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Mittwoch, 7. Februar 2024

Vom harten Leben der Frauen an den Küsten und von den Opfern des Meers - in der Bretagne, der Normandie und in Ostfriesland



Die Frauen von Cancale in der Bretagne waren schon immer das starke Geschlecht

Denkmal für die Austernwäscherinnen von Cancale. Die Cancalaises waren schon immer das, was man heute emanzipiert nennt, hatten sie doch während des Jahres, derweil die Männer auf See waren, um Kabeljau vor Neufundland zu fangen, Haus und Hof zu versorgen. Fontaine "Les laveuses d'huîtres" ("Oyster washers") - Place de la République, 35260 Cancale, Frankreich -

Die Pfarrkirche Saint-Méen, vor der das Denkmal steht, wurde von Alfred-Louis Frangeul zwischen 1876 und 1886 in einem Teil des Parks des alten Herrenhauses Bellevue erbaut. Am 2. September 1906 abgebrannt, wird sie im darauffolgenden Jahr von Arthur Regnault restauriert. Der Turm wurde zwischen 1931 und 1932 erbaut. Der neugotische Stil des 13. Jahrhunderts ist ziemlich repräsentativ für das Werk von Alfred-Louis Frangeul.

Den Frauen zur Ehre: Die Törfwieven von Weener und Tant' Dientje am Ditzumer Hafen

Die Törfwieven von Weener

Seit 1853 gab es für das Ausladen und den Verkauf des Torfes ein vom Gemeindeausschuss beschlossenes "Torfreglement".

Etwa 800 größere und kleinere Torfschiffe (Muttjes) unter Segel landetet jährlich hier im Hafen von Weener über 6000 Fuder Torf an (1 Fuder (Pferdefuhrwerk) enthielt 45 prall gefüllte Körbe Brenntorf).

Nun begann die Arbeit der "Törfwieven". Es waren handfeste Frauen, die den Torf in Körbe füllten und dann auf die Pferdefuhrwerke verluden. Die 100 Liter Körbe wurden zunächst halb gefüllt, kräftig geschüttelt und anschließend bis zum Rand aufgefüllt. Sie wurden durch den Torfaufseher per Handschlag auf korrektes Füllen der Körbe verpflichtet.

Für den schweren Arbeitsvorgang arbeiteten die "Törfwieven" im Team. Meist füllten zwei Frauen den Torfkorb. Das Hintragen und Absetzen des gefüllten Torfkorbes auf die Hafenkaje übernahm eine dritte Frau. Eine vierte packte den Korb auf das bereitstehende Pferderfuhrwerk.

Zur Würdigung der schweren Arbeit dieser Frauen und um die Erinnerung an den lebhaften Hafenbetrieb in vergangenen Zeiten wach zu halten, wurde den "Törfwieven" ein Denkmal gewidmet.

Der Leeraner Bildhauer Karl-Ludwig (KaLu) Böke schuf die Figurengruppe nach Gesprächen mit einer Frau, die als Achtzehnjährige mit ihrer Mutter und Großmutter Anfang der fünfziger Jahre als "Törfwiev" tätig war.

Da also auch junge Mädchen diese Arbeit verrichteten, hat Böke zwei Frauen unterschiedlichen Alters dargestellt.


Erinnerung an den Alltag der Fischerfrauen:
Das Denkmal für Tant' Dientje am Ditzumer Hafen

Schwere Sturmfluten des Mittelalters führten zu einer etwa 90 Quadratkilometern großen Auswaschung des Moorbodens südwestlich von Emden und den Höhepunkt bildete die Antoniflut 1511, bei der ganze Dörfer, Klöster und Kirchspiele aufgegeben werden mussten – es war die Geburtsstunde des heutigen Dollarts, den sich die Niederlande und Deutschland teilen.

Die Bauern, die bislang in der eher kargen Moorlandschaft lebten, verlagerten ihre Tätigkeit von der Landwirtschaft zur Fischerei und hatten am Dollart als Wattfischer ein wesentlich besseres Auskommen.

Noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts trugen die Frauen der Fischer den Fang mit einem Tragejoch zu den Märkten und an diese Zeit erinnert die Bronzeskulptur „Tant´ Dientje“ des Künstlers Uwe Hantke: Die resolute Dame in bäuerlicher Tracht hat ihr Tragejoch auf den Rücken geschnallt, die beiden Körbe abgestellt und präsentiert ihre Schollen auf einem Tablett.

Das Denkmal befindet sich seit dem Jahr 2000 direkt am Sielbauwerk des Ditzumer Hafens und erinnert sehr berührend an den schweren Alltag der Frauen am Dollart.

In Dornumersiel in Ostfriesland zeigt die Figurengruppe „He is buten bleven“ (er ist draußen geblieben) die Lebenswirklichkeit der Menschen an der Nordsee. Die traurig melancholische Skulptur zeigt eine Seemannsfrau mit ihrem Kind, deren Mann „auf See geblieben“ ist. Christian Eisbein (* 5. Juli 1917 in Halle (Saale); † 1. Juli 2009 in Westerholt, Ostfriesland) schuf die Skulptur.


Diese Mahnmale findet man vielfach an den Küsten: Normandie, Port-en-Bessin, Denkmal für die Opfer des Meeres
Bretagne - Quiberon - Côte Sauvage - An der gefährlichen "Wilden Küste" kommen bei Rettungsaktionen auch immer wieder Retter ums Leben Das "Mémorial aux secouristes péris en mer" setzt ihnen ein Denkmal.

Dienstag, 14. November 2023

Denkmale für die Opfer des Meeres

In Dornumersiel (Ostfriesland) zeigt die Figurengruppe „He is buten bleven“ (er ist draußen geblieben) die Lebenswirklichkeit der Menschen an der Nordsee. Die traurig melancholische Skulptur zeigt eine Seemannsfrau mit ihrem Kind, deren Mann „auf See geblieben“ ist. Christian Eisbein (* 5. Juli 1917 in Halle (Saale); † 1. Juli 2009 in Westerholt, Ostfriesland) schuf die Skulptur.



Ein gleichfalls beeindruckendes Mahnmal finden wir in Port-en-Bessin in der Normandie.


Ähnliches Thema: Zu Ehren der hart arbeitenden Frauen an den Küsten



Donnerstag, 25. Mai 2023

Mondäne Seebäder

Granville (normannisch Graunville) ist eine französische Stadt mit 12.513 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Manche in der Region Normandie mit einem Seehafen, einem Fischereihafen und einem Yachthafen mit 1.100 Liegeplätzen. Granville ist seit 1926 Luftkurort und seit 1979 Seebad.

Die Stadt liegt auf und an einem Felskap im Südwesten der Halbinsel Cotentin. Sie besteht aus der alten, von Festungsmauern umgebenen Oberstadt (haute ville) und der Unterstadt (basse ville).


Die heutige, streng wirkende Wohnhaus-Architektur der Oberstadt stammt aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Granville zu einem Badeort. Seit dieser Zeit prägt in den Sommermonaten der Badetourismus das städtische Leben. Stendhal, Jules Michelet und Victor Hugo hielten sich in Granville auf. Der Investor Frank Jay Gould wollte aus Granville das «Monaco des Nordens» machen und errichtete 1911 ein Casino und 1912 das Hotel palace le Normandy.

Der elegante und renommierte Badeort Pléneuf-Val-André ist ein wunderbarer Ort für alle Liebhaber des Meeres. Der in der Bretagne zwischen der Bucht von Saint-Brieuc und der Smaragdküste gelegene Badeort bietet eine harmonische Mischung zur Entspannung.

Der 2,5 Kilometer lange Feinsandstrand Val-André zählt zu den schönsten Stränden der Nordküste. Er ist ideal ausgerichtet, vom Wind geschützt und strahlt eine angenehme Ruhe aus. Zur Landseite hin säumt ihn ein den Fußgängern vorbehaltener Deich. Diese Uferpromenade führt bis zur Landspitze La grande Guette, von wo aus sich ein herrlicher Blick über die Bucht von Saint-Brieuc und Erquy eröffnet.


Ein Badeort der alten Schule:

Die Landspitze Pointe de Pléneuf zieht im Jahr 1822 die Firma Cotard an. Das Unternehmen kauft dort Baugrund auf, und es entstehen die ersten Villen. Diese Feriensitze mit ihren Bow-Windows zeichnen sich durch einen ganz eigenen, sehr britischen Charme aus. Sie sind nach einem Schachbrettmuster oberhalb der La Guette-Deichpromenade angeordnet. Die kleine der Landspitze gegenüberliegende Insel Le Verdelet ist ein Vogelschutzgebiet.

Dahouët ist der ehemalige Hafen der Kabeljaufischer, der heute als Jachthafen genutzt wird.
Dangast ist das südlichste Nordseebad und bietet durch die besondere Lage auf einem Geestrücken einen unverbauten Blick auf die Nordsee. Der Kurort Nordseebad Dangast liegt am südwestlichen Jadebusen im Landkreis Friesland und ist Teil der Stadt Varel.

Dangast ist seit langem ein beliebter Wohnort und Treffpunkt von Künstlern. Ein Kunstpfad erinnert seit 2004 an die mit Dangast verbundene Kunstschaffenden. Im und rund um das Kurhaus haben sich bekannte und weniger bekannte zeitgenössische Künstler wie die Beuys-Schüler Anatol Herzfeld, Wilfried Gerdes und Eckart Grenzer mit allerlei Artefakten verewigt. Bereits im 19. Jh. wurde die malerische Lage Dangasts zum Motiv in der Kunst. Karl Schmidt-Rottluff (Die Brücke), Erich Heckel und Franz Radziwill wirkten hier.


Auf 21 Bildtafeln bietet der Kunstpfad Einblicke in die künstlerische Vergangenheit Dangasts. Die bedeutende Zeit von Dangast als Künstlerort begann mit dem Aufenthalt des Brücke-Malers Karl Schmidt-Rottluff im Jahr 1907. Weggefährten wie Erich Heckel, Max Pechstein und Emma Ritter schlossen sich an. Ihre Dangaster Zeit endete erst 1912. 1921 besucht Franz Radziwill zum ersten Mal Dangast und 1923 liess er sich dauerhaft hier nieder. Die in Strehlen / Schlesien geborene Trude Rosner-Kasowski folgt 1955 in das Künstlerdorf Dangast. Auch der Künstler Willy Hinck wohnt bis zu seinem Tode im Jahr 2002 in Dangast. Ende der Siebziger Jahre entdeckte der Bildhauer Anatol Herzfeld Zeichner, Maler und Karikaturist Dangast und realisierte hier seine vielfältigen künstlerischen Ideen. Sein Kunstwerk "Jade" trotzt heute noch im Watt vor dem Dangaster Kurhausstrand standhaft den Gezeiten neben dem Kaiserstuhl von Butjatha und dem Phallus des Bildhauers Eckart Grenzer.

Das Kurhaus Dangast, erbaut um 1800, ist Familienbetrieb seit 1884 und das in vierter Generation. Auf einem Geestrücken oberhalb vom Steindeich gelegen blickt man auf Jadebusen und Wattenmeer – ein Naturerbe, das durch die Gezeiten eine ständig wechselnde Kulisse verspricht. Das Alte Kurhaus ist seit Jahrzehnten der Mittelpunkt der Kunstszene in Dangast. Hier finden Ausstellungen, Workshops, Konzerte und Theateraufführungen statt. Es ist Anlaufstelle für Maler und Kunstschaffende, die sich in Dangast inspirieren lassen. Karl August Tapken und seine Familie haben die Kulturarbeit in der Region um den Jadebusen maßgeblich mitgeprägt und sowohl Künstlern als auch Musikern die Möglichkeit eröffnet, sich und ihre Ideen zu verwirklichen. Das Gelände steht als offenes Atelier zur Verfügung.

Wilhelmshaven ist ja eher als "Schlicktown" und Marinestützpunkt bekannt denn als Seebad. Aber der Südstrand, die Promenade am Meer, hat durchaus mondänes Flair.


Der Südstrand mit südländisch anmutender Promenade hat ein ganz besonderes Flair. Mit seinen gemütlichen Hotels und Restaurants, Attraktionen und Aktionen ist er beliebtes Ausflugsziel zu allen Jahreszeiten. In der Badesaison von Mai bis September prägen bunte Strandkörbe das Bild des Südstrandes mit dem vorgelagerten Badestrand.

Der Südstrand ist einzigartig an der deutschen Nordseeküste. Seit 1929 ist er einer der Anziehungspunkte Wilhelmshavens.

Bretagne - Quiberon - Port Maria: Im Haupthafen von Quiberon, Port Maria, liegt der Meeresbahnhof (gare maritime). Hier starten Fähren, die die vorgelagerten Inseln Belle-Île, Île d’Houat (Enteninsel) und Île d’Hœdic („kleine Ente“) anfahren.
Quiberon, im 19. Jahrhundert der größte Sardinenhafen Frankreichs, besitzt noch zwei für Besichtigungen offenstehende Konservenfabriken, in denen man Konserven mit Meeresprodukten kaufen kann. Eine davon befindet sich im Fischereihafen Port Maria.


Der Strand Grande Plage im Herzen des Badeortes Quiberon hat 900 Meter Feinsand.

Mittwoch, 15. März 2023

Den Opfern des Meeres

Normandie, Port-en-Bessin, Denkmal für die Opfer des Meeres


Diese Mahnmale findet man vielfach an den Küsten: Dornumersiel - Ostfriesland


In Dornumersiel zeigt die Figurengruppe „He is buten bleven“ (er ist draußen geblieben) die Lebenswirklichkeit der Menschen an der Nordsee. Die traurig melancholische Skulptur zeigt eine Seemannsfrau mit ihrem Kind, deren Mann „auf See geblieben“ ist. Christian Eisbein (* 5. Juli 1917 in Halle (Saale); † 1. Juli 2009 in Westerholt, Ostfriesland) schuf die Skulptur.


Bretagne - Quiberon - Côte Sauvage - An der gefährlichen "Wilden Küste" kommen bei Rettungsaktionen auch immer wieder Retter ums Leben Das "Mémorial aux secouristes péris en mer" setzt ihnen ein Denkmal.


Montag, 7. Februar 2022

Der Mont-Saint-Michel, der "Heilige Berg des Abendlandes", UNESCO-Weltkulturerbe, eine Touristenfalle und der große Bluff der "Renaturierung"

Am Mont-Saint-Michel / 2001 / der 1879 gebaute Damm war noch existent / viele kostenfreie Parkplätze
Heute zahlt man für den Parkplatz auf dem Festland 15,-- € (mal schnell umrechnen: Das sind 30,-- DM !!!). Früher gab es da auch Parkplätze, weniger, aber auch kostenfrei.

Und noch ein paar Worte zu der sog. "Renaturierung": Es wurde ein neuer Staudamm gebaut, der den Couesnon reguliert. Dazu wurde der Fluß ausgebaggert, wodurch die Schilfgebiete am Ufer, Brutplatz vieler Vogelarten, zerstört worden sind. Verdammt "ökologisch" das Ganze !!!
Menschenmassen schieben sich durch die Grand Rue, die einzige Gasse, die hoch zur Abtei führt.
Zum Anfang der Grand Rue ist auch Mère Poulard.
Hier gibt es das mit Sicherheit teuerste Omelette der Welt: Für 38€ bei Mère Poulard auf dem Mont-Saint-Michel.
Sie sind ja weltberühmt, aber die Preise sind gesalzen:

L'Omelette gourmande sucrée aux pommes et caramel au beurre salé flambée au Calvados, das kostet 18 Euro, ein Omelette tradition Mère Poulard au saumon fumé schlägt mit 39 Euro (!!!) zu Buche! Und wer das mit 100 Gramm Hummer will, der ist 65 Euro los. Muss man seinem Portemonnaie nicht antun !!!

Der Tipp für alle, die dem Rummel entfliehen wollen:

Kirche Saint-Pierre - Église Saint-Pierre - Etwa auf halbem Weg zur Abtei. Erbaut im 11. Jahrhundert, im Laufe der Jahrhunderte mehrfach überarbeitet. Liegt in der Grand Rue ein wenig abseits des Touristenstroms und ist deshalb weniger besucht. Aber ein absolutes Muss. Und ein Ort der Ruhe und der Stille.



Montag, 18. Oktober 2021

Eine Roadster-Tour durchs Cotentin

Urlaub im Schloß? In Le Rozel ist das möglich: https://www.booking.com/hotel/fr/chateau-du-rozel.de.html. Von hier aus starten wir unsere Tour im offenen Roadster. Immer über die schmalen und kurvenreichen Sträßchen entlang der Küste. Einfach herrlich, hier zu cruisen.

Château de Flamanville - Der Park des Schlosses von Flammanville ist zur freien Besichtigung ganzjährig geöffnet. Das Schloß wurde zwischen 1654 et 1658 durch Hervé Basan erbaut.
Bekannt ist der Ort vor allem durch das Kernkraftwerk Flamanville (2 Blöcke in Betrieb, der 3. im Bau). Das Kernkraftwerk wird von Électricité de France (EDF) betrieben und beschäftigt etwa 700 Personen. Es hat keine Kühltürme und wird mit Wasser aus dem Ärmelkanal gekühlt. Es speist jährlich durchschnittlich 18 Milliarden Kilowattstunden in das öffentliche Stromnetz über das Umspannwerk von L’Étang-Bertrand ein; dies entspricht dem jährlichen Strombedarf der Regionen Basse-Normandie und Bretagne. Es liefert damit ungefähr drei Prozent des französischen Bedarfs an Strom. Damit zählt das Kernkraftwerk zu den mittelgroßen in Frankreich.

Ein Stück nördlich von Flamanville kommen wir zu einer der faszinierendsten Küstenlandschaften der Normandie.

Dunes de Biville, Cotentin - "Calvaire des Dunes"

Landschaftsschutzgebiet in La Hague

Mit 100 Metern die höchsten Dünen der Normandie. Die Sanddünen erstrecken sich auf 190 ha.




Als nächstes erreichen wir das Cap de La Hague. La Hague bildet eine Halbinsel innerhalb der Halbinsel Cotentin. Der Phare de la Hague (auch Phare de Goury) ist ein rund 1000 Meter südwestlich des Cap de la Hague auf einem Felsen gelegener Leuchtturm.
1825 startete ein landesweites „Allgemeines Programm zur Beleuchtung der Küsten Frankreichs“ (Programme général d'éclairage des côtes de France). Im Rahmen dieses Vorhabens wurde der Leuchtturm unter der Leitung der Ingenieurs Morice de la Rue auf einem der Kanalküste vorgelagerten Felsen namens Gros du Raz errichtet und ging am 1. November 1838 in Betrieb. Der gemauerte Turm hat eine Höhe von 52 m und steht auf einer runden Basis. Die Laterne, welche das Leuchtfeuer beherbergt, hat einen Durchmesser von 4 Metern.

Der Phare de la Hague wurde 1971 elektrifiziert und 1989 automatisiert. Die letzte Besatzung von Leuchtturmwärtern verließ den Turm im Mai 1990; seitdem wird dieser ohne Personal vor Ort betrieben. Im Jahr 2009 wurde der Turm zum Monument historique erklärt.
Unser heutiges letztes Etappenziel ist Barfleur. Barfleur ist ein kleines Küstendorf an der französischen Kanalküste, das mit dem Prädikat Beaux Villages de France ausgezeichnet wurde und damit zu den schönsten Dörfern des Landes gehört.
Im Mittelalter war Barfleur ein wichtiger Hafen und Schiffbauplatz der Normandie mit bis zu 9000 Einwohnern. Während der Personalunion zwischen dem Königreich England und dem Herzogtum Normandie (1066–1204) war Barfleur der beliebteste Hafen der Herrscher, um nach England (meist Southampton) überzusetzen. Wilhelm der Eroberer soll im 11. Jahrhundert von Barfleur aus zu seinem Feldzug gegen England aufgebrochen sein, der im Jahr 1066 nach der gewonnenen Schlacht bei Hastings mit einem Sieg des normannischen Herzogs endete. Die Hafenstadt verlor nach der Zerstörung durch Edward III. im Jahr 1348 an Bedeutung für den Schiffsverkehr.

Hafenrestaurants, bunte Fischkutter, Möwengeschrei und der weite Blick aufs Meer, faszinierend schön. Die Fischerhäuser aus Granit drängen sich dicht an dicht. Trutzig wirkt die Kirche Saint-Nicolas, die mit ihrem Turm auf einem kleinen Hügel steht und über den Hafen und Barfleur zu wachen scheint. Der Name Barfleur kommt übrigens, wie so oft in der Normandie, von den Wikingern, „-fleur“ commt vom altnordischen „floth“ und bedeutet „Fluß“.

Barfleur ist berühmt für seine Miesmuscheln. Die ißt man in der Normandie mit Sahne (à la crème), Weißwein (marinière) oder aber mit Cidre (à la normande). Dazu gibt es – ganz klassisch im Nordwesten Frankreichs – Fritten.




Sonntag, 17. Oktober 2021

Trip-Tipp Normandie: Von Granville nach Bayeux

Nürnberger sind überall - Episode in Granville in der Normandie im Jahr 1998:

Wir fahren durch den Kreisverkehr in die Rue du Cap Lihou und hören plötzlich: "Wo geht's denn hier zum Plärrer?" Da hatte ein Nürnberger zu Fuß das "N" in unserem Kennzeichen gesehen. Geistesgegenwärtig zeigte ich nach Osten und antwortete: "Da lang!"

in der Oberstadt

Granville


Château de Rozel
Château de Flamanville
Dunes de Biville
Cap de La Hague
Omonville-la-Rogue
Barfleur
Sainte-Marie-du-Mont
Sainte-Mère-Église
Vierville-sur-mer


Port-en-Bessin-Huppain liegt an der Küste zum Ärmelkanal in der Seinebucht, neun Kilometer nordwestlich von Bayeux.


Port-en-Bessin, unser Quartier 1998 in der Normandie

Last but not least besuchen wir noch Bayeux.
Die Kathedrale Notre-Dame de Bayeux ist der Sitz des Bischofs von Bayeux-Lisieux und eines der bedeutendsten sakralen Baudenkmäler der Normandie. Das Kulturdenkmal wurde im Jahr 1862 als Monument historique klassifiziert. Ursprünglich im normannisch-frühromanischen Stil erbaut, präsentiert die Kathedrale sich heute weitgehend gotisch.


Souvenirs des Vacances: Cotentin (Teil 2)

Normandie - Cotentin - Château de Flamanville

Das Schloß aus dem 17. Jahrhundert ist auf den Überresten eines Gutshauses aus dem 11. Jahrhundert erbaut.


Flamanville ist kein Ort für Leute mit "German Angst: Bekannt ist der Ort vor allem durch das Kernkraftwerk Flamanville (2 Blöcke in Betrieb, der 3. im Bau). Das Kernkraftwerk wird von Électricité de France (EDF) betrieben und beschäftigt etwa 700 Personen. Es hat keine Kühltürme und wird mit Wasser aus dem Ärmelkanal gekühlt. Es speist jährlich durchschnittlich 18 Milliarden Kilowattstunden in das öffentliche Stromnetz über das Umspannwerk von L’Étang-Bertrand ein; dies entspricht dem jährlichen Strombedarf der Regionen Basse-Normandie und Bretagne. Es liefert damit ungefähr drei Prozent des französischen Bedarfs an Strom. Damit zählt das Kernkraftwerk zu den mittelgroßen in Frankreich.
Der Phare de la Hague (auch Phare de Goury) ist ein rund 1000 Meter südwestlich des Cap de la Hague auf einem Felsen gelegener Leuchtturm im französischen Département Manche.
1825 startete ein landesweites „Allgemeines Programm zur Beleuchtung der Küsten Frankreichs“ (Programme général d'éclairage des côtes de France). Im Rahmen dieses Vorhabens wurde der Leuchtturm unter der Leitung der Ingenieurs Morice de la Rue auf einem der Kanalküste vorgelagerten Felsen namens Gros du Raz errichtet und ging am 1. November 1838 in Betrieb. Der gemauerte Turm hat eine Höhe von 52 m und steht auf einer runden Basis. Die Laterne, welche das Leuchtfeuer beherbergt, hat einen Durchmesser von 4 Metern.

Der Phare de la Hague wurde 1971 elektrifiziert und 1989 automatisiert. Die letzte Besatzung von Leuchtturmwärtern verließ den Turm im Mai 1990; seitdem wird dieser ohne Personal vor Ort betrieben. Im Jahr 2009 wurde der Turm zum Monument historique erklärt.

Dünenlandschaften an Frankreichs Küsten - Les Sables Blanc bei Plouharnel und Kerhillio in der Bretagne, die Dünen von Biville in der Normandie und Lacanau Ocean in Aquitanien.


Barfleur – idyllisches Küstendorf am Ärmelkanal

Barfleur ist ein kleines Küstendorf an der französischen Kanalküste, das mit dem Prädikat Beaux Villages de France ausgezeichnet wurde und damit zu den schönsten Dörfern des Landes gehört.
Im Mittelalter war Barfleur ein wichtiger Hafen und Schiffbauplatz der Normandie mit bis zu 9000 Einwohnern. Während der Personalunion zwischen dem Königreich England und dem Herzogtum Normandie (1066–1204) war Barfleur der beliebteste Hafen der Herrscher, um nach England (meist Southampton) überzusetzen. Wilhelm der Eroberer soll im 11. Jahrhundert von Barfleur aus zu seinem Feldzug gegen England aufgebrochen sein, der im Jahr 1066 nach der gewonnenen Schlacht bei Hastings mit einem Sieg des normannischen Herzogs endete. Die Hafenstadt verlor nach der Zerstörung durch Edward III. im Jahr 1348 an Bedeutung für den Schiffsverkehr.

Souvenirs des Vacances: Die Halbinsel Cotentin in der Normandie

Omonville-la-Rogue, Café du Port am Hâble-Hafen

Die Küste der Halbinsel ist teils rauh und zerklüftet, teils von langen Sandstränden gesäumt. Sie ist der Bretagne ähnlicher als dem Rest der Normandie. Und von 867 bis 933 gehörte das Cotentin auch zur Bretagne.

Aufgrund seiner Abgelegenheit hat das Cotentin gewusst, seine Kultur und seine Identität zu erhalten. Die normannische Sprache gilt im Rest der Normandie als ausgestorben, nur im Cotentin überlebt sie noch. Sowie darüber hinaus auch auf den der englischen Krone unterstellten Kanalinseln Jersey und Sark.


Normandie - Halbinsel Cotentin (Château de Flamanville, Cap de la Hague, Barfleur,
Omonville-la-Rogue, Château Rozel, Dunes de Biville, Sainte-Marie-du-Mont)

Granville ist unsere Lieblingsstadt auf der Halbinsel.


Granville hat einen Seehafen, einen Fischereihafen und einen Yachthafen mit 1.100 Liegeplätzen. Granville ist seit 1926 Luftkurort und seit 1979 Seebad.

Granville liegt an der Bucht des Mont-Saint-Michel, die die größten Gezeitenunterschiede Europas aufweist. Die Stadt verdankt ihren Namen der Adelsfamilie Grant. Diese erhielt im 11. Jahrhundert Besitztümer in der Normandie von Wilhelm dem Eroberer, als Dank für Unterstützung in Kriegshändeln.

Die Stadt liegt auf und an einem Felskap im Südwesten der Halbinsel Cotentin. Sie besteht aus der alten, von Festungsmauern umgebenen Oberstadt (haute ville) und der Unterstadt (basse ville).
Die heutige, streng wirkende Wohnhaus-Architektur der Oberstadt stammt aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Granville zu einem Badeort. Seit dieser Zeit prägt in den Sommermonaten der Badetourismus das städtische Leben. Stendhal, Jules Michelet und Victor Hugo hielten sich in Granville auf. Der Investor Frank Jay Gould wollte aus Granville das «Monaco des Nordens» machen und errichtete 1911 ein Casino und 1912 das "Hotel Palace le Normandy".
Christian Dior (1905–1957), Modeschöpfer, stamnmt aus Granville.
Am nördlichen Rand von Granville liegt das Seebad Donville-les-Bains mit seinen herrlichen Stränden.


Eine der Attraktionen des Cotentin ist das kleine Dorf Sainte-Mère-Église. In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 1944 sprangen Fallschirmjäger der 82. US-Luftlandedivision bei Sainte-Mère-Église ab, um die Landung der Alliierten schon im Hinterland der Küste abzusichern. Einige aber landeten mitten im Dorf, unter anderem auf dem Dach der Kirche. Einer von ihnen war der Soldat John Steele. Er verfing sich mit seinem Fallschirm auf dem Kirchendach und blieb dort stundenlang hängen.
Berühmt wurde die Episode durch den Spielfilm "Der längste Tag" aus dem Jahr 1962. Er gilt als einer der aufwendigsten Kriegsfilme und als letzter großer Kinofilm in Schwarzweiß.

Auf dem Dach der Kirche hängt heute eine uniformierte Fallschirmjägerpuppe, zwar nicht mit einem grünen, sondern einem weißen Fallschirm (denn den sieht man besser) und auch nicht originalgetreu auf der Rückseite der Kirche, sondern Richtung Kirchplatz, wo eben die meisten Leute sind und die Puppe sehen.


Montag, 13. September 2021

Normandie - Halbinsel Cotentin

Omonville-la-Rogue - am Hâble-Hafen - Omonville-la-Rogue liegt auf der Halbinsel Cotentin in der Landschaft La Hague. Omonville leitet sich aus der französischen Endung -ville und aus dem skandinavischen Namen Osmundr. -la-Rogue bezieht sich auf die Familie Rogue.

Barfleur – idyllisches Küstendorf am Ärmelkanal

Barfleur ist ein kleines Küstendorf an der französischen Kanalküste, das mit dem Prädikat Beaux Villages de France ausgezeichnet wurde und damit zu den schönsten Dörfern des Landes gehört.
Im Mittelalter war Barfleur ein wichtiger Hafen und Schiffbauplatz der Normandie mit bis zu 9000 Einwohnern. Während der Personalunion zwischen dem Königreich England und dem Herzogtum Normandie (1066–1204) war Barfleur der beliebteste Hafen der Herrscher, um nach England (meist Southampton) überzusetzen. Wilhelm der Eroberer soll im 11. Jahrhundert von Barfleur aus zu seinem Feldzug gegen England aufgebrochen sein, der im Jahr 1066 nach der gewonnenen Schlacht bei Hastings mit einem Sieg des normannischen Herzogs endete. Die Hafenstadt verlor nach der Zerstörung durch Edward III. im Jahr 1348 an Bedeutung für den Schiffsverkehr.

Granville und Cotentin - Granville ist eine ehemalige Fischer- und Seeräuberstadt, die sich im Laufe der Jahre in ein malerisches Hafenstädtchen mit Badeort, Kasino und Thalassozentrum verwandelt hat. Im Département La Manche gelegen, ist die Stadt nur eine Autostunde von dem berühmten Klosterberg Mont-Saint-Michel entfernt. Granville ist auch die Geburtsstadt des Modeschöpfers Christian Dior. wurde von den Engländern gegründet, im Hundertjährigen Krieg zur Belagerung des Mont-Saint-Michel (der jedoch von Saint-Malo versorgt und deshalb nicht eingenommen wurde).

Granville lässt sich in zwei Bereiche einteilen, die Oberstadt (frz. "haute ville") und die Unterstadt (frz. "basse ville"). Die Oberstadt von Granville hat ihren mittelalterlichen Charme behalten und ist noch von den alten Festungsmauern umgeben, die an die religiöse und militärische Vergangenheit erinnern. Von hier aus hat man einen phantastischen Blick über die modernere Unterstadt mit ihren verschiedenen Häfen. Granville liegt an der Bucht des Mont-Saint-Michel, die die größten Gezeitenunterschiede Europas aufweist.


Halbinsel Cotentin (Granville, Château de Flamanville, Cap de la Hague, Barfleur,
Omonville-la-Rogue, Château Rozel, Dunes de Biville, Sainte-Marie-du-Mont)

Phare de la Hague - Der Phare de la Hague (auch Phare de Goury) ist ein rund 1000 Meter südwestlich des Cap de la Hague auf einem Felsen gelegener Leuchtturm im französischen Département Manche.
1825 startete ein landesweites „Allgemeines Programm zur Beleuchtung der Küsten Frankreichs“ (Programme général d'éclairage des côtes de France). Im Rahmen dieses Vorhabens wurde der Leuchtturm unter der Leitung der Ingenieurs Morice de la Rue auf einem der Kanalküste vorgelagerten Felsen namens Gros du Raz errichtet und ging am 1. November 1838 in Betrieb. Der gemauerte Turm hat eine Höhe von 52 m und steht auf einer runden Basis. Die Laterne, welche das Leuchtfeuer beherbergt, hat einen Durchmesser von 4 Metern.

Der Phare de la Hague wurde 1971 elektrifiziert und 1989 automatisiert. Die letzte Besatzung von Leuchtturmwärtern verließ den Turm im Mai 1990; seitdem wird dieser ohne Personal vor Ort betrieben. Im Jahr 2009 wurde der Turm zum Monument historique erklärt.