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Samstag, 31. August 2019

Die Wooge im Pfälzerwald


Als einen Woog (von mittelhochdeutsch wâc) bezeichnet man in Südwestdeutschland ein stehendes Gewässer. In erster Linie als Wasserspeicher für den Betrieb von Mühlen oder von Klausen, in denen Holz für die Trift gesammelt wurde, wurden durch Aufstauung von Wasserläufen künstliche Wooge angelegt. Diese dienten auch, meist bei Klöstern, als Fischzuchtteiche.

Der Mummelsee bei Ludwigswinkel, einer der Wooge des Pfälzerwaldes.


Ein bißchen Technik (Quelle: Technische Universität Kaiserslautern, Fachgebiet Wasserbau und Wasserwirtschaft): Hauptbauwerk aller künstlichen Stillgewässer ist das sogenannte Absperrbauwerk, mit dem der Aufstau erfolgt. Es handelt sich dabei in den meisten Fällen um einen Erddamm, manchmal auch um eine Staumauer aus Natursteinen oder Beton. Zur Regulierung des Wasserstandes im Teich und zu dessen Leerung dient in den meisten Fällen ein so genannter Mönch (das ist dieses Teil, durch das im Video das Wasser rauscht). Wooge, die der Energienutzung (Mühlen, Hammerwerke usw.) gedient haben sowie ehemalige Triftwooge zum Transport von Holz auf einzelnen Bächen des Pfälzerwaldes haben meist keinen Mönch, sondern eine Öffnung im Damm, die bis zur Gewässersohle hinunterreicht und seitlich mit Mauerwerk oder Beton gesichert ist. Verschluss und Regulierung erfolgen durch ein bewegliches Schütz in dieser Öffnung.

 

Der Mummelsee ist einer der idyllischsten Waldweiher, die wir kennen. Aber es gibt in Ludwigswinkel noch mehr Weiher. Beliebt der Schöntalweiher oder Lagerweiher als Badesee.


Eine Kernzone des Biosphärenreservates Pfälzerwald ist heute der Rösselsweiher.


Ein gleichfalls sehr idyllischer Waldsee ist der Stüdenwoog oder Stüdenbachweiher bei Eppenbrunn, von dem aus der "Bach ohne Grenzen" (Ruisseau sans frontière) seinen Ausgang nimmt.


Entlang des Eppenbrunner Bachs und der Trualb geht es von Eppenbrunn über die Grenze nach Walschbronn ins Nachbarland Frankreich. Natur erleb- und begreifbar zu machen, ermöglichen 35 Einzelstationen des Gewässerlehrpfads. Lehrtafeln oder Aktionen zum Mitmachen vermitteln Wissenswertes über vorhandene Biotope, eine Fischtreppe oder die verschiedenen Lebewesen in Weiher, Bach und Tümpel. Damit sensibilisiert der "Bach ohne Grenzen" nicht nur für die Belange von Natur- und Umweltschutz, sondern wirbt mit seiner Zweisprachigkeit auch für Völkerverständigung und gemeinsames Lernen.

Das Wort Woog kommmt auch in Ortsnamen vor, etwa in Salzwoog. Der kleine Ort Salzwoog, der von jeher eine sogenannte Annexe der Gemeinde Lemberg war, hat seinen Namen der historischen Salzstraße zu verdanken, die auf ihrem Weg von Lothringen an den Rhein durch seine Gemarkung führte. Auf dem damaligen Salzwooger Hof, der auf der Bistumsgrenze zwischen Metz und Speyer lag, befand sich eine Zollstation mit einer Salzwaage, um das "weiße Gold" zu wiegen. Im Ort Salzwoog gibt es noch einige schöne Fachwerkhäuser. Die Geburt des Ortes Salzwoog geschah im Jahr 1727 durch die Brüder Kettenring, durch die Errichtung einer Sägemühle und eines Hofgutes. Daran erinnert heute das “Kettenring’sche Haus”, ein Fachwerkbau, der von seinem jetzigen Besitzer restauriert wurde. Den Betrieb der Mühle hat man nach dem 2. Weltkrieg eingestellt. Den Woog zum Antreiben der Mühle gibt es ebenfalls nicht mehr.


In der Karlstalschlucht - Das Karlstal der Moosalb ist ein Naturschutzgebiet bei Trippstadt im Pfälzerwald (Rheinland-Pfalz). Das Karlstal liegt etwa zehn Kilometer südlich von Kaiserslautern in der Nähe des Luftkurorts Trippstadt. Die rund drei Kilometer lange Karlstalschlucht kann über einen Wanderweg begangen werden. Die von der Moosalb durchflossene und weitgehend naturbelassene Felsenschlucht gehört wegen der großen Gesteinstrümmer aus dem roten Buntsandstein der Region, der zahlreichen kleinen Wasserfälle sowie des alten Laub- und Nadelbaumbestandes zu denjenigen Zielen im Pfälzerwald, die von den für den Tourismus Verantwortlichen als sehenswert angeboten werden.


Wir besuchen auch den Unterhammer, eines der alten Hammerwerke an der Moosalbe, mit seinem Herrenhaus und die Klug'sche Mühle. Auch bei diesen Anlagen gibt es noch entsprechhende Stauweiher, die früher zum Betrieb notwendig gewesen sind.

Gerade bei diesen heute nicht mehr in Betrieb befindlichen Mühlen und Hammerwerken erkennt man, wie gefährdet das Kulturerbe der Wooge ist. Soweit heute noch eine Bewirtschaftung der Wooge im Pfälzerwald erfolgt, dominiert die fischereiliche Nutzung. Neben einigen Anlagen mit gewerbsmäßiger, intensiver Fischzucht, existieren viele Anlagen, in denen dies als Hobby mehr oder weniger intensiv betrieben wird. Diese Nutzungsform ging in den letzten Jahrzehnten stark zurück. Es zeichnet sich ab, dass ein großer Teil der Wooge im Pfälzerwald in absehbarer Zeit keine gezielte Nutzung mehr aufweisen wird. Damit entfällt auch die Motivation für eine Unterhaltung der Anlagen. Die heutige Bedeutung der Wooge im Pfälzerwald muss deshalb auch unter den besonderen Aspekten gesehen werden, die sich aus der besonderen Funktion des Pfälzerwaldes als Biosphärenreservat ergeben: Förderung einer nachhaltigen Entwicklung sowohl hinsichtlich der Ziele des Naturhaushalts (Arten- und Biotopschutz) als auch der Ansprüche des Menschen (umweltverträgliche Nutzung und Bewahrung des kulturellen Erbes).

Dienstag, 7. November 2017

Herbstausflug nach Eppenbrunn


Die Altschloßfelsen


In der Stüdenbach

Unsere Anfahrt geht durch Trulben.

Streetview durch Trulben nach Eppenbrunn from Franz Roth on Vimeo.

Wir besuchen u.a. den Freizeitpark.

Eppenbrunn im Pfälzerwald 24102016 from Franz Roth on Vimeo.

Und auch der Weiler Ransbrunnerhof lohnt eine Visite.


Mittwoch, 25. Oktober 2017

Eppenbrunn und wie die Hackmesserseite zu ihrem Namen kam


Eppenbrunn wurde 1235 als Eppenburnen erwähnt, der Weiler Ransbrunnerhof schon 1155 als Ransbronnen. Beide gehörten damals zum Kloster Sturzelbronn (Lothringen). Von dort gelangten sie an die Grafschaft Zweibrücken-Bitsch.

Eppenbrunn im Pfälzerwald 24102016 from Franz Roth on Vimeo.


Die Altschloßfelsen sind eine etwa 1,5 Kilometer lange Felsgruppe aus Buntsandstein, deren Sandsteintürme eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen. Teils haben sich einzelne Sandsteintürme ausgebildet, teils längere Ketten. Sie sind die größte Felsformation der Pfalz. Das sog. "Felsenglühen" zeigt sich witterungs-, vegetations- und sonnenstandsabhängig am besten in der ersten Aprilhälfte um 19.00 Uhr auf der Südostseite des dritten Felsens von Osten (von Eppenbrunn).


Bild links: Einkehr in Roppeviller über der Grenze. Von Roppeviller aus schwappte die Französische Revolution über die Grenze. Zunächst nach Eppenbrunn: Am 8. November 1792 kamen mehrere Bürger unter der Führung des Oberförsters Weiß aus der nur vier Kilometer entfernten lothringischen Gemeinde Roppweiler (heute: Roppeviller) zusammen mit zwölf französischen Nationalgardisten nach Eppenbrunn und pflanzten einen Freiheitsbaum oder – wie sie es nannten – einen „Zeugen der Freiheit“. Noch am gleichen Tag zogen die Freiheitskämpfer weiter nach Trulben und pflanzten auch dort einen Baum. Diesem Beispiel folgten die Dörfer Kröppen, Hilst und Schweix am nächsten Tag, Ludwigswinkel wenig später. Die aufrührerischen Dörfer schufen unverzüglich eine neue Gemeindeverwaltung nach französischem Vorbild und beantragten bei der Pariser Nationalversammlung die Aufnahme in die Französische Republik. Schon am 14. Februar 1793 entsprach die Nationalversammlung dem Gesuch und erklärte die freiheitsliebenden Dörfer zu französischem Staatsgebiet. Die Zugehörigkeit zu Frankreich endete mit Napoleons endgültiger Niederlage und Abdankung 1815. Freiheitsanhänger aus der nahegelegenen lothringischen Garnisonsstadt Bitsch (heute: Bitche) überbrachten ihren pfälzischen Gesinnungsbrüdern als Geschenk eine Guillotine, die anschließend fleißig als Hinrichtungsinstrument benutzt wurde. In Erinnerung an die blutigen Opfer kam später der Name Hackmesserseite auf.

Heute zeigt sich die enge Verbindung mit Frankreich u.a. auch im nahen Liederschiedt. Der deutsch-französische Kindergarten in Liederschiedt (Pays de Bitche, Bitscherland, Department Moselle, Lothringen, Lorraine, 57) ist eine Einmaligkeit in ganz Europa. Hier werden Kinder aus Frankreich und dem Landkreis Südwestpfalz (Region Pirmasens) gemeinsam zweisprachig betreut.


Freitag, 17. Februar 2017

Eppenbrunn im Pfälzerwald


Die Altschloßfelsen bei Eppenbrunn, unweit der französischen Grenze, sind sicher mit seinen vielfältigen Verwitterungsformen des Buntsandsteins das beindrickendste Naturdenkmal des Pfälzerwaldes.

 


In Eppenbrunn selbst lädt der Kurpark zu einem Bummel ein.


Sonntag, 23. Oktober 2016

Die Hackmesserseite: Vinningen und Eppenbrunn


Die Wogen der Revolution ergriffen 1792 auch die Dörfer um Trulben mit Eppenbrunn, Hilst, Schweix und Ludwigswinkel.

Zusammen mit zwölf Nationalgardisten erreichten mehrere Bürger unter der Führung des Oberförsters Weiß aus dem französischen Roppeviller am 8. November 1792 Eppenbrunn und pflanzten einen Freiheitsbaum.

Die Freiheitskämpfer zogen am gleichen Tag auch noch nach Trulben und pflanzten dort einen weiteren Baum als "Zeugen der Freiheit". Die Dörfer Kröppen, Hilst und Schweix folgten dem Beispiel am nächsten Tag.

Die in "freie Franken" umgewandelten Bürger erklärten dem Oberamt Pirmasens, keine Salzsteuer mehr zu bezahlen und der Darmstädter Regierung "... keinen Pfennig mehr zu entrichten".

1.000 Klafter Holz, das der Landgraf bereits an Zweibrücker Holzhändler verkauft hatte, teilten die Aufständischen unter sich auf. Schultheißen wurden abgesetzt und die herrschaftlichen Jäger und Waldhüter vertrieben.

Die widerspenstigen Dörfer schufen eine neue Gemeindeverwaltung nach französischem Vorbild und stellten an die Pariser Nationalversammlung den Antrag auf Vereinigung mit der französischen Republik.

Bereits schon am 14. Februar 1793 entsprach die Pariser Nationalversammlung dem Bittgesuch und erklärte die freiheitsliebenden Dörfer zu französischem Staatsgebiet. Bitscher Freiheitsleute brachten ihren pfälzischen Brüdern ein Geschenk mit: die Guillotine, im Volksmund "Hackmesser" genannt. Dieses Mordinstrument soll eifrig in Tätigkeit gewesen sein.

In Erinnerung an die blutigen Opfer entstand daraufhin der Name "Hackmesserseite".

Vinningen auf der Hackmesserseite - Vinningen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land an. Vinningen liegt im Zweibrücker Hügelland südwestlich von Pirmasens nahe der Grenze zu Frankreich. Bis ins 5. Jahrhundert lassen sich fränkische Siedlungsspuren zurückverfolgen. Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes stammt von 1212. Das Dorf Vinningen lag im Amt Lemberg der Grafschaft Zweibrücken-Bitsch und dort in der gleichnamigen Amtsschultheißerei Vinningen.


Eppenbrunn im Pfälzer Wald - war ein beliebtes Wanderziel des Altbundeskanzlers Helmut Kohl. Nach ihm ist so auch ein Wanderweg ins benachhbarte französische Roppeviller benannt.