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Dienstag, 17. August 2021

Im Pfälzerwald


Der Pfälzerwald als deutscher Teil des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen ist nicht nur urtümliche Natur, sondern auch geschichtsträchtig. Seit dem Mittelalter bis hinein in die dunklen Kapitel der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Wer hier auf Spurensuche geht findet die gesprengten Überreste des Westwalls überall im Wald. Das Westwallmuseum in Pirmasens bietet Einblicke in die Geschichte dieser Befestigungsanlage.


Urwald Pfälzerwald


Gibt es in Deutschland einen Urwald? Spontan werden die meisten an den Nationalpark Bayerischer Wald denken. Doch der ist erst zum Urwald gemacht worden. Ein echter Urwald hingegen ist der Pfälzerwald mit seiner in weiten Teilen unberührten Natur. Was Wunder, daß seit altersher sich Sagen, Legenden und Mythen um diesen Wald ranken.

Bei der Pälzer Weltachs

Die Pälzer Weltachs ist ein bearbeiteter Buntsandstein auf dem 459 Meter hohen Kleinen Roßrück in der Nähe von Waldleiningen.

Aber man lasse sich nicht täuschen: Am Anfang hinter dem Parkplatz sind zwar noch Wegweiser vorhanden, aber ab dem Ritterstein weiß man nicht mehr, welchen Waldweg oder Trampelpfad man nehmen soll. Wir habens uns also geschenkt. Als ältere Semester hat man keine Lust mehr, orientierungslos im Wald rum zu irren. Außerdem sind die Pfade auch für Mountain-Biker freigegeben und auf diese rasenden "Naturfreunde" zu treffen haben wir gar keine Lust.


Eigentlich wollten wir zur Pälzer Weltachs, aber wenn es keine Entfernungsangaben gibt, dann ist das für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen obsolet. Ist ohnehin so ein Problem im Pfälzerwald. Kilometerangaben oder sowas scheint man hier nicht zu kennen. Als ob das Wandern nur was für Junge und Fitte wäre. Überhaupt die Ausschilderung: Man muss wissen, wo etwas ist, denn außer den paar Holzpfeilen im Wald gibt es keinen Hinweis. Nicht etwa an der Straße eines dieser braunen Schilder, das auf Sehenswertes hinweist. Nein, nichts dergleichen. Auch keine Informationstafel. Das ist nicht gerade sehr touristenfreundlich. Frei nach dem Motto: Die "Eingeborenen" wissen's ja. Das reicht aber nicht. Und es ist hochgradig ärgerlich!

Es geht wohl ab dem Ritterstein 134 erst mal 300 Meter einen steilen schmalen Pfad bergauf und dann oben relativ flach bis zur Weltachs. Also nicht gerade das Gelbe vom Ei für - wenn auch leicht - gehbehinderte Senioren. Somit wären Walking-Stöcke (die wir bei unserem Besuch nicht dabei hatten) in jedem Fall ein Muss.

Die Schloßfelsen (Altschloßfelsen) bei Eppenbrunn sind das größte Buntsandsteinmassiv der Pfalz und faszinieren mit ihren vielfältigen Verwitterungsformen des Sandsteins.


Die Altschlossfelsen (auch Eppenbrunner Schloss genannt) sind eine als Naturdenkmal (ND) ND-7340-205 und Kulturdenkmal (KD) im Gemeindegebiet von Eppenbrunn ausgewiesene Felsgruppe aus Buntsandstein im Pfälzerwald an der Grenze zu Frankreich und die größte Felsformation der Pfalz. Sie befinden sich am Osthang des Brechenbergs (406 m) nahe Eppenbrunn und Roppeviller auf einer Höhe von rund 365 m ü. NHN am Nordostende und 380 m ü. NHN am Südwestende des Felsenbandes.

Die Altschlossfelsen sind eine etwa 1,5 Kilometer lange Felsgruppe aus Buntsandstein mit einer Höhe von bis zu 30 Metern. Die Gruppe besteht aus Sandsteintürmen und -wänden. Die Altschlossfelsen sind von Rissen und Fugen durchzogen, die teilweise breit genug sind um hindurchzusteigen. Sie sind vor allem durch ihre vielfältigen Verwitterungserscheinungen und durch seltene Flechten bekannt. Von Nord und Süd kann das Gipfelplateau auf schmalen Pfaden erwandert werden. Dort findet sich ein lichter Wald und mit Moos bewachsene Steine. Das „Felsenglühen“ zeigt sich witterungs-, vegetations- und sonnenstandsabhängig am besten in der ersten Aprilhälfte um 19:00 Uhr auf der Südostseite des dritten Felsens von Osten (von Eppenbrunn).

In der Karlstalschlucht - Das Karlstal der Moosalb ist ein Naturschutzgebiet bei Trippstadt im Pfälzerwald (Rheinland-Pfalz). Das Karlstal liegt etwa zehn Kilometer südlich von Kaiserslautern in der Nähe des Luftkurorts Trippstadt. Die rund drei Kilometer lange Karlstalschlucht kann über einen Wanderweg begangen werden. Die von der Moosalb durchflossene und weitgehend naturbelassene Felsenschlucht gehört wegen der großen Gesteinstrümmer aus dem roten Buntsandstein der Region, der zahlreichen kleinen Wasserfälle sowie des alten Laub- und Nadelbaumbestandes zu denjenigen Zielen im Pfälzerwald, die von den für den Tourismus Verantwortlichen als sehenswert angeboten werden.


Vorderweidenthal und der Rödelstein


Der Rödelstein nahe des Örtchens Vorderweidenthal im Pfälzerwald gehört zu den bekannten Kletterfelsen der Pfalz. Von Februar bis Juli darf der Felsen wegen des Brutgeschäfts der dort beheimateten Falken nicht geklettert werden.

Dienstag, 20. April 2021

In und um Kaiserslautern

Kaiserslautern: Casimirschloß (Pfalzgrafensaal) und Rathaus

Kaiserpfalz und Casimirschloß


Obwohl es heute weder die mittelalterliche Burg von Barbarossa noch das barocke Schloß des ehemaligen Pfalzgrafen Johann Casimir mehr gibt, lohnt sich ein Besuch des Areals.

Die letzten Überreste des ehemaligen Schlosses befinden sich heute in der Nähe des städtischen Rathauses und repräsentieren nur einen kleinen Teil der gesamten ursprünglichen Anlage, die der kurpfälzische Regent Johann Casimir zwischen 1570 und 1580 errichten ließ. Langezeit war das Schloss der eigentliche Hauptsitz der regionlen Landesherren bis es in den gewaltsamen Auseinandersetzungen um die spanische Erbfolge von den Franzosen im Jahr 1703 zerstört wurde und man den Herrschaftssitz gezwungenermaßen aufgeben musste. Erste Ausgrabungen, die in den 1930er Jahren auf dem ehemaligen Burggelände stattfanden, führten zur Freilegung der Ruinen und zur Entstehung des heutigen Pfalzgrafensaals.

An die einstige Kaiserpfalz des legendären Barbarossa erinnern heute nur noch wenige Überreste. Eingebettet in den Rathauskomplex sind nur noch einzelne Sandsteinquader aus dem Fundament des Kaisersaals sowie Mauerwerksreste der ehemaligen Burgkapelle vorhanden. Darüber hinaus wurden weitere Reliquien und alte Wegespuren im Umfeld der Kaiserpfalz entdeckt, die auf einen alten Burgeingang schließen lassen. Ein Besuch lohnt sich aber vor allem wegen der vielen unterirdischen Gänge, die seit 2008 für Besucher mit Illustrationen und zusätzlichen Informationen zur Stadtgeschichte zugänglich sind. Die etwa einstündige Führung startet über eine steinerne Spindeltreppe hinab vom Pfalzgrafensaal und vorbei an den Gräbern fränkischer Bewohner aus dem 8. Jahrhundert.

Die Karlstalschlucht


Das Karlstal der Moosalb ist ein Naturschutzgebiet bei Trippstadt im Pfälzerwald (Rheinland-Pfalz). Das Karlstal liegt etwa zehn Kilometer südlich von Kaiserslautern in der Nähe des Luftkurorts Trippstadt. Die rund drei Kilometer lange Karlstalschlucht kann über einen Wanderweg begangen werden. Die von der Moosalb durchflossene und weitgehend naturbelassene Felsenschlucht gehört wegen der großen Gesteinstrümmer aus dem roten Buntsandstein der Region, der zahlreichen kleinen Wasserfälle sowie des alten Laub- und Nadelbaumbestandes zu denjenigen Zielen im Pfälzerwald, die von den für den Tourismus Verantwortlichen als sehenswert angeboten werden. Wir besuchen auch den Unterhammer, eines der alten Hammerwerke an der Moosalbe, mit seinem Herrenhaus und die Klug'sche Mühle.

Das Schloß von Trippstadt


Das Schloß von Trippstadt ist Sitz der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft der Landesfonrsten Rheinland-Pfalz.

Das Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz


Das Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz, ein Infozentrum der Landesforsten Rheinland-Pfalz.

Zisterzienserabtei Otterberg


Die Abteikirche Otterberg in Otterberg in der Pfalz ist eine ehemalige Zisterzienser-Abteikirche und nach dem Speyerer Dom die größte Kirche der Pfalz. Die Kirche wird als Simultankirche von evangelischen und katholischen Christen genutzt.

Das Zisterzienserkloster wurde 1143 unterhalb der abgegangenen Otterburg als zweite Tochter des Kloster Eberbach aus der Filiation der Primarabtei Clairvaux gegründet. Im Jahre 1168 wurde mit dem Bau der Klosteranlage am Otterbach begonnen. Am 10. Mai 1254 fand die Weihe durch den Auxiliarbischof Arnold von Semgallen statt. Die Kirche ist 79,5 m lang und 20,5 m breit. Sie ist in der Grundanlage kreuzförmig und besteht aus gelblichem Sandstein. In den großen Steinquadern sind noch die Steinmetzzeichen zu erkennen. Im 15. Jahrhundert erfolgte ein langsamer Niedergang des Klosters. Im Jahre 1504 wurde das Kloster gebrandschatzt und geplündert. Im Bauernkrieg 1525 wurde das Kloster wiederum geplündert. 1559 sollten die verbliebenen Mönche gezwungen werden, zum evangelischen Glauben überzutreten, was sie aber nicht taten. Der letzte Abt, Wendelin Merbot, verließ 1561 das Kloster, es wurde 1564 endgültig aufgegeben. Nachdem Pfalzgraf Johann Casimir die Wallonen aus den spanischen Niederlanden in Otterberg ansiedelte, wurden die Steine der Klostergebäude ab 1579 zum Bau der Wohnhäuser genutzt. Die Steine sind an ihren Steinmetzzeichen noch teilweise erkennbar. Vom Kloster ist nur noch der Kapitelsaal erhalten.

Die Abteikirche wurde von der katholischen und der evangelischen Pfarrei zunächst als Simultankirche genutzt, doch führte dies zu Streitigkeiten. 1708 wurde daher eine Trennwand eingezogen. Der Chorraum mit dem Querschiff wurde nun als katholischer Teil, das restliche Langhaus als evangelischer Teil genutzt. Dadurch wurde jedoch der harmonische Raumeindruck völlig zerstört. Im Jahre 1979 wurde im Zuge einer umfassenden Renovierung die Mauer entfernt, so dass die Kirche nun wieder eine Simultankirche ist. Die Eigentumsverhältnisse blieben damit unberührt. Die Kirchenbänke im Querschiff dienen weiterhin den katholischen Christen, die Einzelstühle im Langhaus den evangelischen Christen. Der Tabernakel mit dem Allerheiligsten befindet sich in einer der Seitenkapellen im rechten Querschiff, die zweite Seitenkapelle dient als Taufkapelle. Der Kapitelsaal wird von der katholischen Pfarrgemeinde als Versammlungsraum genutzt, das katholische Pfarrhaus ist auf den Kapitelsaal gebaut.

Die Abteikirche in Otterberg ist nicht nur die zweitgrößte Kirche, sondern auch die größte und besterhaltene Klosterkirche der Pfalz. Sie ist ein herausragendes Beispiel der zisterziensischen Ordensarchitektur im Stil der oberrheinischen Spätromanik.







Dienstag, 10. September 2019

Der Pfälzerwald


Die Mittelgebirgslandschaft Pfälzerwald (so die offizielle amtliche Schreibweise, nicht etwa "Pfälzer Wald" in zwei Worten) im Bundesland Rheinland-Pfalz ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands: 177.100 Hektar, wobei 82 bis 90 Prozent der Fläche von Wald bedeckt sind. Damit nimmt er ein gutes Drittel der gesamten Pfalz ein, deren zentrale Landschaft er darstellt und von der er seinen Namen hat. Nur 30 Prozent kleiner ist die südliche Fortsetzung des Naturraums auf französischem Boden, die hier Nordvogesen (frz. Vosges du Nord) genannt wird. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord, das auch die französische Fortsetzung umfasst, hat eine Fläche von 310.500 Hektar.


In Johanniskreuz erhielt dereinst der Pfälzerwald seinen Namen: Der Name Pfälzerwald wurde erst 1843, als die Pfalz Teil des Königreichs Bayern war, in der zentral liegenden Gemeinde Johanniskreuz auf einer Konferenz von Forstleuten, die Ministerialrat Albert von Schultze leitete, geprägt, die damit die Wälder auf dem Buntsandsteingebiet der Pfalz bezeichneten. Weitere Verbreitung fand der Name, als 1902 der Pfälzerwald-Verein (PWV) gegründet wurde, wobei sich vor allem Fritz Claus, einer der Pioniere des PWV, intensiv für den neuen Namen einsetzte. Eine wissenschaftlich fundierte genauere Definition des Pfälzerwaldes als eigenständiger naturräumlicher Einheit erfolgte 1911 durch Daniel Häberle, einen pfälzischen Geographen und Heimatforscher.


Das Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz, ein Infozentrum der Landesforsten Rheinland-Pfalz

In der Karlstalschlucht - Das Karlstal der Moosalb ist ein Naturschutzgebiet bei Trippstadt im Pfälzerwald (Rheinland-Pfalz). Das Karlstal liegt etwa zehn Kilometer südlich von Kaiserslautern in der Nähe des Luftkurorts Trippstadt. Die rund drei Kilometer lange Karlstalschlucht kann über einen Wanderweg begangen werden. Die von der Moosalb durchflossene und weitgehend naturbelassene Felsenschlucht gehört wegen der großen Gesteinstrümmer aus dem roten Buntsandstein der Region, der zahlreichen kleinen Wasserfälle sowie des alten Laub- und Nadelbaumbestandes zu denjenigen Zielen im Pfälzerwald, die von den für den Tourismus Verantwortlichen als sehenswert angeboten werden.


Die Weiher im Pfälzerwald heißen Wooge. Es sind heute Fischweiher und früher dienten sie auch der Holzdrift. Es sind viele aufgelassen und deswegen gibt es ein Projekt der Universität Kaiserslautern zu ihrer Erhaltung. Denn sie sind typisch für das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Und würden sie verschwinden, würde eine Einmaligkeit verloren gehen, denn es gibt im Pfälzerwald keine natürlichen stehenden Gewässer.


Idyllischer Woog im Pfälzerwald bei Ludwigswinkel

Der Pfälzerwald nach dem Orkan Xynthia


Impressionen vom Osterausflug 2010 im Pfälzerwald. Die Schäden des Sturmtiefs Xynthia sind noch gut zu sehen, umgestürzte und entwurzelte Bäume, Windbruch. Auch an unserem Lieblingsweiher in der Nähe von Ludwigswinkel hat der Sturm zugeschlagen und im Uferbereich einiges "kleingehauen".

Sonntag, 1. September 2019

Wo der Pfälzerwald seinen Namen erhielt

Mitglieder der Naturfreundebewegung im Pfälzerwald (20-er Jahre des 20. Jahrhunderts)


Die Mittelgebirgslandschaft Pfälzerwald (so die offizielle amtliche Schreibweise, nicht etwa "Pfälzer Wald" in zwei Worten) im Bundesland Rheinland-Pfalz ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands: 177.100 Hektar, wobei 82 bis 90 Prozent der Fläche von Wald bedeckt sind. Damit nimmt er ein gutes Drittel der gesamten Pfalz ein, deren zentrale Landschaft er darstellt und von der er seinen Namen hat. Nur 30 Prozent kleiner ist die südliche Fortsetzung des Naturraums auf französischem Boden, die hier Nordvogesen (frz. Vosges du Nord) genannt wird. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord, das auch die französische Fortsetzung umfasst, hat eine Fläche von 310.500 Hektar.


Wir durchstreifen das Gebiet um Johanniskreuz bei Kaiserslautern.


Der Aschbacherhof liegt südlich von Kaiserslautern und nördlich von Trippstadt im Pfälzerwald auf einer kleinen Anhöhe über dem Wiesengrund des Aschbachtals. Die Lage auf einer Anhöhe gilt als Zeichen für das hohe Alter des Weilers. Von der einstigen Dorfsiedlung sind nur noch wenige Häuser erhalten.

Auf die einst größere Bedeutung der Siedlung verweist heute noch der Turm der spätgotischen ehemaligen Kirche St. Blasius aus dem späten 14. Jahrhundert, der Anklänge an einen Wehrturm aus der Zeit der Romanik erkennen lässt; vom Rest der Kirche ist nichts erhalten. Urkundlich ist die Siedlung als „Aspach“ 1215 zum ersten Mal erwähnt. Sie bildete den Pfarrsitz der Herrschaft Wilenstein in der Grafschaft Falkenstein, deren Burg Wilenstein gut 4 km südlich als teilrestaurierte Ruine oberhalb des Karlstals bei Trippstadt erhalten ist.

Durch Kauf gelangte der Aschbacherhof 1719 an den kurpfälzischen Oberstjägermeister Freiherr Ludwig Anton von Hacke (1682–1752); im Besitz seiner auf Schloss Trippstadt residierenden Familie blieb der Weiler bis zum Ende der Feudalzeit. Nach der Französischen Revolution fiel er in den 1790er Jahren an Frankreich, 1816 an das Königreich Bayern.

Wir fahren dann durch das Hirschsprungtal nach Johanniskreuz zu einem Vortrag über das Projekt der Wiederansiedelung des Luchses im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Ort der Veranstaltung: Das Haus der Nachhaltigkeit.

Das Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz


Das Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz, ein Infozentrum der Landesforsten Rheinland-Pfalz

In Johanniskreuz erhielt dereinst der Pfälzerwald seinen Namen: Der Name Pfälzerwald wurde erst 1843, als die Pfalz Teil des Königreichs Bayern war, in der zentral liegenden Gemeinde Johanniskreuz auf einer Konferenz von Forstleuten, die Ministerialrat Albert von Schultze leitete, geprägt, die damit die Wälder auf dem Buntsandsteingebiet der Pfalz bezeichneten. Weitere Verbreitung fand der Name, als 1902 der Pfälzerwald-Verein (PWV) gegründet wurde, wobei sich vor allem Fritz Claus, einer der Pioniere des PWV, intensiv für den neuen Namen einsetzte. Eine wissenschaftlich fundierte genauere Definition des Pfälzerwaldes als eigenständiger naturräumlicher Einheit erfolgte 1911 durch Daniel Häberle, einen pfälzischen Geographen und Heimatforscher.

Das Schloß von Trippstadt - Sitz der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft der Landesforsten Rheinland-Pfalz


Das Karlstal, das im Oberlauf der Moosalb bei Trippstadt gelegen ist, sticht durch sein naturbelassenes, urwaldartiges Erscheinungsbild heraus.


Das Karlstal der Moosalb ist ein Naturschutzgebiet bei Trippstadt im Pfälzerwald (Rheinland-Pfalz). Das Karlstal liegt etwa zehn Kilometer südlich von Kaiserslautern in der Nähe des Luftkurorts Trippstadt. Die rund drei Kilometer lange Karlstalschlucht kann über einen Wanderweg begangen werden. Die von der Moosalb durchflossene und weitgehend naturbelassene Felsenschlucht gehört wegen der großen Gesteinstrümmer aus dem roten Buntsandstein der Region, der zahlreichen kleinen Wasserfälle sowie des alten Laub- und Nadelbaumbestandes zu denjenigen Zielen im Pfälzerwald, die von den für den Tourismus Verantwortlichen als sehenswert angeboten werden.

Wir besuchen auch den Unterhammer, eines der alten Hammerwerke an der Moosalbe, mit seinem Herrenhaus und die Klug'sche Mühle.

Es gibt auch Ärgerliches im Pfälzerwald: Rundfahrt statt Wanderung zur Pfälzer Weltachs - Eigentlich wollten wir zur berühmten Pälzer Weltachs, aber wenn es keine Entfernungsangaben gibt, dann ist das für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen obsolet. Ist ohnehin so ein Problem im Pfälzerwald. Kilometerangaben oder sowas scheint man hier nicht zu kennen. Als ob das Wandern nur was für Junge und Fitte wäre. Überhaupt die Ausschilderung: Man muss wissen, wo etwas ist, denn außer den paar Holzpfeilen im Wald gibt es keinen Hinweis. Nicht etwa an der Straße eines dieser braunen Schilder, das auf Sehenswertes hinweist. Nein, nichts dergleichen. Auch keine Informationstafel. Das ist nicht gerade sehr touristenfreundlich. Frei nach dem Motto: Die "Eingeborenen" wissen's ja. Das reicht aber nicht. Und es ist hochgradig ärgerlich!




Samstag, 31. August 2019

Die Wooge im Pfälzerwald


Als einen Woog (von mittelhochdeutsch wâc) bezeichnet man in Südwestdeutschland ein stehendes Gewässer. In erster Linie als Wasserspeicher für den Betrieb von Mühlen oder von Klausen, in denen Holz für die Trift gesammelt wurde, wurden durch Aufstauung von Wasserläufen künstliche Wooge angelegt. Diese dienten auch, meist bei Klöstern, als Fischzuchtteiche.

Der Mummelsee bei Ludwigswinkel, einer der Wooge des Pfälzerwaldes.


Ein bißchen Technik (Quelle: Technische Universität Kaiserslautern, Fachgebiet Wasserbau und Wasserwirtschaft): Hauptbauwerk aller künstlichen Stillgewässer ist das sogenannte Absperrbauwerk, mit dem der Aufstau erfolgt. Es handelt sich dabei in den meisten Fällen um einen Erddamm, manchmal auch um eine Staumauer aus Natursteinen oder Beton. Zur Regulierung des Wasserstandes im Teich und zu dessen Leerung dient in den meisten Fällen ein so genannter Mönch (das ist dieses Teil, durch das im Video das Wasser rauscht). Wooge, die der Energienutzung (Mühlen, Hammerwerke usw.) gedient haben sowie ehemalige Triftwooge zum Transport von Holz auf einzelnen Bächen des Pfälzerwaldes haben meist keinen Mönch, sondern eine Öffnung im Damm, die bis zur Gewässersohle hinunterreicht und seitlich mit Mauerwerk oder Beton gesichert ist. Verschluss und Regulierung erfolgen durch ein bewegliches Schütz in dieser Öffnung.

 

Der Mummelsee ist einer der idyllischsten Waldweiher, die wir kennen. Aber es gibt in Ludwigswinkel noch mehr Weiher. Beliebt der Schöntalweiher oder Lagerweiher als Badesee.


Eine Kernzone des Biosphärenreservates Pfälzerwald ist heute der Rösselsweiher.


Ein gleichfalls sehr idyllischer Waldsee ist der Stüdenwoog oder Stüdenbachweiher bei Eppenbrunn, von dem aus der "Bach ohne Grenzen" (Ruisseau sans frontière) seinen Ausgang nimmt.


Entlang des Eppenbrunner Bachs und der Trualb geht es von Eppenbrunn über die Grenze nach Walschbronn ins Nachbarland Frankreich. Natur erleb- und begreifbar zu machen, ermöglichen 35 Einzelstationen des Gewässerlehrpfads. Lehrtafeln oder Aktionen zum Mitmachen vermitteln Wissenswertes über vorhandene Biotope, eine Fischtreppe oder die verschiedenen Lebewesen in Weiher, Bach und Tümpel. Damit sensibilisiert der "Bach ohne Grenzen" nicht nur für die Belange von Natur- und Umweltschutz, sondern wirbt mit seiner Zweisprachigkeit auch für Völkerverständigung und gemeinsames Lernen.

Das Wort Woog kommmt auch in Ortsnamen vor, etwa in Salzwoog. Der kleine Ort Salzwoog, der von jeher eine sogenannte Annexe der Gemeinde Lemberg war, hat seinen Namen der historischen Salzstraße zu verdanken, die auf ihrem Weg von Lothringen an den Rhein durch seine Gemarkung führte. Auf dem damaligen Salzwooger Hof, der auf der Bistumsgrenze zwischen Metz und Speyer lag, befand sich eine Zollstation mit einer Salzwaage, um das "weiße Gold" zu wiegen. Im Ort Salzwoog gibt es noch einige schöne Fachwerkhäuser. Die Geburt des Ortes Salzwoog geschah im Jahr 1727 durch die Brüder Kettenring, durch die Errichtung einer Sägemühle und eines Hofgutes. Daran erinnert heute das “Kettenring’sche Haus”, ein Fachwerkbau, der von seinem jetzigen Besitzer restauriert wurde. Den Betrieb der Mühle hat man nach dem 2. Weltkrieg eingestellt. Den Woog zum Antreiben der Mühle gibt es ebenfalls nicht mehr.


In der Karlstalschlucht - Das Karlstal der Moosalb ist ein Naturschutzgebiet bei Trippstadt im Pfälzerwald (Rheinland-Pfalz). Das Karlstal liegt etwa zehn Kilometer südlich von Kaiserslautern in der Nähe des Luftkurorts Trippstadt. Die rund drei Kilometer lange Karlstalschlucht kann über einen Wanderweg begangen werden. Die von der Moosalb durchflossene und weitgehend naturbelassene Felsenschlucht gehört wegen der großen Gesteinstrümmer aus dem roten Buntsandstein der Region, der zahlreichen kleinen Wasserfälle sowie des alten Laub- und Nadelbaumbestandes zu denjenigen Zielen im Pfälzerwald, die von den für den Tourismus Verantwortlichen als sehenswert angeboten werden.


Wir besuchen auch den Unterhammer, eines der alten Hammerwerke an der Moosalbe, mit seinem Herrenhaus und die Klug'sche Mühle. Auch bei diesen Anlagen gibt es noch entsprechhende Stauweiher, die früher zum Betrieb notwendig gewesen sind.

Gerade bei diesen heute nicht mehr in Betrieb befindlichen Mühlen und Hammerwerken erkennt man, wie gefährdet das Kulturerbe der Wooge ist. Soweit heute noch eine Bewirtschaftung der Wooge im Pfälzerwald erfolgt, dominiert die fischereiliche Nutzung. Neben einigen Anlagen mit gewerbsmäßiger, intensiver Fischzucht, existieren viele Anlagen, in denen dies als Hobby mehr oder weniger intensiv betrieben wird. Diese Nutzungsform ging in den letzten Jahrzehnten stark zurück. Es zeichnet sich ab, dass ein großer Teil der Wooge im Pfälzerwald in absehbarer Zeit keine gezielte Nutzung mehr aufweisen wird. Damit entfällt auch die Motivation für eine Unterhaltung der Anlagen. Die heutige Bedeutung der Wooge im Pfälzerwald muss deshalb auch unter den besonderen Aspekten gesehen werden, die sich aus der besonderen Funktion des Pfälzerwaldes als Biosphärenreservat ergeben: Förderung einer nachhaltigen Entwicklung sowohl hinsichtlich der Ziele des Naturhaushalts (Arten- und Biotopschutz) als auch der Ansprüche des Menschen (umweltverträgliche Nutzung und Bewahrung des kulturellen Erbes).

Samstag, 23. Dezember 2017

Im Pfälzerwald - Die Karlstalschlucht


In der Karlstalschlucht - Das Karlstal der Moosalb ist ein Naturschutzgebiet bei Trippstadt im Pfälzerwald (Rheinland-Pfalz). Das Karlstal liegt etwa zehn Kilometer südlich von Kaiserslautern in der Nähe des Luftkurorts Trippstadt. Die rund drei Kilometer lange Karlstalschlucht kann über einen Wanderweg begangen werden. Die von der Moosalb durchflossene und weitgehend naturbelassene Felsenschlucht gehört wegen der großen Gesteinstrümmer aus dem roten Buntsandstein der Region, der zahlreichen kleinen Wasserfälle sowie des alten Laub- und Nadelbaumbestandes zu denjenigen Zielen im Pfälzerwald, die von den für den Tourismus Verantwortlichen als sehenswert angeboten werden. Wir besuchen auch den Unterhammer, eines der alten Hammerwerke an der Moosalbe, mit seinem Herrenhaus und die Klug'sche Mühle.


Biosphäre Pfälzerwald


Das Biosphärenhaus in Fischbach

Das Biosphärenhaus in Fischbach bei Dahn ist ein Naturerlebniszentrum und ein regionaler Tourismus­faktor. Das Biosphärenhaus wurde als dezentrales Projekt der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover angelegt. Im März 2002, zwei Jahre nach der Eröffnung, kam das Naturerlebniszentrum hinzu. Es besteht aus einem Veranstaltungsraum, dem auch Übernachtungsmöglichkeiten und ein Restaurant angeschlossen sind, sowie einem interaktiven Rundweg. Dieser vermittelt auf einer Strecke von 1500 m an 14 Stationen Wissenswertes über die Region; er ist zum Befahren mit Kinderwagen und Rollstühlen geeignet. Das Naturerlebniszentrum wird besonders von Schulklassen genutzt.

Im Juni 2003 wurde ein Baumwipfelpfad in Betrieb genommen, der sich mit einer Länge von 270 m und einer Höhe von 12 bis 18 m über Grund durch die Baumkronen des Pfälzerwalds zieht.


Der Baumwipfelpfad beim Biosphärenhaus in Fischbach bei Dahn
(Landkreis Südwestpfalz, Rheinland-Pfalz, Wasgau, Pfälzerwald), ein Erlebnis für Jung und Alt.

Die Rückkehr des Wolfes

Noch ist er - von Einzelsichtungen abgesehen - noch nicht wieder da. Aber es ist damit zu rechnen, dass er kommen wird. Und Probleme sind vorprogrammiert.


Für das Monitoring des Wolfes ist die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt zuständig.


Das Schloß von Trippstadt - Sitz der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft der Landesfonrsten Rheinland-Pfalz

In der Karlstalschlucht

Das Karlstal der Moosalb ist ein Naturschutzgebiet bei Trippstadt im Pfälzerwald (Rheinland-Pfalz). Das Karlstal liegt etwa zehn Kilometer südlich von Kaiserslautern in der Nähe des Luftkurorts Trippstadt. Die rund drei Kilometer lange Karlstalschlucht kann über einen Wanderweg begangen werden. Die von der Moosalb durchflossene und weitgehend naturbelassene Felsenschlucht gehört wegen der großen Gesteinstrümmer aus dem roten Buntsandstein der Region, der zahlreichen kleinen Wasserfälle sowie des alten Laub- und Nadelbaumbestandes zu denjenigen Zielen im Pfälzerwald, die von den für den Tourismus Verantwortlichen als sehenswert angeboten werden.


Von Trippstadt aus geht es nach Johanniskreuz, wo dereinst der Name Pfälzerwald bei einer Tagung von Forstleuten entstanden ist.


Das Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz, ein Infozentrum der Landesforsten Rheinland-Pfalz


Wenn die Orkane wüten ...

Manchmal haben wir ja auch Sturm im Pfälzerwald - Die Orkane Wiebke und Vivian im Frühjahr 1990 haben ganz schön den Wald flachgelegt, aber der letzte war Xynthia im Jahr 2010.

Orkan im Pfälzerwald from Franz Roth on Vimeo.



Ähnlicher Artikel: Im Biosphärenreservat Pfälzerwald


Dienstag, 14. November 2017

Urwald Pfälzerwald


Stüdenbach bei Eppenbrunn


Altschloßfelsen bei Eppenbrunn



Gibt es in Deutschland einen Urwald? Spontan werden die meisten an den Nationalpark Bayerischer Wald denken. Doch der ist erst zum Urwald gemacht worden. Ein echter Urwald hingegen ist der Pfälzerwald mit seiner in weiten Teilen unberührten Natur. Was Wunder, daß seit altersher sich Sagen, Legenden und Mythen um diesen Wald ranken. +++ Ort: Eppenbrunn, nahe Forsthaus Stüdenbach, le ruisseau sans frontiere, Bach ohne Grenzen, Spießweiher, Wasgau, Hackmesserseite.


Der Pfälzerwald als deutscher Teil des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen ist nicht nur urtümliche Natur, sondern auch geschichtsträchtig. Seit dem Mittelalter bis hinein in die dunklen Kapitel der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Wer hier auf Spurensuche geht findet die gesprengten Überreste des Westwalls überall im Wald. Das Westwallmuseum in Pirmasens bietet Einblicke in die Geschichte dieser Befestigungsanlage. // Location: in der Nähe von Eppenbrunn, Hochstellerhof, Kettrichhof; Hackmesserseite, Wasgau.


Im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen (das erste grenzüberschreitende Biosphärenreservat der UNESCO) - Natur pur - Kultur und Geschichte - Im Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz erfahren wir Wissenswertes über den Wald, seine Flora und Fauna.


Den Charakter des Pfälzerwaldes erkennt man auch in diesem Clip:


Eigentlich wollten wir zur Pälzer Weltachs, aber wenn es keine Entfernungsangaben gibt, dann ist das für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen obsolet. Ist ohnehin so ein Problem im Pfälzerwald. Kilometerangaben oder sowas scheint man hier nicht zu kennen. Als ob das Wandern nur was für Junge und Fitte wäre. Überhaupt die Ausschilderung: Man muss wissen, wo etwas ist, denn außer den paar Holzpfeilen im Wald gibt es keinen Hinweis. Nicht etwa an der Straße eines dieser braunen Schilder, das auf Sehenswertes hinweist. Nein, nichts dergleichen. Auch keine Informationstafel. Das ist nicht gerade sehr touristenfreundlich. Frei nach dem Motto: Die "Eingeborenen" wissen's ja. Das reicht aber nicht. Und es ist hochgradig ärgerlich!

Samstag, 11. Februar 2017

Im Karlstal


Die rund drei Kilometer lange Karlstalschlucht kann über einen Wanderweg begangen werden. Die von der Moosalb durchflossene und weitgehend naturbelassene Felsenschlucht gehört wegen der großen Gesteinstrümmer aus dem roten Buntsandstein der Region, der zahlreichen kleinen Wasserfälle sowie des alten Laub- und Nadelbaumbestandes zu denjenigen Zielen im Pfälzerwald, die von den für den Tourismus Verantwortlichen als sehenswert angeboten werden.

Montag, 5. Oktober 2015

Sonntagsausflug im Pfälzerwald


An einem nicht gerade sonnig zu bezeichnenden Sonntag im Frühherbst starten wir unseren Trip im Karlstal.


Wir fahren hoch nach Trippstadt mit seinem Schloß.




Von Trippstadt geht es weiter nach Johanniskreuz.


Und in Johanniskreuz besuchen wir das "Haus der Nachhaltigkeit", ein Infozentrum der Landesforsten Rheinland-Pfalz.