Die Barockstraße Saar-Pfalz ist eine Touristische Themenstraße im Saarland und der angrenzenden Westpfalz. Das Projekt von Landkreis Neunkirchen, Regionalverband Saarbrücken, Stadt Zweibrücken und Saarpfalz-Kreis verbindet barocke Zentren der Region in der Zeit zwischen 1650 und 1800 und alte, historisch gewachsene Kulturlandschaften über heute gezogene Landes- und Kreisgrenzen hinweg. Die Straße ist insgesamt (mit der Nebenstrecke "Köllertal-Warndt-Schleife") rund 250 Kilometer lang und wurde 2007 eingerichtet. Die Hauptstrecke verläuft zwischen den vier ehemaligen Residenzstädten Ottweiler, Zweibrücken, Blieskastel und Saarbrücken.
Die Erlebnisroute thematisiert das barocke Zeitalter der Jahre 1650 bis 1800 und verbindet gekonnt die Wirkungsstätten der ehemaligen Fürsten, Herzöge und Grafen in der deutsch-französischen Grenzregion. Die vier Residenzstädte Ottweiler, Zweibrücken, Blieskastel und Saarbrücken und drei miteinander auf das Engste verbundene Herrscherhäuser bilden die Achse der Barockstraße Saar-Pfalz. Dazwischen liegen die Ruinen prächtiger Schlösser, die Jagdreviere und die verspielten Gartenanlagen des Adels.
Vom Barockstädtchen Ottweiler führt die Barockstraße zunächst über Homburg-Jägersburg und Homburg ins herzogliche Zweibrücken. Von dort lohnt sich ein Abstecher nach Hornbach mit seinem alterwürdigen Kloster, bevor man in Blieskastel eintrifft - der ehemaligen Residenz der Grafen von der Leyen. Über St. Ingbert und Sulzbach geht es dann nach Saarbrücken, wo eine Vielzahl spekakulärer Bauwerke des berühmten Barockbaumeisters Friedrich Joachim Stengel zu besichtigen sind
Erst mal ein kleiner Clip als "Teaser":
In der Altstadt von Homburg/Saar
Katholische Pfarrkirche Sankt Michael in Homburg/Saar
Unterwegs in Zweibrücken
Die Top-Sehenswürdigkeiten: Die Alexanderskirche (Grablege der Wittelsbacher), s'Luiche, die Herzogvorstadt mit der Karlskirche und das Schloß.
Kloster Hornbach in der Südwestpfalz, eine Gründung des Heiligen Pirminius, Namensgeber der nahen Stadt Pirmasens.
Blieskastel - ehem. Residenz der von der Leyen
Paradeplatz, Schloßberg, Orangerie und Schloßkirche
Niederwürzbach
Und - last but not least geht es nach Saarbrücken.
Unter der Gräfin Marianne von der Leyen, einer geborenen Gräfin von Dalberg, entstand in Blieskastel ein kulturelles Zentrum. Eine rege Bautätigkeit entfaltete sich.
Zum Amt Blieskastel gehörte auch Niederwürzbach. Der Ort selbst, besonders aber der Weiher, war anfangs für die von der Leyen lediglich als Einnahmequelle für die gräfliche Finanzkasse von Bedeutung (Mühlzins und Fischereiertrag). Das änderte sich aber, als im Jahre 1773 Reichsgraf Franz Karl seiner Gemahlin die Mühle und Land zu ihrer freien Verfügung überschrieb. Die Reichsgräfin Marianne hatte den Ort und den Weiher bald in ihr Herz geschlossen. Nach dem Tod ihres Gemahls im Jahre 1775 ließ sie ihren Besitz in Gestalt eines Gartens und Gartenhauses erweitern. Und da es ihr hier so gut gefiel, ließ sie noch ein neues Wohnhaus errichten.
Fahrt durch den Bliesgau und Blieskastel nach Niederwürzbach:
Niederwürzbach ist ein Stadtteil von Blieskastel im Saarpfalz-Kreis (Saarland). Der Ort verdankt seinen Namen dem Bächlein Würzbach, das den Würzbacher Weiher (12 ha groß) speist, durch Niederwürzbach fließt und in die Blies entwässert. Niederwürzbach ist Teil des Biosphärenreservats Bliesgau der UNESCO.
Das Denkmal am Weiher ist Kurt Hartz, saarländischer Politiker und Bruder von Peter Hartz, nach dem die Schröder'schen Arbeitsmarktreformen benannt sind.
Die Sägemühle, die Wohnung für den Müller und seine Familie und der Ökonomiebetrieb, den der Reichsgraf Franz 1773 seiner Gemahlin zu ihrer freien Verfügung überschrieben hatte, waren an den Sägemüller verpachtet. Für den Eigenbedarf erwarb deshalb die Gräfin Marianne 1788 ein nahe gelegenes Landhaus. Das Baudatum des Gebäudes ist bis heute unbekannt. Der Annahof, so wie er heute dem Betrachter entgegentritt, ist das Ergebnis von vier Bauphasen.
Nachdem die Gräfin Marianne das Landgut „Mon plaisir“ mit der Mühle und einigen Gärten, den Annahof mit Wohngebäude und landwirtschaftlichen Betrieb besaß, ließ sie noch ein drittes Projekt anlaufen. Auf der dem Annahof gegenüber liegenden Weiherseite wurde ein Landhaus erbaut. Neben der Gräfin war auch noch ein zweiter Bauherr an dem Bauprojekt beteiligt. Es war ein Geistlicher, der im Schloss in Blieskastel lebte und wahrscheinlich der Beichtvater der Reichsgräfin war. Dieser Kanoniker namens Farogart fand, wie die Gräfin Marianne, den Weiher und seine Umgebung wunderschön. Er wünschte deshalb auch dort wohnen zu dürfen. Da der geistliche Herr einen finanziellen Beitrag zur benötigten Bausumme beisteuerte (die gräfliche Kasse war meist leer), konnte der Ökonomiehof zwischen 1788/91 errichtet werden. Dem Kanoniker Farogarden zu Ehren erhielt er den Namen „Bon voisin“ (Guter Nachbar). Der Canonicus wohnte aber wohl nicht lange in den Landhaus. Im Grundsteuerkataster des Jahres 1844 wird die Anlage als "rothe Hof genannt Bonvoisin am Neuweiher" angegeben. 1836 taucht im topographischen Plan der Name "Rotherhof" auf. Wegen seines roten Anstrichs wurde das Landhaus wohl so bezeichnet. Heute heißt er "Roter Bau".
Das gräfliche Landhaus besteht aus einem eingeschossigen, rot verputzten Wohnbau mit einem Mansarden-Walmdach. Zum Weiher hin erhebt sich der Bau auf einem hohen Sockelgeschoss. Hier befindet sich ein großer, gewölbter Keller. Zehn Fenster blicken auf den Weiher. Auf der Hofseite gibt es drei Eingänge ins Gebäude und fünf Fenster. Das rundbogige Hauptportal mit seinem wuchtigen Dreiecksgiebel ist das imposanteste Architekturteil des Gebäudes. Ursprünglich war das Hauptgebäude nur durch einen schmalen Landstreifen vom Weiher getrennt. Erst durch den Bau der Eisenbahnstrecke und des Bahnhofes (um 1860) wurde das Gebäude weiter vom Weiher weggedrängt. Der gesamte Bau ist ein charakteristisches Beispiel einer sogenannten separierten (getrennten) Anlage. Das bedeutet, die einzelnen eingeschossigen Wirtschaftstrakte sind nicht miteinander verbunden. An den Mittelbau schließen sich seitlich niedrigere Wirtschaftshöfe an. Sie dienen als Flügelbauten. Dadurch wird der Innenhof dreiseitig umschlossen. Diese Remisen dienten als Gebäude für Kutschen, Schlitten, Pferdewagen und Stallungen. Die sogenannte Beletage (die am besten ausgestattete Wohnung) war die Wohnung der Gräfin.
Das Römermuseum Schwarzenacker ist ein archäologisches Freilichtmuseum in Schwarzenacker, einem Stadtteil von Homburg im Saarland. Das Museum wurde von dem Archäologen Alfons Kolling aufgebaut, der auch die archäologischen Ausgrabungen am Ort leitete. Das Römermuseum Schwarzenacker zeigt die überregional bedeutsamen Reste eines römischen Vicus, der von der Zeit um Christi Geburt bis zur Zerstörung durch die Alamannen im Jahre 275 bestand. Zu besichtigen sind die ausgegrabenen Gebäude, Außenanlagen, Straßen und Kanäle.
Das barocke Homburg
Homburg im Saarpfalzkreis - In der Homburger Altstadt - Sankt Michael gehört zu den wenigen in der Saarregion erhaltenen klassizistischen Kirchenbauten. Der Baldachinaltar ist eine Stiftung des Prinzregenten Luitpold von Bayern. Denn 1816 fiel Homburg an den Rheinkreis des Königreichs Bayern unter König Maximilian I. Joseph, dem jüngeren Bruder Herzog Karls II. August. Homburg gehörte bis 1920 zu Bayern.
1755 kam Homburg durch einen Gebietstausch von der Grafschaft Nassau-Saarbrücken zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Zwischen 1778 und 1788 ließ Herzog Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken auf dem Buchenberg (dem heutigen Karlsberg) bei Homburg Schloss Karlsberg (hist. Schreibweise Carlsberg) errichten. Im Jahr 1779 verlegte er seine Residenz auf den Karlsberg. Am 28. Juli 1793 wurde dieses Schloss von französischen Revolutionstruppen zerstört.
In der Reunionszeit ließ der französische König Ludwig XIV. durch seinen Festungsbaumeister Vauban Schloss und Stadt in den Jahren 1679 bis 1692 zu einer starken Festung ausbauen. Die Grundstruktur der Altstadt stammt aus dieser Zeit. Die Festungsanlagen wurden 1697 und nach einem Wiederaufbau ab 1705 im Jahr 1714 endgültig geschleift. Ab 1981 wurden die eindrucksvollen Ruinen auf dem Schlossberg freigelegt und restauriert. Sie sind heute eine Sehenswürdigkeit auf der Barockstraße Saarpfalz.
Homburg - Festung und Schloßberghöhlen - die Festung wurde von Vauban ausgebaut und die Schloßberghöhlen waren ursprünglich das Pulverlager der Festung.
Homburg ist auch eine beliebte Einkaufsstadt.
Wir als leidenschaftliche Hobby-Gärtner frequentieren in großer Häufigkeit das Dehner Gartencenter.
Bilder oben: Bitche (Bitsch) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen), Hauptort des Kantons Bitche und Sitz des Gemeindeverbandes Pays de Bitche (Bitscher Land).
Touristischer Hauptanziehungspunkt ist die ab 1680 von Vauban an Stelle einer mittelalterlichen Burg errichtete Zitadelle. Die Zitadelle kann besichtigt werden. Mittels einer Video- und Audioführung (französisch, deutsch oder englisch) kommt man durch die im Inneren des Bauwerks gelegenen Gänge und Räume. Es ist den Machern der Ausstellung gelungen, eine wertungsfreie Darstellung des Deutsch-Französischen Krieges zu erstellen, die insbesondere den Schrecken des Krieges hervorhebt.
Die Pfarrkirche Saint-Remi und das Beinhaus aus dem frühen Mittelalter im lothringischen Schorbach - Die kleine Gemeinde Schorbach in Lothringen, nahe der deutsch-französischen Grenze, hat ein romanisches Beinhaus aus dem 11. Jahrhundert. Da nach altem Volksglauben nur der die ewige Seligkeit erlangen konnte, der bis zum Jüngsten Tag in geweihter Erde ruhte (oder auf ihr), wurden die Gebeine der Toten wegen des Platzmangels auf den Gottesäckern exhumiert und in Beinhäusern auf dem Friedhof aufbewahrt.
Ossuaire de 11eme siecle dans Schorbach (Pays de Bitche, Department Moselle, Lorraine) pres de la frontiere Franco-Allemande.
Ca. 20 Kilometer nördlich von Bitche, im Landkreis Südwestpfalz, liegt Hornbach. Hornbach liegt nur etwas nördlich der deutsch-französischen Grenze bzw. östlich der Grenze zum Saarland im äußersten Südwesten des Südteils von Rheinland-Pfalz. Dort befindet sich die Stadt im Westrich südlich von Zweibrücken. Sie wird vom Hornbach durchflossen, der bei Bitsch entspringt und nach Zweibrücken fließt.
In Hornbach (Gamundias, ‚Zusammenfluss‘) wurde um 741 vom hier gestorbenen heiligen Pirminius das Kloster Hornbach gegründet. Das Kloster Hornbach, das im Jahr 1087 von Kaiser Heinrich IV. dem Bischof von Speyer geschenkt wurde, besaß bis ins 14. Jahrhundert einen weitreichenden Einfluss und gab wichtige Impulse für die Entwicklung in Oberlothringen. Zahlreiche Dorf- und Hofgründungen gehen auf dieses Kloster zurück. Das Benediktinerkloster existiert in Resten baulich noch heute und wurde in den letzten Jahren aufwändig restauriert. Heute ist darin das „Hotel Kloster Hornbach“ untergebracht.
Nicht versäumen sollte man auch einen Besuch der Barockstadt Blieskastel.
Um 1660 erwarben die Reichsfreiherren von der Leyen, die seit 1456 in Blieskastel Besitzungen hatten, das kurtrierische Amt Blieskastel und erbauten 1661–1676 an der Stelle der alten Burg ein neues Schloss. Unter den Grafen von der Leyen erlebte Blieskastel im 18. Jahrhundert eine neue Blüte, als diese 1773 ihren Wohnsitz von Koblenz nach Blieskastel verlegten und den Flecken Blieskastel zur Residenzstadt ausbauten. Unter der Gräfin Marianne von der Leyen, einer geborenen Gräfin von Dalberg, entstand in Blieskastel ein kulturelles Zentrum. Eine rege Bautätigkeit entfaltete sich. Das Residenzschloss wurde weiter ausgebaut und auf dem Schlossberg entstand eine Reihe hervorragender Palais und Herrenhäuser für die Hofbeamten der kleinen Residenz.
Der größte Menhir Mitteleuropas Der Gollenstein bei Blieskastel
Der Gollenstein ist ein etwa 4.000 Jahre alter Monolith. Er zählt zu den ältesten Kulturdenkmälern Deutschlands und gilt als der größte Menhir Mitteleuropas. Seine Höhe beträgt 6,58 Meter.
Homburg im Saarpfalzkreis - In der Homburger Altstadt
Sankt Michael gehört zu den wenigen in der Saarregion erhaltenen klassizistischen Kirchenbauten. Der Baldachinaltar ist eine Stiftung des Prinzregenten Luitpold von Bayern. Denn 1816 fiel Homburg an den Rheinkreis des Königreichs Bayern unter König Maximilian I. Joseph, dem jüngeren Bruder Herzog Karls II. August. Homburg gehörte bis 1920 zu Bayern.
In der Reunionszeit ließ der französische König Ludwig XIV. durch seinen Festungsbaumeister Vauban Schloss und Stadt in den Jahren 1679 bis 1692 zu einer starken Festung ausbauen. Die Grundstruktur der Altstadt stammt aus dieser Zeit. Die Festungsanlagen wurden 1697 und nach einem Wiederaufbau ab 1705 im Jahr 1714 endgültig geschleift. Ab 1981 wurden die eindrucksvollen Ruinen auf dem Schlossberg freigelegt und restauriert. Sie sind heute eine Sehenswürdigkeit auf der Barockstraße SaarPfalz.
1755 kam Homburg durch einen Gebietstausch von der Grafschaft Nassau-Saarbrücken zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Zwischen 1778 und 1788 ließ Herzog Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken auf dem Buchenberg (dem heutigen Karlsberg) bei Homburg Schloss Karlsberg (hist. Schreibweise Carlsberg) errichten. Im Jahr 1779 verlegte er seine Residenz auf den Karlsberg. Am 28. Juli 1793 wurde dieses Schloss von französischen Revolutionstruppen zerstört.
Ende 1831 verlegte der Journalist und Herausgeber der liberal-demokratischen Zeitung „Deutsche Tribüne“ Johann Georg August Wirth (1798–1848) auf Einladung des ehemaligen Homburger Landkommissärs Philipp Jakob Siebenpfeiffer (1789–1845) seine Wirkungsstätte von München nach Homburg, da dort ein freierer Geist herrschte. Die Region rund um Homburg und dem benachbarten Zweibrücken konnte sich nach dem Wiener Kongress zu einem Zentrum der demokratischen Bewegung entwickeln, da das Königreich Bayern dem Rheinkreis seine durch die Französische Revolution von 1789 eingeführten Freiheitsrechte beließ, um so u.a. auch von den für den Staat vorteilhaften Steuergesetzen zu profitieren. Wirth und Siebenpfeiffer waren die Initiatoren des Hambacher Festes; daran erinnert in Homburg seit 1992 der „Freiheitsbrunnen“.
Durch die territorialen Bestimmungen des Versailler Vertrages (1919) gehörte Homburg von 1920 bis 1935 zum Saargebiet, das mit einem Mandat des Völkerbundes für 15 Jahre unter französische Verwaltung gestellt wurde.
Impressionen aus Zweibrücken
Das barocke Zweibrücken der Wittelsbacher Herzöge - Von besonderer Bedeutung für das Stadtbild ist bis heute die von Christian IV. geplante und errichtete Herzogsvorstadt. Zur Verschönerung der Stadt, aber auch um repräsentative Wohnungen für seine Beamten zu schaffen, versprach der Herzog jedem Steuerfreiheit auf 40 Jahre, der nach den Plänen seines Hofbaumeisters J. C. L. Hautt, der bereits 1756 den Barockturm der Alexanderskirche geschaffen hatte, in der neuen Vorstadt ein Haus errichten würde. Als sich dennoch nur wenige Bauwillige fanden, verfiel er auf die Idee, die übrigen Gebäude selbst zu bauen und die Baukosten durch eine Lotterie zu finanzieren. Beamte und Kommunen wurden zum Kauf von Losen gezwungen, als Hauptgewinn lockte bei jeder Ziehung ein Haus in der neuen Vorstadt. Der Herzog selbst gehörte auch zu den glücklichen Gewinnern. Er schenkte das Haus jedoch seinem Hofmaler Christian von Mannlich, der mit seiner Familie in dem Haus bis zu seiner Flucht vor den Revolutionstruppen 1793 lebte. Seit 1985 gehört das Mannlichhaus, Herzogstr. 8, der Kulturgutstiftung Gehrlein-Fuchs, die hier eine Mannlich-Gedenkstätte eingerichtet hat. Ein Teil des Vogelwerkes von Mannlich ist dort ausgestellt. Das Haus Herzogstr. 9, das von Hofgärtner Petri gebaut wurde, beherbergt das Stadtmuseum.
Das Landgestüt Zweibrücken war ab 1960 das Landgestüt des Landes Rheinland-Pfalz. Seit 2008 ist das Gestüt ein Unternehmen in Form einer GmbH. Die Gründung des Gestüts geht auf die Regierungszeit Christians IV. (1740–1775) zurück. Der Herzog, selbst ein guter und begeisterter Reiter und Jäger, hatte bei einer Reise nach England dort die Pferdezucht, vor allem die englischen Vollblüter, kennengelernt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollten dem Aufbau einer eigenen Pferdezucht dienen. Von seinem Bruder, dem kaiserlichen Feldmarschall Friedrich Michael, hatte Christian IV. z. B. den Araberhengst Vezir zum Geschenk erhalten. Christian IV. gilt nachweislich als Begründer der beiden Pferderassen „Anglo-Araber“ und „Zweibrücker“. Die mittelgroßen, harten Pferde, die sich in Parforcejagden bewähren mussten, eigneten sich gut für die Kurierdienste und für die Kavallerie. Welche Bedeutung diese kleine Pferdezuchtregion in diesen Jahren hatte und welche Begehrlichkeit die „Zweibrücker“ erweckten, zeigt der Ankauf von 150 Hengsten durch König Friedrich II. von Preußen, den „alten Fritz“, im Jahre 1783 zum Ausbau seines berühmt gewordenen Gestüt Trakehnen. Im Hauptbeschälerbuch Trakehnen der Jahre 1732–1945 sind die Zweibrücker Hengste Empereur und Culblanc verzeichnet, die Landstallmeister von Burgsdorff zu den Hengsten rechnet, welche dem gesamten Trakehner Gestüt von 1768 bis 1808 am meisten genützt haben.
Die rheinland-pfälzische Stadt Zweibrücken blickt auf eine über 600 Jahre lange Adelsherrschaft durch die Grafen, Fürsten und Herzöge aus dem Hause Wittelsbach, die dieses Gemeinwesen geprägt haben, zurück. Dieses älteste deutsche Adelsgeschlecht schuf sich hier sein Territorium, von wo aus es über die Pfalz und Bayern herrschte. Durch Eheschließungen mit anderen zum Teil ausländischen Adelsdynastien wurde Zweibrücken zur Wiege der europäischen Königshäuser.
"Stadt der Rosen und der Rosse" nennt sich Zweibrücken. Warum? Nun, die Stadt beherbergt zum einen Europas Rosengarten, der nun auch schon seit 100-jähriges Jubiläum hinter sich hat und zum andern das Landgestüt des Landes Rheinland-Pfalz.
Das Regiment Royal Deux Ponts
Es gilt als ein Vorläufer der Französischen Fremdenlegion. Das in Zweibrücken gegründete 99e régiment d' infanterie (zeitweise auch 99e régiment d' infanterie alpin) war ein als Régiment de Royal Deux-Ponts aus Ausländern angeworbenes Infanterieregiment im Dienste des Königs von Frankreich und wurde als «Régiment étranger» (Fremdenregiment) bezeichnet.
Die Geschichte des Regiments begann schon sechs Jahre vor seiner eigentlichen Gründung im März 1751 mit dem Abschluss eines Freundschaftsbundes zwischen dem Königreich Frankreich und dem Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Im Vertrag vom 7. April 1756 verpflichtete sich Herzog Christian IV. von Zweibrücken-Birkenfeld zur Aufstellung eines « corps de deux mille hommes d’infanterie » (Korps von 2000 Mann Infanterie) für den französischen König; als Gegenleistung wurden Christian Subsidien in Höhe von 80.000 Florins jährlich zugesagt. Aufgrund der Königlichen Verordnung vom 19. Februar 1757, die Aufstellung eines deutschen Infanterieregimentes unter dem Namen Royal Deux-Ponts betreffend wurde das Regiment aufgestellt. Die Verhandlungen am Hofe führte der Zweibrücker Gesandte Georg Wilhelm von Pachelbel, sowie der erste Kommandeur des Regimentes, Karl Christian Wilhelm von Closen. Die Werbung begann bereits im September 1756, am 1. April 1757 trat das «Régiment du Royal-Deux-Ponts» in den Dienst. Es war in den Anfangstagen rund um Homburg und Zweibrücken stationiert. In der Rangliste der Infanterieregimenter wurde ihm die Nummer 91 zugewiesen.
Den Zweibrückern verdanken die Amerikaner den Sieg über die Engländer im Unabhängigkeitskrieg:
Am 27. März 1780 wurde das Regiment dem Expeditionscorps zugewiesen, das den Unabhängigkeitsbestrebungen der britischen Kolonien in Nordamerika zu Hilfe gesandt wurde. Diese insgesamt 6000 Mann standen unter dem Kommando von Jean-Baptiste-Donatien de Vimeur, comte de Rochambeau. Am 4. April 1780 in Brest eingeschifft, erreichte das Regiment mehr als drei Monate später Newport. Kommandeur war der Graf von Zweibrücken-Forbach. Die Einheit setzte sich zu 60 % aus Deutschstämmigen und zu 40 % aus Elsaß-Lothringern zusammen.
In der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober 1781 spielten die Grenadiere des Regiment Deux-Ponts eine wichtige Rolle bei der Eroberung der Redoute Nr. 9, einer Schlüsselstellung im Abwehrsystem der britischen Festung Yorktown (Virginia), deren Kapitulation am 19. Oktober erfolgte. Das Regiment, das entscheidend am Ausgang der Schlacht teilgenommen hatte, verließ Nordamerika im Juli 1783.
Egid Quirin und Cosmas Damian Asam zählen zu den bedeutendsten Stukkateuren und Freskanten des süddeutschen Barock (im Bild oben der Stukkateur Egid Quirin als Selbstbildnis in der Klosterkirche Weltenburg an der Donau).
Kirche der Benediktinerabtei Rohr in Niederbayern
Kloster Rohr in Niederbayern wurde im Jahr 1133 als Augustiner-Chorherren-Stift gegründet. Der Dreißigjährige Krieg hinterließ das Kloster als Ruine und die Kirche schwer beschädigt.
Erst nach 1661 konnte damit begonnen werden, die Klostergebäude wieder herzustellen. Und erst im 18. Jahrhundert wurde die Kirche in Angriff genommen.
Von 1717 bis 1723 entstand die heutige Barockkirche unter Egid Quirin und Cosmas Damian Asam. Egid Quirin war der Architekt gewesen. Die Asams standen zum Baubeginn 1717 noch stark unter dem Eindruck ihrer Ausbildung an der Akademie San Luca in Rom und so sind in der Gestaltung des Baues in Rohr auch starke römische Vorbilder und Einflüsse erkennbar.
Die Wallfahrtskirche Mariahilf in Freystadt in der Oberpfalz (Landkreis Neumarkt) ist eine der bedeutendsten Marienwallfahrten Bayerns. Die Brüder Egid Quirin und Cosmas Damian Asam haben hier unter der Ägide ihres Vaters erstmals als Freskanten und Stukkateure sich ihre ersten Sporen verdient.
Efid Quirin und Coamas Damian Asam zählen zu den bedeutendsten Stukkateuren und Freskanten des süddeutschen Barock (im Bild oben der Stukkateur Egid Quirin als Selbstbildnis in der Klosterkirche Weltenburg an der Donau).
Kirche der Benediktinerabtei Rohr in Niederbayern
Kloster Rohr in Niederbayern wurde im Jahr 1133 als Augustiner-Chorherren-Stift gegründet. Der Dreißigjährige Krieg hinterließ das Kloster als Ruine und die Kirche schwer beschädigt.
Erst nach 1661 konnte damit begonnen werden, die Klostergebäude wieder herzustellen. Und erst im 18. Jahrhundert wurde die Kirche in Angriff genommen.
Von 1717 bis 1723 entstand die heutige Barockkirche unter Egid Quirin und Cosmas Damian Asam. Egid Quirin war der Architekt gewesen. Die Asams standen zum Baubeginn 1717 noch stark unter dem Eindruck ihrer Ausbildung an der Akademie San Luca in Rom und so sind in der Gestaltung des Baues in Rohr auch starke römische Vorbilder und Einflüsse erkennbar.
Die Wallfahrtskirche Mariahilf in Freystadt in der Oberpfalz (Landkreis Neumarkt) ist eine der bedeutendsten Marienwallfahrten Bayerns. Die Brüder Egid Quirin und Cosmas Damian Asam haben hier unter der Ägide ihres Vaters erstmals als Freskanten und Stukkateure sich ihre ersten Sporen verdient.
Wir besuchen Pfaffenhofen an der Ilm im gleichnamigen Landkreis in Oberbayern (Metropolregion München). Stadtansichten vom Marktplatz mit dem Rathaus sowie der Katholischen Stadtpfarrkirche Sankt Johann Baptist und der Spitalkirche. Die Architektur von Sankt Johannes Baptist ist im äußeren gotisch, wohingegen der Innenraum barockisiert ist.
Unweit Pfaffenhofen befindet sich in Scheyern das Stammkloster der Dynastie der Wittelsbacher. Das Haus Wittelsbach ist Europas älteste Dynastie. Und, en passant bemerkt, seit Beginn des 19. Jahrhunderts entstammen alle Wittelsbacher der Pfälzischen Linie (denn die Bayerische Linie ist damals ausgestorben).
Unterwegs auf der Barockstraße Saar-Pfalz, einer Tourismusroute durch die Südwestpfalz und das angrenzende Saarland. Wir besuchen Kloster Hornbach, Sankt Stephanus in Böckweiler, Medelsheim (mit u.a. einer Reliquie des Heiligen Pirminius), Gräfinthal bei Bliesmengen-Bolchen, das Zweibrücker Schloß und das Landgestüt von Rheinland-Pfalz in der Stadt der Rosen und der Rosse.
Unterwegs im Pays de Bitche, im Bitscherland in Lothringen kurz hinter der deutsch-französischen Grenze. Wir sehen die Moulin d'Eschviller, die Zitadelle von Bitche (Bitsch), den Zwölfapostelstein, das Beinhaus von Schorbach und den deutsch-französischen Kindergarten in Liederschiedt.
Sie behandeln alle besondere kulturelle Kostbarkeiten Bayerns:
Das schon im letzten Post behandelte Kloster Scheyern, die Wallfahrtskirche Maria Hilf in Freystadt in der Oberpfalz, das älteste Chorgestühl Deutschlands im ehemaligen Kloster Seligenporten (gleichfalls Oberpfalz) und die Fresken aus dem Jahr 1310 in der Pfarrkirche St. Vitus in Kottingwörth im Altmühltal (letztere zusammengefasst im Film "Kostbarkeiten des Mittelalters").