelne Sandsteintürme ausgebildet, teils längere Ketten. Sie sind die größte Felsformation der Pfalz. Das sog. "Felsenglühen" zeigt sich witterungs-, vegetations- und sonnenstandsabhängig am besten in der ersten Aprilhälfte um 19.00 Uhr auf der Südostseite des dritten Felsens von Osten (von Eppenbrunn).


Bild links: Einkehr in Roppeviller über der Grenze. Von Roppeviller aus schwappte die Französische Revolution über die Grenze. Zunächst nach Eppenbrunn: Am 8. November 1792 kamen mehrere Bürger unter der Führung des Oberförsters Weiß aus der nur vier Kilometer entfernten lothringischen Gemeinde Roppweiler (heute: Roppeviller) zusammen mit zwölf französischen Nationalgardisten nach Eppenbrunn und pflanzten einen Freiheitsbaum oder – wie sie es nannten – einen „Zeugen der Freiheit“. Noch am gleichen Tag zogen die Freiheitskämpfer weiter nach Trulben und pflanzten auch dort einen Baum. Diesem Beispiel folgten die Dörfer Kröppen, Hilst und Schweix am nächsten Tag, Ludwigswinkel wenig später. Die aufrührerischen Dörfer schufen unverzüglich eine neue Gemeindeverwaltung nach französischem Vorbild und beantragten bei der Pariser Nationalversammlung die Aufnahme in die Französische Republik. Schon am 14. Februar 1793 entsprach die Nationalversammlung dem Gesuch und erklärte die freiheitsliebenden Dörfer zu französischem Staatsgebiet. Die Zugehörigkeit zu Frankreich endete mit Napoleons endgültiger Niederlage und Abdankung 1815. Freiheitsanhänger aus der nahegelegenen lothringischen Garnisonsstadt Bitsch (heute: Bitche) überbrachten ihren pfälzischen Gesinnungsbrüdern als Geschenk eine Guillotine, die anschließend fleißig als Hinrichtungsinstrument benutzt wurde. In Erinnerung an die blutigen Opfer kam später der Name Hackmesserseite auf.

Heute zeigt sich die enge Verbindung mit Frankreich u.a. auch im nahen Liederschiedt. Der deutsch-französische Kindergarten in Liederschiedt (Pays de Bitche, Bitscherland, Department Moselle, Lothringen, Lorraine, 57) ist eine Einmaligkeit in ganz Europa. Hier werden Kinder aus Frankreich und dem Landkreis Südwestpfalz (Region Pirmasens) gemeinsam zweisprachig betreut.


Sonntag, 22. Oktober 2017

Herbstliches


Ja, es gibt Schietwetter im Herbst. Ganz greußliches Schietwetter. In der Tat. Nichtsdestotrotz kein Grund, nur in der warmen Stube zu bleiben. Es kann ja auch eine kleine Tour im warmen Auto sein.


Wenn es nun aber gar "Goldener Oktober" ist, mit Sonnenschein und herrlichem Herbstlaub, ja, dann macht ein Ausflug richtig Spaß.


Eppenbrunn im Pfälzer Wald - war ein beliebtes Wanderziel des Altbundeskanzlers Helmut Kohl. Nach ihm ist so auch ein Wanderweg ins benachhbarte französische Roppeviller benannt.


Die Altschloßfelsen sind eine etwa 1,5 Kilometer lange Felsgruppe aus Buntsandstein im Pfälzerwald nahe der Grenze zu Frankreich und die größte Felsformation der Pfalz, deren Sandsteintürme eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen. Teils haben sich einzelne Sandsteintürme ausgebildet, teils längere Ketten. Die Altschloßfelsen sind von Rissen und Fugen durchzogen, die teilweise sogar breit genug sind um hindurchzusteigen. Sie sind vor allem durch ihre vielfältigen Verwitterungserscheinungen bekannt. Sie befinden sich am Brechenberg nahe Eppenbrunn auf einer Höhe von rund 406 Metern.


Ein Highlight der herbstlichen Jahreszeit ist immer der Hubertusmarkt bei Walther's Naturgut in Vinningen.


Alljährlich im November - Wild aus eigener Jagd - Obst aus eigenem Anbau - Forellen aus eigenen Gewässern - Marmeladen, Konfitüren, Senf, Pasteten -



Ähnliche Artikel:


Auf Facebook:


Über Grenzen


Grenzregion: Links Kröppen (Südwestpfalz), rechts Walschbronn (Lothringen)

Bild links: Roppeviller im Département Moselle (57) - 1993 - Die lustige Episode dazu: Wir waren das erste Mal zusammen von der Südwestpfalz über die Grenze gefahren und meine (damals noch) Freundin freute sich, nach langer Zeit mal wieder Französisch hören zu können. Sie war schon verwundert, dass ich unseren Vin Rouge auf Deutsch bestellt hatte. Ich empfahl ihr dann, wenn sie Französisch hören wolle, doch mal durchs Lokal auf die Toilette zu gehen. Was sie auch tat. "Die reden ja genau wie du!" war ihre Feststellung bei Rückkehr. Nun ja, wir sprechen diesseits und jenseits der Grenze in der Tat den gleichen (deutschen) Dialekt. Kommt noch besser: Eine Woche später war Dorffest. Und was spielt die Kapelle? "Nordseewellen" und "Warum ist es am Rhein so schön". Auch eine weitere lustige Episode aus dem Supermarché MATCH in Bitche (Bitsch): Zwei ältere Damen stehen an der Kasse und unterhalten sich. Die eine spricht französisch, die andere deutsch. Und die Kassiererin wechselweise. Je nachdem, mit wem sie spricht.

Zwei Beispiele dafür, dass die Staatengrenze zwischen Deutschland und Frankreich keine wirkliche Grenze ist. Und - abgesehen von den unseligen Zeiten der "Erbfeindschaft" - historisch betrachtet auch nie eine wirkliche Grenze gewesen ist.

Grenzenlos sind hier auch die Wanderwege und die Bäche.


Zwischen Eppenbrunn im Pfälzerwald (Landkreis Südwestpfalz, Verbandsgemeinde Pirmasens-Land) und dem französischen Nachbarort Roppeviller verläuft der Helmut-Kohl-Wanderweg, den der ehemalige Bundeskanzler gerne und oft privat benutzt hat. Der Helmut-Kohl-Wanderweg ist mittlerweile 15 Jahre alt.

Von Eppenbrunn aus führt auch am Eppenbrunner Bach bis Walschbronn der Bach ohne Grenzen (Ruisseau sans frontière). Dies ist ein zwölf Kilometer langer Weg, der mit Hinweisschildern versehen ist, die auf Besonderheiten entlang des Baches, wie beispielsweise eine Fischtreppe, aufmerksam machen.


Eine kleine Exkursion im Grenzland, diesseits und jenseits der Grenze:


Wir sehen in dem Clip auch ein Lothringer Kreuz. Die sog. Lothringer Kreuze im deutsch-französischen Grenzgebiet in der Südwestpfalz und im Pays de Bitche (Bitscherland, von woher sie auch ihren Ursprung haben, daher auch der Name).


Die Lothringer Kreuze haben ihren Ursprung im Bitscher Land und sind eine in Stein gehauene Allerheiligenlitanei. Es sind nicht einfach Wegekreuze, sondern Feldaltare, wie man unten an den Kreuzen sieht. Früher führten Prozessionen zu ihnen.

Ähnliche Artikel:


Auf Facebook: