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Samstag, 9. April 2022

Travel Reporter - Reisejournalist unterwegs

"Habe Kamera, werde reisen." Das war schon das Leitmotiv der frühen Fotografen im 19. Jahrhundert. Aber ein zeitlos gültiger Ausspruch. Wer die Welt sieht, erweitert seinen Horizont. Wer Länder und Menschen, auch in des Wortes wahrster Bedeutung, erfährt, lernt, sie zu verstehen und zu begreifen. Und wer seine Eindrücke in Bildern festhält, bewahrt die Erinnerung an Orte, Menschen und Ereignisse vor dem Verblassen und Vergessen. Die Kamera als visuelles Tagebuch. Ein Anreiz, sich ein Bild zu machen, Bilder zu machen, für den reisenden Amateur, den Liebhaber, ebenso, wie für den Professionellen, den reisenden Reporter.
Heutzutage machen wir, meine Frau und ich, uns unser Bild bevorzugt als Bewegtbild, als Video, im Film. Aber unsere Motive sind nach wie vor Land und Leute, Information und Unterhaltung. Und ganz speziell auch die Themen, die einer breiten Masse weitgehend unbekannt sind.

So etwa auch die Geschichte der Mennoniten.

In und um Zweibrücken in der Westpfalz finden sich besonders viele Mennoniten, die auch „Täufer“ genannt werden. Viele von ihnen bewirtschaften Höfe. Orte, an denen Täufer lebten und wirkten – häufig bis zum heutigen Tag – werden nun mit Tafeln bestückt, die über ihre Geschichte Auskunft geben.

Die Mennoniten sind die älteste evangelische Freikirche. Ihre Anfänge gehen auf die Täuferbewegung während der Reformationszeit in Zürich zurück. Der Namensgeber der Bewegung wurde Menno Simons, ein ehemaliger katholischer Priester aus Friesland.

Im Herzogtum Zweibrücken gab es schon 1532 Christen, die die Kindertaufe ablehnten. Herzog Wolfgang verbot 1556 ihre Zusammenkünfte. Die Täufer wurden wegen ihres Glaubens oft vertrieben und fanden nach dem 30-jährigen Krieg in der Pfalz Duldung, wo sie als Knechte und Mägde auf Höfen und Mühlen arbeiteten. Erst im Jahre 1759 erfolgte der Freiheitserlass von Herzog Christian IV, der die bürgerliche Anerkennung und Versammlungsfreiheit aussprach. Nun durften die Mennoniten in Zweibrücken unbehelligt ihren Glauben leben und waren als Untertanen anerkannt. Ab diesem Zeitpunkt bildeten sich aus bisher losen Zusammenschlüssen Gemeinden, die sich regelmäßig zu Gottesdiensten trafen.
Der Kirschbacherhof ist ein Weiler südlich der Stadt Zweibrücken, innerhalb der Gemarkung Dietrichingen. Südwestlich des Gutes finden sich in einiger Entfernung die Orte Dietrichingen und Hornbach, das Gut selbst liegt direkt an der L 480.
Der Kirschbacherhof wurde erstmals 1295 urkundlich erwähnt und zählt somit zu den ältesten Hofgütern der Region. Im Jahr 1724 wurde der Hof erstmalig an Mennoniten verpachtet, was dem Gut wirtschaftlich gut tat. Seit dem Jahr 1993 ist der Hof in den Händen der Familie Götz, die ihn sanierte und ökologisch bewirtschaftet. Die meisten Gebäude des Hofgutensembles stammen dabei aus dem Anfang des 20. Jahrhundert und wurden im Stil des Historismus errichtet.

In Kirschbach, das bereits 1591 zu einem Hof degradiert worden war, wurde von 1784 bis 1786 die herzogliche Porzellanmanufaktur von Pfalz-Zweibrücken betrieben, die in dieser Zeit allerdings bereits von einem privaten Pächter betrieben wurde.

Der Kirschbacherhof und seine Störche


2018 kamen auf dem Kirschbacherhof 70 Jungstörche zur Welt. Und im Mai 2019 fand dort ein ökumenischer "Storchengottesdienst" für werdende Eltern statt.

Vom Kirschbacherhof Richtung Zweibrücken liegt der Heckenaschbacherhof, auch ein Mennonitenhof.


Im Jahr 1509 wurde der Heckenaschbacherhof erstmalig urkundlich erwähnt – damals auch unter der Bezeichnung Roggenhof oder Hermann-Aschbacherhof. Der Hof wurde anfangs lediglich als Viehweide genutzt. Der Hornbacher Klosterschaffner Johann Koch, in dessen Familienbesitz sich der Hof von 1690 bis 1785 befand, erbaute 1711 das Hofhaus. Koch ließ beim Bau des Hauses sein bis heute erhaltenes Wappen am Hofhaus anbringen.

Im Laufe der 500 Jahre seines Bestehens wechselte der Hof häufig die Besitzer. So wurde er unter anderem 1785 von Herzog Karl August gekauft und dann von den Franzosen als Nationalgut beansprucht. Maria-Amalie, die Witwe von Herzog Karl August ließ sich dies jedoch nicht gefallen und so sprach Napoleon I. das Gut 1805 wieder der Herzogin zu. Nach weiteren Besitzerwechseln in den darauffolgenden 200 Jahren ist der Heckenaschbacherhof nun seit dem Jahr 2005 im Besitz der Familien Schütz und Wendel.

Die neuen Eigentümer bauten den Hof vom Schweinezucht- und Mastbetrieb zu einem modernen Reitbetrieb um – darüber hinaus wurden die Räumlichkeiten zu besonderen Locations für Veranstaltungen aller Art stilgerecht umgebaut.

Ehemaliges Lustschloß Monbijou bei Dietrichingen

Das heutige Hofgut Monbijou befindet sich an der Stelle des früheren Weilers Leichelbingen, der als Leichelvinga 1258 erstmals erwähnt wurde und zu Pfalz-Zweibrücken gehörte. Es liegt auf der Gemarkung von Dietrichingen am Zweibrücker Flugplatz. Auch Monbijou war nach seiner Zeit als herzogliches Lust- und Jagdschloß ein mennonitisches Hofgut.


Von dem Jagdschloß war bis 1972 vor allem die Orangerie noch gut erhalten. Durch ein Feuer ist sie seitdem Ruine und dem Zerfall preisgegeben. In der Nachbarschaft von Monbijou liegt ein wertvolles Orchideenschutzgebiet.

Dienstag, 21. Januar 2020

Im Tal des Hornbachs diesseits und jenseits der Grenze


Der Hornbach (fr: La Horn) ist ein Zufluss des Schwarzbachs. Der Hornbach entspringt in Frankreich, in der Nähe der Stadt Bitche und fließt nach Rheinland-Pfalz (Deutschland). Der Hornbach entspringt auf einer Höhe von 315 m etwa 400 m südlich des Entenbaechel Teichs und südlich von Bitche. Er durchfließt zunächst den Étang d’Hasselfurth (deutsch Hasselfurther Weiher) und fließt nach Norden über Hanviller und Bousseviller nach Waldhouse. Hier mündet die fast gleich starke Trualbe von rechts ein. Auf den nächsten etwa 12 km führt das Gewässer nun beide Namen nebeneinander. Zwischen dem lothringischen Rolbing und dem pfälzischen Riedelberg bildet der Hornbach die Staatsgrenze.

Danach tritt er in den Landkreis Südwestpfalz ein und wendet sich bei der Kirschbacher Mühle, wo die Felsalb von rechts einmündet, nach Westen. Auf der weiteren Strecke über Dietrichingen und Mauschbach zur Stadt Hornbach tritt das Gewässer im Frühjahr oft weitflächig über die Ufer.


Tipp: Frische Eier, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, möglich macht das der "Regiomat" beim Bauern Fess in Althornbach in der Südwestpfalz.

Acht Wasserbüffel - sechs Kühe und zwei Bullen - waren es 2010 gewesen beim offiziellen Startschuss der Beweidung der Talaue zwischen Hornbach und Mauschbach. Mittlerweile sind es einige mehr. Der Landkreis Südwestpfalz hatte das mit 96.000 Euro vom Land geförderte Projekt gestartet, um drei Ziele zu erreichen. Zum einen als Biotopschutz, zum zweiten, um eine Verbuschung der Kulturlandschaft zu verhindern und zu erhalten. Und zum Dritten hat das Projekt auch einen touristischen Aspekt. Den jetzt elf Tieren stehen rund 17 Hektar zwischen der Landstraße 478 und dem St. Johanner Weg auf beiden Seiten der Trualb (die mündet zwar bei Waldhouse von rechts in den Hornbach, der Hornbach führt aber bis zu der gleichnamigen Stadt den Namen „Trualbe“ als Zweitname nebenher) zur Verfügung. Sie sind eine Attraktion im Hornbachtal.

Kloster Hornbach

Kloster Hornbach in der Südwestpfalz, eine Gründung des Heiligen Pirminius, Namensgeber der nahen Stadt Pirmasens.


Bitche - Bitsch


Impressionen der Stadt in Lothringen (Bitscherland), Département Moselle (57). Die Kleinstadt und Garnisonsstadt im Grenzland zur Südwestpfalz ist unser erklärter Lieblingsort in Frankreich und das hat seine Gründe: Keine Banlieue, keine "Zone sensible", kein "Quartier chaud". Man kann sein Auto parken, ohne befürchten zu müssen, es abgefackelt zu bekommen. Die Klientel, die das macht, gibt es in Bitsch nicht. Ob die Militärpräsenz mit dafür sorgt, dass Bitche eine so friedliche Stadt ist? Mag sein.

Apropos Militär: Im Ersten Weltkrieg absolvierte mein Großvater mütterlicherseits aus dem Hunsrück in Bitsch (damals Reichslande Elsaß-Lothringen) seine Ausbildung zum Unteroffizier. Er hat auch im hohen Alter Bitsch immer wieder besucht.

La Moulin d'Eschviller

Die Mühle von Eschweiler ist eine noch voll funktionsfähige Wassermühle im Tal der Schwalb, eines Nebenflusses des Hornbachs. Sie beherbergt neben einem Museum eine ausgezeichnete Gastronomie.


Der Bach ohne Grenzen zwischen Eppenbrunn und Walschbronn, ein weiterer Zufluß des Hornbachs


Am Stüdenbachweiher beginnt der "Bach ohne Grenzen". Entlang des Eppenbrunner Bachs und der Trualb geht es 12 Kilometer von Eppenbrunn über die Grenze nach Walschbronn ins Nachbarland Frankreich. Natur erleb- und begreifbar zu machen, ermöglichen 35 Einzelstationen des Gewässerlehrpfads. Lehrtafeln oder Aktionen zum Mitmachen vermitteln Wissenswertes über vorhandene Biotope, eine Fischtreppe oder die verschiedenen Lebewesen in Weiher, Bach und Tümpel. Damit sensibilisiert der "Bach ohne Grenzen" nicht nur für die Belange von Natur- und Umweltschutz, sondern wirbt mit seiner Zweisprachigkeit auch für Völkerverständigung und gemeinsames Lernen. Die Informationstafeln sind sowohl in deutscher als auch französischer Sprache. Der Einstieg ist im Freizeitpark Eppenbrunn oder am Parkplatz Spießweiher, an der L478, möglich.

Walschbronn ist eine französische Gemeinde mit 498 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Moselle in der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Sarreguemines und zum Kanton Bitche und ist Teil des grenzübergreifenden Biosphärenreservates Pfälzerwald-Nordvogesen. Sie war im Mittelalter ein bedeutender Badeort. Die Einwohner nennen sich Walschbronnois. Das Dorf liegt in den Nordvogesen als Grenzort zur Pfalz an der Trualbe, die auf diesem Abschnitt auch "Schwartzbach" genannt wird, einem Nebengewässer des Hornbachs, und an der Straße D 962 von Volmunster nach Pirmasens.

Gallo-römische Funde sind ab dem 2. Jahrhundert vorhanden. So ist eine Römerstraße nachgewiesen. Als Stanislaus I. Leszczyński 1755 die Instandsetzung der schadhaften Badeanlagen veranlasste, kamen ein römischer Votivstein und viele Münzen zum Vorschein. Es wird angenommen, dass die Heilquellen von Walschbronn den Römern bereits bekannt waren.

Eine erste konkrete Erwähnung des Dorfes erfolgte im Jahr 1080 noch unter dem Namen Galesburas (Gales = Gallert, Buras = "Brunnen"), was als Hinweis auf die petroleumhaltigen Quellen gilt. Bereits 1170 wurde allerdings schon Walsburn geschrieben. Es soll dies Waldbrunnen heißen, nach anderer Ansicht ist es vom germanischen Vornamen Walo abzuleiten. Wie der ganze heutige Kanton Volmunster gehörte Walschbronn im Mittelalter zu Zweibrücken-Bitsch. Graf Friedrich vermachte den Grundbesitz und die Kirchenrechte jedoch im Jahr 1196 an die neugegründete Abtei Sturzelbronn.

Um 1490 errichtete Graf Simon IV. Wecker von Zweibrücken-Bitsch in Walschbronn ein Jagdschloss, heute "Weckerburg" genannt. Die Burg war später in Besitz von Georg von Zweibrücken-Bitsch und Ochsenstein († 1559) sowie Jakob von Zweibrücken-Bitsch. Nach dessen Tod im Jahre 1570 wurde das Gebäude aufgegeben und verfiel zur Ruine.

Im 15. und 16. Jahrhundert muss die Heilquelle bereits einen weiten Ruf genossen haben, denn die deutschen Kaiser Friedrich III. und Karl V. waren Förderer des Bades. Der Badebetrieb war eine bedeutende Einnahmequelle für das Haus Zweibrücken-Bitsch, bevor die Quelle in den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges versiegte. Im Dorf Walschbronn, für das drei Jahrzehnte zuvor ein Chronist noch die stattliche Zahl von 400 Häusern genannt hatte, lebten 1648 gerade noch elf Einwohner.

Mit der Grenzlage, in die Walschbronn im 18. Jahrhundert zunehmend geriet, verlor der einst ansehnliche Ort mehr und mehr an Bedeutung. Von fast 1.000 Einwohnern an der Wende zum 19. Jahrhundert ist die Bevölkerungszahl bis heute auf noch gut die Hälfte zurückgegangen. Durch einen steigenden Anteil Deutscher, die wegen der niedrigeren Immobilienpreise ihren Wohnsitz hierher verlegt haben, ist in den letzten Jahren der Abwärtstrend aber gestoppt worden.



Freitag, 11. Oktober 2019

Mennoniten in der Pfalz

Schulpferde auf dem Heckenaschbacherhof

Der Heckenaschbacherhof

Im Jahr 1509 wurde der Heckenaschbacherhof erstmalig urkundlich erwähnt – damals auch unter der Bezeichnung Roggenhof oder Hermann-Aschbacherhof.

Der Hof wurde anfangs lediglich als Viehweide genutzt. Der Hornbacher Klosterschaffner Johann Koch, in dessen Familienbesitz sich der Hof von 1690 bis 1785 befand, erbaute 1711 das Hofhaus. Koch ließ beim Bau des Hauses sein bis heute erhaltenes Wappen am Hofhaus anbringen.


Im Laufe der 500 Jahre seines Bestehens wechselte der Hof häufig die Besitzer.

So wurde er unter anderem 1785 von Herzog Karl August gekauft und dann von den Franzosen als Nationalgut beansprucht. Maria-Amalie, die Witwe von Herzog Karl August ließ sich dies jedoch nicht gefallen und so sprach Napoleon I. das Gut 1805 wieder der Herzogin zu.

Nach weiteren Besitzerwechseln in den darauffolgenden 200 Jahren ist der Heckenaschbacherhof nun seit dem Jahr 2005 im Besitz der Familien Schütz und Wendel.

Die neuen Eigentümer bauten den Hof vom Schweinezucht- und Mastbetrieb zu einem modernen Reitbetrieb um – darüber hinaus wurden die Räumlichkeiten zu besonderen Locations für Veranstaltungen aller Art stilgerecht umgebaut.

Der Kirschbacherhof - Der Hof ist schon 1295 urkundlich nachgewiesen. Er befand sich seit Ende des 16. Jahrhunderts im Besitz der Zweibrücker Herzöge und diente ihnen als bevorzugter Aufenthaltsort bei der Jagd. Die verwitwete Pfalzgräfin Caroline verpachtete den Hof 1724 an die Amischen Jakob Jacki, Andreas Leyenberger und Heinrich Stalter (1737-1800).

2018 kamen auf dem Kirschbacherhof 70 Jungstörche zur Welt. Und im Mai 2019 fand dort ein ökumenischer "Storchengottesdienst" für werdende Eltern statt.


Monbijou bei Dietrichingen


Das heutige Hofgut Monbijou befindet sich an der Stelle des früheren Weilers Leichelbingen, der als Leichelvinga 1258 erstmals erwähnt wurde und zu Pfalz-Zweibrücken gehörte. Es liegt auf der Gemarkung von Dietrichingen am Zweibrücker Flugplatz.

1782 schenkte Herzog Karl II. August seinem Kammerherrn von Kreuzer Leichelbingen und die umliegenden Besitzungen. Von Kreuzer setzte die Güter in Stand und ließ ein Jagdschloss mit Gärten und Weinbergen errichten.

Bei einer Jagd 1785 war der Herzog von dem Anwesen so begeistert, dass er die Güter zurückhaben wollte. Er entschädigte von Kreuzer jedoch mit dem Mölschbacher Hof bei Wattweiler und 16.000 fl für die Inneneinrichtung. Durch Erlass bereits im selben Jahr wurde Leichelbingen in Monbijou umbenannt. In den folgenden Jahren hielt sich der Herzog sehr oft hier auf.

Die umfangreichen Gartenanlagen wurden maßgeblich durch den Gartenarchitekten von Sckell gestaltet, der auch bei Schloss Karlsberg tätig war. Beim Einmarsch der französischen Revolutionstruppen ins Herzogtum im Jahr 1793 richteten diese auf Monbijou das Generalsquartier ein. Die Anlagen wurden erheblich in Mitleidenschaft gezogen, Monbijou war fortan wieder ein Hofgut.

1805 veräußerte die Witwe des Herzogs die Güter mit einer Fläche von ca. 2,12 km² an einen Kammerdirektor Böhmer aus Frankfurt am Main.

Von dem Jagdschloss war bis 1972 vor allem die Orangerie noch gut erhalten. Durch ein Feuer ist sie seitdem Ruine und dem Zerfall preisgegeben.

In der Nachbarschaft von Monbijou liegt ein wertvolles Orchideenschutzgebiet, das von der Pollichia betreut wird.

Das Naturschutzgebiet Monbijou bei Dietrichingen ist Standort von 21 teils seltenen Orchideenarten und Rückzugsgebiet für schützenswerte Tiergesellschaften. Seine Besonderheit: Die auf einem Halbtrocken- und Trockenrasen wachsenden Pflanzen lassen sich von einem Pfad aus betrachten, ohne dass die Besucher dem Orchideen-Ensemble Schaden zufügen.

Die Besonderheiten, die die Orchideenfülle erst möglich machen, liegen einerseits in der besonnten Hanglage. Dazu kommen große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die im Sommer 50 Grad betragen können, und schließlich die Bodenzusammensetzung. Kalkhaltig und mager lauten die Stichworte für den Halbtrockenrasen. Der Kalk beschleunigt den bereits vom Geländeprofil begünstigten Regenwasser-Abfluss noch weiter. Entsprechend trocken bleibt der Boden, und warm dazu.

Der zu Eppenbrunn gehörende Ransbrunnerhof war ursprünglich ein Klosterhof von Stürzelbronn. Seit dem 17. Jahrhundert wurde er von Schweizer Mennoniten bewirtschaftet, die im Herzogtum Pfalz-Zweibrücken Aufnahme vor Verfolgung gefunden hatten.


Der Bärenbrunnerhof

Der Name entstand aus dem hier im Tal gelegenen Dorf "St. Bernhardsbrunn", das im 30-jährigen Krieg untergegangen war. Die Wiederbesiedlung gelang erst nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg.


1712 übernahm Nikolaus Lorch von Bergzabern den Hof und talabwärts die Mühle. Im Rahmen der Nationalgüterversteigerung wurde das Gut Ende des 18. Jahrhunderts an den amischen Mennoniten Friedrich Hage veräußert. Er zog aber schon 1803 nach Bayern.

Danach kaufte Jakob Rebholz aus Merzalben Hof und Mühle. Um 1830 kam Johannes Guth, ein Amischer vom Ransbrunnerhof als Pächter. 1913 erwarben seine Enkel Peter, Johannes und Heinrich Guth, Hof und Mühle. In der fünften inzwischen evangelisch gewordenen – Generation, stellte Peter Guth den Hof auf Biolandwirtschaft um.

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Wer kennt Dietrichingen?


Dietrichingen kennt ja kaum jemand. Aber: "Desch e Fehler!", wie der Schwabe sagt.

Ganz im Südwesten von Rheinland-Pfalz liegt die Gemeinde Dietrichingen. Sie gehört zum Landkreis Südwestpfalz und dort zur Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land. Rund 400 Einwohner zählt Dietrichingen und ist schon fast ein sogenanntes Straßendorf. Rechts und links der Hauptstraße gibt es nur wenige Nebenstraßen.


Hinter den Häusern mit den ungeraden Zahlen fließt die Trualb (Hornbach), ein Bach mit natürlichem Lauf und einem stattlichen Fischbestand. Und in ihrem weiteren Verlauf, zwischen Mauschbach und Hornbach, finden wir eine Herde von Wasserbüffeln.


Acht Wasserbüffel - sechs Kühe und zwei Bullen - waren es 2010 gewesen beim offiziellen Startschuss der Beweidung der Talaue zwischen Hornbach und Mauschbach. Mittlerweile sind es einige mehr. Der Landkreis Südwestpfalz hatte das mit 96.000 Euro vom Land geförderte Projekt gestartet, um drei Ziele zu erreichen. Zum einen als Biotopschutz, zum zweiten, um eine Verbuschung der Kulturlandschaft zu verhindern und zu erhalten. Und zum Dritten hat das Projekt auch einen touristischen Aspekt. Den jetzt elf Tieren stehen rund 17 Hektar zwischen der Landstraße 478 und dem St. Johanner Weg auf beiden Seiten der Trualb (die mündet zwar bei Waldhouse von rechts in den Hornbach, der Hornbach führt aber bis zu der gleichnamigen Stadt den Namen „Trualbe“ als Zweitname nebenher) zur Verfügung. Sie sind eine Attraktion im Hornbachtal.

Dietrichingen und Kirschbach wurden erstmals im Jahre 1295 als Diderichingen und Kuinrisbach urkundlich erwähnt. Monbijou hieß früher Leichelbingen und wurde 1258 als Leichelvinga erwähnt. Die territoriale Zugehörigkeit der Siedlungen folgte stets Pfalz-Zweibrücken, zu dem es bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte.

Mit dem Lustschloss Monbijou, dem als Friedhofstor fungierenden Kriegerdenkmal, einem Quereinhaus in der örtlichen Bergstraße und am Kirschbacherhof existieren vor Ort insgesamt vier Objekte, die unter Denkmalschutz stehen. Die Orangerie des ersteren ist inzwischen lediglich als Ruine erhalten. In der Nähe befindet sich ein wertvolles Orchideengebiet unter Betreuung der Pollichia.

Die Bauten des Kirschbacherhofs aus dem 16. Jahrhundert sind ebenfalls herausragend.

In Kirschbach, das bereits 1591 zu einem Hof degradiert worden war, wurde von 1784 bis 1786 die herzogliche Porzellanmanufaktur von Pfalz-Zweibrücken betrieben, die in dieser Zeit allerdings bereits von einem privaten Pächter betrieben wurde.

Monbijou und Kirschbacherhof sind Mennoniten-Gutshöfe.

Mennoniten werden auch "Täufer" genannt, weil sie nur Erwachsene taufen, die sich zu ihrem Glauben bekennen können, keine Kleinkinder. Die Täufer waren als Glaubensflüchtlinge aus der Schweiz über das Elsaß, wo sie einige Jahrzehnte blieben, bis sie ausgewiesen wurden, ins Zweibrücker Land gekommen. Später wurden sie nach einem ihrer Führer, dem Friesen Menno Simons (1496-1561), "Mennoniten" genannt. Er war als Priester aus der katholischen Kirche ausgetreten und hatte sich dem Täufertum zugewandt. Im späten 17. Jahrhundert entstanden neben den Mennoniten die "Amischen" – benannt nach dem Schweizer Täuferprediger Jakob Ammann. Beide Glaubensgemeinschaften verstanden es, Methoden in der Landwirtschaft zu entwickeln. Sie existierten im Zweibrücker Raum nebeneinander.

Erst, als nach dem 30-jährigen Krieg die entvölkerte Pfalz dringend um Einwanderer warb, durften sich die Glaubensflüchtlinge hier niederlassen. In Pfalz-Zweibrücken erhielten die Mennoniten im Jahre 1713 erstmals eine offizielle Genehmigung zur Ansiedlung. Auf das Bürgerrecht mussten die fortschrittlichen Landwirte, die bis heute auf den Höfen rund um Zweibrücken zuhause sind, jedoch bis 1759 warten.

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Montag, 7. Oktober 2019

Auf den Spuren der Pfälzer Mennoniten


Mennoniten werden auch "Täufer" genannt, weil sie nur Erwachsene taufen, die sich zu ihrem Glauben bekennen können, keine Kleinkinder. Die Täufer waren als Glaubensflüchtlinge aus der Schweiz über das Elsaß, wo sie einige Jahrzehnte blieben, bis sie ausgewiesen wurden, ins Zweibrücker Land gekommen. Später wurden sie nach einem ihrer Führer, dem Friesen Menno Simons (1496-1561), "Mennoniten" genannt. Er war als Priester aus der katholischen Kirche ausgetreten und hatte sich dem Täufertum zugewandt. Im späten 17. Jahrhundert entstanden neben den Mennoniten die "Amischen" – benannt nach dem Schweizer Täuferprediger Jakob Ammann. Beide Glaubensgemeinschaften verstanden es, Methoden in der Landwirtschaft zu entwickeln. Sie existierten im Zweibrücker Raum nebeneinander.

Erst, als nach dem 30-jährigen Krieg die entvölkerte Pfalz dringend um Einwanderer warb, durften sich die Glaubensflüchtlinge hier niederlassen. In Pfalz-Zweibrücken erhielten die Mennoniten im Jahre 1713 erstmals eine offizielle Genehmigung zur Ansiedlung.

Der 4. August 1664 wurde zu einem Meilenstein in der Geschichte der Religionsfreiheit: An diesem Tag unterzeichnete Kurfürst Karl Ludwig die so genannte "Mennistenkonzession" und legalisierte damit die Ansiedlung aus der Schweiz eingewanderter Täufer in der Kurpfalz. In Pfalz-Zweibrücken erhielten die Mennoniten in der "Schwedenzeit" erstmals eine offizielle Genehmigung zur Ansiedlung (1713). Auf das Bürgerrecht mussten die fortschrittlichen Landwirte, die bis heute auf den Höfen rund um Zweibrücken zuhause sind, jedoch bis 1759 warten.


Auf den Spuren der Pfälzer Mennoniten: Ransbrunnerhof, Monbijou, Bärenbrunnerhof, Kirschbacherhof.

Die Störche vom Kirschbacherhof


Eine ganze Population hat sich hier eingenistet. Mindestens fünf Nester finden sich dort.